DE10208703C1 - Magnetantrieb für einen Leistungsschalter - Google Patents
Magnetantrieb für einen LeistungsschalterInfo
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Abstract
Um bei einem Magnetantrieb (1) für einen Leistungsschalter (6) mit einem ortsfesten Magnetkörper (2) zum Erzeugen eines permanenten Magnetfeldes, einem zwischen einer Kontaktstellung und einer Trennstellung parallel zum Magnetfeld beweglich geführten weichmagnetischen Anker (9), der mit einer Antriebsstange (5) verbunden ist, und Mitteln (17) zum Bewegen des Ankers (9) in dem permanenten Magnetfeld, die Kompaktheit zu vergrößern und die Schwierigkeiten bei dessen Auslegung zu verringern, wird vorgeschlagen, dass in der Kontaktstellung der Anker (9) durch die Antriebsstange (5) allein gegen die Anziehungskraft des Magnetkörpers (2) mit Abstand zu diesem gehalten und zwischen dem Anker (9) und dem Magnetkörper (2) ein Luftspalt (19) ausgebildet ist. Ferner wird ein Leistungsschalter mit einem solchen Magnetantrieb vorgeschlagen.
Description
Die Erfindung betrifft einen Magnetantrieb für einen Leis
tungsschalter mit einem ortsfesten Magnetkörper zum Erzeugen
eines permanenten Magnetfeldes, einem zwischen einer Kontakt
stellung und einer Trennstellung parallel zum Magnetfeld be
weglich geführten weichmagnetischen Anker, der mit einer An
triebsstange verbunden ist, und Mitteln zum Bewegen des An
kers in dem permanenten Magnetfeld.
Die Erfindung betrifft ferner einen Leistungsschalter zum
Schalten elektrischer Ströme insbesondere im Mittelspannungs
bereich.
Ein solcher Magnetantrieb und ein solcher Leistungsschalter
sind aus der EP 0 305 321 A1 bereits bekannt. Der dort offen
barte Magnetantrieb für einen Leistungsschalter umfasst einen
weichmagnetischen Anker, eine Antriebsstange, einen ein per
manentes Magnetfeld erzeugenden Dauermagneten zum Halten des
Ankers in einer Ruhestellung sowie eine Hauptwicklung und
eine Hilfswicklung, die zur Verstärkung des Magnetfeldes des
Dauermagneten eingerichtet ist. Der Anker ist axial beweglich
zu einem ortsfesten Magnetkörper gelagert, der aus dem ring
förmigen Dauermagneten und einem zylinderförmigen Polschuh
besteht, der sich teilweise durch den ringförmigen Dauermag
neten hindurch erstreckt. Der Polschuh ist über zweckmäßige
Gewindemittel mit einem Wicklungskörper verbunden, auf dem
konzentrisch Haupt- und Nebenwicklung angeordnet sind. Inner
halb dieser beiden Spulen erstreckt sich teilweise der axial
bewegliche und fest mit der Antriebsstange verbundene Anker.
Der vorbekannte Magnetantrieb weist ferner eine Schraubenfe
der auf, die einerseits an dem axial beweglichen Anker und
andererseits an dem Polschuh abgestützt ist. In einer Kon
taktstellung ist das durch die Hilfswicklung als auch durch
den Permanentmagneten über den Polschuh erzeugte magnetische
Feld groß genug, um den Anker entgegen der Federwirkung der
Schraubenfeder in das Innere der Wicklungen hinein zum Pol
schuh hin zu verschieben und dort zu halten. Das Abreißen des
Ankers wird durch einen durch die Hauptwicklung fließenden
Strom ausgelöst, infolge dessen das Magnetfeld des Dauermag
neten geschwächt wird, so dass der Anker durch die Federkraft
der vorgespannten Schraubenfeder in die Trennstellung bewegt
wird.
Bei dem vorbekannten Magnetantrieb ist das durch die jeweili
gen Spulen erzeugte Magnetfeld hinsichtlich seiner Kraftwir
kung auf die Federkraft abzustimmen, wodurch die Konstruktion
und Auslegung des Magnetantriebs erschwert wird.
