-
Die vorliegende Erfindung betrifft metalloxidgeträgerte Au-Katalysatoren mit
enger Au-Clustergrößenverteilung und hohem Dispersionsgrad der
Au-Cluster, ein Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung,
insbesondere zur selektiven CO-Oxidation in Reformergasen (PROX) und bei der
Niedertemperatur-Wassergaskonvertierung (WGS).
Technischer Hintergrund
-
Seit etwa 10 Jahren wird der Einsatz von metalloxidgeträgerten
Goldkatalysatoren mit zunehmendem Interesse diskutiert und deren Eignung bei einer
Vielzahl unterschiedlicher, vor allem bei niedrigen Temperaturen
durchgeführten, katalytischen Umsetzungen untersucht. Als technische Prozesse, bei
denen solche Goldkatalysatoren eingesetzt werden können, seien hier
insbesondere erwähnt die Niedertemperatur-Wassergaskonvertierung (auch als
"Water-Gas Shift Reaction" bzw. "WGS" bezeichnet), die selektive
CO-Oxidation in Reformergasen (auch als "Preferential Oxidation" bzw. "PROX"
bezeichnet), beide für die Reinigung von Brennstoffgasen in der
Brennstoffzellentechnologie wichtig, sowie weiterhin die Methanolsynthese oder die Epoxydierung
von Olefinen, insbesondere von Propen zu Propylenoxid, die alle unter
reduzierenden Bedingungen ablaufen, oder aber solche auf der oxidativen Seite,
wie die Totaloxidation von VOCs (Volatile Organic Compounds), wie CO,
Kohlenwasserstoffe oder halogenierte Kohlenwasserstoffe, im Bereich der
Umwelttechnologie.
-
Aus den bisherigen Untersuchungen ist bekannt, daß signifikante
Umsetzungen nur mit solchen oxidgeträgerten Au-Katalysatoren möglich sind, deren
Au-Cluster einen Durchmesser von kleiner als etwa 5 nm aufweisen, was
einem Dispersionsgrad von ≥ 20% entspricht. Hierbei spielt die Wahl des
oxidischen Trägers vor allem bei solchen Reaktionen eine wichtige Rolle, wo
Sauerstoffspezies, entweder direkt (Oxidation mit O2) oder indirekt (wie beim
WGS) die Reaktion beeinflussen. Der positive, co-katalytische Effekt von
leicht reduzierbaren Oxidträgern, wie Fe2O3 (Fe3O4), Co3O4, Ni2O3 (NiO),
Mn3O4 oder TiO2, die den Transport von aktiviertem Sauerstoff zu den
Goldclustern beschleunigend steuern, ist bei verschiedenen Reaktionen ebenfalls
erkannt worden.
Stand der Technik
-
Zur Herstellung von metalloxidgeträgerten Au-Katalysatoren (Au/MeOx)
werden im wesentlichen drei Methoden angewandt. Bei der Copräzipitation (CP)
werden gleichzeitig wasserlösliche Metallsalze und eine wasserlösliche Au-
Verbindung, üblicherweise HAuCl4, in einem wäßrigen Medium mit einer Base
umgesetzt, das gebildete Präzipitat getrocknet und einer Calcinierung an Luft
bei Temperaturen um üblicherweise 300 bis 400°C unterzogen. Bei der
Abscheidungs-Präzipitation (auch als "Deposition-Precipitation" bzw. "DP"
bezeichnet) wird die Trägerkomponente in gleicher Weise wie bei
CP-Katalysatoren zuerst abgeschieden, jedoch ohne Zugabe einer Goldverbindung. Vielmehr
wird das Gold auf den vorcalcinierten Metalloxidträger abgeschieden. Bei der
Imprägnierung werden pulverisierte Metalloxide in Wasser suspendiert und
mit einer wasserlöslichen Au-Verbindung in einem wäßrigem Medium mit
einer Base umgesetzt. Anschließend erfolgt auch hier eine Calcinierung an Luft
bei üblicherweise 300 bis 400°C.
-
Eine Zusammenfassung über die Aktivität, Selektivität und Langzeitstabilität
verschiedener metalloxidgeträgerter Goldkatalysatoren für die PROX-Reaktion
in H2-reichen Gasen geht aus Catalysis Letters Vol. 76, Nr. 3-4 (2001) 143-150
hervor. Hierbei wird erwähnt, daß die Calcinierung in Luft bei 400°C
Goldkatalysatoren mit größter Aktivität und Selektivität für die PROX-Reaktion
ergibt. Lediglich für das System Au/Mg(OH)2 wurde eine niedrigere
Calcinierungstemperatur von 300°C angewandt, da eine Behandlung bei 400°C den
entsprechenden Au/MgO-Katalysator ergab.
-
Hyperfine Interactions 126 (2000) 95-99 beschreibt Untersuchungen von auf
Mg(OH)2 und TiO2 geträgerten, nanogroßen Au-Katalysatoren mittels der
197Au-Mössbauer-Spektoskopie. Die Katalysatorproben wurden hierbei durch
Abscheidungs-Präzipitation und Calcinierung während 4 Stunden bei
473-573K an Luft hergestellt. Aus dieser Arbeit kann gefolgert werden, daß
vermutlich Au(+) eine höhere katalytische Aktivität für die Oxidation von CO
zeigt als Au(0).
-
Catalysis Letters Vol. 77, Nr. 1-3 (2001) 87-95 beschreibt
Aktivitätsuntersuchungen von nanogroßen Au/CeO2-Katalysatoren für die Niedertemperatur-
Wassergaskonvertierung. Hierbei wird gefolgert, daß die Aktivität stark von
der Gegenwart nanogroßer CeO2-Teilchen abhängt. Die Herstellung der
Katalysatorproben erfolgte durch Copräzipitation, Abscheidungs-Copräzipitation
oder Gelierungs-/Copräzipitation mit anschließender Calcinierung an Luft bei
400°C, 650°C oder 800°C. Die Goldteilchen bei den CP-Katalysatoren besaßen
eine durchschnittliche Größe von 8 nm, während die Goldteilchen bei den
DP-Katalysatoren eine Größe von minimal 4,5 nm aufwiesen.
