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Die Erfindung betrifft eine Crashstruktur für einen elektrischen Energiespeicher für ein Kraftfahrzeug, einen elektrischen Energiespeicher mit der Crashstruktur, sowie ein Kraftfahrzeug mit dem elektrischen Energiespeicher.
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Hybrid-, Plug-In-Hybrid-, Brennstoffzellen- und Elektrofahrzeuge verfügen über Traktionsenergiespeicher, welche zur Aufnahme bzw. Bereitstellung von Rekuperations- und Antriebsenergie dienen. Traktionsenergiespeicher können auf Basis von Akkumulatoren, z. B. Li-lonen-Batterien, gebildet sein. Typischerweise sind derartige Traktionsenergiespeicher modular aufgebaut, wobei einzelne Batteriezellen stapelartig angeordnet und elektrisch zu einzelnen Batteriemodulen zusammengefasst sind, die wiederum innerhalb eines Gehäuses in Reihe und/oder parallel geschaltet sind.
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Um die Batteriezellen bzw. die Batteriemodule gegenüber äußeren Einflüssen, insbesondere Feuchtigkeit, zu schützen, werden die vorgenannten Komponenten zumeist mit einem geschlossenen Gehäuse umhaust. Neben dem Schutz vor Umwelteinflüssen besteht dabei jedoch auch ein Bedarf an einer möglichst robusten Lagerung, welche die in den Batteriemodulen enthaltenen Batteriezellen möglichst sicher vor Beschädigungen, z. B. in einem Crashlastfall, schützen. Dies ist bei der Verwendung von Lithium-Ionen- Batteriezellen besonders relevant, da diese zumeist entflammbaren Elektrolyten enthalten, die bei einem Fahrzeugcrash freigesetzt und durch Funken oder Lichtbögen entzündet werden könnten.
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Ferner können Beschädigungen der Batteriezellen zu einem thermischen Durchgehen (engl. „thermal runaway“) führen, bei dem es durch einen schnellen Anstieg der Zellentemperatur zu einem Brand oder einer Explosion der Batteriezellen durch Überdruck kommen kann. Mögliche Beschädigungen, die zu einem thermischen Durchgehen führen können, sind nicht nur Crashlastfälle, sondern z. B. auch Kurzschlüsse oder zu hohe elektrische Ströme beim Laden oder Entladen des Traktionsenergiespeichers.
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Entsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, eine derartige Lösung bereitzustellen, mit der die Nachteile der bisherigen Lösungen zumindest teilweise vermieden werden. Insbesondere ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine möglichst geschützte Lagerung für Batteriemodule eines elektrischen Energiespeichers für ein Kraftfahrzeug bereitzustellen, welche insbesondere in Crashlastfällen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit bietet.
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Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung angegeben.
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Gemäß einem ersten allgemeinen Aspekt der Erfindung wird eine Crashstruktur zur Versteifung eines Gehäuses für einen elektrischen Energiespeicher eines, vorzugsweise elektrisch antreibbaren, Kraftfahrzeugs, insbesondere Nutzfahrzeugs, bereitgestellt.
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Die Crashstruktur umfasst mehrere, vorzugsweise in einer gemeinsamen Ebene übereinander angeordnete und/oder voneinander beabstandete, Strukturabschnitte. Die Crashstruktur umfasst ferner ein Gasführungssystem, das, insbesondere vollständig, innerhalb der Crashstruktur ausgebildet ist. Das Gasführungssystem weist insbesondere mehrere, miteinander fluidisch verbundene Gasführungskanäle auf, wobei in den mehreren Strukturabschnitten jeweils, vorzugsweise genau, einer der mehreren, vorzugsweise im Wesentlichen parallel zueinander verlaufenden, Gasführungskanäle ausgebildet ist. Das Gasführungssystem kann zweckmäßig zumindest einen Gasdurchlass zum Einleiten von Gas in das Gasführungssystem und zumindest einen Gasauslass zum Auslassen von Gas aus dem Gasführungssystem umfassen.
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Die Crashstruktur kann zur Aufnahme von Lastkräften im Crashlastfall und/oder zur Durchleitung der Lastkräfte durch das Gehäuse des elektrischen Energiespeichers ausgebildet sein.
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Die Crashstruktur kann, vorzugsweise lediglich, an zwei, gegenüberliegenden Gehäuseinnenflächen des Gehäuses positionierbar und vorzugsweise befestigbar, besonders bevorzugt lösbar befestigbar, sein. Die Crashstruktur kann z. B. als Zwischenwand innerhalb des Gehäuses ausgebildet sein. Durch die Crashstruktur können mögliche Verformungen des Gehäuses verhindert oder zumindest reduziert werden. Dabei können Lastkräfte (d. h. Aufprallkräfte) im Crashlastfall von einer Seite des Gehäuses zur anderen Seite des Gehäuses durch den elektrischen Energiespeicher geleitet werden.
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Durch die vorliegende Offenbarung wird somit eine Crashstruktur bereitgestellt, die auf vorteilhafte Weise eine Doppelfunktion erfüllt.
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Zum einen dient die Crashstruktur zur Versteifung des Gehäuses, um mögliche Verformungen des Gehäuses im Crashlastfall zu verhindern oder zumindest zu reduzieren, sodass eine möglichst robuste Lagerung der Batteriemodule innerhalb des Gehäuses sichergestellt werden kann.
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Zum anderen dient die Crashstruktur dazu, ein Fluid innerhalb des elektrischen Energiespeichers gezielt durchzuführen. Bei dem Fluid kann es sich insbesondere um ein Gas handeln, das bei einem thermischen Durchgehen aus einer beschädigten Batteriezelle ausgelassen wird, bevor es zu einem Brand oder eine Explosion kommen kann. Dies wird auch als Entgasungsvorgang bzw. Entgasen bezeichnet.
