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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Rückspiegelsystems sowie ein Rückspiegelsystem zur Durchführung eines solchen Verfahrens gemäß dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.
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Bei Kraftfahrzeugen werden Rückspiegelsysteme verwendet, welche mindestens einen Außenspiegel, vorzugsweise zwei Außenspiegel und einen Innenspiegel umfassen. Solche Rückspiegelsysteme umfassen oftmals elektrische Stellmotoren, mit welchen die Spiegel des Rückspiegelsystems, insbesondere die Außenspiegel, elektrisch verstellt werden können. Ferner sind Rückspiegelsysteme bekannt, bei welchen die Außenspiegel durch Rückfahrkameras ersetzt sind. Ferner sind Steuerungssysteme bekannt, welche beispielsweise bei Einlegen eines Rückwärtsgangs das Sichtfeld eines Außenspiegels elektrisch verstellen, um Bordsteinkanten oder Hindernisse besser erkennen zu können.
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Ferner ist es bei Fahrzeugen mit einem virtuellen Außenspiegel, d.h. mit einem Kamerasystem, welches ein außenspiegelähnliches Bild auf einen Monitor im Fahrzeuginneren projiziert, bekannt, dass die Displays in einigen Situationen, etwa bei direkter Sonneneinstrahlung, ein deutlich besseres Bild als konventionelle Spiegel liefern können. Dabei können unterschiedliche Fahrmodi für das Kamerasystem appliziert sein. So ist beispielsweise ein Kamerasystem bekannt, welches sich automatisch an drei Fahrsituationen anpasst: Autobahn, Abbiegen und Parken. Auf der Autobahn wird das Sichtfeld verkleinert, um Geschwindigkeiten bei schneller Fahrt besser abschätzen zu können - Fahrzeuge erscheinen im Display entsprechend größer. Signalisiert der Fahrer einen Abbiegevorgang oder einen Spurwechsel durch Blinken, erweitert die Blinker-Sicht den Bildausschnitt zur entsprechenden Seite. Dadurch wird der tote Winkel verringert. Beim Rangieren und Parken wird das angezeigte Sichtfeld nach unten erweitert. Das Display visualisiert das Blinklicht als grüne Kontur an seinem äußeren Rahmen und zeigt auch die Hinweise eines Spurwechselassistenten sowie einer Ausstiegswarnung an.
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Bei Fahrten in unterschiedlichen und wechselhaften Umgebungen verbleiben die elektrisch verstellbaren Rückspiegel beziehungsweise die Kameras zur Erzeugung eines außenspiegelähnlichen Bildes in einer fixen Position. Dies führt dazu, dass der Fahrer beim Fahren in hügeligem, kurvigen Gelände oder auf mehrspurigen Fahrbahnen irrelevante Bereiche im Rückspiegel, wie beispielsweise die Talsenke, den Himmel oder die Natur neben der Fahrbahn, sieht.
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Aus der
DE 10 2007 015 400 A1 ist ein Rückspiegelsystem für ein Kraftfahrzeug bekannt, welches eine Steuereinrichtung zur automatisierten Verstellung von Außenspiegeln des Kraftfahrzeugs umfasst. Dabei kann eine seitliche Winkeleinstellung des Außenspiegels in Abhängigkeit von einer Betätigung eines Blinkerhebels und von einer Einstellung eines Lenkrades erfolgen, um einen toten Winkel des Außenspiegels zu verkleinern oder zu vermeiden.
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Die
KR 2020 0115923 A beschreibt ein Verfahren zur Sicherung des Sichtfeldes für ein mit einer Kamera ausgestattetes Fahrzeug. Dabei umfasst das Verfahren zur Sicherung des Sichtfeldes für ein mit einer Kamera ausgestattetes Fahrzeug einen Kamerabetriebsschritt zum Steuern eines Betriebs einer Kamera; einen Bildfotografieschritt zum Fotografieren eines Bildes durch die Kamera; und einen Bildausgabeschritt. Dadurch kann das Fahren des Fahrzeuges erleichtert und die Bildqualität des Kamerasystems verbessert werden.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das Sichtfeld bei einem Rückspiegelsystem zu verbessern.
