DE10208317A1 - Biologisch abbaubarer Emulsionssprengstoff - Google Patents
Biologisch abbaubarer EmulsionssprengstoffInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft einen biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff, ein Verfahren zur Herstellung desselben und ein Sprengstoffsystem, das den biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff enthält.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen biologisch abbaubaren Emulsions
sprengstoff, ein Verfahren zur Herstellung desselben und ein Sprengstoffsystem,
das den biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff enthält.
Nicht detonierte Explosivstoffladungen sind potentiell gefährlich für Mensch, Tier
und Umwelt. Das erfindungsgemäße System stellt einen biologisch abbaubaren,
umweltfreundlichen Emulsionssprengstoff bereit, welcher frei von Sprengölen ist
und nach längerem Kontakt mit Wasser biologisch abgebaut wird. Der Eintrag in
die Umwelt wird durch Verwendung von umweltfreundlichen und wenig gesund
heitsschädlichen Sprengstoffkomponenten minimiert.
Aus dem Stand der Technik ist die WO 97/19253 "Apparatus, Systems, Compo
sitions, and Methods for Bioremediation of Explosives" bekannt. Diese bezieht
sich generell auf Explosivstoffe, jedoch nicht auf Emulsionssprengstoffe. Als Bei
spiele werden dort in erster Linie High Explosives wie Trinitrotoluol (TNT), Pen
taerythrittetranitrat (PETN), Cyclotrimethylentrinitramin (RDX) und Cyclotetra
methylentetranitrat (RDX) erwähnt.
Emulsionssprengstoffe bestehen aus einer inneren diskontinuierlichen Phase aus
einer wässrigen Lösung anorganischer oxidierender Salze und einer äußeren
kontinuierlichen Phase aus organischen verbrennbaren Bestandteilen. Beim er
findungsgemäßen biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff besteht die or
ganische kontinuierliche Phase überwiegend oder vollständig aus biologisch ab
baubaren kohlenwasserstoffhaltigen Brennstoffkomponenten bzw. biologisch ab
baubaren Ölen oder Wachsen, die bei Temperaturen zwischen 40°C und 80°C
weitgehend flüssig oder verflüssigbar sind. Ihr Anteil am fertigen Emulsions
sprengstoff liegt zwischen 3,5 und 10 Gew.-%. Bei den biologisch abbaubaren
Ölen oder Wachsen handelt es sich beispielsweise um kurzkettige kohlenwas
serstoffhaltige Brennstoffkomponenten wie Mineralöle mit einer Kettenlänge von
C6 bis C40, beispielsweise Gravex 913 (Firma Shell) oder entsprechende Die
selkraftstoffe, oder Fettsäureester wie Rapsöl, Sojaöl oder Sonnenblumenöl.
Dabei ist "biologisch abbaubar" im Sinne der OECD-Richtlinie "OECD GUIDELI
NE FOR TESTING OF CHEMICALS" (OECD 301 A-F) vom 17.07.92 bzw. der
OECD-Richtlinie "OECD GUIDELINE FOR TESTING OF CHEMICALS" (OECD
302 C) vom 12.05.81 und dem darin beschriebenen "Modified MITI-Test II" zu
verstehen.
Die OECD-Richtlinie "OECD GUIDELINE FOR TESTING OF CHEMICALS" (O-ECD
301 A-F) vom 17.07.92 legt die Maßstäbe für die biologische Abbaubarkeit
von Chemikalien fest. Als vollständig abbaubar werden demnach Stoffe angese
hen, bei denen unter den in der Richtlinie festgelegten Bedingungen innerhalb
von 28 Tagen ≧ 70% DOC (gelöster organischer Kohlenstoff) abgebaut werden
oder die einen Sauerstoffbedarf von ≧ 60% gegenüber dem theoretischen Sau
erstoffbedarf (ThOD) aufweisen.
