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Die Erfindung betrifft einen Elektromotor, der einen Stator sowie eine Verschalteinheit zum Verschalten von Spulen des Stators miteinander und/oder mit Phasenanschlüssen der Verschalteinheit aufweist. Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Kältemittelverdichter mit einem solchen Elektromotor.
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Ein solcher Kältemittelverdichter umfasst zweckmäßig eine Elektronik mit einer Brückenschaltung zur Steuerung und/oder zur Bestromung der Spulen des Stators. Die Phasenzweige der Brückenschaltung sind hierbei mit jeweils einem Phasenanschluss der Verschalteinheit elektrisch kontaktiert.
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Der Kältemittelverdichter umfasst weiterhin eine Verdichtereinrichtung, welche beispielsweise als ein Scroll-Paar ausgebildet ist, und anhand welcher ein Kältemittel verdichtet wird. Je nach Ausgestaltung des Kältemittelverdichter wird die Verschalteinheit sowie der Stator bei Betrieb des Kältemittelverdichters von dem Kältemittel umströmt. Das Kältemittel kann dabei elektrisch leitfähig sein.
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Folglich ist die Elektronik in einem Elektronikfach eines Gehäuses untergebracht, das fluiddicht gegen ein den Stator und die Verschalteinheit aufnehmendes Motorfach des Gehäuses abgedichtet ist. Zur Kontaktierung der Elektronik mit den Phasenanschlüssen sind Leiter vorgesehen, die sich vom Elektronikfach in das Motorfacherstrecken.
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Aufgrund einer bauraumsparenden Ausgestaltung des Kältemittelverdichters, und insbesondere dessen Verschalteinheit, ist eine stoffschlüssige Verbindung der Phasenanschlüsse mit dem jeweiligen Leiter im Zuge der Montage erschwert oder nicht möglich.
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Aus der
DE 10 2019 109 393 A1 ist eine Leiterplattendurchführung zum Führen eines elektrischen Leiters in einem Durchbruch durch eine Leiterplatte bekannt, wobei die Leiterplattendurchführung einen Träger aus einem Kunststoffmaterial mit einer durchgehenden, im Wesentlichen hohlzylinderförmigen Aufnahme und ein in der Aufnahme angeordnetes im Wesentlichen ringförmiges Federelement aus einem Metallmaterial aufweist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Montage des Elektromotors zu erleichtern.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Elektromotor mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch einen Kältemittelverdichter mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche. Die Ausführungen im Zusammenhang mit dem Elektromotor gelten dabei sinngemäß auch für den Kältemittelverdichter und umgekehrt.
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Der Elektromotor ist vorzugsweise als ein bürstenloser Elektromotor ausgeführt und/oder für einen Kältemittelverdichter vorgesehen und eingerichtet. Der Elektromotor weist einen Stator auf. Geeigneter Weise umfasst dieser ein Statorblechpaket, dessen Statorzähne jeweils eine Spulen tragen, wobei jede der Spulen zweckmäßig aus Isolierdraht gewickelt ist. Der Elektromotor umfasst weiterhin eine (Schalteinheit) Verschalteinheit mit, beispielsweise als Stanzgitter ausgebildeten, Leiterbahnen, welche zum Verschalten der Spulen in einer vorbestimmten Weise mit den Spulenenden (Wickeldrahtenden) der Spulen und/oder mit Phasenanschlüssen der Verschalteinheit elektrisch kontaktiert sind. Die Leiterbahnen sind zweckmäßig anhand eines Leiterbahnträgers gehalten und zueinander elektrisch isoliert. Der Leiterbahnträger ist beispielsweise anhand einer Kunststoffumspritzung der Leiterbahnen gebildet. Die Verschalteinheit ist also vorzugsweise als ein Kunststoff-Spritzgussteil mit einem integrierten, also umspritzten, Stanzgitter ausgeführt.
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Unter „Axialrichtung“ wird hier und im Folgenden insbesondere eine Richtung verstanden, die parallel (koaxial) zur Drehachse des Elektromotors, insbesondere dessen Rotors, ist.
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Die Verschalteinheit ist in Axialrichtung über dem Stator, mit anderen Worten an einer axialen Stirnseite des Stators angeordnet und vorzugsweise mit diesem gefügt.
