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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung, welche geeignet ist, in einem Bündelungssystem für das Bündeln von Bindegut mittels eines Kabelbinders eingesetzt zu werden.
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Hintergrund
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Aus dem Stand der Technik, beispielsweise der
DE 10 2013 222 924 A1 , sind portable Werkzeuge zum Binden eines Bündelgutes wie beispielsweise eines Kabelbaums mittels eines Kabelbinders, kurz: Kabelbinderwerkzeuge, bekannt, welche zum automatischen oder teilautomatischen Bündeln des Bindeguts mit Kabelbindern in hoher Frequenz geeignet sind. Am verlässlichsten arbeiten dabei Systeme, welche mit Ketten oder ganzen Trommelmagazinen von parallel zueinander angeordneten Kabelbindern arbeiten. Solche Ketten oder Trommelmagazine weisen dabei typischerweise zwischen 50 und 3500 Kabelbinder auf. Nachteilig ist hier der erhöhte Produktionsaufwand für die Kabelbinder-Magazine bzw. -Ketten, welcher sich in erhöhten Betriebskosten relativ zur Verwendung der bekannten losen Kabelbindern äußert.
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Die
CN 104 150 006 A wiederum zeigt ein Bündelungssystem, welches in der Lage ist, auch mit losen Kabelbindern zu arbeiten. Dabei werden die losen Kabelbinder in einen Vibrationskessel einer zirkulären Vibrationssortiereinheit geworfen und wandern von dort über ein Sortier-Hindernis, eine sogenannte Schikane, in oder auf eine lineare Vibrationssortiereinheit, welcher die losen Kabelbinder parallel zueinander aufreiht. Von dort werden die parallel aufgereihten Kabelbinder jeweils einzeln in einen Zuführ- oder Förderschlauch gestoßen und von diesem pneumatisch zu einem Kabelbinderwerkzeug geführt, wo sie zum Einsatz kommen. Allerdings kommt es hier immer wieder zu Stillständen, da Fehler beim Einführen der Kabelbinder in den Förderschlauch geschehen oder die lineare Vibrationssortiereinheit die Kabelbinder fehlerhaft anordnet.
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Es kann daher als Aufgabe der vorliegenden Erfindung betrachtet werden, die im Stand der Technik bestehenden Nachteile zu überwinden und ein Bündelungssystem zu ermöglichen, welches lose Kabelbinder verarbeiten kann und dennoch eine große Zuverlässigkeit besitzt.
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Überblick
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Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den Figuren.
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Ein Aspekt betrifft eine Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung, KBV, welche für ein Bündelungssystem, mittels welchem sich teil- oder vollautomatisiert ein Bindegut mit Kabelbindern bündeln lässt, geeignet ist. Die KBV weist dabei eine Aufnahmeeinheit zum Aufnehmen eines losen Kabelbinders, welcher sich in einer vorgegebenen Lage befindet, die beispielsweise von einer vorgeschalteten Sortiervorrichtung des Bündelungssystems bestimmt wird, auf. Des Weiteren weist die KBV eine Vorschubeinheit zum Bewegen des von der Aufnahmeeinheit aufgenommenen Kabelbinders von der Aufnahmeeinheit in eine Begradigungseinheit auf, wobei der Kabelbinder durch die Vorschubeinheit zumindest mit seinem Kopf, Kopf voran, in die Begradigungseinheit bewegt wird. Der Kopf des Kabelbinders, welcher an einem Band des Kabelbinders an einem der Bandspitze des Kabelbinders gegenüberliegenden Ende des Kabelbinderbandes angeordnet ist, weist dabei in Richtung des Bewegens. Die Vorschubeinheit kann den Kabelbinder also zumindest teilweise, das heißt teilweise oder ganz, in die Begradigungseinheit befördern, insbesondere schieben. Eine vorgegebene Lage spezifiziert vorliegend eine vorgegebene Position und/oder eine vorgegebene Orientierung des entsprechenden Gutes, hier des Kabelbinders. Aufnahmeeinheit und Vorschubeinheit dienen somit einem definierten Aufnehmen und Einlegen des Kabelbinders in die Begradigungseinheit.
