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Die Erfindung betrifft ein medizinisches
Datenverarbeitungssystem zum lokalen Zugriff auf in einem Datenspeicher einer
medizinischen Einrichtung gespeicherte medizinische Daten.
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Medizinische Einrichtungen, worunter im vorliegenden Falle
medizinische Systeme, Anlagen oder Geräte, beispielsweise
bildgebende Geräte wie Computertomographen oder MR-Geräte
verstanden werden, weisen in der Regel Datenspeicher für
Bilddaten oder andere medizinische Daten auf, welche mit den
Systemen, Anlagen oder Geräten selbst erzeugt worden sind
oder nur in den Systemen, Anlagen oder Geräten gespeichert
werden. Bei derartigen Systemen, Anlagen oder Geräten handelt
es sich häufig um sogenannte "Single User Systeme", welche
ein Server-Programm zum lokalen Zugriff auf die Daten des
Datenspeichers aufweisen, so dass die medizinischen Daten
beispielsweise auf einer Anzeigevorrichtung des Single User
Systems zur Anzeige gebracht werden können. Um beispielsweise
ein Bild aus einer Studie eines Patienten anzeigen zu können,
muss ein Benutzer der medizinischen Einrichtung dabei
zunächst in einer in der Regel sehr langen Liste von Patienten
den entsprechenden Patienten suchen, aus einer potentiell
großen Anzahl von Studien die relevante Studie des Patienten
finden und aus einer potentiell großen Anzahl von Bildern das
relevante Bild der Studie finden und auswählen.
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Nachteilig an dieser Architektur ist, dass auf die Daten in
dem Datenspeicher nur lokal, also nur von dem jeweiligen
Single User System aus zugegriffen werden kann.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein
medizinisches Datenverarbeitungssystem der eingangs genannten Art
derart auszubilden, dass in effizienter Weise weitere
Zugriffe auf die in dem Datenspeicher der medizinischen Einrichtung
gespeicherten medizinischen Daten möglich sind.
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Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch ein
medizinisches Datenverarbeitungssystem nach Anspruch 1.
Erfindungsgemäß ist neben dem lokalem Zugriff auf die
medizinischen Daten des Datenspeichers ein zusätzlicher Internet
basierter Zugriff auf die medizinischen Daten des
Datenspeichers möglich. Das medizinische Datenverarbeitungssystem
weist hierzu ein Web-Server-Programm zur Kommunikation und
zum Datentransfer zwischen dem Datenspeicher der
medizinischen Einrichtung und einem mit einem Web-Browser,
beispielsweise Netscape der Firma Netscape Communications Corporation,
versehenen Rechner eines Interessenten an den medizinischen
Daten, einem sogenannten Klienten auf. Um mehreren
verschiedenen Klienten quasi parallel von verschiedenen Orten aus
einen effizienten Zugriff, d. h. einen Zugriff unter
verbesserter Nutzung von Ressourcen mit kurzen Antwortzeiten, mit mit
Web-Browsern versehenen Rechnern auf die medizinischen Daten
des Datenspeichers zu ermöglichen, speichert das Web-Server-
Programm zur Abwicklung von Internet basierten Anforderungen
von medizinischen Daten aus dem Datenspeicher seitens der
Klienten pro Klient bzw. pro Anforderung eines Klienten
keinen im Zusammenhang mit der Anforderung stehenden
Prozesszustand über die jeweilige Anforderung hinaus zwischen. Unter
einem Prozesszustand versteht man dabei einen Status einer
Anforderung eines Klienten, von dem aus bei weiteren
Anforderungen von Daten seitens des Klienten das Web-Server-Programm
weiterverfahren kann. Ein an sich bekanntes Web-Server-
Programm würde nach einer Anforderung von Daten seitens eines
Klienten wenigstens einen im Zusammenhang mit der Anforderung
stehenden, Klienten spezifischen Prozesszustand im Zuge der
Abarbeitung der Anforderung in einem Speicher auch über die
