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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Überwachung des
Verstopfungsgrades, insbesondere Verkalkungsgrades, zumindest einer Düse, insbesondere
Beschwadungsdüse, in einem Raum, insbesondere Garraum eines Gargerätes. Des weiteren betrifft die
Erfindung ein Verfahren zur Überwachung des Verkalkungsgrades zumindest einer Düse,
insbesondere Beschwadungsdüse, in einem Raum, insbesondere Garraum eines Gargerätes.
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Gargeräte, insbesondere für die Großküche, die mit Heißluft, Dampf oder im
Kombinationsbetrieb mit Heißluft und Dampf arbeiten unter Einsatz einer Beschwadungsdüse, zur
Beschwadung von Gargut, sind dem Fachmann hingänglich bekannt. Beispielhaft sei hier nur
auf die EP 0 386 682 verwiesen.
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Ein Beschwadungsvorgang setzt regelmäßig das wenigstens teilweise Überführen von Wasser
aus dem flüssigen in den dampfförmigen Zustand voraus. Aufgrund der Tatsache, daß sich bei
höheren Temperaturen der in herkömmlichem Wasser vorliegende Hydrogencarbonatanteil
zugunsten des Carbonatanteils verringert, beobachtet man je nach Härtegrad des Wassers eine
mehr oder weniger ausgeprägte Ausfällung an Carbonaten, auch als Verkalkung bekannt.
Diese Verkalkung kann bei Gargeräten, Kaffee-, Spül- oder Waschmaschinen die
Funktionstüchtigkeit erheblich beeinträchtigen. Demgemäß fehlt es auch nicht an kommerziell erhältlichen
Entkalkungsmitteln. Um jedoch solche üblicherweise recht aggressiven Entkalkungsmittel
nicht unnötig oft einsetzen zu müssen sowie um den Funktionszustand der genannten
Haushaltsgeräte kontrollieren zu können, kommen mittlerweile unterschiedlichste Vorrichtungen
zum Einsatz, die den Verkalkungsgrad von Haushaltsgeräten anzeigen bzw. überwachen
helfen sollen.
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Beispielsweise aus der DE 199 12 444 C1 ist ein Dampfgenerator für ein Gargerät mit einer
Verkalkungsüberwachungsvorrichtung bekannt. Diese Verkalkungsüberwachungsvorrichtung
erfaßt Flüssigkeits-Füllvolumenänderungen innerhalb des Dampfgenerators zur Bestimmung
des Ausmaßes von Kalkablagerungen.
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Die DE 32 23 969 A1 offenbart zum Beispiel eine Kaffeemaschine mit einer Anzeigeeinheit
für die fortgeschrittene Verkalkung, wobei der Verkalkungsgrad über einen Vergleich der
Verdampfungszeiten einer bestimmten Wassermenge im verkalkten und im unverkalkten
Zustand bestimmt wird. Hierbei wird unterstellt, daß die zum Verdampfen einer bestimmten
Wassermenge benötigte Zeit sich proportional zum Verkalkungsgrad verhält.
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In der DE 197 21 976 A1 wird ein Verfahren zum Feststellen eines unzulässig hohen
Verkalkungsgrades in einem mit kalkhaltigem Wasser betriebenen Haushaltsgerät, zum Beispiel
einer Wasch- oder Geschirrspülmaschine, beschrieben. Die Dämpfung eines optischen Signals
durch Kalkablagerungen entlang einer Meßstrecke bei der Bestimmung des Trübungsgrades
einer verwendeten Lauge dient als Maß für einen unzulässig hohen Verkalkungsgrad des
wasserführenden Haushaltgeräts. Mit Hilfe eines Mikroprozessors wird der jeweils ermittelte
Dämpfungswert mit dem eines bei einem unverkalkten Gerät bestimmten Referenzwertes
verglichen und die Differenz in Beziehung zu einem Schwellenwert gesetzt.