Aus der DE 43 04 921 C1 ist ein bistabiler Magnetantrieb für
einen elektrischen Wechselstromschalter bekannt, der zur Ver
meidung von Wirbelströmen einen Anker aus lamellierten Weich
eisenblechen aufweist. Der Anker ist von einem rechteckigen
weichmagnetischen Joch umgeben. Zwischen dem Joch und dem An
ker sind zwei Dauermagnete angeordnet, die dem Anker mit
gleichen Polen zugewandt sind und zusammen mit dem Joch einen
Magnetkörper ausbilden. Ferner sind zwei Spulen offenbart,
die bei Stromfluss eine Schwächung des Magnetfeldes des Mag
netkörpers bewirken, so dass der Anker wieder aufgrund der
Federkraft einer vorgespannten Feder axial bewegbar ist.
Durch die Bewegung wird der Kontakt zwischen dem Anker und
dem Joch aufgehoben und der Luftspalt zwischen diesen beiden
Bauteilen vergrößert, während der Luftspalt zwischen Joch und
Anker an der anderen Seite des Ankers geringer wird, bis es
dort zu einer Anziehung zwischen Anker und Joch kommt mit de
ren Hilfe eine weitere Druckfeder vorgespannt wird bis der
Anker an dem Joch anschlägt. Auch dieser Magnetantrieb ist
hinsichtlich seiner Konstruktion und Auslegung aufwendig.
Aus der US 4,533,890 ist ein bistabiler Magnetantrieb be
kannt, der längsbeweglich geführte Dauermagneten aufweist,
die fest mit einem ebenfalls längsbeweglichen Anker verbunden
sind. Der Anker ist durch die Erregung von Spulen zwischen
zwei Stellungen bewegbar, in denen er an Anschlagschultern
anliegt. Die Permanentmagnete werden in diesen Anschlagstel
lungen durch den Anker mit Abstand zu einem magnetisierbaren
Joch gehalten.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Magnetantrieb und einen
Leistungsschalter der eingangs genannten Art bereitzustellen,
die kompakt und in ihrer Auslegung und Konstruktion einfach
sind.
Die Erfindung löst diese Aufgabe ausgehend von dem eingangs
genannten Magnetantrieb dadurch, dass in der Kontaktstellung
der Anker durch die Antriebsstange allein gegen die Anzie
hungskraft des Magnetkörpers mit Abstand zu diesem gehalten
und zwischen dem Anker und dem Magnetkörper ein Luftspalt
ausgebildet ist.
Die Erfindung löst diese Aufgabe weiterhin mit einem Leis
tungsschalter zum Schalten elektrischer Ströme insbesondere
im Mittelspannungsbereich mit wenigstens einer Kontaktstücke
aufweisende Unterbrechereinheit und wenigstens einem Magnet
antrieb der vorgenannten Art, wobei eine in Kontaktstellung
für die Kontaktstücke der Unterbrechereinheit notwendige An
druckkraft ausschließliche durch die beabstandete Halterung
des Ankers von dem Magnetkörper erzeugt ist.
Die Erfindung beruht auf der Idee, dass die Wirkung eines
Magnetantriebes keineswegs auf die reine Bewegung eines An
kers zwischen zwei Anschlägen beschränkt sein muss. Vielmehr
ist es erfindungsgemäß möglich, eine magnetische Kraft zu er
zeugen, die als Kontraktdruck über zweckmäßige Verbindungs
mittel in die Unterbrechereinheit des Leistungsschalters ein
geleitet wird, so dass die Kontaktstücke der Unterbrecherein
heit mit der notwendigen Andruckkraft gegeneinander gepresst
werden, um in Kontaktstellung einen sicheren Stromfluss über
die Unterbrechereinheit zu gewährleisten. Erfindungsgemäß
entfällt somit die Notwendigkeit in dem Antrieb mechanische
Kraftspeicherelemente wie Druckfedern oder dergleichen vorzu
sehen, die durch die Bewegung des Ankers vorgespannt werden
und auch nach dem Anschlagen des Ankers an den Magnetkörper
eine Kraftwirkung entfalten.
