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Die Erfindung betrifft eine Biegevorrichtung für ein langgestrecktes Werkstück, insbesondere einen Draht. Außerdem betrifft die Erfindung eine Wickelmaschine für eine Spule einer E-Maschine mit einer derartigen Biegevorrichtung sowie ein Verfahren zum Biegen eines langgestreckten Werkstücks mit einer derartigen Biegevorrichtung oder derartigen Wickelmaschine.
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Elektrische Maschinen zum Umwandeln elektrischer Energie in Bewegungsenergie oder zum Umwandeln von Bewegungsenergie in elektrische Energie werden vielfältig eingesetzt.
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Für die Herstellung einzelner Komponenten, wie beispielsweise Statoren oder Rotoren, dieser elektrischen Maschinen ist es häufig erforderlich, Drähte umzuformen, zu trennen, miteinander zu verbinden, oder anderweitig zu verarbeiten.
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Hierzu kommen beispielsweise Hairpin-Verfahren zum Einsatz, bei welchen Spulenwicklungen, insbesondere eines Stators, aus einer Vielzahl von Drahtstücken gebildet und die Enden der Drahtstücke miteinander verbunden werden. Dabei werden Metalldrähte ohne Isolationsschicht oder teilweise/vollständig mit einer Isolationsschicht versehene Metalldrähte in eine gewünschte Form vorgebogen. Dies erfolgt in der Regel mit mehreren Biegungen (bzw. Biegevorgängen), um eine gewünschte Form der Spule oder eines Abschnitts davon zu erzeugen. Da die Bauteile elektrischer Maschinen meist kranzförmig oder ringförmig um eine Drehachse der elektrischen Maschine herum ausgebildet sind, müssen die Metalldrähte bzw. Spulenwicklungen außerdem häufig an die Krümmung des entsprechenden Bauteils angepasst werden.
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Eine Vorrichtung zu Herstellung einer Spule ist beispielsweise aus der
DE 11 2010 000 029 T5 bekannt. Ein Biegewerkzeug kann dabei einen inneren und einen äußeren säulenförmigen Randstift umfassen, wobei der äußere Randstift um eine Mittelachse des inneren Randstifts schwenkbar angeordnet ist. Das Schwenken des äußeren Randstifts bewirkt ein Verbiegen eines zwischen den Randstiften angeordneten Leiters.
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Von Nachteil hierbei ist, dass durch den Biegevorgang Abdrücke auf dem Leiter hinterlassen werden. Dies betrifft weiche Leitermaterialen, bspw. Leiter aus Kupfer oder Aluminium, oder mit einem Isolationsmaterial, oder mit einem Kunststoff oder einer Emaille beschichtete Leiter. Harte oder spröde Leitermaterialien oder Beschichtungen, bspw. Emaille, können rissig werden oder unter Umständen brechen.
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Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Biegevorrichtung für ein langgestrecktes Werkstück, insbesondere einen Draht, bereitzustellen, um die vorstehend genannten Nachteile zumindest teilweise zu beheben.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Biegevorrichtung für ein langgestrecktes Werkstück, insbesondere einen Draht, die Wickelmaschine für eine Spule einer E-Maschine mit einer solchen Biegevorrichtung, sowie das Verfahren zum Biegen eines langgestreckten Werkstücks, insbesondere eines Drahts, mit einer solchen Biegevorrichtung oder einer solchen Biegemaschine gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den abhängigen Patentansprüchen hervor.
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Die Erfindung betrifft eine Biegevorrichtung für ein langgestrecktes Werkstück, insbesondere einen Draht, aufweisend einen ersten Biegestift mit einer ersten Längsmittelachse, und einen zweiten Biegestift mit einer zweiten Längsmittelachse, wobei der zweite Biegestift im Wesentlichen parallel zu dem ersten Biegestift angeordnet und von diesem beabstandet ist, wobei das langgestreckte Werkstück zwischen dem ersten Biegestift und dem zweiten Biegestift aufnehmbar und um den ersten Biegestift und/oder den zweiten Biegestift biegbar ist, wobei der erste Biegestift um die erste Längsmittelachse und der zweite Biegestift um die zweite Längsmittelachse drehbar ist.
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Die Biegevorrichtung kann einen Träger aufweisen, bspw. eine Platte, auf der die Biegestifte drehbar angeordnet sind. Die Biegevorrichtung kann eine zwei- oder drei-dimensionale Verformung des langestreckten Werkstücks, insbesondere Drahts, ermöglichen.