-
Eine Abwandlung der Copräzipitationsmethode wird in der DE 198 36 585 C1
zur Herstellung von Au/Fe2O3-Katalysatoren beschrieben. Hierbei wird
zunächst ein Eisenhydroxidgel ausgefällt, auf dem noch feuchten Hydroxidgel
Gold abgeschieden, das dabei gebildete Reaktionsprodukt getrocknet und
einer Calcinierung bei Temperaturen zwischen 350 und 700°C unterzogen.
Mittels dieser Methode gelingt es, Au-Cluster mit einem Durchmesser von
weniger als 4,5 nm zu erzeugen.
-
Die Copräzipitationsmethode führt in allen Fällen, in denen ein leicht durch
Au(3+) oxidierbares Metalloxidträger-Vorläufersalz eingesetzt wird, wie bei
den Nitraten von Kobalt, Mangan und Cer oder den Salzen des zweiwertigen
Eisens, zu relativ großen Au-Clustern. Ein Nachweis der leichten
Au-Koagulation in einer wäßrigen Suspension kann durch nachträgliche Reduktion des
auf einem Träger bzw. Trägervorläufer abgeschiedenen Au-Komplexes mit
selektiv wirkendem H2O2 erbracht werden. Behandelt man beispielsweise einen
durch Imprägnierung auf einen TiO2-Träger aufgebrachten Goldkomplex in
der Kälte mit H2O2, so wird die Bildung von großen Au-Clustern nicht nur
durch Färbung des Suspension sichtbar, sondern auch in den
Röntgenbeugungs (XRD)-Spektren des getrockneten Pulvers; die anschließende
Calcinierung ändert an der Größe der Au-Cluster nichts mehr. Während die übliche
Calcinierung an Luft bei 300 bis 400°C ohne vorherige naßchemische
Nachreduktion Au-Clustergrößen zwischen 2 und 3 nm ergibt, werden bei
Anwendung einer vorausgehenden naßchemischen Nachreduktion durchwegs Au-
Kristallite von größer als ca. 8 nm gemessen. Entsprechend dieser
Au-Kristallitgröße ist die katalytische Aktivität bei solchen Präparaten sehr niedrig.
-
Eine weitere praktische Unzulänglichkeit von oxidgeträgerten
Au-Katalysatoren besteht bislang darin, daß es nicht gelingt, sehr kleine Nano-Au-Cluster
von < 3 nm auf bereits vorcalcinierten (d. h. formstabilisierten) Oxidträgern
abzuscheiden, da die nachträgliche Calcinierung bei Temperaturen von 400°C
oder darüber zu einer starken Vergrößerung der Gold- und unter Umständen
auch der Oxidträgerkristallite führt. Allgemein führen alle
Au-Imprägnierungen auf grobkristallinen Oxiden bzw. Oxidvorläufern bei der nachträglichen
Calcinierung tendenziell zu größeren Au-Clustern.
-
Die Notwendigkeit der bislang üblichen Calcinierungen in sauerstoffhaltiger
Atmosphäre, üblicherweise Luft, vor dem Einsatz der Katalysatoren für
katalytische Umsetzungen, ergibt sich durch die relativ hohe thermische
Stabilität des Au2O3-Vorläufers bzw. entsprechender Organogoldkomplexe auf der
Oberfläche des Metalloxidträgers. So hat sich z. B. bei kombinierten
TGA/XRD-Messungen gezeigt, daß sich das Gold(3+)-oxid alleine je nach
Aufheizrate erst zwischen 220 und 290°C zum metallischen Gold umwandelt.
Ziel der Erfindung
-
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, metalloxidgeträgerte
Au-Katalysatoren mit erhöhter Aktivität und Selektivität, insbesondere für
PROX- und WGS-Anwendungen bei niedriger Temperatur, und ausreichender
Langzeitstabilität sowie ein Verfahren zu deren Herstellung vorzusehen.
Zusammenfassung der Erfindung
-
Die oben genannte Aufgabe wird durch metalloxidgeträgerte Au-Katalysatoren
gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren zu deren Herstellung gemäß Anspruch
6 gelöst. Vorteilhafte bzw. bevorzugte Ausgestaltungen des
Erfindungsgegenstandes sind in den Unteransprüchen angegeben.
-
Gegenstand der Erfindung sind demnach metalloxidgeträgerte
Au-Katalysatoren mit enger Au-Clustergrößenverteilung und hohem Dispersionsgrad der
Au-Cluster, dadurch erhältlich, daß man durch Copräzipitation,
Abscheidungs-Präzipitation oder Imprägnierung in bekannter Weise erhaltene,
feuchte Au/Metalloxid-Katalysatorvorläufer trocknet und die getrockneten
Vorläufer in der Gasphase mit H2 oder CO bei Temperaturen von ≤ 250°C reduziert.
-
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung solcher
Au-Katalysatoren, bei dem man durch Copräzipitation,
Abscheidungs-Präzipitation oder Imprägnierung in bekannter Weise erhaltene, feuchte
Au/Metalloxid-Katalysatorvorläufer trocknet und die getrockneten Vorläufer in der
Gasphase mit H2 oder CO bei Temperaturen von ≤ 250°C reduziert.
-
Gegenstand der Erfindung ist schließlich ebenfalls die Verwendung der oben
beschriebenen Au-Katalysatoren zur selektiven CO-Oxidation in
Reformergasen (PROX), bei der Niedertemperatur-Wassergaskonvertierung (WGS), bei der
Methanolsynthese, zur Epoxydierung von Olefinen oder zur Totaloxidation
von CO, Kohlenwasserstoffen oder halogenierten Gasen (VOC).
