-
Die Erfindung betrifft eine Verstelleinrichtung zur veränderlichen Einstellung einer Position sowie eine Vorrichtung zur Positionierung von unterschiedliche Größen aufweisenden Rohbauteilen.
-
Aus der
DE 1 056 380 B ist ein Gerät zum Messen eines Radstandes bei Kraftfahrzeugen bekannt, welches zwei verschiebbare bzw. verschwenkbare Messschenkel aufweist, die an ihren ausladenden Enden mit um ihre eigene Längsachse drehbaren und in der Horizontalen verschiebbaren- und verschwenkbaren Messplatten versehen sind.
-
Die
EP 0 611 948 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Messung des Radstandes eines Automobilrahmens und der Quer- und Längsversätze seiner gelenkten Räder. Dabei werden zwei Teilvorrichtungen auf die beiden, auf derselben Seite angeordneten Rahmenräder aufgebracht, wobei die erste Teilvorrichtung aus zwei Leuchtdioden besteht, die sich in einem vorgegebenen Abstand in einer horizontalen Ebene voneinander befinden. Eine zweite Teilvorrichtung umfasst Mittel zur optischen Winkelmessung, die derart angeordnet sind, dass sie den Winkel zwischen den von den Leuchtdioden abgestrahlten Lichtstrahlen messen.
-
Gemäß
EP 0 521 254 A1 ist ein Radstellungmessgerät mit einer Detektoreinrichtung und einem Radadapter gezeigt, mit welchem die Detektoreinrichtung an einem zu vermessenden Kraftfahrzeugrad, gegenüber der Radachse ausgerichtet, befestigt ist. Zwischen der Detektoreinrichtung und den Radadapter ist ein Winkelmessgerät zur Messung eines Winkels zwischen am Rad befestigten Radadapter und Detektoreinrichtung in einer zur Radachse senkrechten Ebene geschaltet.
-
Ein Radstandsmesshebesystem zum Anheben eines Fahrzeuges ist aus der
EP 2 740 707 A1 bekannt, welches als radbasiertes Messsystem ausgebildet ist. Es umfasst eine stationäre Hebebühne mit mehreren beweglichen Aufzügen. Mittels eines Positioniermittels ist die Position jedes Rades festgelegt. Abstandsmessmittel bestimmen den Abstand des Fahrzeuges zu einem Bezugspunkt, während Kontrollmittel den Abstand zwischen zwei Fahrzeugachsen ermitteln.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verstelleinrichtung zur veränderlichen Einstellung einer Position und eine Vorrichtung anzugeben, die bei den verschiedensten Baureihen von Fahrzeugen verwendet werden kann.
-
Die Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, sowie der Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Figuren dargestellt sind.
-
Die Aufgabe wird mit dem Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.
-
Bei der eingangs erläuterten Verstelleinrichtung zur veränderlichen Einstellung einer Position ist ein Schlitten derart ausgebildet, dass der gesamte Verstellweg des Schlittens in kleinen Schritten verstellbar ist, wobei die Länge der kleinen Schritte wesentlich kürzer ist als die gesamte Längserstreckung des Verstellweges des Schlittens. Diese Verstelleinrichtung hat den Vorteil, dass sie bei verschiedenen Baureihen von Fahrzeugen wiederverwendbar ist, da vor jeder Baureihe eine Voreinstellung der Abmaße des Bauteils an dem Schlitten möglich ist. Eine Verschrottung der Verstelleinrichtung nach Nutzung für eine Fahrzeugreihe in der Serienproduktion entfällt, was sowohl einen ökonomischen als auch einen ökologischen Vorteil bedeutet.
-
Vorteilhafterweise ist der Schlitten als Noniussystem ausgebildet. Der Nonius stellt eine bewegliche Längenskala zur Steigerung der Einstellgenauigkeit dar. Dabei lassen sich die Skalen beliebig fein einteilen, was die Positioniergenauigkeit verbessert.
