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Die
Erfindung betrifft eine Diffusionslotstelle zwischen zwei über die
Diffusionslotstelle verbundenen Teilen, einen Verbund aus zwei über eine
Diffusionslotstelle verbundenen Teilen sowie ein Verfahren zur Herstellung
der Diffusionslotstelle gemäß der Gattung
der unabhängigen
Ansprüche.
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Beim
Diffusionslöten
entstehen spröde
intermetallische Phasen, die zwar eine hochtemperaturfeste Diffusionslotstelle
gewährleisten,
jedoch beim Verbinden von Teilen mit unterschiedlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten Probleme in der Weise verursachen, daß Mikrorisse
durch die Diffusionslotstelle wandern. Im äußersten Fall kann es zu Delaminationen
der zu verbindenden Teile kommen. Somit wird der Vorteil der höheren Temperaturbeständigkeit
von Diffusionslotstellenverbindungen zwischen zwei Teilen durch
erhöhte
Empfindlichkeit gegenüber
mechanischem Stress und insbesondere gegenüber Temperaturwechselbeanspruchungen teilweise
kompensiert. Dieses macht sich besonders dann nachteilig bemerkbar,
wenn Steuerungs- und Leistungsmodule für die Automobiltechnik mit
Diffusionslotstellen gefertigt werden.
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Die
WO 96/19314 offenbart ein
Lotmetall aus einer hochschmelzenden und einer niedrigschmelzenden
Komponente, aus denen beim Löten
intermetallische Phasen gebildet werden. Zusätzlich weist das Lotmetall
eine Füllkomponente
mit Teilchendurchmessern im Mikrometerbereich auf.
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Aus
der
DE 199 30 190
A1 ist ein Lötmittel zum
Diffusionslöten
bekannt, das in einer Lötpaste eine
Mischung aus teilweise metallischen Körnern mit Durchmessern im Mikrometerbereich
und einem hochschmelzenden Metall enthält. Beim Löten rea giert das Lotmetall
mit dem hochschmelzenden Metall der Lötpaste zu intermetallischen
Phasen.
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Die
nicht vorveröffentlichte
DE 100 56 732 A1 offenbart
ein Nanokristallite enthaltendes Lot, dessen Schmelzpunkt bei der
Verarbeitung möglichst niedrig
liegt. Der Einsatz von nanokristallinen Materialien zum Löten ist
auch aus der
WO 96/06700
A2 und der
DE
40 18 715 A1 bekannt.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Diffusionslotstelle, einen Verbund aus
zwei über
eine Diffusionslotstelle verbundenen Teilen sowie Verfahren zu ihrer
Herstellung anzugeben, so dass Mikrorissbildungen unter thermomechanischer
Belastung behindert und eine größere Zuverlässigkeit
und Lebensdauer der Diffusionslotstelle ermöglicht werden.
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Gelöst wird
diese Aufgabe mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Erfindungsgemäß wird eine
Diffusionslotstelle zwischen zwei über die Diffusionslotstelle
verbundenen Teilen geschaffen, wobei die Diffusionslotstelle intermetallische
Phasen von mindestens zwei Lotkomponenten aufweist. Die erste der
beiden Lotkomponenten weist einen Schmelzpunkt unterhalb des Schmelzpunktes
der intermetallischen Phasen und die zweite der Lotkomponenten weist
einen Schmelzpunkt oberhalb der intermetallischen Phasen auf. Zusätzlich weist
die Diffusionslotstelle in ihrem Diffusionsbereich neben den intermetallischen
Phasen Nanopartikel eines Zusatzwerkstoffes auf, der räumlich verteilt
angeordnet ist.
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In
einer derartigen Diffusionslotstelle ist ein Bereich der Diffusionslotstelle
außerhalb
des Diffusionsbereichs mit Material der zweiten Lotkomponente frei
von Nanopartikeln. Da die zweite Lotkomponente einen Schmelzpunkt
aufweist, der oberhalb der intermetallischen Phasen liegt, kann
es beim Herstellen der Diffusionslotstelle dazu kommen, daß ein Teil
der zweiten Lotkomponente weder angelöst noch erschmolzen wird. In
diesem Bereich der Diffusionslotstelle findet dann auch keine Diffusion
statt und ebenso keine Verteilung von Nanopartikeln, die sich nur
im schmelzflüssigen
Diffusionsbereich der Diffusionslotstelle während der Herstellung der Diffusionslotstelle verteilen
können.
Somit ergibt sich ein charakteristisches Merkmal für Lotverbindungen,
die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt wurden, indem ein Schliffbild der Diffusionslotstelle
einen von Nanopartikeln freien Bereich aufweist.
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Die
Anwesenheit von Nanopartikeln in einem Diffusionsbereich der Diffusionslotstelle,
d. h. in dem Bereich, in dem sich vorzugsweise intermetallische Phasen
gebildet haben, hat den Vorteil, daß Mikrorisse, die von den intermetallischen
Phasen bei thermischer Belastung der Diffusionslotstelle ausgehen, durch
die Nanopartikel am Durchwandern der gesamten Lotstelle gehindert
werden.
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Somit
wird eine Delamination zwischen den zwei Teilen unterbunden und
zusätzlich
gewährleistet,
daß die
Diffusionslotstelle eine größere Lebensdauer
aufweist und eine höhere
Stressbelastung übersteht.
Somit werden die Auswirkungen der unterschiedlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten der beiden zu verbindenden Teile und der
metallischen Phasen gemildert und teilweise unterbunden.