Im Rahmen der Erfindung wird die Andruckkraft magnetisch und
zwar über einen Luftspalt zwischen dem Magnetkörper und dem
Anker erzeugt. In dem Luftspalt befindet sich erfindungsgemäß
ein fluides also ein mechanischem Druck ausweichendes Mate
rial mit einer gegenüber dem metallischen Magnetkörper und
dem metallischen Anker verringerten magnetischen Permeabili
tät. Der magnetische Widerstand des Luftspalts ist somit ver
gleichsweise hoch. Da das Gesamtsystem im Falle eines durch
den Anker geschlossenen Spalts einen günstigeren Energiezu
stand einnehmen würde, wirkt auf den Anker eine magnetische
Kraft, die ihn in diesen Zustand zu überführen trachtet und
die durch zweckmäßige Gradientenbildung bestimmt werden kann.
Im Mittelspannungsbereich ist es insbesondere im Kurzschluss
fall nicht unwahrscheinlich, dass hohe Ströme Kräfte erzeu
gen, die ein Auseinanderfahren der Kontaktstücke der Unter
brechereinheit bewirken. Durch ein unkontrolliertes Auseinan
derfahren kann jedoch ein Lichtbogen mit hoher Wärmeentwick
lung gezogen werden, die zur Beschädigung der Unterbrecher
einheit führen kann. Darüber hinaus kann es nach einem Kurz
schluss auch wünschenswert sein, eine Trennung der Kon
taktstücke der Unterbrechereinheit erst nach einer kurzen
Zeitdauer wie beispielsweise 3 Sekunden einzuleiten, um
Schaltern kleinerer Teilnetzbereiche beim Abschalten den Vor
tritt zu lassen, so dass es zu weniger weit reichenden Folgen
im Kurzschlussfall kommt. Der erfindungsgemäße Magnetantrieb
weist daher eine insbesondere im Mittelspannungsbereich den
besagten Anforderungen der Praxis gerecht werdende Kennlinie
auf, die bis zum Anschlag des Ankers an den Magnetkörper mit
kleiner werdendem Abstand zwischen diesen beiden Bauteilen
und damit mit zunehmendem Hub des erfindungsgemäßen Magnetan
triebes ansteigt, ihren Höchstwert in Kontaktstellung jedoch
noch nicht erreicht hat. Durch den erfindungsgemäßen Magnet
antrieb kann daher allein durch magnetische Kräfte eine aus
reichend hohe Andruckkraft erzeugt werden, die ein Auseinan
derfahren der Kontaktstücke einer Unterbrechereinheit auch
bei hohen Strömen verhindert. Darüber hinaus kann auch ein
Nachgeben oder Setzen des feststehenden Kontaktstücks ausge
glichen werden, wobei der Abstand zwischen Anker und Magnet
körper verringert wird.
In diesem Zusammenhang ist es erfindungsgemäß auch möglich,
dass der Anker im Längsschnitt keilförmig ausgestaltet ist
und in der Kontaktstellung in eine formkomplementäre Ausneh
mung des Magnetkörpers hineinragt. So kann das dem Magnetkör
per zugewandte Ende des Ankers beispielsweise verjüngt sein,
so dass der Anker eine an der Antriebsstange anliegende
Spitze aufweist, die sich in eine entsprechende Ausnehmung
des Magnetkörpers erstreckt. Der Luftspalt ist somit zwischen
zwei in Bezug auf die Bewegungsrichtung abgeschrägten Flächen
ausgebildet. Bei einem bezogen auf die rechtwinklige Ausfüh
rungsform gleich großen Hub des Ankers ist bei dieser Weiter
entwicklung der Erfindung der Luftspalt kleiner und damit die
Andruckkraft erhöht. Bei einem hiervon abweichenden Ausfüh
rungsbeispiel bildet die Keilspitze des Ankers einen Ring
aus, der axial, also in Bewegungsrichtung des Ankers hervor
tritt, und konzentrisch zur Antriebsstange und mit radialem
Abstand zu dieser angeordnet ist.
Im Hinblick auf die Herstellungskosten ist es vorteilhaft,
wenn der Luftspalt mit Luft ausgefüllt ist. Es können jedoch
auch andere Isoliergase wie Schwefelhexafluorid, Stickstoff,
Helium oder dergleichen eingesetzt werden. Auch ist der Ein
satz flüssiger nicht leitender Öle im Rahmen der Erfindung
möglich.