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Weiterhin umfasst der Elektromotor eine Elektronik, die zum Bereiben des Stators, insbesondere zum Bestromen der Spulen des Stators, eingerichtet ist. Zweckmäßig umfasst die Elektronik hierzu eine Brückenschaltung mit Halbleiterschaltern, welche mittels einer PWM-Ansteuerung betätigt werden.
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Der Elektromotor umfasst weiterhin ein Gehäuse. Dabei ist die Elektronik ist zum Schutz vor Umwelteinflüssen (Verschmutzungen, Feuchtigkeit) und/oder, sofern der Elektromotor für einen Kältemittelverdichter vorgesehen ist, zum Schutz vor einem Kältemittel in einem Elektronikfach des Gehäuses aufgenommen. Der Stator, die Verschalteinheit und der Rotor des Elektromotors ist in einem Motorfach des Gehäuses aufgenommen, wobei das Elektronikfach und das Motorfach eine gemeinsame Gehäusezwischenwand aufweisen. Zusammenfassend umfasst das Gehäuse ein Elektronikfach für die Elektronik sowie ein Motorfach für den Stator und für die Verschalteinheit. Der vom Elektronikfach umfasste Aufnahmebereich für die Elektronik ist also anhand der Gehäusezwischenwand von dem vom Motorfach umfassten Aufnahmebereich für den Stator und für die Verschalteinheit, insbesondere fluiddicht, getrennt.
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Zweckmäßiger Weise ist das Elektronikfach in Axialrichtung über dem Stator und/oder über der Verschalteinheit angeordnet. Folglich ist die Gehäusezwischenwand in Axialrichtung zwischen der Elektronik und dem Stator bzw. der Verschalteinheit angeordnet.
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Der Elektromotor umfasst weiterhin im Folgenden als Durchführungsleiter oder als Kontaktpin bezeichnete Leiterelemente, welche durch die Gehäusezwischenwand durchgeführt sind, also diese durchragen. Zweckmäßigerweise sind die Durchführungsleiter mit der Elektronik, insbesondere mit jeweils einer Phase (einem Phasenzweig) der Brückenschaltung, elektrisch verbunden. Beispielsweise sind die Durchführungsleiter aus Edelstahl gebildet.
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Geeigneter Weise sind die Durchführungsleiter stiftförmig ausgebildet und/oder erstrecken sich in Axialrichtung durch eine gemeinsame oder vorzugsweise durch jeweils eine lochartige Aussparung (Durchführung) der Gehäusezwischenwand. Die Durchführungsleiter sind anhand einer Dichtung, insbesondere anhand einer Glasdichtung, fluiddicht in der bzw. in der jeweiligen Aussparung gehalten. Dabei sind die Durchführungsleiter anhand der Dichtung elektrisch gegen die Gehäusezwischenwand isoliert.
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Jeder der Phasenanschlüsse ist als ein Federkontaktelement ausgebildet, welches dazu vorgesehen und eingerichtet ist, einen Steckkontakt mit dem jeweiligen Durchführungsleiter zu bilden. Jedes der Federkontaktelemente weist weiterhin eine Lasche auf, die in einem Klemmschlitz einer der Leiterbahnen der Verschalteinheit klemmend gehalten ist. Jedes der Federkontaktelemente ist elektrisch leitend. Auf diese Weise ist die Leiterbahn und der jeweiligen Durchführungsleiter anhand des Federkontaktelements elektrisch kontaktiert.
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Gemäß einer geeigneten Ausgestaltung ist der jeweilige Klemmschlitz als eine, insbesondere nut-förmige, Aussparung, also als eine Vertiefung, der Leiterbahn ausgebildet. Gemäß einer alternativen Ausgestaltung ist der jeweilige Klemmschlitz anhand von zwei Fortsätzen der Leiterbahn gebildet, wobei die Fortsätze parallel zueinander orientiert sind und sich vorzugsweise in Axialrichtung erstrecken.
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Im Zuge der Montage des Elektromotors erfolgt eine Kontaktierung der Phasenanschlüsse mit dem jeweiligen Durchführungsleiter also durch einen Steckvorgang. Eine derartige Steckkontaktierung ist dabei vorteilhaft, insbesondere bei vergleichsweise geringem Bauraum, relativ einfach durchzuführen.