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Durch
die erfindungsgemäße Diffusionslotstelle
wird ein thermischer Spannungsausgleich zwischen dem ersten der
Teile und dem zweiten der Teile bereitgestellt, wobei der erste
der zwei Teile einen geringeren thermischen Ausdehnungskoeffi zient
als der zweite der zwei Teile aufweist. Dieser Spannungsausgleich
erfolgt teilweise über
die Nanopartikel, die eine negative Wirkung der intermetallischen Phase,
nämlich
das Verspröden
der Diffusionslotstelle teilweise auffangen. Der thermische Spannungsausgleich
basiert teilweise auch darauf, daß Nanopartikel eingesetzt werden,
deren thermischer Ausdehnungskoeffizient zwischen dem thermischen Ausdehnungskoeffizienten
der ersten Lotkomponente und dem thermischen Ausdehnungskoeffizienten der
zweiten Lotkomponente liegt. Das bedeutet, daß der thermische Ausdehnungskoeffizient
der Nanopartikel des Zusatzwerkstoffes größer als der thermische Ausdehnungskoeffizient
des ersten Teils und kleiner als der thermische Ausdehnungskoeffizient des
zweiten Teils ist.
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Eine
derartige Diffusionslotstelle kann als ein erstes Teil einen Halbleiterchip
aufweisen und als ein zweites Teil einen metallischen Systemträger mit
einer Halbleiterchipinsel als Sourcekontakt für den Halbleiterchip und mit
Flachleitern, welche die Chipinsel umgeben und als Drainkontakt
und/oder als Gatekontakt für
den Halbleiterchip dienen. Insbesondere bei diesen Halbleiterchips,
die aufgrund ihrer hohen Verlustwärmeentwicklung als Leistungsbauteile
eine intensive Kühlung
benötigen,
ist es von Vorteil, daß ein
großflächiger metallischer
Kontakt über eine
Diffusionslotstelle sowohl auf der aktiven Oberseite des Halbleiterchips
mit seinem gemeinsamen Drainkontakt für mehrere 100.000 parallel
geschaltete MOS-Transistoren,
als auch eine großflächige Kontaktierung über eine
Diffusionslotstelle zu der metallischen Halbleiterchipinsel eines
Systemträgers.
Sowohl der großflächige Drainkontakt
als auch der großflächige Sourcekontakt
zu der Halbleiterchipinsel sorgen für eine effektive Abfuhr der
Verlustwärme
eines derartigen Leistungsbauteils.
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Eine
erste Lotkomponente mit geringerem Schmelzpunkt als die intermetallischen
Phasen der Diffusionslotstelle kann Zinn oder eine Zinnlegierung aufweisen.
Dieses Zinn neigt dazu, mit verschiedenen Edelmetallen wie Gold
oder Silber und auch Kupfer intermetallische Phasen zu bilden, die
eine hochtemperaturfeste Diffusionslotstelle schaffen. Die zweite
Lotkomponente kann somit Silber, Gold, Kupfer oder Legierungen derselben
aufweisen. Die Materialien der Lotkomponenten werden in Form von
Beschichtungen auf die beiden zu verbindenden Teile aufgebracht
und auf diesen Beschichtungen werden Nanopartikel der Diffusionslotstelle
angeordnet. Somit weist mindestens eine der Lotkomponenten eine Beschichtung
mit Nanopartikeln der Diffusionslotstelle auf.
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Die
Nanopartikel des Zusatzwerkstoffes können auf Beschichtungen auf
der Oberseite eines Halbleiterwafers angeordnet sein. Diese Anordnung auf
einem Halbleiterwafer hat den Vorteil, daß bereits bei einem Temperschritt
für die
metallischen Leiterbahnen und für
die Kontaktflächen
einer Halbleiterwaferoberfläche
die auf die Oberseite aufgebrachten Nanopartikel in die Beschichtung
eindringen können. Darüber hinaus
hat das Aufbringen der Nanopartikel auf einem Halbleiterwafer den
Vorteil, daß gleichzeitig
für viele
Halbleiterchips das Aufbringen der Nanopartikel mit einem einzigen
Verfahrensschritt erfolgen kann.
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Anstelle
des Halbleiterchips kann auch die zum Systemträger gehörende Chipinsel eine Beschichtung
mit Nanopartikeln der Diffusionslotstelle aufweisen. Diese Nanopartikel
werden bereits bei der Herstellung eines Systemträgers schichtförmig beispielsweise
auf der Chipinsel angeordnet und können dann beim Zusammenbringen
einer entsprechenden Beschichtung auf der Rückseite des Halbleiterchips
mit der Chipinsel in dem Diffusionsbereich der Diffusionslotstelle
verteilt werden.
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Die
Nanopartikel des Zusatzstoffes selbst können eine amorphe Substanz
aufweisen. Amorphe Substanzen haben gegenüber den zu verbindenden Teilen
wie beispielsweise einem Halbleiterchip und einem metallischen Systemträger den
Vorteil, daß ihr thermischer
Ausdehnungskoeffizient je nach Zusammensetzung der amorphen Substanzen
an die zu verbindenden Teile angepaßt werden kann.
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Es
können
die Nanopartikel des Zusatzstoffes Silikate aufweisen. Derartige
Silikate basieren auf Siliziumdioxyd in amorpher Form und weisen
einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten auf, der etwas größer als
der thermische Ausdehnungskoeffizient von reinem Silizium, wie es
für Halbleiterchips eingesetzt
wird, aufweist.
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Die
Nanopartikel des Zusatzwerkstoffes können Borsilikate oder Phosphorsilikate
aufweisen, die gegenüber
reinem Siliziumdioxyd als Silikat bzw. als amorphes Glas einen etwas
größeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten
aufweisen, so daß durch geeignete
Mischungen ein optimal zugeschnittener thermischer Ausdehnungskoeffizient
für die
Nanopartikel des Zusatzwerkstoffes erreicht werden kann.