Als Magnetkörper kommt beispielsweise ein weichmagnetisches
Joch oder ein mit dem Joch verbundener Polschuh in Betracht,
die an einen Dauermagneten oder einem Elektromagneten verse
hen sind, wobei das Abreißen von dem Joch durch Erregen einer
Spule und auch in Verbindung mit einer Druckfeder bewirkt
werden kann. Die Mittel zum Bewegen des Ankers würden somit
Spule und Druckfeder umfassen. Wesentlich ist erfindungsgemäß
jedoch, dass die Kraft zum Andrücken der Kontakte eines Leis
tungsschalters ausschließlich magnetisch erzeugt ist.
Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung sind
die Mittel zum Bewegen des Ankers eine in einer Bewegungs
richtung des Ankers von diesem beabstandete Ausschaltspule,
wobei der Anker in der Kontaktstellung durch ein Magnetfeld
der Ausschaltspule in diese hinein bewegbar ist. Durch die
beabstandete Anordnung der Ausschaltspule von dem Magnetkör
per kann auch das Überführen des Ankers von der Kontaktstel
lung in die Trennstellung ausschließlich magnetisch und zwar
durch die Magnetkraft einer Spule herbeigeführt werden. Die
Magnetkraft resultiert aus dem Bestreben der Spule, einen
hochpermeablen Anker vollständig in ihr inneres Magnetfeld
hineinzuziehen. Darüber hinaus kann es bei entsprechend star
ker Magnetisierung zur Umpolung des Ankers und damit zur Ab
stoßung des Ankers von dem nunmehr gleichpoligen Magnetkörper
kommen.
Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung ist
eine Einschaltspule vorgesehen, die in Längsrichtung zwischen
der Auslösespule und dem Dauermagneten angeordnet ist, wobei
der Anker in der Trennstellung durch ein Magnetfeld der Ein
schaltspule in diese hinein bewegbar ist. Ragt der Anker in
der Trennstellung nur teilweise in die Einschaltspule hinein
oder ist er zum Innern der Einschaltspule lediglich ausge
richtet, ohne auch nur teilweise in diese hinein zu ragen,
kommt es auf Grund des zuvor im Zusammenhang mit der Aus
schaltspule bereits beschriebenen Längszuges bei Erregung der
Einschaltspule zu einer Magnetkraft, die den Anker in die
Einschaltspule hinein beschleunigt. Darüber hinaus magneti
siert die Einschaltspule den Anker zweckmäßigerweise in der
Weise, dass in der dem Magnetkörper zugewandten Stirnseite
des Ankers ein Magnetpol entsteht, der von dem zugewandten
Pol des Magnetkörpers angezogen wird.
Vorteilhafterweise sind der Anker und der Magnetkörper zylin
derförmig ausgestaltet und koaxial zur Antriebsstange ange
ordnet. Eine solche erfindungsgemäße Weiterentwicklung zeich
net sich durch eine besonders gradlinige und kompakte Bau
weise aus.
In einer diesbezüglichen Weiterentwicklung sind der Anker,
der Magnetkörper und die Antriebsstange im Inneren eines
stromführenden Leitungsrohres angeordnet. Das Leitungsrohr
ist hohlzylindrisch ausgestaltet und führt den Strom über
seine Außenwandung. Durch die Kapselung der Bauteile des Mag
netantriebs erhöht sich die Kompaktheit und Sicherheit des
Magnetantriebs noch weiter. Um den Strom im Wesentlichen aus
schließlich über das Leitungsrohr zu leiten, besteht das Lei
tungsrohr zweckmäßigerweise aus einem dem Magnetkörper und
dem Anker gegenüber besser leitenden Material und beispiels
weise aus Kupfer.
Um das Eigenwicht des Magnetantriebes weiter zu senken ist es
weiterhin vorteilhaft, wenn die Antriebsstange als ein hohl
zylindrisches Antriebsrohr ausgestaltet ist.
Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung der Erfindung sind
Verriegelungsmittel zum Festsetzen der Antriebsstange in der
Trennstellung vorgesehen, die einen ortsfesten konzentrisch
zur Antriebsstange angeordneten Verriegelungskörper mit Aus
nehmungen an seinem Umfang und Rastkügelchen umfassen, wobei
am Umfang der Antriebsstange Öffnungen vorgesehen sind und
wobei die Rastkügelchen in einer Verriegelungsstellung durch
Haltemittel in einer Position fixierbar sind, in der sie
gleichzeitig die Öffnungen der Antriebsstange als auch die
Ausnehmungen des Verriegelungskörpers durchsetzen. Der Ver
riegelungskörper kann hohlzylindrisch ausgebildet sein, wobei
die Antriebsstange sich in den Hohlraum des Verriegelungskör
pers hinein erstreckt.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Verriege
lungskörper jedoch als massiver zylinderförmiger Bolzen mit
rundem Querschnitt ausgebildet, der in das Antriebsrohr hin
einragt.
Vorteilhafterweise sind die Haltemittel radial vorspringende
Eingangsschultern einer in dem Anker vorgesehenen Ausnehmung.
Diese Ausnehmung ist einseitig geöffnet und zur Aufnahme ei
nes Endes des Antriebsrohres vorgesehen. Dabei liegen die
Eingangsschultern an der Außenwandung des Antriebsrohres an.
Sind die Rastkügelchen in den Ausnehmungen des Verriegelungs
körpers versenkt, ist die Antriebsstange fest mit dem Verrie
gelungskörper verbunden und somit ortsfest gehalten. Das Aus
treten der Rastkügelchen unter Aufhebung des Formschlusses
wird durch die Eingangsschultern in der Trennstellung verhin
dert. Bei einer Längsverschiebung des Ankers entfernen sich
die Eingangschultern von den Rastkügelchen und ermöglichen
eine Entriegelung der Antriebsstange.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Magnetkör
per eine Dauermagnet. Das durch den Permanentmagneten er
zeugte Magnetfeld wird daher nicht, über einen dem Anker
stirnseitig gegenüberliegenden Polschuh geleitet. Die Anzie
hung zwischen Dauermagnet und Anker findet vielmehr unmittel
bar statt. Dies erlaubt ebenfalls eine schlanke, Materialspa
rende und kompakte Bauweise.
Um die Effektivität des Magnetantriebes zu steigern, ist es
vorteilhaft, wenn die Antriebsstange aus einem weichmagneti
schen Material besteht, das dem Magnetfeld nur einen geringen
magnetischen Widerstand entgegensetzt. Eine darüber hinaus
gehende Steigerung der Effektivität wird erfindungsgemäß er
zielt, wenn die Einschalt und Ausschaltspule in ein weichmag
netisches Joch eingebettet sind, das beispielsweise außerhalb
des Leitungsrohres angeordnet ist und aus zwei E-förmigen
einander gegenüberliegenden Teilabschnitten besteht.
Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfin
dung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung von Aus
führungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figuren
der Zeichnungen, wobei sich entsprechende Bauteile durch
gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet sind.
Es zeigen
Fig. 1 bis 3 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemä
ßen Magnetantriebs für einen Vakuumschalter
in einer geschnittenen Seitenansicht in
mehreren Bewegstellungen zur Verdeutlichung
des Einschaltvorganges,
Fig. 4 bis 6 den Magnetantrieb gemäß den Fig. 1 bis 3
in mehreren Bewegstellungen zur Verdeutli
chung des Ausschaltvorganges.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Magnetantriebes 1 in einer verriegelten Trennstellung. Der
Magnetantrieb 1 weist einen Dauermagneten 2 auf, der fest mit
einem als Führungselement dienenden, stromführenden, hohlzy
lindrisch ausgebildeten Leitungsrohr 3 verbunden ist, das
nach außen hin durch eine elektrisch abschirmende Isolier
schicht 4 aus Silikonkautschuk oder dergleichen abgeschottet
ist. Der zylinderförmige Dauermagnet 2 ist mit einer zentra
len Durchgangsöffnung versehen, durch die hindurch sich ein
Antriebsrohr 5 erstreckt. Dabei ist das Leitungsrohr 3 fest
mit dem Dauermagneten 2 verbunden.