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Das Gas kann so mittels des Gasführungssystems z. B. an eine oder mehrere Positionen geführt und auf sichere Weise ausgelassen werden. Die mehreren, miteinander fluidisch verbundenen Gasführungskanäle bieten dabei u. a. die Möglichkeit, Gas gezielt an verschiedenen Positionen aufnehmen und/oder auslassen zu können. Durch das Gasführungssystem der Crashstruktur können zusätzliche Bauteile innerhalb des elektrischen Energiespeichers zur gezielten Gasführung vermieden oder zumindest reduziert werden. Dadurch wird Platz innerhalb des Gehäuses, z. B. für ein oben auf den Batteriezellen liegendes Zellkontaktiersystem, gewonnen und Mehrkosten bzw. Mehrgewicht durch zusätzliche Gasführungskanäle verhindert.
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Mit anderen Worten, die vorliegende Offenbarung führt zu einer Optimierung der Batteriemodulmontage unter Berücksichtigung der auftretenden Kräfte bzw. Beschleunigungen während des Fahrbetriebs und möglichen Crashlastfällen, und einer gleichzeitigen Integration einer Gasführung, um nach dem Versagen einer Batteriezelle, d. h. nach einem thermischen Durchgehen (engl. „thermal runaway“), Gase gezielt abführen zu können.
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Gemäß einer Ausführungsform können die mehreren Strukturabschnitte jeweils als ein Hohlprofilteil ausgeführt sein und/oder ein Hohlprofil aufweisen. Jeweils einer der mehreren Gasführungskanäle kann durch einen vom Hohlprofil umschlossenen Hohlraum ausgebildet sein. Jeweils einer der mehreren Gasführungskanäle kann im Hohlprofilteil und/oder Hohlprofil ausgebildet sein.
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Gemäß einer Ausführungsvariante können die mehreren Strukturabschnitte jeweils zumindest eine Anlagefläche zur Anlage zumindest eines Batteriemoduls und/oder eine Befestigungsvorrichtung zur Befestigung zumindest eines Batteriemoduls aufweisen. Vorzugsweise können die mehreren Strukturabschnitte jeweils zwei Anlageflächen auf gegenüberliegenden Seiten der mehreren Strukturabschnitte aufweisen.
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Die Crashstruktur kann eine Seitenfläche aufweisen, die jede Anlagefläche der mehreren Strukturabschnitte umfasst. Alternativ kann die Crashstruktur zwei gegenüberliegende Seitenflächen aufweisen, die die jeweils zwei Anlageflächen der mehreren Strukturabschnitte umfassen.
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Die mehreren Strukturabschnitte können derart ausgebildet sein, dass jeweils ein Batteriemodul an einer Seite eines der mehreren Strukturabschnitte, vorzugsweise entlang einer der mehreren Gasführungskanäle, anliegen kann und/oder befestigt werden kann.
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Anhand der mehreren Strukturabschnitte bietet die Crashstruktur somit auf vorteilhafte Weise die Möglichkeit, eine Gruppe aus mehreren, übereinander angeordneten Batteriemodulen an einer Seitenfläche bzw. zwei Gruppen aus jeweils mehreren, übereinander angeordneten Batteriemodulen an zwei gegenüberliegenden Seitenflächen der Crashstruktur anliegend anzuordnen und vorzugsweise an dieser zu befestigen. Dadurch kann die Lagerung der Batteriemodule innerhalb des Gehäuses weiter verbessert werden.
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Die mehreren Strukturabschnitte der Crashstruktur können als, vorzugsweise im Wesentlichen parallel zueinander und/oder in einer gemeinsamen Ebene übereinander verlaufende, Streben, vorzugsweise Hohlprofil-Streben, und/oder Platten, vorzugsweise Hohlprofil-Platten, ausgebildet sein. Die Strukturabschnitte können jeweils auch als Crashstrebe und/oder Bulkhead bezeichnet sein. Längsrichtungen der mehreren Strukturabschnitte können vorzugsweise parallel zueinander und/oder in einer gemeinsamen Ebene übereinander verlaufen. Die mehreren Strukturabschnitte können jeweils zumindest abschnittsweise strebenförmig, balkenförmig und/oder plattenförmig ausgebildet sein. Die möglichen Formen der Crashstruktur sind besonders vorteilhaft, um Lastkräfte im Crashlastfall aufzunehmen und durch das Gehäuse des elektrischen Energiespeichers durchzuleiten, und dabei gleichzeitig möglichst wenig Raum innerhalb des Gehäuses einzunehmen.
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Jeder der mehreren Strukturabschnitte kann, vorzugsweise lediglich, an zwei gegenüberliegenden Gehäuseinnenflächen des Gehäuses des elektrischen Energiespeichers positionierbar und vorzugsweise befestigbar, besonders bevorzugt verschraubbar und/oder verklemmbar, sein. Jeder der mehreren Strukturabschnitte kann (in Längsrichtung des jeweiligen einen der mehreren Strukturabschnitte gesehen) zwei Endbereiche aufweisen, die jeweils an einer Gehäuseinnenfläche des Gehäuses des elektrischen Energiespeichers befestigbar sein können. Die Crashstruktur kann somit vorteilhafterweise gezielt an zwei Seiten des elektrischen Energiespeichers befestigt werden, um so mögliche Verformungen des Gehäuses zu verhindern oder zumindest zu reduzieren.