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Vorteilhaft
ist es, die erfindungsgemäße Diffusionslotstelle
für elektrische
Verbindungen von Komponenten eines Leistungsmoduls einzusetzen. Wie
oben bereits erwähnt,
sind bei Leistungsbauteilen und Leistungsmodulen erhebliche Verlustleistungen
abzuführen.
Durch die Diffusionslotstelle wird eine intensive thermische Ankopplung
der Verlustwärme
erzeugende Halbleiter des Leistungsmoduls an den entsprechenden
Schaltungsträger
eines Leitungsmoduls hergestellt, insbesondere dann, wenn der Schaltungsträger aus
einem Metall besteht. Aufgrund der guten Wärmeleitungseigenschaften von Metall
kann somit die Verlustleistung des Leistungshalbleiters über die
Diffusionslotstelle optimal abgeführt werden. Die Betriebstemperaturen
für entsprechende
Leistungsmodule können
auf über
175°C bis zu
230°C gesteigert
werden.
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Ein
Verfahren zur Herstellung einer Diffusionslotstelle zwischen zwei über die
Diffusionslotstelle zu verbindenden Teilen ist durch nachfolgende
Verfahrensschritte gekennzeichnet. Zunächst wird ein erster der zwei
zu verbindenden Teile mit der ersten Lotkomponente beschichtet.
Anschließend
wird ein zweiter der zwei Teile mit der zweiten Lotkomponente beschichtet,
die einen höheren
Schmelzpunkt aufweist als die erste Lotkomponente. Als nächstes werden
Nanopartikel auf eine der beiden Beschichtungen aufgebracht. Anschließend werden
die beiden Teile mit ihren Beschichtungen unter Erwärmung des zweiten
Teils mit der Beschichtung der zweiten Lotkomponente auf eine Temperatur
oberhalb des Schmelzpunktes der ersten Lotkomponente und unterhalb
der Temperatur des Schmelzpunktes der zweiten Lotkomponente unter
Bildung von intermetallischen Phasen zusammengefügt.
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Dieses
Verfahren hat den Vorteil, daß das eine
Teil die Lotkomponente mit dem niedrigen Schmelzpunkt trägt und das
andere Teil die Lotkomponente mit dem hohen Schmelzpunkt aufweist.
Jedoch ist es auch möglich,
daß beide
Teile zunächst Beschichtungen
mit der Lotkomponente mit hohem Schmelzpunkt aufweisen und mindestens
eines der beiden Teile eine dünne
Schicht der Lotkomponente mit dem niedrigen Schmelzpunkt aufweist.
Beim Zusammenfügen
schmilzt aufgrund der oben erwähnten
Temperaturverhältnisse
die erste Lotkomponente mit ihrer niedrigen Temperatur auf und es
können sich
die Nanopartikel in dieser Schmelze verteilen. Gleichzeitig diffundieren
Atome der Beschichtung mit der hochschmelzenden Komponente in den
Diffusionsbereich und bilden bei geeigneter Zusammensetzung intermetallische
Phasen. Somit liegen während dieses
Aufschmelzens in dem Diffusionsbereich der Diffusionslotstelle nebeneinander
nicht aufgeschmolzene Nanopartikel und sich bildende intermetallische Phasen
vor.
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Beim
Erkalten des Diffusionsbereichs der Diffusionslotstelle wird das
Fortschreiten oder Wandern von Mikrorissen, die von den intermetallischen Phasen
ausgehen können,
durch die Nanopartikel behindert. Auch wenn die Diffusionslotstelle
aufgrund der unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten
der miteinander verbundenen Teile thermischen Spannungen ausgesetzt
wird, können
sich bildende Mikrorisse in der Umgebung der spröden intermetallischen Phase
nicht durch die gesamte Diffusionsschicht ausbreiten und evtl. eine
Delamination verursachen, da die Nanopartikel des Zusatzwerkstoffes
dieses verhindern.
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Das
Aufbringen von Nanopartikeln kann durch Zumischen von Nanopartikeln
in einem Elektrolytbad zur galvanischen Abscheidung der Beschichtungen
erfolgen. Bei einer derartigen Herstellung der Beschichtungen werden
die Nanopartikel bereits bei der Entstehung der Beschichtung relativ gleichmäßig in der
Beschichtung verteilt.
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Bei
einem anderen Durchführungsbeispiel des
Verfahrens kann das Aufbringen von Nanopartikeln auf eine der beiden
Beschichtungen durch Aufstäuben
unter anschließendem
Aufwalzen erfolgen, um die Nanopartikel mechanisch mit der Oberfläche der
Beschichtung zu verankern. Dieses Verfahren ist relativ preiswert
durchführbar
und führt
zu einem kostengünstigen
Ergebnis, in dem die Oberfläche
der Beschichtung nun von Nanopartikeln belegt ist.
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Das
Aufbringen von Nanopartikeln kann auch auf eine der beiden Beschichtungen
dadurch erfolgen, daß zunächst die
Nanopartikel aufgestäubt werden
und anschließend
bei einem Temperschritt, der eventuell für die Beschichtung erforderlich
wird, ein Einschmelzen der Nanopartikel in die Oberfläche der
Beschichtung erfolgt. Diese Technik ist dann vorteilhaft anwendbar,
wenn beispielsweise ein Halbleiterwafer mit mehreren Halbleiterchips
auf seiner aktiven Oberseite mit Nanopartikeln in den Bereichen
einer Diffusionslotstelle zu beschichten ist. Somit kann mit dieser
Verfahrensvariante gleich eine hohe Anzahl an Halbleiterchips mit
entsprechenden Nanopartikeln für
die Diffusionslotstellenverbindungen versehen werden.
