-
Es wird eine Scheibenanordnung für ein Fahrzeug angegeben. Zudem wird ein Fahrzeug angegeben, dass eine solche Scheibenanordnung aufweist.
-
Kraftfahrzeuge weisen an verschiedenen Orten transparente beziehungsweise transluzente Scheiben auf. In der
EP 3787894 A1 ist eine Verbundglasscheibe für ein Fahrzeug beschrieben. Die Scheiben können beleuchtet sein.
-
Es ist wünschenswert, eine Scheibenanordnung für ein Fahrzeug anzugeben, die einen verlässlichen Betrieb ermöglicht und die insbesondere ermöglicht, dass eine unerwünschte Auskopplung von Licht aus der Scheibe vermieden wird. Es ist zudem wünschenswert, ein Fahrzeug mit einer solchen Scheibenanordnung anzugeben.
-
Dies wird durch die unabhängigen Ansprüche erzielt. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
-
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung weist eine Scheibenanordnung für ein Fahrzeug auf:
- - eine plattenförmiges Lichtleitscheibe,
- - ein Funktionselement, das mittels einer Klebeverbindung an einer Hauptseite der Lichtleitscheibe fixiert ist,
- - eine Reflexionsschicht, die zwischen der Lichtleitscheibe und dem Funktionselement angeordnet ist, um Licht in Richtung der Lichtleitscheibe zu reflektieren.
-
Die plattenförmige Lichtleitscheibe weist beispielsweise eine Glasscheibe und/oder eine Kunststoffscheibe auf. Die Lichtleitscheibe ist insbesondere transparent beziehungsweise transluzent. Die Lichtleitscheibe ist ausgebildet, das Licht einer Lichtquelle entlang der Hauptseite zu leiten. Das Licht ist aus der Lichtleitscheibe auskoppelbar. Somit ist mittels der Lichtleitscheibe und der Lichtquelle eine Beleuchtung für das Fahrzeug realisierbar, insbesondere eine Beleuchtung für den Innenraum des Fahrzeugs. Beispielsweise ist die Lichtleitscheibe Teil einer Verbundscheibe, die zwei oder mehr Scheiben aufweist, die miteinander verbunden sind.
-
Die Lichtleiterschiebe ist beispielsweise aus einer einzigen Scheibe gebildet. Alternativ kann die Lichtleitschiebe aus einer Mehrzahl von Schichten aufgebaut sein. Beispielweise weist die Lichtleitscheibe eine Lichtleitschicht auf, die annährend gleichen Brechungsindex aufweist wie die eine angrenzende Scheibe aufweist. Die Scheibe und die Lichtleitschicht leiten gemeinsam Licht entlang der Hauptseite. Beispielsweise ist die Lichtleitschicht zwischen der Scheibe und dem Funktionselement angeordnet.
-
Die Lichtleitscheibe ist flächig ausgedehnt und erstreckt sich insbesondere mit einer Hauptseite entlang einer XY-Ebene. Die Hauptseite ist im Betrieb beispielsweise dem Innenraum des Fahrzeugs zugewandt. Die Hauptseite weist eine deutlich größere Ausdehnung auf, als eine quer dazu ausgerichtete Querseite. Im Betrieb ist die Hauptseite insbesondere im Wesentlichen entlang der Horizontalen ausgerichtet. Die Querseite ist im Wesentlichen entlang der bzw. parallel zur Normalen zur Hauptseite, d.h. im Wesentlichen entlang der Vertikalen, ausgerichtet, also insbesondere entlang einer Hochrichtung Z.
-
Das Funktionselement ist beispielsweise ein Kunststoffelement. Beispielsweise ist das Funktionselement ausgebildet, andere Elemente des Fahrzeugs mit der Lichtleitscheibe zu koppeln. Beispielsweise stellt das Funktionselement eine Schnittstelle zur Anbindung eines Innenhimmels bereit. Insbesondere ist das Funktionselement ein Teil einer Verbindung zum Anbinden eines Innenhimmels des Fahrzeugs an die Lichtleitscheibe. Beispielsweise ist der Innenhimmel mittels des Funktionselements mittels einer Anschluss- und/oder Clipsverbindung an der Lichtleitscheibe befestigbar.