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Aus der FR 2 793 400 ist ein Verfahren zum Bestimmen des Verkalkungsgrades einer
Kaffeemaschine bekannt, bei dem im wesentlichen in einem vorgegebenen Temperaturintervall
der Temperaturanstieg über einen Sensor gemessen und der erhaltene Wert mit einem
vorgegebenen Wert verglichen wird, wobei bei Überschreiten des Vergleichswertes eine Anzeige
aktiviert wird.
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Der GB 2 109 097 A ist eine Wasseraufheizvorrichtung zu entnehmen, die Kalkablagerungen
ebenfalls über einen Temperatursensor ermittelt, wobei sowohl die gemessene Temperatur als
auch das Maß der Temperaturänderung sowie deren Ableitung für die Auswertung
herangezogen werden. Nach Abgleich mit Referenzwerten wird gegebenenfalls ein Alarm aktiviert
oder aber das zu verdampfende Wasser über ein Ablaßventil abgeführt.
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Die aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen zur Überwachung des
Verkalkungsgrades sind im wesentlichen auf herkömmliche Haushaltsgeräte wie zum Beispiel
Kaffeemaschinen beschränkt und erlauben nur eine Unterscheidung zwischen einem
funktionstüchtigen und einem nicht funktionstüchtigen Zustand.
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Es wäre wünschenswert, auf Überwachungs- oder Kontrollvorrichtungen zurückgreifen zu
können, die auf ein wesentlich breiteres Spektrum an Geräten angewendet werden können und
mit denen auch eine Aussage über weitere wesentliche Betriebsparameter bei im Einsatz
befindlichen Geräten gelingt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur
Überwachung des Verstopfungsgrades, insbesondere Verkalkungsgrades einer Düse,
insbesondere Beschwadungsdüse für ein Gargerät, zu liefern, die bzw. das die Nachteile des Stands
der Technik überwindet.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zur Überwachung des
Verstopfungsgrades, insbesondere Verkalkungsgrades, zumindest einer Düse, insbesondere
Beschwadungsdüse, in einem Raum, insbesondere Garraum eines Gargerätes, mit zumindest
einem Sensor zum Erfassen zumindest einer Zustandsgröße, insbesondere eines
Temperaturwertes und/oder Feuchtewertes, im Raum, einer Erfassungs- und Auswerteeinheit in
Wirkverbindung mit dem Sensor zur Bestimmung des Verstopfungsgrades und einer Anzeigeeinheit
in Wirkverbindung mit der Erfassungs- und Auswerteeinheit zum Anzeigen des bestimmten
Verstopfungsgrades.
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Dabei kann vorgesehen sein, daß diese Vorrichtung zumindest eine Quelle für Ultraschall,
Licht und/oder elektromagnetische Wellen zum zumindest bereichsweisen Beaufschlagen der
Düse mit Ultraschall, Licht und/oder elektromagnetischen Wellen, und/oder zumindest ein
Element zum zumindest teilweisen Aufheizen und/oder Abkühlen der Düse aufweist.
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Weiterhin kann dabei vorgesehen sein, daß die Vorrichtung über zumindest einen Detektor für
Ultraschall, Licht und/oder elektromagnetischen Wellen verfügt, wobei vorzugsweise die
Düse zumindest bereichsweise zwischen einer Quelle und einem Detektor angeordnet ist, so daß
der Detektor Ultraschall, Licht und/oder elektromagnetische Wellen zumindest bereichsweise
in Abhängigkeit vom Verstopfungsgrad der Düse beeinflußt.
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Vorteilhafterweise sind der Sensor, die Quelle, der Detektor und/oder das Element im
Garraum, insbesondere relativ zur Düse, bewegbar.
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Außerdem kann dabei vorgesehen sein, daß die Erfassungs- und Auswerteeinheit in
Wirkverbindung mit einer Heizvorrichtung des Gargerätes, einem Gebläse des Gargerätes, einer
Einrichtung zum Entfeuchten des Garraums des Gargerätes, wie in Form einer Abzugsklappe,
einer Ablöscheinheit, einer Kühleinheit und/oder dergleichen, einer Druckerzeugungseinheit
zum Unter-Druck-Setzen des Garraums des Gargeräts, einem Dampfgenerator des Gargerätes,
insbesondere einer Heizeinheit und/oder Pumpe des Dampfgenerators, und/oder einer Steuer-
und/oder Regeleinheit steht.