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
-
Gemäß der Erfindung hat sich überraschenderweise gezeigt, daß es gelingt,
Au-Cluster in solchen Kristallitgrößen auf den Oberflächen der
Metalloxidträger zu fixieren, die um mindestens etwa 0,5 nm im Durchmesser kleiner sind
als solche nach der üblichen Calcinierung in Luft bei 300 bis 400°C
erhaltenen, wenn man die vorgetrockneten Au2O3/MeOx-Katalysatorvorläufer mit H2
oder CO bei Temperaturen von ≤ 250°C einer Reduktionsbehandlung
unterzieht. Beispielsweise führt die Reduktion eines Au/TiO2-Katalysatorvorläufers
mit einer relativ hohen Au-Beladung von 4,5 Gew.-% mit H2 bei 200°C zu Au-
Nanoclustern mit einem Durchmesser von etwa 1,7 nm, wohingegen die
Calcinierung dieses Katalysatorvorläufers bei 400°C ohne eine solche
Reduktionsbehandlung Au-Cluster mit einem Durchmesser von etwa 2,6 nm ergibt.
Zudem ist die Au-Clustergrößenverteilung bei den erfindungsgemäßen
Au-Katalysatoren viel enger (±0,5 nm) als bei den konventionell durch Calcinierung
hergestellten Katalysatoren (±0,9 nm). Dementsprechend weisen die
erfindungsgemäßen Katalysatoren einen erhöhten Dispersionsgrad der Au-Cluster
von mindestens ca. 55% auf, verglichen mit etwa 32% bei in
herkömmlicherweise calcinierten Au-Katalysatoren. Das heißt, die erfindungsgemäßen Au-
Katalysatoren weisen eine um fast den Faktor 2 erhöhte katalytische Aktivität
auf, wie anhand der PROX-Reaktion bei 80°C nachweisbar.
-
Der Einfluß der Temperatur bei der erfindungsgemäß angewandten
Reduktionbehandlung ist in Fig. 1 dargestellt. Fig. 1 zeigt die Schmelzgrenze von
Nano-Au-Oberflächen in Abhängigkeit von der Temperatur und dem Au-
Durchmesser (XRD, TEM) von Au (4,5 Gew.-%)/TiO2-Katalysatoren nach
Reduktion mit H2 bei verschiedenen Temperaturen. Aus früheren
Untersuchungen ist bekannt, daß Au-Partikel im Nanogrößenbereich von kleiner als etwa
5 nm schon weit unterhalb der Schmelztemperatur des Massivgoldes (1064°C)
anfangen, oberflächlich zu schmelzen, und daß diese Schmelzgrenze weiter
sinkt, je kleiner die Au-Cluster werden. Befinden sich ein oder mehrere
andere Au-Nanocluster in unmittelbarer Nachbarschaft eines oberflächlich
schmelzenden Au-Clusters, so koagulierten diese (Ostwald-Reifung) zu
größeren Partikeln zusammen. Extrapoliert man die Zusammenhänge zwischen der
Größe eines Au-Clusters und seiner Schmelztemperatur herab auf
Temperaturen von < 450°C, so ergibt sich, daß beispielsweise bei 400°C die
Schmelzgrenze bei einer Größe von ca. 2,6 ± 0,2 nm und bei 300°C von etwa 2,4 ± 2 nm
liegt (siehe durchgezogene Linie in Fig. 1). Ohne an eine Theorie
gebunden zu sein, liegen dabei offensichtlich alle noch kleineren Au-Cluster in
einem labilen Fest/Flüssig-Zustand und sind - je nach Art des Trägeroxids -
teilweise auf dessen Oberfläche beweglich, so daß sie leicht mit anderen
Nachbarpartikeln zu größeren Clustern zusammenlaufen können. Diese
Interpretation klärt auf halbquantitative Weise auf, warum nach Calcinierung
oberhalb von 300°C einerseits Au-Partikelgrößen von < 1,7 nm nur bei sehr
hoher Verdünnung (< 0,2 Gew.-% Au) erhalten bleiben, als auch die
Beobachtung, warum Träger mit einer hohen spezifischen Oberfläche bei gleicher Au-
Beladung kleinere Au-Cluster liefern als grobkristalline Trägerpulver.
-
Die vollen Quadrate in Figure 1 stellen die aus XRD-Differenzspektren
gewonnen Mittelwerte der Au-Durchmesser der Goldreflexe [111] und [200] dar. Die
Kreissymbole (voll: XRD; leer: TEM) stehen für die in Luft calcinierten
Referenzproben. Aus Fig. 1 ist zu erkennen, daß, wenn die Temperatur bei der
Reduktionsbehandlung in der Gasphase 250°C nicht überschreitet, die Au-Cluster
unverschmolzen bleiben und in einem Größenbereich unterhalb von 2 nm oder gar bei ca. 1,6 nm
(Reduktionstemperatur bei 100°C) liegen.
-
Für die erfindungsgemäßen Au-Katalysatoren eignen sich bekannte Metalloxidträger.
Vorzugsweise ist jedoch das Metalloxid aus der Gruppe gewählt, bestehend aus
Fe2O3, TiO2, Al2O3, CeO2, Ce(Zr)O2, SiO2, ZrO2, Co3O4, NiO, MnOx und Fe2O3-
γ-Al2O3. Beim Einsatz von TiO2, Al2O3, CeO2, Ce(Zr)O2 und ZrO2 als
Metalloxidträger wird jedoch die Reduktionsbehandlung vorzugsweise bei
Temperaturen von ≤ 200°C durchgeführt. Bei sehr leicht reduzierbaren Oxidträgern,
wie Fe2O3 oder Fe2O3-γ-Al2O3, wird die Gasphasenreduktion vorzugsweise bei
solchen Temperaturen durchgeführt, bei denen höchstens die äußeren
Oxidschichten anreduziert werden, d. h. bei Temperaturen von ≤ 140°C. Bei
thermodynamisch noch leichter reduzierbaren Metalloxidträgern, wie Co3O4
(Kobaltspinell) oder NiO, wird die Reduktionsbehandlung vorzugsweise bei
Temperaturen von ≤ 80°C durchgeführt.
