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Die Erfindung betrifft einen Gliedermaßstab gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
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Es gibt viele Fälle, in denen es notwendig ist, einen Kreis oder einen Kreisbogen mit einem Radius zu zeichnen, der größer ist als der normalerweise von einem Standardzirkel zugelassen wird. In solchen Fällen war es notwendig, entweder ein spezielles Werkzeug bereitzustellen, um den gewünschten Radius zu erhalten, oder aber ein vorhandenes Werkzeug zu diesem Zweck zu modifizieren.
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Einige Markierungswerkzeuge, die zum Markieren großer Bögen oder Kreise verwendet werden, verwenden ein flaches Lineal. Das Lineal hat normalerweise an einem Endabschnitt einen Nagel und am anderen Endabschnitt ein Zeichenwerkzeug.
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US 2010000102 A1 offenbart ein flacher Zirkel, der verwendet ein starres flaches Lineal mit einem einbettbaren Anker, wie einem Nagel, an einem Endabschnitt und einer Markierungsspitze am anderen, die den starren Arm beim Markieren der Oberfläche parallel zur Markierungsfläche hält. Die Markierspitze ist entlang der Länge des starren Flachlineals verschiebbar. Mehrere Lineale können verbunden werden, um die Größe des zu zeichnenden Bogens zu erhöhen. Der Zirkel ein spezielles Messwerkzeug darstellt, das Einsatz z. B. im gewerblichen Bereich auf Montagestellen findet um auf ebenen Flächen wie Boden und Wänden einen Kreisbogen mit praktisch unbegrenztem Radius zu erzeugen. Solche Zirkel sind jedoch kompliziert und umständlich herumzutragen, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
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Aus
DE 3408242 A1 ist ein Gliedermaßstab zur Verwendung als Zirkel bekannt. Der Gliedermaßstab besteht aus klappbaren Gliedern, in denen Löcher ausgebildet sind, die dem Raster der Messskala angepasst sind und durch die ein Zeichenwerkzeug gesteckt und bewegt werden kann, um den gewünschten Kreis oder Bogen zu zeichnen. Dabei am freien Endabschnitt des ersten Gliedes ein zusätzliches Loch ausgebildet ist, bei dem als Spitze ein verstellbarer Dorn lösbar befestigt werden kann. Bei Verwendung des Gliedermaßstabs als Zirkel dient der Dorn als Drehpunkt. An der Dornspitze kann ein Befestigungselement, wie z. B. eine Haftscheibe, verwendet werden, um den Dorn an einer Stützfläche zu halten.
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Der Gliedermaßstab gemäß
DE 3408242 A1 ermöglicht es, eine weitere Zusatzfunktion im Zusammenhang mit Längenmessungen als Zirkel für große Radien bis zur Länge des herkömmlichen Gliedermaßstabs, also 2 Meter, zu erfüllen. Ein Nachteil dieses Gliedermaßstabs besteht darin, dass die vielen Löcher, die in allen seinen Gliedern ausgebildet sind, den Gliedermaßstab instabil machen, da jedes Glied jederzeit leicht brechen kann, sowohl in der Hauptfunktion der täglichen Messungen als auch beim Zeichnen von Kreisen oder Bögen, Außerdem beeinträchtigen diese Löcher die Sichtbarkeit der auf der Messskala markierten Zahlen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der verstellbare Dorn mit ihrem Befestigungselement als separate Einheit zusammen mit dem Gliedermaßstab mitgeführt werden muss, auch wenn er gerade nicht verwendet wird. Darüber hinaus wird es als weiterer Nachteil empfunden, dass im Zusammenhang mit Längenmessungen und Verwendung als Zirkel anfallende eine weitere Zusatzfunktion wie Kopierbearbeitung nach der Oberflächenkontur einer Kopierschablone oder eines Musters ein besonderes Kopierwerkzeug erfordern, die im gewerblichen Bereich und ähnlichen Orten leicht verloren gehen können.
