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DE10204654A1 - Verfahren zur Behandlung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten

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DE10204654A1
DE10204654A1 DE2002104654 DE10204654A DE10204654A1 DE 10204654 A1 DE10204654 A1 DE 10204654A1 DE 2002104654 DE2002104654 DE 2002104654 DE 10204654 A DE10204654 A DE 10204654A DE 10204654 A1 DE10204654 A1 DE 10204654A1
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DE
Germany
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carbon dioxide
gas
stage
stripping
sulfide
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DE2002104654
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Bernhard Ruhland
Helmut Fritz
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Linde GmbH
Original Assignee
Linde GmbH
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Publication date
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    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D53/00Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
    • B01D53/34Chemical or biological purification of waste gases
    • B01D53/46Removing components of defined structure
    • B01D53/48Sulfur compounds
    • B01D53/52Hydrogen sulfide
    • B01D53/526Mixtures of hydrogen sulfide and carbon dioxide
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/20Treatment of water, waste water, or sewage by degassing, i.e. liberation of dissolved gases
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Abstract

Es wird ein Verfahren zur Behandlung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten 1, insbesondere Abwässern oder Ablaugen, durch Strippung mit einem kohlendioxidhaltigen Strippgas 6 beschrieben. Dabei werden in einer Strippkolonne 20 Sauergaskomponenten aus der Flüssigkeit ausgetrieben, so dass Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff enthaltendes Abgas 3 anfällt. Für einen wirtschaftlichen Betrieb wird eine Kreislaufgasführung vorgeschlagen, die eine Abtrennung des Schwefelwasserstoffs in einer Adsorptionsstufe 30 vorsieht. Die Adsorptionsstufe 30 ist beispielsweise als Festbettadsorber mit Eisenhydroxid oder Eisenoxid als Adsorptionsmaterial ausgebildet. Der Schwefelwasserstoff wird an dem Eisenhydroxid oder Eisenoxid adsorbiert. Zur Regenerierung des Adsorptionsmittels kann ein sauerstoffhaltiges Gas eingesetzt werden. Dabei fällt elementarer Schwefel an, der als Feststoff abgezogen und einer Verwertung zugeführt werden kann. Das verbleibende kohlendioxidhaltige Abgas 5 wird zur Bildung des kohlendioxidhaltigen Strippgases wiederverwendet.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten durch Strippung mit einem kohlendioxidhaltigen Strippgas, wobei Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff enthaltendes Abgas und von Sulfiden gereinigtes Wasser anfallen.
  • In zahlreichen Industriezweigen fallen sulfidhaltige Flüssigkeiten, z. B. Ablaugen oder Abwässer an, die nicht ohne Weiteres an die Umwelt abgegeben werden können. Beispielsweise entsteht bei der Lederherstellung sulfidhaltiges Abwasser, dessen Entsorgung oder Verwertung Probleme bereitet. Auch beim Auswaschen von Gaskomponenten, z. B. Sauergaskomponenten wie Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, aus Abgas oder Rohgas mittels Laugen fallen häufig sulfidhaltige Ablaugen an, die vor einer Entsorgung aufbereitet werden müssen. Die Behandlung solcher sulfidhaltiger Flüssigkeiten erfolgt üblicherweise durch Ansäuerung mit Schwefelsäure (pH > 5), wobei die gebundenen Sauergaskomponenten wieder in die Gasphase verdrängt werden. Die verdrängten Sauergaskomponenten werden z. B. mit Methan abgestrippt und anschließend verbrannt. Das saure Abwasser muss anschließend mit frischer Natronlauge neutralisiert werden, um es in eine Kläranlage einleiten zu können.
  • Die Verwendung von Chemikalien zur Aufbereitung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten ist teuer und aufgrund der möglichen Toxizität solcher Stoffe problematisch.
  • In der WO 95/14526 wird vorgeschlagen, Ablaugen aus der Öl-, Gas-, Chemie-, oder Petrochemischen Industrie mittels Kohlendioxid zu neutralisieren. Hierfür soll beispielsweise kohlendioxidhaltiges Rauchgas eingesetzt werden.