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Die KBV weist des Weiteren besagte Begradigungseinheit zum Begradigen des Bandes des Kabelbinders auf. Die Begradigungseinheit ist dabei ausgebildet, den Kabelbinder aufzunehmen, insbesondere ihn vollständig aufzunehmen, und das Band des Kabelbinders bei und/oder mit und/oder nach dem Aufnehmen durch seitliche Führungselemente zu führen und somit zu begradigen. Für das Aufnehmen des Kabelbinders kann die Begradigungseinheit einen entsprechenden Aufnahmeraum für den Kabelbinder aufweisen. Das Aufnehmen kann auch ein aktives Aufnehmen sein oder umfassen, bei welchem der Kabelbinder mit einer geeigneten Technologie, beispielsweise der unten noch beschriebenen Pneumatik, aktiv in die Begradigungseinheit befördert wird.
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Unter einem „Begradigen“ ist im Rahmen dieser Offenbarung bevorzugt ein Bringen des Bandes des Kabelbinders in eine gerade Form zu verstehen. Allerdings muss die vorgegebene Form nicht zwangsläufig gerade im Sinne einer (vollständig) geraden Linie sein, sondern kann auch allgemeiner als das Bringen in eine gleichförmige, insbesondere möglichst gerade Form verstanden werden. Hintergrund ist, dass sich herausgestellt hat, dass ein sehr großer Anteil der Fehlfunktionen im Stand der Technik darauf zurückzuführen ist, dass lose Kabelbinder beispielsweise aufgrund von Einflüssen während des Transportes nicht die gleiche Form aufweisen, sondern beispielsweise während des Transportes verbogen werden. Entsprechend weisen die meisten Kabelbinder die gleichen, meist geraden Kabelbinderbänder auf, eine Minderheit der Kabelbinder ist jedoch deformiert und weist entsprechende abweichend geformte, meist gekrümmte Kabelbinder auf. Die Unterschiedlichkeit in den Formen, im Allgemeinen die Abweichung von einer geraden Form des Bandes des Kabelbinders, führt dann zu Fehlern in den bekannten Systemen. Auch wenn die gerade Form die für die weitere Verwendung des Kabelbinders geeignetste Form ist, so lassen sich einige Vorteile auch mit gleichförmigen, aber auch nicht geraden Kabelbindern erzielen, welche somit ebenfalls als begradigte Kabelbinder im Sinne dieser Erfindung zu verstehen sind. Damit kann „Begradigen“ im Kontext dieser Offenbarung auch im Sinne von „Alignieren“ verstanden werden.
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Des Weiteren ist die Begradigungseinheit ausgebildet, den Kabelbinder in eine Abgabeeinheit zu bewegen, wobei die Bandspitze des Kabelbinders in Richtung des Bewegens in die Abgabeeinheit weist. Der Kabelbinder wird also kopfüber in die Begradigungseinheit eingeführt und verlässt die Begradigungseinheit in entgegengesetzter Richtung mit seiner Bandspitze voraus, um dann über die Abgabeeinheit, welche beispielsweise an einen Förderschlauch für Kabelbinder in einem Bündelungssystem angeschlossen werden kann, abgegeben und der weiteren Verwendung zugeführt zu werden. Das Abgeben des Kabelbinders mit der Abgabeeinheit in einer vorgegebenen Lage des Kabelbinders mit der Bandspitze des Kabelbinders voraus ermöglicht dabei den Anschluss an bekannte Bündelungssysteme, in welchen meist eine Verarbeitung des Kabelbinders mit der Spitze voraus etabliert ist.