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Die Biegestifte können aus einem geeigneten Material, bspw. Stahl, vorzugsweise Werkzeugstahl, hergestellt sein. Die Biegestifte sind vorzugsweise drehsymmetrisch, vorzugsweise kreisförmig, um die jeweilige Längsmittelachse ausgebildet. Ein Querschnitt entlang der jeweiligen Längsmittelachse kann dabei unterschiedliche Abmessungen aufweisen. Bspw. können beide Biegestifte eine zylindrische Form mit unterschiedlichem Durchmesser aufweisen. Eine Oberfläche der Biegestifte, die dazu vorgesehen ist das Werkstück zu kontaktieren, kann mit einem Polymermaterial beschichtet sein. Durch die Verwendung des Polymermaterials können bei dem Biegevorgang ggf. auftretende Abdrücke auf dem Werkstück, insbesondere einer auf dem Werkstück aufgebrachten Beschichtung, verringert oder vermieden werden. Ein oder mehrere weitere Drehstifte und/oder ein oder mehrere feststehende Biegestifte können vorgesehen und ggf. auf dem Träger angeordnet sein.
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Das langestreckte Werkstück, bspw. ein Rohr oder ein Draht, insbesondere ein Draht, kann mit einem geringen Spiel zwischen dem ersten Biegestift und zweiten Biegestift angeordnet sein. Vorzugsweise ist das langgestreckte Werkstück, insbesondere der Draht, unmittelbar angrenzend an den ersten Biegestift und zweiten Biegestift angeordnet.
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Das langestreckte Werkstück, bspw. ein Rohr oder ein Draht, insbesondere ein Draht, kann einen beliebigen Querschnitt, bspw. vieleckig, elliptisch oder kreisförmig, vorzugsweise kreisförmig, aufweisen. Das Metall des Drahts kann als elementares Metall, bspw. Kupfer oder Aluminium, oder als Legierung, bspw. als Kuper-Silber Legierung, vorliegen.
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind beide Biegestifte jeweils um deren jeweilige Längsmittelachse drehbar angeordnet. Es wird angenommen, dass bei einem Biegevorgang des zwischen den Biegestiften vorliegenden langgestreckten Werkstücks die auf die Werkstückoberfläche wirkende Kraft gleichmäßiger auf einen größeren Oberflächenabschnitt des Werkstücks verteilt werden kann. Dadurch können unerwünschte Abdrücke auf dem Werkstück, insbesondere einer auf dem Werkstück aufgebrachten Beschichtung, verringert oder vermieden werden. Auch eine bei der Krafteinwirkung auf das langgestreckte Werkstück ggf. auftretende Verformung des Werkstücks kann vermieden werden. Darüberhinaus kann ein Brechen einer vergleichsweise harten oder spröden Beschichtung, bspw. Emaille, verhindert werden. Für die Herstellung des Werkstücks und/oder dessen Beschichtung können neue Materialien, insbesondere weiche, aber auch spröde bzw. brüchige Materialen, bzw. Materialkombinationen hinzugezogen werden.
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Gemäß einer Ausführungsform ist ein Abstand zwischen dem ersten Biegestift und dem zweiten Biegestift einstellbar. Bspw. kann der erster Biegestift in Durchgangsöffnung, die von einem Träger, bspw. einer Platte umfasst ist, angebracht sein und entlang derer bewegt werden. Die Durchgangsöffnung erstreckt sich dabei in einem Winkel von < 90°, vorzugsweise 0°C, zu einer durch die beiden Biegestifte verlaufenden Geraden. Alternativ können beide Biegestifte jeweils in einer durch einen Träger gebildeten Durchgangsöffnung relativ zueinander beweglich angeordnet sein. Dadurch können die Querschnittsabmessungen verschiedener langgestreckter Werkstücke, insbesondere Metalldrähte, berücksichtigt werden. Die Biegevorrichtung wird dadurch vielseitiger einsetzbar.
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Gemäß einer Ausführungsform sind der erste Biegestift und der zweite Biegestift jeweils in einem Wälzlager, vorzugsweise einem Nadellager, drehbar gelagert. Wälzlager, insbesondere Nadellager, zeichnen sich durch eine geringe Reibung und geringen Verschleiß auf. Eine Wartung der Biegevorrichtung kann dadurch vereinfacht werden und/oder in größeren Zeitabständen erfolgen.
