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Vorrichtung zur Dampfreinigung Der in Dampferzeugern erzeugte Dampf
enthält gewöhnlich Verunreinigungen, die normalerweise fest sind und durch den Wasserdampf
entweder in Dampfform oder in Form kleiner fester Teilchen mitgeführt werden bzw.
in. dem im Naßdiampf enthaltenen Wassernebel gelöst sind und sich abscheiden, wenn
der Nebel bei der Uberhitzung verdampft wird. Alle diese Verunreinigungen verursachen
in den iiberhitzerrohlren, in Dampfturbinen und in anderen Einrichtungen dadurch
Störungen, daß sie Niederschläge bilden, die den Wärmedurchgang durch die Rohre
behindern, zu rauhen Oberflächen führen und die Profile der nach strömun, gstechn
! ischen Gesichtspunkten ausgebildeten Teile, beispielsweise der Turbinenschaufeln
und Düsen, verändern. Der Wirkungsgrad von Turbinen kann. durch derartige Ablagerungen
in erheblichem Umfang vermindert werden.
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Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, um die genannten Verunreinigungen
zu entfernen. Der Dampf wird dabei z. 13. in Wirbelkammern oder in Abscheidern,
in denen eine mehrfache Umlenkung erfolgt, von dem Wassernebel befreit Man. kann
zum Waschen des Dampfes auch Wasser benutzen, dessen Reinheitsgrad hoher ist als
derjenige des Kesselwassers. Die bekannten Vorrichtungen ermöglichen es zwar, den,
Gehalt des ausströmenden Dampfes an festen Bestandteilen auf etwa eins zu eine Million
herabzusetzen, jedoch enthält der so behandelte Dampf immer noch genügend störende
Verunreinigungen, und zwar nicht nur infolge des Vorhandenseins von festen Bestandteilen
als solchen, sondern auch deshalb, weil man mit derartigen Verfahren nicht in ausreichendem.
Umfang Stoffe entfernen kann, die in Dampfform auftreten, wie z. B. Kieselsäure
bzw. kieselsäurehaltige Stoffe, die später kondensieren und Ablagerungen bilden.
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Die Ab, trennung dieser insbesondere im Hochdruckdampf störenden
Verunreinigungen durch Waschen mit Wasser hat sich entweder als unwirksam erwiesen
oder erforderte ausgedehnte Einrichtungen, in denen der Dampf mit den zur Reinigung
erforderlichen großen Wassermengen in Berührung gebracht wird (s. University of
Illinois Bulletin, Vol. 43, No. 59, Engineering Experiment Station Bulletin Series
No. 364). So sind z.B. Waschvo, rrichtungen, für Hochdruckdampf, in denen ein kolonnenartiger
Aufbau verwendet wird, bekannt, die jedoch so umfangreich gestaltet sind, daß eine
Unterbringung in der Trommel des Hochdruckkessels nicht in Frage kommt. Derartige
Vorrichtungen, wie sie z. B. in der französischen Patentschrift 816 755 und der
USA.-Patentschrift 2 070 067 beschrieben sind, sind gegenüber der Vorrichtung nach
der Erfindung höchst umständlich und verteuern die Wasserreinigung durch erhöhte
Anlage- und Betriebskosten.
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Die Erfindung betrifft dagegen eine Vorrichtung zur Dampfreinigung,
womit sich vor allem auch diewenigen Verunreinigungen abscheiden lassen, die als
feste Stoffe oder im Wassernebel gelöst mitgeführt werden, sowie diejenigen, die
in Dampfform auftreten, beispielsweise die störenden Kieselsäureverbindungen. die
insbesondere im Hochdruckdampf vorhanden sind.
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Gemäß der Erfindung wird der Dampf dadurch rektifiziert, daß man
ihn durch eine Fraktionierkammer hindurchleitet, die eine Mehrzahl von Stufen aufweist.
Das Wasser wird dabei allein durch die Wirkung dles aufsteigenden Dampfes teilweise
zersprüht, woraufhin die Wassertröpfchen innerhalb jeder einzelnen Stufe von dem
Dampf wirksam getrennt werden. Die Stufen können beispeilsweise von mit Schlitzen
oder Löchern versehene, übereinander angeordnete Böden gebildet werden, wobei jede
Stufe Wasser hoher Reinheit enthält, das der Fraktionierkammer in der Dampfaustrittsstufe
zugeführt wird und die Kammer von Stufe zu Stufe im Gegenstrom zu dem Dampf durchströmt,
so daß der Reinheitsgrad des Wassers an der Dampfaustrittsstufe am höchsten ist.
