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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Erzeugen eines logischen Ausgangssignals und insbesondere eine
Vorrichtung und ein Verfahren zum Erzeugen eines logischen Ausgangssignals
basierend auf einer zu erfassenden Größe, wobei Schaltschwellen zum Umschalten
des logischen Ausgangssignals zwischen einem ersten und einem zweiten
logischen Pegel adaptiv eingestellt werden.
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Insbesondere
ist die vorliegende Erfindung bei Anwendungen vorteilhaft einsetzbar,
bei denen unter Verwendung eines Magnetkreises oder eines Magnetfeldsensors
mit Auswertelogik ein berührungsloser
Schalter realisiert ist. Wird bei einer solchen Einrichtung die
Position eines mechanischen Elements verändert, so führt dies zu einer Änderung des
Magnetfeldes, das von dem Sensor detektiert wird. Bei Überschreitung
oder Unterschreitung eines Schwellwerts dieses Magnetfelds schaltet
die Auswertelogik des Sensor-ASICs (ASIC = Application Specific
Integrated Circuit = anwendungspezifische integrierte Schaltung)
ein logisches Ausgangssignal aktiv. Somit enthält das logische Ausgangssignal
Informationen bezüglich
der Position des mechanischen Elements, nämlich beispielsweise, ob sich
das genannte mechanische Element in einer ersten Position oder einer
zweiten Position befindet.
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Als
mechanisches Element kann beispielsweise ein Polrad verwendet werden.
Unter Polrad wird dabei ein Rad verstanden, dessen Achse drehbar
gelagert ist und das zumindest an Teilen seines Umfangs permanent
magnetisch ist. Eine häufig
verwendete Ausführungsform
eines Polrades besitzt einen hartmagnetischen Ring, der beispielsweise
aus einem ca. 1 mm dicken hartmagnetischen Blech "ausgestanzt" ist. Dieser Ring
ist auf eine Trägerscheibe
aufgeklebt, so dass sein Mittelpunkt zent risch zur Drehachse ist.
Der Ring wird beispielsweise in 100 gleiche Teile geteilt, wobei
diese abwechselnd parallel zur Drehachse bzw. antiparallel zur Drehachse
magnetisiert werden. Entlang der Oberfläche dieses hartmagnetischen
Ringes bilden sich somit 50 magnetische Nordpole und 50 magnetische Südpole aus,
wobei ein solches Element als axiales Polrad bezeichnet wird.
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In
einem geringen Abstand vom magnetischen Teil des Polrades befindet
sich der Magnetfeldsensor. Vorzugsweise ist der Magnetfeldsensor ca.
2 bis 7 mm in axialer Richtung versetzt, also an der Stirnseite
des Polrades angeordnet.
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Dreht
sich nun das Polrad, ergibt sich am Ort des Magnetfeldsensors eine
Feldänderung
entsprechend der relativen Anordnung desselben zu Nordpolen bzw.
Südpolen
des Polrades. Bereits bei kleinen Drehwinkeln spürt der Sensor eine merkliche Feldänderung.
Genauer gesagt ändert
sich das von dem Magnetfeldsensor erfasste Magnetfeld von einem
maximalen positiven Wert zu einem maximalen negativen Wert, wobei
die sich ergebende Kurve abhängig
von dem Abstand zwischen Magnetfeldsensor und Polrad näherungsweise
sinusförmig
ist.
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Bei
derartigen Systemen wird das Ausgangssignal der Sensoranordnung
bzw. der Schaltungseinrichtung zumeist circa im Nulldurchgang des Magnetfelds
geschaltet, d.h. für
ein positives erfasstes Magnetfeld wird ein erster logischer Pegel,
beispielsweise 1, ausgegeben, während
für ein
negatives erfasstes Magnetfeld ein zweiter, logischer Pegel, beispielsweise
Null, ausgegeben wird. Dreht sich das Polrad mit einer konstanten
Geschwindigkeit, ergibt sich ein Ausgangssignal mit einer festen
Frequenz, während
ein Ausgangssignal mit variabler Frequenz und unterschiedlichen
Pulsdauern erhalten wird, wenn sich die Drehgeschwindigkeit des
Polrades ändert.
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Durch
jeweiliges Aufsummieren der Zählpulse
kann der Drehwinkel bezüglich
einer Referenzmarke erfasst werden. Ferner kann durch Zählen der Pulse
pro Sekunde die Winkelgeschwindigkeit einer Achse, auf der das Polrad
angebracht ist, erfasst werden. Es ist ferner üblich, mehrere Elementarsensoren
auf dem Sensor-ASIC vorzusehen, so dass durch einen Vergleich der
Ausgangssignale derselben die Drehrichtung erkannt werden kann.
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Bei
den Magnetfeldsensoren handelt es sich üblicherweise um Hall-Sensoren,
die entsprechend ihrer Ausrichtung die Erfassung unterschiedlicher Komponenten
eines Magnetfelds, d.h. eines Magnetfeldvektors, ermöglichen.
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Neben
dem beschriebenen axialen Polrad existieren ferner radiale Polräder, bei
denen die Magnetisierungsrichtung der hartmagnetischen Bereiche
radial abwechselnd nach außen
und innen zeigt. Bei derartigen radialen Polrädern werden die Sensoren nicht
an der Stirnseite des Polrades angebracht, sondern in radialer Verlängerung
außerhalb
des Umfangs in einem radialen Abstand von einigen Millimetern. Darüber hinaus
sind azimuthale Polräder
denkbar, bei denen die Magnetisierungsrichtung abwechselnd in positive
und negative azimuthale Richtungen zeigen. Bei solchen Polrädern kann
der Magnetfeldsensor sowohl stirnseitig als auch am Umfang angeordnet
werden, so dass eine solche Anordnung hinsichtlich der Geometrie
des Systems flexibler ist.