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Gemäß einer Ausführungsform weist die Biegevorrichtung einen Motor auf, der zum Drehen des ersten Biegestifts und/oder zweiten Biegestifts angepasst ist. Die Welle des Motors kann beispielsweise an der ersten und/oder zweiten Längsmittelachse anliegen bzw. mit der jeweiligen Längsmittelachse verbunden sein. Vorzugsweise weisen beide Biegestifte jeweils einen Motor auf. Die Verwendung eines Motors ermöglicht die Förderung des langestreckten Werkstücks, insbesondere Drahts, derart, dass eine weitere Position einem Biegevorgang unterzogen werden kann. Darüberhinaus kann die auf das langestreckte Werkstück, insbesondere Draht, einwirkende Kraft und damit der Biegevorgang genau gesteuert werden.
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Gemäß einer Ausführungsform ist der erste und/oder zweite Biegestift drehsymmetrisch um dessen jeweilige Längsmittelachse ausgebildet. Dadurch kann eine gleichmäßige und reproduzierbare Verformung des langgestreckten Werkstücks, insbesondere des Drahts, erreicht werden.
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Gemäß einer Ausführungsform ist ein Querschnitt des ersten und/oder zweiten Biegestifts vieleckig, elliptisch oder kreisförmig. Vieleckige Querschnitte umfassen vorzugsweise Polygone mit entsprechender Kantenlänge, mehr bevorzugt mit 6 oder mehr Ecken, bspw. mit 12 oder mehr Ecken, weiter bspw. mit 18 oder mehr Ecken. Vorzugsweise ist die Biegevorrichtung derart modular aufgebaut, dass die Biegestifte durch andere Biegestifte ersetzt werden können. Hierbei kann ein Satz von Biegestiften bereitgestellt werden, der sich in der Geometrie, d.h. der Querschnittsform, und/oder den Querschnittsabmessungen unterscheidet. Bspw. kann die Querschnittsform beider Biegestifte kreisförmig sein, wobei ein Durchmesser der beiden Querschnitte gleich oder verschieden sein kann.
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Gemäß einer Ausführungsform weist die Biegevorrichtung einen Träger auf, auf dem der erste Biegestift und der zweite Biegestift drehbar angeordnet sind. Der Träger kann bspw. als Platte ausgebildet sein, auf welchem die beiden Biegestifte angeordnet sind. Der Träger kann außerdem ausgestaltet sein das langgestreckte Werkstück, insbesondere den Draht, zu befestigen. Bspw. kann mindestens ein Ende des langgestreckten Werkstücks, insbesondere des Drahts, an dem Träger befestigt sein.
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Gemäß einer Ausführungsform ist der erste Biegestift um die zweite Längsmittelachse und/oder der zweite Biegestift um die erste Längsmittelachse drehbar angeordnet. Der Träger kann bspw. eine erste Platte mit einem ersten Biegestift und eine zweite Platte mit einem zweiten Biegestift umfassen. Die beiden Platten sind derart parallel und voneinander beabstandet angeordnet, dass das langgestreckte Werkstück, insbesondere Draht, zwischen den Platten und zwischen den Biegestiften aufgenommen werden kann. Hierbei können der Träger und die Biegestifte das langgestreckte Werkstück, insbesondere den Draht, derart umgeben bzw. einengen, dass das langgestreckte Werkstück, insbesondere der Draht, bei einem Biegevorgang aus einem Raum zwischen den Biegestiften nicht herausgedrängt werden kann. Mithin können Träger und Biegestifte dazu dienen das langgestreckte Werkstück, insbesondere den Draht, zu fixieren. Alternativ kann der Träger eine Innenkreisplatte und eine komplanar ausgebildete Kreisringplatte umfassen, wobei die Kreisringplatte angrenzend an die Innenkreisplatte angeordnet und bezüglich der Innenkreisplatte gedreht werden kann. Auf einem Mittelpunkt der Innenkreisplatte kann der erste Biegestift und auf der Kreisringplatte kann der zweite Biegestift angeordnet sein. Durch Drehung der Innenkreisplatte bzgl. der Kreisringplatte kann eine einstellbare Kraft zum Verformen des langgestreckten Werkstücks, insbesondere Drahts, bereitgestellt werden. Weiterhin kann auf der Innenkreisplatte und/oder der Kreisringplatte eine in einem Radiusabschnitt vorliegende Durchgangsöffnung ausgebildet sein, in welcher der erste und/oder zweite Biegestift in Radialrichtung beweglich angeordnet ist. Hierdurch kann der Abstand zwischen den beiden Biegestiften eingestellt werden. Alternativ kann der Träger einen erste Kreisplatte mit einem in einem Mittelpunkt davon