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Der beschriebene Ansatz hat den Vorteil, dass die Verlässlichkeit von bekannten und auch bereits ausgelieferten Bündelungssystemen für lose Kabelbinder (auch nachträglich noch) verbessert werden kann, nämlich indem durch die (gegebenenfalls nachgerüstete) Begradigungseinheit sichergestellt wird, dass sämtliche Kabelbinder vor dem Abgeben in nachgeschaltete Einheiten wie einen Förderschlauch die gleiche, idealer Weise gerade Form haben und entsprechend mit hoher Verlässlichkeit mit ihrer Bandspitze voran abgegeben und beispielsweise in einen entsprechenden Förderschlauch eingespeist werden können. Durch die Aufnahmeeinheit kann die KBV auch ohne Weiteres an bekannte Sortierungsvorrichtungen, insbesondere Vibrationssortierungsvorrichtungen, angeschlossen werden. Als sehr vorteilhaft hat sich auch die Verwendung von zwei unterschiedlichen aktiven Einheiten zum Bewegen des Kabelbinders innerhalb der KBV, der Vorschubeinheit und der Begradigungseinheit, herausgestellt, da so unterschiedliche Transporttechnologien mit ihren jeweiligen spezifischen Vorteilen zum Einsatz gebracht werden können. Bevorzugt kommen somit in Vorschubeinheit und Begradigungseinheit unterschiedliche Technologien zum jeweiligen Bewegen des Kabelbinders zum Einsatz. Beispielsweise, wie unten beschrieben, kann so ein mechanisches Schieben der Vorschubeinheit mit einem pneumatischen Ansaugen und Wegpressen der Begradigungseinheit kombiniert werden. Die beschriebene KBV kann auch mit einer sehr hohen Rate betrieben werden, so dass sich Bindezyklen von 1 Sekunde und schneller beispielsweise sogar 0,6 Sekunden erreichen lassen.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Begradigungseinheit relativ zu der Abgabeeinheit und/oder der Vorschubeinheit und/oder der Aufnahmeeinheit und/oder einem Gehäuse der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung zumindest in Teilen beweglich angeordnet ist. Besonders bevorzugt sind dabei Aufnahmeeinheit, Vorschubeinheit und Abgabeeinheit relativ zu dem Gehäuse fix angeordnet, und die Begradigungseinheit als Ganzes oder zumindest in Teilen relativ zu der so gebildeten Verbundeinheit beweglich. Damit lässt sich bei möglichst geringen bewegten Massen die vorgeschlagene Bewegungsrichtungsumkehr des Kabelbinders auf besonders einfache konstruktive Weise realisieren.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Begradigungseinheit ausgebildet ist, den Kabelbinder in einer Aufnahmeposition aufzunehmen und in einer von der Aufnahmeposition verschiedenen Verteilerposition in die Abgabeeinheit zu bewegen. Insbesondere kann die Begradigungseinheit ausgebildet sein, den Kabelbinder von der Aufnahmeposition in eine von mehreren verschiedenen Verteilerpositionen zu bewegen, wobei die Verteilerposition für den jeweiligen Kabelbinder individuell vorgebbar ist, beispielsweise über einen entsprechenden Steuerbefehl. Somit kann ein an der Aufnahmeposition aufgenommener spezifischer Kabelbinder unterschiedlichen Verteilerpositionen zugeordnet und in diese bewegt werden. Die Begradigungseinheit kann also als eine Art Weiche für die Kabelbinder dienen. Dies ist von Vorteil, wenn an die Abgabeeinheit mehrere unterschiedliche nachgeschaltete Einheiten, beispielsweise unterschiedliche Förderschläuche für Kabelbinder und entsprechend mehrere Kabelbinderwerkzeuge angeschlossen sind, welche somit bedarfsorientiert mit den jeweiligen Kabelbindern versorgt werden können. Dies ist besonders vorteilhaft, da so eine einzige Sortiervorrichtung mit der beschriebenen KBV mehrere Binderwerkzeuge mit Kabelbindern versorgen kann. Hierbei kann auf etablierte Technologie zurückgegriffen werden, diese muss lediglich mit der beschriebenen Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung ergänzt werden. Dadurch dass Aufnahmeposition und Verteilerposition verschieden sind, kann die Bewegungsrichtungsumkehr mit der weiteren Verwendung des Kabelbinders besonders effizient und einfach kombiniert werden.