Beim "Modified MITI-Test II", dargelegt in der OECD-Richtlinie "OECD GUIDELI
NE FOR TESTING OF CHEMICALS" (OECD 302 C) vom 12.05.81, wird die bio
logische Abbaubarkeit von Stoffen mit der von Anilin verglichen. Unterschreitet
die Abbaurate 40% nach 7 Tagen oder 65% nach 14 Tagen, jeweils bezogen
auf die Abbaurate von Anilin, so gilt der Test als nicht bestanden. Anilin selbst
weist eine biologische Abbaubarkeitsrate von 95,9% (Ringanalyse, OECD-
Richtlinie "OECD GUIDELINE FOR TESTING OF CHEMICALS" (OECD 302 C)
vom 12.05.81, S. 7) auf.
In der äußeren kontinuierlichen Phase sind auch die Emulgatoren gelöst. Dies
sind oberflächenaktive Stoffe, die eine Wasser-in-Öl-Emulsion erzeugen und
stabilisieren. Verbindungen, die als Emulgatoren in diesen Sprengstoffen einge
setzt werden können, sind dem Fachmann bekannt. So kann es sich bei den
Emulgatoren beispielsweise um Sorbitanmonooleat (SMO) oder Polyisobutylen
bernsteinsäureanhydrid (PIBSA) und PIBSA-Derivate handeln. Der Anteil der
Emulgatoren im fertigen Emulsionssprengstoff liegt zwischen 0,3 und 3,0 Gew.-%.
Die innere diskontinuierliche Phase enthält als anorganische Salze vorwiegend
Ammoniumnitrat, das im fertigen Emulsionssprengstoff in Anteilen zwischen 55
und 90 Gew.-% enthalten sein kann. Weitere anorganische Salze in dieser Pha
se sind Alkali- und/oder Erdalkalinitrate und/oder -perchlorate. Der Anteil dieser
Salze im fertigen Emulsionssprengstoff liegt zwischen 0 und 20 Gew.-%.
Weiterhin enthält der erfindungsgemäße biologisch abbaubare Emulsions
sprengstoff Mikrohohlstellen erzeugendes oder vorzugsweise solche Stellen auf
weisendes Material. Letzteres sind vorzugsweise Mikrohohlkügelchen, die in
Mengen von 0,01 bis 10 Gew.-% im fertigen Emulsionssprengstoff enthalten sein
können. Unter Mikrohohlkügelchen werden dabei Materialien verstanden, die
Leerstellen in Form von geschlossenen Zellen enthalten. Diese Hohlkugeln ha
ben eine durchschnittliche Teilchengröße zwischen 1 nm bis 10 mm, bevorzugt
zwischen 10 und 300 µm, und eine echte Dichte von etwa 0,03 g/ml bis 0,9 g/ml.
Es können aber auch natürlich vorkommende Materialien wie Tuff oder Vulkan
asche eingesetzt werden. Mikrohohlstellen erzeugendes Material sind beispiels
weise Luftblasen, die mechanisch in den Sprengstoff eingearbeitet sind oder
Chemikalien, die unter Gasentwicklung langsam zerfallen. Der Luft- bzw. Gas
anteil im fertigen Emulsionssprengstoff beträgt in diesem Fall zwischen 0,01 und
30 Vol.-%.
Der erfindungsgemäße biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff zeichnet sich
weiterhin dadurch aus, dass die Teilchengröße der Mikrohohlkügelchen eine bi
modale oder polymodale Verteilung aufweisen kann. Der erfindungsgemäße bio
logisch abbaubare Emulsionssprengstoff hat gegenüber den bisher bekannten
Emulsionssprengstoffen den Vorteil, dass er auch bei Viskositäten im Bereich
von 1 000 bis 200 000 mPa.s kapselempfindlich ist und zudem eine hohe Deto
nationsgeschwindigkeit aufweist. In entsprechender Abmischung und bei ent
sprechenden Verhältnissen des Durchmessers der Hülse zum Durchmesser des
Bohrlochs sind mit dem erfindungsgemäßen biologisch abbaubaren Emulsions
sprengstoff Detonationsgeschwindigkeiten von ≧ 5000 bis 7000 m/s zu erzielen.