Das Wasser von hohem Reinheitsgrad kann dem System von außen zugeführt werden, wobei
es sich beispielsweise um destilliertes Wasser, um Kondensat aus dem Kondensator
oder aus anderen Einrichtungen oder auch um frisches Kesselspeisewasser sehr hoher
Reinheit
handeln kaml. Die erforderliche Menge reinen Wassers kann jedoch auch aus dem System
selbst durch teilweise Kondensation des gereinigten Dampfes innerhalb der Fraktionierkammer
gewonnen werden. In jeder einzeinen Stufe wird das Wasser mindestens zum Teil in
feine Tröpfchen zersprüht, wodurch eine enge Berührung zwischen Dampf und wasser
ind em unteren Abschitt der Stufe herbeigeführt wird: hierauf folgt im oberen Abschnitt
der Stufe eine wirdksame Trennung der Wassertröpfchen von dem Dampf, um zu vermeiden,
daß Wasser durch den Dampf von Stufe zu Stufe mitgerissen wird. Infolge dies er
Anordnung werden die Verunreinigungen innerhalb jeder Stufe aus dem Dampf in das
\NTasser übergeführt. so daß sich die Konzentration der Verunreinigungen im Dampf
wie auch im Wassr in Strömungsrichtung des Dampfes verringert.
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Dieses Verfahren bewirkt, daß die Konzentration der im Normalzustand
festen Verunreinigungen in dem Wasser innerhalb jeder Stufe unterhalb derjenigen
Konzentraiton liegt. die mit dem in die jeweilige Stufe eingeführten Dampf im Gleichgewicht
steht. Seine Anwendung macht es möglich, mit geringeren Wassermengen zu arbeiten.
Ferner führt die Anordnung nach der Erfindung, bei der in einzelnen Stufen die Berührung
zwischen Wasser und Dampf in wirksamer Weise erfolgt, zur Vergrößerung der Leistungsfähigkeit
und zur Verringerung der Abmessungen der Reinigungsvorrichtung.
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Die deutsche Patentschrift 645 727 zeigt bereits einen Wasserreiniger,
der in der Trommel des Dampferzeugers eingebaut ist, IIierbei durchströmt jedoch
der Dampf in Biasenform eine waagerech angeordnete Schicht frischen Speisewassers.
Eine mehrstufige Anordnung ist nach diesem bekannten Verfahren weder vorgeschen
noch tragbar. Die Reinigung ist dabei unzureichend, und die erforderliche großc
Schichtdicke führt zu Druckunterschieden im Innern des Kessels, die besondere Maßnahmen,
wie Überlaufrohre usw., nötig machen. Diese Nachteile weden durch das mehrstufige
Verfahren nach der Erfindung ohne Zusatzeinrichtungen überwunden.
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Weitere bekannte Vorrichtungen, bei denen die Wasserreinigung im
Innern der Trommel erfolgt, sind in der deutschen Patentschrift 645 751 und der
USA.-Patentschrift 2 286 207 beschrieben. Auch bei diesen Anordnungen, die ebenfalls
nicht mehrstufig arbeiten. wird nur eine unzureichende Reinigung erreicht, indem
der Dampf an einem Gitter oder mit Hilfe einer Speisewasserschicht, durch die er
in Blasenform hindurchtritt, gewaschen wird. Mit der intensiven Rienigung nach der
Erfingung. bei der das Wasser in zersprühter Form die diskontinuierliche Phase bildet.
lassen sich diese hekannten Verfahren nicht vergleichen.
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Die Reinigungsvorrichtung nach der Erfindung. die innerhalb der Trommel
eines Hochdruckkessels angeordnet ist, umfaßt eine Mehrazhl ven senkrecht übereinander
in Abständen angeordenten Zwischenböden mit Offnungen beliebiger Gestalt, durch
welche bei Normallast der Dampf mit einer Geschwindigkeit nach oben strömt, die
ausreicht, um eine intensive Zerstäubung des Wassers oherhalb jedeb 7, xvischenbodens
herheiiuführen. Die Höhe der Zerstäubungszone ist nach unten begrenzt, um eine wirksame
Trennung des Wassers von dem Dampf zu ermöglichen. Es ist zu empfehlen den Abstand
zwischen den Böden nicht größer zu wählen als nötig. um in dem verfügbaren Raum
möglichst viele Stufen unterzubringen. Andererseits ist dieser Abstand zwischen
den
einzeinen Böden jedoch auf mindestens 50 mm zu halten. da bei geringeren Abständen
der Wirkungs grad nachteilig beeinträchtigt wird, In diesem Fall besteht nämlich
die Gefahr. da, Wasserteilchen durch den Dampf mitgenommen werden zum nächsten Boden,
so daß die Austauschmöglichkeit zwischen Wasser und Dampf auf einem bestimmten Boden
nicht völlig ausgenutzt wird.
