-
Die Erfindung betrifft einen Tropfenspender zur Abgabe einer pharmazeutischen Flüssigkeit nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Derartige Tropfenspender sind vorzugsweise zur Mehrfachverwendung vorgesehen.
-
Aus
EP 3 858 303 A1 ist ein Tropfenspender zur Abgabe einer pharmazeutischen Flüssigkeit in Tropfenform mit einem Flüssigkeitsspeicher und mit einem Tropfaufsatz gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
-
Aus
DE 10 2012 214 426 B3 ist ein Flüssigkeitsspender zur Abgabe von Tropfen bekannt. Ein solcher Flüssigkeitsspender umfasst ein Gehäuse, ein Flüssigkeitsreservoir, eine Austragöffnung, durch die Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsreservoir ausgetragen werden kann, und eine die Austragöffnung außenseitig umgebende Tropfenbildungsfläche, an der sich die Flüssigkeit sammelt, um von der Tropfenbildungsfläche als Tropfen abgegeben zu werden. Der Tropfen trennt sich vom Spender, wenn er eine ausreichende Größe aufweist, die zu einer Abschnürung des überwiegenden Teils der ausgetragenen Flüssigkeitsmenge in Form eines Haupttropfens führt.
-
Bei Tropfenspendern besteht das Problem, dass mit der Abgabe eines Tropfens, des Haupttropfens, an der Tropfenbildungsfläche ein Rest, der sogenannte Resttropfen, üblicherweise verbleibt, der nachfolgend entweder an der Tropfenbildungsfläche trocknet oder aber wieder in den Tropfenspender eingesogen wird. Dieser Resttropfen ist technisch kaum vermeidbar und stellt eine Gefahr dar, da er sowohl an der Tropfenbildungsfläche als auch im Flüssigkeitsreservoir eine Kontamination bei einer Mehrfachverwendung verursachen kann.
-
Bei Tropfenspendern, die nicht über ein der Austragöffnung zugeordnetes Auslassventil verfügen, wird dieser Resttropfen folglich durch den sich im Flüssigkeitsspeicher zuvor gebildeten Unterdruck wieder in die Flasche eingesogen. Bei Tropfenspendern, die ein druckabhängig öffnendes Auslassventil aufweisen, ist dagegen der Rückweg in den Tropfenspender hinein für den Resttropfen nach Ende des Austragvorgangs verschlossen, so dass der Resttropfen außenseitig der Austragöffnung verbleibt. Dies ist problematisch, da wie bereits ausgeführt dieser Resttropfen Träger einer Kontamination werden kann.
-
Es ist daher gewünscht, den Resttropfen hinsichtlich seines Volumens bereits soweit als möglich zu minimieren, damit die Kontamination, insbesondere beim Trocknen an der Tropfenbildungsfläche, geringgehalten wird. Ein kleinerer Resttropfen führt zu einem schnelleren Trocknen desselben und damit zu einer verringerten Kontaminationsgefahr.
-
Eine Änderung der Formgebung der Tropfenbildungsfläche ermöglicht auf einfache konstruktive Art, den Resttropfen deutlich zu verringern. Es hat sich gezeigt, dass eine von der üblichen kreisrunden Form der Begrenzungskontur abweichende Formgebung die Flüssigkeitsmenge des abzugebenden Haupttropfens bei vergleichbarer Größe der Tropfenbildungsfläche kaum beeinflusst, jedoch die Größe des an der Tropfenbildungsfläche nach der Abgabe des Haupttropfens verbleibenden Resttropfens deutlich reduziert.
-
Vorzugsweise weicht die Formgebung der Tropfenbildungsfläche deutlich von der Kreisform ab, wobei besonders bevorzugt zumindest Teilabschnitte der Begrenzungskontur Einbuchtungen bilden, die konkav nach innen und somit zur Austragöffnung hin gewölbt sind, was einen besonders kleinen Resttropfen bewirkt. Der Resttropfen, der an der Tropfenbildungsfläche verbleibt, ist dann nur noch etwa halb so groß wie ein Resttropfen, der an einer kreisrunden Tropfenbildungsfläche gleicher Fläche verbliebe.
