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Die Erfindung betrifft eine Sicherungshülse zum Kontaktieren einer Schirmung eines elektrischen Leiters an einem Abschirmkontakt.
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Aus dem Stand der Technik sind Sicherungshülsen vorgenannter Art bereits bekannt. Sie werden beispielsweise in Elektrofahrzeugen für Hochvoltapplikationen verwendet. Die Sicherungshülse kann über die Schirmung geschoben werden und anschließend, beispielsweise durch einen Crimpprozess, die Schirmung zwischen Sicherungshülse und Abschirmkontakt einklemmen, sodass eine konstante Kontaktierung auch bei hohen Vibrationsbelastungen stattfinden kann. Insbesondere bei Hochvoltapplikationen ist es wichtig, dass hohe Abschirmströme ohne große Übergangswiderstände durch die Abschirmvorrichtung geleitet werden können. Die Sicherungshülse ist meist im Wesentlichen zylinderförmig und wird auf den elektrischen Leiter geschoben. Insbesondere bei langen Leiterstücken kann dies zu einem hohen Aufwand bei der Assemblage führen. Weiterhin sind viele weitere Prozessschritte notwendig, bevor die Sicherungshülse letztendlich gecrimpt werden kann.
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Daher ist es Aufgabe der Erfindung, eine Sicherungshülse zu schaffen, die ohne hohen Aufwand am elektrischen Leiter befestigt werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Sicherungshülse gelöst, die einen Sicherungsabschnitt mit einem sich zwischen zwei Flügeln befindlichen Boden zur Auflage des elektrischen Leiters aufweist, wobei in einem offenen Zustand vor der Befestigung an der Schirmung die Flügel an ihren vom Boden abgewandten freien Enden durch einen in einer axialen Richtung verlaufenden Schlitz voneinander beabstandet sind und wobei die Flügel an ihren freien Enden mit zueinander komplementären Formschlusselementen versehen sind, die die Sicherungshülse in einen in Umfangsrichtung geschlossenen Zustand sichern.
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Durch die erfindungsgemäße Lösung kann der elektrische Leiter, nachdem die nötigen Prozessschritte erledigt wurden, in radialer Richtung durch den Schlitz zwischen die beiden Flügel eingeschoben werden. Die Sicherungshülse kann folglich direkt am Ort, an der sie um die Schirmung geschlossen werden soll, eingesetzt werden und muss nicht vorher über einen, möglicherweise langen Abschnitt des elektrischen Leiters geschoben werden. Durch die zueinander komplementären Formschlusselemente kann die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand gesichert werden. Eine Sicherung durch eine hauptsächlich plastische Verformung, wie es beispielsweise beim Vercrimpen der Fall ist, ist zur Sicherung der Sicherungshülse im geschlossenen Zustand nicht mehr notwendig. Folglich kann ein Einschneiden der freien Enden in die Schirmung verhindert werden und die Sicherungshülse beispielsweise zum Austausch einfach wieder geöffnet werden.
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Im Folgenden sind Weiterbildungen angeführt, die unabhängig voneinander beliebig miteinander kombinierbar sind und jeweils für sich betrachtet vorteilhaft sind.
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So kann die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand insbesondere nicht gecrimpt sein. Vorzugsweise können die zueinander komplementären Formschlusselemente im geschlossenen Zustand nicht miteinander vercrimpt sein. Daher kann durch die Sicherungshülse die Reparaturfähigkeit einer Kontaktanordnung gegenüber einer Kontaktanordnung mit einer Crimphülse verbessert werden. Bei einer vercrimpten Kontaktanordnung wäre bei einer Fehlfunktion bzw. Fehlstellung der Crimphülse der komplette Austausch der Kontaktanordnung notwendig. Da die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand nicht gecrimpt ist, kann sie einfach wieder geöffnet werden. Folglich kann die Sicherungshülse in einer Kontaktanordnung einfach ausgetauscht werden.
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Die zueinander komplementären Formschlusselemente können im geschlossenen Zustand unter Zugspannung miteinander verrastet sein. Die Formschlusselemente können eine elastische Rückstellkraft zwischen den beiden Flügeln im geschlossenen Zustand kompensieren, wobei durch Auflösen der Verrastung die Sicherungshülse zumindest abschnittsweise durch die elastische Rückstellkraft geöffnet wird. Dadurch kann der Austausch der Sicherungshülse in einer Kontaktanordnung weiter vereinfacht werden.
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Die Sicherungshülse kann elastisch verformbar sein, wobei die Sicherungshülse in einer Ausgangsposition in einem offenen Zustand sich in einem unverformten Zustand befindet und im geschlossenen Zustand zumindest abschnittsweise elastisch verformt ist. Die elastische Verformung kann durch die zueinander komplementären Formschlusselemente gesichert sein.
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Die Sicherungshülse kann im geschlossenen Zustand rein elastisch verformt sein, wodurch nach dem Auflösen der Verrastung der zueinander komplementären Formschlusselemente die Sicherungshülse durch die elastische Rückstellkraft zurück in ihren unverformten Zustand in der Ausgangsposition zurückkehrt.
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Vorzugsweise kann die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand zusätzlich zu einem elastisch verformten Abschnitt einen plastisch verformten Abschnitt aufweisen. Beispielsweise kann zumindest der Boden plastisch verformt sein und zumindest ein Abschnitt der Flügel, insbesondere die freien Enden der Flügel, elastisch verformt sein. Über den elastisch verformten Abschnitt kann eine Kontaktnormalkraft von der Sicherungshülse erzeugt werden, die auf die Schirmung und den Abschirmkontakt wirkt. Somit kann über die Sicherungshülse eine ausreichende Kontaktnormalkraft für die Kontaktierung der Schirmung mit dem Abschirmkontakt erzielt werden.