angeordneten ersten Biegestift und eine zweite Kreisplatte mit einem in einem Mittelpunkt davon angeordneten zweiten Biegestift umfassen. Die beiden Kreisplatten sind derart parallel und voneinander beabstandet angeordnet, dass zwischen den Kreisplatten und zwischen den Biegestiften das langgestreckte Werkstück, insbesondere Draht, aufgenommen werden kann. Weiterhin kann auf der ersten Kreisplatte und/oder der zweiten Kreisplatte eine in einem Radiusabschnitt vorliegende Durchgangsöffnung ausgebildet sein, in welcher der erste und/oder zweite Biegestift in Radialrichtung beweglich angeordnet ist. Die beiden Kreisplatten können derart übereinander und mit den Biegestiften dazwischen angeordnet sein, dass der Umfangsrand einer Kreisplatte die Längsmittelachse der anderen Kreisplatte schneidet. Auf diese Art kann die Biegevorrichtung eine kompakte Anordnung aufweisen. Ein vereinfachter Zugang zu beiden Lagern, bspw. Wälzlagern der Biegestifte und ggf. vorhandener weiteren Komponenten, bspw. einem Motor zum Drehen eines Biegestifts kann bereitgestellt werden. Sofern ein Biegestift verschiebbar in einer Durchgangsöffnung vorliegt, kann eine einfache Einstellung des Abstands der Biegestifte ermöglicht werden.
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Gemäß einer Ausführungsform weist der Draht eine elektrisch isolierende Ummantelung auf. Die elektrisch isolierende Ummantelung bzw. Isolationsschicht kann den Draht vollständig oder teilweise umgeben. So kann ein mit Isolationsschicht versehener Draht bspw. an den Enden davon abisoliert sein. Die Isolationsschicht kann bspw. als elektrisch nichtleitende Kunststoffschicht, bspw. als Lack, oder als Emaille vorliegen. Der Draht kann als Metall, beispielsweise als elementares Metall, insbesondere Kupfer oder Aluminium, oder als Legierung, bspw. als Kupfer-Silber Legierung, vorliegen. Im Rahmen des Biegevorgangs mit der vorliegenden Biegevorrichtung wird die elektrisch isolierende Ummantelung nicht oder lediglich geringfügig beeinträchtigt bzw. beschädigt. Störende Abdrücke auf der isolierenden Ummantelung können zumindest teilweise vermieden werden.
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Gemäß einer Ausführungsform wird eine Wickelmaschine für eine Spule einer E-Maschine mit einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung bereitgestellt. Derartige Spulenwickelmaschinen bzw. Drahtwickelmaschinen bzw. Wickelanlagen sind im Stand der Technik bekannt. Die Wickelmaschine ist vorzugsweise für die Erstellung von Steckspulen, insbesondere Hairpins, für Statoren von elektrischen Motoren, insbesondere Traktionsmotoren für Elektrofahrzeuge, oder Generatoren angepasst. Bei der Hairpin Technologie werden bspw. Steckspulen aus U-förmig gebogenen, lackierten Kupferflachdrähten in die Statornuten des Blechpakets eingefügt. Die erfindungsgemäße Biegevorrichtung ist für diese Herstellung von Hairpins mit U-Geometrie aufgrund der Verwendung lackierter Kupferdrähte besonders bevorzugt, bei welchen, aufgrund der Verwendung der erfindungsgemäßen Biegevorrichtung, keine oder lediglich geringfügige Abdrücke auf dem Lack der Kupferdrähte verbleiben. Eine Beschädigung der lackierten Kupferdrähte im Rahmen des Biegevorgangs kann somit vermieden werden.
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Gemäß einer Ausführungsform wird ein Verfahren zum Biegen eines langgestreckten Werkstücks, insbesondere eines Drahts, mit einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung bereitgestellt. Das Verfahren weist auf: Bereitstellen eines langgestreckten Werkstücks zwischen dem ersten Biegestift und dem zweiten Biegestift, und Beaufschlagen des langgestreckten Werkstücks mit einer Kraft in einer Richtung schräg zu einer Verlaufsrichtung des langgestreckten Werkstücks und in Richtung zu der ersten Längsmittelachse und/oder der zweiten Längsmittelachse. Die auf das langgestreckte Werkstück einwirkende Kraft wirkt somit zumindest teilweise derart, dass das langgestreckte Werkstück gegen einen der Biegestifte gedrückt und um diesen gebogen wird. Die drehbare Lagerung des erstem Biegestifts um die erste Längsmittelachse und des zweiten Biegestift um die zweite Längsmittelachse ermöglicht, insbesondere für eine Herstellung von Hairpins mit U-Geometrie, den Erhalt gebogener Werkstücke, insbesondere gebogener Drähte, mit intakter Beschichtung.
