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DE10227750A1 - Anzündhilfe für feste Brennstoffe - Google Patents

Anzündhilfe für feste Brennstoffe Download PDF

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DE10227750A1
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Abstract

Es wird eine Anzündhilfe zum Anzünden von festen Brennstoffen, wie Holz und Holzkohle, insbesondere für die Anwendung in Feuerstätten für feste Brennstoffe, wie Kamin, Kaminofen, Kachelofen jeder Bauart und Holzkohlegrillgeräte, vorgeschlagen, die als ein mit Paraffin getränkter naturbelassender Holzwolle-Seilabschnitt mit einer definierten Restfeuchte ausgebildet ist, wobei das Paraffin einen festen, wachsartigen Paraffinkern bildet.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Anzündhilfe zum Anzünden von festen Brennstoffen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur dessen Herstellung.
  • Es sind flüssige und auch als Festkörper ausgebildete Anzündhilfen bekannt, die zum Anzünden von festen Brennstoffen, wie Holz, Holzkohle und Kohle, verwendet werden können. Zum Anzünden des Brennstoffs eines Holzkohle-Gartengrills kann beispielsweise eine handelsübliche Anzündhilfe zwischen den Brennstoff gesetzt und angezündet werden. Bis eine solche Anzündhilfe gut brennt, dauert es oft eine gewisse Zeit, so dass erst dann weitere Brennstoffe aufgelegt werden können. Bei einer Anwendung im Freien ist es auch durch störende Windbeeinflussung oft schwierig, eine solche Anzündhilfe zu entflammen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anzündhilfe zum Anzünden von festen Brennstoffen zu schaffen, die sich problemlos anzilnden lässt und möglichst schnell eine hinreichende große und standfeste Flamme erzeugt.
  • Die Lösung dieser Aufgabe erhält man durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Die Anzündhilfe ist ein mit Paraffin getränkter naturbelassener Holzwolle-Seilabschnitt mit einer definierten Restfeuchte, bei dem das Paraffin einen festen, wachsartigen Paraffinkern bildet. An dem Seilabschnitt stehen einzelne Holzwollespäne ab, die ebenfalls mit Paraffin benetzt sind und somit einfach und sicher entzündet werden können. Die Anzündhilfe hat den Vorteil, dass sich die Flamme nach dem Anzünden sehr schnell über ihre gesamte Oberfläche verteilt und somit eine sichere und standfeste Flamme entsteht.
  • Sehr vorteilhaft ist es auch, die Anzündhilfe so auszubilden, dass sie eine im Inneren höhere Paraffindichte hat, als in ihrem äußeren Bereich. Diese Maßnahme trägt dazu bei, dass die Anzündhilfe schnell eine verhältnismäßig große Flamme nach dem Anzünden entwickelt, wobei die hohe Paraffindichte im Innern der Anzündhilfe dafür sorgt, dass diese eine lange Brenndauer von mehreren Minuten hat.
  • Vorzugsweise wird zur Herstellung der Anzündhilfe ein hoch raffiniertes Paraffin verwendet, welches einen Reinheitsgrad besitzt, wie er auch in der Lebensmittelindustrie gefordert wird. Zuschlagstoffe, wie Farbpigmente, Duftstoffe oder andere chemische, brandbeschleunigende Zusätze, finden keine Verwendung. Die Schadstoff Emission beim Abbrand ist somit äußerst gering.
  • Das verwendete Paraffin ist vorzugsweise ein Hartparaffin, dessen Schmelzpunkt deutlich über 60°C liegt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Paraffin auch bei hohen Umgebungstemperaturen während der Lagerhaltung sich nicht verflüssigt. Die Anzündhilfe ist bei normalen Lagerbedingungen unbegrenzt lagerbar ohne Verlust ihrer Eigenschaften und Brennfähigkeit. Flüchtige brennbare Stoffe, wie in anderen Anzündhilfen, sind nicht vorhanden.
  • Bedingt durch den Verzicht auf Zuschlagstoffe, wie Farbpigmente, Duftstoffe oder andere chemische, brandbeschleunigende Zusätze, ist die Anzündhilfe weitgehend geruchsneutral. Bei der Handhabung überträgt sich kein unangenehmer Geruch auf die Haut.
  • Zum Anzünden von Holz- und Holzkohlefeuern haben sich Anzündhilfen mit einer Länge von ca. 50 mm und einem Durchmesser von ca. 25 – 30 mm bewährt, wobei je nach Anwendungsfall auch andere Abmessungen sinnvoll sein können. Der Paraffingehalt liegt hier zwischen 10–14 Gramm, je nach gewünschter Abbranddauer der Anzündhilfe.