abgearbeitete Anforderung hinaus zwischenspeichern, um bei
einer weiteren Anforderung des Klienten von einem bekannten
Zustand aus fortfahren zu können, d. h. die weitere
Anforderungen bearbeiten zu können. Bei n Klienten würden also n-mal
Klienten spezifische Prozesszustände zwischengespeichert,
welche Ressourcen selbst zu Zeiten belegen, in denen ein
Klient nach einer ersten Anforderung keine weiteren Daten
anfordert. Dies begrenzt die Skalierbarkeit des Web-Server-
Programms, worunter die Anzahl der Klienten, welche innerhalb
eines Zeitintervalls von dem Web-Server-Programm mit Daten
versorgt werden können, verstanden wird. Erfindungsgemäß
arbeite das Web-Server-Programm daher zustandslos, speichert
also keinen im Zusammenhang mit einer Anforderung eines
Klienten stehenden Prozesszustand über die Anforderung hinaus
zwischen. Auf diese Weise werden keine Ressourcen pro Klient
bzw. pro Anforderung eines Klienten, insbesondere kein
Speicherplatz für die Zwischenspeicherung von Prozesszuständen,
über die Anforderung hinaus belegt und somit ein effizienter
Zugriff über das Internet auf die in dem Datenspeicher
gespeicherten Daten ermöglicht. Ein Klient benötigt bei dieser
Architektur also nur dann Rechenzeit bzw. belegt nur dann
Ressourcen, wenn er und nur solange er aktuell medizinische
Daten anfordert, wodurch die Skalierbarkeit gegenüber einem
an sich bekannten, zustandsbehafteten Web-Server-Programm
deutlich erhöht wird. Im Falle der vorliegenden Erfindung
muss daher der Web-Browser eines Klienten nicht nur
medizinische Daten für die Anzeige an einem Sichtgerät, sondern auch
wenigstens einen im Zusammenhang mit einer ersten Anforderung
von medizinischen Daten aus dem Datenspeicher stehenden
Prozesszustand über den Anforderungsablauf oder Workflow
zwischenspeichern, um dem Web-Server-Programm mitteilen zu
können, wie ausgehend von einer ersten Anforderung von Daten bei
einer zweiten oder weiteren Anforderung von Daten weiter zu
verfahren ist.
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Das medizinische Datenverarbeitungssystem ist derart
angelegt, dass das Server-Programm zum lokalen Zugriff und das
Web-Server-Programm zum Internet basierten Zugriff unabhängig
voneinander und rückwirkungsfrei zueinander arbeiten. Auch
wenn lokal auf Daten in dem Datenspeicher der medizinischen
Einrichtung zugegriffen wird, kann quasi parallel von
verschiedenen Klienten von verschiedenen Orten aus ohne
gegenseitige Beeinflussung auf Daten des Datenspeichers
zugegriffen werden. Das Server-Programm zum lokalen Zugriff und das
Web-Server-Programm zum Internet basierten Zugriff können im
Übrigen auch auf denselben Datenspeicher der medizinischen
Einrichtung direkt zugreifen. Unter einem direkten Zugriff
wird dabei verstanden, dass die Daten des Datenspeichers der
medizinischen Einrichtung für den lokalen oder den Internet
basierten Zugriff nicht in einen oder mehrere zusätzliche
Datenspeicher umkopiert werden, auf die dann zugegriffen würde,
was mit großen Datentransfers verbunden wäre und doppelten
Speicherplatz beanspruchen würde.
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Das medizinische Datenverarbeitungssystem kann für beliebige,
auch bereits bestehende medizinische Systeme verwendet
werden.
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Nach einer Realisierungsform der Erfindung ist das Web-
Server-Programm um ein Web-Applikation-Server-Programm
erweitert, wobei sowohl das Web-Server-Programm als auch das Web-
Applikation-Server-Programm zustandslos arbeitet. Bei einer
Anforderung eines Klienten von Daten aus dem Datenspeicher
der medizinischen Einrichtung über das Internet speichern das
Web-Server-Programm und das Web-Applikation-Server-Programm
pro Anforderung demnach keinen im Zusammenhang mit der
Anforderung stehenden Prozesszustand über die Anforderung hinaus
zwischen.
