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Die Erfindung betrifft ein Beplankungsteil, ein Beplankungssystem mit dem Beplankungsteil, ein Verfahren zur Montage des Beplankungssystems und ein Kraftfahrzeug.
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Kraftfahrzeuge, insbesondere Personenkraftwagen, weisen an ihren Außenseiten oftmals Beplankungsteile auf, die an tragenden Strukturen der Karosserie befestigt sind.
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Diese Beplankungsteile beeinflussen wesentlich den gesamten optischen Eindruck des Kraftfahrzeugs. Sie können unterschiedliche Lackierungen aufweisen. Oftmals sind derartige Beplankungsteile bei Kollisionen Beschädigungen ausgesetzt, sodass es erforderlich ist, diese Teile zu ersetzen. Der Aufwand für die Montage sowie für die Demontage derartiger Beplankungsteile wirkt sich wesentlich auf die Herstellungs- bzw. Reparaturkosten aus.
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Teilweise umfassen Personenkraftwagen Stoßfänger, die auch einen Bestandteil seitlicher Beplankung des Kraftfahrzeugs ausbilden.
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DE 600 00 506 T2 offenbart eine Stoßstange für Kraftfahrzeuge und insbesondere eine Stoßstange aus Kunststoff, die in mehrere Abschnitte unterteilt ist, sodass eine schnelle Montage und eine schnelle Demontage jedes der Abschnitte unabhängig von den anderen Abschnitten ermöglicht wird.
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DE 600 09465 T2 bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Befestigung einer Kotflügelverbreiterung, integriert an einer Stoßstange eines Kraftfahrzeugs, und insbesondere auf eine Vorrichtung zur Befestigung einer Verbreiterung, die direkt durch Formgießen mit einer Stoßstange erhalten werden und dazu bestimmt sind, einen Kotflügel aus Kunststoff zu bedecken.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Beplankungsteil sowie ein Beplankungssystem, ein Verfahren zur Montage des Beplankungssystems und ein Kraftfahrzeug mit dem Beplankungssystem zur Verfügung zu stellen, mit denen in einfacher und kostengünstiger Ausführungsform eine einfache Montage sowie Demontage des Beplankungsteils bzw. des Beplankungssystems realisiert werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Beplankungsteil nach Anspruch 1, durch das erfindungsgemäße Beplankungssystem nach Anspruch 3 sowie durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Montage des Beplankungssystems nach Anspruch 9 und durch das Kraftfahrzeug nach Anspruch 10 gelöst.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform des Beplankungsteils ist in Unteranspruch 2 angegeben. Vorteilhafte Ausführungsformen des Beplankungssystems sind in den Unteransprüchen 4-8 angegeben.
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Ein erster Aspekt der Erfindung ist ein Beplankungsteil zur bereichsweisen Beplankung eines Frontbereichs oder eines Heckbereichs sowie wenigstens einer Seite eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens, welches ein Stoßfängerelement und wenigstens einen integral mit dem Stoßfängerelement ausgeführten Kotflügel umfasst.
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In vorteilhafter Ausgestaltung umfasst das Beplankungsteil zwei Kotflügel, die sich im Wesentlichen senkrecht zu einem frontal bzw. heckseitig anzuordnenden Stoßfängerelement erstrecken.
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Ein betreffender Kotflügel ist dazu eingerichtet, einen Teil der Außenhaut des Kraftfahrzeugs, nämlich an und/oberhalb einer Radeinhausung auszubilden. Des Weiteren ist der Kotflügel an seiner dem Stoßfängerelement abgewandten Seite dazu eingerichtet, eine Seite eines Türspalts einer dem Beplankungsteil nächstliegenden Seitentür eines mit dem Beplankungsteils ausgestatteten Kraftfahrzeugs zu begrenzen.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform des Beplankungsteils sieht vor, dass das Beplankungsteil mittels mehrerer, wenigstens die drei translatorischen Freiheitsgrade des Beplankungsteils blockierender Fixierungseinrichtungen mit einer Tragstruktur einer Karosserie verbindbar oder verbunden ist. Gegebenenfalls ist das Anbauteil mit derselben Tragstruktur verbunden oder verbindbar, mit der das Beplankungsteil verbunden bzw. verbindbar ist.