  • Der naturbelassene Holzwollespan erhält durch die Paraffinierung eine Konservierung. Der natürlich bedingte bakterielle Zerfall der Holzstruktur und der Holzfasern wird durch den Ausschluss von Sauerstoff unterbrochen. Der Befall von Schädlingen ist ausgeschlossen. Hierdurch ist die Anzündhilfe zeitlich unbegrenzt lagerbar.
  • Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung einer Anzündhilfe anzugeben, welches eine möglichst einfache und damit kostengünstige Herstellung zulässt.
  • Die Lösung dieser Aufgabe erhält man durch die im Anspruch 7 angegebenen Verfahrensschritte. Demnach wird zw Herstellung ein aus Holzwolle gefertigtes Seilstück in verflüssigtes Paraffin eingetaucht, wobei sich das Holzwolle-Seilstück je nach Eintauchdauer mehr oder weniger stark mit Paraffin tränkt. Der Paraffingehalt wird durch die Eintauchtemperatur maßgeblich beeinflusst. Nach dem Tauchvorgang wird der getauchte Seilabschnitt einer definierten Abkühlkurve ausgesetzt, die auch auf die beschriebenen Produkteigenschaften Einfluss hat. Der endgültig erstarrte Holzwollseil-Abschnitt wird anschließend in entsprechend kleine Teilstücke geschnitten, welche den Feueranzünder bzw. die Anzündhilfe bilden. Die Herstellung erfordert somit keinen hohen technischen Aufwand und kann problemlos maschinell oder in Handarbeit erfolgen. Dies hat den Vorteil, dass sowohl eine Großserienfertigung, aber eben auch eine Kleinstserienfertigung problemlos möglich ist.
  • Mittels eines Tauchkorbs können mehrere Seilabschnitte gleichzeitig paraffiniert werden, was eine Zeitersparnis bei der Fertigung ergibt. Die Abtrennung der Teilstücke von dem paraffinierten Seilabschnitt kann mittels Band-, Kreis-, Dekupieroder Gattersäge erfolgen.
  • Vorzugsweise wird zur Herstellung der Anzündhilfe ein langes, auf einer Rolle aufgewickeltes Holzwolleseil verwendet. Die Länge der Seilabschnitte werden der Größe des Tauchkorbes der Tauchanlage bzw, der nachfolgenden Sägeeinheit angepasst.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
  • Es zeigen:
    • 1 eine perspektivische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Anzündhilfe,
    • 2 die Schnittdarstellung der in 1 dargestellten Anzündhilfe,
    • 3 eine schematische Darstellung des Paraffiniervorganges und
    • 4 das fertig paraffinierte Seilstück mit mehreren Schnittpositionen zum Abschneiden in Teilabschnitte, welche dann als Anzündhilfe Verwendung finden.
  • Bei der in 1 dargestellten Anzündhilfe ist insbesondere ersichtlich, dass an seiner Umfangsfläche mehrere Holzwollespäne 1, 2 abstehen, die mittels eines Streichholzes oder Feuerzeugs sehr leicht entzündet werden können. Der gesamte Körper der Anzundhilfe und auch die abstehenden Holzwollespäne 1, 2 sind mit Paraffin überzogen, wobei im Inneren der Anzündhilfe die Paraffindichte besonders hoch ist.
  • Die Ansicht des Schnittbildes von 2 veranschaulicht die höhere Paraffindichte im Innern 3 der Anzündhilfe. Zur Mittelachse der Anzündhilfe kann die Spandichte zunehmen, so dass sich insgesamt ein mittlerer Kern ergibt, der eine lange Brenndauer aufweist.
  • 3 zeigt nun das Prinzip, wie ein längeres, aus Holzwollespänen gedrehtes Seilstück 4, paraffinert wird. Das Seilstück 4 wird zu diesem Zweck in einen Tauchkorb 5 gelegt, dann in Pfeilrichtung 6 in ein Tauchbecken 7 so weit abgesenkt, dass das Seilstück 4 vollständig in das im Tauchbecken 7 befindliche flüssige Paraffin 8 eintaucht. Nach einer gewissen Tauchzeit wird der Tauchkorb 5 wieder in die dargestellte Position angehoben Das anschließende Abtropfen und der Abkühlprozess sind für die beschriebenen Eigenschaften der Anzündhilfe entscheidend. Nach dem Abkühlen ist der Seilabschnitt hart.
  • Das Seilstück 4 lässt sich nun aus dem Tauchkorb 5 entnehmen und kann dann gemäß 4 in mehrere Teilstücke 9 bis 11 entlang mehrerer Schnittebenen 12 zerschnitten werden. Jedes der so abgeschnittenen Teilstücke 9 bis 11 bildet dann eine erfindungsgemäße Anzündhilfe, wie sie in den 1 und 2 dargestellt ist.