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Vorteilhafterweise sind dabei die Erfassungs- und Auswerteeinheit, die Anzeigeeinheit
und/oder die Steuer- und/oder Regeleinrichtung in einem ausgeführt.
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Erfindungsgemäß ist weiterhin ein Verfahren zur Überwachung des Verstopfungsgrades,
insbesondere Verkalkungsgrades, zumindest einer Düse, insbesondere Beschwadungsdüse, in -
einem Raum, insbesondere Garraum eines Gargerätes, insbesondere unter Einsatz einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Überwachung des Verstopfungsgrades vorgesehen, bei dem
zumindest ein Temperaturwert und/oder Feuchtewert im Raum erfaßt und zur Bestimmung
des Verstopfungsgrades herangezogen wird, und der bestimmte Verstopfungsgrad angezeigt
wird.
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Günstigerweise werden Temperaturwerte, ein Temperaturverlauf, Feuchtewerte und/oder ein
Feuchteverlauf zu bestimmten Zeitpunkten oder kontinuierlich zumindest im Garraum
während einer Beschwadung und/oder nach einer Beschwadung erfaßt.
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Dabei kann vorgesehen sein, daß das Verhältnis von Feuchtewerten zu Temperaturwerten
ausgewertet wird.
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Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß ein
Kallibrieren der Vorrichtung zur Überwachung des Verstopfungsgrades, vorzugsweise nach einer
bestimmten Betriebszeit, bei einer bestimmten Betriebstemperatur, oder auf Befehl,
insbesondere in einen Aufheiz- und/oder Beschwadungsschritt durchgeführt wird.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren sind vor allem
vorteilhaft in Gargeräten einzusetzen, aber auch in Kaffeemaschinen, Spülmaschinen,
Waschmaschinen und dergleichen, in denen Wasser, insbesondere erwärmtes Wasser, über eine Düse in
einen Raum eingespeist wird. Im Folgenden werden jedoch, beispielhaft, nur noch Gargeräte
betrachtet, und zwar vornehmlich diejenigen, die im Fachjargon als Kombi-Geräte bezeichnet
werden, da sie sowohl ausschließlich mit Heißluft, ausschließlich mit Dampf als auch in
einem kombinierten Betrieb mit Heißluft und Dampf arbeiten können, wie in der EP 0 386 862
B1 beschrieben. Auch kann das Gargerät ein Garen unter Druck gestatten, wobei Überdrücke
von vorzugsweise bis zu ungefähr 1,5 bar ohne weiteres möglich sind. Derartige Gargeräte
verfügen beispielsweise über eine Heißluft-, Gebläse-, Dampferzeugungs- und/oder eine
Drucklufterzeugungseinheit, die entweder in dem Garraum integriert sind oder in
unmittelbarer Wirkverbindung mit diesem stehen. Temperatur, Druck und/oder Feuchte im Garraum
sind, vorzugsweise in Abhängigkeit voneinander, dabei regelbar.
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In den Garraum können eine oder mehrere Beschwadungsdüsen hineinragen, die
vorzugsweise mit einem kontinuierlich oder diskontinuierlich nachfüllbaren Wasserbehältnis in
Verbindung stehen. Am bzw. im Wasserbehältnis oder im Bereich einer Zuleitung zur
Beschwadungsdüse befindet sich eine Heizeinheit zur Dampferzeugung, zum Beispiel in Form von
Heizdrähten oder -winden. Bei der Beschwadungsdüse kann es sich auch um eine einfache
Öffnung in der Wandung des Garraums handeln. Bei dem aus der Beschwadungsdüse
freigesetzten Dampf kann es sich um Gase, Flüssigkeitsnebel, Aerosole oder Flüssigkeit,
insbesondere Wasserdampf oder Wasser in fein verteilter Form handeln.