-
Die Dosierung von Medikamenten, die in Tropfenform ausgebracht werden, erfolgt üblicherweise über die Anzahl Tropfen, so dass ferner die Erzielung einer immer gleichbleibenden Größe des sich abtrennenden Haupttropfens von großer Bedeutung ist.
-
Aus DE 10 2011 083 355 84 ist deshalb ein Tropfenspender bekannt, der die Ausbringung von Tropfen weitgehend konstanter Größe bzw. Flüssigkeitsvolumen gestattet und die Trocknungszeit des verbleibenden Resttropfens verkürzt. Dazu weist die Tropfenbildungsfläche außenseitig der Austragöffnung, bezogen auf eine Ausrichtung des Tropfenspenders mit vertikal nach unten weisender Austragöffnung, eine sich nach unten und zur Austragöffnung hin verjüngende Formgebung auf. Zudem ist diese Tropfenbildungsfläche hydrophil ausgebildet. Die Kombination der sich verjüngenden und hydrophil ausgebildeten Tropfenbildungsfläche, die die Austragöffnung umgibt, hat sich insbesondere im Hinblick auf die Trocknungszeit des Resttropfens als vorteilhaft herausgestellt.
-
Um gleichbleibend große Tropfen auch bei Abweichung von einer vertikalen Ausrichtung erzeugen zu können, kann vorgesehen sein, dass die Tropfenbildungsfläche durch eine Außenoberfläche eines Tropfenbildungskörpers gebildet wird, der die Form einer Kugelkalotte aufweist. So ist erreichbar, dass ein Anwinkeln des Tropfenspenders gegenüber einer Vertikalausrichtung keine Auswirkungen auf die Größe des Tropfens hat.
-
Alle diese Lösungen basieren auf der Annahme, dass es vorteilhaft sei, dem am Spender verbleibenden Resttropfen eine vergrößerte Fläche als Tropfenbildungsfläche bereitzustellen, wenn die Auslassöffnung im verschlossenen Zustand des Tropfenspenders durch einen Ventilstift verschlossen ist. Der Ventilstift ist Teil eines Auslassventils, welches in Abhängigkeit des Flüssigkeitsdrucks innerhalb des Tropfenspenders öffnet oder schließt.
-
Tropfenspender, die nicht über ein der Auslassöffnung zugeordnetes Auslassventil mit Ventilstift verfügen, können druckverformbare elastische Ausgabeenden aufweisen. Aus
EP 0 222 944 A1 ist beispielsweise ein Tropfenspender mit einem röhrchenförmigen Tropfaufsatz bekannt, dessen Auslassöffnung als Schnabelventil ausgebildet ist.
-
Zur Verbesserung der Bildung einzelner Tropfen derartiger Tropfenspender ist aus
DE 6 933 320 U1 bekannt, die Tropfenbildung unabhängig von dem auf die Betätigungskammer ausgeübten Pressdruck zu machen. Dazu besteht das Innere einer tüllenartigen Ausbringungsspitze aus einer zylindrischen Längsbohrung, die durch in Entspannungskammern bildende Abschnitte, die mit axialem Abstand voneinander angeordnet sind, unterteilt ist für eine Abbremsung der Durchflussgeschwindigkeit.
-
Bei besonders niedrigviskosen Flüssigkeiten können beispielsweise insgesamt drei Entspannungskammern vorgesehen sein, während bei relativ hochviskosen Flüssigkeiten eine Entspannungskammer ausreichen kann. Eine genaue Dosierung wird erreicht. Da die in der Tülle verbliebene Flüssigkeit beim Entspannen der Betätigungskammer auch einwandfrei zurückgesaugt wird, ist die Gefahr von Kontaminationen allerdings hoch, Eine Verbesserung wird gemäß
US 6 105 828 A darin gesehen, dass die innenseitigen Durchmesserübergänge gerundet ausgebildet sind.
-
Aus
WO 84/00 707 A1 ist ein Tropfenspender bekannt, bei dem der Tropfaufsatz eine Kapillarmündung mit einem Abtropfkonus aufweist. Die Länge und der Durchmesser des Kapillarrohres bestimmen die Geschwindigkeit der Tropfenbildung. Der Abtropfkonus bestimmt dann die Tropfengröße, wobei die Tropfengröße mit steigender Fläche der Tropfenbildungsfläche am Konus steigt. Der Konuswinkel liegt vorzugsweise bei 50° bis 64°. Aus
EP 0 594 490 B1 ist bekannt, einen solchen Abtropfkonus mit einer sternenförmigen Austragöffnung mit zumindest drei Zacken auszubilden.