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Eine im Wesentlichen parallele Anordnung des ersten und zweiten Biegestifts kann eine schräge Ausrichtung der ersten und zweiten Längsmittelachse zueinander, bspw. in einem Winkel von weniger als 45°, bspw. weniger als 30°, weniger als 20°, weniger als 15°, weniger als 10°, weniger als 5°, oder weniger als 1°, umfassen. Vorzugsweise sind die ersten und zweiten Längsmittelachsen parallel ausgerichtet.
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Ein geringes Spiel mit welchem das langestreckte Werkstück, bspw. ein Rohr oder ein Draht, insbesondere ein Draht, zwischen dem ersten Biegestift und zweiten Biegestift angeordnet sein kann, betrifft ein Spiel von weniger als 50%, bspw. weniger als 25%, weniger als 10%, oder weniger als 5%, einer Querschnittabmessung des langestreckte Werkstücks, bspw. eines Rohr oder eines Drahts, insbesondere eines Drahts. Mithin gilt A = S + Q, wobei A der Abstand der beiden Biegestifte, S das Spiel bzw. den Freiraum zwischen dem langestreckte Werkstück, bspw. einem Rohr oder einrm Draht, insbesondere einem Draht, und den Biegestiften und Q die Querschnittsabmessung des langestreckten Werkstücks, bspw. eines Rohr oder eines Drahts, insbesondere eines Drahts, ist. Vorzugsweise ist kein Spiel vorhanden und das langestreckte Werkstück, bspw. ein Rohr oder ein Draht, insbesondere ein Draht, liegt angrenzend an die beiden Biegestifte vor.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand von in den Figuren dargestellten Ausführungsformen beispielhaft erläutert.
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Es zeigen:
- 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Biegevorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform,
- 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Biegevorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform, und
- 3 zeigt eine schematische Draufsicht auf die Biegevorrichtung der 2.
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Gleiche Gegenstände, Funktionseinheiten und vergleichbare Komponenten sind figurenübergreifend mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Diese Gegenstände, Funktionseinheiten und vergleichbaren Komponenten sind hinsichtlich ihrer technischen Merkmale identisch ausgeführt, sofern sich aus der Beschreibung nicht explizit oder implizit etwas anderes ergibt.
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1 zeigt eine schematische Darstellung einer Biegevorrichtung 10 gemäß einer ersten Ausführungsform. Die Biegevorrichtung 10 weist einen ersten Biegestift 12 und einen zweiten Biegestift 18 auf. Die Biegestifte 12, 18 weisen im vorliegenden Fall eine zylindrische Form mit identischen Abmessungen auf und sind aus herkömmlichen Werkzeugstahl gebildet. Der erste Biegestift 12 ist in einer ersten Biegeeinheit 52 mit einer erster Axiallagerung 42 und einem ersten Nadellager 32 entlang einer ersten Längsmittelachse 14 in einer Drehrichtung 16 drehbar aufgenommen. Entsprechend ist der zweite Biegestift 18 in einer zweiten Biegeeinheit 58 mit einer zweiten Axiallagerung 48 und einem zweiten Nadellager 38 entlang einer zweiten Längsmittelachse 20 in der Drehrichtung 16 drehbar aufgenommen. Die Biegevorrichtung 10 weist ferner einen als erste Axialfixierung 78 und zweite Axialfixierung 68 ausgestalteten Träger 60 auf, über den die Biegevorrichtung 10 bspw. in eine (nicht gezeigte) Wickelmaschine für eine Spule einer E-Maschine aufgenommen ist. Hierbei sind eine erste Axialfixierung 78 und eine zweite Axialfixierung 68 des Trägers 60 derart parallel und voneinander beabstandet angeordnet, dass ein im vorliegenden Fall als Draht ausgestaltetes langgestrecktes Werkstück 22 zwischen die erste und zweite Axialfixierungen 78, 68 und zwischen die Biegestifte 12, 18 aufgenommen werden kann.
