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DE10217382A1 - Elektrische Leitung zur Verhinderung eines stabilen Lichtbogens, System mit einer derartigen Leitung - Google Patents

Elektrische Leitung zur Verhinderung eines stabilen Lichtbogens, System mit einer derartigen Leitung

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DE10217382A1
DE10217382A1 DE2002117382 DE10217382A DE10217382A1 DE 10217382 A1 DE10217382 A1 DE 10217382A1 DE 2002117382 DE2002117382 DE 2002117382 DE 10217382 A DE10217382 A DE 10217382A DE 10217382 A1 DE10217382 A1 DE 10217382A1
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Abstract

Elektrische Leitung, enthaltend mindestens einen elektrischen Leiter, der von einer elektrisch isolierenden Ummantelung umgeben ist, wobei die elektrisch isolierende Ummantelung zumindest in einem Teilabschnitt ein Material enthält, in dem bei lokaler Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion einsetzt, die einen Defektzustand der Leitung herbeiführt.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine elektrische Leitung mit einer Einrichtung zur Verhinderung, dass Fehlerströme, beispielsweise ein durch eine isolierende Ummantelung hindurchschlagender Lichtbogen, zu gefährlichen Zuständen führen. Die Erfindung betrifft weiter ein elektrisches Schaltsystem, das mindestens eine derartige elektrische Leitung enthält.
  • Bei 42 V-Bordnetzen in modernen Kraftfahrzeugen ist es notwendig einen Lichtbogenschutz vorzusehen, da ab einem Potentialunterschied von etwa 15 V ein stabiler Lichtbogen selbst über Entfernungen von mehreren Millimetern hinweg auftreten kann (bei 42 V und 1 Ampere zum Beispiel über circa 2 mm). Die über Lichtbögen auftretenden Ströme sind jedoch nicht groß genug, um konventionelle Absicherungsmethoden für Komponenten- bzw. Leitungsschutz, zum Beispiel Schmelzsicherungen, auszulösen. Die hohen Temperaturen des Lichtbogens können zu einem Leitungsbrand führen. Insbesondere bei in Bündeln verlegten Leitungen droht eine unkontrollierte Ausweitung des Schadens mit schwerwiegenden Folgen.
  • Allgemein bekannt ist die Detektion von Lichtbögen mittels Sensorleitungen oder über Strom/Spannungs-Kennlinien. Dies erfordert jedoch einen hohen Mehraufwand in der Verkabelung bzw. seitens der überwachenden Steuergeräte. Besonders dicke Isolierungen bzw. spezielle Schutzeinrichtungen (Kabelkanäle) verursachen ebenfalls hohe Kosten und hohes Zusatzgewicht.
  • Die EP 0 657 910 betrifft das Gebiet der Hochspannungs- Stromkreisunterbrechung in elektrischen Geräten. Zur Gewährleistung des Löschens eines Lichtbogens enthält eine Sicherung ein pulverförmiges Füllmaterial, welches bei Auftreten eines Lichtbogens ein Gas freisetzt, das über lichtbogenlöschende Eigenschaften verfügt. Das Füllmaterial ist für den Einsatz in Hochspannungs-Stromkreisunterbrechern, wie zum Beispiel Schaltvorrichtungen, Transformatoren und insbesondere Sicherungen vorgesehen. Das pulverförmige Füllmaterial gewährleistet die korrekte Funktionsweise einer Leitungstrenneinrichtung, die primär den Leitungsschutz übernimmt. Eine derartige Sicherung ist jedoch in der Herstellung aufwendig und teuer.
  • Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer elektrischen Leitung, mit der gefährliche Zustände, die zum Beispiel durch einen durch eine isolierende Ummantelung durchschlagenden Lichtbogen hervorgerufen werden, verhindert werden. Eine weitere Aufgabe liegt in der Bereitstellung eines Systems, das eine derartige elektrische Leitung enthält.