  • Diese Lösung bietet sich allerdings nur an, wenn Rauchgas in ausreichender Menge am Einsatzort produziert wird. Außerdem weist Rauchgas häufig einen relativ niedrigen und gegebenenfalls stark variierenden Kohlendioxidgehalt auf.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass auf wirtschaftliche Weise gleichzeitig eine Neutralisation der sulfidhaltigen Flüssigkeit und eine effektive Entfernung der Sulfide aus der Flüssigkeit erreicht werden.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Abgas einer Adsorptionsstufe zugeführt wird, in der der Schwefelwasserstoff durch Adsorption an einem Adsorptionsmittel vom Abgas abgetrennt wird und das verbleibende kohlendioxidhaltige Abgas als Kreislaufgas zur Bildung des kohlendioxidhaltigen Strippgases wiederverwendet wird.
  • Die Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, dass für die gleichzeitige Neutralisation und Sulfidentfernung durch Strippung mit einem kohlendioxidhaltigen Strippgas ein hoher Kohlendioxid-Überschuss erforderlich ist. Daher wird für einen wirtschaftlichen Einsatz von Kohlendioxid eine Kreislaufführung gewählt. Hierzu ist eine weitestgehende Abtrennung des Schwefelwasserstoffs aus dem Kreislaufgas zwingend erforderlich. Je vollständiger diese Abtrennung gelingt, desto besser gelingt die eigentliche Sulfidentfernung aus der Flüssigkeit und um so besser ist die Abwasserspezifikation.
  • Mit der Erfindung können insbesondere sulfidhaltige Industrieabwässer, z. B. aus einer Fabrik zur Lederherstellung, behandelt werden. Aufgrund des sehr hohen Sulfidgehalts derartiger Abwässer ist eine wirtschaftliche Aufbereitung mit herkömmlichen Methoden sehr schwierig. Ein anderes Anwendungsgebiet der Erfindung ist die Behandlung von Ablaugen aus Olefinanlagen. In Olefinanlagen insbesondere Ethylenanlagen wird das Rohgas üblicherweise zur Entfernung von Sauergaskomponenten, insbesondere Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff, mit verdünnter Natronlauge (NaOH) gewaschen. Die Sauergase werden chemiesorbiert und als Na2CO3 bzw. Na2S gebunden. Bei den üblichen pH-Werten von über 13 liegt das chemische Gleichgewicht praktisch vollständig auf der Seite der Natriumsalze. Das verbrauchte Waschmittel (Ablauge) wird verworfen. Um die anfallende Ablauge in eine biologische Kläranlage einleiten zu können, muss in aller Regel das für Bakterien toxische Na2S entfernt werden. Mit der erfindungsgemäßen Verfahrensweise gelingt es, das Na2S ohne den Einsatz von toxischen Chemikalien wie Schwefelsäure mit geringem apparativen Aufwand aus der Ablauge zu entfernen.
  • Zweckmäßigerweise wird dem Kreislaufgas frisches Kohlendioxid, insbesondere reines oder hochkonzentriertes Kohlendioxid, zugeführt. Auf diese Weise wird ein Verbrauch von Kohlendioxid ausgeglichen. Das zugeführte Kohlendioxid weist bevorzugt einen Reinheitsgrad von mindestens 90% auf.
  • Zur Regenerierung des Adsorptionsmittels wird vorzugsweise ein sauerstoffhaltiges Gas, insbesondere reiner Sauerstoff oder Luft, zugeführt. Eine Verwendung von reinem Sauerstoff oder mit Sauerstoff hoch angereicherter Luft bietet den Vorteil, dass keine oder nur eine geringfügige Anreicherung von Inertgasen im Kreislaufgas stattfindet. Besonders bevorzugt ist daher der Einsatz eines sauerstoffhaltigen Gases mit einem Sauerstoffgehalt von mindestens 90%.