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Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Gliedermaßstab so weiterzubilden, dass er haltbarer im Gebrauch ist, einfacher zu handhaben ist und zum Kopieren der Oberflächenkontur einer Kopierschablone oder eines Musters verwendet werden kann.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei dem Gliedermaßstab gemäß dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1 die an das Raster der Messskala angepassten Löcher nur in gegenüberliegenden Endgliedern ausgebildet sind, wobei die Zwischenglieder jeweils ein Loch in der Mitte der Messskala aufweisen. Die Löcher in den gegenüberliegenden Endgliedern und das Loch in den Zwischengliedern sowie die Spitze und das Zeichenwerkzeug haben den gleichen Durchmesser. Der freie Endabschnitt des einen Endgliedes bogenförmig ist und der freie Endabschnitt des anderen gegenüberliegenden Endgliedes spitzförmig ist.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß auch dadurch gelöst, dass bei Verwendung des Gliedermaßstabs als Zirkel ein Nagel als Spitze und ein Bleistift oder ein Schreibstift als Zeichenwerkzeug wahlweise durch ein beliebiges Loch der gegenüberliegenden Endgliedern oder durch ein beliebiges Loch der Zwischenglieder gesteckt werden kann.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß auch dadurch gelöst, dass bei Verwendung des Gliedermaßstabs als Kopierwerkzeug der bogenförmige oder spitzförmige freie Endabschnitt des Endgliedes als Fühler gegen die Oberfläche einer Kopierschablone oder eines Musters gedrückt wird, dann das Zeichewerkzeug in eines der Löcher des Endgliedes gesteckt wird und durch Bewegen des Endabschnitts des Endgliedes nach der Oberflächenkontur der Kopierschablone oder des Musters gleichzeitig mit dem Zeichenwerkzeug die Oberflächenkontur der Kopierschablone oder des Musters kopiert wird und mit dem Zeichewerkzeug eine Konturkurve erhalten wird.
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Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Gebrauchsdauer des Gliedermaßstabs erhöht wird, da er nur ein Loch in den Zwischengliedern hat, und daher die Festigkeit der Struktur des Gliedermaßstabs erhöht wird.
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Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass der Gliedermaßstab einfacher zu handhaben ist, da die geringere Anzahl von Löchern auf der Messskala die markierten Zahlen deutlicher macht und die Verwendung der einfachen Spitze anstelle des komplizierten verstellbaren Dorns den Gliedermaßstab komfortabler macht benutzen.
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Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass mit dem Gliedermaßstab die Oberflächenkontur der Kopierschablone oder eines Musters kopiert werden kann.
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Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- 1 eine Darstellung eines Gliedermaßstabs in einer teilweise aufgeklappten Lage.
- 2 eine schematische Darstellung des Gliedermaßstabs nach 1 in einer aufgeklappten Lage.
- 3 eine Ausführungsform des Gliedermaßstabs nach 1, bei der der freie Endabschnitt eines Endgliedes bogenförmig ist und der freie Endabschnitt eines gegenüberliegenden Endgliedes spitzförmig ist.
- 4 ein Zusammenwirken des bogenförmigen freien Endabschnitts des Endgliedes nach 3 mit der Oberfläche einer Kopierschablone.
- 5 ein Zusammenwirken des spitzförmigen freien Endabschnitts des gegenüberliegenden Endgliedes nach 3 mit der Oberfläche einer Kopierschablone.
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In 1 ist ein Gliedermaßstab 1 in einer teilweise aufgeklappten Lage dargestellt. Der Gliedermaßstab 1 von üblichen zwei Meter Gesamtlänge besteht aus einzelnen klappbaren Gliedern 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, die an den Endabschnitten durch genietete Achsen als Drehgelenke 12 verbunden sind. Im Endglied 2 und im gegenüberliegenden Endglied 11 an das Raster der Messskala angepasste Löcher 13 ausgebildet sind. Die Zwischenglieder 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 jeweils ein Loch 14 in der Mitte der Messskala aufweisen. Die Löcher 13 und die Löcher 14 haben den gleichen Durchmesser.