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Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betreiben eines Rückspiegelsystems in einem Kraftfahrzeug, umfassend zumindest einen Außenspiegel und ein Steuergerät zur Ansteuerung des Außenspiegels, gelöst. Dabei wird der Außenspiegel auf Basis von Fahrzeugdaten oder an das Kraftfahrzeug übermittelten Streckendaten verstellt, um das Sichtfeld des Rückspiegelsystems an die ermittelten Fahrzeugdaten oder an das Kraftfahrzeug übermittelten Streckendaten anzupassen. Unter einem Rückspiegelsystem ist ein System zu verstehen, welches den Verkehr seitlich und bei Vorwärtsfahrt hinter dem Kraftfahrzeug visualisiert. Ein Rückspiegelsystem umfasst mindestens einen Außenspiegel bzw. einen virtuellen Außenspiegel mit einer Kamera und einem Monitor sowie ein Steuergerät zur automatisierten Verstellung des Außenspiegels. Vorzugsweise umfasst ein Rückspiegelsystem zwei Außenspiegel, wobei auf jeder Fahrzeugseite des Kraftfahrzeuges ein Außenspiegel angeordnet ist. Unter Fahrzeugdaten sind Daten von Sensoren und/oder Steuerungseinrichtungen im Kraftfahrzeug zu verstehen, insbesondere Daten von Beschleunigungssensoren, Neigungssensoren, Drehwinkelgebern, Lenkwinkelsensoren, Positionssensoren, insbesondere von einem GPS-Empfänger, sowie von einem oder mehreren Sensoren zur Erfassung einer Geschwindigkeit. Unter Streckendaten sind Daten zu verstehen, welche von einer fahrzeuginternen oder fahrzeugexternen Datenbank an das Kraftfahrzeug übermittelt werden. Solche Streckendaten können insbesondere den Streckenverlauf, ein Höhenprofil, Fahrbahndaten und/oder Spurverläufe umfassen. Dabei können die Streckendaten insbesondere auch Kartendaten von digitalisierten Landkarten, wie sie beispielsweise zur Navigation von Kraftfahrzeugen genutzt werden, umfassen. Unter einer Anpassung des Sichtfelds des Rückspiegelsystems ist in diesem Zusammenhang jegliche Verstellung zu verstehen, welche den in den Spiegeln oder Monitoren dargestellten Bildausschnitt verändert, insbesondere auch eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Bildausschnittes.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, das Sichtfeld eines Rückspiegelsystems an die verschiedenen Fahrsituationen anzupassen und somit insbesondere bei kurvigen Straßen und/oder hügligen Straßenverläufen den nachfolgenden Verkehr wesentlich besser verfolgen zu können als konventionelle Rückspiegelsysteme.
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Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten zusätzlichen Merkmale sind vorteilhafte Weiterentwicklungen und Verbesserungen des im unabhängigen Anspruch vorgeschlagenen Verfahrens zum Betreiben eines Rückspiegelsystems möglich.
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In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Rückspiegelsystem einen virtuellen Außenspiegel mit mindestens einer Kamera, vorzugsweise mit mindestens einer Kamera an jeder Fahrzeugseite, umfasst, wobei ein in einem Bildschirm dargestellter Ausschnitt eines Bildes der Kamera auf Basis von Fahrzeugdaten oder an das Kraftfahrzeug übermittelten Streckendaten angepasst wird. Unter einem virtuellen Außenspiegel ist in diesem Zusammenhang ein System aus mindestens einer Kamera und mindestens einem Monitor zu verstehen, welcher das Bild dieser Kamera wiedergibt und auf diese Art und Weise die Funktion eines Rückspiegels oder Innenspiegels nachbildet. Unter einer Fahrzeugseite sind in diesem Zusammenhang zwei in Längsrichtung des Kraftfahrzeuges ausgeprägte Seiten, insbesondere eine als Fahrerseite und eine als Beifahrerseite bezeichnete Fahrzeugseite, zu verstehen.