  • Als Adsorptionsmittel wird gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung Eisenhydroxid (Fe(OH)3) oder Eisenoxid (Eisenschwamm) eingesetzt. Das Adsorptionsmittel ist dabei zweckmäßigerweise in einer als Festbettadsorber ausgebildeten Adsorptionsstufe angeordnet. Der Festbettadsorber enthält ein Eisenhydroxid oder Eisenoxid aufweisendes Festbett, über das das Abgas zur Abtrennung von Schwefelwasserstoff geleitet wird. Dabei fällt Eisensulfid (Fe2S3) an. Bei der Regenerierung des Adsorptionsmittels durch Zufuhr des sauerstoffhaltigen Gases wird daraus elementarer Schwefel (S) gebildet. Der im Abgas enthaltene Schwefelwasserstoff wird also schließlich in elementaren Schwefel umgewandelt, der für die Umwelt unbedenklich ist und deponiert werden kann. Der elementare Schwefel wird als Feststoff abgezogen und kann beispielsweise einer Verwendung als Rohstoff zugeführt werden.
  • Gemäß einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens wird dem Kreislaufgas mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes kohlendioxidhaltiges Abgas zugeführt. Nach Reinigung des Abgases in der Adsorptionsstufe wird das von Schwefelwasserstoff befreite Abgas als Kreislaufgas wieder zur Strippung zurückgeführt. Auf diese Weise kann auch im Prozess anfallendes Abgas zur Bildung des kohlendioxidhaltigen Strippgases verwendet werden. In einer besonders zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung wird zur Strippung eine Strippkolonne mit mindestens zwei Stufen eingesetzt, wobei die erste Stufe mit frischem Kohlendioxid betrieben wird, während die zweite Stufe mit dem kohlendioxidhaltigem Kreislaufgas betrieben wird. Als Alternative kann bei einer derartigen Anordnung auch die erste Stufe mit kohlendioxidhaltigen Kreislaufgas und die zweite Stufe mit frischem Kohlendioxid betrieben werden. Sofern bei der Nautralisation mit einer Ausfällung von Feststoffen zu rechnen ist, wird empfohlen, der Strippung eine separate Neutralisations- und Fällungsstufe mit anschließender Feststoffabtrennung vorzuschalten. Das bei der Strippung anfallende Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff enthaltende Abgas wird vorzugsweise zur Neutralisations- und Fällungsstufe zurückgeführt, während in der Neutralisations- und Fällungsstufe anfallendes Abgas zur Adsorptionsstufe geleitet wird. Sofern mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes kohlendioxidhaltiges Abgas im Prozess zur Verfügung steht, kann dieses Abgas in die separate Neutralisations- und Fällungsstufe eingeleitet werden, während das in der Neutralisations- und Fällungsstufe anfallende Abgas der Adsorptionsstufe zugeführt wird.
  • Die Erfindung ist für die Behandlung aller denkbaren sulfidhaltigen Abwässer mit einem pH-Wert von über 7 geeignet. Besonders interessant ist ein Einsatz des Verfahrens zur Behandlung von sulfidhaltigen Industrieabwässern, z. B. Abwässern aus der Lederindustrie. Aber auch bei der Aufbereitung von Ablaugen, beispielsweise bei Olefinanlagen, kann das erfindungsgemäße Verfahren angewandt werden.
  • Als besonderer Vorteil des Verfahrens kann angegeben werden, dass eine Neutralisation und weitestgehende Sulfidentfernung aus dem Abwasser bzw. der Ablauge ohne den Einsatz von toxischen Chemikalien ermöglicht wird. Es müssen lediglich unbedenkliche Gase, nämlich Kohlendioxid und Luft bzw. Sauerstoff, zugegeben werden. Dabei wird durch die Kreislaufführung des Kohlendioxidgases eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht. Die Umwelt wird nicht mehr wie bei den herkömmlichen Verfahren mit Schwefeldioxid in der Atmosphäre oder S2O3/SO4 im Abwasser belastet. Beim Einsatz in Petrochemieanlagen wird darüber hinaus eine weitestgehende Sulfidentfernung auch mit unreinem Kohlendioxid (H2S-haltig) aus Aminwäschen ermöglicht.
  • Im Folgenden soll die Erfindung anhand von in den Figuren schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert werden:
  • Es zeigen
  • Fig. 1 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit Kohlendioxidkreislaufführung und Einleitung von reinem Kohlendioxid in den Kreislauf.