-
Gemäß Ausführungsformen weist die Scheibenanordnung eine Mehrzahl von Funktionselementen auf, die beabstandet zueinander in bzw., an der Hauptseite der Lichtleitscheibe angeordnet sind. Beispielsweise erstreckt sich die Fläche, über welche das Funktionselement mit der Lichtleitscheibe gekoppelt ist, nicht über die gesamte Länge/Fläche der Hauptseite der Lichtleitscheibe, sondern weist eine deutlich kleinere Ausdehnung auf als die Lichtleitscheibe. Analog oder zusätzlich kann eines oder mehrere Funktionselemente auf der der Hauptseite gegenüberliegende Seite der Lichtleitscheibe angeordnet sein.
-
Eine Anordnung von Bauteilen wie dem Funktionselement an der Lichtleitscheibe führt in der Regel zu einer Lichtauskopplung. Jedoch ist diese Lichtauskopplung nicht immer gewünscht. Insbesondere an dem Funktionselement soll keine Lichtauskopplung erfolgen. Hierfür ist die Reflexionsschicht vorgesehen.
-
Die Reflexionsschicht ermöglicht die Reflexion des Lichts beispielsweise aufgrund eines Brechungsindexsprungs. Beispielsweise weicht ein Brechungsindex der Reflexionsschicht von einem Brechungsindex einer angrenzenden Schicht ab.
-
Beispielsweise hat die Lichtleitscheibe einen Brechungsindex von 1,55 oder 1,52. Eine angrenzende Schicht, beispielsweise eine zur Lichtleitscheibe benachbarte Schmelzklebeschicht weist beispielsweise einen Brechungsindex von 1,48 auf. Dieser Brechungsindexsprung reicht aus, um eine Totalreflexion an der Grenzschicht zwischen Lichtleitscheibe und benachbarte Schicht zu bewirken. Vorzugsweise wird ein größerer Unterschied des jeweiligen Brechungsindex zwischen Lichtleitscheibe und angrenzender Schicht gewählt, wobei bevorzugt ein Brechungsindex für die angrenzende Schicht von weniger als 1,48 gewählt wird.
-
Insbesondere ist ein Brechungsindexsprung zwischen Lichtleitscheibe und angrenzender Schicht um mehr als 0,01 vorgesehen, beispielsweise um mehr als 0,1. Durch den Brechungsindexsprung erfolgt an der Reflexionsschicht eine Totalreflexion von Licht, sodass das in der Lichtleitscheibe geleitete Licht an der Reflexionsschicht nicht aus der Lichtleitschicht auskoppelt.
-
Die Reflexionsschicht ist beispielsweise aus transparentem oder weitgehend transparentem Material gebildet. Optionale Schichten zwischen Reflexionsschicht und Lichtleiter sind beispielsweise ebenfalls transparent oder weitestgehend transparent ausgeführt.
-
Es ist auch möglich, dass die Reflexionsschicht alternativ oder zusätzlich mittels einer Spiegelschicht ausgebildet ist. Die Reflexionsschicht ist glänzend beziehungsweise spiegelnd ausgebildet, um insbesondere das in der Lichtleitscheibe geleitete Licht zu reflektieren, so dass das in der Lichtleitscheibe geleitete Licht anhand der Reflexionsschicht nicht ausgekoppelt wird sondern in die Lichtleitscheibe reflektiert weitergeleitet wird und somit im Bereich des Funktionselements in der Lichtleitscheibe verbleibt. Beispielsweise ist die Reflexionsschicht aus einem Metall gebildet, beispielsweise weist die Reflexionsschicht Aluminium oder Silber auf.
-
Die Reflexionsschicht ermöglicht ein verlässliches Leiten des Lichts in der Lichtleitscheibe auch an der Stelle, an der das Funktionselement mittels der Klebeverbindung an der Hauptseite angebracht ist. Eine Absorption und/oder eine durch Absorption oder Reflektion verursachte spektrale Aufteilung des Lichts an der Klebeverbindung und insbesondere an dem Funktionselement wird so vermieden oder zumindest reduziert. Somit ist die Effizienz der Lichtleitung in der Lichtleitscheibe erhöht. Das Licht weist insbesondere elektromagnetische Strahlung im für den Menschen sichtbaren Bereich auf. Zudem ist keine oder geringe spektrale Veränderung des in der Lichtleitscheibe geleiteten Lichts im Bereich des Funktionselements bzw. der Reflexionsschicht vorhanden. Weiterhin ist eine Abschattung durch Absorption oder Auskopplung verringert/vermieden.