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Virtuelle Außenspiegel ermöglichen gegenüber konventionellen Außenspiegeln zum einen ein deutlich schlankeres Design und können daher den Luftwiderstand eines Kraftfahrzeuges reduzieren. Darüber hinaus ermöglichen virtuelle Außenspiegel zusätzliche Funktionen, da die Kamera beispielsweise eine Zoom-Funktion aufweisen kann und somit weiter entfernte Gegenstände vergrößert darstellen kann. Ferner kann der an den Monitor übertragene Bildausschnitt entsprechend bearbeitet werden, sodass das Sichtfeld verändert werden kann. Ferner ermöglicht ein virtueller Außenspiegel weitere Funktionen wie eine Objekterkennung und/oder Objektmarkierung per Preception KI, beispielsweise mit Bounding Boxes, oder semantischer Segmentierung. Diese zusätzlichen Funktionen können insbesondere in Kombination mit einer Auswertungssoftware für die aufgezeichneten Bilder der Kamera des virtuellen Außenspiegels realisiert werden. Durch eine Verstellung der Kamera können diese Funktionen nochmals verbessert und erweitert werden, wodurch die Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs zusätzlich erleichtert und weiter verbessert wird.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein virtueller Außenspiegel mindestens zwei Kameras umfasst, wobei in Abhängigkeit von den ermittelten Fahrzeugdaten oder an das Kraftfahrzeug übermittelten Streckendaten von einer ersten Kamera des virtuellen Außenspiegels auf eine zweite oder weitere Kamera des virtuellen Außenspiegels umgeschaltet wird. Durch zwei oder mehr separate Kameras pro Außenspiegel können zusätzliche Funktionen in den virtuellen Außenspiegel implementiert werden. Zum einen kann durch eine zweite Kamera der tote Winkel des Außenspiegels reduziert werden, zum anderen können durch die beiden Kameras unterschiedliche Bereiche beobachtet werden, sodass durch ein gezieltes Umschalten vom Bild der ersten Kamera auf das Bild der zweiten Kamera die Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs erleichtert werden kann. Insbesondere kann bei Nutzfahrzeugen oder Fahrzeuge mit Anhänger die erste Kamera einen Bereich unmittelbar hinter einem Zugfahrzeug und die zweite Kamera einen Bereich hinter dem Anhänger abdecken.
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Alternativ ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Bilder der ersten Kamera des virtuellen Außenspiegels und der zweiten Kamera des virtuellen Außenspiegels zumindest teilweise überlagert werden und somit ein größerer Bildausschnitt dargestellt wird, als er durch die Bilderfassung nur einer der Kameras möglich wäre. Durch eine Überlagerung der Bilder kann auf alternative Art und Weise eine Vergrößerung des im Monitor dargestellten und durch die beiden Kameras erfassten Bildbereichs erfolgen. Auch eine Überlagerung der Bilder ermöglicht eine Erfassung zusätzlicher Bildbereiche, wobei der jeweils relevante Bildbereich ausgewählt werden kann, um eine verbesserte Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs durch das Rückspiegelsystem zu ermöglichen.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass eine Position einer Kamera in Abhängigkeit der ermittelten Fahrzeugdaten oder der an das Kraftfahrzeug übermittelten Streckendaten angepasst wird.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass eine Größe des dargestellten Ausschnitts des Bildes der Kamera in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahrzeuges angepasst wird. Um bei hohen Fahrgeschwindigkeiten, insbesondere bei Fahrgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h, insbesondere bei mehr als 130 km/h den nachfolgenden Verkehr besser beobachten zu können, kann es vorteilhaft sein, bei höheren Geschwindigkeiten einen Bildausschnitt des von der Kamera aufgezeichneten und an den Monitor übertragenen Bilds zu vergrößern, um auch in größerer Entfernung befindliche Fahrzeuge im nachfolgenden Verkehr besser erkennen zu können.
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In weiterer bevorzugter Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Fahrzeugdaten einen Neigungswinkel des Kraftfahrzeuges, einen Gierwinkel des Kraftfahrzeuges, einen Lenkeinschlag einer Lenkung des Kraftfahrzeuges und/oder ein Signal eines Positionssensors des Kraftfahrzeuges umfassen. Um einen kurvenreichen Straßenverlauf oder einen hügligen Straßenverlauf zu erkennen, bei welchem eine Anpassung des Sichtfeldes des Rückspiegelsystems sinnvoll oder notwendig ist, eignen sich insbesondere Sensoren, welche eine Querbeschleunigung und/oder eine Längsbeschleunigung des Kraftfahrzeugs erfassen. Aus diesen Sensoren können Daten, wie der Neigungswinkel eines an einem Anstieg oder einer Gefällestrecke fahrenden Kraftfahrzeugs, ein Gierwinkel um eine Hochachse des Kraftfahrzeugs oder Ähnliches, ermittelt werden. Ferner kann der Verlauf des Lenkwinkels eine Information über den Streckenverlauf der Straße widerspiegeln. Über einen Positionssensor, insbesondere in Zusammenspiel mit Streckendaten, kann ein vor dem Kraftfahrzeug liegender Streckenabschnitt auf Veränderungen im Höhenprofil oder Kurven überprüft werden und gegebenenfalls ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben des Rückspiegelsystems eingeleitet werden, um die Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs zu erleichtern und insbesondere zu verhindern, dass nachfolgende Kraftfahrzeuge aufgrund von Kurven, Kuppen oder Talsenken aus dem Sichtfeld des Rückspiegelsystems verschwinden.