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Zweckmäßigerweise kann auch eine Pumpvorrichtung vorgesehen werden, insbesondere vom
Wasserbehältnis umfaßt sein, um das Wasser aus dem Wasserbehältnis in Richtung der
Beschwadungsdüse zu befördern. Dieses ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die
Heizeinheit im Bereich der Zuleitung vorliegt.
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In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist im Bereich der Beschwadungsdüse
eine Ultraschallquelle anbringbar bzw. angebracht. Die Ultraschallquelle wird üblicherweise
derart plaziert, daß sich die Beschwadungsdüse in deren Wirkbereich befindet. Weiterhin
kann die Ultraschallquelle auch im Inneren der Beschwadungsdüse angebracht sein, zum
Beispiel in Form einer Ultraschallsonde. Ebenso ist es möglich, die Ultraschallquelle im
Außenbereich der Zuleitung zu der Beschwadungsdüse anzubringen, so daß diese beispielsweise
vollständig oder teilweise mit einer Ultraschallquelle im Außenbereich ummantelt wird. In
gleicher Weise wie Ablagerungen bzw. Verstopfungen im Bereich der Beschwadungsdüse
durch die Einwirkung von Ultraschall abgelöst und/oder zerkleinert werden können, können
mit einer Ultraschallquelle auch Verstopfungen in der Zuleitung zur Beschwadungsdüse
aufgelöst bzw. behoben werden. Besonders vorteilhaft hat sich eine solche Ultraschallquelle
erwiesen, die bewegbar entlang der Beschwadungsdüse und/oder entlang der Zuleitung zur
Beschwadungsdüse anbringbar bzw. angebracht ist. Die Ultraschallquelle kann je nach Bedarf
manuell betätigt, also ein- und ausgeschaltet werden, kann aber auch, insbesondere zusätzlich,
in Wirkverbindung mit der Erfassungs- und Auswerteeinheit stehen und über diese,
insbesondere wenn ein Abfall der Beschwadungsaktivität registriert wird, ein- und wieder
ausgeschaltet werden. Falls die Ultraschallquelle während des regulären Garbetriebes eingesetzt wird,
kann nicht ausgeschlossen werden, daß zerkleinerte und/oder freigesetzte
Verstopfungspartikel aus der Zuleitung oder der Beschwadungsdüse aus der Beschwadungsdüse heraus in den
Garraum transportiert werden. Zweckmäßiger Weise schirmt man bei Verwendung einer
Ultraschallquelle den Ausgangsbereich oder Auslaß der Beschwadungsdüse mit einem
vorzugsweise bewegbaren Siebbehältnis ab, daß zwar die Beschwadung in keiner Weise
beeinträchtigt, jedoch jedweden Partikelausstoß aus der Beschwadungsdüse abfängt. Als bewegbares
Siebbehältnis ausgestattet kann es auf einfache Weise entleert werden.
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Anstelle einer Ultraschallquelle oder zusätzlich zu derselben ist auch ein Element zum
Beaufschlagen der Düse mit einem Thermoschock zum Lösen einer Verstopfung der Düse
vorteilhaft.
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Die Erfassung- und Auswerteeinheit steht erfindungsgemäß in Wirkverbindung mit
mindestens einem Temperatursensor und/oder Feuchtesensor. Der Temperatursensor nimmt
zumindest eine Temperatur im Garraum insbesondere zu den folgenden Zeitpunkten T auf:
- a) zu Beginn eines Beschwadungsvorgangs (T1),
- b) nach einem ersten Zeitintervall nach Beginn der Beschwadung (T2),
- c) nach einem zweiten Zeitintervall nach Beginn der Beschwadung (T2'),
- d) bei Erreichen einer im wesentlichen konstanten Garraumtemperatur während der
Beschwadung (T3),
- e) bei Wiederanstieg der Garraumtemperatur gegenüber der im wesentlichen konstanten
Garraumtemperatur (T4),
- f) nach einem dritten Zeitintervall nach Verlassen der im wesentlichen konstanten
Temperatur (T5) und/oder
- g) nach einem vierten Zeitintervall nach Verlassen der konstanten Temperatur (T5').