  • Fig. 2 ein Fleißschema einer Neutralisationsstrippung mit Kohlendioxidkreislaufführung und Einleitung von verunreinigtem Kohlendioxid in den Kreislauf
  • Fig. 3 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit einer zweistufigen Strippkolonne mit getrennter Zuführung des Kohlendioxidkreislaufgases und des reinen Kohlendioxids
  • Fig. 4 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit einer zweistufigen Strippkolonne mit getrennter Zuführung des Kohlendioxidkreislaufgases und des verunreinigten Kohlendioxids
  • Fig. 5 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe und Regenerierung der Adsorptionsstufe mittels Luft
  • Fig. 6 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe und Regenerierung der Adsorptionsstufe mittels Sauerstoff
  • Fig. 7 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe und Rückführung von Strippkolonnenabgas in die Neutralisations- und Fällungsstufe
  • Fig. 8 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe und Einleitung von verunreinigtem Kohlendioxid in die Neutralisations- und Fällungsstufe
  • Fig. 9 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit zweistufiger Strippkolonne mit getrennter Zuführung von reinem Kohlendioxid und vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe
  • Fig. 10 ein Fließschema einer Neutralisationsstrippung mit zweistufiger Strippkolonne mit separater Zuführung von verunreinigtem Kohlendioxid und vorgeschalteter Neutralisations- und Fällungsstufe
  • In den Figuren sind die selben Anlagenteile und Verfahrensschritte mit den selben Bezugsziffern bezeichnet.
  • Bei der in Fig. 1 dargestellten Variante einer Neutralisationsstrippung mit Kohlendioxidkreislaufführung und Reinigung des Kreislaufgases wird über Leitung 1 sulfidhaltiges Abwasser, das beispielsweise in der Lederindustrie anfällt, in den Kopf der Strippkolonne 20 eingeleitet. In der Leitung 6 wird kohlendioxidhaltiges Kreislaufgas als Strippgas der Strippkolonne 20 zugeführt. In der Strippkolonne 20 werden die Sauergaskomponenten von Abwasser abgestrippt, so dass von Sulfiden gereinigtes Abwasser über Leitung 2 abgezogen werden kann. Das bei der Strippung anfallende Abgas enthält Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff und wird über Leitung 3 von der Strippkolonne 20 abgezogen. Um das kohlendioxidhaltige Abgas als Kreislaufgas zur Bildung des kohlendioxidhaltigen Strippgases wiederverwenden zu können, wird der Schwefelwassserstoff in der Adsorptionsstufe 30 vom Abgas abgetrennt. Die Adsorptionsstufe 30 ist als Festbett-Adsorber mit einem Eisenhydroxid (FeOH3) enthaltenden Festbett ausgebildet. Ein Verbrauch von Eisenhydroxid wird durch Zufuhr von frischem Eisenhydroxid über Leitung 11 ausgeglichen. Zur Regenerierung des Festbett-Adsorbers wird reiner Sauerstoff über Leitung 10 dem Abgas zugemischt. Bei der Regenerierung fällt elementarer Schwefel (S) an, der in fester Form über Leitung 12 abgezogen und einer Verwertung zugeführt werden kann. Das die Adsorptionsstufe 30 verlassende sulfidfreie kohlendioxidhaltige Abgas wird über Leitungen 5 und 6 als Kreislaufgas zur Strippkollonne 20 zurückgeführt. Gegebenenfalls mit der Sauerstoffzufuhr über Leitung 10 mitgeführte Argonanteile können über eine Abgasleitung 8 abgezweigt werden. Zum Ausgleich eines Kohlendioxidschwundes wird über Leitung 7 reines Kohlendioxid zugeführt.