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Alternativ
zu den beschriebenen Polrädern sind
ferner Signalgeber bekannt, die weichmagnetische Räder verwenden,
die ein Profil in axialer oder radialer Richtung aufweisen. Solche
Räder sind
als Geberräder
oder Targeträder
bekannt. Im Falle eines Profils in radialer Richtung ähnelt die
Geometrie eines solchen Geberrads jener eines üblichen Zahnrads. Das Magnetfeld
wird durch einen Permanentmagneten, der als Backbias-Magnet bezeichnet
wird, erzeugt, der auf jener, dem Rad abgewandter Seite des Sensors
angebracht ist. Dreht sich das weichmagnetische Geberrad, so verändert sich
der Luftspalt zwischen Permanentmagnet und Weicheisen, wodurch sich
das magnetische Feld ändert.
Diese Änderung
wird von dem Sensor-ASIC
detektiert und in ein logisches Ausgangssignal umgewandelt.
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Die
Signale der Magnetfeldsensoren, insbesondere der Sensoren unter
Verwendung eines Polrades, sind in der Regel mittelwertfrei. Befindet
sich der Sensor über
einem magnetischen Nordpol, so ist das Magnetfeldsignal beispielsweise
positiv, während
dasselbe über
dem magnetischen Südpol
negativ ist. Die Polarität
des jeweiligen Magnetfeldsignals hängt im Detail davon ab, auf
welche Komponente des Feldvektors bzw. welchen Gradienten desselben der
Sensor reagiert. Wie oben ausgeführt
wurde, ähneln
die Sensorsignale bei zunehmendem Luftspalt, d.h. zunehmendem Abstand
des Sensors vom Polrad, Sinuskurven.
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Idealerweise
sollte die Auswertelogik ein Signal eines ersten logischen Pegels,
HIGH, erzeugen, falls das Feld positiv ist, während dieselbe ein Signal eines
zweiten logischen Pegels, LOW, für
negative Felder erzeugen sollte. Anders ausgedrückt sollte der ASIC im Nulldurchgang
des Magnetfeldes schalten. Dabei ergibt sich jedoch das Problem,
dass, wenn sich das Polrad langsam dreht, der Nulldurchgang vergleichsweise
lang dauert, so dass in dieser Zeit beispielsweise eine mechanische
Vibration die Position des Sensors gegenüber dem Polrad geringfügig ändern kann,
so dass sich ein kleines Störsignal dem
idealen Signal des Magnetfeldsensors überlagert. Dieses Störsignal
kann dazu führen,
dass das logische Ausgangssignal des Sensor-ASIC in der Nähe des Nulldurchgangs
mehrmals hin und her schaltet. Diese Fehlpulse sind unbedingt zu
vermeiden, da sie beispielsweise bei langsamen Drehzahlen eine hohe
Drehzahl vorgaukeln können.
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Um
die oben beschriebene Problematik zu vermeiden, schalten reale Sensor-ASICs
nicht exakt im Nulldurchgang, sondern weisen eine Hysterese auf.
Für ansteigende
Signale schaltet der Sensor sein Ausgangssignal erst, wenn das Signal
einen Wert von BOP überschritten
hat. Dieser Wert wird als Betriebspunkt (Operating Point) bezeichnet
und kann einen Wert von beispielsweise 0,5 mT aufweisen. Für fallende
Signale schaltet der Sensor sein Ausgangssignal erst, wenn das Signal
einen Wert von BRP unterschritten hat. Dieser Wert wird als Loslasspunkt (Release
Point) bezeichnet und kann einen Wert von beispielsweise –0,5 mT
aufweisen. Solange kleine Störsignale
von weniger als BHYS (BHYS = BOP – BRP) von im obigen Fall 1
mT dem Idealsignal überlagert
sind, produzieren sie keine falschen Werte im logischen Ausgangssignal
der Sensoranordnung, d.h. des Signalgebers.
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Der
Nachteil des obenbeschriebenen Systems mit Hysterese wird für einen
variablen Luftspalt offensichtlich. Bei kleinem Luftspalt sind die
Magnetfelder, die der Sensor erfassen muss, relativ groß und besitzen
beispielsweise eine Amplitude von 20 mT. Die Hysterese wird üblicherweise
für solche
Magnetfelder ausgelegt, denn die Störsignale sind proportional
zur Amplitude des Magnetfelds. Hält
man sich vor Augen, dass die Störsignale
durch Vibrationen im Feld zustande kommen, ist dies unmittelbar
einsichtig. Bei großen
Luftspalten werden die Magnetfelder kleiner, die Hysterese bleibt
aber konstant. Wird schließlich
der Luftspalt zu groß,
so dass die Amplitude des Magnetfelds kleiner wird als die halbe
Hysterese, schaltet der Sensor-ASIC überhaupt nicht mehr. Damit
ist ein System der obenbeschriebenen Art mit konstanten Schaltschwellen
nur für
Magnetfeldsensoren mit relativ bescheidener Dynamik verwendbar.
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Soll
der Sensor-ASIC hingegen sowohl für kleine als auch für große Luftspalte
Anwendung finden, so müssen
seine Schaltschwellen der Magnetfeldamplitude angepasst werden.
Zu diesem Zweck ist es aus dem Stand der Technik bekannt, die Amplituden
einiger vorangegangener Perioden des Signalverlaufs abzuspeichern
und daraus einen Schwellwert bzw. eine Hysterese für den nächsten Schaltvorgang
abzuleiten. Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass beim Einschalten
eines solchen Sys tems die Schaltschwellen und die Hysterese zunächst anderweitig
gewonnen werden müssen,
da noch keine Werte aus vergangenen Signalverläufen abgespeichert werden konnten.
Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass sich zwischen den vergangenen
Signalverläufen
und dem aktuellen Nulldurchgang des Signals eventuell die Parameter
des Systems, beispielsweise der Luftspalt, geändert haben, so dass es gar
nicht mehr zulässig
ist, die aktuellen Schaltschwellen aus den vergangenen Amplituden
abzuleiten. Darüber
hinaus könnte
beispielsweise eine elektromagnetische Störung oder eine kurze Unterbrechung
der Stromversorgung des ASIC, sogenannte Mikro-Breaks, den Speicher
des ASIC, in dem die Informationen bezüglich der Amplitude der vergangenen
Signalverläufe
zwischengespeichert sind, löschen.