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Beispielsweise nimmt die Erfassungs- und Auswerteeinheit die Temperaturwerte und
gegebenenfalls Feuchtigkeitswerte kontinuierlich auf und registriert insbesondere die vorhergehend
genannten Zeitpunkte. Aus den erhaltenen Werten wird zum Beispiel die Steigung des
Temperaturabfalls und/oder Temperaturanstiegs nach Beginn einer Beschwadung ermittelt. Eine
geringe Steigung des Temperaturabfalls oder gar ein Temperaturanstieg ist ein Anzeichen für
das Vorliegen eines bestimmten Verstopfungs- bzw. Verkalkungsgrades der
Beschwadungsdüse.
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Mit Aufnahme des Beschwadens des Garraums sinkt die Garraumtemperatur, die sich
beispielsweise im Bereich von etwa 130 bis 260°C bewegt, in Abhängigkeit von der Intensität
der Beschwadung mehr oder weniger stark ab und pegelt sich im allgemein nach einer
bestimmten Zeitdauer auf ein im wesentlichen konstantes Temperaturniveau ein. Nach
Beendigung des Beschwadungsvorgangs steigt die Garraumtemperatur wieder an. Es wurde
festgestellt, daß bei eintretender bzw. zunehmender Verstopfung bzw. Verkalkung der
Beschwadungsdüse der Temperaturabfall zu Beginn der Beschwadung weniger stark ausfällt, die
Garraumtemperatur gegebenenfalls bereits während des Beschwadens wieder zu steigen beginnt
und die Garraumtemperatur je nach dem Zustand der Beschwadungsdüse, insbesondere nach
Beendigung der Beschwadung, schneller wieder zu steigen beginnt. Überraschenderweise
wurde gefunden, daß die Garraumtemperatur weitgehend unabhängig von der Art und/oder
Menge der Beladung des Garraums ist. Dieses gestattet eine nahezu objektive Bestimmung
des Verstopfungs- bzw. Verkalkungsgrades der Beschwadungsdüse in jedem beliebigen
Betriebszustand.
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Von besonderer Bedeutung für die Bestimmung des Zustandes einer Beschwadungsdüse sind
unter anderem i) der Abfall der Garraumtemperatur während des Beschwadens sowie ii) der
Zeitpunkt und iii) die Intensität des Wiederanstiegs der Garraumtemperatur nach und/oder
auch während des Beschwadungsvorgangs.
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Über geeignete Feuchtesensoren kann insbesondere die relative Feuchtigkeit im Garraum
ermittelt werden. Diese steigt im allgemeinen unmittelbar nach Beginn der Beschwadung
schlagartig an, wobei das Ausmaß dieses Anstiegs in Abhängigkeit vom Verstopfungs- bzw.
Verkalkungszustand der Beschwadungsdüse unterschiedlich stark ausfällt. Je weniger
verstopft die Düse ist, um so stärker ist der Anstieg der Feuchte im Garraum.
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Bei funktionierender Beschwadung steigt die Feuchte im Garraum in der Regel
unproblematisch auf einen gewünschten Sollwert innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls an. Eine
teilweise bzw. nahezu vollständig verstopfte Beschwadungsdüse ist im allgemeinen nicht
mehr in der Lage, einen Feuchteanstieg auf den gewünschten Sollwert innerhalb eines
bestimmten Zeitintervalls zu erreichen. Unter Berücksichtigung der Beladung des Garraums läßt
sich auf diese Art und Weise auch mit Hilfe von Sensoren zur Bestimmung des
Feuchtegehalts im Garraum der Verstopfungs- bzw. Verkalkungsgrad der Beschwadungsdüse ermitteln.
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Die registrierten Temperaturwerte sowie die daraus abgeleiteten Werte können zur
Bestimmung des Verstopfungs- bzw. Verkalkungsgrades mit Referenzwerten verglichen werden.