Dabei bewirken die größeren Hohlkugeln in erster Linie eine Kapselempfindlich
keit des Emulsionssprengstoffs gegenüber dem Standardzünder Kapsel Nr. 8.
Ihre durchschnittliche Teilchengröße liegt zwischen 50 µm und 10 mm. Die klei
nen Hohlkugeln dienen in erster Linie dazu, eine hohe Detonationsgeschwindig
keit zu erzielen. Ihre durchschnittliche Teilchengröße liegt zwischen 1 nm und
50 µm.
Der erfindungsgemäße biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff kann als Ad
ditive noch weitere Sensibilisierungsmittel bzw. Partikelbeschleuniger enthalten,
wie beispielsweise hochbrisante Explosivstoffe, Leichtmetallpulver, Metalloxid
pulver oder andere explosionsgefährliche Stoffe. Zu den Partikelbeschleunigern
zählen beispielsweise Pulver von Metalloxiden, wie Zinkoxid, Kupferoxid und Ei
senoxid. Zu den explosionsgefährlichen Stoffen zählen beispielswiese niedere
Alkylammonium- und Alkanolammoniumnitrate wie Methylammoniumnitrat oder
Ethylendiammoniumnitrat.
Der erfindungsgemäße biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff kann weiter
hin Mikroorganismen enthalten, die den Emulsionssprengstoff oder Komponenten
desselben biologisch abbauen können. Diese Mikroorganismen werden dem
Emulsionssprengstoff vorzugsweise in zersetzbaren Behältnissen zugesetzt.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen biologisch abbaubaren Emulsions
sprengstoffs erfolgt in an sich bekannter Weise durch Vermischen der wässrigen
Phase mit der organischen Phase unter Bildung der Sprengstoffemulsion. Beide
Phasen werden vorher mit den in diesen enthaltenen löslichen Stoffen vorge
mischt. In die beim Vermischen der beiden Phasen enthaltene Emulsion, die
auch als Matrix bezeichnet wird, werden dann die Mikrohohlstellen erzeugenden
Materialien, vorzugsweise Mikrohohlkugeln, und ggf. weitere Sensibilisierungs
mittel bzw. Partikelbeschleuniger eingerührt.
Das erfindungsgemäße Sprengstoffsystem, das den biologisch abbaubaren
Emulsionssprengstoff enthält, besteht aus den wesentlichen Hauptkomponenten:
- - Biologisch abbaubarer Emulsionssprengstoff;
- - Hülse;
- - Hülsendeckel.
Die Erfindung wird durch die nachstehende Zusammensetzung beispielhaft er
läutert, ohne sie dadurch einzuschränken:
| Bestandteil | |
| [Gew.-%] | |
| Ammoniumnitrat | 71.8 |
| Natriumnitrat | 10.0 |
| Wasser | 10.0 |
| Rapsöl | 4.8 |
| Emulgator PIBSA | 1.4 |
| Mikrohohlkugeln, | 2.4 |
| AL=L<durchschnittliche Dichte: 0,188 g/ml |
Die Lagerbeständigkeit der erfindungsgemäßen biologisch abbaubaren Spreng
stoffemulsion ist sehr gut: So tritt nach einer Lagerung von 1 Jahr unter üblichen
Lagerbedingungen praktisch keine Änderung der Detonationsgeschwindigkeit
auf.