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Zusammenfassend
ist festzustellen, daß Verbindungen
mit Diffusionslöten
spröde
sind und aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten
zu ihren Verbindungspartnern oder Verbindungsteilen nicht zuverlässig gegen
thermomechanischen Stress geschützt
sind. Dieser thermomechanische Stress führt zu großen Spannungen an den Grenzflächen. Dadurch
können
Mikrorisse in Verbindungsmaterialien insbesondere in der Umgebung von
intermetallischen Phasen nach entsprechenden hohen Stressbelastungen
oder bei der Herstellung der Diffusionslotstellenverbindungen auftreten.
Derartige Stressbelastungen insbesondere bei hohen Temperaturwechseln
können
sogar zur Delamination der Diffusionslotstelle führen.
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Durch
ein entsprechendes Vermischen der Diffusionsmaterialien und Lotkomponenten
mit den Nanopartikeln bei dem Lötprozess
werden diese Materialien ein Angleichen der Ausdehnungskoeffizienten
aufgrund ihrer räumlichen
Beschaffenheit bewirken. Dies führt
zum Minimieren des thermomechanischen Stresses. Weiterhin wird eine
Wanderung und Verbreitung von Mikrorissen durch die Nanopartikel unterdrückt.
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Somit
wird mit der Benutzung von Nanopartikeln im Diffusionslötprozess
ein Ausgleich der Ausdehnungskoeffizienten zwischen dem Diffusionslot aus
den zwei Lotkomponenten und den Verbindungspartnern oder Teilen
erreicht.
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Das
Einbringen der Nanopartikel in die Diffusionslötmaterialien und die dort sich
bildende Diffusionszone ist mit unterschiedlichen Verfahren wie
folgt möglich:
- – Wenn
sich die Legierungssysteme bereits auf den Verbindungsteilen befinden
(z. B. auf einem Wafer oder einem Systemträger) können die Nanopartikel flächig auf
die Legierungssysteme aufgebracht werden. Anschließend werden
die Verbindungsteile zusammengefügt.
Bei diesem Zusammenfügen
befinden sich die Nanopartikel direkt an der Grenzfläche zwischen
beiden Lotkomponenten.
- – Wird
als Legierungssystem eine Vorform verwendet, so können die
Nanopartikel beim Herstellen der Vorform, z. B. beim Herstellen
von Bändern,
Drähten,
Kugeln usw., mit in die Schmelze eingemischt werden und nach erfolgtem
Erstarren in die Legierung eingewalzt werden.
- – Auch
können
die Nanopartikel während
eines galvanischen Abscheidens der Legierungsbeschichtung auf den
jeweiligen Verbindungsteilen eingebracht werden, indem diese dem
Abscheideelektrolyten zugemischt werden. Während der Abscheidung der Legierungsbeschichtung
bauen sich die Nanopartikel homogen in die Legierungsschicht ein.
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Somit
verteilen sich die Nanopartikel beim Verbinden der Fügepartner
in der Schmelze zunächst
homogen und können
sich dann jedoch an der Grenzfläche
zusätzlich
anreichern durch entsprechende Konvektionsströmungen in der Schmelze, so daß die Nanopartikel
in erhöhter
Konzentration im Bereich der intermetallischen Phasen im sogenannten
Diffusionsbereich der Diffusionslotstelle angereichert sind.
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Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsformen mit Bezug auf
die beiliegenden Figuren näher
erläutert.
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1 zeigt
ein schematisches Schrägschliffbild
durch eine Diffusionsstelle einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
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2 zeigt
einen schematischen Schrägschliff
durch Teile, die über
eine Diffusionslotstelle zusammengefügt werden,
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3 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch ein elektronisches Bauteil,
das mehrere Diffusionslotstellen aufweist.
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4 bis 8 zeigen
schematische Querschnitte durch einen Halbleiterwafer zur Herstellung von
mehreren elektronischen Bauteilen, die Diffusionslotstellen aufweisen,
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4 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer,
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5 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer nach
Aufbringen einer ersten Lotkomponente auf seiner Rückseite,
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6 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer nach
Aufbringen einer ersten Lotkomponente auf seiner aktiven Oberseite,
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7 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer nach
Strukturieren der ersten Lotkomponente auf seiner aktiven Oberseite,
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8 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer nach
Aufbringen von Nanopartikeln auf seiner strukturierten ersten Lotkomponente,
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9 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterchip für ein Halbleiterbauteil
mit Diffusionslotstellen,
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10 bis 12 zeigen
schematische Querschnitte von Teilen, die zu einem Bauteil mit Diffusionslotstellen
miteinander verbunden werden,
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10 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Flachleiterrahmen mit
Flachleiterenden, die mit einer zweiten Lotkomponente 6 beschichtet
sind,
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11 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterchip mit Beschichtungen
einer ersten Lotkomponente 5 auf Ober- und Rückseite,
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12 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Chipinsel eines Systemträgers mit einer
Beschichtung einer zweiten Lotkomponente,
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13 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch ein elektronisches Bauteil
mit Diffusionslotstellen vor einem Abbiegen der Flachleiter zu Außenanschlüssen.
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1 zeigt
ein schematisches Schrägschliffbild
durch eine Diffusionslotstelle 2 einer ersten Ausführungsform
der Erfindung.