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Die Fixierungseinrichtungen können zudem derart ausgeführt sein, dass mit ihnen auch alle Rotations-Freiheitsgrade des betreffenden fixierten Teils blockiert sind. Dabei kann eine jeweilige Fixierungseinrichtung als Schraub- oder Rastverbindung oder adhäsive Verbindung, insbesondere als Klebeverbindung, ausgeführt sein.
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Eine alternative Ausführungsform des Beplankungsteils sieht vor, dass dieses mittels einer Gleitführung, die auch als Einschubverbindung, Führungsverbindung bzw. Feder-Nutsystem bezeichnet werden kann, mit einer Tragstruktur einer Karosserie verbindbar ist.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist ein Beplankungssystem, welches ein erfindungsgemäßes Beplankungsteil und des Weiteren wenigstens ein Anbauteil umfasst, welches mit dem Kotflügel des Beplankungssystems mittels einer Gleitführung verbindbar oder verbunden ist.
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Das Anbauteil kann auch als Paneel bezeichnet werden und bildet neben dem Beplankungsteil ebenfalls einen Bestandteil der Außenhaut des Kraftfahrzeugs aus. Das Stoßfängerelement ist ein Beplankungs-Bestandteil des Stoßfängers. Die hier verwendete Gleitführung kann eine sogenannte Einschubverbindung, Führungsverbindung bzw. ein Feder-Nut- System sein.
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Dabei kann das Anbauteil am Kotflügel mittels der Gleitführung in einem senkrecht zu einer von der Gleitführung realisierten Führungsrichtung definierten Freiheitsgrad fixiert sein.
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Die Führungsrichtung der Gleitführung kann entlang der Fahrzeuglängsrichtung eines mit dem Beplankungssystem ausgestatteten Kraftfahrzeugs ausgebildet sein. Das bedeutet, dass das Anbauteil auf den Kotflügel entlang der Fahrzeuglängsrichtung aufschiebbar ist.
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Eine Fixierung des Anbauteils an einer Tragstruktur der Karosserie kann mittels mehrerer, wenigstens die drei translatorischen Freiheitsgrade des Anbauteils blockierender Fixierungseinrichtungen erfolgen.
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Ein Anbauteil kann ein bezüglich des Kotflügels oberes Beplankungs-Anbauteil sein und an der oberen Seite des Kotflügels angeordnet oder anordbar sein. Alternativ oder hinzukommend ist vorgesehen, dass ein Anbauteil ein bezüglich des Kotflügels unteres Beplankungs-Anbauteil ist und an der unteren Seite des Kotflügels angeordnet oder anordbar ist.
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Das obere Beplankungs-Anbauteil und das untere Beplankungs-Anbauteil können gleichzeitig vorhanden sein.
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Um die Gleitführung auszubilden können der Kotflügel und das Anbauteil an den ihnen zugewandten Seiten jeweils zumindest einen Vorsprung aufweisen, der im Profil eine Hakenform hat, deren Hakenabschnitte ineinander steckbar oder gesteckt sind. Ein jeweiliger Hakenabschnitt bildet eine jeweilige Hinterschneidung aus, in die der jeweils andere Hakenabschnitt eingreifen kann, wobei die Hakenabschnitte im montierten Zustand von Kotflügel und Anbauteil derart zueinander ausgerichtet sind, dass eine Verschiebung des Anbauteils in Bezug zum Kotflügel stattfinden kann.
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Das Beplankungsteil und/ oder das Anbauteil können aus Kunststoff gefertigt sein.
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Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Montage des erfindungsgemäßen Beplankungssystems, bei dem das Beplankungsteil mit wenigstens einem Anbauteil mittels einer Gleitführung verbunden wird, wobei zwischen Anbauteil und Kotflügel des Beplankungsteils eine mittels der Gleitführung geführte Bewegung durchgeführt wird. Die mittels der Gleitführung realisierte geführte Bewegung ist insbesondere eine translatorische bzw. lineare Bewegung.