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Da die Sicherungshülse nicht gecrimpt werden soll, kann die Sicherungshülse gegenüber einer Crimphülse eine geringere Festigkeit, insbesondere Materialstärke, aufweisen. Beispielsweise kann die Sicherungshülse aus einem im Vergleich zu einer Crimphülse dünnerem Material geformt sein. Die Sicherungshülse kann für einen elektrischen Leiter mit einem vorbestimmten Durchmesser vorgesehen sein und kann eine geringere Festigkeit, insbesondere Materialstärke, gegenüber einer für den elektrischen Leiter vorbestimmten Durchmessers standardisierten Crimphülse aufweisen. Dadurch können Materialkosten eingespart werden und das Gewicht der Sicherungshülse verringert werden.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Sicherungshülse zumindest abschnittsweise mit einer profilierten Oberfläche versehen sein. So kann beispielsweise eine radiale Innenfläche der Sicherungshülse zumindest abschnittsweise eine Serration, Waffelstruktur, Mikrostruktur oder ähnliches aufweisen. Durch die profilierte Oberfläche kann eine erhöhte Oberflächenrauigkeit erzielt werden, durch die ein Abrutschen der Sicherungshülse entlang des elektrischen Leiters verhindert werden kann.
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Der Schlitz kann beispielsweise im geöffneten Zustand eine Weite in Umfangsrichtung zwischen den freien Enden der Flügel aufweisen, die größer ist als ein vorbestimmter Durchmesser des elektrischen Leiters, zumindest im Bereich der Schirmung. Dadurch kann der elektrische Leiter mit Leichtigkeit in die Sicherungshülse eingesetzt werden, ohne an den freien Enden der Flügel hängen zu bleiben. Dadurch kann vor allem die Fehleranfälligkeit bei einem automatisierten Zusammenbau verringert werden.
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Wenigstens ein Flügel kann eine insbesondere freitragende, radial vorspringende Rastlasche, die mit einem Formschlusselement versehen ist, aufweisen. Durch die freitragende Rastlasche kann das wenigstens eine Formschlusselement ausgelenkt werden und beispielsweise beim Schließen einfach über oder unter das komplementäre Formschlusselement geschoben werden.
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Die radial vorspringende Rastlasche kann beispielsweise einen Abschnitt des freien Endes oder auch das gesamte freie Ende bilden. Mit anderen Worten, das freie Ende wenigstens eines Flügels kann als freitragende radial vorspringende Rastlasche ausgeformt sein. Falls beide Flügel mit radial vorspringenden Rastlaschen versehen sind, kann die Rastlasche des einen Flügels weiter in radialer Richtung nach außen ausgelenkt sein als die andere Rastlasche, sodass diese sich zumindest im geschlossenen Zustand radial überlappen können.
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Vorzugsweise kann die wenigstens eine Rastlasche einen zumindest im offenen Zustand geraden Abschnitt aufweisen, der im geschlossenen Zustand mit dem freien Ende des anderen Flügels überlappt. Beispielsweise kann das freie Ende im geschlossenen Zustand auf dem geraden Abschnitt der wenigstens einen radial vorspringenden Rastlasche aufliegen oder umgekehrt. Dadurch kann verhindert werden, dass die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand weit in radialer Richtung vorspringt. Weiterhin kann durch die Überlappung verhindert werden, dass das im geschlossenen Zustand radial innenliegende Element radial nach außen ausschwenkt, beispielsweise durch Vibrationsbelastungen.
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Das Formschlusselement kann vorzugsweise am freien Ende der wenigstens einen radial vorspringenden Rastlasche angeordnet sein. Beispielsweise kann die wenigstens eine Rastlasche mit einem radial nach innen vorspringenden Rasthaken versehen sein. Das freie Ende des Rasthakens kann dabei radial nach innen weisen. Vorzugsweise ist der Rasthaken nicht in Umfangsrichtung zurückgebogen, damit sich keine Kuhle, in die das komplementäre Formschlusselement eingesetzt werden kann, bildet. Daher muss das komplementäre Formschlusselement nicht erst in Umfangsrichtung über das freie Ende des Rasthakens hinwegbewegt werden, um sich in der Kuhle einzuhaken. Dadurch müsste die Sicherungshülse beim Schließvorgang stärker zusammengedrückt werden als im geschlossenen Zustand. Folglich kann eine Belastung des elektrischen Leiters oder des Abschirmkontakts beim Schließvorgang durch die Sicherungshülse zu hoch sein, wodurch die Komponenten möglicherweise beschädigt werden können. Weiterhin kann verhindert werden, dass die Anpresskraft im geschlossenen Zustand, die von der Sicherungshülse auf die Schirmung und/oder den Abschirmkontakt wirkt, zu gering ist.
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Wenigstens eine Rastlasche kann zwischen zwei sich parallel zueinander in Umfangsrichtung erstreckenden Fingern angeordnet sein. Die Finger und die Rastlasche können das freie Ende eines Flügels bilden. Vorzugsweise können die Finger und die Rastlasche in Umfangsrichtung gleich lang sein, sodass sie im Wesentlichen im offenen Zustand den Schlitz auf einer radialen Ebene begrenzen.
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Die wenigstens eine Rastlasche kann beispielsweise ein aus dem freien Ende des Flügels ausgestanzter Streifen zwischen den zwei Fingern sein, der einerseits mit seiner Basis am restlichen Teil des Flügels verbunden ist und sich von der Basis in einem geneigten Winkel in radialer Richtung nach außen erstreckt. Dabei kann die Basis ein Scharnier, insbesondere ein Filmscharnier bilden, um das die Rastlasche drehbar mit dem restlichen Teil des Flügels verbunden ist.