Die erfindungsgemäß vorgesehene Hülse (Cartridge) mit Hülsendeckel zeichnet
sich dadurch aus, dass sie vorzugsweise zum Teil oder vollständig aus einem
biologisch abbaubaren Werkstoff besteht. Die biologisch abbaubaren Werkstoffe
können nach unterschiedlichsten Technologien sowohl aus erneuerbaren Res
sourcen, d. h. aus nachwachsenden Rohstoffen, als auch aus fossilen Ressour
cen hergestellt sein. Beispiele für nachwachsende Rohstoffe sind:
- - Stärke und Stärkeblends
- - Polylactide (PLA)
- - Cellulose, Celluloseacetate (CA)
- - Polyhydroxybutyrat
- - Polyhydroxyvalerat
- - Zellglas
- - Viskose
- - Tierische und pflanzliche Roh- und Reststoffe, beispielsweise Gelatine
Beispiele für Rohstoffe auf Basis von Erdölen sind:
- - Polyester und Co-polyester
- - Polycaprolacton
- - Polyesteramide und Co-polyesterpolyamide
- - Polyesterurethane
- - Polyvinylalkohol
Weiterhin können fermentativ erzeugte Polymere und Monomers eingesetzt wer
den.
Die Hülse besteht vorzugsweise aus einem Polymerwerkstoff, beispielsweise PE
oder PP, oder einem biologisch abbaubaren Werkstoff. Vorzugsweise besteht die
Hülse aus Polyesteramiden.
Die Hülse verfügt über eine Zündernut und kann mittels eines Deckels wasser
dicht verschlossen werden.
Die Dimensionen der Hülse orientieren sich an den gängigen Durchmessern des
Wettbewerbs (32 cm, 50 cm und 57 cm), die Länge ergibt sich aus dem spezifi
schen Gewicht des Emulsionssprengstoffs bei beispielsweise Massen von 250 g
bis zu 2000 g.
Der Hülsendeckel besteht vorzugsweise aus einem Polymerwerkstoff, beispiels
weise PE oder PP, oder einem biologisch abbaubaren Werkstoff. Vorzugsweise
besteht der Hülsendeckel aus Polyesteramiden. Der Hülsendeckel kann mit ei
nem Dichtring versehen sein, damit die Hülse auch in großen Tiefen eingesetzt
werden kann.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung im Einzelnen ist ein biologisch abbauba
rer Emulsionssprengstoff, der im Wesentlichen besteht aus einer inneren diskon
tinuierlichen Phase aus einer wässrigen Lösung anorganischer oxidierender Sal
ze und einer äußeren kontinuierlichen Phase aus organischen verbrennbaren
Bestandteilen, wobei:
- - der Emulsionssprengstoff biologisch abbaubar ist;
- - die organische kontinuierliche Phase der Emulsion aus biologisch abbauba ren kohlenwasserstoffhaltigen Brennstoffkomponenten besteht;
- - die organische kontinuierliche Phase aus biologisch abbaubaren Ölen oder Wachsen besteht;
- - die überwiegend oder vollständig biologisch abbaubaren Öle oder Wachse bei Temperaturen zwischen 40°C und 80°C weitgehend flüssig oder verflüs sigbar sind;
- - die abbaubaren Öle und Wachse aus kurzkettigen Mineralölen mit einer Ket tenlänge von C6 bis C40 ausgewählt sind;
- - die biologisch abbaubaren Öle und Wachse aus Fettsäureestern ausgewählt sind;
- - es sich bei den Fettsäureestern um Rapsöl, Sojaöl oder Sonnenblumenöl oder ein Gemisch daraus handelt;
- - der Anteil der äußeren kontinuierlichen Phase am fertigen Emulsionsspreng stoff zwischen 3,5 und 10% beträgt;
- - in der äußeren kontinuierlichen Phase Emulgatoren gelöst sind;
- - es sich bei den Emulgatoren um Sorbitanmonooleat (SMO) oder Polyisobuty lenbernsteinsäureanhydrid (PIBSA) oder PIBSA-Derivate handelt;
- - der Anteil der Emulgatoren am fertigen Emulsionssprengstoff zwischen 0,3 und 3,0 Gew.-% beträgt;
- - die innere diskontinuierliche Phase der Emulsion aus einer wässrigen Lösung anorganischer oxidierender Salze besteht;
- - die innere diskontinuierliche Phase als anorganisches Salz vorwiegend Am moniumnitrat enthält;
- - der Anteil von Ammoniumnitrat am fertigen Emulsionssprengstoff zwischen 55 und 90 Gew.-% beträgt;
- - die innere diskontinuierliche Phase als weitere anorganische Salze Alkali- und/oder Erdalkalinitrate und/oder perchlorate enthalten kann;