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DE 33 15 358 zeigte eine
Signalvergleichsschaltung mit variabler Hysterese. Diese weist einen Signaleingang,
einen Eingang zum Einstellen der Hysterese sowie einen Signalausgang
auf. Eine Hysterese wird bei einer solchen Schaltungsanordnung durch
die Größe des an
dem Steuereingang anliegenden Signals bestimmt. Insbesondere ist
die Breite der Hysterese eine lineare Funktion der Steuerspannung
an dem Steuereingang. Aufgabe einer Schaltungsanordnung gemäß
DE 3315358 ist es also,
eine Signalvergleichsschaltung mit einer einstellbaren Hysteresebreite
zu schaffen, wobei die Hysteresebreite bei verschwindender Eingangsspannung
an dem Steuereingang einen festgelegten minimalen Wert annimmt.
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US 5,192,877 zeigt einen
Sensor, der auf dem Hall-Effekt beruht, und der ein Differenzsignal benutzt,
das von zwei Hall-Sensoren
erzeugt wird. In einem Ruhezustand der Anordnung wird hierbei eine Differenz
der Größe des magnetischen
Flusses, der die beiden Hall-Sensoren durchdringt, durch eine geeignete
mechanische Anordnung erzeugt. Die Signale der beiden Hall-Sensoren
werden dann einem Differenzverstärker
zugeführt.
Dessen Ausgangssignal wird einer herkömmlichen Signalvergleichsschaltung mit
Hysterese zugeführt.
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EP 0 939 300 zeigt einen
Sensor mit einer an die Signalamplitude angepassten Hysterese. Der Messaufnehmer
liefert ein Ausgangssignal, dessen Amplitudenhüllkurve von dem Betriebspunkt
des Sensors abhängt.
Eine Hystereseschaltung passt ein Hysterese-Totband einer Signalvergleichsschaltung an
den Betriebspunkt des Messaufnehmers an. Die Breite des Hysterese-Totbandes ist dabei
proportional der Amplituden-Hüllkurve.
Der Messaufnehmer umfasst ein oder mehrere magnetoresistive Elemente,
die auf eine Veränderung
des sie durchsetzenden magnetischen Flusses reagieren. Bevorzugter
Weise werden magnetoresistive Elemente paarweise eingesetzt, um
die Vorteile einer differenziellen Signalverarbeitung nutzen zu
können.
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US 5,731,702 zeigt einen
Rotationssensor mit hoher Auflösung.
Dieser umfasst eine binär-codierte
Codescheibe mit einer eindeutig codierten Signatur. Dies erlaubt
eine hoch-genaue Bestimmung der absoluten Winkelposition innerhalb
eines Bruchteils einer Umdrehung. Die Signatur wird von der zweispurigen
Codescheibe mittels magnetoresistiver Sensoren ausgelesen. Dabei
werden differenzielle Signale mit Hilfe eines Komparators ausgewertet. Zum
Zweck einer genauen Winkelbestimmung weist dieser eine geringe Hysterese
auf.
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DE 28 26 126 zeigt einen
rauschfesten Spannungskomparator mit steuerbarer Hysterese und definierten
Schaltübergängen. Die
Größe der Hysterese
wird dabei in Wesentlichen durch das Verhältnis von Widerstandswerten
bestimmt. Ebenso kann die Hysterese durch eine einstellbare Verstärkung eines
Verstärkers
beeinflusst werden. Verschiedene technische Ausführungsformen sind gezeigt, die
alle im Wesentlichen auf dem selben Prinzip beruhen.
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US 3,531,726 zeigt einen
analogen Komparator mit variabler Hysterese. Eine Rückkopplung,
die die Hysterese des Komparators bestimmt, kann durch einen elektronischen
Schalter aktiviert bzw. deaktiviert werden. Die Ansteuerung dieses
Schalters erfolgt in Abhängigkeit
von dem Ausgangssignal des Komparators selbst sowie in Abhängigkeit
von einer Fühlerschaltung,
der die Eingangssignale des Komparators zugeführt werden. Die vorliegende Schaltung
verwendet durchgehend Differenzsignale, d.h. die Differenz zwischen
zwei Einganssignalen.
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DE 39 36 831 zeigt eine
Schaltungsanordnung zur Aufbereitung des Ausgangssignals eines Drehzahlsensors.
Diese besteht im Wesentlichen aus einer Triggerschaltung, deren
Umschaltpunkte oder Hysterese steuerbar sind. Die Größe der Hysterese
wird von der Drehzahl bzw. der entsprechenden Frequenz des Sensorsignals
abgeleitet. Bei hohem Kopplungsfaktor ist die Hysterese hoch, bei
geringem Kopplungsfaktor niedrig. Die Auswer teschaltung verarbeitet
hierbei nur ein einziges Eingangssignal.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung
und ein Verfahren zu schaffen, die eine Echtzeit-Adaption der Schaltschwellen eines Signalgebers
ermöglichen.
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Diese
Aufgabe wird durch einen Signalgeber nach Anspruch 1 und ein Verfahren
nach Anspruch 14 gelöst.
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Die
vorliegende Erfindung schafft einen Signalgeber mit folgenden Merkmalen:
einem
ersten Eingang zum Empfangen eines ersten Eingangssignals, das auf
einer zu erfassenden Messgröße basiert;
einem
zweiten Eingang zum Empfangen eines zweiten Eingangssignals, das
auf der zu erfassenden Messgröße basiert,
wobei das zweite Eingangssignal betragsmäßig größer ist als das erste Eingangssignal,
wenn das erste Eingangssignal eine vorgegebene Größe aufweist;
einem
Ausgang zum Ausgeben eines Ausgangssignals;
einer Einrichtung
zum Schalten des Ausgangssignals auf einen ersten logischen Pegel,
wenn das erste Eingangssignal eine erste Schaltschwelle, die größer als
die vorgegebene Größe ist, überschreitet,
und zum Schalten des Ausgangssignals auf einen zweiten logischen
Pegel, wenn das erste Eingangssignal eine zweite Schaltschwelle,
die kleiner als die vorgegebene Größe ist, unterschreitet; und
einer
Einrichtung zum Einstellen der ersten und der zweiten Schaltschwelle
unter Verwendung des Betrages des zweiten Eingangssignals.