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Böden mit Schlitzen. die beispielsweise als Roste ausgebildet sind,
oder Lochtleche haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen. Die Fraktionierkammer
ist nicht mit Abzugsleitungen für Flüssigkeit oder irgendwelchen sonstigen Verbidnungen
zweischen den Böden versehen ; vielmehr ermöglichen die Öffnungen in den Böden sowohl
die nach oben gerichtete Strömung des Dampfes als auch die nach unten gerichtete
Strömung des Wassers. wodurch eine Raumersparnis erzielt wird.
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Die Erfindung wird an Hand schematischer Zeichnungen an mehreren
Ausführungsbeispielen näher erläutert. fig. 1 zeigt eine senkrechten Querschnitt
durch einen Dampf- und Wasserkessel : Fig. 2 ist ein senkrechter Schnitt entlang
der Linie 2-2 in Fig. t: Fig. 3 ist ein waagerechter Teilschnitt der Fraktionierkolonne
entlang dr Linie 3-3 in Fig. 1; Fig. 4 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform der
Böden Fig. 4a zeigt eine weitere Ausführungsform Fig. 5 ist ein senkrechter - Querschnitt
durch einen Kessel und zeigt eine weitere Ausführungsform ; Fig. 6 ist ein Teilschnitt
entlang der Linie 6-6 in Fig. 5.
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In den Zeichnungen. insbesondere in den Fig. 1 bis 3. bedeutet 10
die Wand eines Dampf- und Wasserh-essels einer Kesselanlage, wobei dieser Kessel
zum Teil mit Wasser gefüllt ist und eine Mehrzahl von Dampfaustrittsstutzen 12 aufweist.
Die Wasserrohre 9 führen Wasser aus dem Kessel ab, die Dampfzuführungsrohre 13 führen
ihm oberhalb der Wasseroberfläche Dampf zu. Für jedes Dampfzuführungsrohr bzw. für
jede Gruppe von Dampfzuführungsrohren kann innerhalb des Kessels je eine Wirbelkammer
14 bekannter Bauart vorgesehen sein; bei dieser Anordnung wird der auf jeder Seite
durch mehrere Dampfleitungen zugeführte Naßdampf in Kammern, die durch die Leitbalech
15a abgegrenzt sind, gesammelt und über einen tangentialen Einlaß 15 in die wirbelkammern
eingeleitet. Die Wirbelkammern, deren Anordnung nicht beansprucht wird, können durch
Umlekbleche (s. Fig. 5, Pos. 15 b) ersetzt werden.
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Gegebenenfalls sind beliebige Vorrichtungen 19 zur Trennung ven Dampf
und Wasser vorgesehen.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung 20 zur Dampfreinigung ist innerhalb
des trommelförmigen Gehäuses so angeordnet. daß der aus den Waserabscheidern 19
austretende Dampf hindurchströmt. Das Gehäuse umfaßt äußere senkrechte Seitenwänder
21, die mit den am oberen Teil des Kessels befestigten Stirnwänden 21a fest verbunden
sind. Die Seiten- und Stirnwände sind durch die Bedenplatten 22 verbunden ; diese
Bodenplatten sind von der Mitte aus nach außen geneigt und reichen nicht bis an
die Kesselwand heran, so daß sich in Längsrichtung erstreckende Dampfkanäle 23 und
25 ergeben. Von den Wänden 21 und 21e aus erstrecken sich die waagerechten Platten
19i und 19 b, die die Räume oberhalb uiid unterhalb der Wasserabscheider 19 voneinander
trennen, um zu bewirken. daß der Dampf nur durch die Wasserabscheider
hindurchströmen
kann. Die eigentliche Reinigungsvorrichtung besitzt senkrechte Längswändae 24, die
sich bis zum oberen Teil des Kessels erstrecken und mit den Stirnwänden 21 a verbunden
sind. An den Platten 22 können Umlenkblecbe 26 angeordnet sein. Ferner sind an ihnen
Ablaufrohre 26 a vorgesehen, die ein gutes Stück unterhalb des Wasserstandes in
dem Kessel 10 enden. Sie sind an beiden Enden offen, und die Bodenplatten 22 enthalten
entsprechende Bohrungen.