-
Aus
DE 20 2013 010 261 U1 ist ein ophthalmisches Produkt zur Mehrfachverwendung bekannt, welches ein Behältnis mit einem integrierten Bakterienschutzsystem umfasst und eine Abgabespitze für Tropfen aufweist. Es wird zusammenfassend darauf hingewiesen, dass sich mehrere Konstruktionen von Tropfflaschenspitzen unterscheiden lassen. Die einfachste Konstruktion ist eine Düse mit einer kleinen Öffnung für die Passage der Flüssigkeit; Tropfflaschenspitzen mit einem geraden, länglichen, zylindrischen Kanal einheitlichen Querschnitts und einer schmaleren Innenöffnung; Spitzen mit einem konischen Auswärtskanal unter einem zylindrischen zurückgesetzten Kanal. Veränderungen der Abmessungen der Augentropfflaschenspitze können die Tropfenvolumen beträchtlich beeinflussen.
-
Der Fluss der Flüssigkeit durch die Tropfflaschenspitze und die Tropfengröße hängt von der Innenöffnung und dem Außendurchmesser der Mündung ab. Der Innendurchmesser der Mündung der Tropfflaschenspitze ist vorzugsweise konstant. In einem solchen System erhöht sich die Augentropfengröße linear mit dem Außendurchmesser. Tropfflaschenspitzen gemäß dem Stand der Technik kontrollieren die Größe der Tropfen durch Kontrolle des Innendurchmessers relativ zum Außendurchmesser. Vorzugsweise sollte die Abgabespitze die folgenden Abmessungen aufweisen: Das Verhältnis zwischen Innen- und Außendurchmesser der Abgabespitze beträgt 1:1 bis 1:6, besonders bevorzugt 1:1 bis 1:3. Der Außendurchmesser entspricht dabei dem Durchmesser der Öffnung an der Spitze der Düse, wo der Tropfen das Behältnis verlässt, und der Innendurchmesser entspricht dem Durchmesser innen in der Düse, der den Tropfen zu der Öffnung führt, wo der Tropfen das Behältnis verlässt.
-
Zu beachten ist hinsichtlich ophthalmischer Produkte, dass das Volumen einer menschlichen Träne durchschnittlich 7 µl beträgt. Der Bindehautsack kann 20-30 µl Flüssigkeit aufnehmen, ohne auf die Wange überzulaufen. Die durchschnittliche Tropfengröße kommerzieller Medikamente für das Auge liegt jedoch bei 39 µl. Die überschüssige Flüssigkeit läuft auf die Wangen oder fließt in das Tränennasensystem ab, wo sie unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen kann. Um Augentropfen mit idealem Volumen zu erhalten, werden Tropfflaschenspitzen mit kleineren Abmessungen benötigt. Bekannt ist daher das Tropfenvolumen auf 22 µl bis 31 µl.11 zu reduzieren unter Berücksichtigung der Einflussfaktoren Viskosität, Oberflächenspannung und Abmessungen der Abgabespitze.
-
Als nachteilig erwiesen hat sich jedoch, dass auch hier die Problematik des Resttropfens besteht. Mit zunehmendem Außendurchmesser der Abgabespitze vergrößert sich die Tropfenbildungsfläche und deren Fähigkeit einen Resttropfen zu trocknen. Mit der Tropfengröße vergrößert sich allerdings auch der Resttropfen und damit die Kontaminierungsgefahr.
-
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Tropfenspender nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, der für die Abgabe einzelner Tropfen definierter Größe ausgelegt ist und dabei eine von außen eintretende Verunreinigung von Flüssigkeit zuverlässig verhindert.
-
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
-
Hierdurch wird ein Tropfenspender geschaffen, der das bekannte physikalische Phänomen des Abtropfens von Flüssigkeiten an Düsen oder Kapillaren nutzt. Die erzeugte Tropfengröße hängt ab vom Kapillar- bzw. dem Düsendurchmesser sowie der wirksamen Oberflächenspannung und der Dichte der Flüssigkeit.