-
Die Au-Beladung der erfindungsgemäßen Katalysatoren kann in einem
breiten Bereich liegen und beträgt vorzugsweise 0,5-8 Gew.-% Au, weiter
vorzugsweise 2-5 Gew.-% Au.
-
Weiterhin ist es erwünscht, daß die erfindungsgemäßen Katalysatoren eine
möglichst hohe spezifische Oberfläche aufweisen, vorzugsweise von
mindestens etwa 20 m2/g, weiter vorzugsweise mindestens etwa 50 m2/g gemäß der
BET-Methode. Ferner weisen die Au-Cluster bei den erfindungsgemäßen
Katalysatoren einen möglichst hohen Dispersionsgrad auf, so daß die
Au-Cluster vorzugsweise einen Durchmesser von weniger als etwa 6 nm, weiter
vorzugsweise weniger als etwa 4 nm, am meisten bevorzugt von 1-3 nm,
besitzen. Eine hohe spezifische Oberfläche sowie ein hoher Dispersionsgrad der
Au-Cluster sind unter kinetischen Gesichtspunkten besonders vorteilhaft, da
der die Reaktionsgeschwindigkeit bestimmende Schritt bei der CO-Oxidation
an der Gold-Metalloxid-Grenzfläche stattfindet. Daher ist bei gleicher
Au-Belegung der Dispersionsgrad des Goldes sehr wichtig im Hinblick auf die CO-
Umsatzrate.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird erfindungsgemäß nach der
Reduktionsbehandlung eine Calcinierung in Luft bei Temperaturen von
mindestens etwa 300°C, vorzugsweise 300 bis 400°C, durchgeführt. Es hat sich
gezeigt, daß bei einer solchen Nachcalcinierung eine nur relativ geringe
Vergrößerung der Au-Cluster auftritt (siehe ebenfalls Rauten in Fig. 1; voll:
XRD; leer: TEM). Dies gilt nicht nur für die erfindungsgemäßen Au/TiO2
-Katalysatoren, sondern auch für die anderen Systeme, wie Au/Fe2O3 und
Au/CO3O4. So erhält man mit einem vorgetrockneten (200°C) Au/Co3O4
-Katalysatorvorläufer nach Reduktionsbehandlung bei 70°C einen Katalysator mit hoch
dispergiertem (75%) Gold und einer sehr engen Au-Clustergrößenverteilung
von 1,3 ± 0,4 nm (gemessen mittels TEM). Wird ein solcher Katalysator zwecks
Stabilisierung bei 300°C nachcalciniert, wachsen die Au-Cluster nur sehr
mäßig zusammen. Der hierbei erhaltene Au-Dispersionsgrad beträgt jetzt
immer noch ca. 60% bei einer mittleren Größe von 1,4 ± 0,6 nm (siehe auch
nachfolgendes Beispiel 6). Es hat sich somit gezeigt, daß der
Au-Dispersionsgrad der erfindungsgemäß vorreduzierten und anschließend bei
Temperaturen von 300 bis 400°C nachcalcinierten Katalysatoren in jedem Fall höher ist,
als bei den herkömmlichen Au-Katalysatoren, welche lediglich calciniert
wurden. Die erhöhte katalytische Aktivität der erfindungsgemäßen Katalysatoren
ist insbesondere auch für solche technischen Prozesse von Relevanz, die bei
höheren Temperaturen als 200°C ablaufen, wie die (CO + H2)-Umsetzungen,
die selektive Oxidation von Propen zu Propylenoxid (beispielsweise mit
Au/TiO2) oder die oxidative Entfernung von organischen Spurengasen aus der
Abluft (beispielsweise mit Au/Co3O4).
-
Allgemein eignen sich die erfindungsgemäßen Au-Katalysatoren zur
selektiven CO-Oxidation in Reformergasen (PROX), bei der
Niedertemperatur-Wassergaskonvertierung (WGS), bei der Methanolsynthese, zur Epoxydierung von
Olfefinen oder zur Totaloxidation von CO, Kohlenwasserstoffen oder
halogenierten Kohlenwasserstoffen (VOC). Insbesondere werden die
erfindungsgemäßen Katalysatoren eingesetzt zur selektiven
Niedertemperatur-CO-Oxidation in Reformat-Wasserstoff für PEM-Brennstoffzellen oder zur
Niedertemperatur-Wassergaskonvertierung (WGS), insbesondere bei Temperaturen von ≤
150°C.
-
In katalytischen PROX-Aktivitätstests (siehe auch nachfolgende Beispiele)
erwies sich ein Au/CeO2-Katalysator als besonders aktiv, bei dem der
Au-Vorläufer (Au2O3) auf ein kommerzielles Cerdioxidpulver mit hoher spezifischer
Oberfläche aufgebracht wurde und der getrocknete Katalysatorvorläufer
erfindungsgemäß mit Wasserstoff reduziert wurde. In diesem Zusammenhang
ist zu bemerken, daß bei allen kleinkristallinen (Durchmesser < ca. 15 nm)
CeO2-Trägern keine Vollreduktion des dreiwertigen Goldes zum Metall wie
beim Au/TiO2-System in TGA-Experimenten und anschließenden
XRD-Messungen (kein Au(O)-Reflex) nachgewiesen werden konnte. Statt dessen war
eine reversible Reduktion der CeO2-Oberflächengruppen und (aus der
Gewichtsdifferenz nach deren Reoxidation) eine irreversible Reduktion des
dreiwertigen Goldes nur auf die Stufe des einwertigen Goldes zu beobachten. Es
kann deshalb vermutet werden, daß die außergewöhnliche Aktivität dieses
auf diese Weise behandelten Katalysators auf die sehr schnelle
Tandemwirkung eines Redoxsystems Au(+)/Ce(3+) ↔ (CO)ad-Au(0)/Ce(4+) während der
Sauerstoffaktivierung durch CeO2 zurückzuführen ist.