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Die
vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zum Erzeugen
eines Ausgangssignals mit einem ersten oder einem zweiten logischen
Pegel, mit folgenden Schritten:
Empfangen eines ersten Eingangssignals,
das auf einer zu erfassenden Messgröße basiert;
Empfangen
eines zweiten Eingangssignals, das auf der zu erfassenden Messgröße basiert,
wobei das zweite Eingangssignal betragsmäßig größer ist als das erste Eingangssignal,
wenn das erste Eingangssignal eine vorgegebene Größe aufweist;
Schalten
des Ausgangssignals auf einen ersten logischen Pegel, wenn die Größe des ersten
Eingangssignals eine erste Schaltschwelle, die größer als
die vorgegebene Größe ist, überschreitet;
Schalten
des Ausgangssignals auf einen zweiten logischen Pegel, wenn die
Größe des ersten
Eingangssignals eine zweite Schaltschwelle, die kleiner als die vorgegebene
Größe ist,
unterschreitet; und
Einstellen der ersten und der zweiten Schaltschwelle unter
Verwendung des Betrages des zweiten Eingangssignals.
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Erfindungsgemäß können die
durch bekannte Systeme auftretenden Nachteile beseitigt werden, indem
die Schaltschwellen eines Signalgebers simultan gewonnen werden,
dahingehend, dass die Schaltschwellen nicht aus in der Vergangenheit
aufgezeichneten Feldverläufen
abgeleitet werden, sondern aus dem aktuellen Feldverlauf.
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Zu
diesem Zweck werden erfindungsgemäß aus der zu erfassenden Größe, beispielsweise
dem Magnetfeld, zwei Signale identifiziert, die eine vorbestimmte
Beziehung zueinander haben. Wenn das erste Signal einen vorgegebenen
Wert aufweist, d.h. in der Regel ein Nulldurchgang stattfindet,
weist das zweite Signal keinen Nulldurchgang auf, d.h. ist betragsmäßig größer, und
weist vorzugsweise ein betragsmäßiges Maximum
auf. Unter Verwendung des Betrags des zweiten Signals, während das
erste Signal einen Nulldurchgang aufweist, wird dann simultan abhängig von
der Richtung des Nulldurchgangs die obere Schaltschwelle bzw. untere
Schaltschwelle gewonnen. Findet ein Nulldurchgang des ersten Eingangssignals
von Plus nach Minus statt, so wird während dieses Nulldurchgangs
simultan die untere Schaltschwelle gewonnen, während, wenn ein Nulldurchgang
von Minus nach Plus stattfindet, simultan die obere Schaltschwelle
gewonnen wird.
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Erfindungsgemäß können die
Schaltschwellen abhängig
von dem aktuellen Feldverlauf, d.h. der tatsächlichen Amplitude, des ersten
Eingangssignals ermittelt werden, da das zweite Eingangssignal ebenfalls
basierend auf der zu erfassenden Größe ermittelt wird und somit
einen Rückschluss
auf die Amplitude des ersten Eingangssignals zulässt. Ferner ist das zweite
Eingangssignal „phasenverschoben" zu dem ersten Eingangssignal,
d.h. es weist bei einem Nulldurchgang des ersten Eingangssignals
einen von Null verschiedenen Wert auf, so dass basierend darauf
die Schaltschwellen, und somit die Hysterese, eingestellt werden
können.
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Weist
das erste Eingangssignal einen Gleichanteil auf, um den dasselbe
variiert, so ist der vorgegebene Wert nicht ein Wert von Null, sondern entspricht
dem Wert des Gleichanteils. Vorzugsweise werden die beiden Eingangssignale
derart gewonnen, dass sie sich bei einer Änderung des Luftspalts um den
gleichen Faktor ändern.
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Bei
bevorzugten Ausführungsbeispielen
werden das erste Eingangssignal und das zweite Eingangssignal durch
Magnetfeldsensoren in Kombination mit einem Polrad oder einem weichmagnetischen
Geberrad erzeugt. Die Positionsbeziehung der Magnetfeldsensoren
bezüglich
des Polrades bzw. weichmagnetischen Geberrades sowie die Parameter
der Sensoren sind dabei derart eingestellt, dass die durch dieselben
erzeugten Eingangssignale eine Beziehung aufweisen, wie sie oben
beschrieben ist.
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Als
Umschalteinrichtung kann vorzugsweise ein Komparator mit Hysterese
verwendet werden, wobei die Schalthysterese desselben, d.h. die
Distanz zwischen den Umschaltschwellen, basierend auf dem zweiten
Eingangssignal bestimmt wird. Alternativ können die Schaltschwellen auf
der Grundlage der Summe der Betragsquadrate des ersten und des zweiten
Eingangssignals bestimmt werden.
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Die
beiden Eingangssignale mit der dargelegten Beziehung zwischen denselben
können
erzeugt werden, indem zwei räumlich
voneinander getrennte Sensoreinrichtungen verwendet werden, so dass
die Sensorsignale durch diese räumliche
Trennung eine Verzögerung
und somit eine Phasendifferenz zwischen denselben aufweisen. Alternativ
können
die beiden Signale durch zwei Sensoreinrichtungen erzeugt werden,
von denen die eine eine erste Komponente der zu erfassenden Größe detektiert, während die
andere eine zweite Komponente der zu erfassenden Größe detektiert.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
und das erfindungsgemäße Verfahren
sind vorteilhaft gegenüber
bekannten Systemen, da dieselben eine simultane Adaption der Schwellenwerte
bzw. Schaltwerte zur Erzeugung eines logischen Ausgangssignals ermöglichen.