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Dabei kann vorgesehen sein, dass die Begradigungseinheit ausgebildet ist, den jeweiligen Kabelbinder durch eine lineare Translationsbewegung der Begradigungseinheit oder eines Teils der Begradigungseinheit senkrecht zu einer Haupterstreckungsrichtung des begradigten Kabelbinders von der Aufnahmeposition zu der jeweils gewünschten Verteilerposition zu bewegen. Die Begradigungseinheit kann somit entsprechend einem Lift von der Aufnahmeposition zu der einen oder den mehreren Verteilerpositionen bewegt werden. Diese Funktionsweise entspricht der eines Stabmagazins. Entsprechend kann die Begradigungseinheit alternativ ausgebildet sein, den Kabelbinder durch eine jeweilige rotatorische Translationsbewegung von der Aufnahmeposition zu der jeweiligen Verteilerposition zu bewegen. In diesem Fall kann die Begradigungseinheit ein Trommelmagazin für Kabelbinder, wie es grundsätzlich von Revolvern aber auch aus der eingangs erwähnten
DE 10 2013 222 924 A1 bekannt ist, aufweisen. In diesem Fall verläuft die Achse der rotatorischen Translationsbewegung parallel zur Haupterstreckungsrichtung der Kabelbinder. Die Achse der rotatorischen Translationsbewegung kann aber auch senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung der Kabelbinder verlaufen. Dies kann beispielweise mit einem Trommelmagazin realisiert werden, bei dem die Kabelbinder sternförmig angeordnet sind. Das Trommelmagazin kann dabei auch nur für einen Kabelbinder ausgelegt sein. Es kann beispielsweise also ein Tunnel oder Tunnelelement wie es im nächsten Absatz beschrieben wird mit einem Gelenk kombiniert werden, welches die Achse der rotatorischen Translationsbewegung senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung der Kabelbinder festlegt. Ein solcher Tunnel bzw. ein solches Tunnelelement kann dann als Trommelmagazin für nur einen Kabelbinder angesehen werden. Die den jeweiligen Aufnahme- und Verteilerpositionen der Kabelbinder zugeordneten Stellungen der Begradigungseinheit können als jeweilige Aufnahme- und Verteilerstellungen bezeichnet werden. Alle Ansätze haben den Vorteil, dass mit geringen bewegten Massen und somit schnell und robust besagte Richtungsumkehr mit der etablierten Förderrichtung von Kabelbindern in Bündelungssystemen kombiniert werden kann.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Führungselemente der Begradigungseinheit Wände eines Tunnels oder eines Tunnelelementes sind oder solche Wände aufweisen. In diesen Tunnel oder das Tunnelelement ist der entsprechende Kabelbinder dann aufnehmbar, insbesondere vollständig aufnehmbar. Somit kann der oben erwähnte Aufnahmeraum der Begradigungseinheit im Inneren des Tunnels ausgebildet sein. Geeignet ist hier beispielsweise ein einfaches Vierkantprofil als Tunnel oder Tunnelelement, in welchem der Kabelbinder durch gegenüberliegende Tunnelwände als seitliche Führungselemente seitlich, also an seinem Band entlang der Haupterstreckungsrichtung, geführt ist. Alternativ oder ergänzend sind auch weitere Führungselemente, beispielsweise aktive Führungselemente denkbar wie gegenüberliegende synchronisierte Bandförderelemente, welche den Kabelbinder zwischen sich aufnehmen. Auch diese Ausführungsformen bringen die einfache und verlässliche Implementierung der Begradigungsfunktion mit sich beziehungsweise fördern diese.