- - der Anteil der Alkali- und/oder Erdalkalinitrate und/oder -perchlorate am ferti gen Emulsionssprengstoff zwischen 0 und 20 Gew.-% beträgt;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff Mikrohohlstellen erzeugen des oder Mikrohohlstellen aufweisendes Material enthält;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff vorzugsweise Mikrohohlstel len aufweisendes Material enthält;
- - das Mikrohohlstellen aufweisende Material vorzugsweise Mikrohohlkügelchen sind;
- - die Mikrohohlkügelchen eine durchschnittliche Teilchengröße zwischen 1 nm und 10 mm, vorzugsweise zwischen 10 und 300 µm, und eine Dichte zwischen 0,03 und 0,9 g/ml haben;
- - die Teilchengröße der Mikrohohlkügelchen eine bimodale Verteilung aufweist;
- - die Teilchengröße der Mikrohohlkügelchen eine polymodale Verteilung auf weist;
- - das Mikrohohlstellen aufweisende Material ein natürlich vorkommendes Mate rial wie Tuff oder Vulkanasche sein kann;
- - der Anteil des Mikrohohlstellen aufweisenden Materials am fertigen Emulsi onssprengstoff zwischen 0,01 und 10 Gew.-% beträgt;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff als Mikrohohlstellen erzeu gendes Material Luftblasen enthält;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff als Mikrohohlstellen erzeu gendes Material Chemikalien enthält, die unter Gasentwicklung langsam zer fallen;
- - der Luft- bzw. Gasanteil im fertigen Emulsionssprengstoff zwischen 0,01 und 30 Vol.-% betragen kann;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff Additive als Sensibilisie rungsmittel bzw. Partikelbeschleuniger enthält;
- - die Sensibilisierungsmittel bzw. Partikelbeschleuniger hochbrisante Explosiv stoffe, Leichtmetallpulver, Metalloxidpulver oder andere explosionsgefährliche Stoffe sind;
- - es sich bei den Metalloxidpulvern um Zinkoxid, Kupferoxid oder Eisenoxid handelt;
- - es sich bei den Sensibilisierungsmitteln um niedere Alkylammonium- und/oder Alkonolammoniumnitrate handelt;
- - es sich bei den Sensibilisierungsmitteln um Methylammoniumnitrat und/oder Ethylendiammoniumnitrat handelt;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff Behältnisse mit Mikroorga nismen enthalten kann, die den Emulsionssprengstoff oder Komponenten desselben biologisch abbauen können;
- - die Mikroorganismen dem biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff vor zugsweise in zersetzbaren Behältnissen zugesetzt werden;
- - der biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff bei Viskositäten im Bereich von 1 000 bis 200 000 mPa.s kapselempfindlich ist;
- - mit dem biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff eine Detonationsge schwindigkeit von ≧ 5000 bis 7000 m/s zu erzielen ist;
Der erfindungsgemäße biologisch abbaubare Emulsionssprengstoff kann da
durch hergestellt werden, dass die wässrige Phase mit der organischen Phase
unter Bildung der Sprengstoffemulsion vermischt wird, wobei:
- - die beiden Phasen vorher mit den in diesen enthaltenen löslichen Stoffen vorgemischt werden;
- - in die beim Vermischen der beiden Phasen enthaltene Emulsion Mikrohohl stellen erzeugendes oder Mikrohohlstellen aufweisendes Material und ggf. weitere Additive eingerührt werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin ein Sprengstoffsystem, das
den biologisch abbaubaren Emulsionssprengstoff in einer Hülse (Cartridge) mit
Hülsendeckel enthält, wobei:
- - die Hülse (Cartridge) und der Hülsendeckel vorzugsweise aus einem biolo gisch abbaubaren Polymerwerkstoff bestehen;
- - der biologisch abbaubare Polymerwerkstoff sein kann: Stärke und Stär keblends; Polylactide (PLA); Cellulose, Celluloseacetate (CA); Polyhydroxy butyrat; Polyhydroxyvalerat; Zellglas; Viskose; tierische und pflanzliche Roh- und Reststoffe z. B. Gelatine; Polyester und Co-polyester; Polycaprolacton; Polyesteramide und Co-polyesterpolyamide; Polyesterurethane; Polyvinylal kohol;
- - der biologisch abbaubare Polymerwerkstoff vorzugsweise ein Werkstoff aus der Gruppe der Polyesteramide ist;
- - die Hülse über eine Zündernut verfügt;
- - der Hülsendeckel mit einem Dichtring versehen ist.