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Die innere Kolonne ist mit Zwischenböden versehen, die die einzelnen
Stufen bilden. Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Böden
mit Öffnungen versehen sind, die bewirken. daß die Flüssigkeit in jeder Stufe durch
den durchtretenden Dampf versprüht wird. Die Abstände der Böden voneinander sind
so gewählt, daß eine ausreichende Abtrennung der Flüssigkeitströpfchen aus dem aufsteigenden
Dampf bewirkt wird. Bei der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten vorzugsweisen Ausführungsform
weist die Reinigungsvorrichtung eine Mehrzahl von waagerecht angeordneten Böden
27 zur Erzeugung einet Sprühnebels auf. Die Böden setzen sich aus roststäben 28
von beliebigem geeignetem Querschnitt zusammen ; beispielsweise' können halbrunde
Stäbe verwendet werden, die so angeordnet sind, daß ihre flachen Seiten nach oben
weisen.
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Die Roststäbe 28 können an Stäbe 29 angeschweißt sein, die ihrerseits
an den Wänden des Gehäuses befestigt sind. Zwischen den Roststäben 28 verbleiben
Schlitze von gleichbleibender Breite. Die Schlitzbreite kann bei verschiedenen Böden
verschieden sein, und. die Schlitze benachbarter Böden können gegebenenfalls nicht
fluchtend zueinander angeordnet sein. Je nach den zu verarbeitenden Dampf- und Wassermengen
hat sich eine Schlitzbreite zwischen etwa 2,5 mm und etwa 15 mm als besonders zweckmäßig
erwicsen. Die freie Fläche beträgt zweckmäßigerweise zwischen 20 und 5Ü0/o der Gesamtfläche
des Rostes.
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Als Beispiel sei erwähnt, daß bei einer volrzugsweisen Ausführungsform
halbrunde Roststäbe von 9,5 mm verwendet wuiden; diese Stäbe waren in Mittenabständen
von 15,8 mm angeordnet, so daß sich Schlitze von rund 6,35 mm Breite ergaben; das
entsprechende Verhältnis zwischen der freien Fläche und der gesamten Rostfläche
betrug somit etwa 0,40. Die freie Fläche sc-ll genügend klein sein, um zu gewährleisten,
daß das Wasser in feine Tröpfchen versprüht wird, um eine innige Berührung zwischen
Dampf und Wasser herbeizuführen.
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Die aus den Roststäben gebildeten Böden 27 müssen in solchen Abständen
senkrecht übereinander augeordnet werden, daß Zwischenräume entstehen, in denen
sowohl eine innige Berührung zwischen dem Dampf und dem Wasser als auch eine wirksame
Trennung von Wasser und Dampf stattfinden kann.
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Die Höhe der erwähnten Zwischenräume soll vorzugsweise mindestens
50 mm betragen; wenn in senkrechter Richtung genügend Raum vorhanden ist, erscheint
es zweckmäßig, als Abstand nicht weniger als 75 mm zu wählen, obwohl andererseits
zu große Abstände die Anzahl der Stufen unnötig verringern würden. Unter einer wirksamen
Trennung von Dampf und Wasser ist zu verstehen, daß die durch den Dampf zu einer
höherliegenden Plattform mitgeführte Wassermenge weniger als 6% (auf das Wassergewicht
bezogen) der zwischen den einzelnen Stufen nach unten strömenden Wassermenge beträgt.
Es kann jede beliebige geeignete Anzahl von Rosten,
beispielsweise zwei bis zehn
Roste, verwendet werden; bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Roste
vorgesehen.
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Wasser mit möglichst niedrigem Gehalt an festen Bestandteilen wird
auf der obersten Plattform durch ein mit Löchern 31 versehenes und sich über die
ganze Länge des Kessels erstreckendes Rohr 30 verteilt. Oberhalb des Rohres 30 ist
eine weitere Vorrichtung 32 zur Trennung von Dampf und Wasser vorgesehen ; diese
Vorrichtung ist aus bekannten Z-förinigen Blechen od. dgl. aufgebaut, um den Dampf
mehrfach umzulenken und so das mitgeführte Wasser abzuscheiden. Zwischen diesem
Abscheider 32 und jedem der Dampfaustrittszstutzen 12 sind entweder einzelne waagerechte
Umlenkblech3 33 oder ein sich über die ganze Länge der Reinigungsvorrichtung erstreckendes
Umlenkblech vorgesehen, um zu verhindern, daß der aufsteigende Dampf unmittelbar
durch Abschnitte des Abscheiders strömt, die unterhalb der Austrittsstutzen liegen.