Außerhalb des Leitungsrohres 3 ist eine Vakuumröhre 6 erkenn
bar, deren figürlich nicht dargestellter Bewegkontakt über
Verlängerungsmittel 7 fest mit dem Antriebsrohr 5 verbunden
ist. Um bei einer Bewegung des Antriebsrohres 5 längs seiner
Erstreckungsrichtung, also beispielsweise zur Vakuumröhre 6
hin, einen ständigen Stromkontakt zu gewährleisten, ist im
Inneren des Leitungsrohres 3 zwischen Antriebsrohr 5 und den
Verlängerungsmitteln 7 ein Rollenkontakt 8 angeordnet, der
durch nicht erkennbare Federelemente sowohl an dem Leitungs
rohr 3 als auch an den Verlängerungsmitteln 7 abgestützt ist,
wodurch der notwendige Kontaktdruck erzeugt wird.
An der vom Vakuumschalter 6 abgewandten Seite des Dauermagne
ten 2 ist ein Anker 9 vorgesehen, der an seiner vom Dauermag
neten 2 abgewandten Seite einen Verschiebungskörper 10 auf
weist. In dem Verschiebungskörper 10 ist eine Ausnehmung 11
vorgesehen, in die hinein sich ein Ende des Antriebsrohres 5
erstreckt. Die im Profil kreisförmige Ausnehmung 11 weist
Eingangsschultern 12 auf, die eine Öffnung begrenzen, deren
Innendurchmesser nur etwas größer ist als der Außendurchmes
ser des Antriebsrohres 5. Auf diese Weise ist eine möglichst
passgenaue Aufnahme des Antriebsrohres 5 sichergestellt. An
seinem sich in der Ausnehmung 11 erstreckenden Ende weist das
Antriebsrohr 5 ferner Durchgangsöffnungen 13 auf, die den
Durchtritt von Rastkugeln 14 ermöglichen. Die Rastkugeln 14
sind in Ausnehmungen oder Vertiefungen 15 eines Verriege
lungsbolzens 16 angeordnet, wobei die Eingangsschultern 12
des Verschiebungskörpers 10 ein Austreten der Rastkugeln 14
aus den Vertiefungen 15 verhindern. Somit ist das Antriebs
rohr 5 fest mit dem Verriegelungsbolzen 16 verbunden, der
unbeweglich an das Leitungsrohr 3 gekoppelt ist. Eine unge
wollte Verschiebung des Bewegkontaktes der Unterbrecherein
heit ist somit vermieden.
Außerhalb des Leitungsrohres 3 ist eine Ausschaltspule 17
vorgesehen, die in Verschiebungsrichtung des Ankers 9 von dem
Dauermagneten 2 beabstandet ist. Zwischen der Ausschalt
spule 17 und dem Dauermagneten 2 ist eine Einschaltspule 18
erkennbar. Zum Einschalten des Vakuumschalters 6 wird die
Einschaltspule 18 erregt und somit von der Spule ein Magnet
feld in Längsrichtung des Antriebrohres 5 erzeugt, das den
Anker 9 so magnetisiert, dass an seinem dem Dauermagneten 2
zugewandten Stirnende ein Pol erzeugt wird, der zum zugewand
ten Pol des Dauermagneten 2 gegensinnig ist. Aufgrund dieser
Gegensinnigkeit wird eine Anziehungskraft erzeugt. Da sich
der Anker 9 nur teilweise innerhalb der Einschaltspule 18
erstreckt, wird diese magnetische Anziehungskraft durch einen
Längszug verstärkt, mit dem die Einschaltspule 18 den weich
magnetischen Anker 9 in ihr Inneres zieht.
Fig. 2 zeigt den Magnetantrieb in einer Stellung, in der
sich der Anker 9 aufgrund der zuvor beschriebenen magneti
schen Kräfte so weit auf den ortsfesten Dauermagneten 2 zube
wegt hat, dass der Boden der Ausnehmung 11 in Kontakt mit dem
Ende des Antriebsrohres 5 tritt. Der Anker 9 ist mit dem Ver
riegelungskörper 10 fest verbunden, so dass ab diesem Zeit
punkt die Bewegung des Ankers 9 mit einer Bewegung des An
triebrohres 5 gekoppelt ist. Weiterhin ist in Fig. 2 erkenn
bar, dass die Eingangsschultern 12 nicht mehr oberhalb bzw.
unterhalb der Rastkugeln 14 angeordnet sind, so dass ein Aus
tritt der Rastkugeln 14 aus den Vertiefungen 15 des Verriege
lungsbolzens 16 in den radial erweiterten Bereich der Ausneh
mung 11 hinein ermöglicht ist. Auf diese Weise ist die durch
die Rastkugeln 14 bewirkte Verriegelung zwischen Verriege
lungsbolzen 16 und Antriebsrohr 15 aufgehoben.