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Des Weiteren wird durch die Erfindung ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein zumindest teilweise elektrisch antreibbarer Personenkraftwagen, zur Verfügung gestellt, welcher zumindest ein erfindungsgemäßes Beplankungssystem und/ oder zumindest ein mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Montage des Beplankungssystems montiertes Beplankungssystem umfasst.
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Das Kraftfahrzeug kann dabei im Front- und/ oder am Heckbereich ein solches Beplankungssystem aufweisen.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert.
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Es zeigen
- 1: ein mit dem erfindungsgemäßen Beplankungssystem ausgestatteter Personenkraftwagen in perspektivischer Ansicht,
- 2: der Personenkraftwagen in seitlicher Ansicht beim Montageprozess in einer Explosions-Darstellung,
- 3: die verwendete Gleitführung in perspektivischer Schnittansicht.
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1 zeigt den Personenkraftwagen 1 mit daran angeordnetem Beplankungssystem 30. Das Beplankungssystem 30 umfasst in der hier dargestellten Ausführungsform sowohl am Frontbereich 2 als auch am Heckbereich 3 jeweils ein Beplankungsteil 10. Das jeweilige Beplankungsteil 10 umfasst ein Stoßfängerelement 11, welches sich im Wesentlichen über die gesamte Breite des Personenkraftwagens 1 erstreckt. Das Stoßfängerelement 11 ist ein Bestandteil eines jeweiligen Stoßfängers. Integrale Bestandteile eines jeweiligen Beplankungsteils 10 sind Kotflügel 12, die zur seitlichen Beplankung des Personenkraftwagens 1 vorgesehen sind. Das bedeutet, dass das Stoßfängerelement 11 und die Kotflügel 12 zusammen ein Bauteil ausbilden. Diese Einheit aus Stoßfängerelement 11 und Kotflügel 12 kann insbesondere aus Kunststoff hergestellt sein.
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Das Beplankungsteil 10 ist in der hier dargestellten Ausführungsform mittels mehrerer Fixierungseinrichtungen 20 mit einer Tragstruktur 4 der Karosserie des Personenkraftwagens 1 verbunden, die aus 2 ersichtlich ist.
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Ein jeweiliger Kotflügel 12 bildet die obere Begrenzung einer jeweiligen Radeinhausung 13 aus. Des Weiteren bildet eine Begrenzung eines jeweiligen Kotflügels 12 ebenfalls die Begrenzung eines Türspalts 14 aus, der an einer dem jeweiligen Beplankungsteils 10 nächstliegenden Tür des Personenkraftwagens 1 realisiert ist.
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Ein weiterer Bestandteil des Beplankungssystems 30 ist wenigstens ein Anbauteil 40, welches auch als Paneel bezeichnet werden kann.
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In der hier dargestellten Ausführungsform umfasst das Beplankungssystem 30 des Frontbereichs 2 ein Beplankungsteil 10 sowie zwei Anbauteile 40, nämlich ein oberes Beplankungs-Anbauteil 41 und ein unteres Beplankungs-Anbauteil 42.
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Das obere Beplankungs-Anbauteil 41 ist oberhalb der Kotflügel 12 angeordnet, folgt im Wesentlichen der Form des Beplankungsteils 10 und verbindet somit die beiden vorderen Seiten des Personenkraftwagens 1 über dessen frontale Seite. Mit anderen Worten bildet das obere Beplankungs-Anbauteil im Wesentlichen in einer Draufsicht auf den Personenkraftwagen 1 eine U-Form aus.
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Das untere Beplankungs-Anbauteil 42 befindet sich unterhalb des Kotflügels 12 und fluchtet im Wesentlichen mit einem Schweller 5 des Personenkraftwagens 1.