Das bzw. die Prallbleche können liei 33a mehrfach durchlo.'-chert sein und üben
dann eine noch genügende hemmwirkung auf den Dampf aus, ohne ihn andererseits in
seiner Gesamtmasse zu einem allzu großen Umweg zu zwingen.
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Arbeitsweise Der durch die Rohre 13 einströmende Naßdampf wird in
den Wirbelkammern 14 vom größten Teil der mitgeführten Feuchtigkeit befreit und
strömt von den Wirbelkammern aus durch die Abscheider 19, in denen eine weitere
Abscheidung mitgeführter Feuchtigkeit stattfindet. Der im wesentlichen getrocknete
Dampf strömt durch die Öffnungen 23 und die Kanäle 25, um dann nach oben durch die
aus mehreren Rosten bestehende Fraktionierkolonne hindurchzuströmen, und zwar im
Gegenstrom zu dem durch das Rohr 30 verteilten Frischwasser. Das Wasser strömt nacheinander
durch die einzelnen durch die Roste 27 gebildeten Stufen hindurch. Der Dampf reißt
einen Teil des Wassers mit und versprüht es in Form kleiner Tröpfchen, die nach
oben mitgeführt werden.
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Infolge der hoher Strömungsgeschwindigkeit des D. ampfes durch die
eingeschnürten Schlitze reißt der Dampf auch einen Teil des Wassers mit. das von
dem darüberliegenden Be Ien herullPterstürzt. Auf diese Weise entsteht zwischen
den Böden ein dichter Sprühnehel aus B7assertröpfchen. Der gri-ßte Teil der mitgerissenen
Wassermenge trennt sich in den oberen Teilen der Zwischenräume zwischen den Rosten
von dem Dampf, so daß die Wassermenge, die durch den nächsiliöheren Boden hindurch
in die nächste Stufe mitgerissen wird. gewichtsmäßig weniger als etwa 6 O/o der
nadi unten strömenden Wassermenge beträgt.
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Bei Teillastbetrieb läßt sich die zwischen den Stufen mitgerissene
Wassermenge gewöhnlich auf weniger als 2% verringern. Der größte Teil des vom Dampf
getrennten Wassers fällt auf den Beden zurück; von hier aus läuft ein geringer Teil
durch die Schlitze hindurch zu der darunterliegenden Stufe ab, während der größere
Teil der Wassermenge erneut vom Dampf mitgerissen und verspiüht wird. Soweit Wasser
vom untersten Rost aus nach unten gelangt, fällt es durch die Ablaufrohre 26 a in
die hauptwassermenge 11 und gelangt somit in die Wasserrohre 9. Durch die langen
Ablaufrohre 26 a tritt Dampf aus der Hauptwassermenge des Kessels nur in unwesentlicher
Menge in die Reinigungseinrichtung ein.
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Um einwandfreie Ergebnisse zu erzielen, muß die durch das Rohr 30
zugeführte Flüssigkeitsmenge den
Betriebsverhältnissen angepaßt
werden. Sie richtet sich nach der Temperatur des Wassers und dem Kesseldruck, denn
wenn das Wasser kälter ist als der Dampf, kondensiert ein Teil des Dampfes. Bei
hoben Drücken kann. infolge der höheren Dampfdichte eine relativ geringere Wassermenge
erforderlich sein.
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Die hohe Leistungsfähigkeit von Da.mpfreinigungsvorrichtungen gemäß
der Erfindung geht aus der nachstehenden Zahlentafel hervor ; diese Zahlen. tafel
gibt die Höchstwerte für den Dampfdurchsatz je Quadratmeter Rostoberfläche für zwölf
verschiedene Betriebszustände, an wobei ersichtlich ist, daß man auch mit niedrigeren
Werten für den Dampfdurchsatz arbeiten kann. Die angegebenen Werte gelten für Sattdampf
unter einem Druck von 42 Atmosphären absolut (252°C) und eine Reinigungsvorrichtung,
deren Roste aus Roststäben von halbkreisförmigem Querschnitt mit einem Durchmesser
von 6,35 mm bestehen, wobei die Roststäbe mit ihren flachen Seiten nach oben angeordnet
und so verteilt sind, daß Schlitze von 6,35 mm Breite entstehen (entsprechend einer
freien Fläche von 50 /o der gesamten Rostfläche). Die Zahlentafel gibt den Dampfdurchsatz
an, der sich bei drei verschiedenen Abständen der Roste untereinander und bei vier
verschiedenen Mengenverhältnissen von Wasser und Dampf erzielen läßt, wobei Wasser
und Dampf im Gegenstrom durch die Reinigungsvorrichtung hindurchgeführt werden.