-
Die Reflexionsschicht ermöglicht insbesondere den Einsatz eines dunklen, beispielsweise schwarzen Funktionselements, ohne das im Bereich des Funktionselements unerwünscht viel Licht absorbiert wird. Auch ein unerwünschtes Auskoppeln an der Klebeverbindung ist mittels der Reflexionsschicht vermeidbar. Somit ist auch mit dem angeklebten Funktionselement eine gleichmäßige Lichtleitung innerhalb der Lichtleitscheibe realisierbar. Weniger stark leuchtende Bereiche hinter dem Funktionselement und der Klebeverbindung sind vermeidbar. Somit ist die Verlässlichkeit und die Effizienz der Scheibenanordnung erhöht.
-
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die Reflexionsschicht zwischen der Lichtleitscheibe und der Klebeverbindung angeordnet. Das Licht wird von der Reflexionsschicht reflektiert, bevor in die Klebeverbindung gelangen kann. Die Klebeverbindung ist insbesondere zwischen der Reflexionsschicht und dem Funktionselement angeordnet. Insbesondere ist die Reflexionsschicht in dieser Ausführungsform als Spiegelschicht ausgebildet. Beispielsweise ist die Reflexionsschicht auf die Hauptseite aufgedampft und/oder aufgedruckt. Beispielsweise weist die Reflexionsschicht eine Metallschicht auf. Insbesondere ist die Reflexionsschicht unmittelbar auf die Hauptseite der Lichtleitscheibe aufgebracht. Ein Auskoppeln des Lichts aufgrund der Klebeverbindung wird somit verlässlich vermieden.
-
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die Reflexionsschicht alternativ oder zusätzlich zwischen dem Funktionselement und der Klebeverbindung angeordnet. Die Klebeverbindung ist zwischen der Lichtleitscheibe und der Reflexionsschicht angeordnet. Licht gelangt an der Klebeverbindung beispielsweise aus der Lichtleitscheibe in die Klebeverbindung hinein und wird dann an der Reflexionsschicht reflektiert und durch die Klebeverbindung hindurch wieder in die Lichtleitscheibe eingekoppelt.
-
Beispielsweise weisen die Lichtleitscheibe und die Klebeverbindung einen gleichen oder sehr ähnlichen Brechungsindex auf, um das Aus- und Einkoppeln des Lichts zwischen der Lichtleitscheibe und der Klebeverbindung realisieren zu können. Die Reflexionsschicht vermindert eine Absorption des Lichts an dem Funktionselement.
-
Die Reflexionsschicht ist in dieser Ausführungsform insbesondere als Spiegelschicht ausgebildet. Insbesondere ist eine der Lichtleitscheibe zugewandte Koppelfläche des Funktionselements verspiegelt ausgebildet.
-
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die Klebeverbindung eine Klebeschicht auf. Die Reflexionsschicht ist mittels der Klebeschicht ausgebildet. Die Klebeschicht ist aus einem Klebstoff gebildet, um das Funktionselement mit der Lichtleitscheibe zu verkleben. Die Klebeschicht weist insbesondere einen ersten Brechungsindex auf. Die Lichtleitscheibe weist einen zweiten Brechungsindex auf. Der erste Brechungsindex ist kleiner als der zweite Brechungsindex. Somit tritt an der Grenzfläche zwischen der Klebeschicht und der Lichtleitscheibe eine Totalreflexion auf. Insbesondere ist der erste Brechungsindex um 0,1 oder mehr kleiner als der zweite Brechungsindex. Beispielsweise weist der erste Brechungsindex einen Wert zwischen 1 und 1,45 auf, insbesondere einen Wert kleiner 1,35.
-
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die Klebeverbindung ein Klebeband auf. Die Reflexionsschicht ist als Teil des Klebebands ausgebildet. Beispielsweise weist das Klebeband eine Substratschicht auf, auf der die Reflexionsschicht aufgebracht ist sowie eine Klebeschicht, um das Klebeband an der Lichtleitscheibe zu fixieren. Das Funktionselement ist mit der Substratschicht verklebbar. Beispielsweise ist das Klebeband als doppelseitiges Klebeband ausgebildet. Es ist darum möglich, dass die Substratschicht des Klebebands selbst mit dem niedrigen Brechungsindex ausgebildet ist, um die Totalreflexion zu realisieren.
