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Die Erfindung betrifft einen Stabkorbsichter zum Sichten von körnigem Sichtgut, aufweisend mindestens einen motorisch angetriebenen Stabkorb, eine Einhausung für den Stabkorb, wobei die Einhausung mindestens eine Einlassöffnung für einen Luftstrom mit darin suspendiertem Sichtgut aufweist, welche so angeordnet ist, dass sie den Luftstrom von außen an den Stabkorb heranführt, und mindestens eine Auslassöffnung für einen Luftstrom mit darin suspendiertem Feingut, die an einem ersten axialen Ende außerhalb der axialen Länge des Stabkorbs und innerhalb des Durchmessers des Stabkorbs angeordnet ist, und mindestens eine Auslassöffnung für Grobgut, die an einem zweiten axialen Ende außerhalb der axialen Länge des Stabkorbs und außerhalb des Durchmessers des Stabkorbs angeordnet ist.
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Zum Sichten von körnigem Gut ist es bekannt, das Sichtgut pneumatisch in eine Vorrichtung mit einem rotierenden Stabkorb zu leiten. Dabei strömt die pneumatische Förderluft durch den rotierenden Stabkorb hindurch, so dass die Förderluft innerhalb des Stabkorbes angelangt und verlässt diesen über einen dort befindlichen Abluftkanal. Feingut, das von der Förderluft mitgerissen wird, nimmt den Weg mit der Förderluft. Grobgut hingegen wird durch die Rotation nach außen geworfen und fällt nach unten in eine entsprechende Auslassvorrichtung. Diese Art von gattungsgemäßen Stabkorbsichtern hat sich im Stand der Technik sehr bewährt. Bei komplexeren Sichtungsanlagen strömt die Förderluft durch unterschiedliche Sichter. Jede Passage eines Sichters hat zwangsläufig einen Druckverlust der Förderluft zur Folge. Um den Druckverlust zu kompensieren oder um den Druckverlust nur an bestimmten Stellen auftreten zu lassen, ist es ebenso bekannt, Stabkorbsichter mit verschiedenen Förderluftzugängen auszustatten. Die neben der Förderluft für Sichtgut einströmende Sekundärluft hat dabei im Stand der Technik sehr unterschiedliche Aufgaben.
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In der internationalen Patentanmeldung
WO 2013/107834 A1 wird ein Stabkorbsichter offenbart, der auf der Innenseite seiner den Stabkorb einhausenden Wände plattenförmige, pneumatische Leitelemente aufweist, die ringförmig um den Stabkorb angeordnet sind und sich terassenförmig überlappen, wobei die pneumatischen Leitelemente jeweils durch einen Spalt voneinander getrennt sind und dadurch eine Luftzufuhr für Druckluft bilden. Die einströmende Luft dient zum leiten des Sichtguts.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Stabkorbsichter zur Verfügung zu stellen, der seinen eigenen Strömungswiderstand zumindest teilweise kompensiert.
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Die erfindungsgemäße Aufgabe wird gelöst durch einen Stabkorbsichter mit den Merkmalen nach Anspruch 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen zu Anspruch 1 angegeben.
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Nach dem Gedanken der Erfindung ist also vorgesehen, am rotierenden Stabkorb einen Impeller vorzusehen, mit dessen Hilfe Luft oder ein Fördergas aus einer prozesstechnischen Anlage verdichtet werden kann. Diese verdichtete Luft oder dieses verdichtete Fördergas kann zur zuströmenden Förderluft mit darin suspendiertem Fördergut hinzugegeben werden oder aber einen aus dem Stabkorbsichter austretenden Luftstrom oder Materialstrom aufgegeben werden.
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Um das Stabkorbinnere von der zu verdichtenden Luft oder dem zu verdichtenden Fördergas zu trennen, kann vorgesehen sein, dass der Impeller durch eine Trennwand vom Rest des Stabkorbs getrennt ist. Dies ermöglicht eine Gastrennung oder auch eine Trennung von verschiedenen Sichtgutströmen.
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In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Impeller auf seiner Innenseite mit einem inneren Luftkanal in Strömungsverbindung steht und auf seiner Außenseite mit der Auslassöffnung für Grobgut in Strömungsverbindung steht. Diese Gasführung von innen nach außen ermöglicht es, das verdichtete Gas in den Trennraum unmittelbar außerhalb des Stabkorbes zuzuführen, so dass die Förderluft oder das Fördergas für das Sichtgut und auch die Förderluft oder das Fördergas für das Grobgut mit der verdichteten Förderluft oder dem verdichteten Fördergas beaufschlagt werden.
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Um die zu verdichtende Förderluft oder das zu verdichtende Fördergas an den Impeller heranzuführen, kann vorgesehen sein, dass der innere Luftkanal als Ringkanal ausgebildet ist, der über Öffnungen, die bis nahe an den inneren, zylindrischen Rand des Impellers heranragen, mit dem Impeller in Strömungsverbindung steht.