  • Die Lösung der gestellten Aufgabe ist den unabhängigen Patentansprüchen zu entnehmen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
  • Nach Anspruch 1 ist es möglich, durch Verwendung herkömmlicher Schutzmechanismen, wie etwa einer Schmelzsicherung, einen Fehler (zum Beispiel einen Lichtbogen) zu erkennen, indem der Fehler gezielt und kontrolliert genutzt und verstärkt wird, so dass ein herkömmlicher Schutzmechanismus, wie z. B. eine Schmelzsicherung, eine Schaltvorrichtung, Transformatoren etc., greifen kann.
  • Nach Anspruch 2 wird ein Schrumpfen der isolierenden Ummantelung des elektrischen Leiters bewirkt. Aufgrund der Schrumpfwirkung wird eine ausreichend freiliegende metallische Oberfläche des elektrischen Leiters gebildet, so dass die Wahrscheinlichkeit eines permanenten mechanischen Kontakts zwischen beispielsweise zwei Kabeln/Leitungen steigt. Ferner wird aufgrund der Schrumpfwirkung der Lichtbogen vergrößert, wodurch ein größerer Fehlerstrom auftritt, der auf herkömmliche Weise erkannt werden kann.
  • Nach den Ansprüchen 3 und 4 wird eine exotherme Reaktion herbeigeführt, die sich gezielt ausbreitet, um den elektrischen Leiter durchzutrennen, z. B. zu durchschmelzen. In diesem Fall muss kein separater Mechanismus vorgesehen werden, der den Lichtbogen erkennt und löscht.
  • Mit den Merkmalen des Anspruchs 5 ist es möglich eine Beschädigung angrenzender Komponenten/Leitungen aufgrund einer exothermen Reaktion zu vermeiden, wobei die Leitung trotzdem durchtrennt wird.
  • Nach Anspruch 6 ist es möglich, die sich selbst erhaltende Reaktion nur über einen vorbestimmten Bereich, z. B. in Längsausdehnung der Leitung, kontrolliert und gezielt ablaufen zu lassen.
  • Nach den Ansprüchen 7 und 8 kann das Material, in dem die sich selbst erhaltende Reaktion abläuft, gezielt eingesetzt werden, wodurch Kosten reduziert werden.
  • Nach Anspruch 9 kann ein System bereitgestellt werden, das seinen Zustand bei Auftreten eines Fehlers ändert. Eine Zustandsänderung des Systems kann z. B. darin bestehen, dass nur das Teilnetz, in dem der Lichtbogen auftritt durch einen herkömmliche Schutzmaßnahme unterbrochen wird, das System als Ganzes jedoch im wesentlichen funktionsfähig bleibt, und lediglich dessen Ausgangszustand geändert oder z. B. wiederhergestellt wird.
  • Die erfindungsgemäße Leitung kann in beliebigen elektrischen Schaltungen zum Einsatz kommen, z. B. in 42 V-Boardnetzen in Kraftfahrzeugen.
  • Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Es zeigen:
  • Fig. 1 ein erstes bis viertes Ausführungsbeispiel einer elektrischen Leitung gemäß der Erfindung, jeweils im Teilquerschnitt;
  • Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel für den Ablauf einer aktiven Sicherungsmaßnahme der erfindungsgemäßen elektrischen Leitungen nach Fig. 1;
  • Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel für den Ablauf einer aktiven Sicherungsmaßnahme der erfindungsgemäßen elektrischen Leitungen nach Fig. 1;
  • Fig. 4 einen Ausschnitt aus einem elektrischen System, das die erfindungsgemäßen elektrischen Leitungen nach Fig. 1 verwendet; und
  • Fig. 5 eine Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen Leitung.
  • In den Fig. 1 bis 5 werden für funktionell gleiche Elemente die gleichen Bezugsziffern verwendet.
  • Fig. 1 zeigt ein Koordinatensystem xy, wobei im ersten Quadranten (I) eine Querschnittsansicht eines ersten Ausführungsbeispiels, im zweiten Quadranten (II) eines zweiten Ausführungsbeispiels, im dritten Quadranten (III) eines dritten Ausführungsbeispiels und im vierten Quadranten (IV) eines vierten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Leitung jeweils gezeigt sind.
  • Gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Leitung 1 enthält diese einen elektrischen Leiter 2, der von einer elektrisch isolierenden Ummantelung 3 umgeben ist, die gleichmäßig verteilt (im wesentlichen homogen verteilt) ein Material 4 enthält, in dem bei Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion einsetzt. Eine solche sich selbst erhaltende Reaktion bzw. sich selbst ausbreitende Reaktion kann zum Beispiel ein Schrumpfen des Materials 4 herbeiführen, und damit ein Schrumpfen der Ummantelung 3 derart, dass der elektrische Leiter 2 freigelegt wird. Die sich selbst erhaltende Reaktion kann soviel exotherme Wärme freisetzen, dass der elektrische Leiter schmilzt und dadurch der elektrische Leiter 2 zum Beispiel durchtrennt wird, was später unter Bezugnahme auf Fig. 3 näher erläutert wird.
  • Fig. 1 zeigt im zweiten Quadranten des Koordinatensystems xy ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Leitung 1. Gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel ist das Material 4 an bestimmten Stellen in die elektrisch isolierende Ummantelung 3 eingelagert.
  • Gemäß dem im dritten Quadranten des Koordinatensystems xy in Fig. 1 gezeigten dritten Ausführungsbeispiel ist das Material 4 in radial außen liegenden Bereichen der Ummantelung 3der Leitung 1 enthalten und/oder reicht radial durch die Ummantelung 3 hindurch. Das Material 4 ist dabei abschnittsweise innerhalb der Ummantelung 3 vorhanden, wobei die entsprechenden Abschnitte an lichtbogengefährdeten Bereichen bevorzugt ausgebildet werden.
  • Gemäß dem im vierten Quadranten des Koordinatensystems xy in Fig. 1 gezeigten vierten Ausführungsbeispiel, ist das Material 4 in der Form von zwei radial beabstandeten Schichten ausgebildet, die den Leiter 2 vollständig oder teilweise umgeben. Die beschriebenen Anordnungen können in vielfältiger Weise kombiniert werden, beispielsweise können mehr als zwei Materialschichten an irgendeiner Stelle in der Ummantelung 3 radial voneinander beabstandet angeordnet sein.
  • Fig. 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für den Ablauf einer selbsttätigen aktiven Sicherung, wie sie in irgendeiner der erfindungsgemäßen Leitungen nach Fig. 1 bei auftreten eines Fehlers abläuft.
  • Die vier Abschnitte I bis IV in Fig. 2 verdeutlichen den Ablauf von der Entstehung eines Risses bis zur Freilegung des Leiters, also bis zum Erreichen des Defektzustands der elektrischen Leitung.
  • Abschnitt I in Fig. 2 zeigt einen Riss 5 in der Ummantelung 3 der Leitung 1, wie er z. B. durch eine mechanische Beschädigung entsteht. In diesem Stadium wird durch den Riss 5 der Leiter 2 nicht oder nur ganz wenig freigelegt, so dass noch kein Lichtbogen zwischen dem Leiter 2 und zum Beispiel einer Karosserie 6 entstehen kann.
  • Wie in Fig. 2 gezeigt, ist der Riss 5 in einem Teilabschnitt 7 ausgebildet, an dem beidseitig Stoppbereiche 8a, 8b angrenzen, die im Falle einer sich selbst erhaltende Reaktion in der Ummantelung 3 innerhalb des Teilabschnitts 7 diese stoppen.
  • Abschnitt II in Fig. 2 zeigt ein Stadium der elektrischen Leitung 1, bei dem der Riss 5 aufgrund z. B. weiterer mechanischer Beschädigung der Ummantelung 3 derart groß ist, dass sich ein Lichtbogen 9 zwischen dem freigelegten Leiter 2 und einer Autokarosserie 6 bilden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich, dass sich der Lichtbogen 9 zwischen dem Leiter 2 der Leitung 1 und einem weiteren Leiter einer anderen Leitung bilden kann; entscheidend ist lediglich, dass ein ausreichender Potentialunterschied für die Bildung eines Lichtbogens gegeben ist.