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Gemäß einer Ausführungsform können jeweils zwei benachbarte Strukturabschnitte (der mehreren Strukturabschnitte), vorzugsweise lediglich, über einen Verbindungsabschnitt (Zwischenabschnitt) miteinander verbunden sein. Der Verbindungsabschnitt kann an Mittelbereichen der zwei benachbarten Strukturabschnitte ausgebildet sein. Der Verbindungsabschnitt kann insbesondere an Seitenflächen der zwei benachbarten Strukturabschnitte, die senkrecht zu den Anlageflächen der zwei benachbarten Strukturabschnitte ausgerichtet sind, ausgebildet sein. Zwei benachbarte Strukturabschnitte können in Höhenrichtung der Strukturabschnitte über den Verbindungsabschnitt miteinander verbunden sein. Eine Längsrichtung des Verbindungsabschnitts kann vorzugsweise senkrecht zu der Längsrichtung eines der Strukturabschnitte verlaufen.
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Ein Zwischenkanal, der die mehreren Gasführungskanäle, insbesondere die jeweils zwei Kanäle, in den jeweils zwei benachbarten Strukturabschnitten fluidisch verbindet, kann in dem Verbindungsabschnitt zumindest abschnittsweise ausgebildet sein.
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Ein Grundkörper der Crashstruktur, bestehend aus den mehreren Strukturabschnitten und zumindest einem Verbindungsabschnitt, der jeweils zwei benachbarte Strukturabschnitte verbindet, kann einstückig vorzugsweise integral einstückig, ausgebildet sein.
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Der Grundkörper kann spiegelsymmetrisch ausgebildet sein, insbesondere spiegelsymmetrisch zu einer Ebene, die in Quer- und Hochrichtung eines der mehreren Strukturabschnitte aufgespannt ist.
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Der Grundkörper kann vorzugsweise als Hohlprofil ausgebildet sein. Das Hohlprofil kann zumindest abschnittsweise das Gasführungssystem bilden.
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Gemäß einer Ausführungsform können die mehreren Gasführungskanäle im Wesentlichen parallel zueinander und/oder in einer gemeinsamen Ebene übereinander verlaufen. Die mehreren Gasführungskanäle können vorzugsweise im Wesentlichen gleich ausgebildet sein. Eine Längsrichtung der mehreren Gasführungskanäle kann parallel zur Längsrichtung eines der Strukturabschnitte verlaufen.
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Jeweils zwei benachbarte Gasführungskanäle können über einen Zwischenkanal, der vorzugsweise an Mittelbereichen der zwei benachbarten Gasführungskanäle ausgebildet ist, fluidisch verbunden sein. Eine Längsrichtung des Zwischenkanal kann vorzugsweise senkrecht zur Längsrichtung der mehreren Gasführungskanäle verlaufen.
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Das Gasführungssystem kann ausschließlich die mehreren Gasführungskanäle und den zumindest Zwischenkanal umfassen. Das Gasführungssystem kann in einer Ebene ausgebildet sein.
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Gemäß einer Ausführungsform kann das Gasführungssystem Gasdurchlässe umfassen, die in jeweils zumindest einer Seitenfläche und/oder zwei gegenüberliegenden Seiten der mehreren Strukturabschnitte entlang einem der der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sind. Die zumindest eine Seitenfläche kann vorzugsweise als Anlagefläche zur Anlage zumindest eines Batteriemoduls ausgebildet sein. Jede Anlagefläche kann Gasdurchlässe aufweisen, die in einer Reihe entlang einem der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sind. Die Gasdurchlässe können zweckmäßig zum Einleiten von Gas aus Batteriemodulen in das Gasführungssystem ausgebildet sein.
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Die Gasdurchlässe können in der einen Seitenfläche und/oder in den zwei gegenüberliegenden Seitenflächen der Crashstruktur entlang, vorzugsweise jedem, der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sein. Die Gasdurchlässe können in mehreren Reihen in der einen Seitenfläche und/oder in den zwei gegenüberliegenden Seitenflächen der Crashstruktur ausgebildet sein. Jede der mehreren Reihen kann entlang einer der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sein. Die mehreren Reihen können eine gleiche Anzahl an Gasdurchlässen aufweisen. Die Gasdurchlässe jeder der mehreren Reihen können gleich beabstandet angeordnet sein.
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Die Gasdurchlässe können jeweils eine Drucksicherung, vorzugsweise eine Berstscheibe, aufweisen.
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Die Crashstruktur ist es somit auf vorteilhafte Weise derart ausgebildet, dass ein an einer der Anlageflächen der Crashstruktur anliegendes Batteriemodul bei Entlassungsvorgängen Gas durch eines oder mehrere Gasdurchlässe, die entlang eines der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sind, in das Gasführungssystem einleiten kann. Für ein Batteriemodul, das aus mehreren Batteriezellen besteht, kann die Anordnung der Gasdurchlässe in einer Anlagefläche besonders vorteilhaft derart ausgebildet sein, dass jeweils eine Batteriezelle einem der Gasdurchlässe zugeordnet ist. So kann bei einem Entgasungsvorgang das Gas einer beschädigten Batteriezelle gezielt in das Gasführungssystem eingeleitet werden.
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Gemäß einer Ausführungsform kann an der Seitenfläche und/oder den zwei gegenüberliegenden Seitenflächen zumindest eine Dichtungsschicht zur dichten Anlage zumindest eines Batteriemoduls angeordnet sein. Vorzugsweise kann die zumindest eine Dichtungsschicht an der Anlagefläche von zumindest einer der mehreren Strukturabschnitte angeordnet sein. Die Gasdurchlässe können durch die zumindest eine Dichtungsschicht hindurch ausgebildet sein. Die Dichtungsschicht kann ein temperaturbeständiges Material umfassen.
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Gemäß einer Ausführungsform kann das Gasführungssystem zumindest einen Gasauslass umfassen. Vorzugsweise kann an dem zumindest einen Gasauslass ein Überdruckventil angeordnet sein.