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Rückspiegelsystem für ein Kraftfahrzeug, umfassend mindestens einen Außenspiegel, vorzugsweise zwei Außenspiegel, besonders bevorzugt zwei Außenspiegel und einen Innenspiegel, sowie ein Steuergerät, welches dazu eingerichtet ist, ein in den vorhergehenden Abschnitten beschriebenes Verfahren auszuführen, wenn ein maschinenlesbarer Computerprogrammcode durch das Steuergerät ausgeführt wird. Ein solches Rückspiegelsystem erleichtert insbesondere auf kurvigen und/oder hügeligen Streckenverläufen die Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs und erhöht damit aktiv die Fahrsicherheit des Kraftfahrzeuges.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einem solchen Rückspiegelsystem.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Computerprogrammcode, umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Computerprogrammcodes durch eine Recheneinheit eines Steuergeräts oder eines Computers dieses Steuergeräts oder diesen Computer veranlassen, ein in den vorhergehenden Abschnitten beschriebenes Verfahren auszuführen. Bevorzugt ist der Computerprogrammcode in einer Speichereinheit eines Steuergeräts des Kraftfahrzeuges gespeichert. Alternativ kann der Computerprogrammcode auch in einer Cloud oder einem Server gespeichert sein und per Datenstrom an das Kraftfahrzeug übermittelt oder durch das Kraftfahrzeug ausgeführt werden.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein computerlesbares Medium, wobei das computerlesbare Medium ein Computerprogrammcode zur Durchführung eines in den vorhergehenden Abschnitten beschriebenen Verfahrens zum Betreiben eines Rückspiegelsystems umfasst. Unter dem Begriff computerlesbares Medium sind dabei insbesondere Festplatten und/oder Server und/oder Memorysticks und/oder Flash-Speicher und/oder DVDs, Blu-rays oder CDs zu verstehen. Zusätzlich ist unter dem Begriff computerlesbares Medium auch ein Datenstrom zu verstehen, wie der beispielsweise entsteht, wenn ein Computerprogrammcode aus dem Internet heruntergeladen wird.
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Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind, sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.
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Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- 1 ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs mit einem erfindungsgemäßen Rückspiegelsystem zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
- 2 ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs mit einem erfindungsgemäßen Rückspiegelsystem zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
- 3 eine schematische Darstellung eines Sichtfeldes eines aus dem Stand der Technik bekannten Rückspiegelsystems für ein Kraftfahrzeug;
- 4 eine schematische Darstellung verschiedener Sichtfelder eines erfindungsgemäßen Rückspiegelsystems für ein Kraftfahrzeug;
- 5 ein Ablaufdiagramm zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben eines Rückspiegelsystems eines Kraftfahrzeugs.
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1 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeuges 100 mit einem erfindungsgemäßen Rückspiegelsystem 10 in einer schematischen Darstellung. Das Rückspiegelsystem 10 umfasst einen ersten Außenspiegel 12, einen zweiten Außenspiegel 14, einen Innenspiegel 16 sowie ein Steuergerät 50 zur Steuerung des Rückspiegelsystems 10. Der erste Außenspiegel 12 ist durch einen ersten elektrischen Stellmotor 62 verstellbar. Der zweite Außenspiegel 14 ist durch einen zweiten elektrischen Stellmotor 64 verstellbar. Ferner kann das Rückspiegelsystem 10 weitere Stellmotoren umfassen, beispielsweise um einen Außenspiegel 12, 14 oder einen Innenspiegel 16 unabhängig voneinander um zwei Achsen zu verstellen. Das Kraftfahrzeug 100 umfasst eine Mehrzahl von Sensoren 30, 32, 34, 36, 38 zur Erfassung von Fahrzeugdaten. Fernen kann das Kraftfahrzeug 100 eine Empfangseinheit zum Empfangen von Streckendaten umfassen, welche von einer externen Datenbank 58 an das Kraftfahrzeug 100 übermittelt und durch das Steuergerät 50 verarbeitet werden können.
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Die Sensoren 30, 32, 34, 36, 38 können insbesondere einen Neigungssensor 30, einen Lenkwinkelsensor 32, einen Positionssensor 36, insbesondere einen GPS-Empfänger und/oder einen Geschwindigkeitssensor 38 umfassen. Alternativ kann die Geschwindigkeit auch aus einer Veränderung des Signals des Positionssensors 36 berechnet werden.