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Dadurch, dass die Rastlasche mit seinem freien Ende gegenüber den Fingern in radialer Richtung nach außen gelenkt ist, kann eine im offenen Zustand in Richtung zum Schlitz geöffnete Spalte zwischen Rastlasche und Finger gebildet sein. Im geschlossenen Zustand kann der gegenüberliegende Flügel in die Spalte zwischen den Fingern und der wenigstens einen Rastlasche eingesteckt sein. Dadurch kann der gegenüberliegende Flügel, insbesondere das gegenüberliegende freie Ende, in radialer Richtung zwischen den Flügeln und der wenigstens einen Rastlasche angeordnet sein.
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Die Finger können vorzugsweise jeweils einen Rastvorsprung aufweisen, der entgegen dem Rasthaken der wenigstens einen Rastlasche gerichtet ist. Dadurch kann das komplementäre Formschlusselement im geschlossenen Zustand gleichzeitig einen Formschluss mit dem Rasthaken und den Rastvorsprüngen bilden, womit eine zusätzliche Sicherung gegeben ist, falls die Verbindung am Rasthaken oder an den Rastvorsprüngen sich lösen sollte.
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Die Rastvorsprünge der jeweiligen Finger können auf einer Höhe in Umfangsrichtung angeordnet sein. Vorzugsweise können die Rastvorsprünge in Umfangsrichtung versetzt zum Rasthaken angeordnet sein, damit sie an verschiedenen Stellen mit dem komplementären Formschlusselement einen Formschluss eingehen. Das komplementäre Formschlusselement kann beispielsweise eine breite Rastlasche sein, die sich über die gesamte Breite des Flügels in axialer Richtung erstreckt. Somit kann diese Rastlasche gleichzeitig die Finger und die Rastlasche des anderen Flügels kontaktieren.
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Die breite Rastlasche des anderen Flügels kann in den Spalt zwischen Fingern und der Rastlasche des ersten Flügels eingesteckt sein, sodass der Rasthaken der breiten Rastlasche und die Rastvorsprünge der Finger ineinandergreifen. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung können die Rastvorsprünge der Finger und der Rasthaken der breiten Rastlasche im geschlossenen Zustand sich gegenseitig hintergreifen und mit ihren zueinander weisenden Außenflächen flächig aneinander anschlagen. Die Rastlasche kann dabei auf der radialen Außenfläche der breiten Rastlasche anliegen, wobei der Rasthaken der Rastlasche einen geraden Abschnitt der breiten Rastlasche hintergreift und an einem Steigungsabschnitt der breiten Rastlasche anliegt.
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Damit die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand möglichst flächig um die Schirmung anliegen kann, kann ein Abschnitt des einen Flügels einen Versatz radial nach außen aufweisen. Vorzugsweise kann das freie Ende des einen Flügels gegenüber dem restlichen Teil des Flügels radial nach außen versetzt sein. Der Versatz kann in etwa die Materialstärke des gegenüberliegenden Flügels, insbesondere dessen freien Endes, betragen. Im geschlossenen Zustand kann der Abschnitt des gegenüberliegenden Flügels radial innen am versetzten Abschnitt anliegen. Damit ein möglichst großer Bereich des Versatzes im geschlossenen Bereich vom gegenüberliegenden Flügel eingenommen werden kann, kann der Abschnitt stufenförmig vom restlichen Teil des Flügels versetzt sein.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann wenigstens ein Flügel wenigstens eine starre in radialer Richtung herausragende Rastnase aufweisen, an der das Formschlusselement gebildet ist. Mit „starr“ ist hierbei gemeint, dass die Rastnase im Vergleich zur wenigstens einen Rastlasche weniger elastisch auslenkbar sein kann. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass die wenigstens eine Rastnase beidseitig in Umfangsrichtung am restlichen Teil des Flügels befestigt ist. Die Rastnase kann also nicht freitragend ausgestaltet sein.
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Die wenigstens eine Rastnase kann eine zum gegenüberliegenden Flügel gerichtete Anlaufschräge aufweisen, an der das gegenüberliegende Formschlusselement, insbesondere eine Rastlasche, beim Schließvorgang entlanggleiten kann, um über die Rastnase hinweg geschoben zu werden. Die Anlaufschräge kann in Umfangsrichtung vom gegenüberliegenden Flügel radial nach außen geneigt sein. Ein gerader Flächenabschnitt der Rastnase kann sich dem radial außenliegenden Ende der Anlaufschrägen anschließen, sodass das gegenüberliegende Formschlusselement an dem geraden Flächenabschnitt im geschlossenen Zustand flächig anliegen kann.
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Der gerade Flächenabschnitt kann in Umfangsrichtung vom gegenüberliegenden Flügel weg in einer radial nach innen gerichteten Stufe enden, mit der die Rastnase mit dem restlichen Flügel verbunden ist. Dadurch kann eine im Wesentlichen in radialer Richtung gerichtete Anschlagfläche gebildet sein, an die im geschlossenen Zustand das gegenüberliegende Formschlusselement anschlägt und ein Öffnen der Sicherungshülse zumindest durch einen Formschluss verhindert.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung können die komplementären Formschlusselemente der Flügel im geschlossenen Zustand wenigstens abschnittsweise miteinander verpresst sein. Dadurch kann eine plastische Verformung stattfinden, die verhindert, dass sich die Formschlusselemente bei einer Lasteinwirkung, insbesondere durch Vibrationsbelastungen, unbeabsichtigt voneinander lösen. Durch die Kombination der plastischen und elastischen Verformung beim Schließvorgang kann eine stabile Befestigung am elektrischen Leiter sichergestellt werden, wobei die Sicherungshülse bei Bedarf wieder geöffnet werden kann.