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In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Begradigungseinheit ausgebildet ist, den Kabelbinder pneumatisch aufzunehmen und/oder in die Abgabeeinheit zu bewegen, also mit einem entsprechenden Unter- beziehungsweise Überdruck. Insbesondere kann der Kabelbinder mit einem Unterdruck in die Begradigungseinheit aufgenommen, aufgesaugt, werden und durch einen Überdruck in die Abgabeeinheit bewegt, gepresst oder geschossen, werden. Insbesondere kann dabei der Aufnahmeraum für den Kabelbinder in der Begradigungseinheit und ein entsprechender Aufnahmeraum für den Kabelbinder in der Abgabeeinheit, welche bei bestimmungsgemäßem Gebrauch mit dem schon erwähnten Förderschlauch fluidisch gekoppelt sein kann, gegenüber einer gemeinsamen Umgebung abdichtbar gestaltet sein. Dadurch kann das Bewegen des Kabelbinders besonders schnell, effizient und in definierter Weise, das heißt prozesssicher, erfolgen. Außerdem kann der gleiche Antrieb, nämlich die Pneumatik beziehungsweise entsprechende Pumpenanlage für das Bewegen des Kabelbinders in die Begradigungseinheit hinein und aus der Begradigungseinheit heraus genutzt werden, was die Verlässlichkeit der Vorrichtung weiter erhöht.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Vorschubeinheit ausgebildet ist, den Kabelbinder mittels eines mechanischen Elementes, insbesondere mittels eines Stiftelementes oder eines Dornelementes, in die Begradigungseinheit zu schieben. Insbesondere kann das Schieben hier um eine Strecke von 15 mm ± 10 mm, bevorzugt um eine Strecke von 15 mm ± 5 mm, besonders bevorzugt um eine Strecke von 15 mm ± 2 mm erfolgen. Gerade in Kombination mit dem zuvor genannten pneumatischen Bewegen innerhalb der Begradigungseinheit ist ein mechanischer Vorschub hier vorteilhaft, da der Kabelbinder so auf einfache Weise in eine für das pneumatische System geeignete Position gebracht werden kann. Die genannten Strecken haben sich hier als besonders vorteilhaft im Zusammenhang mit Kabelbindern erwiesen, da es vorteilhaft ist, die Strecke, über welche der Kabelbinder mit dem mechanischen Element bewegt wird, möglichst gering zu halten, diese jedoch groß genug sein muss, um eine verlässliche Anbindung an das Bewegen in der Begradigungseinheit zu ermöglichen.
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Weitere Aspekte betreffen entsprechende Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtungen nach einer oder mehrerer der beschriebenen Ausführungsformen, in Kombination mit einer vorgeschalteten Sortiervorrichtung zum Sortieren loser Kabelbinder, insbesondere mit einer einen Vibrationskessel aufweisenden zirkulären Vibrationssortiereinheit zum Sortieren der losen Kabelbinder und/oder einer linearen Vibrationssortiereinheit zum Aufreihen der losen Kabelbinder.
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Ein anderer weiterer Aspekt betrifft eine der beschriebenen Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtungen in Kombination mit einem oder mehreren über einen Förder- oder Zuführschlauch zum Fördern oder Zuführen der Kabelbinder mit der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung gekoppelten portablen Kabelbinderwerkzeugen, welche insbesondere ein integriertes Kabelbinderreservoir aufweisen. Auch weitere Vorrichtungen wie beispielsweise Heizvorrichtungen für das Vorheizen der Kabelbinder können mit der KBV kombiniert werden. Die Verwendung von Kabelbinderwerkzeugen mit integriertem Kabelbinderreservoir ist besonders vorteilhaft bei der Verwendung der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung mit mehreren Kabelbinderwerkzeugen, da so Schwankungen in der Binderate der jeweiligen Kabelbinderwerkzeuge ausgeglichen werden können.