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Gemäß einer geeigneten Ausgestaltung des Elektromotors ist der jeweilige Klemmschlitz in der entsprechenden Leiterbahn durchgehend in einer Richtung senkrecht zur Axialrichtung, insbesondere durchgehend in einer Richtung senkrecht zu einer parallel zur Axialrichtung orientierten Mittelachse des jeweiligen Phasenanschlusses, insbesondere des Federkontaktelements. Zweckmäßig durchragen im Montagezustand die Laschen die jeweilige Aufnahme in dieser Richtung. Somit ist eine besonders zuverlässige Klemmung und elektrische Kontaktierung realisiert.
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Zweckmäßig ist jeder der Klemmschlitze in Axialrichtung offen. Mit anderen Worten ist die Aufnahme nicht durch einen Abschnitt der Leiterbahn in Axialrichtung verdeckt. Somit ist es ermöglicht die Lasche in einer Richtung parallel zur Axialrichtung, nämlich in einer Richtung von der Verschalteinheit zum Stator, in die jeweilige Aufnahme einzustecken. Vorzugsweise erstrecken sich die Laschen im Montagezustand in einer Ebene senkrecht zur Axialrichtung. Auf diese Weise ist jeweils ein bauraumsparende Ausgestaltung der Kontaktierung zwischen dem Federkontaktelement und der jeweiligen Leiterbahn erreicht.
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Zusammenfassend sind zur Bildung der Steckkontaktierung die Durchführungsleiter in das jeweilige Federkontaktelement eingesteckt. Im Zuge der Montage werden zunächst die Federkontaktelemente mit dem jeweiligen Leiterelement durch Einstecken, insbesondere durch Einklemmen, dessen Laschen in einer Richtung parallel zur Axialrichtung in den entsprechenden Klemmschlitz gefügt. Die Durchführungsleiter werden anschließend, insbesondere in einer Richtung parallel zur Axialrichtung, in die Federkontakte eingesteckt. Insbesondere wird hierbei der Stator zusammen mit der Verschalteinheit in Axialrichtung verstellt.
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Bevorzugt weist die Lasche weist dabei eine Breite auf, die geringfügig größer ist als die Breite der Aufnahme. Folglich wird die Lasche zumindest geringfügig beim Einklemmen verformt. Es erfolgt also eine Kontaktbildung zwischen der Lasche und der Leiterbahn nach Art eines Schneid-Klemm-Kontaktes, wobei hier jedoch keine Isolierung durchtrennt wird.
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Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung weist das jeweilige Federkontaktelement einen ebenen, insbesondere kreisförmigen, Grundabschnitt auf. Im Montagezustand ist dieser Grundabschnitt zweckmäßig senkrecht zur Axialrichtung orientiert. An diesen ist die die Lasche angeformt ist. Zweckmäßig erstreckt sich die Lasche dabei in der Grundabschnitt aufgespannten Ebene. Zudem sind an den Grundabschnitt federelastische Kontaktarme angeformt sind, welche eine buchsenartige Steckaufnahme für den jeweiligen Durchführungsleiter bilden. Insbesondere erstrecken sich die Kontaktarme hierzu in oder im Wesentlichen in Axialrichtung vom Grundabschnitt ausgehend, wobei die Kontaktarme unter Bildung der Steckaufnahme einen Aufnahmeraum für den Durchführungsleiter käfigartig umfassen. Die Steckaufnahme ist insbesondere derart ausgebildet, dass der Durchführungsleiter in Axialrichtung in die Steckaufnahme eingesteckt werden kann.
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Zweckmäßiger weise sind die Kontaktarme federelastisch in eine Richtung senkrecht zur Axialrichtung, insbesondere zu oder von einer Mittelachse der Steckaufnahme, mit anderen Worten senkrecht zur Einsteckrichtung, verformbar. Im Montagezustand liegen die Kontaktarme am jeweiligen Durchführungsleiter an, wobei die Kontaktarme in federelastisch gegen diesen verspannt sind.
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Aufgrund der federelastischen Ausgestaltung der Kontaktarme ist besonders vorteilhaft ein Toleranzausgleich für die Position der Durchführleiter relativ zum Phasenanschluss realisiert.