  • Die in Fig. 2 dargestellte Variante unterscheidet sich von der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform dadurch, dass an Stelle von reinem Kohlendioxid mit Schwefelwasserstoff kontaminiertes Kohlendioxid über Leitung 13 dem Kreislaufgas zugeführt wird. Diese Variante eignet sich insbesondere für einen Einsatz in Olefinanlagen, in denen mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes Kohlendioxidabgas bei der Aminwäsche des Rohgases anfällt. Die Schwefelwasserstoffverunreinigungen werden in der Adsorptionsstufe 30 vom Abgas abgetrennt. Zur Regenerierung des Adsorptionsmittels kann Luft und/oder Sauerstoff über Leitung 10 zugeführt werden. Bei der Verwendung von Luft müssen die miteingetragenen Inertgasanteile über die Abgasleitung 8 aus dem Kreislaufgas ausgeschleust werden.
  • In Fig. 3 ist eine weitere Variante der Neutralisationsstrippung dargestellt, bei der eine zweistufige Strippkolonne 20 eingesetzt wird. Das kohlendioxidhaltige Kreislaufgas wird über Leitung 6 in die obere Stufe der Strippkolonne eingeleitet, während das reine Kohlendioxid in die untere Stufe der Strippkolonne 20 eingeführt wird.
  • Bei der in Fig. 4 gezeigten Variante wird ebenfalls eine zweistufige Strippkolonne 20 eingesetzt. Bei dieser Variante wird allerdings mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes Kohlendioxid, z. B. Abgas aus einer Olefinanlage, über Leitung 13 in die obere Stufe der Strippkolonne eingeführt. Das kohlendioxidhaltige Kreislaufgas wird über Leitung 6 der unteren Stufe der Strippkolonne 20 zugeführt.
  • Die in den Fig. 5 bis 10 dargestellten Ausführungsformen sind für die Behandlung von feststoffhaltigen Abwässern vorgesehen, bei denen die Gefahr einer Ausfällung von Feststoffen bei der Neutralisationsstrippung besteht. Deshalb ist der Strippkolonne 20 eine separate Neutralisations- und Fällungsstufe 40 vorgeschaltet. Die ausgefällten Feststoffe werden in einer anschließenden Dekanterstufe 50 vom Abwasser abgetrennt.
  • Bei den in Fig. 5 und 6 gezeigten Ausgestaltungen wird das für die Auffrischung des Kohlendioxidgehalts im Kreislaufgas erforderliche reine Kohlendioxid über Leitung 7 der Neutralisations- und Fällungsstufe 40 zugeführt. Gegebenenfalls kann in der Neutralisations- und Fällungsstufe 40 anfallendes Abgas über Leitung 14 dem Abgas der Strippkolonne 20 beigemischt werden. Falls erforderlich, kann zusätzlich reines Kohlendioxid direkt in den Kohlendioxid-Kreislauf bei Leitung 6 zugemischt werden.
  • Während bei der in Fig. 5 gezeigten Variante zur Regenerierung der Adsorptionsstufe 30 Luft über Leitung 10 eingeleitet wird, wodurch eine Inertgasabtrennung über die Abgasleitung 8 erforderlich wird, wird bei der Variante gemäß Fig. 6 reiner Sauerstoff zur Regenerierung eingesetzt.
  • In Fig. 7 ist eine weitere Ausgestaltung gezeigt, bei der das von der Strippkolonne 20 abgezogene Abgas nicht unmittelbar der Adsorptionsstufe 30 zugeführt wird, sondern über Leitung 3 in die Neutralisations- und Fällungsstufe 40 eingeleitet wird. Das in der Neutralisations- und Fällungsstufe 40 anfallende kohlendioxidhaltige Abgas wird dann über Leitung 16 der Adsorptionsstufe 30 zugeführt.
  • Wie in Fig. 8 gezeigt, kann bei Vorhandensein von mit Schwefelwasserstoff verunreinigtem kohlendioxidhaltigem Abgas auch dieses Abgas über Leitung 7 der Neutralisations- und Fällungsstufe 40 zugeführt werden. Dort entstehendes kohlendioxidhaltiges Abgas wird dann über Leitung 16 der Adsorptionsstufe 30 zugeführt.