Ausführungsbeispiele
-
In den folgenden Beispielen mit unterschiedlichen oxidgeträgerten
Goldkatalysatoren (Träger: TiO2, Fe2O3, Fe2O3-γ-Al2O3, Co3O4, CeO2 und Ce(Zr)O2)
wird vergleichend der Vorteil der erfindungsgemäßen trockenen-reduktiven
Behandlung gegenüber der konventionellen Calcinierung ersichtlich. Als Test
für die katalytische Aktivität diente die PROX-Reaktion im idealisierten
Reformat (1,0% CO, 1,0% O2, 75% H2, Rest N2) bei 80°C in einem Mikroreaktor
unter differentiellen Reaktionsbedingungen (Einwaage der pulverisierten
Katalysatoren nach Verdünnung mit α-Al2O3, 50 bis 100 mg, Gasdurchfluss 50 bis
100 Nml/min.). Die gemessenen Reaktionsraten (normiert auf die Goldmasse)
sind zusammen mit einigen über XRD, TEM, ICP-Au-Analyse und BET
ermittelten physikalischen Daten in der nachfolgenden Tabelle 1 zusammengefaßt.
-
Obwohl die Aktivitäten einiger, nach der erfindungsgemäßen Methode
hergestellten und in den Beispielen vorgestellten Au/MeOx-Kataiysatoren die
Aktivität des in der DE 198 36 585 C1 beschriebenen Au/Fe2O3
-Katalysatorpulvers (Beispiel 7) nicht oder nur unwesentlich übersteigen, ist zu beachten,
daß es sich als schwierig erweist, die dort angewandte Methode auf die
Herstellung von konditionierten porösen Pellets oder ähnlichen 3D-Gebilden zu
übertragen. Außerdem liegt die Reproduzierbarkeit bei der Herstellung durch
Imprägnierung in der Regel viel höher als bei den Copräzipitationen oder bei
der "precipitationen-deposition"-Methode, wo die Abweichungen bis zu 25%
betragen können. Wie das Beispiel 8 zeigt, gelingt eine gleichmäßige
Vorabimprägnierung der porösen Matrix mit dem Ferrihydritvorläufer nicht, so daß
bei der nachfolgenden Belegung mit Au ein Großteil der Au-Cluster an der
katalytisch weit inaktiveren Al2O3-Oberfläche fixiert ist, was zur
Herabsetzung der Aktivität insgesamt führt. Beispiele 9 und 10 zeigen dagegen, daß
eine gleichmäßige Belegung der porösen Pellets mit der oxidischen
Aktivkomponente via Salzschmelze und Calcinierung gelingt, und daß im Endergebnis
die anschließende Au-Imprägnierung auf dem relativ oberflächenarmen
Aktivoxid (α-Fe2O3) zu vergleichbarer Aktivität führt, wenn man das Vorprodukt
nach der in dieser Erfindung beschriebenen Behandlung unter milden
Bedingungen in der Gasphase reduziert (Beispiel 11). Eine solche oder andere Art
der Vorabfixierung (Tränkung und Vorcalcinierung) einer oxidischen
Aktivkomponente innerhalb einer porösen Matrix ist auch für andere Oxid-Matrix-
Verbunde (wie Ce(Zr)O2-Al2O3 oder TiO2-SiO2) heute Stand der Technik.
Beispiel 1
Au/TiO2 (Au-Imprägnierung, calciniert)
-
3 g eines bei 670°C (0,5 h) vorcalcinierten TiO2-Pulvers der Firma
Sachtleben Chemie werden in 300 ml deionisierten Wassers bei 60°C dispergiert.
Innerhalb von ca. 3 min. werden dann dazu sukzessive unter pH-Kontrolle
(5,1-5,4, gepuffert durch eine 0,15 M Sodalösung) 10 ml einer 0,17 M wäßrigen
HAuCl4-Lösung zugegeben. Anschließend wird die Suspension eine halbe
Stunde lang bei 60°C weitergerührt. Nach mehreren Waschgängen mit
Warmwasser (ca. 40°C) und Filtrationen zwecks Entfernung von Natrium- und
Chloridionen wird der letzte Filterkuchen unter Vakuum bei Raumtemperatur
(RT) ca. 15 h getrocknet. Das leicht beige Pulver wird zum Schluß 1/2 h bei
400°C in Luft calciniert (Farbe: lila). Die Au-Beladung dieses
Referenzkatalysators beträgt 4,48 Gew.-% Au mit einer mittleren Au-Clustergröße von 2,8 nm
nach XRD bzw. 2,6 ± 0,9 nm nach TEM (Statistik: 800 Cluster
ausgezählt). Die BET-Oberfläche beträgt 65 m2/g, die Kristallitgröße des Trägers
(100% Anatas) ist 21,8 nm (XRD); siehe auch Tabelle 1.
Beispiel 2
Au/TiO2 (Au-Imprägnieung, naßreduziert und calciniert)
-
Man verfährt zuerst genauso wie in Beispiel 1 beschrieben, nur wird der
Suspension vor der letzten Filtration eine ca. 10%-ige Wasserstoffperoxidlösung
bei RT zugegeben, die sich dabei schnell blau färbt. Nach der Trocknung wie
im Beispiel 1 zeigt das XRD deutliche Au-Reflexe, aus deren Breite man nach
der Scherrergleichung eine Goldkristallitgröße von 14,5 nm ermitteln kann.