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Zusammenfassend ist anhand der Federkontaktelemente jeweils eine federnde Steckverbindung mit Toleranzausgleich gebildet. Eine solche Steckverbindung ist vorteilhaft zerstörungsfrei und/oder werkzeugfrei lösbar.
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Gemäß einer geeigneten Ausgestaltung des Elektromotors ist derjenige Abschnitt der jeweiligen Leiterbahn, welcher den Klemmschlitz aufweist, manschettenartig ausgebildet und erstreckt sich in Axialrichtung. Also fasst dieser Abschnitt der Leiterbahn einen Aufnahmebereich für das Federkontaktelement, insbesondere für dessen Grundabschnitt, ein. Mit anderen Worten ist dieser Abschnitt im Wesentlichen hohlzylinderförmig ausgebildet, wobei der Hohlzylinder einen Kreis oder ein, vorzugsweise regelmäßiges, Vieleck als Grundfläche aufweist, und dessen (Zylinder-)Achse parallel zur Axialrichtung ist.
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Alternativ oder vorzugsweise zusätzlich hierzu sind entlang des Umfangs dieses Abschnitts der Leiterbahn weitere Klemmschlitze für weitere Laschen des Federkontaktelements angeordnet. Diese weiteren Laschen sind in analoger Weise in den weiteren Klemmschlitzen klemmend gehalten. Also ist das Federkontaktelement an mehreren Stellen klemmend an der Leiterbahn gehalten und mit dieser elektrisch kontaktiert.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das Federkontaktelement und/oder der den Klemmschlitz aufweisende Abschnitt der Leiterbahn von einem auch als Dom bezeichneten manschettenartigen Fortsatz umschlossen, der an den Leiterbahnträger der Verschalteinheit angeformt ist und sich in Axialrichtung erstreckt. Also umfasst der manschettenartige Fortsatz des Leiterbahnträgers das Federkontaktelement und/oder den Klemmschlitz aufweisenden Abschnitt der Leiterbahn. Mit anderen Worten sind das Federkontaktelement und/oder der den Klemmschlitz aufweisende Abschnitt der Leiterbahn in einer Ebene senkrecht zur Axialrichtung vollständig innerhalb des manschettenartigen Fortsatz angeordnet.
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Dieser Fortsatz dient dabei dem Schutz der Steckverbindung zwischen dem Federkontaktelement und dem Durchführungsleiter. Zweckmäßig ist dabei eine Dichtung, insbesondere eine Lippendichtung vorgesehen, die den jeweiligen Durchführungsleiter umfasst, und den Dom fluiddicht verschließt.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Kältemittelverdichter, welcher einen Elektromotor in einer der oben genannten Varianten aufweist. Der Kältemittelverdichter wird auch als elektrischer oder als elektromotorischer Kältemittelverdichter bezeichnet. Der Elektromotor dient insbesondere dazu, eine Verdichtereinrichtung, beispielsweise einen Scroll eines Scroll-Paares anzutreiben. Beispielsweise ist die Verdichtereinrichtung oder ein Teil davon, insbesondere der feststehende Scroll des Scroll-Paares, im Motorfach aufgenommen.
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Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- 1 schematisch in einer Schnittansicht einen Kältemittelverdichter, der einen Elektromotor mit einem Stator und mit einer Verschalteinheit aufweist,
- 2 ausschnittsweise in einer Schnittansicht den Kältemittelverdichter, wobei Durchführungsleiter mit jeweils einem Phasenanschluss der Verschalteinheit steckkontaktiert ist,
- 3a in perspektivischer Ansicht einen der als Federkontaktelement ausgebildeten Phasenanschluss, welches eine Lasche aufweist, die in einem Klemmschlitz einer zugeordneten Leiterbahn der Verschalteinheit aufgenommen ist,
- 3b in einer Seitenansicht eines der an der jeweiligen Leiterbahn gehaltene Federkontaktelement,
- 3c in einer Draufsicht das an der Leiterbahn gehaltene Federkontaktelement der 3b,
- 3d eine Schnittansicht durch die im Klemmschlitz klemmend gehaltenen Lasche gemäß der Schnittebene IIId der 3c,
- 4a eines der Federkontaktelemente in perspektivischer Ansicht mit Blick auf dessen Grundabschnitt, an welchen die Laschen angeformt sind,
- 4b eines der Federkontaktelemente in perspektivischer Ansicht mit Blick auf die anhand dessen federelastischen Kontaktarmen gebildete buchsenartige Steckaufnahme, und
- 5 in einer perspektivischen Ansicht eine alternative Ausgestaltung des Phasenanschlusses, wobei der Klemmschlitz der Leiterbahn als eine Aussparung der Leiterbahn ausgebildet sind.