  • Die in den Fig. 9 und 10 gezeigten Varianten entsprechen im Wesentlichen der in Fig. 7 dargestellten Ausführungsform, wobei jedoch die Strippkollonne 20 zweistufig ausgebildet ist. Dabei wird gemäß Fig. 9 reines Kohlendioxid über Leitung 7 der unteren Stufe der Strippkolonne 20 zugeführt, während das Kreislaufgas über Leitung 6 der oberen Stufe der Strippkolonne 20 zugeleitet wird. Hiervon unterscheidet sich die Variante gemäß Fig. 10 dadurch, dass mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes Kohlendioxid über Leitung 13 der oberen Stufe der Strippkolonne 20 zugeführt wird, während das kohlendioxidhaltige Kreislaufgas über Leitung 6 in die untere Stufe der Strippkolonne 20 eingeleitet wird. Weitere Unterschiede bestehen in der Verwendung von Luft bzw. Sauerstoff als Regeneriergas zur Regenerierung der Adsorptionsstufe 30 sowie in der Ausschleußung von Inertgasen über die Abgasleitung 8.

Claims (16)

1. Verfahren zur Behandlung von sulfidhaltigen Flüssigkeiten (1) durch Strippung mit einem kohlendioxidhaltigen Strippgas (6), wobei Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff enthaltendes Abgas (3) und von Sulfiden gereinigtes Abwasser (2) anfallen, dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas (3) einer Adsorptionsstufe (30) zugeführt wird, in der der Schwefelwasserstoff durch Adsorption an einem Adsorptionsmittel vom Abgas abgetrennt wird, und das verbleibende kohlendioxidhaltige Abgas (5) als Kreislaufgas zur Bildung des kohlendioxidhaltigen Strippgases (6) wiederverwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als sulfidhaltige Flüssigkeit (1) industrielles Abwasser aus einer Lederherstellung verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als sulfidhaltige Flüssigkeit (1) Ablauge aus einer Olefinanlage verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kreislaufgas frisches Kohlendioxid (7) zugeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zugeführte Kohlendioxid (7) einen Reinheitsgrad von mindestens 90% aufweist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Adsorptionsmittel durch Zufuhr eines sauerstoffhaltigen Gases (10) regeneriert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zugeführte sauerstoffhaltige Gas (10) einen Sauerstoffgehalt von mindestens 90% aufweist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionsmittel Eisenhydroxid oder Eisenoxid (Eisenschwamm) eingesetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Adsorptionsstufe (30) ein Festbettadsorber mit einem Eisenhydroxid oder Eisenoxid enhaltenden Festbett eingesetzt wird, über das das Abgas geleitet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Regenerierung des Adsorptionsmittels elementarer Schwefel erzeugt wird, der als Feststoff abgezogen und einer Verwertung zugeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kreislaufgas mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes kohlendioxidhaltiges Abgas zugeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Strippung eine Strippkolonne (20) mit mindestens zwei Stufen eingesetzt wird, wobei die erste Stufe mit frischem Kohlendioxid betrieben wird und die zweite Stufe mit dem kohlendioxidhaltigen Kreislaufgas betrieben wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Strippung eine Strippkolonne (20) mit mindestens zwei Stufen eingesetzt wird, wobei die erste Stufe mit dem kohlendioxidhaltigen Kreislaufgas betrieben wird und die zweite Stufe mit frischem Kohlendioxid betrieben wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Strippung eine separate Neutralisations- und Fällungsstufe (40) mit anschließender Feststoffabtrennung (50) vorgeschaltet ist.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das beider Strippung anfallende Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff enthaltende Abgas zur Neutralisations- und Fällungsstufe (40) zurückgeführt wird und in der Neutralisations- und Fällungsstufe (40) anfallendes Abgas zur Adsorptionsstufe (30) geleitet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass in die separate Neutralisations- und Fällungsstufe (40) mit Schwefelwasserstoff verunreinigtes kohlendioxidhaltiges Abgas eingeleitet wird und das in der Neutralisations- und Fällungsstufe (40) anfallende Abgas der Adsorptionsstufe (30) zugeführt wird.
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Cited By (3)

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102008016248A1 (de) * 2008-03-27 2009-10-01 Rehau Ag + Co. Verfahren zur Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Biogas
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