DE10207737C1 - Schaltkreis für eine elektromagnetische Quelle zur Erzeugung akustischer Wellen - Google Patents
Schaltkreis für eine elektromagnetische Quelle zur Erzeugung akustischer WellenInfo
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Abstract
Schaltkreis für eine elektromagnetische Quelle zur Erzeugung akustischer Wellen, aufweisend einen entladbaren Hochspannungskondensator (22), welchem eine Diode (24) oder ein Diodenmodul (31) parallel geschaltet ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen Schaltkreis für eine elektromag
netische Quelle zur Erzeugung akustischer Wellen, aufweisend
einen entladbaren Hochspannungskondensator.
Ein derartiger Schaltkreis ist in Fig. 1 dargestellt. Der
Schaltkreis umfasst eine Gleichspannungsquelle 1, ein Schalt
mittel 2, welches in der Regel als Funkenstrecke ausgeführt
ist, einen Hochspannungskondensator 3 sowie eine Spule 4,
welche Teil einer Schallerzeugungseinheit der elektromagneti
schen Quelle ist. Die Schallerzeugungseinheit der elektromag
netischen Quelle weist neben der Spule 4 einen nicht darge
stellten Spulenträger, auf dem die Spule angeordnet ist, und
eine ebenfalls nicht dargestellte, isolierend auf der Spule 4
angeordnete Membran auf. Bei der Entladung des Hochspannungs
kondensators 3 über die Spule 4 fließt durch die Spule 4 der
Strom I, wodurch ein elektromagnetisches Feld erzeugt wird,
welches mit der Membran in Wechselwirkung tritt. Die Membran
wird dabei in ein akustisches Ausbreitungsmedium abgestoßen,
wodurch Quelldruckwellen in das akustische Ausbreitungsmedium
als Trägermedium zwischen der Schallerzeugungseinheit der
elektromagnetischen Quelle und einem zu beschallenden Objekt
ausgesendet werden. Durch nichtlineare Effekte im Trägermedi
um können aus den akustischen Quelldruckwellen beispielsweise
Stoßwellen entstehen. Der Aufbau einer elektromagnetischen
Quelle, insbesondere einer elektromagnetischen Stoßwellen
quelle, ist im Übrigen beispielsweise in der EP 0 133 665 B1
beschrieben.
Betreibt man den in Fig. 1 gezeigten Schaltkreis zur Erzeu
gung akustischer Wellen, so ergeben sich während des Entlade
vorgangs des Hochspannungskondensators 3 über die Spule 4,
wozu mittels des Schaltmittels 2 ein Kurzschluss erzeugt
wird, die in Fig. 2 exemplarisch eingetragenen Verläufe der
Spannung U, des Stromes I und des Quadrates des Stromes I
(12). Während die Kurve 5 den Spannungsverlauf U über der
Spule 4 veranschaulicht, zeigt die Kurve 6 den dabei durch
die Spule 4 fließenden, abklingenden Strom I, welcher, wie
bereits erwähnt, ursächlich für die Erzeugung von akustischen
Wellen ist. Die Kurve 7 veranschaulicht das Quadrat des Stro
mes I.
Dem Quadrat des Stromes I proportional sind die von der e
lektromagnetischen Stoßwellenquelle erzeugten akustische Wel
len. Aus einem Entladevorgang des Hochspannungskondensators 3
gehen demnach, wie aus der Fig. 2 anhand des Quadrates des
Stromes I zu erkennen ist, eine erste akustische Quelldruck
welle aus dem ersten akustischen Quelldruckpuls (1. Maximum)
und weiter akustische Quelldruckwellen aus der abklingenden
Folge von positiven akustischen Quelldruckpulsen hervor. Die
erste Quelldruckwelle und die nachfolgenden Quelldruckwellen
können sich, wie bereits erwähnt, durch nicht lineare Effekte
im Trägermedium und eine nichtlineare Fokussierung, welche in
der Regel mit einer an sich bekannten akustischen Fokussie
rungslinse erfolgt, in Stoßwellen mit kurzen aufgesteilten
Positivanteilen und nachfolgenden langgezogenen sogenannten
Unterdruckwannen formen.