-
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird ein Fahrzeug angegeben, dass eine Scheibenanordnung gemäß einer der hier beschriebenen Ausführungsformen aufweist. Die Scheibenanordnung verschließt eine Dachöffnung des Fahrzeugs. Somit ist die Scheibenanordnung beispielsweise als sogenanntes Festglaselement für das Fahrzeugdach ausgebildet. Mittels der Scheibenanordnung in dem Fahrzeugdach ist eine Innenraumbeleuchtung für das Fahrzeug realisierbar.
-
Weitere Vorteile, Merkmale und Weiterbildungen ergeben sich aus den nachfolgenden, in Verbindung mit den Figuren, erläuterten Beispielen. Gleiche, gleichartige und gleichwirkende Elemente können figurenübergreifend mit den gleichen Bezugszeichen versehen sein.
-
Es zeigen:
- 1 eine schematische Darstellung eines Teils eines Fahrzeugs gemäß einem Ausführungsbeispiel,
- 2 bis 6 jeweils schematische Darstellungen einer Scheibenanordnung gemäß Ausführungsbeispielen.
-
1 zeigt eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs 100. Das Fahrzeug 100 ist insbesondere ein Pkw. Das Fahrzeug 100 weist eine Mehrzahl von Scheiben auf, insbesondere eine Windschutzscheibe 103 und eine Scheibenanordnung 110, die als Dachscheibe in einer Dachöffnung 104 eines Fahrzeugdachs 101 des Fahrzeugs 100 vorgesehen ist. Eine Fahrzeuglängsrichtung 102 erstreckt sich von einer Heckscheibe in Richtung zu der Windschutzscheibe 103.
-
2 zeigt die Scheibenanordnung 110 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Scheibenanordnung 110 weist beispielsweise weitere, nicht explizit dargestellte Scheiben auf. Beispielsweise ist eine Lichtleitscheibe 111 der Scheibenanordnung 110 einem Innenraum des Fahrzeugs 100 zugewandt. Die Lichtleitscheibe 111 ist flächig ausgedehnt und erstreckt sich insbesondere mit einer Hauptseite 112 entlang einer XY-Ebene (1). Die Hauptseite 112 ist im Betrieb dem Innenraum des Fahrzeugs zugewandt. Die Hauptseite 112 weist eine deutlich größere Ausdehnung auf, als eine quer dazu ausgerichtete Querseite 113. Im Betrieb ist die Hauptseite 112 insbesondere im Wesentlichen entlang der Horizontalen ausgerichtet. Die Querseite 113 ist im Wesentlichen entlang der bzw. parallel zur Normalen zur Hauptseite 112, d.h. im Wesentlichen entlang der Vertikalen, ausgerichtet, also insbesondere entlang einer Hochrichtung Z.
-
Eine Lichtquelle 150 ist vorgesehen, um Licht 151 an der Querseite 113 in die Lichtleitscheibe 111 einzukoppeln. Die Lichtquelle 150 weist insbesondere eine oder mehrere LED's oder andere lichtemittierende Elemente auf. Alternativ oder zusätzlich kann auch Licht 151 über Einkoppelelemente (nicht explizit dargestellt), beispielsweise ein Prisma, ein Diffusorelement, Lichtleiter über die Hauptseite oder über eine der Hauptseite gegenüberliegende Seite eingekoppelt werden. Alternativ oder zusätzlich können Einkoppelstellen in der Lichtleitscheibe 111, beispielsweise als Vertiefungen in der Hauptseite 112, ausgebildet sein.
-
Das Licht 151 wird in der Lichtleitscheibe entlang der Hauptseite 121 geleitet, da an den Grenzflächen der Lichtleitscheibe eine Totalreflexion stattfindet, beispielsweise an dem Übergang zwischen der Hauptseite der Lichtleitscheibe 111 und Luft. Somit ist das Licht 151 auch über die plattenförmige Ausdehnung der Lichtleitscheibe 111 verteilbar. An vorgegebenen Orten, an denen das Licht 151 ausgekoppelt werden soll, ist eine Auskoppelstruktur 115 vorgesehen. Die Auskoppelstruktur 115 ist beispielsweise eine Bedruckung, eine oberflächliche Veränderung oder ein anderes Element, und führt dazu, dass das Licht 151 an der Hauptseite 112 die Lichtleitscheibe 111 verlässt.