Fig. 3 zeigt den Magnetantrieb gemäß Fig. 1 in einer Kon
taktstellung, in der der Anker 9 jedoch nicht am Dauermagne
ten 2 anliegt. Vielmehr ist der maximale Hub der Kontaktstü
cke des Vakuumschalters 6 so gewählt, dass diese miteinander
in Kontakt treten, bevor der Anker 9 an dem Dauermagneten 2
anschlägt. Da der Bewegkontakt der Unterbrechereinheit 6 über
die Verbindungsmittel 7 und die Antriebsstange 5 starr mit
dem Anker 9 verbunden ist, wird dieser mit Abstand zum Dauer
magneten 2 gehalten. Zwischen Anker 9 und Dauermagnet 2 ent
steht ein Luftspalt 2 mit einem hohen magnetischen Wider
stand. Es kommt zu einer magnetischen Anziehungskraft zwi
schen Anker 9 und Dauermagnet 3, die über die starre Kopplung
durch die Verbindungsmittel 7 als Andruckkraft in die Kon
taktstücke des Vakuumschalters 6 eingeleitet wird. Die Ein
schaltspule 18 als auch die Ausschaltspule 17 sind stromlos,
werden in der Kontaktstellung folglich nicht erregt. Dies
gilt auch für die Trennstellung. Auf diese Weise kann erfin
dungsgemäß Energie eingespart werden.
Fig. 4 zeigt den Magnetantrieb wie Fig. 3 in der Kontakt
stellung. Zur Trennung der Kontakte wird die Ausschalt
spule 17 erregt. Die Ausschaltspule 17 erzeugt in ihrem Inne
ren ein ebenfalls zur Antriebsstange 5 paralleles Magnetfeld
mit einer Feldstärke, die eine Umpolung des magnetisierbaren
Ankers 9 bewirkt. Der Anker 9 wird somit von dem zugewandten
Pol des Dauermagneten 2 abgestoßen und darüber hinaus durch
den sich einstellenden Längszug aufgrund des Magnetfeldes im
Inneren der Ausschaltspule 17 in diese hineingezogen.
Fig. 5 zeigt den Magnetantrieb 1 in einer Stellung, in der
die Rastkugeln 14 in Längsrichtung zu den Vertiefungen 15 des
Verriegelungsbolzens 16 verschoben sind und lediglich einen
radialen Abstand zu diesen aufweisen. Bei einer weiteren Ab
stoßung des Ankers 9 von dem Dauermagneten 2 pressen die Ein
gangsschultern 12 die Rastkugeln 14 daher in die Vertiefun
gen 15 hinein, so dass die Eingangsschultern 12 über die
Rastkugeln 14 hinweggleiten können. Der Anker 9 ist somit von
der Antriebsstange 5 entriegelt.
Fig. 6 zeigt den Magnetantrieb 1 in der verriegelten End
stellung gemäß Fig. 1, in der wiederum sowohl die Ausschalt
spule 17, als auch die Einschaltspule 18 nicht erregt sind.
In dieser Stellung verhindern die Eingangsschultern 12 den
Austritt der Rastkugeln 14 aus den Vertiefungen 15. Somit ist
die Verriegelung zwischen dem ortsfesten Verriegelungsbol
zen 16 und dem Antriebsrohr 5 wieder hergestellt, so dass ein
unbeabsichtigtes in Kontakt bringen beispielsweise allein
aufgrund der Anziehungskraft zwischen Anker 9 und Dauermagne
ten 2 verhindert ist.