Damit ermöglicht
die vorliegende Erfindung die Anpassung der Schaltschwellen, d.h.
der Hysterese, an unterschiedlich große Luftspalte und dgl. Ein
Sensor-ASIC mit einem erfindungsgemäßen Signalgeber kann daher
flexibel eingesetzt werden.
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Weiterbildungen
der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen dargelegt.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend bezugnehmend auf
die beiliegenden Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 ein
schematisches Schaltungsdiagramm eines erfindungsgemäßen Signalgebers;
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2a eine
schematische isometrische Darstellung zweier Sensoreinrichtungen,
die für
einen erfindungsgemäßen Signalgeber
verwendet werden können;
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2b Diagramme
von durch die in 2a gezeigten Sensoreinrichtungen
erzeugten Sensorsignale A und B; und
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3 und 4 Signalverläufe, wie
sie mit einem Sensorsystem gemäß 2 bei unterschiedlich großen Luftspalten
erhalten werden.
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In 1 ist
schematisch ein erfindungsgemäßer Signalgeber 10 gezeigt.
Der Signalgeber 10 umfasst einen ersten Eingang 12,
an dem ein erstes Eingangssignal A empfangen wird, und einen zweiten
Eingang 14, an dem ein zweites Eingangssignal B empfangen
wird. Das erste Eingangssignal A wird einem ersten Eingang eines
Komparators 16 zugeführt,
an dessen zweitem Eingang ein Referenzpotential 18, in
der Regel Masse, anliegt. Der Ausgang des Komparators 16 ist
mit dem Ausgang 20 des Signalgebers 10 verbunden,
an dem das Ausgangssignal OUT desselben ausgegeben wird.
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Das
zweite Eingangssignal B, das an dem zweiten Eingang 14 empfangen
wird, wird bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel einer Bearbeitungseinheit 22 zugeführt. Die
Bearbeitungseinheit 22 umfasst eine Betragsbildungseinrichtung,
deren Ausgangssignal den Betrag des zweiten Eingangssignals B widerspiegelt.
Ferner umfasst die Bearbeitungseinheit 22 einen Multiplizierer 26,
durch den der Betrag des zweiten Eingangssignals mit einer Konstanten
K, beispielsweise 1/10, multipliziert wird.
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Das
Ausgangssignal HYS der Bearbeitungseinheit 22 wird zum
Einstellen der Hysterese desselben an den Komparator 16 angelegt.
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Bevor
die Funktionsweise des in 1 gezeigten
Signalgebers erläutert
wird, wird zunächst bezugnehmend
auf die 2a und 2b die
Erzeugung der Signale A und B erläutert. Die Eingangssignale
A und B sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Ausgangssignale
von Magnetfeldsensoren, die benachbart zu einem Polrad angeordnet
sind.
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In 2a ist
eine schematische Darstellung eines solchen Polrades 30 gezeigt,
das eine Mehrzahl von Nordpolen 32 und Südpolen 34 aufweist. Wie
eingangs erwähnt
wurde, bestehen herkömmliche
Polrade üblicherweise
aus einem hartmagnetischen Ring, der auf eine Trägerscheibe aufgebracht ist.
In 2a sind zur Vereinfachung der Darstellung die
einzelnen Pole als Kreissegmente dargestellt. Das Polrad 30 ist
um eine Achse z drehbar gelagert, wie durch einen Pfeil 36 in 2a gezeigt
ist. Obwohl das dargestellt Polrad vier Nordpole und vier Südpole aufweist
ist klar, dass abhängig
von einer gewünschten
Auflösung
dasselbe eine andere Anzahl von magnetischen Polen aufweisen kann.
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Zwei
Magnetfeldsensoren 38 und 40 sind um einen Abstand
d beabstandet von der Stirnseite des Polrads 30 angeordnet.
Der Magnetfeldsensor 38 erzeugt ein Ausgangssignal A, während der
Magnetfeldsensor 40 ein Ausgangssignal B erzeugt. Die Sensorsignale
A und B sind in 2b für eine Drehung des Polrades 30 über einen
zunehmenden Drehwinkel φ im
Uhrzeigersinn dargestellt. Der Abstand d stellt den Luftspalt zwischen
Polrad und Magnetfeldsensoren 38, 40 dar.
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Der
zweite Magnetfeldsensor 40 ist gegenüber dem ersten Magnetfeldsensor 38 derart
beabstandet, dass bei einem jeweiligen Nulldurchgang des Signals
A der Betrag des Signals B groß ist
und vorzugsweise einen maximalen Wert aufweist, wie dies für den Nulldurchgang 42 des
Signals A in 2b angezeigt ist. Um diese Beziehung
zwischen den beiden Signalen zu erhalten, sind die beiden Magnetfeldsensoren 38 und 40 räumlich beabstandet voneinander
angeordnet und erfassen die gleiche Komponente des durch das Polrad 30 erzeugten
Magnetfelds, so dass eine Phasenverschiebung zwischen den Signalen
A und B von im wesentlichen 90° vorliegt.
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Der
Abstand der beiden Magnetfeldsensoren 38 und 40 hängt von
der Positionsbeziehung derselben zu dem Polrad 30 ab und
lautet wie folgt: DAB = 2·sin(α/2)·r. Dabei
ist DAB der Abstand zwischen den zwei Magnetfeldsensoren 38 und 40, α der durch
ein Polsegment eingeschlossene Winkel und r der Abstand der Magnetfeldsensoren
vom Mittelpunkt des Polrades 30. Befinden sich die Magnetfeldsensoren nahe
des Umfangs des Polrades 30, sind die beiden Sensoren um
einen viertel Pitch gegeneinander verschoben, wobei Pitch in diesem
Zusammenhang als der Abstand zweier benachbarter Nordpole am Polrand
definiert ist, d.h. Pitch = Umfang/Anzahl von Nordpolen.