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Soll die Sicherungshülse zusätzlich an einen weiteren Abschnitt des elektrischen Leiters, beispielsweise an seiner Isolation befestigt werden, so kann die Sicherungshülse einen von dem Sicherungsabschnitt in axialer Richtung beabstandeten weiteren Sicherungsabschnitt mit zwei weiteren sich in Umfangsrichtung vom Boden wegerstreckenden Flügeln aufweisen, wobei die freien Enden der weiteren Flügel in einem geöffneten Zustand durch den in axialer Richtung verlaufenden Schlitz voneinander beabstandet sind. Die weiteren Flügel können ebenfalls mit zueinander komplementären Formschlusselementen versehen sein, die die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand sichern.
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Der Sicherungsabschnitt und der weitere Sicherungsabschnitt können für unterschiedliche Bereiche des elektrischen Leiters vorgesehen sein, mit unterschiedlichen vorbestimmten Durchmessern. Daher kann es vorteilhaft sein, wenn der Sicherungsabschnitt und der weitere Sicherungsabschnitt im geschlossenen Zustand einen unterschiedlichen vorbestimmten Durchmesser umschließen. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass die Flügel des ersten Sicherungsabschnitts und die Flügel des weiteren Sicherungsabschnitts zumindest im offenen Zustand unterschiedliche Längen in Umfangsrichtung und/oder Krümmungen aufweisen.
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Der Boden kann sich in einem Stegabschnitt zwischen den beiden Sicherungsabschnitten in radialer Richtung verjüngen, womit der Durchmesserunterschied des elektrischen Leiters im Sicherungsabschnitt und im weiteren Sicherungsabschnitt kompensiert oder ein Versatz gebildet werden kann. Ist der Durchmesser des elektrischen Leiters bei der freigelegten Schirmung, beispielsweise durch Einsetzen einer inneren Stützhülse eines Abschirmkontakts unter die Schirmung, größer als in einem Bereich mit der Isolation, so kann sich der Boden im Stegbereich vom Sicherungsabschnitt in Richtung zum weiteren Sicherungsabschnitt radial verjüngen.
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Die Flügel des ersten Kontaktabschnitts und die weiteren Flügel des weiteren Kontaktabschnitts können unterschiedliche oder auch die gleichen Formschlusselemente aufweisen. Vorzugsweise können die Flügel der jeweiligen Sicherungsabschnitte derart ausgestaltet sein, dass die Sicherungshülse in einem gemeinsamen Schritt geschlossen werden kann.
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Um eine möglichst einfache Produktion, insbesondere in hohen Stückzahlen, zu gewährleisten, kann die Sicherungshülse einstückig als monolithisches Bauteil hergestellt sein. Die Sicherungshülse kann vorzugsweise ein Stanzbiegeteil sein, womit eine Vielzahl von Sicherungshülsen an einem einzelnen Tragesteifen angeformt werden kann.
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Die Sicherungshülse kann aus einem elektrisch leitfähigen Material geformt sein. Dadurch kann neben Sicherung der Schirmkontaktierung für die elektromagnetische Kompatibilität auch ein hoher Abschirmstrom durch die Sicherungshülse geleitet werden.
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Alternativ dazu, kann die Sicherungshülse auch aus einem elektrisch nicht leitfähigen Material geformt sein. Die Sicherungshülse kann aus einem Kunststoff geformt sein, beispielsweise als Spritzgussteil.
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Eine Kontaktanordnung kann einen elektrischen Leiter mit einer Schirmung, einen Abschirmkontakt und eine erfindungsgemäße Sicherungshülse gemäß einer der vorangehenden Ausführungen aufweisen.
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Die Kontaktanordnung kann beispielsweise dazu ausgestaltet sein, bis zu etwa 50% des Nennstroms des elektrischen Leiters zu übertragen.
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Die Sicherungshülse kann mit ihrem Sicherungsabschnitt um einen Bereich des elektrischen Leiters, an der die Schirmung freigelegt ist, geschlossen sein. Sollte die Sicherungshülse einen weiteren Sicherungsabschnitt aufweisen, kann der weitere Sicherungsabschnitt um einen Bereich des elektrischen Leiters mit Isolierung geschlossen sein. Somit kann die Sicherungshülse starr mit dem elektrischen Leiter fixiert sein. Ein Abschirmkontakt kann zumindest abschnittsweise unter die Schirmung geschoben sein, sodass durch die von der Sicherungshülse auf die Schirmung wirkende Presskraft der Abschirmkontakt kontaktiert werden kann. Die Schirmung kann dabei zwischen Abschirmkontakt und Sicherungshülse angeordnet, insbesondere eingeklemmt sein.
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Alternativ dazu kann die Kontaktanordnung auch mehrere Sicherungshülsen aufweisen, die um verschiedene Bereiche des elektrischen Leiters geschlossen sind. So kann eine Sicherungshülse um die Isolierung des elektrischen Leiters geschlossen sein, und eine weitere Sicherungshülse um die Schirmung des elektrischen Leiters.
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Die Sicherungshülse kann vorzugsweise entlang seiner gesamten Länge in axialer Richtung an einer Mantelfläche des elektrischen Leiters anliegen.
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Der elektrische Leiter kann beispielsweise ein Kabel mit einem Schirmgeflecht und einer Isolierung sein. Das Schirmgeflecht kann an einer Stelle freigelegt sein und aufgeweitet sein, wobei der Abschirmkontakt zumindest abschnittsweise unter das Schirmgeflecht geschoben ist. Der elektrische Leiter kann beispielsweise einpolig oder mehrpolig sein. So kann der elektrische Leiter beispielsweise eine einzelne Leiterader aufweisen, die von der Schirmung umgeben ist. Alternativ dazu kann der elektrische Leiter auch mehrere Leiteradern aufweisen, die von einer gemeinsamen Schirmung umgeben sind. Die Schirmung kann beispielsweise Aluminium, Kupfer oder verzinnten Kupfer aufweisen.