-
Strömt die Flüssigkeit im Erdschwerefeld mit geringer Zulaufgeschwindigkeit durch eine senkrecht angeordnete Kapillare oder Düse, so bildet sich zunächst ein an der Kapillare oder Düse infolge der wirksamen Oberflächenspannung anhaftender Flüssigkeitstropfen aus. Dessen Masse nimmt aufgrund der zuströmenden Flüssigkeit sukzessive zu. Sobald die Gewichtskraft des anhaftenden Tropfens größer wird als die den Tropfen an der Kapillare oder Düse haltende Oberflächenspannungskraft, löst sich dieser ab, wobei ein Flüssigkeitsmeniskus an der Düse oder Kapillare verbleibt.
-
Mit der Erfindung wird erreicht, dass beim Ablösen des jeweiligen Tropfens von der Mündungsöffnung im Erdschwerefeld der Tropfen in diesem Beschleunigungsfeld eine Deformation erfährt und sich derart hinter der Mündungsöffnung einschnürt, dass weitgehend die gesamte Flüssigkeit vom sich ablösenden Tropfen erfasst wird, wodurch die an der Mündungsöffnung verbleibende Masse, d.h. das Volumen des Resttropfens, reduziert wird.
-
Es ist das Verdienst der Erfinder der vorliegenden Anmeldung erkannt zu haben, dass eine Auslasskontur mit einer von einer Kreisform abweichenden Formgebung der Mündungsöffnung, der eine innere umlaufende Abtropfschulter mit umfänglich unterschiedlicher radialer Breite zugeordnet ist, den Tropfenbildungsvorgang beeinflusst. Die von den Flüssigkeiten in Kapillaren gebildeten Menisken hängen ab vom Radius der Kapillare. Erfindungsgemäß sind veränderte metrische Eigenschaften ausgebildet, da die umlaufende Abtropfschulter mit unterschiedlichen radialen Breiten zum Mittelpunkt ausgebildet ist und die jeweilige Abweichung vorzugsweise zentral gegenüber der ringförmigen Öffnung der Einlasskontur ausgeführt ist. Die erfindungsgemäße Formgebung des Innenquerschnitts der Mündungsöffnung im Bereich der Auslasskontur zusammen mit der Abtropfschulter reduziert das Volumen des Resttropfens. Dieser Vorteil zeigt sich insbesondere auch für höher viskose Flüssigkeiten und bei Abgabe von Tropfen aus der Tropfflaschenspitze in einem Winkel von 90° zur Waagerechten, wo das Tropfengewicht an sich größer ist als bei einer Veränderung des Abgabewinkels hin zu 45°.
-
Eine wiederholte Abgabe von Tropfen mit weitgehend konstantem Volumen, d.h. des Haupttropfens, wird ermöglicht und dabei das Volumen des Resttropfens, reduziert. Die Anwendung von konservierungsmittelfreien medizinischen Flüssigkeiten und die Genauigkeit der verabreichten Dosis ist dadurch deutlich verbessert.
-
Die umlaufende innere Abtropfschulter kann als plane Fläche quer zur axialen Achse des Tropfenspenders ausgebildet sein. Alternativ kann die umlaufende Abtropfschulter ganz oder abschnittsweise von einem gekrümmten Flächenabschnitt gebildet sein.
-
Die Formgebung der Auslasskontur kann beispielsweise gewählt sein als Ellipse oder Vieleck, wobei die numerische Exzentrizität vorzugsweise im Bereich 0,01 bis 0,8 liegt. Eine als Abtropfschulter gebildete Abtropfstufe kann zwischen 1 und 7 mm2 liegen.
-
Zur Bereitstellung der Tropfengröße und Tropfengrößenvariabilität kann in bekannter Weise die Wandstärke der Abgabespitze im Bereich der Auslassöffnung zwischen Innenwandung und Außenwandung im Bereich von 1:1 bis 1:6, insbesondere 1:1 bis 1:3, liegen.