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Einander entsprechende Teile und Größen sind in allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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In der 1 ist schematisch ein elektromotorischer Kältemittelverdichter 2 in einem Längsschnitt gezeigt. Der Kältemittelverdichter 2 weist einen Elektromotor 4 auf, welcher hier ein bürstenloser Gleichstrommotor ist, und eine Verdichtereinrichtung 6, insbesondere einen Scroll eines Scroll-Paares, drehantreibt. Die Verdichtereinrichtung 6 dient dazu, Kältemittel zu verdichten. Das anhand der Verdichtereinrichtung 6 verdichtete Kältemittel wird einem Ölabscheider 8 zugeführt und strömt über einen Kältemittelauslass 10 ab.
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Ein Rotor 16 des Elektromotors 4 umfasst eine Anzahl an Permanentmagneten (nicht weiter dargestellt) und ist mittels einer (Rotor-) Welle 18 um eine Rotationsachse R drehbar gelagert.
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Ein Stator 20 des Elektromotors 4 umfasst ein Blechpaket, welches eine Anzahl an Spulen 22 trägt, die in nicht näher dargestellter Weise jeweils aus einem Spulendraht (Wicklungsdraht, Isolierdraht) gewickelt sind. Die Spulendrahtenden 24 der Spulen 22 sind anhand einer Verschalteinheit 26 des Elektromotors 4 miteinander in vorbestimmter Weise verschaltet, beispielsweise sind die Spulen 22 entsprechend einer Stern- oder Dreiecksschaltung verschaltet. Hierzu umfasst die Verschalteinheit 26 Leiterbahnen 28, welche in einer als Leiterbahnträger 30 bezeichneten Kunststoff-Umspritzung aufgenommen sind.
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Die auch als Verschaltungsring oder als Verschaltungseinheit bezeichnete Verschalteinheit 26 ist in Axialrichtung A über dem Stator 20 angeordnet und in nicht näher dargestellter Weise mit diesem gefügt. Unter der Axialrichtung A wird hier und im Folgenden eine Richtung parallel (koaxial) zur Rotationsachse R des Elektromotors 4 vom Stator 20 zur Verschalteinheit 26 verstanden.
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Der Kältemittelverdichter 2, insbesondere dessen Elektromotor 4, umfasst ein Gehäuse 11. Der Stator 20, der Rotor 16 sowie die Verschalteinheit 26 des als Innenläufer ausgebildete Elektromotors 4 ist dabei ein einem Motorfach 12 des Gehäuses 11 aufgenommen. Das Gehäuse 11 weist weiterhin einen Kältemitteleinlass 14 für das Kältemittel auf.
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Der Ölabscheider 8 ist in einem als Verdichterkopfgehäuse bezeichneten Gehäuseteil angeordnet, welches mit dem Elektronikfach 12 gefügt ist.
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Eine Elektronik 34 zum Betreiben und/oder zum Steuern des Elektromotors 4, insbesondere zur Bestromung der Spulen 22 des Stators, ist ein einem Elektronikfach 36 des Gehäuses 11 aufgenommen, wobei das Elektronikfach 36 in Axialrichtung A über dem Stator 20 und über der Verschalteinheit 26 angeordnet ist. Also ist die Verschalteinheit 26 in Axialrichtung A zwischen der Elektronik 34 und dem Stator 20 angeordnet. Das Elektronikfach 36 und das Motorfach 12 sind anhand einer gemeinsamen Gehäusezwischenwand 38 fluiddicht voneinander getrennt (entkoppelt), wobei zur Kontaktierung der Elektronik 34 mit den Phasenanschlüssen 32 der Verschalteinheit 26 Durchführungsleiter 40 durch die Gehäusezwischenwand 38 ragen. Hierzu sind die beispielsweise aus Edelstahl gebildeten Durchführungsleiter 40 in jeweils durch eine lochartige Aussparung 42 gebildete Durchführung der Gehäusezwischenwand 38 geführt, wobei eine Glasdichtung 44 den jeweiligen Durchführungsleiter 40 fluiddicht und elektrisch isolierend gegenüber der Gehäusezwischenwand 38 in der Aussparung 42 hält. Die stiftförmigen, also zylinderförmigen Durchführungsleiter 40 erstrecken sich dabei in Axialrichtung A, mit anderen Worten ist eine Mittelachse des jeweiligen Durchführungsleiters 34 parallel zur Axialrichtung A. Die Durchführungsleiter 40 sind im Elektronikfach 36 in nicht näher dargestellter Weise mit der Elektronik 34 elektrisch verbunden.