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Gemäß einer Variante der Erfindung ist das Web-Server-
Programm oder das Web-Applikation-Server-Programm um ein
Plug-In erweitert. Unter einem Plug-In wird dabei ein
Softwarebaustein verstanden, welcher als Schnittstelle zwischen
dem Web-Server-Programm und dem Datenspeicher oder dem Web-
Applikation-Server-Programm und dem Datenspeicher der
medizinischen Einrichtung fungiert. Das Plug-In interagiert also
zwischen dem Web-Server-Programm und dem Datenspeicher oder
dem Web-Applikation-Server-Programm und dem Datenspeicher der
medizinischen Einrichtung.
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Nach einer Ausführungsform der Erfindung weist das Plug-In
zwei Softwarekomponenten auf, wobei die erste Komponente die
angeforderten Daten aus dem Datenspeicher der medizinischen
Einrichtung abruft und die zweite Komponente die aus dem
Datenspeicher abgerufenen Daten zur Weitergabe an einen die
Daten anfordernden Klienten vorbereitet. Die zweite
Softwarekomponente sorgt dabei dafür, dass die aus dem Datenspeicher
abgerufenen Daten in geeigneter Weise modifiziert bzw. mit
Zusatzinformationen versehen werden, damit diese über das
Internet an den die Daten anfordernden Klienten geliefert
werden können.
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Nach einer Varianten der Erfindung umfasst die erste
Softwarekomponente ein Datenformatwandlerprogramm, einen
sogenannten "Data Connector". Das Datenformatwandlerprogramm
liest basierend auf einer Anforderung von medizinischen Daten
die entsprechenden medizinischen Daten aus dem Datenspeicher
aus, konvertiert die Daten gegebenenfalls in ein von dem Web-
Server-Programm oder von dem Web-Applikation-Server-Programm
unterstütztes Datenformat und liefert die gegebenenfalls
konvertierten medizinischen Daten nach einer Bearbeitung durch
die zweite Komponente des Plug-In an das Web-Server-Programm
oder das Web-Applikation-Server-Programm. Somit ist mit dem
medizinischen Datenverarbeitungssystem ein Zugriff auf
praktisch jeden beliebigen medizinischen Datenspeicher unabhängig
von dem Datenformat der in dem Datenspeicher gespeicherten
medizinischen Daten möglich, wenn für den Datenspeicher ein
derartiges Datenformatwandlerprogramm zur Verfügung steht.
Nach einer Variante der Erfindung liefert das
Datenformatwandlerprogramm die Daten vorzugsweise als String oder XML-
Dokument an das Web-Applikation-Server-Programm.
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Um zu verhindern, dass bei einer Anforderung von
medizinischen Daten, beispielsweise von Identifikationsdaten von
Patienten, alle hierzu verfügbaren Daten aus dem Datenspeicher
ausgelesen werden, obwohl unter Umständen nur ein Teil der
Daten von dem Klienten benötigt wird, was die Skalierbarkeit
negativ beeinflussen würde, werden nach einer Variante der
Erfindung bei einer Anforderung von Daten aus dem
Datenspeicher über das Internet die Daten in Datenpaketen bestimmter
Größe, sogenannten "Chunks", übermittelt. Bei einer
Anforderung von Identifikationsdaten von Patienten wird demnach
zunächst nur ein Datenpaket mit Identifikationsdaten von einer
bestimmten Anzahl von Patienten zu dem Rechner des Klienten
transferiert. Benötigt der Klient weitere
Identifikationsdaten von Patienten muss er diese extra anfordern. Auf diese
Weise wir die Skalierbarkeit erhöht, da der Umfang der pro
Anforderung transferierten medizinischen Daten unabhängig von
dem Umfang der die Anforderung betreffenden medizinischen
Daten in dem Datenspeicher ist. Darüber hinaus wird durch diese
Form der Übermittlung von medizinischen Daten der
Speicherbedarf für eine Bearbeitung einer Vielzahl von parallelen
Anforderungen reduziert. Gemäß einer Variante der Erfindung ist
die Größe der Datenpakete einstellbar.