Stoßwellen werden beispielsweise zur nicht invasiven Zerstö
rung von Konkrementen im Körperinneren eines Patienten, z. B.
zur Zerstörung eines Nierensteins, eingesetzt. Die auf den
Nierenstein gerichteten Stoßwellen bewirken, dass in dem Nie
renstein Risse entstehen. Der Nierenstein bricht schließlich
auseinander und kann somit auf natürlichem Wege ausgeschieden
werden.
Maßgeblich für das volumendesintegrierende Risswachstum im
Stein ist dabei die aus dem ersten Quelldruckpuls hervorge
gangene erste Stoßwelle. Die nachfolgenden Stoßwellen führen
hingegen durch die stark angestiegene Keimrate, verursacht
durch die Unterdruckwanne der ersten Stoßwelle, nur zu ober
flächlich wirkenden Kavitationsprozessen, welche sogar gewe
beschädigend sein können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Schalt
kreis der eingangs genannten Art derart auszubilden, dass die
Erzeugung von akustischen Wellen verbessert wird.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch einen
Schaltkreis für eine elektromagnetische Quelle zur Erzeugung
akustischer Wellen, aufweisend einen entladbaren Hochspan
nungskondensator, welchem eine Diode oder ein Diodenmodul
parallel geschaltet ist, wobei die Ladespannung für den Hoch
spannungskondensator in Sperrrichtung an der Diode oder an
dem Diodenmodul anliegt. Das Diodenmodul kann dabei Reihen-
und/oder Parallelschaltungen von Dioden aufweisen. Durch die
Parallelschaltung der Diode oder des Diodenmoduls zu dem
Hochspannungskondensator erreicht man bei der Entladung des
Hochspannungskondensators eine zeitliche Verlängerung des
ersten Quelldruckpulses. Außerdem werden die nachfolgenden
abklingenden Quelldruckpulse abhängig von der Diodenimpedanz
bzw. den Diodenimpedanzen stark bedämpft. Die Dämpfung kann
dabei so groß sein, dass die nachfolgenden Quelldruckpulse
sogar gänzlich verschwinden. Durch die zeitliche Verlängerung
des ersten Quelldruckpulses wird eine stärkere erste akusti
sche Welle, beispielsweise bei der Erzeugung von Stoßwellen,
also eine stärkere erste Stoßwelle erzeugt, wodurch sich für
die Zertrümmerung von Konkrementen eine Verstärkung der volu
mendesintegrierenden Wirkung ergibt. Dadurch, dass zudem nur
noch wenige schwache oder überhaupt keine dem ersten Quell
druckpuls nachfolgende Quelldruckpulse auftreten, wird auch
die gewebeschädigende Kavitation, verursacht durch die auf
die erste Stoßwelle folgenden, aus den nachfolgenden Quell
druckpulsen hervorgegangenen Stoßwellen, vermindert. Darüber
hinaus erhöht sich durch die durch die Diode bzw. das Dioden
modul bedingte verringerte Umpolspannung die Lebensdauer des
Hochspannungskondensators. Zudem werden bei einer derartigen
Erzeugung von Stoßwellen weniger hörbare Schallwellen er
zeugt, so dass sich eine Lärmreduzierung ergibt. Maßgeblich
bei der Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung
von Stoßwellen ist nämlich die Gesamtfläche unter der Kurve
des Quadrates des Stromes, also das Integral des Quadrates
des Stroms über der Zeit. Diese wird im Falle der vorliegen
den Erfindung insgesamt durch den Wegfall der normalerweise
auf den ersten Quelldruckpuls folgenden Quelldruckpulse ver
ringert.
Nach einer Variante der Erfindung weist der Schaltkreis ein
Schaltmittel auf, welches einen oder mehrere vorzugsweise in
Reihe geschaltete Thyristoren umfasst, wobei dem Hochspan
nungskondensator eine Hochstromdiode mit langsamer Freiwerte
zeit oder ein Diodenmodul aufweisend wenigstens zwei Hoch
stromdioden mit langsamer Freiwerdezeit parallel geschaltet
ist. Gemäß einer Variante der Erfindung weist das Diodenmodul
eine Reihenschaltung von Hochstromdioden mit langsamer Frei
wertezeit auf.
