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Stand der Technik
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Die Erfindung basiert auf einem System zum Verriegeln und Entriegeln von Türschlössern, Vorhängeschlössern, Safes usw. Das System ist im Vergleich zu den üblichen Zylinder-Schlössern durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
- • Spezielles und neuartiges Schlüsselsystem
- • Höhere Sicherheit durch massive Manipulationseinschränkung des Systems
- • Möglichkeit für die Produktion von unterschiedlichen Güte- und Preisklassen
- • Möglichkeit für die Produktion der Schlösser in unterschiedlichen Verhältnissen, Breite zu Länge
- • Die Möglichkeit zur Kombination mit anderen einfachen Schlössern
- • Die Möglichkeit zum Kombinieren des Systems mit einem elektronischen Öffnungs-Code oder eine kontaktlose Entriegelung.
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In den letzten Jahrzenten haben sich klassische Schlösser mit einem Schließzylinder und einem Schlüsselkanal etabliert. In diesen Systemen, insbesondere den Zylindern sind mehrere Zuhaltungsstifte oder Zuhaltungsplatten mit je einer Zug- und/oder Druckfeder angebracht. Die Stifte bzw. Platten werden bei einer bestimmten Position des Zylinders und der Gehäusebohrung in die vorgesehenen Räume des Gehäuses verschoben, um das Verdrehen des Zylinders in dem Gehäuse zu verhindern. Dadurch wird das Schloss verriegelt. Erst beim Eindringen des Schlüssels in dem Schlüsselkanal können die Stifte bzw. die Platten verschoben werden und der Zylinder kann in dem Gehäuse gedreht werden, wodurch das Öffnen der Tür ermöglicht wird.
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Bei diesen Systemen haben Kriminelle zahlreichen Methoden für das Entriegeln des Schlosses ohne Schlüssel entwickelt. Ist der Schlüsselkanal in der Regel von außen zugänglich, versuchen Unbefugte mit Instrumenten bzw. falschen Schlüsseln das jeweilige Schloss durch den Schlüsselkanal zu öffnen. Als letztes Mittel wird der Schlüsselzylinder schlicht aufgebohrt und die darin befindliche Mechanik zerstört.
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Grundprinzip der Erfindung
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Bei dieser Erfindung ist in der Regel sehr wenig Platz zum Ausprobieren mit falschen Mitteln oder zur Zerstörung mit einer Bohrmaschine gegeben, da hier der übliche Kanal fehlt. Dadurch wird die Sicherheit gegen Unbefugte massiv erhöht. Gleichzeitig steigt ebenfalls die Sicherheit durch die fast unbegrenzten Möglichkeiten eines einfachen Designs des Schlosses und des Schlüssels erheblich.
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Die 1 zeigt das Grundprinzip der vorliegenden Erfindung. Das Schlosssystem besteht aus den drei Hauptgruppen: Hauptgehäuse (1), Schließgehäuse (2) und Schlüssel mit mehreren Zungen (3).
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Das Hauptgehäuse (1) ist in der Regel in einem nicht beweglichen Teil des Schlosssystem z. B. im, am oder mit dem Rahmen der Tür o.ä. befestigt. Seine Aufgabe ist das automatische Verriegeln der Tür ohne Einsatz und Verwendung des Schlüssels. In dem Moment, in dem das Hauptgehäuse (1) gegenüber dem Schließgehäuse (2) steht, werden die Zuhaltungsbolzen (6) in die Bohrungen (8) des Schließgehäuses (2) geführt. Damit ist das Schloss verriegelt.
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Zum Entriegeln des Schlosses wird der Schlüssel (3) in den vorhandenen Schlitz (15) gesteckt und die Schlüsselzungen (9) werden in die Bohrungen (8) des Schließgehäuses (2) auf die freien Bolzen (7) gedrückt, die wiederum die Zuhaltungsbolzen (6) zurückschieben. Länge der einzelnen Schlüsselzungen (9) und die dazu gehörigen freien Bolzen (7) sind so genau zusammengesetzt, dass alle Zuhaltungsbolzen (6) an eine Position gedrückt werden, um das Schloss entriegeln zu können.
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Mechanische Variationsmöglichkeiten für das Schloss- und das Schlüsselsystem
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Je mehr Zuhaltungsbolzen aktiviert werden und je grösser die Variation der freien Bolzen ist, desto mehr steigt die Sicherheit für das Schloss. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:
- Angenommen, das Hauptgehäuse (1) und das gegenüberliegende Schließgehäuse (2) haben jeweils 49 Bohrungen (4) und (8). Wenn nur 6 dieser Bohrungen mit Zuhaltungsbolzen (6) und freien Bolzen (7) belegt sind, bestehen Chancen wie in einer Lotterie (6 von 49), also 138.838.160 Möglichkeiten nur für Schlüssel und Schloss. Hinzukommen aber unterschiedliche Längen für die freien Bolzen (7) und die Schlüsselzungen (9). Wenn nur 6 verschiedene Längen für die freien Bolzen (7) und dazugehörigen Schlüsselzungen (9) gewählt werden, ergibt sich eine zusätzliche Variation von 6 x 5 x 4 x 3 x 2= 720 weiteren Möglichkeiten, die, wenn mit einer Trefferwahrscheinlichkeit multipliziert, eine gigantische Zahl von 720 x 138.838.160= 99.963.475.200 ergibt.