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Nach einer anderen Variante der Erfindung wird bei einer
Anforderung von Daten aus dem Datenspeicher, deren Umfang so
groß ist, dass diese nicht in einem Datenpaket übermittelt
werden sollten, ein erstes Datenpaket übermittelt und, falls
die gewünschten Daten noch nicht in dem ersten Datenpaket
enthalten waren, werden weitere Datenpakte auf Anforderung
übermittelt, wobei kein Datum der angeforderten Daten aus dem
Datenspeicher mehrfach übermittelt wird. Die für die
Anforderung in Frage kommenden Daten werden also in Datenpaketen,
welche sich bezüglich ihres Inhaltes nicht überschneiden,
aufgeteilt und entsprechend an den anfordernden Klienten
übermittelt. Auf diese Weise kann ein Klient beispielsweise
auf der Suche nach einem bestimmten Bild eines Patienten in
einer Studie des Patienten iterativ zu dem gesuchten Bild
gelangen, ohne dass Daten doppelt in Datenpaketen an den
Klienten übertragen werden, was eine unnötige Belegung von
Ressourcen bedeuten würde.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten
schematischen Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
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Fig. 1 ein erfindungsgemäßes medizinisches
Datenverarbeitungssystem zum lokalen und Internet basierten
Zugriff auf in einem Datenspeicher einer
medizinischen Einrichtung gespeicherte Daten,
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Fig. 2 den Ablauf einer Anforderung von Daten über das
Internet mit dem medizinischen Datenverarbeitungssystem
aus Fig. 1,
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Fig. 3 den Ablauf einer Anforderung von Daten über das
Internet mit dem medizinischen Datenverarbeitungssystem
aus Fig. 1, welches Datenpakete an einen Klienten
übermittelt, und
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Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem der
Datentransfer zwischen Datenspeichern und dem Web-
Applikation-Server-Programm über
Datenformatwandlerprogramme erfolgt.
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In der Fig. 1 ist die Architektur eines erfindungsgemäßen
medizinischen Datenverarbeitungssystem zum lokalen und Internet
basierten Zugriff auf in einem Datenspeicher 1 einer
medizinischen Einrichtung 2 gespeicherte medizinische Daten
gezeigt. Bei der medizinischen Einrichtung 2 handelt es sich im
Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels um ein MR-Gerät
2, in dessen Datenspeicher 1 Identifikationsdaten, Studien
und Bilddaten von mehreren Patienten gespeichert sind. Das
nur blockbildartig dargestellte MR-Gerät 2 weist außerdem
einen Rechner 3 zur Ausführung verschiedener Programme für den
Zugriff auf die Daten des Datenspeichers 1 auf.
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Bei dem MR-Gerät 2 handelt es sich an sich um ein sogenanntes
"Single User Medical Imaging System", also ein Gerät, auf
dessen in dem Datenspeicher 1 gespeicherte Daten nur lokal
zugegriffen werden kann. Das MR-Gerät 2 weist hierzu ein
Server-Programm 4, welches auch als "Single User Server"
bezeichnet wird, auf. Mit Hilfe des Server-Programms 4 können
beispielsweise medizinische Bilddaten aus dem Datenspeicher 1
abgerufen werden und einem Programm 5, einem sogenannten
"Single User Client", zur weiteren Handhabung der Bilddaten,
beispielsweise zur Anzeige der Bilddaten auf einer nicht
dargestellten Anzeigeeinrichtung des MR-Gerätes 2, zur Verfügung
gestellt werden.