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Um mit Hilfe der verdichteten Förderluft oder dem verdichteten Fördergas die Trennleistung zu erhöhen, kann vorgesehen sein, dass der Stabkorb in einem statisch angeordneten und zylindrischen Käfig aus Leitblechen eingeschlossen ist, wobei zwischen dem Käfig und dem Stabkorb ein ringförmiger Kanal entsteht, der am zweiten axialen Ende des Stabkorbs mit der Auslassöffnung für Grobgut verbunden ist.
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Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher erläutert. Es zeigt:
- 1 eine Skizze eines erfindungsgemäßen Stabkorbsichters in einer perspektivischen Ansicht von außen,
- 2 den Stabkorbsichter aus 1 in einer durch Schnittebenen geöffneten Darstellung,
- 3 ein Stabkorb des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters, der durch eine Schnittebene geöffnet dargestellt ist, in einer ersten perspektivischen Ansicht,
- 4 den Stabkorb aus 3 in einer zweiten perspektivischen Ansicht,
- 5 eine Prinzipskizze zur Verdeutlichung der Gasströmung innerhalb des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters, wobei der Stabkorbsichter durch eine zentrale, vertikale Ebene getrennt dargestellt ist.
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In 1 ist eine Skizze eines erfindungsgemäßen Stabkorbsichters 100 in einer perspektivischen Ansicht von außen gezeigt. Bis auf einen Sekundärlufteinlass 182 unterscheidet sich dieser Stabkorbsichter 100 in der Außendarstellung nicht von anderen gattungsgemäßen Stabkorbsichtern. Um die Funktion des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters 100 zu demonstrieren, ist in 2 dieser Stabkorbsichter 100 durch Schnittebenen S1 und S2 in einer geöffneten Darstellung abgebildet.
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In 2 ist der Stabkorbsichter aus 1 in einer durch Schnittebenen S1 und S2 geöffneten Darstellung abgebildet. Der Stabkorbsichter 100 zum Sichten von körnigem Sichtgut 200 weist mindestens einen durch einen Motor M und über eine Antriebsachse A motorisch angetrieben Stabkorb 110 auf. Der Stabkorb 110 ist in einer Einhausung 120 aufgenommen. Die Einhausung 120 selbst weist mindestens eine Einlassöffnung 130 für einen Luftstrom L1 mit darin suspendiertem Sichtgut 200 auf. Es ist auch möglich, mehr als eine Einlassöffnung um den Umfang des Stabkorbsichters 100 zu verteilen, welche so angeordnet sind, dass sie den Luftstrom L1 von außen an den Stabkorb 110 heranführen.
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Die Einhausung 120 weist auch mindestens eine Auslassöffnung 140 für einen Luftstrom L2 mit darin suspendiertem Feingut F auf, die an einem ersten axialen Ende E1 außerhalb der axialen Länge λ des Stabkorbs 110 und innerhalb des Durchmessers d des Stabkorbs 110 angeordnet ist. Die Dimensionen d und λ sind in 5 im Detail gezeigt. Schließlich verfügt der Stabkorbsichter über mindestens eine Auslassöffnung 150 für Grobgut G, die an einem zweiten axialen Ende E2 außerhalb der axialen Länge λ des Stabkorbs 110 und außerhalb des Durchmessers d des Stabkorbs 110 angeordnet ist. Die Auslassöffnung mündet hier in einem Ringkanal, dessen Öffnung nach außen in dieser Darstellung nicht sichtbar ist. In dieser Darstellung eines vertikalen Stabkorbsichters 100 befindet sich am unteren Rand des Stabkorbes 110 ein Impeller 160, der mit dem Stabkorb 110 fest verbunden ist. Der Stabkorbsichter kann aber auch als horizontaler oder schräg im Raum angeordneter Stabkorbsichter ausgebildet sein.
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Um den Weg der zu verdichtenden Luft oder des zu verdichtenden Fördergases vom Feingut im Inneren des Stabkorbes 110 zu trennen, kann vorgesehen sein, dass der Impeller 160 durch eine Trennwand 170 vom Rest des Stabkorbs 110 getrennt ist. Diese Trennwand 170 ist hier als konusförmiger Einsatz ausgebildet innerhalb dessen sich die Luftzuführung für den Impeller 160 befindet. Über diese Trennwand 170 wird der Stabkorb 110 auf der Antriebsachse A gehalten.