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Ein anderer Aspekt betrifft auch ein Bündelungssystem mit einer der beschriebenen Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtungen sowie einer vorgeschalteten Sortiervorrichtung zum Sortieren loser Kabelbinder und zumindest einem, also einem oder mehreren über einen Förderschlauch zum Fördern der Kabelbinder mit der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung gekoppelten portablen Kabelbinderwerkzeugen, welche bevorzugt ein integriertes Kabelbindereservoir aufweisen. Die vorgeschaltete Sortiervorrichtung kann die beschriebene zirkuläre Vibrationssortiereinheit und/oder die beschriebene lineare Vibrationssortiereinheit aufweisen.
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Ein weiterer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Begradigen eines Kabelbinders, beziehungsweise zum Begradigen von Kabelbindern. Das Verfahren weist dabei eine Reihe von Verfahrensschritten auf, nämlich das Aufnehmen des Kabelbinders, mit vorgegebener Lage des Kabelbinders, das Bewegen des aufgenommenen Kabelbinders entlang einer ersten Richtung in eine Begradigungseinheit, das Begradigen des Kabelbinders in der Begradigungseinheit und das Bewegen des begradigten Kabelbinders entlang einer zur ersten Richtung entgegengesetzten zweiten Richtung aus der Begradigungseinheit in eine Abgabeeinheit, gefolgt von einem Abgeben des Kabelbinders, mit vorgegebener Lage des Kabelbinders. Dadurch dass der aufgenommene beziehungsweise abgegebene Kabelbinder hier jeweils eine vorgegebene Lage, also eine vorgegebene Position und/oder vorgegebene Orientierung aufweist, ist dieses Verfahren mit weiteren automatischen oder halbautomatischen Verfahren, wie sie in bekannten Bündelungssystemen bereits angewendet werden, kompatibel.
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Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens entsprechen dabei Vorteilen und vorteilhaften Ausführungsformen der beschriebenen Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung beziehungsweise des beschriebenen Bündelungssystems.
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Die vorstehend in der Beschreibung, auch im einleitenden Teil, genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen von der Erfindung als umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt und erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die somit nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen. Es sind darüber hinaus Ausführungen und Merkmalskombinationen, insbesondere durch die oben dargelegten Ausführungen, als offenbart anzusehen, die über die in den Rückbezügen der Ansprüche dargelegten Merkmalskombinationen hinausgehen oder von diesen abweichen.
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Figurenliste
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Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten schematischen Zeichnungen soll der erfindungsgemäße Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hier gezeigten spezifischen Ausführungsformen einschränken zu wollen.
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Dabei zeigen
- 1 ein Bündelungssystem mit einer Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung nach einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung;
und
- 2 eine Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung nach einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung.
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In den unterschiedlichen Figuren sind dabei gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Detaillierte Beschreibung
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In 1 ist ein beispielhaftes Bündelungssystem 0 mit einer Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung nach einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung gezeigt. Das Bündelungssystem 0 weist dabei in der vorliegenden Ausführungsform zunächst eine zirkuläre Vibrationssortiereinheit 1 auf, welche einen Vibrationskessel 1a hat, in welchen lose Kabelbinder 7 (2) geworfen werden können. Wie allgemein bekannt werden dann bei Betrieb der zirkulären Vibrationseinheit 1 über eine Schikane 1b Kabelbinder in beziehungsweise auf eine lineare Vibrationseinheit 2 sortiert. Auf beziehungsweise in dieser werden die Kabelbinder dann parallel zueinander aufgereiht und der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 zugeführt. Nachdem die jeweiligen Kabelbinder dort begradigt wurden beziehungsweise deren gerader Verlauf gewährleistet wurde, werden sie über einen Förder-, Führungs- oder Zuführschlauch 5 zu einem portablen Kabelbindekabelwerkzeug 6 befördert, im Allgemeinen „geschossen“, das heißt mit einem pneumatischen Druck durch den Förderschlauch 5 gepresst.
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Im Betrieb des Bündelungssystems 0 kann nun bei beziehungsweise nach Betätigen des Kabelbinderwerkzeugs 6 über einen entsprechenden Kommunikationskanal 4, welcher hier kabelgebunden ausgeführt ist, ein entsprechender Nachschub an Kabelbindern, das heißt das erneute Zuführen oder Fördern eines Kabelbinders über den Zuführschlauch 5 durch die Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 ausgelöst werden.