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Um die in dem Datenspeicher 1 des MR-Gerätes 2 gespeicherten
medizinischen Daten auch anderen Interessenten, sogenannten
Klienten, zur Verfügung stellen zu können, weist das MR-Gerät
2 im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels ein um ein
Web-Applikation-Server-Programm 7 erweitertes Web-Server-
Programm 6 auf. Das Web-Server-Programm 6 und das Web-
Applikation-Server-Programm 7 ermöglichen es Klienten, welche
über einen mit einem Web-Browser, z. B. Netscape der Firma
Netscape Communications Corporation, versehenen Rechner
verfügen, über das Internet 8 auf die medizinischen Daten des
Datenspeichers 1 zuzugreifen, auf den auch das Server-
Programm 4 zugreifen kann. Das Web-Applikation-Server-
Programm 7 ist im Falle des vorliegenden Ausführungsbeispiels
um ein Plug-In 11 erweitert, welches als Schnittstelle
zwischen dem Web-Applikation-Server-Programm 7 und dem
Datenspeicher 1 dient. Bei dem Plug-In 11 handelt es sich um einen
Softwarebaustein, welcher zwei Komponenten 12, 13 aufweist,
wobei die erste Komponente 12 den Datentransfer zwischen dem
Web-Applikation-Server-Programm 7 und dem Datenspeicher 1 des
MR-Gerätes 2 abwickelt und die zweite Komponente 13 für die
Vorbereitung der aus dem Datenspeicher 1 abgerufenen Daten
zur Weitergabe an einen die Daten anfordernden Klienten K1,
K2 zuständig ist. Die erste Komponente 12 umfasst ein
Datenformatwandlerprogramm, welches basierend auf einer
Anforderung von Daten die Daten aus dem Datenspeicher 1 ausliest,
falls erforderlich in ein von dem Web-Applikation-Server-
Programm 7 unterstütztes Datenformat konvertiert und die
gegebenenfalls konvertierten Daten nach einer Bearbeitung durch
die zweite Komponente 13 des Plug-In 11, bei der die Daten
mit Zusatzinformationen versehenen werden, an das Web-
Applikation-Server-Programm 7 liefert.
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In Fig. 1 sind exemplarisch zwei an das Internet 8
angeschlossenen Rechner 9, 10 zweier Klienten K1, K2 gezeigt. Die
Klienten K1 und K2 können von verschiedenen Orten aus
parallel zueinander auf die Daten des Datenspeichers 1 und
parallel zu einem lokalen Zugriff auf die Daten des Datenspeichers
1 zugreifen. Die lokalen und die Internet 8 basierten
Zugriffe sind dabei unabhängig voneinander und rückwirkungsfrei
zueinander, d. h. sie beeinflussen sich nicht gegenseitig.
Sowohl der lokale als auch Internet 8 basierte Zugriff erfolgen
direkt auf den Datenspeicher 1, was bedeutet, dass die Daten
des Datenspeichers 1 nicht in einen anderen, beispielsweise
für den Internet basierten Zugriff vorgesehenen Datenspeicher
umkopiert werden.
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Damit Klienten, wie die Klienten K1 und K2, in effizienter
Weise auf die medizinischen Daten des Datenspeichers 1
zugreifen können, wirken das Web-Server-Programm 6 und das
Web-Applikation-Server-Programm 7 derart zusammen, dass keine
im Zusammenhang mit einer Anforderung von medizinischen Daten
seitens eines Klienten stehende Prozesszustände in einem
Speicher des MR-Gerätes 2 über die Bearbeitung der
Anforderung hinaus zwischengespeichert werden. Pro Anforderung eines
Klienten belegt der Klient also keine Ressourcen über die
Anforderung hinaus.