Claims (24)
1. Emulsionssprengstoff mit einer inneren diskontinuierlichen Phase aus einer
wässrigen Lösung anorganischer oxidierender Salze und einer äußeren
kontinuierlichen Phase aus organischen verbrennbaren Bestandteilen, da
durch gekennzeichnet, dass der Emulsionssprengstoff biologisch abbaubar
ist.
2. Emulsionssprengstoff gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die äußere kontinuierliche Phase der Emulsion aus biologisch abbaubaren
kohlenwasserstoffhaltigen Brennstoffkomponenten besteht, vorzugweise
aus biologisch abbaubaren Ölen oder Wachsen besteht, die bei Temperatu
ren zwischen 40°C und 80°C weitgehend flüssig oder verflüssigbar sind.
3. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es
sich bei den überwiegend oder vollständig biologisch abbaubaren Ölen und
Wachsen um kurzkettige Mineralöle mit einer Kettenlänge von C6 bis C40
handelt.
4. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es
sich bei den überwiegend oder vollständig biologisch abbaubaren Ölen und
Wachsen um Fettsäureester handelt, vorzugsweise um Rapsöl, Sojaöl oder
Sonnenblumenöl oder um ein Gemisch daraus.
5. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der organischen kontinuierliche
Phase am fertigen Emulsionssprengstoff zwischen 3, 5 und 10% beträgt.
6. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass in der organischen kontinuierlichen Phase
Emulgatoren gelöst sind.
7. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es
sich bei den Emulgatoren um Sorbitanmonooleat (SMO), Polyisobutylen
bernsteinsäureanhydrid (PIBSA) oder PIBSA-Derivate handelt und der An
teil der Emulgatoren am fertigen Emulsionssprengstoff vorzugsweise zwi
schen 0,3 und 3,0 Gew.-% beträgt.
8. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die innere diskontinuierliche Phase der
Emulsion aus einer wässrigen Lösung anorganischer oxidierender Salze be
steht.
9. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
diskontinuierliche wässrige Phase als anorganisches Salz vorwiegend Am
moniumnitrat enthält, und dass der Anteil von Ammoniumnitrat am fertigen
Emulsionssprengstoff vorzugsweise zwischen 55 und 90 Gew.-% beträgt.
10. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
diskontinuierliche Phase als weitere anorganische Salze Alkali- und/oder
Erdalkalinitrate und/oder perchlorate enthält, und dass der Anteil der Alkali-
und/oder Erdalkalinitrate und/oder perchlorate am fertigen Emulsions
sprengstoff vorzugsweise zwischen 0 und 20 Gew.-% beträgt.
11. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die biologisch abbaubare Emulsion Mikro
hohlstellen erzeugendes oder Mikrohohlstellen aufweisendes Material, vor
zugsweise Mikrohohlstellen aufweisendes Material, wiederum vorzugsweise
Mikrohohlkügelchen, enthält.
12. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die
Mikrohohlkügelchen eine durchschnittliche Teilchengröße zwischen 1 nm
und 10 mm, vorzugsweise zwischen 10 und 300 µm, und eine Dichte
zwischen 0,03 und 0,9 g/ml haben, dass die Teilchengröße vorzugsweise
eine bimodale oder polymodale Verteilung aufweist.
13. Emulsionssprengstoff nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der
Anteil des Mikrohohlstellen aufweisenden Materials am fertigen Sprengstoff
zwischen 0,01 und 10 Gew.-% beträgt.
14. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass dass die biologisch abbaubare Emulsion
Additive als Sensibilisierungsmittel bzw. Partikelbeschleuniger enthält.
15. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sprengstoff Behältnisse mit Mikroorga
nismen enthält, die den Emulsionssprengstoff oder Komponenten desselben
biologisch abbauen können, und dass die Mikroorganismen dem biologisch
abbaubaren Emulsionssprengstoff vorzugsweise in zersetzbaren Behältnis
sen zugesetzt werden.
16. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sprengstoff bei Viskositäten im Bereich
von 1 000 bis 200 000 mPa.s kapselempfindlich ist.
17. Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass mit dem erfindungsgemäßen Emulsions
sprengstoff eine Detonationsgeschwindigkeit von ≧ 5000 bis 7000 m/s zu
erzielen ist.
18. Verfahren zur Herstellung eines Emulsionssprengstoffes nach einem oder
mehreren der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die wäss
rige Phase mit der organischen Phase unter Bildung der Sprengstoffemulsi
on vermischt wird, wobei vorzugsweise beide Phasen vorher mit den in die
sen enthaltenen löslichen Stoffen vorgemischt werden, und wiederum vor
zugsweise in die beim Vermischen der beiden Phasen enthaltene Emulsion
Mikrohohlstellen erzeugendes oder Mikrohohlstellen aufweisendes Material
und ggf. weitere Additive und Behältnisse mit Mikroorganismen eingerührt
werden.
19. Sprengstoffsystem aus einem Emulsionssprengstoff, einer Hülse (Cartridge)
und einem Hülsendeckel, dadurch gekennzeichnet, dass es einen biolo
gisch abbaubaren Emulsionssprengstoff nach einem oder mehreren der An
sprüche 1 bis 17 enthält.
20. Sprengstoffsystem gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die
Hülse (Cartridge) und der Hülsendeckel aus einem biologisch abbaubaren
Polymerwerkstoff bestehen.
21. Sprengstoffsystem gemäß Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet,
dass der biologisch abbaubare Polymerwerkstoff ausgewählt ist aus Stärke
und Stärkeblends; Polylactide (PLA); Cellulose, Celluloseacetate (CA); Po
lyhydroxybutyrat; Polyhydroxyvalerat; Zellglas; Viskose; tierische und
pflanzliche Roh- und Reststoffe, vorzugsweise Gelatine; Polyester und Co
polyester; Polycaprolacton; Polyesteramide und Co-polyesterpolyamide;
Polyesterurethane oder Polyvinylalkohol.
22. Sprengstoffsystem gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass der biologisch abbaubare Polymerwerkstoff
ein Werkstoff aus der Gruppe der Polyesteramide ist.
23. Sprengstoffsystem gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse über eine Zündernut verfügt.
24. Sprengstoffsystem gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hülsendeckel mit einem Dichtring verse
hen ist.
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|---|---|---|---|
| DE10208317A DE10208317A1 (de) | 2001-02-27 | 2002-02-27 | Biologisch abbaubarer Emulsionssprengstoff |
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| DE10208317A DE10208317A1 (de) | 2001-02-27 | 2002-02-27 | Biologisch abbaubarer Emulsionssprengstoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
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| DE10208317A Withdrawn DE10208317A1 (de) | 2001-02-27 | 2002-02-27 | Biologisch abbaubarer Emulsionssprengstoff |
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