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Zur Verwendung als Zirkel die Gesamtlänge des Gliedermaßstabs 1, wie in 2 dargestellt, kann genutzt werden. Ein Nagel als Spitze durch das Loch 13 in dem Endglied 2 gesteckt wird. Der Nagel dient als Drehpunkt bei Verwendung des Gliedermaßstabs 1 als Zirkel. Durch das Loch 13 in dem gegenüberliegenden Endglied 11 wird ein Bleistift oder ein Schreibstift als Zeichenwerkzeug eingesteckt und bewegt, um einen Kreis oder einen Kreisbogen mit maximalem Radius zu zeichnen.
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Da die Löcher 13 in den gegenüberliegenden Endgliedern 2 und 11 und das Loch 14 in den Zwischengliedern 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 sowie die Spitze und das Zeichenwerkzeug haben den gleichen Durchmesser, die Spitze und das Zeichenwerkzeug wahlweise durch ein beliebiges Loch 13 in den gegenüberliegenden Endgliedern 2 und 11 oder durch ein beliebiges Loch 14 in den Zwischengliedern 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 gesteckt werden kann. Auf diese Weise kann die Lage des Drehzentrums und die Größe des Radius des Kreises bzw Kreisbogens geändert werden durch Einstecken der Spitze und des Zeichenwerkzeuges entweder in eines der Löcher 13 oder Loch 14 in den klappbaren Gliedern 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11.
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Wie in 3 dargestellt, der freie Endabschnitt 15 des Endgliedes 2 bogenförmig ist und der freie Endabschnitt 16 des gegenüberliegenden Endgliedes 11 spitzförmig ausgebildet ist.
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Zur Verwendung des Gliedermaßstabs 1 als Kopierwerkzeug, wie in 4 dargestellt, der bogenförmige freie Endabschnitt 15 des Endglieders 2 als Fühler an die Oberfläche der Kopierschablone 17 gedrückt wird, dann das Zeichenwerkzeug in das Löch 13 des Endgliedes 2 gesteckt wird und durch Bewegen des Endabschnitts 15 nach der Oberflächenkontur der Kopierschablone 17 gleichzeitig mit dem Zeichenwerkzeug die Oberflächenkontur der Kopierschablone 17 kopiert wird und mit dem Zeichenwerkzeug eine Konturkurve 18 erhalten wird. Unter Verwendung des Endgliedes 2 mit dem bogenförmigen Endabschnitt 15 gibt die resultierende Kurve 18 ziemlich genau die Oberflächenkontur der Kopierschablone 17 wieder, wenn seine Kurvenlinie aus kleinen Wellen besteht.
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Zur Verwendung des Gliedermaßstabs als Kopierwerkzeug, wie in 5 dargestellt, der spitzförmige freie Endabschnitt 16 des gegenüberliegenden Endgliedes 11 als Fühler an die Oberfläche der Kopierschablone 19 gedrückt wird, dann das Zeichenwerkzeug in das Löch 13 des Endgliedes 11 gesteckt wird und durch Bewegen des Endabschnitts 16 nach der Oberflächenkontur der Kopierschablone 19 gleichzeitig mit dem Zeichenwerkzeug die Oberflächenkontur der Kopierschablone 19 kopiert wird und mit dem Zeichenwerkzeug eine Konturkurve 20 erhalten wird. Unter Verwendung des Endgliedes 11 mit dem spitzförmigem Endabschnitt 16 gibt die resultierende Kurve 20 ziemlich genau die Oberflächenkontur der Kopierschablone 19 wieder, wenn seine Kurvenlinie mehr unterbrochen als gekrümmt ist.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Gliedermaßstab
- 2
- Endglied
- 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
- Zwischenglieder
- 12
- Endglied
- 13
- Löcher
- 14
- Löcher
- 15
- bogenförmige Endabschnitt
- 16
- spitzförmige Endabschnitt
- 17
- Kopierschablone
- 18
- Konturkurve
- 19
- Kopierschablone
- 20
- Konturkurve
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 2010000102 A1 [0004]
- DE 3408242 A1 [0005, 0006]