-
Für einen Überkopfbetrieb kann ferner vorgesehen sein, dass ein Belüftungswegausgang eines Druckausgleichskanals in den Vorratsbehälter über eine am Austragkopf vorgesehene Dichtvorrichtung rückschlagventilartig verschließbar ist. Die Dichtvorrichtung kann beispielsweise eine konkav zum Inneren des Vorratsbehälters gebogene Dichtscheibe sein, deren Scheibenrand dichtend anliegt.
-
Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.
-
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
- 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt eines Tropfaufsatzes eines Tropfenspenders gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- 2 zeigt schematisch einen Querschnitt des Tropfaufsatzes gemäß 1 mit vergrößerter Darstellung einer Einlasskontur,
- 3a und 3b zeigen schematisch eine perspektivische Ansicht und einen zugehörigen Querschnitt des Tropfaufsatzes gemäß 1 mit vergrößerter Darstellung einer Auslasskontur ohne Ventilkörper,
- 4 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht des Tropfaufsatzes gemäß 1 mit Darstellung der Auslasskontur,
- 5 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines Tropfaufsatzes eines Tropfspenders gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- 6 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines Tropfaufsatzes eines Tropfspenders gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
- 7 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines Tropfaufsatzes eines Tropfspenders gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel,
- 8 zeigt einen Längsschnitt des an einem Halsansatz eines Flüssigkeitsbehälters des Tropfenspenders gemäß ersten Ausführungsbeispiel befestigten Tropfaufsatz,
- 9 ist eine Übersicht von unterschiedlichen Tropfengrößen bei unterschiedlichen Viskositäten und jeweils sich ergebenden durchschnittlichen Resttropfen,
- 10 zeigt schematisch einen Längsschnitt eines Tropfaufsatzes eines Tropfenspenders gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel.
-
Wie 1 und 8 zeigen, betrifft die Erfindung einen Tropfenspender 1 zur Abgabe einer pharmazeutischen Flüssigkeit in Tropfenform. Dieser Tropfenspender 1 verfügt über einen Flüssigkeitsspeicher 2, insbesondere einen Vorratsbehälter, zur Aufnahme des flüssigen Mediums und einen an dem Flüssigkeitsspeicher 2 festlegbaren Austragkopf, der als Tropfaufsatz 3 ausgebildet ist. Der Flüssigkeitsspeicher 2 ist vorzugsweise flaschenförmig ausgebildet und manuell zusammendrückbar, sodass der sich dadurch erhöhende Druck im Flüssigkeitsspeicher 2 einen Mediumhub verursacht.
-
Grundsätzlich kommen verschiedene Arten von Fördermechanismen hierfür in Frage. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die das Flüssigkeitsreservoir umgebenden Wandungen des Gehäuses verformbar sind, sodass durch unmittelbare Kraftbeaufschlagung des Gehäuses, welches als Quetschflasche agiert, das Volumen des Flüssigkeitsreservoirs vermindert werden kann. Grundsätzlich sind allerdings auch andere Mechanismen wie beispielsweise eine Kolbenpumpe denkbar und von der Erfindung umfasst.
-
Der Tropfaufsatz 3 ist dabei vorzugsweise über einen Verschluss 4, beispielsweise einen Schnappverschluss, an einem Hals des Flüssigkeitsbehälters 2 befestigt. Der Tropfenspender 1 ist beispielsweise für die Ausgabe von Augentropfen vorgesehen.
-
Der Tropfaufsatz 3 weist einen in eine Auslassöffnung 6 mündenden Kanal 5 auf. Die Auslassöffnung 6 bildet eine Düse, wobei der Auslassöffnung 6 ein Auslassventil 7 zugeordnet ist. Die Auslassöffnung 6 besitzt eine kapillare Mündungsform mit einer Einlasskontur 8 und einer Auslasskontur 9. Die Einlasskontur 8 bildet für die durch Auslassöffnung 6 hindurch zu fördernde Flüssigkeit eine innere ringförmige Öffnung 18 abgabeseitig eines mittleren Ventilkörpers 10 des Auslassventils 7. 1 zeigt den Fluidweg F und 2 zeigt einen Radius Ri als Mantelumfangsfläche eines zylindrischen Ventilkörpers 10 gegenüber einem Radius Ra als einem Innendurchmesser einer Kapillare 12, in die der Kanal 5 mündet. Zwischen dem Ventilkörper 10 und der Innenwandung 11 der Kapillare 12 kann eine Beruhigungszone 13 ausgebildet sein. Ferner kann ein mikrobiologischer Verschluss 14 eingangsseitig der Kapillare 12 vorgesehen sein. Verbaut ist die Kapillare 12 in einem die Auslassöffnung 6 außenseitig umgebenden Material 15. Jene außenseitig der Auslassöffnung 6 vorgesehene Fläche, die beim Austrag von Flüssigkeit benetzt wird und als äußere Begrenzungskontur eine äußere Tropfenbildungsfläche 17 definiert, wird nachfolgend noch erläutert.