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Neben
dem oben beschriebenen Polrad können
entsprechende Signale auch durch ein eingangs erwähntes weichmagnetisches
Geberrad erzeugt werden, wobei dann der Abstand zweier Magnetfeldsensoren
entsprechend auf der Grundlage der "Zähne" auf dem weichmagnetischen
Geberrad ermittelt wird, wobei ein Zahn am Geberrad jeweils einem
Nordpol am Polrad entspricht, während
eine Lücke
desselben einem Südpol
entspricht.
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Handelt
es sich bei den Magnetfeldsensoren 38 und 40 um
im wesentlichen identische Sensoren, so weisen diese gleiche Amplituden
auf. Für
ein reproduzierbares Verhalten ist es lediglich erforderlich, dass
die Amplituden der von den beiden Sensoren erzeugten Ausgangssignalen
A und B zueinander ein vorbestimmtes Verhältnis haben. Ferner sei an
dieser Stelle angemerkt, dass der tatsächliche Abstand der beiden
Magnetfeldsensoren voneinander von dem oben beschriebenen abweichen
kann, solange das Ausgangssignal des einen Sensor beim Nulldurchgang
des anderen Sensors einen von Null verschiedenen Wert aufweist,
so dass auf der Grundlage dieses Werts die jeweilige Schaltschwelle
eingestellt werden kann, wie im folgenden erläutert wird.
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Erfindungsgemäß wird das
Eingangssignal A dem Komparator 16 zugeführt. Die
Funktionsweise des Komparators 16, in dem das Eingangssignal
A, d.h. der Wert desselben, mit einem Referenzwert 18 verglichen
wird, entspricht der Funktionsweise eines herkömmlichen Komparators mit Hysterese,
wobei die vorliegende Erfindung die Einstellung der Differenz der
beiden Schaltpunkte des Komparators 16, d.h. der Schalthysterese,
betrifft. Diese Schalthysterese wird auf der Grundlage des zweiten
Eingangssignals B eingestellt.
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Zu
diesem Zweck wird von dem Eingangsignal B in der Betragsbildungseinrichtung 24 zunächst das
Vorzeichen eliminiert. Aus dem so entstandenen Wert werden die Schaltschwellen
für die
Hysterese gewonnen. Dies geschieht bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
durch den Multiplizierer 26, indem der Betrag des Eingangssignals
B mit einer Konstante K, die beispielsweise 0,1 betragen kann, multipliziert
wird. Dieses so ermittelte Hystereseeinstellsignal HYS wird dem
Komparator 16 zugeführt,
wo basierend darauf die obere Schaltschwelle und die untere Schaltschwelle
eingestellt werden. Genauer gesagt wird die obere Schaltschwelle
eingestellt, wenn das Ausgangssignal OUT einen tiefen logischen
Pegel aufweist, während
die untere Schaltsschwelle eingestellt wird, während das Ausgangssignal einen hohen
logischen Pegel aufweist.
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Der
Komparator 16 schaltet somit das Ausgangssignal OUT auf
einen hohen Pegel, sobald das Eingangssignal A einen Wert SOP, der
von HYS abhängt, überschreitet.
Der Komparator schaltet das Ausgangssignal OUT auf einen tiefen
logischen Pegel, sobald das Eingangssignal A einen Wert SRP, der
von HYS abhängt,
unterschreitet. Die Werte SOP und SRP werden, wie oben erläutert wurde,
aus dem zweiten Eingangssignal B gewonnen, so dass die Schaltschwellen
automatisch einem veränderlichen Luftspalt
angepasst werden können,
da eine solche Veränderung
des Luftspaltes eine entsprechende Änderung der Amplitude und somit
des Betrags des Signals B und somit eine entsprechende Änderung des
Hystereseeinstellsignals HYS zur Folge hat.
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Erfindungsgemäß werden
somit die Schaltschwellen durch das Signal HYS kontinuierlich eingestellt.
Wenn sich das Signal A in einem Nulldurchgangsbereich befindet,
soll sich der logische Zustand des Ausgangssignals auf die oben
beschriebene Art ändern,
wobei zu diesen Zeiten der Betrag des Eingangssignals B maximal
ist, so dass die daraus abgeleiteten Schaltschwellen, die die Hysterese
definieren, maximal sind. Dadurch ist das Risiko eines Fehlpulses
minimal. Danach entfernt sich das Signal A von Null zu positiven
oder negativen Werten hin. Zugleich nimmt der Betrag des Signals
B ab und wird schließlich
Null. Im Nulldurchgang des Signals B ist auch die Hysterese des
Komparators verschwunden. Dies ist aber akzeptabel, da zu diesem
Zeitpunkt das Signal A seine positive oder negative Amplitude erreicht
hat und somit kein Schaltvorgang ansteht. Die Hysterese des Komparators 16 wird
somit laufend entsprechend des Betrags des zweiten Eingangssignals
B angepasst.
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Bei
der obenbeschriebenen und in den 2a und 2b gezeigten
Erzeugung der Signale A und B besteht ein Nachteil darin, dass ein
integrierter Sensor-ASIC, der die beiden Magnetfeldsensoren mit
dem entsprechenden Abstand aufweist, an den Pitch eines zugeordneten
Polrads bzw. gleichmagnetischen Geberrads angepasst sein muss. Wenn
die integrierte Schaltung, die die Magnetsensoren aufweist, beispielsweise
für einen
Pitch von 2,5 mm ausgelegt ist, so sind die beiden Magnetfeldsensoren
um ca. 0,625 mm gegeneinander verschoben, wobei dieser Verschiebungsabstand
möglicherweise etwas
höher sein
kann, falls ein nominaler Luftspalt mit eingerechnet wird. Eine
solche integrierte Schaltung funktioniert dann jedoch nicht für Polräder mit
einem Pitch von 1,25 mm, denn in diesem Fall wären die Signale A und B im
Abstand von 0,625 mm nicht mehr um 90°, sondern um 180° phasenverschoben. Somit
würde das
Signal B genau im Nulldurchgang von A verschwinden, so dass genau
dort keine Hysterese definiert wäre,
wo der Schaltvorgang erwartet wird. Prinzipiell würde diese
Funktion noch für
Polräder
mit größerem Pitch
als 2,5 mm existieren, jedoch mit der Einschränkung, dass der Betrag des
zweiten Signals B bei den Nulldurchgängen des Signals A nicht maximal
wäre.