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Der 1 kann weiterhin entnommen werden, dass zwischen den parallel ausgerichteten Biegestiften 12, 18 ein als Kupferdraht ausgestaltetes langestrecktes Werkstück 22 vorliegt. Bei (nicht gezeigter) Krafteinwirkung auf langestreckte Werkstück 22 kann dieses nun um einen oder beide Biegestifte 12, 18 gebogen werden. Aufgrund der drehbaren Ausgestaltung der Biegestifte 12, 18 um die jeweiligen Längsmittelachsen 14, 20 können sich die Biegestifte 12, 18 bei Krafteinwirkung drehen, wodurch ein Entstehen einer Beschädigung, bspw. eines Abdrucks auf einem im Vergleich zu dem Material der Biegestifte 12, 18 weichen Materials, des langgestreckten Werkstücks 22 vermieden werden. Die Anordnung der Biegestifte 12, 18 und Axialfixierungen 78, 68 um das langgestreckte Werkstück 22 ermöglicht außerdem dessen partielle oder vollständige Fixierung in der Biegevorrichtung 10 während des Biegevorgangs.
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Unter Bezug auf 2 wird eine schematische Seitenansicht einer Biegevorrichtung 10 gemäß einer weiteren Ausführungsform gezeigt. Im vorliegenden Fall sind zwei Biegestifte 12, 18 auf einem Träger 60 mit einer Innenkreisplatte 62 und einer Kreisringplatte 64 drehbar angeordnet. So ist der erste Biegestift 12 auf einer Innenkreisplatte 62 um die erste Längsmittelachse 14 in Drehrichtung 16 drehbar angeordnet. Beabstandet und parallel zu dem ersten Biegestift 12 liegt ein zweiter Biegestift 18 auf einer Kreisringplatte 64 um die zweite Längsmittelachse 14 in Drehrichtung 16 drehbar angeordnet vor. Die Innenkreisplatte 62 und die Kreisringplatte 64 sind dabei komplanar derart angeordnet, dass die Innenkreisplatte 62 und Kreisringplatte 64 um eine gemeinsame Drehachse 66 in die Drehrichtung 16 gedreht werden können. Die Innenkreisplatte 62 und die Kreisringplatte 64 können im vorliegenden Fall durch einen (nicht gezeigten) Motor bezüglich einander gedreht werden, wodurch zwischen den Biegestiften 12, 18 und dem Träger 60 ein, als Draht ausgestaltetes, langgestrecktes Werkstück 22 aufgenommen und durch entsprechende Drehung der Innenkreisplatte 62 bzgl. der Kreisringplatte 64 gebogen werden kann.
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Unter weiterem Bezug auf 3 wird eine schematische Draufsicht auf die Biegevorrichtung 10 der 2 gezeigt. 3 kann entnommen werden, dass die Innenkreisplatte 62 eine radial ausgerichtete Durchgangsöffnung 70 aufweist entlang derer der erste Biegestift 12 entlang eines linearen Verschiebewegs 72 in Richtung auf die gemeinsame Drehachse 66 oder die Kreisringplatte 64 derart verschoben werden kann, dass das, als Draht ausgestaltete, langgestreckte Werkstück 22 passgenau, d.h. ohne Spiel, zwischen die Biegestifte 12, 18 aufgenommen werden kann. Durch ein Drehen der Innenkreisplatte 62 bzgl. der Kreisringplatte 64 wird das passgenau zwischen den Biegestiften 12, 18 aufgenommene, als Draht ausgestaltete, langgestreckte Werkstück 22 gleichzeig gegen die beiden Biegestifte 12, 18 gedrückt. Die beiden Biegestifte 12, 18 können dabei um deren jeweilige Längsmittelachse 14, 20 unabhängig voneinander gedreht werden, wodurch ein durch die Biegestifte 12, 18 vermittelter Abdruck auf dem als Draht ausgestalteten, langgestreckten Werkstück 22 zumindest teilweise vermieden werden kann.
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Bezugszeichen
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- 10
- Biegevorrichtung
- 12
- erster Biegestift
- 14
- erste Längsmittelachse
- 16
- Drehrichtung
- 18
- zweiter Biegestift
- 20
- zweite Längsmittelachse
- 22
- langestrecktes Werkstück
- 32
- erstes Nadellager
- 38
- zweites Nadellager
- 42
- erste Axiallagerung
- 48
- zweite Axiallagerung
- 52
- erste Biegeeinheit
- 58
- zweite Biegeeinheit
- 60
- Träger
- 62
- Innenkreisplatte
- 64
- Kreisringplatte
- 66
- Drehachse
- 68
- zweite Axialfixierung
- 78
- erste Axialfixierung
- 70
- Durchgangsöffnung
- 72
- linearer Verschiebeweg
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 11 2010 000 029 T5 [0005]