-
In einer Ausgestaltung besteht das Noniussystem aus zwei Platten, welche als Skalen Bolzenlöcher aufweisen, die sich gegenüberliegend zur temporären Fixierung ausgebildet sind. Die Bolzenlöcher sind besonders robust, weshalb solche Skalen für hohe Beanspruchungen, wie beispielsweise im Karosseriebau der Automobilindustrie, besonders geeignet sind.
-
In einer Variante ist die Skala auf der feststehenden Platte ausgebildet, während die an der beweglichen Platte angeordneten Bolzenlöcher der zweiten Skala um einen vorgegebenen Faktor verkürzte Abstände zueinander aufweisen. Jedes Bolzenloch ist dabei mit einem Skalenstrich, beispielsweise eines Messschiebers, vergleichbar. Die jeweilige Position wird dadurch verfeinert und ist mit hoher Genauigkeit einstellbar.
-
In einer Ausführungsform ist das Noniussystem beidseitig um 180° drehbar ausgebildet. Diese Drehbarkeit erhöht die Einsatzvielfalt der Vorrichtung.
-
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Positionierung von unterschiedliche Größen aufweisenden Rohbauteilen, wobei jeweils eins der Rohbauteile an mehreren Aufnahmeelementen fixiert ist. Bei einer Vorrichtung, die bei den verschiedensten Baureihen von Fahrzeugen verwendet werden kann, ist jedes Aufnahmeelement von einer in dieser Schutzrechtanmeldung beschriebenen Verstelleinrichtung getragen.
-
Vorteilhafterweise ist die feste Platte der jeweiligen Verstelleinrichtung fest mit einem gemeinsamen Tragboden verbunden und die jeweils bewegliche Platte der Verstelleinrichtung ist mit einem der Aufnahmeelemente verbunden. Da die Positionen der einzelnen Aufnahmeelemente komfortabel an jeder Größe der zu bearbeitenden Rohbauteile angepasst werden können, ist die Vorrichtung für verschiedene Fahrzeugreihen anwendbar.
-
In einer Ausgestaltung ist die Aufnahmeeinheit säulenartig ausgebildet, wobei ein erstes Ende der Säule an der beweglichen Platte der Verstelleinrichtung fixiert ist, während das entgegengesetzte zweite Ende der Säule an dem Rohbauteil angreift. Durch die Verwendung der Säulen lassen sich auch große und schwere Rohbauteile bearbeiten.
-
In einer Variante umfasst das zweite Ende der Säulen eine Spanneinrichtung, die auf das Rohbauteil zugreift. Diese ist somit zur Bearbeitung eines Fahrzeugbodens bevorzugt geeignet.
-
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der - gegebenenfalls unter Bezug auf die Zeichnung - zumindest ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Beschriebene und/oder bildlich dargestellte Merkmale können für sich oder in beliebiger, sinnvoller Kombination den Gegenstand der Erfindung bilden, gegebenenfalls auch unabhängig von den Ansprüchen, und können insbesondere zusätzlich auch Gegenstand einer oder mehrerer separater Anmeldung/en sein. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
-
Es zeigen:
- 1 ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verstelleinrichtung,
- 2 eine Draufsicht auf das Nonius-System,
- 3 ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
-