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2 zeigt die einzelnen Bestandteile des Beplankungssystems 30 in einer Explosions-Darstellung. Deutlich ersichtlich ist hierbei, dass das Beplankungsteil 10 und die Anbauteile 40 separate Bauteile sind.
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Die Fixierung eines jeweiligen Anbauteils 40 an dem Beplankungsteil 10 wird anhand 3 erläutert. Zur Fixierung des Anbauteils 40 an dem Beplankungsteil 10 wird eine Gleitführung 50 genutzt. Die Gleitführung 50 ermöglicht eine Relativbewegung zwischen Beplankungsteil 10 und Anbauteil 40 entlang der Führungsrichtung 52, die in der hier dargestellten Ausführungsform der Fahrzeuglängsrichtung 53 entspricht. Die Gleitführung 50 sorgt dabei gleichzeitig für die Blockade eines translatorischen Freiheitsgrades 51 des betreffenden Anbauteils 40, senkrecht zur Führungsrichtung 52. Entsprechend ist ein derart montiertes Anbauteil 40 nur noch entlang der Führungsrichtung 52 zu fixieren, um eine ungewünschte Bewegung entlang der Führungsrichtung 52 zu verhindern. Diese Fixierung des Anbauteils 40 kann dabei insbesondere an der Tragstruktur 4, siehe 2, erfolgen.
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Um die Führung des Anbauteils 40 entlang der Führungsrichtung 52 und die Blockade des Freiheitsgrades 51 zu realisieren ist die Gleitführung 50 durch eine erste Hakenform am Kotflügel 12 des Beplankungsteils 10, sowie durch eine zweite Hakenform am Anbauteil 40 realisiert, wobei die erste Hakenform 60 einen ersten Hakenabschnitt 61 ausbildet und die zweite Hakenform 70 einen zweiten Hakenabschnitt 71 ausbildet, und die beiden Hakenabschnitte ineinandergreifen, sodass die durch die Hakenabschnitte 61,71 ausgebildeten Hinterschneidungen einander in einer Relativbewegung senkrecht zur Führungsrichtung 52 blockieren.
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Dies stellt sicher, dass ein jeweiliges Anbauteil 40 im Wesentlichen entlang der Fahrzeuglängsrichtung 53 auf bzw. an den Kotflügel 12 angeschoben werden kann und in einer beabsichtigten Position dort fixiert werden kann.
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Aufgrund einer Fixierung des Anbauteils 40 sowie auch des Beplankungsteils 10 an der Tragstruktur 4 der Karosserie wird zudem erreicht, dass mittels des Beplankungsteils 10 ein Anteil an der Fixierung des Anbauteils 40 als auch mittels des Anbauteils 40 ein Anteil an der Fixierung des Beplankungsteils 10 erbracht wird.
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Insgesamt wird durch das erfindungsgemäße Beplankungsteil 10 sowie durch das erfindungsgemäße Beplankungssystem 30 eine einfache, kostengünstige Montage ermöglicht, bei optisch ansprechender Gestaltung der Außenhaut sowie erhöhter Steifigkeit der die Außenhaut ausbildenden Bauteile.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Personenkraftwagen
- 2
- Frontbereich
- 3
- Heckbereich
- 4
- Tragstruktur
- 5
- Schweller
- 10
- Beplankungsteil
- 11
- Stoßfängerelement
- 12
- Kotflügel
- 13
- Radeinhausung
- 14
- Türspalt
- 20
- Fixierungseinrichtung
- 30
- Beplankungssystem
- 40
- Anbauteil
- 41
- oberes Beplankungs-Anbauteil
- 42
- unteres Beplankungs-Anbauteil
- 50
- Gleitführung
- 51
- Durch Gleitführung blockierter Freiheitsgrad
- 52
- Führungsrichtung
- 53
- Fahrzeuglängsrichtung
- 60
- Erste Hakenform
- 61
- Erster Hakenabschnitt
- 70
- Zweite Hakenform
- 71
- Zweiter Hakenabschnitt
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 60000506 T2 [0005]
- DE 60009465 T2 [0006]