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In Fig. 2 ist exemplarisch der Ablauf einer Anforderung von
medizinischen Daten aus dem Datenspeicher 1 über das Internet
8 seitens des Klienten K1 gezeigt. Im Falle des vorliegenden
Ausführungsbeispiels fordert der Klient K1 mit seinem mit
einem Web-Browser versehenen Rechner 9 von dem um das Web-
Applikation-Server-Programm 7 erweiterte Web-Server-Programm
6 Identifikationsdaten von Patienten an. Das Web-Applikation-
Server-Programm 7 ruft mit Hilfe des Plug-In 11 die
Identifikationsdaten der Patienten aus dem Datenspeicher 1 ab und das
Web-Server-Programm 6 übermittelt die Identifikationsdaten
der Patienten an den Web-Browser des Klienten K1. Wesentlich
ist dabei, dass das Web-Server-Programm 6 und das Web-
Applikation-Server-Programm 7 zustandslos arbeiten, also
keine im Zusammenhang mit der Anforderung der
Identifikationsdaten der Patienten seitens des Klienten K1 stehende
Prozesszustände über die Bearbeitung der aktuellen Anforderung hinaus
zwischenspeichern. Unter einem Prozesszustand versteht man
dabei einen Status der Anforderung eines Klienten, von dem
aus bei weiteren Anforderungen seitens des Klienten das Web-
Server-Programm weiterverfahren kann. Für die Speicherung
eines oder mehrerer derartiger Prozesszustände ist vielmehr der
Web-Browser des Klienten K1 zuständig. Der Web-Browser des
Klienten K1 erhält demnach die Identifikationsdaten der
Patienten und hält wenigstens einen Prozesszustand für das
weitere Vorgehen bereit. Fordert der Klient K1 Studien eines
bestimmten Patienten an, dessen Identifikationsdaten zuvor
geliefert worden sind, indem der Klient K1 beispielsweise einen
entsprechenden den Identifikationsdaten zugeordneten
Hyperlink durch Anklicken mit einer Computermouse aktiviert, ruft
das Web-Applikation-Server-Programm 7 mit Hilfe des Plug-In
11 die Identifikationsdaten des Patienten nochmals und die
Studien des Patienten erstmals aus dem Datenspeicher 1 ab und
das Web-Server-Programm 6 liefert diese an den Web-Browser
des Klienten K1. Das Web-Server-Programm 6 und das Web-
Applikation-Server-Programm 7 halten wiederum keinen
Prozesszustand über die Bearbeitung der aktuelle Anforderung des
Klienten K1 hinaus. Vielmehr erhält der Web-Browser des
Klienten K1 die Identifikationsdaten sowie die Studien des
Patienten und hält wenigstens einen Prozesszustand für das
weitere Vorgehen bereit. Da das Web-Server-Programm 6 und das
Web-Applikation-Server-Programm 7 also keine die Anforderung
von Daten aus dem Datenspeicher 1 seitens des Klienten K1
betreffende Prozesszustände speichern, wird für die
Bearbeitungen der Anforderungen des Klienten K1 nur dann Rechenzeit
benötigt bzw. belegt der Klient K1 für dann
Speicherressourcen, wenn er und nur solange er aktuell Daten anfordert. Auf
diese Weise wird die Skalierbarkeit gegenüber einem an sich
bekannten zustandbehafteten Web-Server-Programm, welches bei
Anforderungen von Daten durch Klienten für jeden Klienten
Prozesszustände für das weiter Vorgehen speichert, wodurch
Speicherressourcen belegt werden und somit nicht mehr für die
Bearbeitung weiterer Anforderungen von Daten zur Verfügung
stehen, deutlich erhöht.
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Im Folgenden ist exemplarisch ein Abschnitt einer HTML-Page
eines Web-Browsers eines Klienten wiedergegeben, welche eine
Liste von Namen von Patienten und drei Links aufweist. Jeder
Link des Abschnitts beinhaltet Prozesszustände in Form von
Parametern für die Patientenidentifikation und einem Kommando
für das weitere Vorgehen zur Lieferung von Studien. Mit
diesen Prozesszuständen kann das Web-Server-Programm
feststellen, wie der Prozesszustand ist und was als nächstes zu tun
ist.