Zweckmäßigerweise sind diese Referenzwerte bestimmten Garraumtemperaturen,
Feuchtewerten, Gargeräten und/oder Garverfahren zugeordnet. Die Referenzwerte können bereits
vorab als Standardwerte abgespeichert worden sein oder vor einem Garvorgang durch
Referenzmessungen am tatsächlich eingesetzten Gargerät ermittelt werden.
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Die ebenfalls in Wirkverbindung mit der Erfassungs- und Auswerteeinheit stehende
Anzeigeeinheit kann dazu verwendet werden, nicht nur einen unzulässig hohen Verstopfungsgrad
einer Beschwadungsdüse anzuzeigen, sondern auch dazu, den aktuellen Arbeitszustand der
Beschwadungsdüse wiederzugeben. Dieses hat den Vorteil, daß der Garerfolg gegebenenfalls
auch während eines laufenden Garprozesses dadurch sichergestellt werden kann, daß der
Dampfdruck oder die Temperatur des Dampfes an den bestimmten Verstopfungsgrad
angepaßt wird. Auf diese Weise wird umgangen, den Garprozeß zu unterbrechen, um die
Beschwadungsdüse zu reinigen bzw. zu entkalken oder auszutauschen. Insbesondere bei
Großküchengeräten entfällt damit der Verlust einer kompletten Garcharge.
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Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, daß ein Betreiber eines Gargerätes mit einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Kalibrierung derselben unter Ermittlung entsprechender
Referenzwerte selber vornehmen kann. Auf diese Weise kann ein auf die jeweiligen individuellen
Gegebenheiten abgestimmtes Gargerät erhalten werden.
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Darüber hinaus ist es möglich, den Verstopfungs- bzw. Verkalkungszustand der
Beschwadungsdüse in einem separaten Aufheiz- und Beschwadungsschritt zu ermitteln, ohne daß eine
Beladung mit Gargut nötig wäre. Auf diese Weise gelingt zum Beispiel ein unproblematischer
Verkalkungscheck von Gargeräten, die über einen längeren Zeitraum nicht eingesetzt worden
sind.
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Bei der Erfassungs- und Auswerteeinheit handelt es sich vorzugsweise um einen
Mikroprozessor oder Computer. Dieser Mikroprozessor oder Computer ist in der Lage, Temperatur-
und gegebenenfalls auch Feuchtewerte zu registrieren und mit voreingestellten
Referenzwerten abzugleichen. Des weiteren läßt sich der Mikroprozessor oder Computer derart einstellen,
daß auch das Ausmaß der Änderungen hinsichtlich Temperatur und Feuchte über die
Gardauer ermittelt und gegen entsprechende Referenzwerte abgeglichen werden kann.
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Bei der in Wirkverbindung mit der Erfassungs- und Auswerteeinheit stehende Anzeigeeinheit
handelt es sich regelmäßig um solche Einheiten, die kommerziell erhältlich sind, also zum
Beispiel Flüssigkristall- oder LED-Anzeigen.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer aus einer einzigen Figur
bestehenden schematischen Zeichnung im einzelnen erläutert wird. Dabei zeigt die Figur eine
Schnittansicht durch ein Gargerät mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Das in der Figur dargestellte Gargerät 1 umfaßt einen Garraum 2, der von einem Gebläseraum
3 über ein Luftleitblech 4 auf herkömmliche Weise getrennt ist. Die Garraumatmosphäre im
Garraum 2 ist über ein Gebläse 5 im Gebläseraum 3 aufgrund von Durchlaßöffnungen im
Luftleitblech 4 zirkulierbar. Das Gebläse 5 wird dabei von einem Motor 6 angetrieben und ist
von einer Heizvorrichtung umgeben. Ferner mündet eine Beschwadungsdüse 8 in den
Gebläseraum 3, so daß Dampf über das Gebläse S in den Garraum 2 eingeführt werden kann. Die
Beschwadungsdüse 8 ist über eine Pumpe 9 mit einem Wasserbehältnis 10 verbunden, wobei
das Wasser im Wasserbehältnis 10 zumindest teilweise über die Heizeinheit 11 verdampfbar
ist. Der Garraumausgang 12 kann über eine verschließbare Klappe 13 verschlossen werden.