-
Sowohl der Querschnitt des in der Kapillare 12 befindlichen Hohlraums wie auch der äußere Querschnitt der Kapillare 12 sind bevorzugt rund geformt. Der Querschnitt kann jedoch auch jene andere Form aufweisen, z.B. eine ovale, quadratische, rechteckige oder polygonale.
-
Wie insbesondere 3a und 3b zeigen, ist die Innenquerschnitt der Kapillare 12 der Auslassöffnung 6 durch mindestens eine radial nach außen sich erstreckende ringförmige Schulter 16 unterteilt, dergegenüber sich die Auslasskontur 9 mit einer von einer Kreisform abweichenden Formgebung erstreckt. Dadurch bildet die ringförmige Schulter 16 eine innenwandige Abtropfstufe mit umfänglich unterschiedlicher radialer Breite B1, B2 gegenüber der ringförmigen Öffnung der Einlasskontur 8. Die Breite B1 ist beispielsweise die kleinste Breite und B2 ist beispielsweise die größte Breite und die dazwischenliegenden Breiten liegen zwischen diesem Minimalwert und dem Maximalwert. Der Innenquerschnitt der Kapillare 12 erweitert sich durch die Schulter 16.
-
Die ringförmige Schulter 16 ist vorzugsweise zentral gegenüber einer kreisförmigen Öffnung der Einlasskontur 8 ausgebildet. Die von der Kreisform abweichende Formgebung der Auslasskontur 9 kann nach Art einer Ellipse, wie in 4 dargestellt oder eines Polygons, wie in 5 und 6 dargestellt, ausgebildet sein. Die numerische Exzentrizität der Auslasskontur 9 in Kombination mit der ringförmigen Schulter 16 kann im Bereich von 0,01 bis 0,8 liegen. Die von der ringförmigen Schulter 16 gebildete Abtropfstufe kann einen Flächenbereich von 1 bis 7 mm2 einnehmen. Für eine Bestimmung der Tropfengröße kann eine Wandstärke einer die Auslassöffnung 6 aufnehmende Abgabespitze, hier der Auslasskontur 9, im Bereich einer Auslassöffnung 6 zwischen Innenwandung und Außenwandung im Bereich 1:1 bis 1:6, insbesondere 1:1 bis 1:3 liegen.
-
Die Auslasskontur 9 bildet außenseitig eine Tropfenbildungsfläche 17, die von einer Außenseite eines als Tropfenbildungskörper wirkenden Tropfaufsatzes 3 gebildet ist. In einer Nutzposition ist die Auslassöffnung 6 mit der Auslasskontur 9 beispielsweise nach unten gerichtet. Ein Anwinkeln des Tropfenspenders 1 gegenüber einer Vertikalrichtung um bis zu 25° hat üblicherweise keine Auswirkungen auf die Größe des Tropfens.
-
Die Tropfenbildungsfläche 17 kann in einem Außenbereich bezogen auf eine Ausrichtung des Tropfenspenders 1 mit vertikal nach unten weisender Auslassöffnung 6 eine sich nach unten verjüngende Formgebung aufweisen.
-
Die Tropfenbildungsfläche 17 kann außenseitig durch eine Grenzkante begrenzt sein. Diese Grenzkante kann den Abtropfvorgang weiter verbessern.
-
Die Tropfenbildungsfläche 17 kann konkav oder konvex ausgebildet sein.