-
Die Scheibenanordnung 110 weist ein Funktionselement 120 auf. Das Funktionselement 120 ist insbesondere ein Anbindungselement. Beispielsweise ist ein Innenhimmel des Fahrzeugs 100, der eine Karosserie abdeckt, mittels des Funktionselements 120 an der Scheibenanordnung 110 insbesondere der Lichtleitscheibe 111 befestigbar. Das Funktionselement 120 kann auch eine andere Funktion aufweisen. Beispielsweise sind drei voneinander beabstandete Funktionselemente 120 entlang der Längsrichtung X und/oder entlang einer Querrichtung Y zueinander an der Lichtleitscheibe 111 befestigt. Das Funktionselement 120 weist beispielsweise eine Grundfläche zwischen 2 und 8 Quadratzentimeter auf, insbesondere zwischen 5 und 7 Quadratzentimetern. Insbesondere weist eine Koppelfläche 121 des Funktionselements 120 diese Ausdehnung auf.
-
Die Koppelfläche 121 ist der Lichtleitscheibe 111 zugewandt, insbesondere der Hauptseite 112. Mittels der Koppelfläche 121 ist das Funktionselement 120 an der Lichtleitscheibe 111 befestigt.
-
Die Scheibenanordnung 110 weist eine Klebeverbindung 130 auf. Die Klebeverbindung 130 dient zum Anbinden des Funktionselements 120 an der Lichtleitscheibe 111. Die Klebeverbindung 130 ist entlang der Hochrichtung Z zwischen der Koppelfläche 121 und der Hauptseite 112 angeordnet. Das Funktionselement 120 ist somit mit der Lichtleitscheibe 111 verklebt. Die Klebeverbindung 130 ist beispielweise als Klebeschicht 131 aus einem Klebstoff ausgebildet. Alternativ kann die Klebeverbindung 130 an der der Hauptseite 112 zugewandten Seite eine Klebeschicht 131 und an der dem Funktionselement 120 zugewandten Seite eine weitere Klebeschicht aufweisen. Die Klebeverbindung 130 kann aus mehreren Klebeschichten aufgebaut sein.
-
Die Scheibenanordnung 110 weist eine Reflexionsschicht 140 auf. Im Ausführungsbeispiel gemäß 2 ist die Reflexionsschicht 140 zwischen der Hauptseite 112 und der Klebeschicht 131 angeordnet. Die Klebeschicht 131 weist eine Klebefläche 133 auf, die in vorzugsweise unmittelbarem Kontakt mit einer ersten Oberfläche 142 der Reflexionsschicht 140 steht. Die Reflexionssicht 140 ist flächig ausgebildet. Die erste Oberfläche 142 ist eine Fläche der Reflexionsschicht 140, welche der Lichtleitscheibe 111 abgewandt ist.
-
Die Reflexionsschicht 140 weist eine zweite Oberfläche 143 auf, die in Kontakt mit der Hauptseite 112 der Lichtleitscheibe 111 ist.
-
Entlang einer Stapelrichtung 114, die entlang der Hochrichtung Z ausgerichtet ist, ist auf der Hauptseite 112 der Lichtleitscheibe 111 die Reflexionsschicht 140 angeordnet. Auf der ersten Oberfläche 142 der Reflexionsschicht 140 ist die Klebeschicht 131 der Klebeverbindung 130 angeordnet. Auf einer weiteren Klebefläche 134 der Klebeverbindung 130, die der Lichtleitscheibe 111 abgewandt ist, ist das Funktionselement 120 angeordnet. Die Klebefläche 134 ist insbesondere Bestandteil der Klebeschicht 131.