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Mit einer relativ einfachen Methode können die Sicherheit und Variation des Schlosses und des Schlüssels nahezu ins Unendliche gesteigert werden.
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Im 2 ist Verriegelungssystem im Seitenaufsicht und Draufsicht dargestellt. Hier sind Beispielhaft 15 Bohrungen 4 für 15 Zuhaltungsbolzen 6 dargestellt. Wobei nur 3 Zuhaltungsbolzen 6 hier sichtbar sind. Es müssen aber in praktischen Aufbau nicht alle Bohrungen 4 mit den Zuhaltungsbolzen 6 belegt werden. Es sollen auch nicht jede einzelne Zuhaltungsbolzen 6 einzeln zum entriegeln betätigt werden. Es können mehr als ein Zuhaltungsbolzen 6 z.B. von hinten miteinander verbunden sein und gemeinsam durch einen Schlüsselzunge 9 entriegelt werden. Durch die Tätigung von mehreren verbundenen Zuhaltungsbolzen 6 können einfachere Ausführungen zustande kommen. Es ist ebenfalls möglich, dass manche Verbundenen Zuhaltungsbolzen weit vom Hauptgehäuse 1 und Schließgehäuse 2 auf gesamt Länge des Türblatt und Türrahmen positioniert sein
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Schlüsselkanal bzw. Schlüsselschlitz
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Schlüsselschlitz (15) der 3 ist ein wesentlicher Teil der Erfindung und hat nur Platz für das Einschieben des Schlüssels (3). Der Schlitz (15) ist zwischen Schlosskasten (11) und Schließgehäuse (2) begrenzt. Dieser Schlitz (15) kann von zwei Seiten bedient werden. So kann z.B. eine Tür von außen und von innen durch das Schloss verriegelt oder entriegelt werden. Bei normalen Zylinderschlössern gibt es für innen und außen jeweils einen Steckplatz für den Schlüssel. Bei dieser Erfindung gibt es hingegen nur einen Steckplatz für die Bedienung von beiden Seiten. Bei üblichen Schlossern gibt es zwei verschiedene Kanäle für Einsatz des Schlüssels.
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Für den Schlitz sind zwei einfache Klappen vorstellbar, die jeweils von innen oder von außen geklappt werden, um das Einschieben des Schlüssels (3) zu ermöglichen.
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Für das Hauptgehäuse (1) und das Schließgehäuse (2) sind Führungselemente (13) und (14) vorgesehen, die das Positionieren des gesamten Schlosses ermöglichen. Diese Elemente sind in 3 dargestellt.
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Da Türblätter im Laufe der Jahre durch ihr eigenes Gewicht und andere Umwelteinflüsse ihre Lage verändern, werden die Verbindungselemente (12) wieder nachjustiert. Das Hauptgehäuse (1) ist mit dem Schlosskasten (10) befestigt. Schlosskasten (10) kann z.B. im Rahmen der Tür befestigt werden. Ähnlich ist das Schließgehäuse (2), das mit dem Schließkasten (11) befestigt und z. B. im Türblatt montiert wird.
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Türfalle
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Für eine zusätzlichen Justierung kann in dem Hauptgehäuse (1) oder Schließgehäuse (2) beispielsweise eine Kugel (16), (oder ein Zylinder) mit einer Feder (18) in einem Raum (17) hinter der Kugel (16) angebracht werden. Über die Hälfte der Kugel (16) ist in einem der Gehäuse beweglich gelagert und mit dem Feder (18) nach außen gedruckt, sodass sie in das gegenüberliegende Gehäuse reingedrückt werden kann. Die Kugel (16) kann aus dem Gehäuse nicht herausfallen. In dem gegenüberliegenden Gehäuse ist eine Vertiefung (19) für die Kugel vorgesehen. Wenn die beiden Gehäuse (1) und (2) in der richtigen Position sind, rastet auch die Kugel (16) ein und kann das Schloss verriegeln. Diese Kugel (16) hat ähnliche Funktionen wie die „Falle“ im konventionellen Türschloss. Neben der Justierung hält die Kugel (16) die Tür in geschlossener Position. Wenn das Schloss nicht verriegelt ist, lässt sich mit etwas Druck am Türblatt die Kugel aus der Vertiefung (19) herausholen, indem versucht wird, die Tür zu öffnen. Das Prinzip ist im 4 dargestellt.
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Einsetzen des Schlüssels
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Der Schlüssel (3) mit seinen Schlüsselzungen (9) wird in den Schlitz (15) eingeschoben und gegen die Rückseite des Schließgehäuse gedrückt, um das Schloss zu verriegeln. In der Regel reicht ein normaler Fingerdruck aus, um die Zuhaltungsbolzen zurückzudrängen. Aus Sicherheitsgründen ist die Nutzung eines Hebels, der direkt im Schlüssel oder im Schlitz selbst integriert ist vorstellbar.