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Der zumindest eine Gasauslass kann an zumindest einem der beiden Endbereiche eines der mehreren Strukturabschnitte ausgebildet sein. Der zumindest eine Gasauslass kann seitlich und/oder in Längsrichtung des einen der mehreren Strukturabschnitte an zumindest einem der beiden Endbereiche ausgebildet sein. Der zumindest eine Gasauslass kann z. B. lediglich an einem der mehreren Strukturabschnitte ausgebildet sein. Auf vorteilhafte Weise kann so Gas bei Entgasungsvorgängen gezielt abgeführt werden, wobei das Gas z. B. mittels des seitlich ausgebildeten Gasauslasses in Freiräume innerhalb des Gehäuses des elektrischen Energiespeichers freigesetzt werden kann. Mittels des in Längsrichtung ausgebildeten Gasauslasses kann Gas z. B. durch zumindest eine Öffnung innerhalb des Gehäuses an die Umwelt außerhalb des elektrischen Energiespeichers freigesetzt werden.
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Gemäß einer Ausführungsform kann das Gasführungssystem zumindest abschnittsweise mit einem (temperaturbeständigen) Füllstoff gefüllt sein oder zumindest abschnittsweise einen Füllstoff umfassen. Der Füllstoff kann gasdurchlässig und/oder dazu ausgebildet sein, Wärme zu absorbieren. Auf vorteilhafte Weise kann das Gasführungssystem somit zusätzlich als Wärmesenke dienen.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante kann zumindest einer der mehreren Gasführungskanäle durch eine in Längsrichtung des zumindest einen der mehreren Gasführungskanäle verlaufende Trennwand (z. B. ein Trennblech) in zwei Teilkanäle unterteilt sein. Die zwei Teilkanäle können jeweils einem der zwei gegenüberliegenden Anlageflächen eines Strukturabschnittes zugeordnet sein. Somit kann insbesondere im Fall, dass zwei Batteriemodule an zwei gegenüberliegenden Anlageflächen eines Strukturabschnittes anliegen, ein Gas aus diesen beiden Batteriemodulen auf vorteilhafte Weise separat voneinander jeweils mittels eines der beiden Teilkanäle gezielt abgeführt werden. Dadurch kann z. B. verhindert werden, dass Gas, das aus einer beschädigten Batteriezelle durch einen Gasdurchlass in das Gasführungssystem eintritt, durch einen gegenüberliegenden Gasdurchlass die dort angeordnete Batteriezelle „ansteckt“, d. h. diese Batteriezelle durch Beschädigung ebenfalls zu einem thermischen Durchgehen anregt.
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Gemäß einem weiteren allgemeinen Aspekt der Erfindung wird ein elektrischer Energiespeicher für ein, vorzugsweise elektrisch antreibbares, Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, bereitgestellt. Der elektrische Energiespeicher umfasst ein Gehäuse und eine Crashstruktur wie hierin offenbart, wobei die Crashstruktur innerhalb des Gehäuses befestigt ist. Der elektrische Energiespeicher umfasst ferner zumindest eine Batteriemodulgruppe, die mehrere Batteriemodule umfasst und an der Crashstruktur, vorzugsweise dicht anliegend und/oder angrenzend, angeordnet ist.
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Die zumindest eine Batteriemodulgruppe umfasst zweckmäßig mehrere, vorzugsweise in einer gemeinsamen Ebene übereinander angeordnete, Batteriemodule.
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Der elektrische Energiespeicher weist zweckmäßig mehrere im Wesentlichen gleich ausgebildete Lagen auf, wobei jede Lage einen Strukturabschnitt der Crashstruktur und zumindest ein an dem Strukturabschnitt anliegendes Batteriemodul umfasst.
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Gemäß einer Ausführungsvariante können die mehreren Batteriemodule jeweils an einer Anlagefläche von einem der mehreren Strukturabschnitte der Crashstruktur anliegen. Die mehreren Batteriemodule können jeweils mittels einer Befestigungsvorrichtung an dem einen der mehreren Strukturabschnitte der Crashstruktur befestigt sein.
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Die mehreren Batteriemodule können jeweils entlang eines der mehreren Gasführungskanäle angeordnet sein und/oder einem der mehreren Gasführungskanäle zugeordnet sein. Die mehreren Batteriemodule können derart angeordnet sein, dass Gas aus einem der mehreren Batteriemodule jeweils, vorzugsweise ausschließlich, in einen der mehreren Gasführungskanäle einleitbar ist.
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Gemäß einer Ausführungsform können die mehreren Batteriemodule jeweils eine Mehrzahl von, vorzugsweise in eine Stapelrichtung stapelartig nebeneinander angeordneten, Batteriezellen umfassen. An jeder der Batteriezellen können eine oder mehrere Gasöffnungen ausgebildet sein.
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Die Gasöffnungen können jeweils eine Drucksicherung, vorzugsweise eine Berstscheibe, aufweisen. Die Drucksicherung kann durch einen Druckanstieg eines Gases innerhalb der entsprechenden Batteriezelle, z. B. bei einem thermischen Durchgehen, zerstört werden (z. B. zerbersten). Eine Gasöffnung mit Drucksicherung kann auch als Vent bezeichnet sein.
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Die Gasöffnungen können an einer der Crashstruktur zugewandten Seite der zumindest einen Batteriemodulgruppe angeordnet sein. Die Batteriezellen (der mehreren Batteriemodule der zumindest ein Batteriemodulgruppe) können gleich ausgerichtet sein und/oder die Gasöffnungen können an einer der Crashstruktur zugewandten Seite der Batteriezellen ausgebildet sein.
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Die Gasöffnungen und die Gasdurchlässe der Crashstruktur, die vorzugsweise in jeweils einer der zumindest einen Batteriemodulgruppe zugewandten Seitenfläche der mehreren Strukturabschnitte entlang jeweils einem der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sind, können miteinander fluidisch verbunden sein. Die Gasöffnungen und die Gasdurchlässe, die vorzugsweise entlang jedem der mehreren Gasführungskanäle in einer der zumindest einen Batteriemodulgruppe zugewandten Seitenfläche der Crashstruktur ausgebildet sind, können miteinander fluidisch verbunden sein.