  • Gemäß diesem ersten Ausführungsbeispiel wird durch den Lichtbogen 9 das Material 4 (nicht in Fig. 2 gezeigt) in der Ummantelung 3 derart erwärmt, z. B. auf 150°C, dass eine sich selbst erhaltende Reaktion ausgelöst wird, die gemäß diesem Ausführungsbeispiel bewirkt, dass die Ummantelung 3 schwindet, beispielsweise schrumpft oder abbrennt, wie in Abschnitt III in Fig. 2 gezeigt. Das Schwinden der Ummantelung 3 läuft dabei vorzugsweise kontrolliert bis zu den Stoppbereichen 8a, 8b ab. Nach Abschluss der sich selbst erhaltenden Reaktion ist der Leiter 2 in dem Teilabschnitt 7 zwischen den Stoppbereichen 8a und 8b vollständig freigelegt, wie in Abschnitt IV in Fig. 2 gezeigt.
  • Der am freigelegten Leiter 2 entstehende Lichtbogen ist derart groß, dass ein ausreichender Fehlerstrom fließt, der mit herkömmlichen Sicherungsmaßnahmen erkannt werden kann.
  • Durch zweckentsprechende Anordnung der Stoppbereiche 8a, 8b kann der Teilabschnitt 7 derart definiert werden, dass aufgrund der Schrumpfwirkung eine ausreichend große Oberfläche des Leiters 2 freiliegt, so dass die Wahrscheinlichkeit eines permanenten mechanischen Kontakts zwischen dem Leiter 2 und der Autokarosserie 6 steigt. Um die Wahrscheinlichkeit eines mechanischen Kontakts (Kurzschluss) entweder zwischen zwei Kabeln/Leitungen oder zwischen dem Leiter 2 und der Autokarosserie 6 gemäß diesem Ausführungsbeispiel weiter zu erhöhen, können die Stoppbereiche 8a, 8b zum Beispiel ganz weggelassen werden. Auch in diesem Fall wird der durch den Lichtbogen erzeugte Fehler gezielt und kontrolliert genutzt und verstärkt, so dass der Fehler über eine herkömmliche Diagnoseeinheit erkannt und über gängige Absicherungsmethoden aus dem zum Beispiel Bordnetz eines Kraftfahrzeugs entfernt werden kann bzw. andere mechanische Schutzmaßnahmen auslösen.
  • Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für den Ablauf einer aktiven Sicherungsmaßnahme irgendeiner der erfindungsgemäßen Leitungen nach Fig. 1.
  • Die Abschnitte I bis IV in Fig. 3 zeigen den Vorgang von der Entstehung eines Risses in der Leitung bis zur Durchtrennung des Leiters, also bis zum Erreichen des Defektzustands der elektrischen Leitung.
  • Wie in Fig. 3 gezeigt, weist die Leitung 1 gemäß diesem Ausführungsbeispiel einen Riss 5 auf, der in einem Teilabschnitt 7 zwischen Stoppbereichen 8a und 8b ausgebildet ist. Die Ummantelung 3 im Bereich des Teilabschnitts 7 enthält ein Material 4, das bei Erreichen einer vorbestimmten Mindesttemperatur (z. B. 150°C) einer exotherme Reaktion unterliegt.
  • Wie in Abschnitt II in Fig. 3 gezeigt, ist in diesem Stadium der Riss 5 ausreichend groß, so dass sich zwischen dem freigelegten Leiter 2 der Leitung 1 und der Autokarosserie 6 ein Lichtbogen 9 bilden kann. Aufgrund des Lichtbogens 9 wird das Material 4 in der Ummantelung 3 ausreichend erwärmt, um die exotherme Reaktion auszulösen.
  • Die bei der exothermen Reaktion freigesetzte Wärme kann so groß sein, dass, wie in Abschnitt III in Fig. 3 gezeigt, eine kontrollierte "Explosion" zwischen den Stoppbereichen 8a und 8b erfolgt, wodurch der Leiter 2 der Leitung 1 durchtrennt wird, wie in Abschnitt IV in Fig. 3 gezeigt. Um eine Beschädigung angrenzender Komponenten, beispielsweise einer elektrischen Leitung zu verhindern, kann das Material 4 mit einem flammhemmenden Material ummantelt sein.
  • Gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel ist es somit nicht erforderlich, eine Diagnoseeinheit vorzusehen, die das Vorhandensein des Lichtbogens detektiert bzw. eine mechanische Schutzmaßnahme, wie etwa eine Sicherung, da aufgrund der exothermen Reaktion der Leiter 2 der Leitung 1 durchtrennt wird.
  • Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt aus einem elektrischen System, das irgendeine der erfindungsgemäßen elektrischen Leitungen nach Fig. 1 verwendet. Wie in Fig. 4 gezeigt, enthält das elektrische System 10 gemäß diesem Ausführungsbeispiel zwei Lampen 11a, 11b. Die Lampen 11a und 11b sind gemäß diesem Ausführungsbeispiel jeweils mit irgendeiner erfindungsgemäßen Leitung nach Fig. 1 verbunden. Die Lampen 11a und 11b sind ferner über einen Schalter 12 miteinander gekoppelt, der in einem normalen Zustand des Systems 10 zum Beispiel offen ist.
  • Wenn zum Beispiel in der Leitung 1, die mit der Lampe 11a verbunden ist, aufgrund einer Beschädigung der Ummantelung der Leitung ein Lichtbogen 9 auftrifft, läuft zum Beispiel die unter Bezugnahme auf Fig. 2 beschriebene aktive Sicherungsmaßnahme ab, wodurch der Lichtbogen 9 durch eine herkömmliche Diagnoseeinheit 13 detektiert werden kann. Wenn die Diagnoseeinheit 13 einen Lichtbogen erkennt, unterbricht sie z. B. die Leitung 1 und steuert zum Beispiel den Schalter 12 an, um diesen zu schließen, wodurch der Zustand des Systems 10 geändert wird. Auf diese Weise kann zum Beispiel trotz Unterbrechung der Leitung 1, die mit der Lampe 11a verbunden ist, die Lampe 11a weiter betrieben werden.
  • Falls die Leitung 1, die mit der Lampe 11a verbunden ist, ausgebildet ist, um bei Auftreten eines Lichtbogens eine exotherme Reaktion auszuführen, läuft die unter Bezugnahme auf Fig. 3 beschriebene aktive Sicherungsmaßnahme ab. In diesem Fall detektiert das Diagnosegerät 13 zum Beispiel eine Unterbrechung der Leitung 1, die mit der Lampe 11a verbunden ist, um bei Erkennung einer Durchtrennung des Leiters den Schalter 12 anzusteuern und den Zustand des Systems 10 zu ändern.
  • Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen Leitung.
  • Über Ventile 14 wird auf einen Leiter 2 mittels einer ersten Düse 15 ein Materialgemisch aufgebracht, das das Material 4 enthält. Dadurch wird eine Auslösezone in der Ummantelung 3 gebildet, in der bei lokaler Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion erfolgt. Die Länge der Auslösezone wird durch entsprechend langes Ziehen durch eine Auszugsvorrichtung 16 in Auszugsrichtung festgelegt, die in Fig. 5 durch einen Pfeil angedeutet ist.
  • Durch Aufbringen eines zweiten Materials über eine Düse 17 auf den Leiter 2 und entsprechendes verzögertes Schließen der Ventile 14, bei gleichzeitigem Ziehen des Leiters durch die Auszugsvorrichtung 16, kann ein Stoppbereich in der Ummantelung 3 gebildet werden, der eine sich selbst erhaltende Reaktion stoppt. Die Länge des Stoppbereichs wird durch entsprechend langes Ziehen durch die Auszugsvorrichtung 16 in Auszugsrichtung festgelegt.
  • Durch entsprechendes Steuern der Düsen 15 und 17 sowie der Ventile 14 kann eine den Leiter 2 umgebende Ummantelung 3 gebildet werden, die abwechselnd Auslösezonen und Stoppbereiche aufweist, wobei in jeder Auslösezone bei lokaler Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion erfolgt, die durch die Stoppbereiche gestoppt wird.