-
Die Reflexionsschicht 140 ist ausgebildet, das Licht 151 in einem Bereich 141 des Funktionselements 120 zu reflektieren. Insbesondere wird das Licht 151 an der Reflexionsschicht 140 reflektiert, ohne dass das Licht 151 in die Klebstoffschicht 131 gelangen kann und/oder ohne dass das Licht 151 bis zu dem Funktionselement 120, insbesondere bis zur Koppelfläche 121 gelangen kann. Somit wird im Bereich 141 ein unerwünschtes Auskoppeln und/oder Absorbieren des Lichts 151 vermieden. Auch eine unerwünschte Spektralverschiebung wird im Bereich 141 verhindert. Auch im Bereich 141 wird das Licht 151 verlässlich in der Lichtleitscheibe 111 gehalten, auch wenn kein Übergang zwischen Lichtleitscheibe 111 und Luft oder anderem Medium (z. B. eine Verbindungsfolie), das beispielsweise einen im Vergleich zur Lichtleitscheibe 111 niedrigen Brechungsindex aufweist, vorhanden ist.
-
Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Reflexionsschicht 140 beispielsweise eine Metallschicht auf. Beispielsweise weist die Reflexionsschicht 140 eine Aluminiumschicht auf, die spiegelnd ausgebildet ist. Die Reflexionsschicht 140 ist beispielsweise auf die Hauptseite 112 aufgedampft und/oder aufgedruckt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist ein Großteil der Hauptseite 112, also insbesondere mehr als 90% der Hauptseite 112, frei von der Reflexionsschicht 140. Die Reflexionsschicht 140 ist vorzugsweise nur dort aufgebracht, wo das Funktionselement 120 an die Lichtleitscheibe 111 angeordnet sein soll.
-
Die Reflexionsschicht 140 ermöglicht so eine Lichtleitung des Lichts 151 entlang der Lichtleitscheibe 111 und eine lokale Abschwächung aufgrund von Absorption oder unerwünschter Auskopplung ist vermeidbar. Das Licht 151 erscheint für einen menschlichen Betrachter als homogen verteilt bzw. geleitet, ohne dass eine signifikante Spektralaufteilung und/oder ein signifikanter Intensitätsverlust im Bereich des angekoppelten Funktionselements auftritt. Die Reflexionsschicht 140 ist verspiegelt und somit undurchlässig für das Licht 151. Im Bereich 141 verbleibt das Licht 151 somit in der Lichtleitscheibe 111. Leuchtdichteverluste sind somit deutlich reduziert.
-
3 zeigt die Scheibenanordnung 110 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel gemäß 2 ist die Reflexionsschicht 140 zwischen der Koppelfläche 121 des Funktionselements 120 und der weiteren Klebefläche 134 der Klebefläche 130 angeordnet.
-
Entlang der Stapelrichtung 114 ist somit auf der Hauptseite 112 der Lichtleitscheibe 111 die Klebeschicht 131 angeordnet. Auf der weiteren Klebefläche 134 der Klebeverbindung 130 ist die Reflexionsschicht 140 angeordnet. Auf der ersten Oberfläche 142 der Reflexionsschicht 140 ist das Funktionselement 120 angeordnet. Die Koppelfläche 121 des Funktionselements 120 ist in direktem Kontakt mit der Reflexionsschicht 140.
-
Im Bereich 141 kann das Licht 151 aufgrund von geringen Unterschieden der Brechungsindizes der Lichtleitscheibe 111 und der Klebeschicht 131 in die Klebeschicht 131 bzw. in die Klebeverbindung 130 gelangen. An der der Lichtleitscheibe 111 zugewandten zweiten Oberfläche 143 der Reflexionsschicht 140 wird das Licht 151 in Richtung der Lichtleitscheibe 111 zurück reflektiert und koppelt wieder in die Lichtleitscheibe 111 ein. Das Licht 151 wird an der Reflexionsschicht 140 reflektiert ohne dass das Licht 151 zu dem Funktionselement 120 gelangen kann. Somit werden Absorptionen, insbesondere ein Intensitätsverlust und/oder eine Spektralaufteilung des Lichts 151 an dem Funktionselement 120 vermieden. Leuchtdichteverluste sind somit deutlich reduzierbar.
-
Die Reflexionsschicht 140 ist beispielsweise eine metallische oder andersartige Verspiegelung auf der Koppelfläche 121. Beispielsweise ist die Koppelfläche 121 mit einer Aluminiumschicht oder Silber verspiegelt.