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Die Gasöffnungen und die Gasdurchlässe können insbesondere paarweise im Wesentlichen fluchtend zueinander angeordnet sein.
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Die Gasöffnungen der Batteriezellen eines Batteriemoduls (der mehreren Batteriemodule der zumindest einen Batteriemodulgruppe) und die Gasdurchlässe, die entlang eines der mehreren Gasführungskanäle ausgebildet sind, können im Wesentlichen deckungsgleich (kongruent) zueinander angeordnet sein. Jeweils eine der Gasöffnungen und eine der Gasdurchlässe können sich, vorzugsweise direkt, gegenüberstehen.
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Somit ermöglicht der elektrische Energiespeicher auf vorteilhafte Weise ein gezieltes Einleiten von Gas aus einer beschädigten Batteriezelle in das Gasführungssystem der Crashstruktur. Das Gas kann über eine der Gasdurchlässe in einen der mehreren Gasführungskanäle eingeleitet und z. B. in einen darüberliegenden oder darunterliegenden Gasführungskanal weitergeführt und gesammelt werden, um anschließend durch den zumindest einen Gasauslass gezielt ausgelassen zu werden.
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Ferner vorteilhaft kann das Gas im Wesentlichen unmittelbar von der Batteriezelle in das Gasführungssystem eingeleitet werden. Keine zusätzlichen Bauteile für Gasführungen sind notwendig, sodass der Raum im Gehäuse auf möglichst effiziente Weise genutzt werden kann.
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Stapelrichtungen der mehreren Batteriemodule können im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sein.
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Die mehreren Gasführungskanäle können im Wesentlichen parallel zu den Stapelrichtungen der mehreren Batteriemodule verlaufen.
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Gemäß einer Ausführungsform kann zwischen der Crashstruktur und der zumindest einen Batteriemodulgruppe zumindest eine Dichtungsschicht angeordnet sein. Die Dichtungsschicht kann zur dichten Anlage der zumindest einen Batteriemodulgruppe an der Crashstruktur und/oder zur dichten Einleitung von Gas aus der zumindest einen Batteriemodulgruppe in das Gasführungssystem der Crashstruktur dienen.
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Gemäß einer Ausführungsform kann eine Batteriemodulgruppe an einer Seitenfläche der Crashstruktur anliegen oder zwei Batteriemodulgruppen an zwei gegenüberliegenden Seitenflächen der Crashstruktur anliegen. Zweckmäßig kann die Seitenfläche die jeweilige Anlagefläche der mehreren Strukturabschnitte der Crashstruktur umfassen. Somit kann die Crashstruktur platzsparend zwischen zwei Batteriemodulgruppen angeordnet sein, um so auf besonders effektive und platzsparende Weise seine Doppelfunktion für mehrere Batteriemodulgruppen zu erfüllen.
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Gemäß einer Ausführungsvariante kann der elektrische Energiespeicher ferner eine zweite Crashstruktur wie hierin offenbart umfassen. Die zweite Crashstruktur kann innerhalb des Gehäuses positioniert und vorzugsweise befestigt sein. Die zumindest eine Batteriemodulgruppe kann an der zweiten Crashstruktur, vorzugsweise dicht anliegend und/oder angrenzend, angeordnet sein.
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Die zumindest eine Batteriemodulgruppe kann weitere Gasöffnungen aufweisen, die an einer der zweiten Crashstruktur zugewandten Seite der Batteriemodulgruppe angeordnet sind. Die weiteren Gasöffnungen können an einer der zweiten Crashstruktur zugewandten Seite der Batteriezellen ausgebildet sein. Mit anderen Worten, die Batteriezellen können Gasöffnungen an zwei gegenüberliegenden Seiten aufweisen.
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Durch die Anordnung einer Batteriemodulgruppe zwischen zwei Crashstrukturen kann somit die möglichst robuste Lagerung der mehreren Batteriemodule sowie das gezielte Abführen von Gas bei möglichen Entgasungsvorgängen noch weiter verbessert werden.
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Dementsprechend kann der elektrische Energiespeicher mehrere im Wesentlichen gleich ausgebildete Lagen aufweisen, wobei jeweils eine der Lagen mehrere Batteriemodule von mehrere Batteriemodulgruppen und mehrere Strukturabschnitte von mehreren Crashstrukturen umfasst. Die mehreren Strukturabschnitte und mehreren Batteriemodule können dabei abwechselnd (d. h. alternierend) nebeneinander angeordnet sein.
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Gemäß einer Ausführungsform kann das Gehäuse zumindest einen Durchgang aufweisen, der fluchtend zu dem zumindest einen Gasauslass der Crashstruktur ausgebildet ist und/oder der mit dem zumindest einen Gasauslass fluidisch verbunden ist. Dadurch kann ein Gas aus dem Gasführungssystem auf vorteilhafte Weise außerhalb des elektrischen Energiespeichers ausgelassen werden, um mögliche Beschädigungen der Batteriemodule oder anderen Komponenten innerhalb des Gehäuses durch das Gas zu verhindern.
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Gemäß einem weiteren allgemeinen Aspekt der Erfindung wird ein Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, bereitgestellt, das eine Crashstruktur wie hierin offenbart und/oder einen elektrischen Energiespeicher wie hierin offenbart umfasst. Das Kraftfahrzeug ist vorzugsweise ein elektrisch antreibbares Kraftfahrzeug.