In 1 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verstelleinrichtung dargestellt, welche im Karosseriebau für Fahrzeuge zur Anwendung kommen kann. Die Verstelleinrichtung 1 ist als Schlitten ausgebildet und umfasst eine feststehende Platte 3, an welchem eine schrittweise bewegliche Platte 5 angeordnet ist. Die feststehende Platte 3 weist eine erste Skala 7 auf, welche durch Bolzenlöcher 9 gebildet ist, die in gleichen Abständen zueinander in einer Reihe angeordnet sind. Über der feststehende Platte 3 ist die bewegliche Platte 5 ausgebildet, die auf der feststehenden Platte 3 aufliegt und in Richtung der aus den Bolzenlöchern 9 bestehenden ersten Skala 7 verschiebbar gelagert ist. Diese bewegliche Platte 5 ist wesentlich kürzer als die feststehende Platte 3 und weist eine zweite Skala 13 bildende Bolzenlöcher 11 auf, wobei die Bolzenlöcher 11 in einer Reihe angeordnet sind und direkt über den Bolzenlöchern 9 der der feststehenden Platte 3 liegen. Wie in 2 gezeigt, ist die Verstelleinrichtung 1 an einem Ende 15 der feststehenden Platte 3 nach links bzw. rechts um 180° drehbar gestaltet
-
Bei der als Nonius ausgebildeten zweite Skala 13 der beweglichen Platte 5 weisen die Bolzenlöcher 11 einen horizontalen Abstand auf, der um einen vorgegebenen Faktor zueinander verkürzt ist. Wie aus 2 ersichtlich, liegt bei einer Verstellung der beweglichen Platte 5 um einen Schritt immer nur ein Bolzenloch 111 der beweglichen Platte 5 vollständig einem Bolzenloch 91 der Skala 7 der feststehenden Platte 3 gegenüber, wodurch eine präzise Feineinstellung der Position möglich ist.
-
3 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche beispielsweise zum Spannen von Rohbauteilen eines Fahrzeuges verwendet werden kann. Im vorliegenden Fall soll ein Rohbauteil 17, vorzugsweise ein Boden eines Fahrzeugs einer vorgegebenen Fahrzeugreihe, gespannt werden. Dazu weist die Vorrichtung 19 einen Tragboden 21 auf, auf welchem mehrere Säulen 23 stehen, deren freies oberes Ende 25 über jeweils eine Spanneinrichtung 27 auf das Rohbauteil 17 zugreift. Die Säulen 23 sind dabei so auf dem Tragboden 21 angeordnet, dass das Rohbauteil 17 allseitig von den Spanneinrichtungen 27 erfasst wird. Die dem Spanneinrichtungen 27 entgegengesetzten Enden 29 sind mit der beweglichen Platte 5 der Verstelleinrichtung 1 verbunden. Die feststehende Platte 3 der Verstelleinrichtung 1 ist fest an dem Tragboden 21 fixiert.
-
Mit Hilfe der Verstelleinrichtung 1 werden die Positionen der Säulen 23 an die Abmaße des zu spannenden Rohbauteils 17 angepasst. Dazu wird die die Nonius-Skala 13 tragende bewegliche Platte 5 schrittweise verschoben, bis diese eine den Abmaßen des Rohbauteils 17 entsprechende Position einnimmt. In jedem Fall befinden sich nach einer solchen Verschiebung nur ein Bolzenloch 111 der zweiten Skale 13 mit einem Bolzenloch 91 der ersten Skale 7 in Überdeckung. An dieser Stelle wird die Stellung der jeweiligen Säule 23 durch Eingreifen eines Steckelementes in die übereinanderliegenden Bolzenlöcher 91, 111 fixiert. Diese Positionen der Säulen bleiben für den Spannvorgang des Rohbauteils einer Fahrzeugreihe unverändert. Soll ein Rohbauteil einer anderen Fahrzeugreihe bearbeitet werden, wird das Steckelement wieder entfernt und die die Säulen 23 tragenden, beweglichen Platten 5 werden schrittweise entsprechend den neuen Abmaßen des Rohbauteils 17 der weiteren Fahrzeugreihe verschoben. Sind die entsprechenden Positionen erreicht, wird wiederum ein Steckelement in die Bolzenlöcher 91, 111 eingeführt, welche sich in derer Position jeweils vollständig gegenüberliegen.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 1056380 B [0002]
- EP 0611948 A1 [0003]
- EP 0521254 A1 [0004]
- EP 2740707 A1 [0005]