DE10214452C1 - Verfahren zum Verarbeiten von Massensendungen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Verarbeiten von Massensendungen und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft das Verarbeiten von Massensendungen unter Verwendung von Sortiermaschinen mit mindestens einer Stoffeingabe und einer Verteileinrichtung zum Verteilen der Sendungen nach den Verteilinformationen auf Verteilendstellen. Dabei werden die einzelnen Sendungen (1) einer Massensendung beim Absender in Folienbahnen (4, 5), zusammenhängend eine Tütenbahn bildend, eingeschweißt und so in der Tütenbahn zusammenhängend verschickt. Am jeweiligen Zielort wird die Tütenbahn in die Sortiermaschine mit einer Transportvorrichtung (10) der Stoffeingabe eingezogen. Mittels einer Trennvorrichtung (15) werden dann die Folientüten (8) voneinander getrennt. Mit einer Beschleunigungseinrichtung (16) werden anschließend die zur weiteren Verarbeitung notwendigen Lücken zwischen den Folientüten (8) erzeugt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verarbeiten von Mas
sensendungen nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 und eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Massensendungen (insbesondere großformatige) werden bisher
üblicherweise als Einzelstücke in Gebindeform (sog. "Bund
les", z. B. mit Plastikfolie oder Band) ausgeliefert (vgl.
DE 30 15 829 C2, EP 0 303 203 A2). Diese Anlieferungsform ist
im Hinblick auf eine anschließende manuelle Bearbeitung (z. B.
Gangfolgesortierung durch den Briefträger) relativ gut geeig
net.
Des weiteren handelt es sich bei Massensendungen (Zeitschrif
ten, Prospekte, Werbesendungen) oft um Qualitäten, welche mit
bekannter Feeder-Technologie schwierig zu verarbeiten sind
(Beschädigung der Sendung, Haftung untereinander und im Fee
der).
Bei einer Verarbeitung von so angelieferten Massensendungen
an Sortiermaschinen ist die folgende, aufwändige (personalin
tensive) Abfolge von Arbeitsschritten notwendig:
- a) Aufbrechen der Gebinde,
- b) Vorbereiten der Sendungen für die maschinelle Verar beitung (auf Adressfeld drehen, Stapeln, Ausrichten),
- c) Auflegen der Sendungen auf die Stoffeingabe zur Ver einzelung,
- d) Überwachen des Sendungslaufes am Feeder und ggf. Be seitigen von Störungen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungs
gemäßes Verfahren zum Verarbeiten von Massensendungen, und ei
ne Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen,
die den personellen Aufwand gegenüber dem Stand der Technik
erheblich reduzieren und mit denen die Vereinzelung der Sen
dungen in der Sortiermaschine einfacher und sicherer erfolgen
kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren gemäß
Anspruch 1 und eine Vorrichtung gemäß Anspruch 8 gelöst.
Die einzelnen Sendungen der Massensendung werden beim Absen
der in Folienbahnen, zusammenhängend eine Tütenbahn bildend,
eingeschweißt. Dann werden die Sendungen so zusammenhängend
verschickt. Am jeweiligen Zielort wird die Tütenbahn mit den
Sendungen in die Stoffeingabe der Sortiermaschine durch eine
Transportvorrichtung eingezogen. Danach werden die Folientü
ten mit den Sendungen mittels einer Schneidvorrichtung von
einander getrennt. Anschließend werden mittels einer Be
schleunigungseinrichtung die zur weiteren Verarbeitung in der
Sortiermaschine notwendigen Lücken zwischen den Folientüten
erzeugt. Es muss also nur noch in einem einzigen manuellen
Arbeitsschritt der Anfang der Fächerbahn mit den Sendungen in
die Stoffeingabe der Sortiermaschine eingeführt werden. Die
Vereinzelung erfolgt dann sicher und unkompliziert und we
sentlich kostengünstiger als mit herkömmlichen Reibvereinze
lungen. Es sind auch wesentlich höhere Durchsätze möglich.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindungen sind in den Un
teransprüchen dargestellt.
So ist es vorteilhaft, die Sendungen beim Absender nacheinan
der zwischen zwei von Rollen abgespulte endlose Folienbahnen
einer Verpackungseinrichtung zu führen, in der sie vollstän
dig eingeschweißt werden, ohne die Folienbahnen zu untertei
len.