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Der Abschirmkontakt kann beispielsweise ein Aluminiumkontakt sein. Natürlich kann der Abschirmkontakt aus einem anderen, elektrisch leitfähigen Material, beispielsweise Kupfer oder auch verzinnter Kupfer, geformt sein.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann eine Stützhülse unter die Schirmung, insbesondere das Schirmgeflecht geschoben sein. Die Stützhülse kann zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit beitragen und eine Auflage bilden, damit die Sicherungshülse beim Schließvorgang mit dem Schirmgeflecht und dem Abschirmkontakt verpresst werden kann. In diesem Fall kann der Abschirmkontakt auch zwischen Schirmgeflecht und Sicherungshülse angeordnet sein.
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Das Schließen der Sicherungshülse kann eine plastische Verformung der Schirmung erwirken, wobei die Schirmung gegen den Abschirmkontakt gepresst wird. Der Abschirmkontakt kann dabei ebenfalls plastisch verformt werden. Alternativ dazu kann der Abschirmkontakt nicht plastisch verformt werden beim Schließvorgang.
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Vorzugsweise kann beim Schließvorgang der Sicherungshülse zuerst eine plastische Verformung am Boden stattfinden, wodurch die freien Enden in Richtung zueinander geschwenkt werden. Daraufhin können die Flügel elastisch in Richtung zueinander ausgelenkt werden, sodass die zueinander komplementären Formschlusselemente miteinander verrasten und eine Rückstellung der Flügel aufgrund der elastischen Rückstellkraft verhindern. Dabei kann aufgrund der elastischen Federkraft der Flügel eine Kontaktnormalkraft von der Sicherungshülse auf die Schirmung wirken, mit der die Schirmung gegen den Abschirmkontakt gedrückt wird.
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Die Verwendung einer Sicherungshülse gemäß einer der vorangehenden Ausführungsformen kann zu einer erleichterten Installation führen, da die Sicherungshülse nicht mehr in axialer Richtung über den elektrischen Leiter geschoben werden muss. Die Sicherungshülse kann direkt am Ort, an der sie mit dem elektrischen Leiter verbunden werden soll, eingesetzt werden. Folglich können Prozessschritte, die ein Aufschieben in axialer Richtung der Sicherungshülse auf den elektrischen Leiter nicht mehr ermöglichen, ausgeführt werden, bevor die Sicherungshülse eingesetzt wird. Weiterhin ist es im Gegensatz zu einer zylinderförmigen Crimphülse möglich, die Sicherungshülse im geschlossenen Zustand wieder zu öffnen, wodurch sie einfach ersetzt werden kann.
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Im Folgenden ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die beigefügten Figuren exemplarisch näher beschrieben. In den Figuren sind Elemente, die einander hinsichtlich Aufbau und/oder Funktion entsprechen, mit denselben Bezugszeichen versehen.
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Die bei den einzelnen Ausführungsbeispielen gezeigten und beschriebenen Merkmalskombinationen dienen lediglich zur Erläuterung. Nach Maßgabe der obigen Ausführungen kann auf ein Merkmal eines Ausführungsbeispiels verzichtet werden, wenn es auf dessen technischen Effekt bei einer bestimmten Anwendung nicht ankommt. Umgekehrt kann nach Maßgabe der obigen Ausführungen bei einem Ausführungsbeispiel ein weiteres Merkmal hinzugefügt werden, wenn dessen technischer Effekt für eine bestimmte Anwendung vorteilhaft oder notwendig sein sollte.
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Es zeigen:
- 1 eine schematische Perspektivansicht einer beispielhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Sicherungshülse in einem offenen Zustand;
- 2 eine schematische Perspektivansicht einer beispielhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Kontaktanordnung mit der in 1 dargestellten Sicherungshülse;
- 3 eine schematische Schnittansicht der in 2 gezeigten Kontaktanordnung; und
- 4 eine schematische Perspektivansicht der in 2 und 3 gezeigten Kontaktanordnung in einem geschlossenen Zustand.
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Zunächst ist mit Bezug auf 1 eine beispielhafte Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Sicherungshülse 1 beschrieben.
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Die erfindungsgemäße Sicherungshülse 1 weist einen Sicherungsabschnitt 2 mit einem sich zwischen zwei Flügeln 4 befindlichen Boden 6 zur Auflage eines elektrischen Leiters auf, wobei in einem offenen Zustand 8 vor der Befestigung am elektrischen Leiter, wie er in 1 gezeigt ist, die Flügel 4 an ihren vom Boden 6 abgewandten freien Enden 10 durch einen in einer axialen Richtung X verlaufenden Schlitz 12 voneinander beabstandet sind und wobei die Flügel 4 an ihren freien Enden 10 mit zueinander komplementären Formschlusselementen 14 versehen sind, die die Sicherungshülse 1 in einem geschlossenen Zustand (siehe 4) sichern .
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Gemäß dieser beispielhaften Ausgestaltung soll die Sicherungshülse 1 an verschiedenen Abschnitten des elektrischen Leiters befestigt werden, daher kann die Sicherungshülse 1 einen vom Sicherungsabschnitt 2 in axialer Richtung X beabstandeten weiteren Sicherungsabschnitt 16 aufweisen. Der weitere Sicherungsabschnitt 16 kann ebenfalls ein weiteres Paar Flügel 18 aufweisen, wobei sich die weiteren Flügel 18 in Umfangsrichtung U vom Boden 6 wegerstrecken. Ähnlich zum ersten Sicherungsabschnitt 2 können die weiteren Flügel 18 im offenen Zustand 8 an ihren vom Boden 6 abgewandten freien Enden 10 durch den Schlitz 12 voneinander beabstandet sein, wobei die weiteren Flügel 18 an ihren freien Enden 10 ebenfalls mit zueinander komplementären Formschlusselementen 14 versehen sein können.