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Die zuvor beschriebenen Ausführungsformen, Varianten und Merkmale der Erfindung sind beliebig miteinander kombinierbar. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Ansicht einer Crashstruktur gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung;
- 2 eine Ansicht der beispielhaften Crashstruktur in Längsrichtung der Crashstruktur;
- 3 eine Ansicht des Gasführungssystems der beispielhaften Crashstruktur in Querrichtung der Crashstruktur;
- 4 eine perspektivische Ansicht eines an einem Gehäuse befestigten Strukturabschnitts einer Crashstruktur gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung;
- 5 eine Querschnittansicht eines Ausschnitts eines elektrischen Energiespeichers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung;
- 6 eine Schnittansicht der beispielhaften Anordnung entlang der Linie A-A in 5;
- 7 eine vergrößerte Ansicht eines Bereichs aus 6; und
- 8 eine schematische Draufsicht eines elektrischen Energiespeichers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung.
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Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen stimmen zumindest teilweise überein, so dass ähnliche oder identische Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der anderen Ausführungsformen bzw. Figuren verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden. Alle gezeigten Ausführungsformen umfassen eine oder mehrere Crashstrukturen 100 bzw. Strukturabschnitte 10 von einer oder mehreren Crashstrukturen 100, die zum vereinfachten Vergleich in allen Figuren bezüglich der angezeigten x-, y- und z-Richtung gleich ausgerichtet sind.
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Die 1 und 2 zeigen schematisch eine Crashstruktur 100 zur Versteifung eines Gehäuses 50 für einen elektrischen Energiespeicher 500 eines, vorzugsweise elektrisch antreibbaren, Kraftfahrzeugs. Die 3 zeigt ein Gasführungssystem 200, das innerhalb der Crashstruktur 100 ausgebildet ist.
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Die Crashstruktur 100 umfasst mehrere, vorzugsweise in einer gemeinsamen Ebene übereinander angeordnete und/oder voneinander beabstandete, Strukturabschnitte 10. Die Crashstruktur umfasst ferner das Gasführungssystem 200, das innerhalb der Crashstruktur 100 ausgebildet ist und mehrere, miteinander fluidisch verbundene Gasführungskanäle 20 aufweist, wobei in den mehreren Strukturabschnitten 10 jeweils einer der mehreren Gasführungskanäle 20 ausgebildet ist.
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Die mehreren Strukturabschnitte 10 können jeweils als ein Hohlprofilteil ausgeführt sein und/oder ein Hohlprofil aufweisen. Wie in 1 und insbesondere in 2, welche die Crashstruktur 100 in deren Längsrichtung zeigt, zu sehen ist, kann jeweils eine der mehreren Gasführungskanäle 20 durch einen vom Hohlprofil des jeweiligen Strukturabschnitts umschlossenen Hohlraum ausgebildet sein. Jeder Gasführungskanal 20 kann somit insbesondere in Längsrichtung des jeweiligen Strukturabschnitts 10 verlaufen.
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Die Strukturabschnitte 10 können als, vorzugsweise im Wesentlichen parallel zueinander und/oder in einer gemeinsamen Ebene übereinander verlaufende, Streben und/oder Platten ausgebildet sein. Insbesondere kann es sich um Hohlprofil-Streben und/oder Hohlprofil-Platten, handeln, wobei jeder der Hohlprofile einen der Gasführungskanäle 20 ausbildet.
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Die mehreren Strukturabschnitte 10 können ferner jeweils zumindest eine Anlagefläche zur Anlage zumindest eines Batteriemoduls 30 und/oder eine Befestigungsvorrichtung zur Befestigung zumindest eines Batteriemoduls 30 aufweisen. Beispielhaft ist Batteriemodul 30 in 1 gezeigt, dass an dem untersten Strukturabschnitt 10 anliegt.
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Jeweils zwei benachbarte Strukturabschnitte 10 können über einen Verbindungsabschnitt 12, der vorzugsweise an Mittelbereichen der zwei benachbarten Strukturabschnitte 10 ausgebildet ist, miteinander verbunden sein.
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Wie insbesondere in 3 zu sehen ist, können die mehreren Gasführungskanäle 20 im Wesentlichen parallel zueinander und/oder in einer gemeinsamen Ebene übereinander verlaufen. Jeweils zwei benachbarte Gasführungskanäle 20 können über einen Zwischenkanal 28, der z. B. an Mittelbereichen der zwei benachbarten Gasführungskanäle 20 ausgebildet ist, fluidisch verbunden sein. Der jeweilige Zwischenkanal 28 kann z. B. senkrecht zu den zwei benachbarten Gasführungskanäle 20 verlaufen.
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In 1 ist ein Zwischenkanal 28 am obersten Strukturabschnitt 10 zu erkennen, wobei die an dem Zwischenkanal 28 dargestellten gestrichelten Linien anzeigen, dass die Crashstruktur 100 weitere Strukturabschnitte 10 mit weiteren Gasführungskanälen 20 aufweisen kann. Sofern keine weiteren Strukturabschnitte 10 an den obersten Strukturabschnitt 10 anschließen, kann der gezeigte Zwischenkanal 28 geschlossen sein.
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Der jeweilige Zwischenkanal 28 zwischen zwei benachbarten Gasführungskanälen 20 kann zumindest abschnittsweise im Verbindungsabschnitt 12 zwischen zwei benachbarte Strukturabschnitte 10 ausgebildet sein.
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Das Gasführungssystem 200 kann ferner Gasdurchlässe 26 umfassen, die in jeweils zumindest einer Seitenfläche 10A der mehreren Strukturabschnitte 10 entlang einem der der mehreren Gasführungskanäle 20 ausgebildet sind. Die zumindest eine Seitenfläche 10A kann insbesondere als Anlagefläche zur Anlage zumindest eines Batteriemoduls ausgebildet sein.
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Die Gasdurchlässe 26 können in mehreren Reihen ausgebildet sein. Insbesondere kann jeweils eine Reihe an Gasdurchlässen 26 in der jeweils zumindest einen Anlagefläche der Strukturabschnitte 10 ausgebildet sein, wobei die Reihe entlang einer der mehreren Gasführungskanäle 20 ausgebildet sind.