-
Der Auslassöffnung 6 ist vorzugsweise das Auslassventil 7 zugeordnet mit einem vorgespannten Ventilkörper 10. Wie 8 zeigt, kann der Ventilkörper 10 mittels einer Ventilfeder 20 in Richtung der Auslassöffnung 6 kraftbeaufschlagt sein. Die Ventilfeder 20 liegt außerhalb des Fluidwegs F. Ein Druckausgleichskanal ist ferner gegenüber dem Flüssigkeitsspeicher 2 und dessen Innenraum mittels einer Dichtvorrichtung abgedichtet. Die Dichtvorrichtung kann als Dichtscheibe 21 oder Dichtstopfen ausgebildet sein.
-
Durch eine Kraftbeaufschlagung des Flüssigkeitsspeichers 2 wird die Flüssigkeit bei leicht geöffnetem Auslassventil 7 durch die Auslassöffnung 6 hindurchgedrückt und sammelt sich in der kapillaren Mündungsform. Dadurch durchtritt die Flüssigkeit die ringförmige Öffnung 18 der Einlasskontur 8 und gelangt durch die Querschnittsöffnung der Schulter 16 in die Auslasskontur 9. In 1 ist der Flußweg F eingezeichnet.
-
Die austretende Flüssigkeit sammelt sich also erfindungsgemäß im Bereich der Auslassöffnung 6 und bildet dort im Zusammenspiel von Einlasskontur 8 und Auslasskontur 9 einen Tropfen, der nach Erreichen einer bestimmten Größe sich vom Tropfenspender 1 löst.
-
Der mittlere Ventilkörper 10 kann kopfseitig als plane Fläche ausgebildet sein, wie 1 und 8 zeigen. Alternativ kann als Stirnfläche 22 eine gekrümmte Fläche ausgebildet sein. Die gekrümmte Fläche kann kalottenartig ausgebildet sein. Die Stirnfläche 22 kann als gekrümmte Fläche zudem hydrophil ausgebildet sein.
-
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel können mindestens zwei mit axialem Abstand voneinander angeordnete ringförmige Schultern 16 vorgesehen sein.
-
9 zeigt eine Übersicht der Abgabe von Haupttropfen für verschiedene pharmazeutische Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Viskositäten und die dazu ermittelten Resttropfen. Die Haupttropfen liegen überwiegend in dem bevorzugten Bereich bis 39 µl und die Viskositäten variieren zwischen 1 und 160 mPas. Die verbliebenen Resttropfen liegen zu etwa 80% in dem für Resttropfen vorteilhaften Volumenbereich kleiner gleich 5,4 µl, und zwar für bereits hohe Viskositäten von 60 mPas.
-
Der Tropfenspender 1 gemäß
8 ist vorzugsweise mit einer Ventilfeder 20 ausgestattet, die vergleichsweise schwach ausgebildet ist. Verbunden mit einer vergleichsweise großen flachen Druckbeaufschlagungsfläche 19 führt dies dazu, dass die Auslassöffnung 6 bei einem vergleichsweise geringen Überdruck von beispielsweise 0,2 bis 0,5 bar öffnet. Das Medium strömt dann in nur gering druckbeaufschlagtem Zustand durch die Auslassöffnung 6, was der vorgesehenen Erzeugung eines Tropfens an der Auslassöffnung 6 dient. Im Einzelnen beschrieben sind diese Funktionselemente in
EP 3 576 825 B1 , worauf hiermit Bezug genommen wird.
-
Kombinierbar ist die erfindungsgemäße Lösung schließlich auch mit aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen, die Tropfenspender 1 in flüssigkeitsführenden Bereichen mit Bakteriziden, also Bakterien tötenden, oder bakteristatischen, also Bakterienwachstum verhindernden, Oberflächen auszugestalten, um gegebenenfalls auftretende Verunreinigungen zu beseitigen oder zu vermeiden.
-
Als Material für den Tropfenspender kann vorgesehen sein: Polyethylen (PE), ein thermoplastisches Elastomer (TPE) oder Polypropylen (PP).
-
Schließlich kann in bekannter Weise eine Schutzkappe auf den Tropfenspender aufgesetzt werden.
-
Die Tropfenspender 1 kann für jede Art fluiden Mediums verwendet werden. Das Medium kann mit oder ohne Konservierungsstoffe einfüllbar sein.