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Der folgende exemplarisch angegebene Code betrifft die
Ausführung einer Anforderung von Studien durch einen Klienten
durch die Web-Server-Programme.
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Die Skalierbarkeit des medizinischen
Datenverarbeitungssystems kann nochmals verbessert werden, wenn bei einer
Anforderung von Daten aus dem Datenspeicher 1 über das Internet 8
die Daten in Datenpaketen bestimmter Größe, sogenannten
"Chunks" übermittelt werden. Diese Form des Datentransfers
ist in Anlehnung an den in Fig. 2 gezeigten Ablauf einer
Anforderung von Identifikationsdaten von Patienten über das
Internet 8 seitens eines Klienten K1 in Fig. 3 veranschaulicht.
Fordert der Klient K1 mit seinem Web-Browser
Identifikationsdaten von Patienten an, ruft das Web-Applikation-Server-
Programm 7 mit Hilfe des Plug-In 11 ein erstes Datenpaket
bestimmter Größe von Identifikationsdaten von Patienten aus dem
Datenspeicher 1 ab und das Web-Server-Programm 6 übermittelt
das erste Datenpaket von Identifikationsdaten von Patienten
an den Web-Browser des Klienten K1. In der Regel kann dabei
die Größe eines Datenpaktes festgelegt werden. Der Web-
Browser des Klienten K1 erhält das erste Datenpaket und hält
Prozesszustände für das Abrufen eines zweiten Datenpaketes
bereit. Auf eine weitere Anforderung des Klienten K1 hin,
ruft das Web-Applikation-Server-Programm 7 mit Hilfe des
Plug-In 11 ein zweites Datenpaket bestimmter Größe von
Identifikationsdaten von Patienten aus dem Datenspeicher 1 ab und
das Web-Server-Programm 6 übermittelt das zweite Datenpaket
von Identifikationsdaten von Patienten an den Web-Browser des
Klienten K1. Der Web-Browser des Klienten K1 erhält das
zweite Datenpaket und hält Prozesszustände für das Abrufen des
ersten und eines weiteren Datenpaketes bereit. Der Klient K1
kann nunmehr in der geschilderten Weise weitere Datenpakte
von Identifikationsdaten von Patienten anfordern oder zu
einem oder mehreren Patienten Studien anfordern, welche
ebenfalls in Form von Datenpakten übermittelt werden.
Vorteilhafter Weise überschneiden sich die Inhalte der Datenpakete,
welche nur Daten einer bestimmten Kategorie, beispielsweise
nur Patientenidentifikationsdaten oder nur Bilddaten,
enthalten, dabei nicht, so dass keine unnötige Belegung von
Speicherressourcen bei der Übermittlung der Datenpakete erfolgt.
Der Klient K1 kann auf diese Weise iterativ zu dem gesuchten
Patienten bzw. zu einem gesuchten Bild einer Studie des
gesuchten Patienten gelangen. Das Web-Server-Programm 6 und das
Web-Applikation-Server-Programm 7 arbeiten dabei wiederum
zustandslos, speichern also keine im Zusammenhang mit den
Anforderungen der Datenpakete stehende Prozesszustände über die
jeweilige Anforderung hinaus zwischen. Vorteilhaft an dieser
Form des Datentransfers ist, dass der Umfang der zu
übertragenden Daten reduziert werden kann, da der Umfang der pro
Anforderung übertragenen Daten unabhängig von dem Umfang der
die Anforderung betreffenden Daten in dem Datenspeicher 1
ist, d. h. es wird in der Regel immer nur ein Teil der zu
einer Anforderung gehörenden Daten an den Web-Browser eines
Klienten übermittelt. Auch auf diese Weise wird also die
Skalierbarkeit erhöht, insbesondere wenn sich die Datenpakete
bezüglich ihres Inhaltes nicht überschneiden. Außerdem werden
auf diese Weise die Antwortzeiten auf Anforderungen von
Klienten verbessert.