Claims (10)

  1. Anzündhilfe zum Anzünden von festen Brennstoffen, wie Holz oder Holzkohle, insbesondere für Feuerstätten für feste Brennstoffe, jede Bauart von Kachelöfen und Holzkohle-Grillgeräte, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzündhilfe ein mit Paraffin getränkter naturbelassener Holzwolle-Seilabschnitt mit einer definierten Restfeuchte ist, bei dem das Paraffin einen festen, wachsartigen Paraffinkern bildet.
  2. Anzündhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Paraffindichte im Innern (3) der Anzündhilfe höher ist als im äußeren Bereich.
  3. Anzündhilfe nach einem der Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Paraffindichte und/oder die Holzwolledichte von außen zur Mittelachse der Anzündhilfe radial zunimmt.
  4. Anzündhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Paraffin einem Reinheitsgrad entspricht, wie er von der Lebensmittelgesetzgebung verlangt wird.
  5. AnziFndhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Paraffin ein Hart-Paraffin ist, dessen Schmelzpunkt deutlich über 60°C liegt.
  6. Anzündhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzündhilfe bei einer Länge von 50 mm ungefähr einen Durchmesser von 25–30 mm hat.
  7. Verfahren zur Herstellung einer Anzündhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus Holzwolle gefertigtes Seilstück (4) in durch Erwärmung verflüssigtes Paraffin (8), welches sich in einem Tauchbecken (7) befindet, eingetaucht wird, dass das Seilstück (4) nach einer vorgegebenen Tauchzeit aus dem flüssigen Paraffin (8) entnommen und in langgestreckter Form wieder abgekühlt wird, dass dann das zu einem Stab erstarrte Seilstück (4) in kleine, Anzündhilfen bildende Teilstücke (9 bis 11) geschnitten wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Seilstücke (4) mittels eines Tauchkorbs (5) gleichzeitig in das flüssige Paraffin (8) eingetaucht und nach der Tauchzeit wieder aus dem Tauchbecken (7) entnommen werden und so lange im Tauchkorb (5) verbleiben, bis die mit Paraffin getränkten Seilabschnitte (4) einen definierten Abkühlungsgrad aufweisen und erstarrt sind.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilstücke (9 bis 11) mittels einer Band-, Kreis-, Dekupier- oder Gattersäge von den erstarrten Seilstücken abgeschnitten werden.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilstücke (4) von einer Seilrolle mit mehreren Metern Holzwolleseil abgeschnitten werden.
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