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Eine
alternative Möglichkeit
zum Erzeugen der beiden Signale, die den oben genannten Nachteil nicht
aufweist, besteht darin, das zweite Signal B aus einer zu dem ersten
Signal A orthogonalen Vektorkomponente des Magnetfelds zu gewinnen.
Entsprechend des jeweiligen Anwendungsfalls (axiales, radiales oder
azimuthales Polrad bzw. weichmagnetisches Geberrad) sind dabei die
passenden Vektorkomponenten des Magnetfeldvektors, d.h. die axiale Komponente,
die radiale Komponente oder die azimuthale Komponente, für das erste
und das zweite Sensorsignal, die die Eingangssignale des erfindungsgemäßen Signalgebers
bilden, zu verwenden.
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In 3 ist
die radiale Komponente Br, die azimuthale Komponente Bpsi und die
axiale Komponente Bz des magnetischen Feldvektors für den Fall eines
axialen Polrades für
einen kleinen Luftspalt gezeigt, während diese Komponenten für einen
großen Luftspalt
in 4 gezeigt sind.
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Die
in den 3 und 4 gezeigten Feldverläufe stellen
Simulationsergebnisse unter Verwendung eines axialen Polrades dar,
das einen ähnlichen
Aufbau wie das in 2a gezeigte Polrad aufweist.
Bei den in 3 gezeigten Ergebnissen wurde ein
sehr kleiner Luftspalt d (siehe 2a) von
0,2 mm verwendet, während
für die
in 4 gezeigten Ergebnisse ein Luftspalt d von 1 mm
verwendet wurde. Bei der Simulation bestand das Polrad aus 50 magnetischen
Nordpolen und 50 Südpolen
in abwechselnder Reihenfolge, wobei zur Vereinfachung der Berechnung
angenommen wurde, dass das hartmagnetische Material des Polrades
nicht ringförmig ist,
sondern dem Grenzfall eines Rings mit verschwindendem Innendurchmesser
und unendlich großem
Außendurchmesser
entspricht. Ferner wurde ein Zylinderkoordinatensystem definiert,
in dem das Polrad den Raum zwischen den Ebenen z = – b/2 bis
z = + b/2 ausfüllt,
so dass die Dicke b des Polrads 2 mm beträgt. Jeder Nordpol bzw. Südpol füllt einen Winkel
von 3,6° aus,
wobei bei Nummerierung dieser Bereiche von Null bis 100 jeder geradzahlige
Bereich in positiver z-Richtung aufmagnetisiert wurde, während jeder
ungeradzahlige Bereich in negativer z-Richtung aufmagnetisiert wurde.
Somit erscheint an der Oberfläche
des Blechs in jedem geradzahligen Bereich ein magnetischer Nordpol
und in jedem ungeradzahligem Bereich ein magnetischer Südpol. Das
in Figuren dargestellte Feld wurde für eine Trajektorie auf einem
Kreissegment mit 25 mm Radius berechnet, wobei sich die gezeichnete
Trajektorie nur über
eine Periode erstreckt.
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Auf
der x-Achse ist der Drehwinkel aufgezeichnet, wobei ein Wert von
Null einer Stellung des Magnetfeldsensors in der Mitte über dem
Segment eines Nordpols entspricht. Ausgehend davon entspricht ein
Drehwinkel von φ =
3,6° bzw. φ = –3,6° dem Überstreichen
der benachbarten Grenze bis zur Mitte des angrenzenden Pols abhängig von
der Drehrichtung. Auf der y-Achse
sind normierte Werte für die
jeweilige Magnetfeldkomponente aufgetragen, wobei zu erkennen ist,
dass die jeweiligen Werte für den
geringen Luftspalt in 3 deutlich größer sind als
die für
den hohen Luftspalt in 4.
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Wie
den Figuren zu entnehmen ist, ist die radiale Feldkomponente Br
vernachlässigbar,
während die
azimuthale Komponente Bpsi zur axialen Komponente Bz die erforderliche
Relation aufweist, dahingehend, dass Bpsi bei jeweiligen Nulldurchgängen 42 von
Bz einen von Null verschiedenen Wert aufweist, und sogar, wie es
bevorzugt ist, betragsmäßig maximal
ist. Auch umgekehrt gilt, dass Bz im Nulldurchgang von Bpsi maximal
ist, so dass sich die beiden Vektorkomponenten Bpsi und Bz ideal
zur Gewinnung der Signale A und B für den erfindungsgemäßen Signalgeber
eignen.
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Bei
den Feldkomponenten Bz und Bpsi für den großen Luftspalt, wie sie in 4 dargestellt sind,
handelt es sich näherungsweise
um Sinusfunktionen mit einer Phasenverschiebung von 90°. Somit ist
auch die für
die vorliegende Erfindung notwendige Beziehung zwischen den beiden
Eingangssignalen für
den Signalgeber bei Bz und Bpsi mit großem Luftspalt gewahrt.