Diese verändert sich auch nach Calcinierungen unterhalb von 400°C nicht
mehr. Das Ergebnis der kinetischen Messungen zeigt entsprechend der
geringeren Au-Dispersion eine wesentlich niedrigere Rate als bei der Referenz nach
Beispiel 1.
Beispiel 3
Au/TiO2 (Au-Imprägnieung, mit H2 reduziert);
erfindungsgemäß
-
Hier wird das Pulver nach Beispiel 1 nach der Trocknung auf 200°C unter N2
gebracht und nach ca. 1/2 h Haltezeit bei dieser Temperatur eine halbe bis
eine Stunde lang mit 10% H2 in N2 behandelt. Die XRD-Differenzspektren
von diesem Katalysator zeigen sehr breite Au[111]- und Au[200]-Reflexe deren
Auswertung (Scherrergleichung) zu einem mittleren d(Au) von 1,8 nm führt.
-
Aus TEM-Aufnahmen (2500 Cluster ausgezählt) ergibt sich ein mittlerer
geometrischer Durchmesser der Au-Cluster von ebenfalls 1,8 nm. Die
Größenverteilung ist mit ±0,5 nm sehr eng. Entsprechend der hohen Au-Dispersion
dieses Präparates ist seine Aktivität sehr hoch; etwa doppelt so hoch wie die
der calcinierten Referenz nach Beispiel 1.
Beispiel 4
Au/Co3O4 (Au-Abscheidung durch Copräzipitation, calciniert)
-
34,4 g Cobaltnitrat-Hexahydrat und 1,06 g HAuCl4.3H2O werden in 120 ml
Wasser gelöst und zu einer Vorlage 60°C warmen Wassers (150 ml) unter
intensivem Rühren und gleichzeitiger Abpufferung mit einer 1 M Na2CO3
-Lösung bei konstantem pH-Wert von 8,0 eine 1/2 Stunde lang zugetropft. Die
entstandene Suspension wird dann weiter 1/2 h gerührt, anschließend
abgekühlt und filtriert. Nach mehrmaligen Waschgängen wird der Filterkuchen 12 h
bei 80°C getrocknet und anschließend eine halbe Stunde lang bei 400°C
calciniert. Der so erhaltene Au/Co3O4-Katalysator zeigt eine sehr schwache
Aktivität, zum größten Teil dadurch bedingt, daß die Au-Dispersion sehr
niedrig ist (d(Au) ~ 9 nm). Der Grund liegt in Analogie zum Beispiel 2 an der
leichten Agglomeration des metallischen Goldes, das während der Fällung
durch die in situ Reduktion des Au(3+)-Komplexes durch das leicht
oxidierbare zweiwertige Cobaltion entsteht.
Beispiel 5
Au/Co3O4 (Au-Imprägnierung, calciniert)
-
Die Fällung gemäß Beispiel 4 wird wiederholt, jedoch ohne Zusatz einer
Goldverbindung. Nach der Trocknung calciniert man 2 h bei 400°C. Der erhaltene
Cobaltspinell (3,0 g) wird anschließend in 300 ml Wasser dispergiert und auf
60°C aufgewärmt. Die Belegung mit 6 ml 0,14 M Goldchloridlösung unter
Abpufferung mit einer Sodalösung (pH zwischen 7,0 und 7,5) und weitere
Arbeitsgänge erfolgen dann in der gleichen Weise wie im Beispiel 1 dargestellt.
Das getrocknete Pulver wird zum Schluß eine 1/2 h bei 400°C calciniert.
Beispiel 6
Au/Co3O4 (Au-Imprägnierung, reduziert mit H2 bei 70°C,
nachcalciniert bei 300°C); erfindungsgemäß
-
Das Beispiel 5 wird wiederholt, jedoch mit dem Unterschied, daß nach der
Vortrocknung unter Vakuum zuerst (obligatorisch) eine Nachtrocknung bei
rd. 200°C in Luft erfolgt. Anschließend wird auf 70°C abgekühlt, und nach
einer Spülung mit Stickstoff behandelt man die Probe zwei Stunden lang mit
10% H2 in N2. Anschließend wird (obligatorisch für Anwendungen bei
höheren Temperaturen, s. unten) 1/2 h in Luft bei 300°C nachcalciniert. Die
Anfangsaktivität des auf dieser Weise trocken-reduktiv behandelten Au/Co3O4-
Katalysators ist deutlich höher als die der nur calcinierten Referenz nach
Beispiel 5. Sowohl dieser Katalysator als auch der nach Beispiel 5 ist für die
PROX-Reaktion weniger geeignet, da beide infolge der starken
Karbonatbildung rasch deaktivieren. Dagegen wird eine sehr hohe Aktivität bei
Anwendungen in oxidierenden Atmosphären im Bereich der Umweltchemie wie bei
der KW-Eliminierung aus Luft erwartet.
Beispiel 7
Au/Fe2O3 (Au-Abscheidung durch "deposition precipitation"
auf Ferrihydrit, calciniert)
-
Zu einer Vorlage von 80°C heißen Wassers (320 ml) werden unter intensivem
Rühren einerseits 80 ml einer Lösung von 0,08 M Eisennitrat und gleichzeitig
eine 0,94 M Lösung von Na2CO3 so zugetropft, daß der pH-Wert bei 8,0 ± 0,2
eingehalten werden kann. Nach Beendigung dieser Ferrihydritfällung wird die
Suspension auf 60°C abgekühlt. Innerhalb der nächsten 5 Minuten wird
anschließend die Suspension mit einer HAuCl4-Lösung unter Abpufferung mit
verdünnter Sodalösung bei pH ~ 8,0 versetzt und dann bei 60°C 1/2 h
nachgerührt. Die weiteren Arbeitsgänge sind weitgehend identisch mit dem
Beispiel 1, mit dem Unterschied, daß die Trocknung 12 h lang bei 80°C in Luft
erfolgt. Der Katalysatorvorläufer (Au2O3/Ferrihydrit) wird zum Schluß durch
Calcinierung (1/2 h) in Luft bei 400°C zum Endprodukt Au/α-Fe2O3
umgewandelt.