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Der Impeller 160 steht auf seiner Innenseite 161 mit einem inneren Luftkanal 180 in Strömungsverbindung und auf seiner Außenseite 162 steht dieser Impeller 160 mit der Auslassöffnung 150 für Grobgut G in Strömungsverbindung. Das durch den Sekundärlufteinlass 182 einströmende Gas wird durch den Impeller 160 verdichtet, strömt nach Außerhalb des Stabkorbes und strömt dort in einen Kanal K zwischen dem Stabkorb und einem hier verwendeten Käfig 190 aus einzelnen Leitblechen 191
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In 3 ist ein Stabkorb 110 des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters 100, der durch eine Schnittebene S3 geöffnet ist, vereinzelt in einer ersten perspektivischen Ansicht von oben gezeigt. Der Stabkorb 110 weist an seiner Außenseite die hier durch eng beieinander liegende vertikale Linien dargestellte Stäbe auf. In der hier dargestellten Skizze weist der Stabkorb 110 am unteren Rand den mit dem Stabkorb fest verbundenen Impeller 160 auf, der Gas mit einer Strömungsrichtung von innen nach Außen verdichtet.
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In 4 ist der Stabkorb 110 des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters 100 aus 3 in einer zweiten perspektivischen Ansicht von unten gezeigt. Der Stabkorb 110 weist an seiner Außenseite die hier durch eng beieinander liegende vertikale Linien dargestellte Stäbe auf. In der hier dargestellten Skizze weist der Stabkorb 110 am unteren Rand den mit dem Stabkorb fest verbundenen Impeller 160 auf, der Gas mit einer Strömungsrichtung von innen nach außen verdichtet.
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Deutlich sind in dieser Ansicht einzelne Leitbleche oder Schaufeln des Impellers 160 zu erkennen.
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In 5 eine Prinzipskizze zur Verdeutlichung der Gasströmung innerhalb des erfindungsgemäßen Stabkorbsichters 100 dargestellt, wobei der Stabkorbsichter 100 durch eine zentrale, vertikale Ebene getrennt dargestellt ist.
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Ein Luftstrom L1 mit darin suspendiertem Sichtgut 200 strömt von links kommend durch eine Einlassöffnung 130 in die Einhausung 120 ein, und zwar in tangentialer Richtung zum Stabkorb 110, und trifft dort zunächst auf einen Käfig 190 aus einzelnen Leitblechen 191. Innerhalb des Käfigs 190 befindet sich der motorisch über eine Antriebsachse A rotierend angetriebene Stabkorb 110, wobei sich zwischen den Leitblechen 191 des Käfigs 190 und dem Stabkorb 110 ein ringförmiger Kanal K als Trennzone ausbildet. Innerhalb dieser Trennzone im Kanal K fällt Grobgut G nach unten und Feingut F strömt zwischen einzelnen Stäben des Stabkorbes 110 in den Stabkorb 110 ein und verlässt den Stabkorbsichter 100 durch eine Auslassöffnung 140 für einen Luftstrom L2 mit darin suspendiertem Feingut F. Luft als Sekundärluft strömt über einen Sekundärlufteinlass 182 ein einen Luftkanal 180 ein, wobei der Luftkanal 180 einen ringförmigen Kanal zum Ableiten des Grobguts G durchstößt. Die Luft strömt bis zu einer Öffnung des Luftkanals 180 bis an die Innenseite 161 des Impellers 160, wird dort durch die Impellerwirkung verdichtet und strömt dort als verdichtete Luft in den Kanal K. Das Grobgut G verlässt den Stabkorbsichter über eine Auslassöffnung 150. In dieser Darstellung ist ein vertikaler Stabkorbsichter 100 gezeigt, in welchem der Stabkorb eine axiale Länge λ aufweist und ein erstes Ende E1 und ein zweites Ende E2. Dabei hat der Stabkorb einen Durchmesser d. Die Lage und die Rotationsachse des Stabkorbes können wie hier gezeigt, vertikal sein, aber auch horizontal oder unter einem anderen Winkel al 90° zur Horizontalen oder zur Vertikalen geneigt.
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Bezugszeichenliste
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- 100
- Stabkorbsichter
- 110
- Stabkorb
- 120
- Einhausung
- 130
- Einlassöffnung
- 140
- Auslassöffnung, Feingut
- 150
- Auslassöffnung, Grobgut
- 160
- Impeller
- 161
- Innenseite
- 162
- Außenseite
- 170
- Trennwand
- 180
- Luftkanal
- 181
- Öffnung
- 182
- Sekundärlufteinlass
- 190
- Käfig
- 191
- Leitblech
- 200
- Sichtgut
- A
- Antriebsachse
- d
- Durchmesser
- E1
- erstes Ende
- E2
- zweites Ende
- F
- Feingut
- G
- Grobgut
- K
- Kanal
- L1
- Luftstrom
- L2
- Luftstrom
- M
- Motor
- S1
- Schnittebene
- S2
- Schnittebene
- S3
- Schnittebene
- λ
- axiale Länge