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Das
Bezugszeichen 3 kennzeichnet ein erstes Teil, das über eine
Diffusionslotstellenverbindung 1 an der Diffusionslot stelle 2 mit
einem zweiten Teil 4 elektrisch und mechanisch verbunden
ist. Das Bezugszeichen 5 kennzeichnet eine erste Lotkomponente,
deren Schmelztemperatur niedriger ist, als die zweite Lotkomponente 6.
Die zweite Lotkomponente 6 weist eine Schmelztemperatur
auf, die höher
liegt als die Schmelztemperatur der sich aus beiden Lotkomponenten 5 und 6 bildenden
intermetallischen Phasen. Die Schmelztemperatur der zweiten Lotkomponente 6 liegt
auch über
der Löttemperatur,
bei der die beiden Teile 3 und 4 mit Hilfe der
Diffusionslotstelle 2 zusammengefügt sind.
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Von
dem Material der zweiten Lotkomponente 6 mit hoher Temperatur
diffundiert lediglich ein Anteil, der dem Sättigungsgrad für die zweite
Lotkomponente 6 in der Schmelze der ersten Lotkomponente 5 entspricht,
in den Diffusionsbereich 7 der Diffusionslotstelle 2 ein.
Somit ist eine erfindungsgemäße Diffusionslotstelle 2 durch
einen nicht angelösten
Restbereich der zweiten Lotkomponente 6 im Schrägschliff gekennzeichnet.
In dem schmelzflüssigen
Bereich der ersten Lotkomponente 5 verteilen sich Nanopartikel 8 zunächst homogen
in der Schmelze und können
bei der zunehmenden Bildung von intermetallischen Phasen in der
Diffusionslotstelle 2, wie in 1 gezeigt,
inhomogen verteilt sein, das heißt, daß eine höhere Konzentration an Nanopartikeln 8 im Bereich
der intermetallischen Phasen auftreten kann. Diese Inhomogenität kann teilweise
durch Konvexionsvorgänge
in der aufgeschmolzenen ersten Lotkomponente 5 verursacht
sein.
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Eine
Anreicherung der Nanopartikel 8 in der Nähe des Phasenübergangs
von der ersten Lotkomponente 5 zum nicht gelösten Anteil
der zweiten Lotkomponente 6 ist ebenfalls ein charakteristisches Merkmal
für diese
besondere Art der Diffusionslotstelle 2.
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In
dieser ersten Ausführungsform
der Erfindung ist das erste Teil 3 ein Halbleiterchip 9 mit
einem geringeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten als das zweite
Teil 4, das in dieser Ausführungsform der Erfindung einen
Teil eines metallischen Systemträgers 10 darstellt.
Dieser Systemträger 10 ist
großflächig über die
Diffusionslotstelle 2 mit der Rückseite 22 des Halbleiterchips 9 verbunden,
wobei die beim Diffusionslöten
entstehenden spröden
intermetallischen Phasen an der Bildung und Ausbreitung von Mikrorissen
innerhalb der Diffusionslötstelle 2 durch die
Nanopartikel 8 behindert werden. Da das zweite Teil 4 in
dieser Ausführungsform
aus einem Systemträger 10 besteht,
der seinerseits eine Kupferlegierung aufweist und somit einen wesentlich
höheren thermischen
Ausdehnungskoeffizienten aufweist als das erste Teil 3 aus
einem Halbleiterchip, wird der Ausdehnungskoeffizient der Nanopartikel
in einem Bereich angesiedelt, der zwischen den Werten der Ausdehnungskoeffizienten
des ersten Teils 3 und des zweiten Teils 4 liegt.
Der thermische Ausdehnungskoeffizient der Nanopartikel ist durch
Einsatz geeigneter amorpher Silikate an die thermischen Ausdehnungskoeffizienten
des ersten Teils 3 und des zweiten Teils 4 anpassbar.
Derartige amorphe Silikate können
Borsilikate oder Phosphorsilikate sein. Bemerkenswert ist, daß ein Teil
der hochschmelzenden zweiten Lotkomponente 6 außerhalb
des Diffusionsbereichs 7 frei von Nanopartikeln bleibt,
da die zweite Lotkomponente 6 beim Anschmelzen und Diffundieren
in die Schmelze der ersten Lotkomponente 5 nicht vollständig verbraucht
wird.
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Mit
einer derartigen Diffusionslotstelle 2 wird ein thermischer
Spannungsausgleich zwischen den ersten der zwei Teile und dem zweiten
der zwei Teile 3 und 4 bereitgestellt. In dieser
ersten Ausführungsform
der Erfindung verbindet wie oben erwähnt die Diffusionslotstelle 2 den
ersten Teil 3, einen Halbleiterchip 9, und den
zweiten Teil 4, einen metallischen Systemträger 10 mit
einer Halbleiterchipinsel 11, die als Sourcekontakt 12 für ein Leistungsbauteil
dient. Somit kann der gesamte Sourcestrom eines derartigen Leistungsbauteils über die
Chipinsel 11 dem Halbleitermaterial zugeführt werden.
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2 zeigt
einen schematischen Schrägschliff
durch Teile 3 und 4, die über eine Diffusionslotstelle 2 miteinander
verbunden werden sollen. Komponenten mit gleichen Funktionen wie
in der 1 werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und
nicht extra erläutert.
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Dazu
ist das erste Teil 3, nämlich
ein Halbleiterchip 9, auf seiner Rückseite 22 mit einer
niedrigschmelzenden ersten Lotkomponente 5 beschichtet, auf
die Nanopartikel 8 aufgebracht wurden. Ein derartiges Aufbringen
kann durch Einwalzen oder Einprägen
der Nanopartikel 8 auf die Oberseite der bei niedriger
Temperatur schmelzenden ersten Lotkomponente 5 erfolgen.