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Die Sicherungshülse 1 kann vorzugsweise einstückig als monolithisches Bauteil 20 ausgestaltet sein, beispielsweise als Stanzbiegeteil 22. Dadurch kann eine schnelle und kostengünstige Produktion, insbesondere in hohen Stückzahlen, gewährleistet werden. Um zusätzlich zur Sicherung einer Schirmkontaktierung zur elektromagnetischen Kompatibilität einer Kontaktanordnung beizutragen, kann die Sicherungshülse 1 aus einem elektrisch leitfähigen Material geformt sein, beispielsweise Aluminium, Kupfer oder auch verzinnter Kupfer. Dadurch können hohe Abschirmströme durch die Sicherungshülse geleitet werden.
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Der Sicherungsabschnitt 2 und der weitere Sicherungsabschnitt 16 können über den Boden 6 miteinander verbunden sein. Hierfür kann der Boden 6 einen sich in axialer Richtung X zwischen den beiden Sicherungsabschnitten 2, 16 erstreckenden Stegabschnitt 24 aufweisen.
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Da die Sicherungsabschnitte 2, 16 an verschiedenen Stellen des elektrischen Leiters angeordnet sein können, können die Sicherungsabschnitte 2, 16 zumindest im geschlossenen Zustand einen unterschiedlich vorbestimmten Durchmesser umschließen. Hierfür können die Flügel 4 des Sicherungsabschnitts 2 unterschiedliche Krümmungen und/oder Längen im Vergleich zu den weiteren Flügeln 18 des weiteren Sicherungsabschnitts 16 aufweisen und umgekehrt.
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Die Sicherungsabschnitte 2, 16 können in radialer Richtung zueinander versetzt sein. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass der Stegabschnitt 24 sich in axialer Richtung vom Stegabschnitt 2 zum weiteren Stegabschnitt 16 radial verjüngt.
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Alternativ dazu kann die Kontaktanordnung auch mehrere Sicherungshülsen 1 aufweisen, die um verschiedene Bereiche des elektrischen Leiters geschlossen sind. So kann eine Sicherungshülse 1 um die Isolierung des elektrischen Leiters geschlossen sein, und eine weitere Sicherungshülse 1 um die Schirmung des elektrischen Leiters (nicht gezeigt).
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Sicherungshülse 1 zumindest abschnittsweise mit einer profilierten Oberfläche versehen sein (nicht gezeigt). So kann beispielsweise eine radiale Innenfläche 25 der Sicherungshülse zumindest abschnittsweise eine Serration, Waffelstruktur, Mikrostruktur oder ähnliches aufweisen. Durch die profilierte Oberfläche kann eine erhöhte Oberflächenrauigkeit erzielt werden, durch die ein Abrutschen der Sicherungshülse entlang des elektrischen Leiters verhindert werden kann.
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Im Folgenden sind die zueinander komplementären Formschlusselemente 14 des Sicherungsabschnitts 2 beschrieben. Die weiteren Flügel 18 des weiteren Sicherungsabschnitts 16 können selbstverständlich dieselben Formschlusselemente 14 wie die Flügel 4 des Sicherungsabschnitts 2 aufweisen.
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Wenigstens ein Flügel 4 kann mit wenigstens einer radial vorspringenden Rastlasche 26 versehen sein. Die wenigstens eine Rastlasche 26 kann insbesondere freitragend sein, wodurch eine elastische Auslenkung der wenigstens einen Rastlasche 26 begünstigt ist. Die wenigstens eine radial vorspringende Rastlasche 26 kann mit einem Formschlusselement 14 versehen sein. Das Formschlusselement 14 kann beispielsweise ein radial nach innen vorspringender Rasthaken 28 sein. Vorzugsweise kann der Rasthaken 28 an einem freien Ende der Rastlasche 26 angeordnet sein.
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Wie in 1 zu sehen ist, kann die radial vorspringende Rastlasche 26 einen Abschnitt des freien Endes bilden oder auch sich über die gesamte Breite in axialer Richtung X des freien Endes 10 erstrecken und selber das freie Ende 10 bilden. Gemäß der beispielhaften Ausgestaltung in 1 kann ein Flügel 4 eine breite Rastlasche 30, die das freie Ende 10 des Flügels 4 bildet, und der andere Flügel 4 eine schmale Rastlasche 32, die einen Abschnitt in axialer Richtung X des freien Endes 10 des Flügels 4 bildet, aufweisen.
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Die breite Rastlasche 30 und die schmale Rastlasche 32 können im offenen Zustand unterschiedlich stark in radialer Richtung ausgelenkt sein, damit beim Schließvorgang eine Rastlasche 26 über die andere Rastlasche 26 hinweg gleiten kann. In dieser beispielhaften Ausgestaltung ist die schmale Rastlasche 32 weiter in radialer Richtung nach außen ausgelenkt als die breite Rastlasche 30.
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Die Rastlasche 26 kann einen Steigungsabschnitt 34 ausweisen, mit dem die Rastlasche 26 am restlichen Flügel 4 verbunden ist und sich in radialer Richtung nach außen erstreckt, und einen an dem Steigungsabschnitt 34 angrenzenden Auflageabschnitt 36, zur Auflage am anderen Flügel 4 im geschlossenen Zustand. Der Auflageabschnitt kann vorzugsweise gerade sein, damit die Rastlasche 26 im geschlossenen Zustand flächig am anderen Flügel aufliegen kann. Vorzugsweise können die breite Rastlasche 30 und die schmale Rastlasche 32 jeweils mit zueinander komplementären Auflageabschnitten 36 versehen sein, wobei im geschlossenen Zustand die schmale Rastlasche 32 mit ihrem Auflageabschnitt 36 auf dem Auflageabschnitt 36 der breiten Rastlasche 30 aufliegt. Der radial nach Innen vorspringende Rasthaken 28 der schmalen Rastlasche 32 kann dabei am Steigungsabschnitt 34 der breiten Rastlasche 30 anliegen, wodurch die schmale Rastlasche 32 die breite Rastlasche 30 in Umfangsrichtung U hintergreift und somit ein Öffnen der Flügel 4 in Umfangsrichtung U durch einen Formschluss verhindert. Weiterhin kann durch die Auflage der schmalen Rastlasche 32 auf der breiten Rastlasche 30 verhindert werden, dass die breite Rastlasche 30 im geschlossenen Zustand radial nach außen bewegt wird, beispielsweise durch Vibrationsbelastungen.