Im Garraum sind ein Temperatursensor 14 und ein Feuchtesensor 15 angeordnet, wobei beide
Sensoren 14, 15 mit einer Erfassungs- und Auswerteeinheit 16 verbunden sind, die ihrerseits
in Wirkverbindung mit einer Anzeigeeinheit 17 steht.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, daß auf einfache Art und Weise das
Garen in Gegenwart von Dampf kontinuierlich sowie diskontinuierlich kontrolliert werden kann.
Über die Registrierung und Auswertung des Temperaturprofils während und nach der
Beschwadung mit Dampf mittels eines Überwachungsmoduls kann der Betriebszustand der
Beschwadungsdüse zu jedem Zeitpunkt exakt ermittelt werden. Dieses ist insbesondere bei im
Dauerbetrieb befindlichen Geräten von großem Vorteil. Des weiteren ist es nicht mehr
erforderlich, besondere Vorkehrungen hinsichtlich der Reinheit bzw. des Härtegrades des
verwendeten Wassers vorzusehen. Vielmehr kann jedes beliebige, ortsübliche Wasser verwendet
werden. Als besonders vorteilhaft hat sich herausgestellt, daß man unabhängig von der Art
und dem Umfang der Beladung des Garraumes stets eine verläßliche Aussage über den
Betriebszustand, das heißt den Verstopfungs- bzw. Verkalkungsgrad der Beschwadungsdüse
erhält. Insbesondere ist es nicht mehr erforderlich, eine Beschwadungsdüse während des
Garvorgangs auswechseln zu müssen, solange diese nicht vollständig verstopft ist. Vielmehr ist es
in bestimmten Grenzen möglich, über die Variation des Verdampfungsdrucks bei der
Dampferzeugung sowie über die Temperatur des Dampfes die Folgen einer durch partielle
Verstopfung verminderten Beschwadung zumindest über einen bestimmten Zeitraum zu
kompensieren.
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Ein bevorzugtes Verfahren zur Ermittlung des Verstopfungsgrades, insbesondere des
Verkalkungsgrades, einer Beschwadungsdüse, die einen beheizten Garraum beschwadet, dessen
Innentemperatur höher ist als die Temperatur der Beschwadungsdämpfe ist, insbesondere unter
Verwendung eines Mikroprozessors oder Computers, zeichnet sich dadurch aus, daß mit
Aufnahme des Beschwadungsvorgangs die Zeit und die Temperatur im Garraum über mindestens
einen Temperatursensor und eine Erfassungs- und Auswerteeinheit ermittelt und registriert
werden, wobei dieser Vorgang nach einer vorab festgelegten Zeitspanne bei im wesentlichen
fortwährender Beschwadung zur Ermittlung einer Temperatur wiederholt wird. In der
Erfassungs- und Auswerteeinheit wird zudem die Steigung des Temperaturabfalls ermittelt und mit
einem vorgegebenen Referenzwert abgeglichen wird, wobei bei Überschreiten einer
bestimmten Abweichung vom Referenzwert ein Signal an eine Anzeigeeinheit übermittelt wird,
wodurch ein optisches und/oder akustisches Warnsignal freigesetzt wird.
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Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen sowie der Zeichnung offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung in ihren jeweiligen Ausführungsformen wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
1 Gargerät
2 Garraum
3 Gebläseraum
4 Luftleitblech
5 Gebläse
6 Motor
7 Heizvorrichtung
8 Beschwadungsdüse
9 Pumpe
10 Wasserbehältnis
11 Heizeinheit
12 Garraumausgang
13 verschließbare Klappe
14 Temperatursensor
15 Feuchtesensor
16 Erfassungs- und Auswerteeinheit
17 Anzeigeeinheit