| Verhältnis Dampfdurdisatz am Vollastpunkt |
| zwischen in kg/Stunde und qm Rostoberfläche |
| kg Wasser und Rostabstand |
| kg Dampf 76 mm 152 mm 228 mm |
| 0,065 48,800 53,800 58,600 |
| 0,086 47,500 52,300 58,000 |
| 0,108 46,500 51,100 57,000 |
| 0,130 45,800 50,300 56,000 |
In Fig. 4 ist eine abgeänderte Ausführungsform dargestellt, bei der die Böden aus
Blechen 34 bestehen, die mit Löchern 35 versehen sind; in Fig. 4a bestehen die Böden
aus Drahtgeflecht, bei dem Drähte 50 an Drähte 51 angeschweißt oder angelötet sind.
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Die Breite der Öffnungen bei den in den Fig. 4 und 4a dargestellten
Ausführungsformen beträgt vorzugsweise etwa 5 bis 15 mm.
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Wie weiter oben bereits angedeutet, kann das Frischwasser zum Teil
aus Kondensat des gereinigten Dampfes bestehen. Eine entsprechende Ausführungsform
ist in den Fig. 5 und 6 dargestellt; hierbei ist mit 10 der Dampf- und Wasserkessel
bezeichnet, der eine Hauptwassermenge 11 enthält und Da.mpfaustrittsstutzen 12 besitzt;
ferner sind Naßdampf-Ein trittsrohre 13, den Austrittsöffnungen der Rohre 13 gegenüberliegende
Umlenkbleche 15 b und Wasserrohre 9 vorgesehen. Die Reinigungsvorrichtung umfaßt
ein am Umfang abgeschlossenes Gehäuse mit Seitenwänden 24, die sich im wesentlichen
über die Länge des Kessels erstrecken sowie mit Stiruwänden 21 a; die Unterseite
der Reinigungsvorrichtung ist offen, um zu ermöglichen, daß aus dem Raum in dem
Kessel oberhalb der Hauptwassermenge Dampf in die Vorrichtung eintritt. Die Reinigungsvorrichtung
umfaßt ferner drei Rostböden 27 mit rechteckigen, etwa 25, 4 mm breiten, etwa 6.35
mm hohen und in Abständen von etwa 31,7 mm angeordneten Roststäben 28. Die Schlitze
sind 6,35 mm breit. Zwischen den einzelnen Böden. besteht in senkrechter Richtung
ein Abstand von rund 100 mm.
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Bei dieser Ausführungsform ist die Riorrichtung 32 zum Trennen von
Dampf und Wasser als langgezogener Oberflächenkondensator ausgeführt. Sie besitzt
mehrfach gewinkelte Wände, um eine mehrfache Umlenkung des Dampfes zu bewirkten,
zusätzlich ist jedoch eine Mehrzahl waagerechter Rohre 36 vorgesehen. deren Eintrittsenden
mit einem Verteilerrohr 30 in Verbindung stehen, dem Kesselspeisewasser zugeführt
wird. Die entgegengesetzten Enden 37 dieser Rohre sind offen. Unter den Dampfaustrittsstutzen
12, oberhalb der Vorrichtung 32, können Umlenkbleche 33 angeordnet sein.
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Der zu reinigende Dampf tritt am Boden in die Fraktionierkolonne
ein und strömt nacheinander durch die einzelnen Stufen, in denen er mit Wasser in
Berührung gebracht wird. Beim Verlassen der obersten Stufe strömt der Dampf durch
die Trennvorrichtung 32. wobei er mit den. Flächen in Berührung kommt, die durch
das Kesselspeisewasser gekühlt werden, und unter Wärmeabgabe an das Speisewasser
teilweise kondensiert wird. Die kondensierte Dampfmenge hängt von der Temperatur
des Speisewassers und seiner Strömungsgeschwindigkeit ab und kann zwischen 4 und
15 Gewichtsprozent der den Kessel verlassenden Dampfmenge liegen. Das Kondensat
fließt dann, wie beschrieben, durch die Roste nach unten.