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Im folgenden ist exemplarisch ein Link wiedergegeben, wie ihn
der Web-Browser eines Klienten hält, um ein nächstes
Datenpaket anzufordern.
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Anhand des "command"-Parameters erkennt das Web-Server-
Programm, dass das nächste Datenpaket geliefert werden soll.
Der "lastPatientName"-Parameter identifiziert dabei den
letzten Namen eines Patienten eines bereits gelieferten
Datenpaketes und der "chunksize"-Parameter gibt die Größe des zu
liefernden nächsten Datenpaketes an.
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Nachfolgen ist exemplarisch ein Code-Fragment für die
Ausführung der Anforderung eines nächsten Datenpaketes angegeben.
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In Fig. 4 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
veranschaulicht, bei dem der Datentransfer zwischen zwei
Datenspeicher 20, 21 und einem um ein Plug-In 27 erweitertes Web-
Applikation-Server-Programm 22 nochmals genauer erläutert
werden soll. Das Plug-In 27 weist, wie bereits vorstehend
erwähnt, ein Datenformatwandlerprogramm, im Falle des
vorliegenden Ausführungsbeispiels sogar zwei
Datenformatwandlerprogramme 23, 24, sogenannten "Data Connectors", auf. Die
Datenspeicher 20, 21 können dabei zu einer oder auch zu
verschiedenen medizinischen Einrichtungen gehören. Fordert ein Klient
K3 mit seinem mit einem Web-Browser versehenen Rechner 25
Daten von einem Web-Server-Programm 26 an, so ruft das Web-
Applikation-Server-Programm 22 je nachdem, welche Daten
angefordert wurden, die angeforderten Daten entweder über das
Datenformatwandlerprogramm 23 des Plug-In 27 aus dem
Datenspeicher 20 oder über das Datenformatwandlerprogramm 24 des Plug-
In 27 aus dem Datenspeicher 21 ab und das Web-Server-Programm
26 übermittelt diese nach entsprechender Bearbeitung durch
die nicht näher dargestellte zweite Komponente des Plug-In 27
über das Internet 8 an den Web-Browser des Klienten K3. Das
Datenformatwandlerprogramm 20 oder das
Datenformatwandlerprogramm 21 liest dabei die angeforderten Daten aus dem
Datenspeicher 20 bzw. 21 aus und liefert die Daten vorzugsweise
als String oder XML-Dokument an das Web-Applikation-Server-
Programm 22. Auf diese Weise ist mit dem medizinischen
Datenverarbeitungssystem ein Zugriff auf praktisch jeden
beliebigen medizinischen Datenspeicher möglich, wenn für den
Datenspeicher ein derartiges Datenformatwandlerprogramm zur
Verfügung steht, welches in einem Datenspeicher vorhandene Daten
in einen String oder ein XML-Dokument konvertiert.
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Die folgenden exemplarischen Code-Zeilen zeigen eine
Anforderung für drei Studien eines Patienten mit der
Patientenidentifikation 3711 für die in Fig. 4 gezeigte Architektur.
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Im Folgenden ist exemplarisch eine XML-Antwort auf die
Anforderung wiedergegeben.
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Die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen medizinischen
Datenverarbeitungssystems wurde vorstehend am Beispiel eines MR-
Gerätes erläutert. Das medizinische Datenverarbeitungssystems
kann jedoch auch bei anderen medizinischen Anlagen, Systemen
oder Geräten eingesetzt werden.
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Das medizinische Datenverarbeitungssystem muss im Übrigen
nicht notwendigerweise ein Web-Applikation-Server-Programm
aufweisen. Vielmehr ist auch eine Architektur mit nur einem
um ein Plug-In erweiterten Web-Server-Programm möglich.
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Es versteht sich von selbst, dass jegliche Mischformen
zwischen den anhand der Figuren exemplarisch dargestellten
Ausführungsbeispielen der Erfindung möglich sind.