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Beispielsweise ist das Prinzip mit einem integrierten Exzenterhebel (20) und Hebelarm (21) in dem Schlüssel (3) in 5 dargestellt.
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Notöffnung
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Bei potenzieller Gefahr ist es sinnvoll, die Tür von innen und sogar ohne Schlüssel öffnen zu können. Diese Eigenschaft wird durch den Mechanismus in 6 dargestellt. Die Zuhaltungsbolzen sind am Ende verlängert und im Durchmesser reduziert. Hinter dem Gehäuse (1) ist die Notöffnungsplatte (22) mit den Beispielhaften Zylinderführungen (23) angebracht. Die Zylinderführungen (23) werden in die Führungsbohrungen (24) im Gehäuse (1) geführt. Die Notöffnungsplatte (22) hat genau so viel Bohrungen wie das Gehäuse (1). Die Zuhaltungsbolzen (6) aus der Rückseite des Gehäuses (1) gehen durch die Bohrungen der Notöffnungsplatte (22) und werden mit Begrenzungshülsen (25), mit einer Schraube oder einem Stift befestigt. Die einzelnen Zuhaltungsbolzen können weiterhin durch den Schlüssel (3) einzeln verschoben werden, um das Schloss zu entriegeln. In dem Fall hat die Notöffnungsplatte (22) keine Funktion. Die Notöffnungsplatte (22) kann mit einem Mechanismus (26) nach hinten gezogen werden und dabei alle Zuhaltungsbolzen (6) mit zurückziehen und das Schloss entriegeln. Das Betätigen bzw. Zurückziehen der Notöffnungsplatte (22) kann magnetisch, mit einem Hebel-System, mit Exzenterhebel und/oder Manuel und/oder elektrisch mit oder ohne Code funktionieren. Es kann sinnvoll sein, diese Funktion mit einem elektronischen Öffnen des Schlosses als eine Einheit zu integrieren.
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Als zusätzliche Funktion kann ein Mechanismus in dem System angebracht werden, dass beim Schließen der Tür die Zuhaltungsbolzen (6) mittels Notöffnungsplatte (22) zurückgehalten werden. In dem Fall wird die Tür durch die z.B. Kugel (16) gehalten. Dieser Mechanismus kann auch als weitere Funktion das automatische Verriegeln des Systems ermöglichen. Ein einfache z.B. Schiebeschalter von Innenseite der Tür legt die automatische verriegeln oder nicht automatische verriegeln fest.
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Beispiele zum Varianten der Erfindung
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- • Es ist vorstellbar, dass ganze System um 90 Grad zu verdrehen. In diesem Fall werden die Zuhaltungsbolzen (6) nicht in waagerechte Position, sondern ihre Achse ist Vertikal. Schlüsselschlitz (15) wird auch um 90 Grad gedreht.
- • Als Variante können die Führungsban (13) und Gegenstück zur Führungsbahn (14) mit den Hauptgehäuse (1) und Schließgehäuse (2) kombiniert werden um das System zu vereinfachen und Fertigung kostengünstiger zu gestalten.
- • Die „Freie Bolzen“ sind so konzipiert, dass sie aus der Bohrung (8) nicht herausfallen können. Ihre Spitze kann nicht über die Bohrung (8) von rechts oder links herausstehen. Diese Eigenschaft kann durch die Reduzierte Durchmesser am Enden der „Freie Bolzen“ (7) und entsprechend reduzierte Bohrungsdurchmesser an den beiden Enden der Bohrung (8) oder feinen Pin auf der „Frei Bolzen“ und passende Nut in Teil der Bohrung (8) erreicht werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Hauptgehäuse, fester Teil
- 2
- Schließgehäuse
- 3
- Schlüssel mit mehreren Zungen
- 4
- Bohrungen in Hauptgehäuse für die Zuhaltungsbolzen
- 5
- Druckfeder zum Verschieben der Zuhaltungsbolzen
- 6
- Zuhaltungsbolzen
- 7
- Freie Bolzen mit unterschiedlichen Abmessungen
- 8
- Bohrungen im Teil (2) für verschiebbare Freie Bolzen (7)
- 9
- Schlüsselzungen
- 10
- Schlosskasten für z.B. Rahmen
- 11
- Schlosskasten für z. B. Türblatt
- 12
- Verbindungselemente zum Schlosskasten mit Möglichkeit zur Justierung in die Höhe und seitlich
- 13
- Führungsbahn
- 14
- Gegenstück zur Führungsbahn
- 15
- Schlüsselschlitz
- 16
- Kugel
- 17
- Raum hinter der Kugel
- 18
- Druckfeder
- 19
- Vertiefung im Schließgehäuse zum Einrasten der Kugel
- 20
- Exzenterhebel
- 21
- Hebelarm
- 22
- Notöffnungsplatte
- 23
- Zylinderführung
- 24
- Führungsbohrung
- 25
- Begrenzungshülsen oder Stifte
- 26
- Einheit für zurückziehen der Notöffnungsplatte