Vorteilhaft ist es für den Transport, die zusammenhängenden,
in Folien verschweißten Sendungen in Leporelloform in ent
sprechenden Behältern oder in Rollenform zu transportieren.
Für einen sicheren Einzug der Folien in die Stoffeingaben der
Sortiermaschinen ist es vorteilhaft, die Tütenbahn seitlich
mit Perforierungen zu versehen und die einziehenden Trans
porteinrichtungen mit Transportzahnrädern auszurüsten, die in
die Perforierungen eingreifen.
Damit die Sendungen den Empfänger im Originalzustand errei
chen, ist es vorteilhaft, nach dem Einschweißen jede Folien
tüte mit einem Adressaufkleber oder -aufdruck zu versehen.
Befinden sich die Empfängeradressen direkt auf der Sendung,
so ist es vorteilhaft, die Folie durchsichtig auszuführen.
Anschließend wird die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel
anhand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigen
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Anord
nung zur Erzeugung der in Folie befindlichen
und miteinander verbundenen Sendungen,
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht eines Behäl
ters mit in Leporelloform gespeicherten Sen
dungen und des Einzuges der Sendungen in eine
Stoffeingabe einer Sortiermaschine.
Wie in Fig. 1 dargestellt, werden beim Absender die einzelnen
Sendungen 1 der Massensendung auf einem ersten Laufband 2 ei
nem an sich bekannten Verpackungsmodul zugeführt. Dieses be
sitzt zwei Rollen 3 mit Folienbahnen 4, 5. Die Folienbahn 5
der unteren Rolle 3 ist direkt auf ein weiteres, die Sendun
gen 1 vom ersten Laufband 2 übernehmendes zweites Laufband 6
geführt, so dass die Sendungen 1 auf der unteren Folienbahn 5
liegen und durch die Verpackungseinheit 7 transportiert wer
den. Die Folienbahn 4 von der oberen Rolle 3 wird über die
untere Folienbahn 5, die Sendungen 1 abdeckend geführt und in
der Verpackungseinheit 7 werden dann die Folienbahnen 4, 5 um
jede Sendung 1 verschweißt, so dass im Ergebnis miteinander
verbundene Folientüten 8 mit Sendungen die Verpackungsein
heit 7 verlassen, die dann in einem Transportbehälter 9 in
Leporelloform abgelegt werden. In der Verpackungseinheit 7
werden die Tüten 8 mit den Sendungen 1 mit Adressaufdrucken
versehen, wobei die Adressen einer entsprechenden Datei ent
nommen werden.
Möglich ist es auch, diese Datei am Zielort mitzuliefern oder
zu übertragen und die Adressen erst in der Sortiermaschine
aufzubringen.
Um eine Verarbeitung der verbundenen Folientüten am Zielort
zu erleichtern, wird die Folienbahn mit den Tüten 8 in der
Verpackungseinheit 7 beidseitig mit Perforierungen versehen.
Am Zielort wird die erste Tüte 8 der leporelloartig im Trans
portbehälter 9 gespeicherten Tüten 8 der Massensendung in die
Stoffeingabe einer Sortiermaschine manuell eingeführt und der
weitere Ablauf erfolgt dann automatisch.
In Fig. 2 ist schematisch dargestellt, wie die eingezogene Tü
tenbahn in der Stoffeingabe der Sortiermaschine behandelt
wird.
Am Eingang der Stoffeingabe befindet sich eine Transportvor
richtung 10, bestehend aus Transportwalzen 11 mit elastischer
Oberfläche und in die seitlichen Perforierungen eingreifenden
Transportzahnrädern 12. Damit wird die Tütenbahn aus dem
Transportbehälter 9 in die Sortiermaschine eingezogen und von
einem Transportband 13 mit Andruckrollen 14 übernommen. Der
Transportbehälter 9 kann, um z. B. die an der Tütenbahn an
greifende Gewichtskraft zu reduzieren, auch geneigt oder lie
gend aufgestellt werden. Die Sendungen können in der Tüten
bahn sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung zur Bahnrich
tung ausgerichtet enthalten sein. Die Transportgeschwindig
keit ist so eingestellt, dass sie mit den anschließenden Pro
zessen abgestimmt ist und eine hohe Prozesssicherheit gewähr
leistet. Zwischen beiden Transportvorrichtungen befindet sich
eine Trennvorrichtung 15, mit der die Bahn aneinanderhängen
der Tüten 8 in einzelne Tüten 8 rechtwinklig zur Bahnrichtung
unterteilt wird. Die Trennvorrichtung 15 ist in diesem Bei
spiel eine Schneidvorrichtung mit einem beweglichen Schneid
messer. Die Steuerung der Trennvorrichtung kann einfach mit
Hilfe von auf den Rändern der Folienbahn befindlichen Steuer
marken und diese aufnehmenden Sensoren zur Auslösung der
Schneidbewegung erfolgen. Damit beim Schneiden die Folienbahn
unter leichter Spannung gestrafft ist, ist die Transportge
schwindigkeit des Transportbandes 13 etwas höher als die
Transportgeschwindigkeit der einziehenden Transportvorrich
tung 10. Das bewegliche Schneidemesser kann eine rotierende
Messerwalze oder ein hin- und herbewegtes Messer sein. Es
können aber auch thermische Trenneinrichtungen oder ein Laser
eingesetzt werden.