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Ein freies Ende des Rasthakens 28 weist vorzugsweise radial nach innen, wobei sich keine Kuhle zwischen Rastlasche und freies Ende des Rasthakens 28 bildet. Damit kann verhindert werden, dass der Formschluss in der Kuhle gebildet wird, wodurch es zu einer zu starken Quetschung beim Schließprozess oder zu einer zu schwachen Anpresskraft im geschlossenen Zustand kommen kann.
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Die schmale Rastlasche 32 kann in axialer Richtung X zwischen zwei sich parallel zueinander in Umfangsrichtung U erstreckenden Fingern 38 angeordnet sein. Die Finger 38 können somit den restlichen Teil des freien Endes 10 dieses Flügels 4 bilden. Die Finger 38 können jeweils mit einem weiteren Formschlusselement 14 versehen sein, beispielsweise in Form eines Rastvorsprungs 40. Der jeweilige Rastvorsprung 40 kann entgegen dem Rasthaken 28 der schmalen Rastlasche 32 gerichtet sein, insbesondere kann der jeweilige Rastvorsprung 40 entgegen dem Rasthaken 28 der breiten Rastlasche 30 gerichtet sein, sodass der Rasthaken 28 der breiten Rastlasche 30 und die jeweiligen Rastvorsprünge 40 im geschlossenen Zustand mit ihren, vom gegenüberliegenden Flügel in Umfangsrichtung U abgewandten Außenflächen in Eingriff sind, sodass ein Formschluss in Umfangsrichtung U geformt wird, der das Öffnen der Sicherungshülse 1 verhindert.
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Die Außenfläche des jeweiligen Rastvorsprungs 40 und des Rasthakens 28 der schmalen Rastlasche 32 kann in Umfangsrichtung U zueinander versetzt angeordnet sein, sodass sie an unterschiedlichen Stellen der breiten Rastlasche 30 in Umfangsrichtung U mit der breiten Rastlasche 30 einen Formschluss eingehen. Der jeweilige Rastvorsprung 40 kann beispielsweise durch Zurückbiegen des freien Endes des jeweiligen Fingers 38 gebildet sein. Dabei kann das zurückgebogene Ende 42 des Fingers 38 am restlichen Finger 38 anliegen, damit auch hier keine Kuhle gebildet wird.
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Die schmale Rastlasche 32 kann in radialer Richtung nach außen gegenüber den Fingern 38 versetzt sein, sodass sich zumindest zwischen den freien Enden der Rastlasche 32 und der Finger 38 eine Spalte 44 bildet, die im offenen Zustand 8 in Richtung zum Schlitz 12 geöffnet ist. Die Spalte 44 kann insbesondere in radialer Richtung zwischen den Rastvorsprüngen und dem Rasthaken 28 der wenigstens einen schmalen Rastlasche 32 in radialer Richtung wenigstens der Materialstärke der breiten Rastlasche 30 des anderen Flügels 4 entsprechen, sodass die breite Rastlasche 30 beim Schließvorgang in die Spalte 44 eingesetzt werden kann. Folglich können sich die Flügel 4 im geschlossenen Zustand zumindest abschnittsweise überlappen.
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Damit der Sicherungsabschnitt 2 der Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand möglichst flächig um die Schirmung anliegen kann, kann die breite Rastlasche 30 gegenüber den Fingern 38 radial nach außen versetzt sein. Zumindest der Auflageabschnitt 36 der breiten Rastlasche 30 kann gegenüber den Rastvorsprüngen 40 der Finger 38 einen Versatz aufweisen, der im Wesentlichen der Dicke der Finger 38 in radialer Richtung an der Stelle mit den Rastvorsprüngen entspricht, damit die Rastvorsprünge 40 im geschlossenen Zustand an einer radialen Innenfläche der breiten Rastlasche 30 anliegen können. Folglich kann eine möglichst gleichmäßige, ringförmige Innenkontur im geschlossenen Zustand erzeugt werden, womit die Schirmung möglichst gleichmäßig kontaktiert werden kann.
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Nun ist mit Bezug auf dem weiteren Sicherungsabschnitt 16 eine weitere Ausgestaltung einer Formschlussanordnung beschrieben.
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Ein Flügel 18 kann, wie vorher beschrieben, eine schmale, radial nach außen vorspringende freitragende Rastlasche 26 aufweisen, die in axialer Richtung X zwischen zwei Fingern 38 angeordnet ist. Im Gegensatz zu den Fingern 38 im Sicherungsabschnitt 2, weisen die Finger 38 im weiteren Sicherungsabschnitt 16 keine Rastvorsprünge auf. Folglich wird bei dieser Ausgestaltung lediglich ein Formschluss über die schmale Rastlasche 26 erzeugt.
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Gegenüberliegend zur schmalen Rastlasche 26 kann der andere Flügel 18 eine komplementäre Rastnase 46 aufweisen. Die Rastnase 46 kann in radialer Richtung nach außen vorspringen und eine größere Steifigkeit gegenüber der schmalen Rastlasche 26 aufweisen. Mit grö-ßerer Steifigkeit ist hierbei gemeint, dass die Rastnase 46 weniger elastisch auslenkbar ist als die Rastlasche 26 des gegenüberliegenden Flügels.