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Das Steuergerät 50 umfasst eine Speichereinheit 52 sowie eine Recheneinheit 54. In der Speichereinheit 52 ist ein Computerprogrammcode 56 abgelegt, welcher bei Ausführung durch die Recheneinheit 54 ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines Rückspiegelsystems 10 ausführt.
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In 2 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs 100 mit einem erfindungsgemäßen Rückspiegelsystem 10 dargestellt. Das Rückspiegelsystem 10 umfasst einen ersten Außenspiegel 12, einen zweiten Außenspiegel 14, einen Innenspiegel 16 sowie ein Steuergerät 50 zur Steuerung des Rückspiegelsystems 10. Der erste Außenspiegel 12 ist als ein erster virtueller Außenspiegel 44 ausgeführt und umfasst eine zweite Kamera 20 sowie einen ersten Bildschirm 24 zur Wiedergabe eines Bildes der zweiten Kamera 20. Der erste virtuelle Außenspiegel 44 kann ferner eine weitere Kamera 40 umfassen, welche auf einen anderen Bereich als die zweite Kamera 20 gerichtet ist. Der virtuelle Außenspiegel 44, insbesondere die Kameras 20, 40 sind durch elektrische Stellmotoren 62 in ihrer Position verstellbar, sodass der von der jeweiligen Kamera 20, 40 aufgezeichnete Bereich verändert werden kann. Der zweite Außenspiegel 14 ist als ein zweiter virtueller Außenspiegel 46 ausgeführt und umfasst eine dritte Kamera 22 sowie einen zweiten Bildschirm 26 zur Wiedergabe eines Bildes der dritten Kamer 22. Der zweite virtuelle Außenspiegel 46 kann ferner eine weitere Kamera 42 umfassen, welche auf einen anderen Bereich als die dritte Kamera 22 gerichtet ist. Der zweite virtuelle Außenspiegel 46, insbesondere die Kameras 22, 42 sind durch elektrische Stellmotoren 64 in ihrer Position verstellbar, sodass der von der jeweiligen Kamera 22, 42 aufgezeichnete Bereich verändert werden kann. Der Innenspiegel 16 kann ebenfalls als virtueller Spiegel ausgeführt sein und eine erste Kamera 18 sowie einen dritten Bildschirm 28 zur Wiedergabe des Bildes der ersten Kamera 18 aufweisen.
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Das Kraftfahrzeug 100 umfasst eine Mehrzahl von Sensoren 30, 32, 34, 36, 38 zur Erfassung von Fahrzeugdaten. Fernen kann das Kraftfahrzeug 100 eine Empfangseinheit zum Empfangen von Streckendaten umfassen, welche von einer externen Datenbank 58 an das Kraftfahrzeug 100 übermittelt und durch das Steuergerät 50 verarbeitet werden können.
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Die Sensoren 30, 32, 34, 36, 38 können insbesondere einen Neigungssensor 30, einen Lenkwinkelsensor 32, einen Positionssensor 36, insbesondere einen GPS-Empfänger und/oder einen Geschwindigkeitssensor 38 umfassen. Alternativ kann die Geschwindigkeit auch aus einer Veränderung des Signals des Positionssensors 36 berechnet werden.
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Das Steuergerät 50 umfasst eine Speichereinheit 52 sowie eine Recheneinheit 54. In der Speichereinheit 52 ist ein Computerprogrammcode 56 abgelegt, welcher bei Ausführung durch die Recheneinheit 54 ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines Rückspiegelsystems 10 ausführt.
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In 3 ist eine schematische Darstellung eines Sichtfeldes I eines aus dem Stand der Technik bekannten Rückspiegelsystems 10 für ein Kraftfahrzeug 100 dargestellt. Ein solches Rückspiegelsystem 10 liefert für viele Anwendungsfälle, insbesondere bei einer Fahrt in ebenem Gelände und auf geraden Straßen ein hinreichend gutes Sichtfeld I, um den nachfolgenden Verkehr beobachten zu können. Auf kurvenreichen Straßen oder auf Straßen mit hügligem Verlauf kann es jedoch passieren, dass ein nachfolgendes Kraftfahrzeug aus dem Sichtfeld I des Rückspiegelsystems 10 verschwindet.