Eine andere Möglichkeit
besteht darin, die erste Lotkomponente 5 galvanisch auf
der Rückseite
des Halbleiterchips in einem Elektrolytbad abzuscheiden, das gleichzeitig
Nanopartikel 8 enthält.
In diesem Fall werden die Nanopartikel 8 gleichmäßig und
homogen in der Lotkomponente 5 verteilt eingebaut.
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In
dem unteren Bereich der 2 ist der Schrägschliff
eines zweiten Teils 4 im Prinzip gezeigt, das auf seiner
Oberseite eine zweite Lotkomponente 6 trägt. Diese
Lotkomponente 6 ist eine hochschmelzende Lotkomponente 6 und
weist somit eine höhere Schmelztemperatur
auf als die niedrigschmelzende Lotkomponente 5 auf dem
ersten Teil 3. Diese hochschmelzende Lotkomponente kann
auch eine mehrlagige Schicht aus Gold, Silber, Nickel und/oder Legierungen
derselben aufweisen, wobei die oberste Schicht an der Diffusionslötung beteiligt
ist und mit der niedrigschmelzenden Lotkomponente 5 intermetallische
Phasen bildet.
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Beim
Zusammenfahren der beiden Teile 3 und 4 in Pfeilrichtung
A bei einer Temperatur, bei der mindestens die niedrigschmelzende
Lotkomponente 5 aufgeschmolzen ist und die Nanopartikel 8 gleichmäßig in der
Schmelze verteilt sind, wird die hochschmelzende Komponente 6 teilweise
in die niedrigschmelzende Komponente 5 eindiffundieren
und in dem Diffusionsbereich in termetallische Phasen bilden. Beim
Abkühlen
der Diffusionslotstelle 2 kann sich eine inhomogene Verteilung
der Nanopartikel 8 im Diffusionsbereich einstellen. Diese
Nanopartikel 8 verhindern im Diffusionsbereich einer Diffusionslotstelle
eine Ausbreitung von durch intermetallische Phasen verursachten
Mikrorissen. Dazu kann die niedrigschmelzende Lotkomponente 5 Zinn
oder eine Zinnlegierung aufweisen, während die hochschmelzende zweite
Lotkomponente 6 Silber, Gold, Kupfer oder Legierungen derselben
aufweist.
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3 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch ein elektronisches Bauteil 30 für ein Leistungsmodul,
das mehrere Diffusionslotstellen 2 aufweist. Komponenten
mit gleichen Funktionen wie in den vorhergehenden Figuren werden
mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und nicht extra erläutert.
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Das
Bezugszeichen 10 kennzeichnet einen Systemträger, das
Bezugszeichen 11 kennzeichnet eine Halbleiterchipinsel
des Systemträgers
und das Bezugszeichen 12 kennzeichnet einen Sourcekontakt
des elektronischen Bauteils 30. Das Bezugszeichen 13 kennzeichnet
einen großflächigen Flachleiter,
der die parallelgeschalteten Drainkontakte 15 auf der Oberseite
des elektronischen Bauteils 30 kontaktiert. Das Bezugszeichen 14 kennzeichnet
einen Flachleiter, der einen Gatekontakt 16 zur Oberseite des
Halbleiterchips herstellt.
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Das
elektronische Bauteil 30 besteht aus mehreren 100.000 parallel
geschalteten MOS-Transistoren 21, die im Bereich der aktiven
Oberseite 20 des Halbleiterchips 9 angeordnet
sind. Der aktive Bereich der Oberseite 20 ist durch eine
gestrichelte Linie 23 markiert. Während der gemeinsame Sourcebereich
durch die Rückseite 22 des
Halbleiterchips 9 großflächig kontaktiert
werden kann, indem mit Hilfe einer Diffusionslotstelle 2 die
Chipinsel 11 elektrisch und mechanisch mit der Rückseite 22 des
Halbleiterchips 9 verbunden wird, werden die mehreren 100.000
Gateelektroden zu einem Gatekontakt 16 zusammengeführt, der über den
Flachleiter 14 mit einer übergeordneten Schaltung verbindbar
ist.
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Der
Flachleiter 14 für
den Gatekontakt 16 ist ebenfalls über eine Diffusionslotstelle 2 mit
den parallel geschalteten Gateelektroden des elektronischen Bauteils 30 verbunden.
Eine dritte Diffusionslotstelle 2 weist die elektrische
und mechanische Verbindung des Flachleiters 13 mit dem
parallel geschalteten mehreren 100.000 Elektroden umfassenden Drainanschluß auf. Um
die aus einem Metall bestehenden Flachleiter 13 und 14 sowie
die aus einer Metallplatte bestehende Chipinsel 11 des
Systemträgers 10 mit Hilfe
von Diffusionslotstellen 2 mit den einzelnen Komponenten
des Halbleiterchips 9 zu verbinden, ist die niedrigschmelzende
erste Lotkomponente 5 auf den Elektroden des Halbleiterchip 9 aufgebracht,
so daß der
Halbleiterchip 9 das erste Teil 3 der Diffusionslotstelle
darstellt, während
die mit dem Halbleiter zu verbindenden metallischen Teile aus Flachleitern 13 und 14 und
Chipinsel 11 auf ihren Oberflächen zunächst veredelt werden, um eine
Diffusion des Flachleitermetalls bzw. des Metalls der Halbleiterchipinsel 11 nicht
zur Diffusionslotstelle vordringen zu lassen.