Die einzelnen Tüten 8 werden dann von dem Transportband 13
einer Beschleunigungseinrichtung 16, bestehend aus einem Be
schleunigungsband 17 und Andruckrollen 18, zugeführt. Hier
erfolgt eine Beschleunigung auf eine kurzzeitig höhere Trans
portgeschwindigkeit als in den vorhergehenden und nachfolgen
den Baugruppen derartig, dass eine für die Weiterverarbeitung
in der Sortiermaschine notwendige Mindestlücke zwischen den
Tüten eingehalten wird. Wenn notwendig, können auch mehrere
Beschleunigungsbänder hintereinander angeordnet werden.
Claims (9)
1. Verfahren zum Verarbeiten von Massensendungen unter Ver
wendung einer Sortiermaschine, die mindestens eine Stoff
eingabe und eine Verteileinrichtung zum Verteilen der
Sendungen nach den Verteilinformationen auf
Verteilendstellen aufweist, dadurch gekenn
zeichnet, dass die einzelnen Sendungen (1) einer
Massensendung beim Absender in Folienbahnen (4, 5), zusam
menhängend eine Tütenbahn bildend, eingeschweißt werden,
so in der Tütenbahn zusammenhängend verschickt und am je
weiligen Zielort als Tütenbahn in die Sortiermaschine mit
einer Transportvorrichtung (10) der Stoffeingabe eingezo
gen und dann mittels einer Trennvorrichtung (15) vonein
ander getrennt werden und dass danach mittels einer Be
schleunigungseinrichtung (16) die zur weiteren Verarbei
tung in der Sortiermaschine notwendigen Lücken zwischen
den Folientüten (8) erzeugt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass beim Absender zur Erzeugung der
Tütenbahn die Sendungen der Massensendung nacheinander
zwischen zwei von Rollen (3) abgespulte endlose Folien
bahnen (4, 5) einer Verpackungseinheit (7) geführt werden,
in der sie vollständig eingeschweißt werden, ohne die Fo
lienbahnen zu unterteilen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die zusammenhängenden, in Folien
verschweißten Sendungen in Leporelloform in entsprechen
den Transportbehältern (9) gespeichert und zum Zielort
transportiert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass die zusammenhängenden, in Folien
verschweißten Sendungen in Rollenform gespeichert und zum
Zielort transportiert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Tütenbahn mit den ein
geschweißten Sendungen (1) seitlich mit Perforierungen
versehen wird und die einziehende Transportvorrich
tung (10) der Stoffeingabe der Sortiermaschine Trans
portzahnräder (12) aufweist, die in die Perforierungen
eingreifen.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass nach dem Einschweißen jede Folien
tüte (8) mit einem Adressaufkleber oder -aufdruck verse
hen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, dass durchsichtige Folien verwendet
werden.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Stoffeingabe der Sortiermaschine eine Trans
portvorrichtung (10) zum Einzug der Tütenbahn mit den
eingeschweißten Sendungen (1), eine Trennvorrichtung (15)
zum Auftrennen in einzelne Folientüten (8) mit Sendungen
und eine Beschleunigungseinrichtung (16) zur Erzeugung
der für die weitere Verarbeitung in der Sortiermaschine
notwendigen Lücken zwischen den Folientüten (8) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, dass die einziehende Transportvorrich
tung (10) der Stoffeingabe der Sortiermaschine Trans
portzahnräder (12) aufweist, die in seitliche Perforie
rungen der Tütenbahn eingreifen.
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