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In 4 ist eine schematische Darstellung von Sichtfeldern I, II, III bei einem erfindungsgemäßen Rückspiegelsystems 10 eines Kraftfahrzeuges 100 dargestellt. Das Rückspiegelsystem 10 ist derart verstellbar, dass der Bereich I des Sichtfeldes beim Befahren einer hügligen oder kurvigen Straße an den Straßenverlauf derart angepasst wird, dass nachfolgende Fahrzeuge nicht aus dem Sichtfeld verschwinden, sondern durch eine adaptive Anpassung des Sichtfeldes II, III weiterhin im Sichtfeld des Rückspiegelsystems 10 des Kraftfahrzeuges 100 verbleiben.
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In 4 ist ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben eines Rückspiegelsystems 10 in einem Kraftfahrzeug 100 dargestellt. In einem ersten Verfahrensschritt <100> werden Fahrzeugdaten und/oder Streckendaten für eine von dem Kraftfahrzeug 100 befahrene Strecke ermittelt. Solche Fahrzeugdaten können insbesondere eine durch einen Neigungssensor 30 erfasste Neigung des Kraftfahrzeuges beim Befahren einer Steigung oder einer Gefällestrecke, ein durch einen Lenkwinkelsensor 32 erfasster Lenkwinkel des Kraftfahrzeuges 100 oder ein Gierwinkel des Kraftfahrzeuges 100, eine Veränderung der Position des Kraftfahrzeuges 100, eine Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahrzeuges 100 und/oder weitere Fahrzeugdaten sein. Ferner kann das Kraftfahrzeug 100 alternativ oder zusätzlich Streckendaten, insbesondere Kartendaten mit einer vorgegebenen Route zur Navigation des Kraftfahrzeuges 100, aus einem fahrzeuginternen Speicher eines Navigationssystems 34 oder einer fahrzeugexternen Datenbank 58 erhalten, welche einen zu erwartenden Fahrverlauf des Kraftfahrzeuges 100 antizipieren. In einem Verfahrensschritt <110> werden die Fahrzeugdaten und/oder die an das Kraftfahrzeug 100 übermittelten Streckendaten jeweils mit Referenzwerten beziehungsweise Schwellenwerten verglichen, um abzuschätzen, ob eine adaptive Anpassung des Sichtfeldes I, II, III des Rückspiegelsystems 10 notwendig beziehungsweise sinnvoll ist. Signalisieren die Fahrzeugdaten und/oder die Streckendaten, dass eine adaptive Anpassung des Sichtfeldes I, II, III notwendig beziehungsweise sinnvoll ist, so werden die Außenspiegel 12, 14 und/oder der Innenspiegel 16, vorzugsweise die Außenspiegel 12, 14 beziehungsweise die Kameras 20, 22, 40, 42 der virtuellen Außenspiegel 44, 46 durch die elektrische Stellmotoren 62, 64 verstellt, um das Sichtfeld I, II, III entsprechend anzupassen. Zusätzlich kann auch der Innenspiegel 16 verstellt werden, um auch das Sichtfeld des Innenspiegels anzupassen, um eine Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs zu erleichtern und insbesondere eine Blendung des Fahrers zu vermeiden. In einem Verfahrensschritt <130> werden die Fahrzeugdaten und/oder die an das Kraftfahrzeug 100 gesendeten Streckendaten erneute mit den Referenzwerten beziehungsweise den Schwellenwerten verglichen und die Spiegel 12, 14, 16 des Rückspiegelsystems 10 gegebenenfalls erneut verstellt und an die aktuelle Situation angepasst.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Rückspiegelsystem
- 12
- erster Außenspiegel
- 14
- zweiter Außenspiegel
- 16
- Innenspiegel
- 18
- erste Kamera
- 20
- zweite Kamera
- 22
- dritte Kamera
- 24
- erster Bildschirm
- 26
- zweiter Bildschirm
- 28
- dritter Bildschirm
- 30
- Neigungssensor
- 32
- Lenkwinkelsensor
- 34
- Navigationssystem
- 36
- Positionssensor
- 38
- Geschwindigkeitssensor
- 40
- vierte Kamera
- 42
- fünfte Kamera
- 44
- erster virtueller Außenspiegel
- 46
- zweiter virtueller Außenspiegel
- 50
- Steuergerät
- 52
- Speichereinheit
- 54
- Recheneinheit
- 56
- Computerprogrammcode
- 58
- Datenbank
- 60
- computerlesbares Medium
- 100
- Kraftfahrzeug
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102007015400 A1 [0005]
- KR 20200115923 A [0006]