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Während das
Metall der Flachleiter 13 und 14 und der Chipinsel 11 im
wesentlichen eine Kupferlegierung ist, kann die Diffusionsstellen-Beschichtung
eine Nickellegierung sein und die zweite hochschmelzende Lotkomponente 6 eine
Gold- oder Silberlegierung darstellen. Der Gesamtaufbau kann für einen
Diffusionsofen bereitgestellt werden und die Diffusionslötung kann
in dem Diffusionsofen stattfinden. Dazu wird in dieser Ausführungsform
der Erfindung die niedrigschmelzende Lotkomponente 5, die auf
den Flächen
des Halbleiterchips aufgetragen ist, mit Nanopartikeln aus Silikaten
versetzt. Wird bei dem Diffusionslöten die zweite Lotkomponente 6 vollkommen
im Diffusionsbereich verbraucht, so verbleibt zumindest eine diffusionshemmende
Schicht 24 zwischen dem Diffusionsbereich 7 und
den metallischen Komponenten wie Flachleitern 13 und 14 und Chipinsel 11 erhalten.
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Die 4 bis 8 zeigen
schematische Querschnitte durch einen Halbleiterwafer 19 zur
Herstellung von mehreren elektronischen Bauteilen 30, die
Diffusionslotstellen aufweisen. Komponenten mit gleichen Funktionen
in den nachfolgenden 4 bis 8 wie in
den vorhergehenden Figuren werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet
und nicht extra erläutert.
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4 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer 19,
der in einem späteren
Verfahrensschritt entlang von Trennlinien 25 zertrennt
werden kann. Dieser Halbleiterwafer weist an seiner aktiven Oberseite 18 in
einem Bereich, der durch eine gestrichelte Linie 23 begrenzt wird,
MOS-Transistoren 21 auf, die mit ihren mehreren 100.000
Gateanschlüssen
parallelgeschaltet sind und ebenso mit ihren mehreren 100.000 Drainelektroden
auf der Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19 parallel
geschaltet sind. Die Rückseite 22 dient
für mehrere
elektronische Leistungsbauteile als Sourcegebiet.
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5 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer 19 nach
Aufbringen einer ersten Lotkomponente 5 auf seiner Rückseite 22.
Diese Lotkomponente 5 auf der Rückseite 22 ist eine
metallische Verspiegelung der Rückseite mit
einer ersten Lotkomponente 5, die einen niedrigeren Schmelzpunkt
aufweist als eine zweite Lotkomponente 6, die mit der ersten
Lotkomponente 5 bei einem Diffusionslöten intermetallische Phasen
bilden kann. Diese erste Lotkomponente 5 kann Zinn oder eine
Zinnlegierung sein. Sie kann durch Tauchen des Halbleiterwafers 19 in
ein entsprechendes Zinnbad sowohl auf der Rückseite 22 des Halbleiterwafers 19 als
auch auf der aktiven Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19 aufgebracht
werden oder in zwei getrennten Schritten erst auf der Rückseite 22,
wie es in 5 gezeigt wird, aufgebracht werden
und anschließend,
wie es 6 zeigt, auf der aktiven Oberseite 18 aufgebracht
sein.
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6 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer 19 nach
Aufbringen einer ersten Lotkomponente 5 auf seiner aktiven Oberseite 18.
Auch diese Oberseite 18 wird mit einem Metallspiegel aus
der niedrigschmelzenden Lotkomponente 5 bedeckt und erst
in einem nächsten Schritt
strukturiert.
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7 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterwafer 19 nach
Strukturieren der ersten Lotkomponente 5 auf der aktiven Oberseite 18 des
Halbleiterwafers 19. Das Strukturieren der Lotkomponente 5 auf
der aktiven Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19 ist
erforderlich, um einen gemeinsamen parallel schaltenden Gateanschluß 16 für jeden
Halbleiterchip des Halbleiterwafers 19 vorzubereiten und
um einen großflächigen Kontakt
für sämtliche
parallel geschalteten Drainelektroden mit einem Drainkontakt 15 zu
schaffen.
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Nach
diesem Schritt kann die Lotkomponente 5 auf der aktiven
Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19, wie in 8 gezeigt,
mit Nanopartikeln 8 aus einem Silikat bestäubt werden,
die anschließend
unter Druck in die Beschichtung durch die erste Lotkomponente 5 eingeprägt werden.
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Alternativ
kann die Lotkomponente 5 auf der aktiven Oberseite 18 des
Halbleiterwafers 19 durch eine Lotpaste, die die Nanopartikel 8 enthält, strukturiert
aufgedruckt werden. Ein Metallspiegel aus der ersten Lotkomponente 5 kann
auch auf der aktiven Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19 galvanisch
abgeschieden werden wobei in dem Elektrolytbad Nanopartikel 8 verteilt
sind, so daß diese
homogen verteilt in die Lotkomponente 5 auf der aktiven
Oberseite 18 des Halbleiterwafers 19 eingebaut
werden. Da die Nanopartikel 8 nicht-leitende Silikate sind,
beispielsweise Borsilikat oder Phosphorsilikat, kann die gesamte
aktive Oberfläche 18 mit
einer Schicht aus Nano partikeln 8 versehen werden, ohne
Kurzschlüsse der
elektronischen Strukturen auf der aktiven Oberseite 18 des
Halbleiterwafers 19 zu verursachen.
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9 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterchip 9 für ein Halbleiterbauteil
mit Diffusionslotstellen 2.
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Entlang
der in den 4 bis 8 angedeuteten
Trennlinien 25 wurde der Halbleiterwafer 19 auseinandergesägt und ergibt
somit den in 9 abgebildeten Halbleiterchip
im Querschnitt. Diese Querschnitte sind nur schematisch und nicht
maßstabsgetreu.