-
4 zeigt die Scheibenanordnung 110 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel. Die Reflexionsschicht 140 ist mittels der Klebeschicht 131 beziehungsweise der Klebeverbindung 130 realisiert. Hierzu weist die Klebeschicht 131 beziehungsweise der Klebstoff der Klebeschicht 131 beziehungsweise die Klebeverbindung 130 einen Brechungsindex auf, der sich von dem Brechungsindex der Lichtleitscheibe 111 unterscheidet beziehungsweise der dem Brechungsindex der Lichtleitscheibe 111 angepasst ist, um an der gemeinsamen Grenzfläche eine Reflektion zu bewirken. Somit ist auch im Bereich 141 ein Brechungsindexsprung realisiert, der zu einer Totalreflexion des Lichts 151 führt. Auch im Bereich 141, in dem die Klebeverbindung 130 ausgebildet ist, findet somit aufgrund der Brechungsindexunterschiede die Lichtreflexion statt, ähnlich wie außerhalb des Bereichs 141 am Übergang zwischen der Lichtleitscheibe 111 und Luft. Beispielsweise weist die Klebeschicht 131 einen Brechungsindex von weniger als 1,45 auf, insbesondere einem Brechungsindex von weniger als 1,35. Auf eine separate Reflexionsschicht 140, die zusätzlich zur Klebeschicht 131 ausgebildet ist, ist somit verzichtbar. Die Reflexion des Lichts 151 findet unmittelbar am Übergang zwischen der Lichtleitscheibe 111 und der Klebeschicht 131 statt, also insbesondere am Übergang zwischen der Hauptseite 112 und der Klebefläche 133. Somit dringt das Licht 151 nicht oder nur äußerst vermindert in die Klebeschicht 131 ein. Leuchtdichteverluste sind somit deutlich reduzierbar.
-
Entlang der Stapelrichtung 114 ist somit zunächst die Lichtleitscheibe 111 vorgesehen und auf der Hauptseite 112 die Klebeschicht 131. Auf der weiteren Klebefläche 134 ist das Funktionselement 120 angeordnet. Die Koppelfläche 121 des Funktionselements 120 ist in direktem Kontakt mit der Klebeschicht 131, die auch die Reflexionsschicht 140 ausbildet. Auch hier können die Klebeschicht 131 und die weitere Klebefläche 134 einstückig ausgebildet sein und so eine einzige Fläche ausbilden.
-
5 zeigt die Scheibenanordnung 110 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel. Das Funktionselement 120 ist mittels eines Klebebands 132 an der Lichtleitscheibe 111 befestigt. Das Klebeband 132 weist ein Substrat 170 auf. Das Substrat 170 ist beispielsweise flexibel. Beispielsweise ist das Substrat 170 aus einem Kunststoff gebildet. Beispielsweise weist das Substrat 170 PET auf.
-
Die Reflexionsschicht 140 ist zwischen dem Substrat 170 und der Lichtleitscheibe 111 angeordnet. Das Substrat 170 weist eine der Lichtleitscheibe 111 zugewandte Substratfläche 171 auf. Die Reflexionsschicht 140 ist auf der Substratfläche 171 angeordnet.
-
Die Reflexionsschicht 140 ist insbesondere als Spiegelschicht beispielsweise als eine Schicht umfassend Metall und/oder als Schicht mit niedrigem Brechungsindex ausgebildet.
-
Auf der zweiten Oberfläche 143 der Reflexionsschicht 140, die der Lichtleitscheibe 111 zugewandt ist, ist die Klebeschicht 131 angeordnet.
-
Entlang der Stapelrichtung 114 sind somit die Lichtleitscheibe 111, nachfolgend die Klebeschicht 131, nachfolgend die Reflexionsschicht 140 und nachfolgend das Substrat 170 angeordnet.
-
Das Funktionselement 120 ist mittels einer weiteren Klebeverbindung 160 mit dem Substrat 170 verbunden. Die weitere Klebeverbindung 160 weist einen Klebstoff auf, der beispielsweise auf die Koppelfläche 121 aufgebracht ist, um das Funktionselement 120 an dem Klebeband 132 zu befestigen. Es ist auch möglich, dass das Klebeband 132 die weitere Klebeverbindung 160 umfasst und/oder beispielsweise als doppelseitiges Klebeband ausgebildet ist. Somit ist sowohl die Klebeschicht 131 als auch die Klebeschicht der weiteren Klebeverbindung 160 mit dem Substrat 170 verbunden. Das Funktionselement 120 kann dann mittels des doppelseitigen Klebebands 132 mit der Lichtleitscheibe 111 verbunden werden.