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Sind mehrere unterschiedliche portable Kabelbinderwerkzeuge 6 an die Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 angeschlossen, so kann über das jeweilige Steuersignal der Nachschub koordiniert werden, das heißt sichergestellt werden, dass das Kabelbinderwerkzeug 6 mit Bedarf auch entsprechend mit Kabelbindern versorgt wird.
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In 2 ist die Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung nach einer Ausführungsform der vorliegenden Offenbarung im Detail gezeigt. In der vorliegenden Ausführungsform ist die Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 dabei sowohl an eine vorgeschaltete lineare Vibrationseinheit 2 als auch an einen nachgeschalteten Führungsschlauch 5 gekoppelt. Die Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 weist dabei eine Aufnahmeeinheit 3a zum Aufnehmen eines jeweiligen Kabelbinders 7, welcher sich in einer vorgegebenen Lage befindet, vorliegend mit seiner Haupterstreckung parallel zur X-Achse verlaufend und den Kabelbinderkopf in negativer X-Richtung sowie die Kabelbinderspitze in positiver X-Richtung weisend.
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Die Vorschubeinheit 3b dient dem Bewegen des Kabelbinders 7 von der Aufnahmeeinheit 3a in die Begradigungseinheit 3c mit zumindest einem Kopf des Kabelbinders 7. Da die Bewegung in die Begradigungseinheit 3c in vorliegend negativer X-Richtung verläuft, gelangt der Kabelbinder 7 somit mit dem Kopf zuerst in die Begradigungseinheit 3c. Der Kabelbinder 7 wird dabei im gezeigten Beispiel mit einem mechanischen Element 3b', vorliegend ein Stiftelement, an seinem Kopf um eine Strecke von beispielsweise 15 mm verschoben.
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Ist der Kabelbinder 7 dann teilweise, insbesondere mit seinem Kopf oder einem Teil des Kopfes, in der Begradigungseinheit 3c aufgenommen, so wird der Kabelbinder 7 vorliegend mittels eines Unterdrucks in die Begradigungseinheit 3c gesaugt und dort durch entsprechende Führungselemente 3c' seitlich geführt und somit begradigt. Zu beachten ist hier, dass in der gezeigten Ausführungsform die Begradigungseinheit 3c beweglich gegenüber der Aufnahmeeinheit 3a und der Vorschubeinheit 3b angeordnet ist, sich somit bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in der vorliegenden Ausführungsform zumindest in Teilen zwischen verschiedenen Stellungen, einer Aufnahmestellung für den Kabelbinder und einer Verteilerstellung für den Kabelbinder, hin und her bewegt. Gezeigt ist die Begradigungseinheit 3c vorliegend in der Verteilerstellung, welche in der gezeigten Ausführungsform oberhalb, das heißt in positiver Y-Richtung translatorisch versetzt zu der Aufnahmestellung dargestellt ist. Die Begradigungseinheit 3c wird somit bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der gezeigten Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 in der Y-Richtung zwischen Aufnahmestellung oder -position und Verteilerstellung oder -position verschoben. Hat die Begradigungseinheit 3c somit den Kabelbinder 7 aufgenommen und begradigt, wird sie vorliegend in positiver Y-Richtung verschoben, so dass eine Mündung eines Aufnahmeraums der Begradigungseinheit mit einer entsprechenden Mündung der Abgabeeinheit 3d aligniert angeordnet ist und der Kabelbinder von der Abgabeeinheit 3d der Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung 3 in den Führungsschlauch 5 abgegeben werden kann.
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Insgesamt kann somit durch die beschriebene Kabelbinder-Begradigungs-Vorrichtung ein verlässliches Einfädeln des Kabelbinders mit der Kabelbandspitze voraus in den Führungsschlauch erreicht werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102013222924 A1 [0002, 0013]
- CN 104150006 A [0003]