Unter Hochstromdioden mit langsamer Freiwerdezeit werden da
bei an sich bekannte Leistungsdioden verstanden, deren Frei
werdezeit oder auch Speicherzeit im µs-Bereich liegt. Dagegen
weisen Kleinsignaldioden Freiwerdezeiten von ca. 10 bis 100 ns
und sehr schnellen Dioden, wie FRED- oder Schottky-Dioden,
Freiwerdezeiten in der Größenordnung von 100 ps auf.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den beigefügten
schematischen Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen bekannten Schaltkreis zur Erzeugung akustischer
Wellen,
Fig. 2 den Verlauf der Spannung U, des Stromes I und des
Quadrates des Stromes I über der Zeit während der
Entladung des Hochspannungskondensators des Schalt
kreises aus Fig. 1,
Fig. 3 eine elektromagnetische Stoßwellenquelle,
Fig. 4 einen erfindungsgemäßen Schaltkreis zur Erzeugung
akustischer Wellen,
Fig. 5 den Verlauf der Spannung U', des Stromes I' und des
Quadrates des Stromes I' über der Zeit während der
Entladung des Hochspannungskondensators des Schalt
kreises aus Fig. 4, und
Fig. 6 einen weiteren erfindungsgemäßen Schaltkreis mit ei
ner Reihenschaltung aus Thyristoren als Schaltmittel.
Die Fig. 3 zeigt in Form einer teils geschnittenen und teils
blockschaltartigen Darstellung eine elektromagnetischen Stoß
wellenquelle in Form eines Therapiekopfes 10, welcher im Fal
le des vorliegenden Ausführungsbeispiels Bestandteil eines
nicht näher dargestellten Lithotripsiegerätes ist. Der Thera
piekopf 10 weist eine mit 11 bezeichnete, an sich bekannte
Schallerzeugungseinheit auf, welche nach dem elektromagneti
schen Prinzip arbeitet. Die Schallerzeugungseinheit 11 weist
in in Fig. 3 nicht dargestellter Weise einen Spulenträger,
eine auf diesem angeordnete Flachspule und eine gegenüber der
Flachspule isolierte, metallische Membran auf. Zur Erzeugung
von Stoßwellen wird die Membran durch elektromagnetische
Wechselwirkung mit der Spule in ein mit 12 bezeichnetes akus
tisches Ausbreitungsmedium abgestoßen, wodurch eine Quell
druckwelle in das akustische Ausbreitungsmedium 12 ausgesen
det wird. Die Quelldruckwelle wird mittels einer akustischen
Linse 13 auf eine Fokuszone F fokussiert, wobei sich die
Quelldruckwelle während ihrer Ausbreitung in dem akustischen
Ausbreitungsmedium 12 und nach Einleitung in den Körper eines
Patienten P zu einer Stoßwelle aufsteilt. Im Falle des in
Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispieles dient die Stoßwelle
zur Zertrümmerung eines Steines S in der Niere N des Patien
ten P.
Dem Therapiekopf 10 ist eine Bedien- und Versorgungseinheit
14 zugeordnet, welche bis auf die Flachspule den in der
Fig. 4 gezeigten erfindungsgemäßen Schaltkreis zur Erzeugung
von akustischen Wellen umfasst. Die Bedien- und Versorgungs
einheit 14 ist dabei über eine in der Fig. 3 gezeigte Verbin
dungsleitung 15 mit der die Flachspule umfassenden Schaller
zeugungseinheit 11 elektrisch verbunden.