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Die Elektronik 34 umfasst zweckmäßig eine Brückenschaltung für das Betreiben des Elektromotors 4 und eine Steuereinrichtung hierzu. Weiterhin ist die Elektronik 34 mit einer kältemittelverdichterexternen Strom- oder Spannungsquelle (nicht dargestellt) verbunden.
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Zur Kühlung wird der Elektromotor 4 im Betrieb beispielsweise vom Kältemittel und/oder einem Motorfluid (Motoröl) umspült. Anhand der fluiddichten Trennung des Elektronikfachs 36 vom Motorfach 12 ist die Elektronik vor einer Beschädigung geschützt.
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Die Verschalteinheit 26 umfasst weiterhin in der 1 lediglich schematisch dargestellte Phasenanschlüsse 32, welche jeweils mit einem der Durchführungsleiter 40 steckkontaktiert und somit elektrisch verbunden sind. Insbesondere sind die Phasenanschlüsse 32 auf die Durchführungsleiter 40 in Axialrichtung A aufgesteckt.
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Wie insbesondere in den 2 bis 5 erkennbar ist, ist jeder der Phasenanschlüsse 32 als ein Federkontaktelement (Federkontaktelement 32) ausgebildet. Jedes der Federkontaktelemente 32 umfasst einen ebenen, hier beispielhaft kreisförmigen, Grundabschnitt 46, an welchem Laschen 48 angeformt sind. Die Laschen 48 sind dabei in der vom Grundabschnitt 46 aufgespannten Ebene angeordnet, wobei sich diese bezüglich einer Mittelachse M des Federkontaktelements, insbesondere des Grundabschnitts 46, radial nach außen, also senkrecht zu Mittelachse M, erstrecken.
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Jedes der Federkontaktelemente 32 ist mit einer der Leiterbahnen 28 der Verschalteinheit 36 elektrisch und mechanisch kontaktiert. Hierzu umfassen diese Leiterbahnen 28 Klemmschlitze 50, in welchen die Laschen des zugeordneten Federkontaktelements 32 aufgenommen und klemmend gehalten sind. Hierzu sind die Laschen 48 entgegen der Axialrichtung A in den jeweiligen Klemmschlitz eingesteckt, insbesondere eingedrückt. Hierzu sind die Klemmschlitze in Axialrichtung A offen.
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Gemäß einer ersten Ausgestaltung des Kältemittelverdichters 2 gemäß der 2 bis 3d ist jeder der Klemmschlitze 50 mittels zwei Fortsätzen 52 der jeweiligen Leiterbahn 28 gebildet. Diese erstrecken sich von der Leiterbahn 28 in Axialrichtung. Dabei verlaufen diese parallel und beabstandet zueinander, wobei zwischen den Klemmschlitz 50 eine Klemmaufnahme für eine der Laschen 48 angeordnet ist.
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Gemäß der alternativen Ausgestaltung gemäß der 5 sind die Klemmschlitze 50 jeweils als eine Aussparung der jeweiligen Leiterbahn 28 ausgebildet.
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In beiden Varianten ist der jeweilige Klemmschlitz 50 durchgehend in einer Richtung senkrecht zur Axialrichtung A, insbesondere in einer Richtung senkrecht zur Mittelachse M. Im Montagezustand durchragen die Laschen 48 den jeweiligen Klemmschlitz 50.