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Beispielsweise
kann für
den erfindungsgemäßen Signalgeber
das Eingangssignal A aus der axialen Komponente Bz des Magnetfelds
gewonnen werden, während
das Eingangssignal B dann aus der azimuthalen Komponente Bpsi des
Magnetfelds gewonnen wird. Zu diesem Zweck werden Magnetfeldsensoren
verwendet, die auf unterschiedliche Richtungen des Magnetfelds empfindlich
sind, jedoch am gleichen Aufpunkt im Feld platziert werden. Beispielsweise
können
zu diesem Zweck vorteilhaft Hall-Sensoren
mit einer entsprechenden Ausrichtung im Feld platziert werden, um
die entsprechende Empfindlichkeit zu erhalten. Es bedarf keiner
Erwähnung, dass
alternativ auch das Signal A aus der azimuthalen Komponente Bpsi
gewonnen werden könnte
und das Signal B aus der axialen Feldkomponente Bz. Wie oben ausgeführt, besitzen
beide Signale für
beliebige Luftspalte die Eigenschaft, dass das eine Signal betragsmäßig groß ist, während das
andere Signal einen Nulldurchgang besitzt.
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Der
Vorteil dieses Systems, bei dem unterschiedliche Feldkomponenten
zur Erzeugung der beiden Signale A und B verwendet werden, liegt
darin, dass die beiden Signale nicht nur simultan erzeugt werden,
sondern dass dieselben auch noch am gleichen Aufpunkt erzeugt werden.
Wird beispielsweise die integrierte Schaltung, die die Magnetfeldsensoren
enthält,
gegenüber
einer Idealposition verkippt eingebaut, so ändert dies kaum etwas an der relevanten
Beziehung zwischen den Signalen A und B.
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Für radiale
Polräder,
wie sie eingangs erwähnt
wurden, können
die radiale und die azimuthale Magnetfeldkomponente zur Gewinnung
der Signale A und B verwendet werden, da dort die axiale Magnetfeldkomponente
vernachlässigbar
ist.
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Für azimuthale
Polräder
gibt es zwei Möglichkeiten.
Wird das Magnetfeld an der Stirnseite des Polrads gemessen, so können wiederum
die azimuthale und die axiale Komponente des Felds verwendet werden.
Wird dagegen das Feld am Umfang des Polrades gemessen, so wird die
azimuthale und die radiale Komponente des Feldes zur Gewinnung der Signale
A und B verwendet.
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Je
nach Anwendungsfall werden somit jeweils die beiden betragsmäßig größeren Komponenten
zur Erzeugung der Signale genutzt, während die vernachlässigbare
dritte Komponente nicht benötigt wird.
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Entsprechend
der Komponentenerfassung bei Polrädern können die jeweiligen Komponenten auch
bei weichmagnetischen Geberrädern
erfasst werden, wobei bei axialen Geberrädern entsprechend axialen Polrädern vorgegangen
wird, während bei
radia len Geberrädern
entsprechend radialen Polrädern
vorgegangen wird.
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Der
erfindungsgemäße Signalgeber
kann vorzugsweise zusammen mit den Magnetfeldsensoren als eine integrierte
Schaltung gebildet sein, so dass die Eingangssignale A und B IC-interne
Signale, die von den jeweiligen Magnetfeldsensoren 38 bzw. 40 erzeugt
und von dem Signalgeber 10 empfangen werden, sind. Ein
solcher Sensor-IC gibt dann als Ausgangssignal das logische Signal
OUT, das entweder einen hohen logischen Pegel oder einen tiefen logischen
Pegel aufweist, aus.
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Die
oben aufgezeigten Möglichkeiten
ergeben somit zwei Sensorsignale A und B, die um etwa eine viertel
Periode zueinander phasenverschoben sind, so dass die für die vorliegende
Erfindung erforderliche Bedingung zwischen diesen beiden Signalen
erfüllt
ist.
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Bei
dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel
wurden die Schaltschwellen, d.h. das Signal HYS, lediglich aus dem
Signal B gewonnen. Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel kann ein weiterer,
von dem Signal B unabhängiger
Term addiert werden, der zu der Schaltschwelle beiträgt. So kann erreicht
werden, dass die Hysterese im Nulldurchgang des Eingangssignals
B nicht verschwindet, sondern ein kleiner Rest übrigbleibt, was vorteilhaft
sein kann, um Störspannungsfestigkeit
des Systems zu erhöhen.
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Hinsichtlich
praktischer Anwendungen der vorliegenden Erfindung sei ausgeführt, dass,
obwohl oben jeweils von der Erfassung eines Magnetfelds bzw. von
Komponenten des Magnetfelds die Rede war, reale Systeme in der Regel
nicht eine bestimmte Komponente des Magnetfelds messen, sondern
eine bestimmte Komponente eines Gradienten erster oder höherer Ordnung
des Magnetfelds gemessen werden. Zu diesem Zweck werden Gradiometeranordnungen
auf der integrierten Schaltung angeordnet, bei denen bereits zur
Messung des Signals A zwei Magnetfeldsensoren in einen bestimmten
Abstand zueinander auf der integrier ten Schaltung angebracht werden.
Beide Sensoren reagieren auf dieselbe Komponente des Magnetfelds.
Lediglich ihre Differenz wird ausgewertet und weiterverarbeitet. Zweck
dieses Verfahrens ist es, das System unempfindlich gegenüber homogenen
magnetischen Störfeldern
zu machen. Auch bei Verwendung eines Gradienten erster oder höherer Ordnung
einer zu erfassenden Größe, basiert
das jeweilige Eingangssignal des erfindungsgemäßen Signalgebers noch auf dieser
zu erfassenden Größe.
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Eine
alternative Ausführungsform
zur Gewinnung der Schaltschwellen und Hysterese des Komparators
basierend auf dem Eingangssignal B besteht darin, nicht das Signal
B direkt, sondern die Summe der Quadrate der Signale A und B zu
verwenden. Wie oben ausgeführt
wurde, ähneln
für große Luftspalte
die Signale A und B Sinus- bzw. Cosinus-Kurven, so dass die Summe
ihrer Quadrate eine Konstante ist, die unabhängig von der Position des Polrades
bzw. des Zielrades ist. Somit sind die davon abgeleiteten Schaltschwellen
und damit die Hysterese ebenfalls unabhängig von der Position des Polrades,
was beispielsweise aus Gründen
der Störsicherheit
erwünscht
sein kann.