In Wirklichkeit ist die Dicke eines derartigen Halbleiterchips 9 zwischen
50 μm und
750 μm, während die
Breite b eines derartigen Halbleiterchips 9 mehrere Zentimeter
betragen kann.
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Um
aus diesem Halbleiterchip ein elektronisches Leistungsbauteil herzustellen,
werden in den 10 bis 12 schematische
Querschnitte von Teilen 3 und 4 gezeigt, die zu
einem Bauteil mit Diffusionslotstellen 2 miteinander verbunden
werden. Komponenten mit gleichen Funktionen wie in den vorhergehenden
Figuren werden mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet und für die 10 bis 12 nicht
extra erläutert.
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10 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Flachleiterrahmen 26,
der Flachleiter 13 für
einen gemeinsamen Drainkontakt 15 und Flachleiter 14 für einen
gemeinsamen Gatekontakt 16 trägt. Die jeweiligen Endbereiche 27 und 28 der Flachleiter 13 bzw. 14,
die mit den Drainelektroden bzw. mit den parallel geführten Gateelektroden
zu verbinden sind, werden mit einer zweiten Lötkomponente 6 beschichtet.
Dabei kann diese Lötkomponente 6 aus
mehreren Metallschichten bestehen, die einerseits eine Diffusion
des Flachleitermaterials in die Diffusionslotstelle verhindern und
andererseits ein Diffusionslotmaterial bereitstellen, das in das schmelzflüssige Lot
der ersten Lotkomponente 5 eindiffundieren kann.
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Da
diese Flachleiter 13 und 14 auf die aktive Oberseite
des Halbleiterchips 9 aufgesetzt werden sollen, werden
keine Nanopartikel in die zweite Lotkomponente 6 eingebaut,
zumal die erste Lotkomponente auf dem Halbleiterchip, wie er in 11 gezeigt
wird, bereits Nanopartikel aufweist.
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11 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch einen Halbleiterchip mit Beschichtungen
einer ersten Lotkomponente 5 auf der Oberseite 20 und
auf der Rückseite 22,
wobei der Querschnitt der 11 dem
Querschnitt der 9 entspricht. Deshalb erübrigt sich
eine Interpretation oder Erläuterung
der 11.
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12 zeigt
einen weiteren Teil des Flachleiterrahmens 26, der eine
Halbleiterchipinsel 11 trägt, die ihrerseits mit einer
zweiten Lotkomponente 6 beschichtet ist, und auf der eine
Schicht aus Nanopartikeln 8 aufgebracht ist. Diese Schicht
aus Nanopartikeln kann beim galvanischen Abscheiden der Lotkomponente 6 bereits
in die Lotkomponente 6 eingebaut werden.
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13 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch ein elektronisches Bauteil
mit Diffusionslotstelle 2 vor einem Abbiegen der Flachleiter 13 und 14 zu
Außenanschlüssen. Sowohl
die Halbleiterchipinsel 11 als auch die Flachleiter 13 und 14 sind auf
einem gemeinsamen Flachleiterrahmen miteinander verbunden, wobei
der Flachleiterrahmen zwei Niveaus aufweist, nämlich eines für die Rückseite 22 des
Halbleiterchips 9 mit einer Halbleiterchipinsel 11 und
ein weiteres Niveau für
die aktive Oberseite 20 des Halbleiterchips 9 mit
den entsprechenden Flachleitern 13 und 14. Nach
Zusammenbringen dieser Komponenten, die in 13 gezeigt
werden, und einem Diffusionsnöten
ergibt sich der in 13 gezeigte prinzipielle Querschnitt,
das heißt,
die Nanopartikel 8 sind im wesentlichen in der Lotkomponente 5 verteilt
angeordnet, während
ein Rest der Lotkomponente 6 unversehrt erhalten geblieben
ist. Nach der Fertigstellung des in 13 gezeigten
Rohbauteils mit diffusionsgelötetem
gemeinsamen Gatekontakt 16 und ge meinsamen Drainkontakt 15 sowie
gemeinsamen Sourcekontakt 12 können zur Vervollständigung
des elektronischen Leistungsbauteils die Flachleiter 13 und 14 auf
das Niveau der Halbleiterchipinsel 11 abgebogen werden
und das ganze in einem nicht gezeigten Kunststoffgehäuse verpackt
werden. Das Endergebnis wäre
in diesem Fall ein elektronisches Leistungsbauteil, wie es in 3 gezeigt
wird.
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- 1
- Diffusionslotstellenverbindung
- 2
- Diffusionslotstelle
- 3
- Erstes
Teil
- 4
- Zweites
Teil
- 5
- Erste
Lotkomponente
- 6
- Zweite
Lotkomponente
- 7
- Diffusionsbereich
- 8
- Nanopartikel
- 9
- Halbleiterchip
- 10
- Systemträger
- 11
- Halbleiterchipinsel
- 12
- Sourcekontakt
- 13,
14
- Flachleiter
- 15
- Drainkontakt
- 16
- Gatekontakt
- 17
- Beschichtungen
- 18
- Aktive
Oberseite des Halbleiterwafers 19
- 19
- Halbleiterwafer
- 20
- Aktive
Oberseite des Halbleiterchips 9
- 21
- MOS-Transistoren
- 22
- Rückseite
des Halbleiterwafers, Halbleiterchips
- 23
- gestrichelte
Linie
- 24
- diffusionshemmende
Schicht
- 25
- Trennlinien
- 26
- Flachleiterrahmen
- 27,
28
- Endbereiche
der Flachleiter 13 bzw. 14
- 30
- elektronisches
Bauteil
- A
- Pfeilrichtung
- b
- Breite
des Halbleiterchips
- d
- Dicke
des Halbleiterchips