1
Magnetantrieb
2
Dauermagnet
3
Leitungsrohr
4
Isolierschicht
5
Antriebsrohr
6
Vakuumschalter
7
Verlängerungsmittel
8
Rollenkontakt
9
Anker
10
Verschiebungskörper
11
Ausnehmung
12
Eingangsschulter
13
Durchgangsöffnung
14
Rastkugeln
15
Vertiefung
16
Verriegelungsbolzen
17
Ausschaltspule
18
Einschaltspule
19
Luftspalt
Claims (12)
1. Magnetantrieb (1) für einen Leistungsschalter (6) mit ei
nem ortsfesten Magnetkörper (2) zum Erzeugen eines perma
nenten Magnetfeldes, einem zwischen einer Kontaktstellung
und einer Trennstellung parallel zum Magnetfeld beweglich
geführten weichmagnetischen Anker (9), der mit einer An
triebsstange (5) verbunden ist, und Mitteln (17) zum Be
wegen des Ankers (9) in dem permanenten Magnetfeld,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Kontaktstellung der Anker (9) durch die Antriebs
stange (5) allein gegen die Anziehungskraft des Magnet
körpers (2) mit Abstand zu diesem gehalten und zwischen
dem Anker (9) und dem Magnetkörper (2) ein Luftspalt (19)
ausgebildet ist.
2. Magnetantrieb (1) nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mittel zum Bewegen des Ankers (9) eine in einer Bewe
gungsrichtung des Ankers (9) von diesem beabstandete Aus
schaltspule (17) sind, wobei der Anker (9) in der Kon
taktstellung durch ein Magnetfeld der Ausschaltspule (17)
in diese hinein bewegbar ist.
3. Magnetantrieb (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Einschaltspule (18) vorgesehen ist, die in der Bewe
gungsrichtung des Ankers (9) zwischen dem Magnetkör
per (2) und der Ausschaltspule (17) angeordnete ist, wo
bei der Anker (9) in der Trennstellung durch ein Magnet
feld der Einschaltspule (18) in diese hinein bewegbar
ist.
4. Magnetantrieb (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anker (9) und der Magnetkörper (2) zylinderförmig
ausgestaltet und koaxial zur Antriebsstange (5) angeord
net sind.
5. Magnetantrieb (1) nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anker (9), der Magnetkörper (2) und die Antriebs
stange (5) im Innern eines stromführenden Leitungsroh
res (3) angeordnet sind.
6. Magnetantrieb (1) nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebsstange (5) ein hohlzylindrisches Antriebsrohr
ist.
7. Magnetantrieb (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
Verriegelungsmittel zum Festsetzen der Antriebsstange (5)
in der Trennstellung vorgesehen sind, die einen ortsfes
ten konzentrisch zur Antriebsstange (5) angeordneten Ver
riegelungskörper (16) mit Ausnehmungen (15) an seinem Um
fang und Rastkügelchen (14) umfassen, wobei am Umfang der
Antriebsstange (5) Öffnungen (13) vorgesehen sind und wo
bei die Rastkügelchen (14) in einer Verriegelungsstellung
durch Haltemittel (12) in einer Position fixierbar sind,
in der sie gleichzeitig die Öffnungen (13) der Antriebs
stange (5) als auch die Ausnehmungen (15) des Verriege
lungskörpers (16) durchsetzen.
8. Magnetantrieb (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Haltemittel radial vorspringende Eingangsschul
tern (12) einer in dem Anker (9) vorgesehenen Ausnehmung
(11) sind.
9. Magnetantrieb (1) nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Magnetkörper ein Dauermagnet (2) ist.
10. Magnetantrieb (1) nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebsstange (5) aus einem weichmagnetischen Mate
rial besteht.
11. Magnetantrieb (1) nach einem der vorhergehenden Ansprü
che,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anker (9) im Längsschnitt keilförmig ausgestaltet ist
und in der Kontaktstellung in eine formkomplementäre Aus
nehmung des Magnetkörpers (2) hineinragt.
12. Leistungsschalter zum Schalten elektrischer Ströme insbe
sondere im Mittelspannungsbereich mit wenigstens einer
Kontaktstücke aufweisende Unterbrechereinheit (6) und we
nigstens einem Magnetantrieb (1) gemäß einem der Ansprü
che 1 bis 7, wobei eine in Kontaktstellung für die Kon
taktstücke der Unterbrechereinheit (6) notwendige An
druckkraft ausschließliche durch die beabstandete Halte
rung des Ankers (9) von dem Magnetkörper (2) erzeugt ist.
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