  • Ebenso ist es möglich mehrere Ventile vorzusehen, um beispielsweise drei Materialien auf den Leiter 2 zu extrudieren. Dabei kann beispielsweise eines dieser Materialien ein isolierendes Grundmaterial sein, ein anderes ein Material 4, das bei Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion ausführt und ein drittes Material, mit dem die Stoppbereiche gebildet werden. Das Material 4 und das die Stoppbereiche bildende Material werden dabei jeweils dem Grundmaterial durch geeignete Steuerung der Ventile bei gleichzeitiger Betätigung der Auszugsvorrichtung beigemischt, um abwechselnde Auslösezonen und Stoppbereiche in der Ummantelung 3 zu bilden.
  • Die oben im einzelnen beschriebene Erfindung ist nicht auf die genannten Ausführungsbeispiele begrenzt, sondern kann zum Beispiel eine elektrische Leitung umfassen, in deren Isolierung eine Materialschicht eingearbeitet ist, welche der Ausbreitung einer chemischen Reaktion in der Art einer "Lunte" eine Vorzugsrichtung verleiht. Am Ende der reaktionsunterstützenden Schicht ist eine Trenneinheit angeordnet, welche beispielsweise pyrotechnisch gezündet einen permanenten Kurzschluss zwischen Leitungen herbeiführt. Dieser Kurzschluss löst dann einen herkömmlichen Schutzmechanismus, wie etwa eine Sicherung, einen Schalter, ein Relais oder einen Halbleitertransistor, etc. aus.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Leitung an Ort und Stelle der "Überhitzung" kurzgeschlossen bzw. unterbrochen wird. Letztere könnte durch eine Trenneinheit durchgeführt werden, die beispielsweise die elektrischen Kontakte auf eine nicht genauer definierte Art und Weise absprengt.
  • Selbstverständlich kann das Material in der Ummantelung des Leiters auch durch ein anderes Ereignis als einen Lichtbogen auf eine Mindesttemperatur erwärmt werden, bei der eine sich selbst erhaltende oder exotherme Reaktion erfolgt, z. B. durch einen Kabelbrand.

Claims (9)

1. Elektrische Leitung (1), enthaltend mindestens einen elektrischen Leiter (2), der von einer elektrisch isolierenden Ummantelung (3) umgeben ist, wobei die elektrisch isolierende Ummantelung (3) zumindest in einem Teilabschnitt (7) ein Material (4) enthält, in dem bei lokaler Erwärmung auf eine vorbestimmte Temperatur eine sich selbst erhaltende Reaktion einsetzt, die einen Defektzustand der Leitung (1) herbeiführt.
2. Leitung nach Anspruch 1, wobei die sich selbst erhaltende Reaktion ein Schwinden des Materials bewirkt, wodurch ein Bereich des elektrischen Leiters (1) im wesentlichen freigelegt wird.
3. Leitung nach Anspruch 1, wobei bei Erreichen der vorbestimmten Temperatur in dem Material (4) eine exotherme Reaktion einsetzt.
4. Leitung nach Anspruch 3, wobei die exotherme Reaktion den Leiter (2) durchtrennt.
5. Leitung nach Anspruch 3 oder 4, wobei das Material (4) mit einer flammhemmenden Schicht ummantelt ist.
6. Leitung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei an den Teilabschnitt (7) in der Ummantelung (3) beidseitig Bereiche (8a, 8b) angrenzen, die die sich selbst erhaltende Reaktion stoppen.
7. Leitung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Material (4) in dem Teilabschnitt (7) der Ummantelung (3) im wesentlichen gleichmäßig verteilt ist.
8. Leitung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei zumindest ein Abschnitt in dem Teilabschnitt (7) der Ummantelung (3) aus dem Material (4) gebildet ist.
9. Elektrisches Schaltungssystem mit mindestens einer Leitung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Defektzustand der Leitung (1) eine Änderung des Schaltzustands des Systems herbeiführt.
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