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4 zeigt zur vereinfachten Ansicht lediglich einen der Strukturabschnitte 10 der Crashstruktur 100.
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An zumindest einer Seitenfläche 10A das Strukturabschnitts 10, insbesondere an der zumindest einen Anlagefläche des Strukturabschnitts 10, kann zumindest eine Dichtungsschicht 14 zur dichten Anlage zumindest eines Batteriemoduls 30 angeordnet sein. Die Gasdurchlässe 26 können durch die zumindest eine Dichtungsschicht 14 hindurch ausgebildet sein.
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Das Gasführungssystem 200 kann ferner Gasauslässe 24 umfassen, die z. B. seitlich an einem Endbereich eines der Strukturabschnitte 10 ausgebildet sind. Mittels solcher seitlich angeordneter Gasauslässe 24 kann ein Gas aus dem Gasführungssystem 200 in einen Innenbereich des elektrischen Energiespeichers 500 ausgelassen werden. An den Gasauslässen 24 kann jeweils ein Überdruckventil angeordnet sein.
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5 bis 7 zeigen schematisch einen Ausschnitt eines elektrischen Energiespeichers 500 für ein, vorzugsweise elektrisch antreibbares, Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug.
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Der elektrische Energiespeicher 500 umfasst ein Gehäuse 50, zumindest eine Crashstruktur 100, die innerhalb des Gehäuses 50 positioniert und vorzugsweise befestigt ist, und zumindest eine Batteriemodulgruppe 300. Die zumindest eine Batteriemodulgruppe 300 umfasst mehrere Batteriemodule 30 und ist an der Crashstruktur 100, vorzugsweise dicht anliegend, angeordnet.
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Zur vereinfachten Ansicht zeigt der Ausschnitt des elektrischen Energiespeichers 500 in den 5 bis 7 die Strukturabschnitte 10, 10' von zwei Crashstrukturen 100, 100' und mehrere, daran angeordnete Batteriemodule 30. Ferner ist ein Bereich des Gehäuses 50 gezeigt, an dem die Strukturabschnitte 10, 10' angeordnet sind.
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Der gesamte elektrische Energiespeicher 500 umfasst ein, vorzugsweise geschlossenes, Gehäuse 50, in dem zumindest die Crashstrukturen 100, 100' und zumindest zwei Batteriemodulgruppen 300 angeordnet sein können. Die Anordnung der beiden, vorzugsweise als Hohlprofil ausgebildete, Strukturabschnitte 10, 10' und der beiden Batteriemodule 30 zeigt eine mögliche erste Lage des elektrischen Energiespeicher 500, wobei weitere, vorzugsweise gleich ausgebildete, Lagen oberhalb und/oder unterhalb dieser ersten Ebene ausgebildet sind. Dazu können die beiden Strukturabschnitte 10, 10' mit weiteren Strukturabschnitten 10, 10' jeweils eine Crashstruktur 100, 100' bilden, wie sie z. B. in 1 gezeigt ist. Die beiden Batteriemodule 30 bilden mit weiteren, vorzugsweise gleich aufgebauten, Batteriemodulen 30 jeweils eine Batteriemodulgruppe 300. Dabei sind die Batteriemodule 30 jeder Batteriemodulgruppe 300 übereinander angeordnet, sodass jedes Batteriemodul 30 der jeweiligen Batteriemodulgruppe 300 auf die gleiche Weise an den Crashstrukturen 100, 100' angeordnet ist, wie in den 5 bis 7 gezeigt ist.
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Zusätzlich oder alternativ zu den in 4 gezeigten seitlich ausgebildeten Gasauslässen 24 kann die Crashstruktur 100 Gasauslässe 22 umfassen, die an zumindest einem Endbereich des Strukturabschnitts 10 ausgebildet sind und in Längsrichtung des Strukturabschnitts 10 durch das Gehäuse hindurchführen. Mittels dieser Gasauslässe 22 kann ein Gas aus dem Gasführungssystem 200 außerhalb des Gehäuses 50 und damit außerhalb des elektrischen Energiespeichers 500 ausgelassen werden. An den Gasauslässen 22 kann jeweils ein Überdruckventil angeordnet sein.
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Ferner kann zumindest einer der mehreren Gasführungskanäle 20, 20' der Gasführungssysteme 200, 200' durch eine in Längsrichtung des zumindest einen Gasführungskanals 20, 20' verlaufende Trennwand 16 in zwei Teilkanäle 20A, 20B unterteilt sein.
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Die mehreren Batteriemodule 30 können jeweils eine Mehrzahl von, vorzugsweise in eine Stapelrichtung stapelartig nebeneinander angeordneten, Batteriezellen 32 umfassen. Die Stapelrichtungen der mehreren Batteriemodule 30 können im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind. Ferner können die mehreren Gasführungskanäle 20, 20' im Wesentlichen parallel zu den Stapelrichtungen der mehreren Batteriemodule 30 verlaufen. Ferner können die mehreren Batteriemodule 30 z. B. jeweils einen Modulrahmen 38 oder ein Modulgehäuse umfassen.
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Die mehreren Batteriemodule 30 können jeweils an einer Anlagefläche der Strukturabschnitten 10, 10' der Crashstrukturen 100 anliegen. Ferner können die mehreren Batteriemodule 30 mittels einer Befestigungsvorrichtung 34 an dem jeweiligen Strukturabschnitten 10, 10' befestigt sein. Die jeweilige Befestigungsvorrichtung 34 kann z. B. als Klammer oder Lasche am jeweiligen Batteriemodul 30 ausgebildet sein, die am Strukturabschnitt 10, 10' befestigt, z. B. verschraubt, wird.