Der in Fig. 4 gezeigte Schaltkreis für eine elektromagneti
sche Stoßwellenquelle zur Erzeugung akustischer Wellen weist
eine Gleichspannungsquelle 20, ein Schaltmittel 21, einen
Hochspannungskondensator 22 und die Flachspule 23 der elekt
romagnetischen Schallerzeugungseinheit 11 des Therapiekopfes
10 auf. Außerdem ist dem Hochspannungskondensator 22 erfin
dungsgemäß eine Diode 24 unmittelbar parallel geschaltet,
wobei die Diode 24 in Sperrrichtung zur Ladespannung des
Hochspannungskondensators 22 geschaltet ist. Die Vorteile
dieses erfindungsgemäßen Schaltkreises zur Entladung des
Hochspannungskondensators 22 für die Erzeugung von Stoßwellen
lassen sich anhand der Fig. 5 erläutern, welche den Verlauf
25 der Spannung U', den Verlauf 26 des Stromes I' und den
Verlauf 27 des Quadrates des Stromes I' zeigt. Die in den
Fig. 1 und 4 gezeigten Schaltkreise wurden dabei unter den
selben Randbedingungen betrieben. Wie der Fig. 5 im Vergleich
zu der Fig. 2 entnommen werden kann, weist der Verlauf des
Quadrates des Stromes I' nur noch ein Maximum auf und klingt
dann kontinuierlich über der Zeit ab, wobei sich gleichzeitig
die Fläche unter dem Quadrat des Stromes I' gegenüber der
Fläche unter dem ersten Maximum des Quadrates des Stromes I
aus Fig. 2 vergrößert hat. Da eine mittels der Schallerzeu
gungseinheit 11 erzeugte akustische Quelldruckwelle dem Quad
rat des Stromes I' proportional ist, wird aus der Fig. 5
deutlich, dass sich mit Hilfe des in Fig. 4 gezeigten Schalt
kreises eine verstärkte erste Stoßwelle ergibt, wodurch sich
wiederum eine Verstärkung der Volumendesintegration, also
eine verbesserte Wirkung für die Zerstörung des Steines S der
Niere N, ergibt. Da darüber hinaus der Verlauf 27 des Quadra
tes des Stromes I' keine weiteren Maxima zeigt, was gleichbe
deutend mit der Tatsache ist, dass neben der ersten Quell
druckwelle keine weiteren Quelldruckwellen entstehen, welche
sich zu Stoßwellen aufsteilen, treten auch die bei der be
kannten Erzeugung von Stoßwellen gewebeschädigenden Kavitati
onsprozesse durch die auf die erste Stoßwelle folgenden Stoß
wellen bei der erfindungsgemäßen Erzeugung einer Stoßwelle
nicht auf. Des Weiteren erhöht sich durch eine durch die Dio
de 24 bedingte, verringerte Umpolspannung des Hochspannungs
kondensators 22 die Lebensdauer des Hochspannungskondensators
22. Als weiterer Vorteil ergibt sich eine Reduzierung der
Erzeugung von hörbaren Schallwellen bei der Erzeugung von
Stoßwellen, da sich bei einer derartigen Erzeugung von Stoß
wellen die Gesamtfläche unter der Kurve 27 des Quadrates des
Stromes I', welche maßgeblich für die Erzeugung von hörbaren
Schallwellen bei der Erzeugung von Stoßwellen ist, gegenüber
der Gesamtfläche unter der Kurve 7 des Quadrates des Stromes
I verringert.
Die Fig. 6 zeigt einen zweiten erfindungsgemäßen Schaltkreis
für eine elektromagnetische Stoßwellenquelle, welcher sich
von dem in Fig. 4 gezeigten Schaltkreis dadurch unterschei
det, dass in schematisch angedeuteter Weise als Schaltmittel
30 eine Reihenschaltung von an sich bekannten Thyristoren
vorgesehen ist und dass dem Hochspannungskondensator 22 eben
falls in schematisch angedeuteter Weise ein Diodenmodul 31
aufweisend eine Reihenschaltung von Hochstromdioden mit lang
samer Freiwertezeit unmittelbar parallel geschaltet ist. Der
in Fig. 6 gezeigte Schaltkreis arbeitet im Wesentlichen wie
der in Fig. 4 gezeigte Schaltkreis und führt ebenfalls zu den
bekannten Vorteilen der Erfindung, wie sie anhand der Fig. 5
bereits für den Schaltkreis der Fig. 4 erläutert worden sind.
Claims (3)
1. Schaltkreis für eine elektromagnetische Quelle zur Erzeu
gung akustischer Wellen, aufweisend einen entladbaren Hoch
spannungskondensator (22), welchem eine Diode (24) oder ein
Diodenmodul (31) parallel geschaltet ist.
2. Schaltkreis nach Anspruch 1, welcher ein Schaltmittel (30)
aufweist, welches einen oder mehrere Thyristoren umfasst,
wobei dem Hochspannungskondensator (22) eine Hochstromdiode
mit langsamer Freiwerdezeit oder ein Diodenmodul (31) aufwei
send wenigstens zwei Hochstromdioden mit langsamer Freiwerde
zeit parallel geschaltet ist.
3. Schaltkreis nach Anspruch 2, bei dem das Diodenmodul (31)
eine Reiheschaltung (31) von Hochstromdioden mit langsamer
Freiwerdezeit aufweist.
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| Date | Code | Title | Description |
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| 8100 | Publication of patent without earlier publication of application | ||
| 8304 | Grant after examination procedure | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20120901 |