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Wie insbesondere in den 3a, 3c und 5 erkennbar ist, ist derjenige Abschnitt der Leiterbahn 28, welcher die Klemmschlitze 50 aufweist, manschettenartig ausgebildet. Dieser Abschnitt erstreckt sich in Axialrichtung und umfasst einen Aufnahmeraum für den Grundabschnitt 46 des jeweiligen Federkontaktelements 32. Zweckmäßig umfasst dieser Abschnitt mehrere, gemäß den hier gezeigten Ausführungsbeispielen drei, Klemmschlitze 50 mit darin aufgenommenen Laschen 48.
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Jeder der Federkontaktelemente 32 umfasst weiterhin Kontaktarme 54, die an den Grundabschnitt 46 angeformt sind. Die Kontaktarme 54 erstrecken sich im Wesentlichen in Axialrichtung A und umfassen käfigartig einen Aufnahmeraum für den jeweiligen Durchführungsleiter 40, so dass eine buchsenartige Steckaufnahme 56 für den Durchführungsleiter gebildet ist. Dabei verjüngt sich der von den Kontaktarmen 54 eingefasste Aufnahmeraum Raum ausgehend von der Grundebene und weitet sich freiendseitig auf, so dass ein Einstecken des jeweiligen Durchführungsleiters 40 erleichtert ist. Die Kontaktarme 54 sind federelastisch zur Mittelachse M bzw. von dieser weg verstellbar. Im Montagezustand liegen die Kontaktarme 54 an der Mantelfläche des Durchführungsleiters 40 an und sind federelastisch vorgespannt.
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Zusammenfassend ist die buchsenartige Steckaufnahme 56 derart ausgebildet, dass der Durchführungsleiter 40 in Axialrichtung A in die Steckaufnahme 56 eingesteckt werden kann.
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Jedes Federkontaktelement 32 und der den Klemmschlitz 50 aufweisende Abschnitt der mit diesem Federkontaktelement 32 verbundenen Leiterbahn 28 ist von einem manschettenartigen, also hülsenartigen, Fortsatz 58 umschlossen. Dieser ist an den Leiterbahnträger 30 der Verschalteinheit 26 angeformt und erstreckt sich in Axialrichtung A.
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Gemäß der Ausgestaltung des Kältemittelverdichters gemäß der 2 bis 3d ist der manschettenartigen Fortsatz 58 an dessen der Gehäusezwischenwand 38 zugewandten Ende anhand einer Kappe 60 und dem jeweiligen Durchführungsleiter 40, insbesondere fluiddicht verschlossen. Gemäß einer nicht weiter dargestellten Alternative ist der manschettenartigen Fortsatz 58 an dessen der Gehäusezwischenwand 38 zugewandten Ende anhand einer den Durchführungsleiter 40 einfassenden Dichtung fluiddicht abgeschlossen.
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In der 5 ist eine mit einer Schnittebene durch den manschettenartigen Fortsatz 58 dargestellt. Beispielsweise ist der Fortsatz 58 in nicht näher dargestellter Weise mit der Kappe 60 gefügt.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Vielmehr können hieraus im Rahmen der Ansprüche auch andere Varianten der Erfindung vom Fachmann abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere sind ferner alle im Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen und/oder in den Ansprüchen beschriebenen Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 2
- Elektrischer Kältemittelverdichter
- 4
- Elektromotor
- 6
- Verdichterelement
- 8
- Ölabscheider
- 10
- Kältemittelauslass
- 11
- Gehäuse
- 12
- Motorfach
- 14
- Kältemitteleinlass
- 16
- Rotor
- 18
- Rotorwelle
- 20
- Stator
- 22
- Spule
- 24
- Spulendrahtenden
- 26
- Verschalteinheit
- 28
- Leiterbahn
- 30
- Leiterbahnträger
- 32
- Phasenanschluss/ Federkontaktelement
- 34
- Elektronik
- 36
- Elektronikfach
- 38
- Gehäusezwischenwand
- 40
- Durchführungsleiter
- 42
- Aussparung
- 44
- Glasdichtung
- 46
- Grundabschnitt
- 48
- Lasche
- 50
- Klemmschlitz
- 52
- Fortsatz
- 54
- Kontaktarm
- 56
- buchsenartige Aufnahme für den Durchführungsleiter
- 58
- Fortsatz
- 60
- Kappe
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102019109393 A1 [0006]