Beispiel 8
Au/Fe2O3-γ-Al2O3 (Au-Abscheidung durch "deposition
precipitation" auf durch Neutralisation in Pellets fixiertes Ferrihydrit,
calciniert)
-
200 Gramm γ-Al2O3-"Raschigring"-Pellets (Länge 4,7 mm, Durchmesser 4,9 mm,
Wanddicke 1,5 mm) werden evakuiert, mit 210 ml konzentrierter (2,4 M)
Eisennitrat-Lösung versetzt und rd. 12 Stunden unter Normaldruck
stehengelassen. Anschließend werden die Pellets von überschüssiger Lösung durch
Sieben befreit. Eine Lösung von 67 g Soda in 300 ml Wasser wird vorbereitet
und etwa die Hälfte davon unter intensivem Rühren schnell über die Pellets
gegossen. Der pH-Wert sinkt anfangs auf 7,5. Innerhalb der nächsten 5
Stunden wird die restliche Sodalösung sukzessive zugegeben, wobei darauf
geachtet wird, daß der pH-Wert bei ca. 8,0 bleibt. Danach ist die Bildung des
hydratisierten Eisenoxides (Ferrihydrit) innerhalb der Pellets abgeschlossen.
Nach der Abtrennung der Pellets von der restlichen Suspension werden diese
in 0,5 l Wasser eingetaucht und bei 80°C 1/2 h lang getempert.
Anschließend folgt die Imprägnierung bei 60°C mit einer HAuCl4-Lösung (4.04 g
HAuCl4.3H2O in 10 ml Wasser) innerhalb von ca. 4 min. unter Rühren und
gleichzeitiger Abpufferung mit Soda (pH-Wert: 6,3 bis 7,3). Nachgerührt wird
ca. 3 Stunden bis zur pH-Konstanz. Nach der Abkühlung werden die Pellets
über Nacht mit deionisiertem Wasser durchspült, dann rd. 10 Stunden bei 80
°C getrocknet und schließlich bei 400°C (1/2 h) calciniert. Ein kleiner Teil
des dunkelbraunen Katalysators wird für kinetische Messungen pulverisiert.
Es zeigt sich, daß die Aktivität der pulverisierten Probe nur rd. 20% der
Aktivität des analog hergestellten Katalysatorpulvers nach Beispiel 7 erreicht.
Dies liegt, wie mikroskopische und REM/EDX-Aufnahmen eines Schliffbildes
zeigen, an einer Ungleichmäßigkeit der Hämatitverteilung innerhalb der
Pellets: Während das Gold überall gleichmäßig verteilt ist, bleiben die Mitte und
die äußeren Bereiche der Pelletringe frei von dem Aktivoxid-Hämatit.
Beispiel 9
Au/Fe2O3-γ-Al2O3 (via Fe-Nitratschmelze, Au-Imprägnierung,
calciniert)
-
30 g γ-Al2O3-Pellets (3,2 × 3,5 mm, ca. 100 m2/g) werden in einer Fe(NO3)3-
Schmelze bei 70°C unter Rühren eingetaucht und alsdann von der
überschüssigen Schmelze durch Siebung abgetrennt. Es folgt eine thermische
Zersetzung des Nitrates bis 300°C (+2 h Haltezeit) an Luft unter Bildung
einer gleichmäßigen Al2O3-haltigen Hämatitschicht innerhalb der
Pelletmatrixstruktur. Nach der Abkühlung werden die Pellets in vorgewärmtes Wasser (60°C)
eingetaucht und unter Rühren in gleicher Weise wie im Beispiel 1 mit
einer HAuCl4-Lösung unter pH-Konstanthaltung (6,5 bis 7,0) imprägniert und
rd. 2 Stunden nachgerührt. Nach der Spülung mit Deionat wie im Beispiel 8
und Trocknung werden die Pellets bei 350°C in Luft endcalciniert (1/2 h).
Für kinetische Messungen wird ein Teil der schwarzen Pellets gemahlen. Der
Gehalt an α-Fe2O3 beträgt rd. 9,5%, der des Goldes 0,5 Gew.-%. Die
Ermittlung der Au-Größe über XRD oder TEM erweist sich so wie im
vorangegangenen Beispiel auch hier wegen des amorphen Al2O3-Anteiles und der niedrigen
Au-Konzentration als schwierig. Auf Grund der gleichmäßigen Verteilung der
Eisenoxidschicht in inneren der Pellets erreicht man durch die Vortränkung
mit der Schmelze eine höhere Rate als im Beispiel 8.
Beispiel 10
Au/Fe2O3-γ-Al2O3 (via Fe-Nitratschmelze, Au-Imprägnierung,
reduziert bei 120°C); erfindungsgemäß
-
Analog zu den Beispielen 3 und 5 verzichtet man auf die Endcalcinierung und
trocknet die nach Beispiel 9 hergestellten Pellets bei 200°C in Luft nach.
Nach der Abkühlung auf 120°C und Zwischenspülung mit N2 werden die
Pellets eine halbe Stunde mit 10% H2 in N2 reduziert. Die Aktivität (gemessen
am pulverisierten Produkt) liegt auch hier höher als die bei dem
konventionell bei 300 bis 400°C in Luft konditionierten Katalysator nach Beispiel 9.
Auch hier ist die Vermessung der Au-Clustergröße nicht möglich.