-
Im Betrieb kann das Licht 151 im Bereich 141 in die Klebeschicht 131 gelangen. Das Licht wird mittels der Reflexionsschicht 140 zurück in die Lichtleitscheibe 111 reflektiert. Das Licht 141 gelangt nicht bis zu dem Substrat 170, der weiteren Klebeverbindung 160 und/oder dem Funktionselement 120. Leuchtdichteverluste sind somit deutlich reduziert.
-
6 zeigt die Scheibenanordnung 110 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel. Das Funktionselement 120 ist mittels des Klebebands 132 an der Lichtleitscheibe 111 fixiert. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel gemäß 5 weist das Klebeband 132 jedoch kein separates Substrat 170 auf. Das Klebeband 132 ist mittels der Reflexionsschicht 140 und der Klebeschicht 131 gebildet. Falls das Klebeband 132 als doppelseitiges Klebeband ausgebildet ist, ist zudem die weitere Klebeschicht der weiteren Klebeverbindung 160 vorgesehen. Die Reflexionsschicht 140 übernimmt somit beispielsweise die Substratfunktion.
-
Entlang der Stapelrichtung 114 ist somit auf der Lichtleitscheibe 111 die Klebeschicht 131 und direkt anschließend die Reflexionsschicht 140 vorgesehen. Die zweite Oberfläche 143 der Reflexionsschicht 140 ist in direktem Kontakt mit der weiteren Klebefläche 134 der Klebeschicht 131. Auf der ersten Oberfläche 142 der Reflexionsschicht 140 ist die weitere Klebeverbindung 160 ausgebildet. Auf der weiteren Klebeverbindung 160 ist das Funktionselement 120 angeordnet.
-
Im Betrieb gelangt Licht durch die Klebeschicht 131 hindurch bis zur Reflexionsschicht 140 und wird dort zurück zu der Lichtleitscheibe 111 reflektiert. Das Licht 151 gelangt somit nicht zu der weiteren Klebeverbindung 160 und insbesondere nicht zu dem Funktionselement 120. Leuchtdichteverluste sind somit deutlich reduzierbar.
-
Die Scheibenanordnung 110 mit der Reflexionsschicht 140 gemäß den unterschiedlichen Ausführungsbeispielen ermöglicht die Reduzierung des Leuchtdichteverlustes auch im Bereich 141 in dem die Klebeverbindung 130 ausgebildet ist. Ein unerwünschtes Auskoppeln des Lichts 151 und/oder eine Absorption des Lichts 151 an dem dunklen Funktionselement 120 ist mittels der Reflexionsschicht 140 vermeidbar. Farbveränderungen an farbigen Flächen sind vermeidbar. Somit sind in den Bereichen 141 die lokalen Verklebungen zum Fixieren der Funktionselemente 120 realisierbar, ohne dass dies zu einer Inhomogenität des Lichtbildes führen würde. Somit ermöglicht die Scheibenanordnung 110 eine verlässliche Innenraumbeleuchtung für das Fahrzeug 100.
-
Bezugszeichen
-
- 100
- Fahrzeug
- 101
- Fahrzeugdach
- 102
- Fahrzeuglängsrichtung
- 103
- Windschutzscheibe
- 104
- Dachöffnung
- 110
- Scheibenanordnung
- 111
- Lichtleitscheibe
- 112
- Hauptseite
- 113
- Querseite
- 114
- Stapelrichtung
- 115
- Auskoppelstruktur
- 120
- Funktionselement
- 121
- Koppelfläche
- 130
- Klebeverbindung
- 131
- Klebeschicht
- 132
- Klebeband
- 133
- Klebefläche
- 134
- weiter Klebefläche
- 140
- Reflexionsschicht
- 141
- Bereich
- 142
- erste Oberfläche
- 143
- zweite Oberfläche
- 150
- Lichtquelle
- 151
- Licht
- 160
- weitere Klebeverbindung
- 170
- Substrat
- 171
- Substratfläche
- X
- Längsrichtung
- Y
- Querrichtung
- Z
- Hochrichtung
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-