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Wie der Strukturabschnitt 10 der Crashstruktur 100 zeigt, können zwei Batteriemodule 30 an gegenüberliegenden Anlageflächen des Strukturabschnitts 10 anliegen, d. h. zwei Batteriemodulgruppen 300 können an zwei gegenüberliegenden Seitenflächen der Crashstruktur 100 anliegen.
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Darüber hinaus ist es auch möglich, dass, wie der Strukturabschnitt 10' der Crashstruktur 100' zeigt, nur ein Batteriemodul 30 an einer Anlagefläche des Strukturabschnitts 10' anliegt, d. h. eine Batteriemodulgruppe 300 kann an einer Seitenfläche der Crashstruktur 100' anliegen.
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Des Weiteren ist es möglich, dass ein Batteriemodul 30 und damit eine Batteriemodulgruppe 300 nicht nur an einer Crashstruktur 100, sondern an zwei Crashstruktur und 100, 100', vorzugsweise dicht anliegend, angeordnet sein können. Beispielsweise kann ein Batteriemodul 30 zwischen dem Strukturabschnitt 10 der Crashstruktur 100 und dem Strukturabschnitt 10' der Crashstruktur 100' angeordnet sein und an beiden Strukturabschnitten 10, 10' dicht anliegen und vorzugsweise auch beidseitig mittels Befestigungsvorrichtungen 34 befestigt sein.
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An jeder der Batteriezellen 32 können eine oder mehrere Gasöffnungen 36 ausgebildet sein. Die Gasöffnungen 36 können jeweils eine Drucksicherung, vorzugsweise eine Berstscheibe, aufweisen. Die Gasöffnungen 36 können an einer der Crashstruktur 100 zugewandten Seite der mehreren Batteriemodule 30 angeordnet sein.
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Die Gasöffnungen 36 und die Gasdurchlässe 26, 26' der Crashstrukturen 100, 100' können miteinander fluidisch verbunden sein. Insbesondere können die Gasöffnungen 36 und die Gasdurchlässe 26, 26' paarweise im Wesentlichen fluchtend zueinander angeordnet sein.
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Zwischen den Crashstrukturen 100, 100' und den jeweiligen Batteriemodulen 30 kann zumindest eine Dichtungsschicht 14 zur dichten Anlage der zumindest eine Batteriemodulgruppe 300 an der Crashstruktur 100 und/oder zur dichten Einleitung von Gas aus der zumindest eine Batteriemodulgruppe 300 in das jeweilige Gasführungssystem 200, 200' der Crashstruktur 100, 100' angeordnet sein. Die zumindest eine Dichtungsschicht 14 kann z. B. jeweils an einer Anlagefläche des Strukturabschnitts 10, 10' angeordnet sein, wie in 4 gezeigt ist.
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Kommt es im elektrischen Energiespeicher 500 nun zu einer Beschädigung und einem anschließenden thermischen Durchgehen einer der Batteriezellen 32, so steigt die Temperatur und der Gasdruck innerhalb dieser Batteriezelle 32 schnell stark an, bis die Drucksicherung der an der Batteriezelle 32 ausgebildeten Gasöffnung 36 durch einen zu hohen Gasdruck zerstört wird. Das Gas kann nunmehr durch die Gasöffnung 36 und den z. B. fluchtend dazu angeordneten Gasdurchlass 26, 26' in den Gasführungskanal 20, 20' eingeleitet werden.
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Über den Gasführungskanal 20, 20' wird das Gas zu den Auslässen 24, 24' geführt, wo das Gas letztlich über Durchgänge im Gehäuse 50 an die Umwelt außerhalb des elektrischen Energiespeichers 500 freigesetzt wird.
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8 zeigt eine schematische Draufsicht eines beispielhaften elektrischen Energiespeichers 500.
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Der elektrische Energiespeicher 500 kann z. B. mehrere Crashstrukturen 100, in denen jeweils ein Gasführungssystem 200 ausgebildet ist, und mehrere Batteriemodulgruppen 300 umfassen, wobei die einzelnen Crashstrukturen 100 und Batteriemodulgruppen 300 abwechselnd nebeneinander, insbesondere anliegend, angeordnet sind.
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In Höhenrichtung kann der elektrische Energiespeicher 500 insbesondere mehrere im Wesentlichen gleich ausgebildete Lagen aufweisen, wobei jeweils eine der Lagen durch mehrere jeweils abwechselnd nebeneinander angeordnete Batteriemodule 30 der mehreren Batteriemodulgruppen 300 und Strukturabschnitte 10 der mehreren Crashstrukturen 100 gebildet ist. Zwischen den mehreren Lagen ist an den Crashstrukturen 100 und jeweils der Verbindungsabschnitt 12 ausgebildet, um jeweils die benachbarten Strukturabschnitte 10 der jeweiligen Crashstruktur 100 miteinander zu verbinden.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen. Insbesondere sind die einzelnen Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 jeweils unabhängig voneinander offenbart. Zusätzlich sind auch die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von sämtlichen Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 offenbart.
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Bezugszeichenliste
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- 10, 10'
- Strukturabschnitt
- 10A
- Seitenfläche
- 12
- Verbindungsabschnitt
- 14
- Dichtungsschicht
- 16, 16'
- Trennwand
- 20, 20'
- Gasführungskanal
- 20A, 20B, 20A', 20B'
- Teilkanal
- 22, 24, 24'
- Gasauslass
- 26, 26'
- Gasdurchlass
- 28
- Zwischenkanal
- 30
- Batteriemodul
- 32
- Batteriezelle
- 34
- Befestigungsvorrichtung
- 36
- Gasöffnung
- 38
- Modulrahmen
- 50
- Gehäuse
- 100
- Crashstruktur
- 200
- Gasführungssystem
- 300
- Batteriemodulgruppe
- 500
- Elektrischer Energiespeicher