Beispiel 11
Au/CeO2 (Au-Imprägnierung auf grobkristallinen Träger,
calciniert)
-
120 ml einer 1 M Lösung von Ce(NO3)3 werden mit einer H2O2-haltigen
Sodalösung (1 M) bei RT und konstantem pH-Wert um 7,0 zum hydratisierten
CeO2 neutralisiert. Nach sorgfältigem Waschen durch mehrmaliges
Redispergieren und Filtrationen wird ein Teil des anschließend getrockneten CeO2-
Pulvers 2 h bei 800°C in Luft calciniert. Der erhaltene Träger ist relativ
grobkristallin (21 nm) mit einer entsprechend kleinen BET-Oberfläche von 23 m2
/g. Ein Teil (2,5 g) dieses Pulvers werden in 150 ml warmen Wassers (60°C)
eingerührt und wie im Beispiel 1 mit 5 ml einer 0,09 M HAuCl4-Lösung unter
gleichzeitiger Abpufferung mit einer Sodalösung bei pH-Werten zwischen 6,5
und 7,0 versetzt. Nach der üblichen Weiteraufarbeitung und Trocknung (RT
unter Vakuum) wird dieser Au/CeO2-Katalysatorvorläufer 1/2 h in Luft
calciniert. Aus der Tabelle 1 erkennt man, daß die Au-Kristallite relativ groß sind
und deren Größenverteilung relativ breit ist. Dies dürfte - wie bereits oben
erläutert - auf die leichte Beweglichkeit und das Zusammenlaufen von
angeschmolzenen Goldteichchen auf der relativ "glatten" Oxidoberfläche während
und nach der thermischen Au2O3-Zersetzung oberhalb von rd. 350°C
zurückzuführen sein. Die Aktivität dieses Katalysators ist entsprechend der
niedrigen Au-Dispersion eher bescheiden.
Beispiel 12
Au/CeO2 (Au-Imprägnierung auf grobkristallinen Träger, mit
H2 reduziert); erfindungsgemäß
-
Hier wird wie im Beispiel 11 verfahren, jedoch mit dem Unterschied, daß der
Au/CeO2-Vorläufer nach der Trocknung bei 200°C 3/4 h lang mit
Wasserstoff reduziert wird und anschließend bei der gleichen Temperatur mit 5% O2
in N2 und dann mit Luft zur Stabilisierung des Ceroxidträgers wieder oxidiert
wird. Auf diese Weise gelingt es auch hier, sehr kleine Au-Cluster auf dem
Träger zu stabilisieren, was auch die höhere Aktivität im Vergleich zum
Beispiel 11 zeigt. Die Beispiele 11 und vor allem 12 demonstrieren darüber
hinaus, daß es durch eine kontrolliert durchgeführte Au-Imprägnation gelingen
kann, sehr kleine Au-Cluster (< 5 nm) auch auf grobkristallinen Oxidträgern
(< 50 m2/g) abzuscheiden.
Beispiel 13
Au/Ce(Zr)O2 (Au-Imprägnierung, calciniert)
-
Kommerzielles Ce0,7Zr0,3O2-Pulver (Rhodia, "Ce-Zr 70-30") wird vorab 2
Stunden lang bei 400°C kalziniert und 3,0 g davon in 300 ml Wasser bei 60°C
unter Rühren dispergiert. Weiter verfährt man genauso wie im Beispiel 11.
Nach der Calcinierung des Vorläufers bei 400°C in Luft (1/2 h), erhält man
ein schwarzes Pulver mit Au-Clustern um 3,5 nm (XRD). Wegen des
schlechten Kontrastes im TEM (Atomgewicht von Cer ist sehr hoch) und der geringen
Differenz zwischen d(Au) und d(Oxid) läßt sich die Goldclustergröße nur
ungenau bestimmen (~2.2 nm). Wegen der im Vergleich zum Beispiel 11
höheren Au-Dispersion bei gleichzeitig hoher spezifischer Oberfläche des Trägers
liegt die Rate der CO-Oxidation höher.
Beispiel 14
Au/Ce(Zr)O2 (Au-Imprägnierung, reduziert mit H2);
erfindungsgemäß
-
Wie im Beispiel 12 wird der nur getrocknete Katalysatorvorläufer nach
Beispiel 13 im Wasserstoffstrom bei 200°C reduziert und anschließend wieder
aufoxidiert. Die anschließend gemessene Aktivität liegt jetzt um rd. 70%
über der des konventionell bei 400°C calcinierten Pulvers des vorangehenden
Beispieles. Im XRD kann kein Au-Reflex sichtbar gemacht werden, was
bedeutet, daß hier entweder amorphes Au (d(Au) < ca. 1,5 nm) oder das Gold in
einwertigem Zustand (Au(+)) vorliegt, das durch das vierwertige Cer
stabilisiert ist (s. unten).
Beispiel 15
Au/CeO2 (Au-Imprägnierung, reduziert mit H2);
erfindungsgemäß
-
Kommerziell erhältliches, reines CeO2-Pulver (Rhodia "HSA 15") wird analog
zum Beispiel 13 vorcalciniert, mit HAuCl4 bei pH-Werten zwischen 6,5 und
7,0 imprägniert, gewaschen, filtriert und unter Vakuum bei RT getrocknet.
Nach der Reduktion mit H2 bei 200°C wie oben beschrieben erhält man ein
dunkel braun-graues Pulver, das im XRD keine Au-Reflexe aufweist. Die
Vermessung der Au-Dispersion über TEM scheitert auch hier an der schlechten
Kontrastgebung zwischen Au und dem nanokristallinen Cerdioxid. Die
Aktivität dieses Katalysators übertrifft mit gemessenen Raten von 27 ± 3.10-3
mole CO/(g(Au).s) alle übrigen bisher gemessenen Katalysatoren um
mindestens den Faktor 3. Ferner ist die Reproduzierbarkeit der Herstellung
ausgezeichnet.