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Um die Steifigkeit der Rastnase 46 zu erhöhen, kann die Rastnase 46 an beiden in Umfangsrichtung gelegenen Enden an dem restlichen Flügel 18 fixiert sein. Die Rastnase 46 kann beispielsweise ein ausgestanzter Teil des Flügels 18 sein, wobei sie in einem den Flügel 18 radial durchsetzenden Fenster 48 angeordnet ist und mit ihren Enden am Rahmen des Fensters 48 fixiert ist. Die Rastnase 46 weist in axialer Richtung in etwa dieselbe Breite auf, wie die Rastlasche 26 am anderen Flügel 18.
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Die Rastnase 46 kann mit einer Anlaufschrägen 50 an einer dem anderen Flügel 18 zugewandten Seite versehen sein, die in Umfangsrichtung U vom anderen Flügel 18 weg radial nach außen geneigt ist. Die Rastlasche 26 des anderen Flügels 18 kann folglich beim Schließvorgang an der Anlaufschrägen entlanggleiten und letztlich über die Rastlasche 26 geschoben werden.
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Der Anlaufschrägen 50 schließt sich in Umfangsrichtung U vom anderen Flügel 18 weg ein gerader Auflageabschnitt 36 an, auf der die Rastlasche 26 mit seinem Auflageabschnitt 36 im geschlossenen Zustand aufliegen kann. Der Auflageabschnitt 36 kann an seinem vom gegenüberliegenden Flügel 18 abgewandten Ende stufenartig radial nach innen abfallen, sodass eine radial gerichtete, vom gegenüberliegenden Flügel 18 abgewandte Anschlagfläche 52 gebildet ist, an der der Rasthaken 28 der Rastlasche 26 im geschlossenen Zustand anschlagen kann und somit eine relative Bewegung der weiteren Flügel 18 in Richtung weg voneinander durch einen Formschluss verhindern kann.
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Im Folgenden ist mit Bezug auf 2 bis 4 eine Kontaktanordnung 54 näher erläutert. In 2 und 3 ist die Kontaktanordnung 54 mit einer Sicherungshülse 1 im offenen Zustand 8 in einer schematischen Perspektivansicht bzw. in einer schematischen Schnittansicht gezeigt. In 4 ist die Kontaktanordnung 54 in einem geschlossenen Zustand 55 der Sicherungshülse 1 in einer schematischen Perspektivansicht gezeigt.
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Die beispielhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Kontaktanordnung 54 umfasst einen elektrischen Leiter 56 mit einer Schirmung 58 und eine Sicherungshülse 1 gemäß der in 1 dargestellten Ausgestaltung. Der elektrische Leiter 56 kann insbesondere ein elektrisches Kabel 60 mit einem Schirmgeflecht 62 und einer das Schirmgeflecht 62 umhüllenden Isolierung 64 sein, wobei das Schirmgeflecht 62 in einem Kontaktierungsbereich 66 von der Isolierung 64 freigelegt ist. Das Schirmgeflecht 62 kann im Kontaktierungsbereich 66 aufgeweitet sein, damit ein Abschirmkontakt 68 zum Kontaktieren des Schirmgeflechts 62 unter das Schirmgeflecht geschoben werden kann (siehe 3).
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Die Sicherungshülse 1 ist mit ihrem Sicherungsabschnitt 2 am Kontaktierungsbereich 66 angeordnet, sodass die Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand 55 das Schirmgeflecht 62 gegen den Abschirmkontakt 68 presst und somit die Kontaktierung zwischen beiden Komponenten sichert.
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Der weitere Sicherungsabschnitt 16 ist im Bereich der Isolierung 64 angeordnet, sodass die Sicherungshülse 1 über den weiteren Sicherungsabschnitt 16 zusätzlich an der Isolierung 64 befestigt werden kann.
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Wie in 4 zu sehen ist, überlappen sich die Flügel 4 bzw. die weiteren Flügel 18 im geschlossenen Zustand 55. Vorzugsweise sind die sich überlappenden Enden miteinander verpresst, sodass zusätzlich zur Sicherung der Sicherungshülse mittels Formschlusselementen 14 die Flügel 4 bzw. die weiteren Flügel 18 durch eine plastische Verformung zusammengehalten werden. Dadurch kann verhindert werden, dass beispielsweise die Rastlaschen 26 radial nach außen ausgelenkt werden.
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Durch das Verpressen kann sich ein Versatz radial nach außen an einem Flügel bilden, wie beim weiteren Sicherungsabschnitt 16 zu sehen ist. Der in der Spalte 44 aufgenommene Abschnitt des Flügels 18 liegt auf den Fingern 38 des anderen Flügels 18 auf, wobei beim Pressvorgang der nicht aufgenommene Teil des Flügels 18 gegen den elektrischen Leiter 56 gepresst wird. Somit wird automatisch ein Versatz mit der Materialstärke der Finger zwischen den Flügeln 18 erzeugt. Folglich kann die Sicherungshülse 1 mit ihrem weiteren Sicherungsabschnitt 16 möglichst gleichmäßig auf der Mantelfläche des elektrischen Leiters aufliegen und diesen kontaktieren.
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Die Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand 55 insbesondere nicht gecrimpt sein. Vorzugsweise können die zueinander komplementären Formschlusselemente 14 im geschlossenen Zustand 55 nicht miteinander vercrimpt sein. Daher kann durch die Sicherungshülse 1 die Reparaturfähigkeit der Kontaktanordnung 54 gegenüber einer Kontaktanordnung mit einer Crimphülse verbessert werden. Da die Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand nicht gecrimpt ist, kann sie einfach wieder geöffnet werden. Folglich kann die Sicherungshülse 1 in einer Kontaktanordnung 55 einfach ausgetauscht werden.
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Die zueinander komplementären Formschlusselemente 14 können im geschlossenen Zustand 55 unter Zugspannung miteinander verrastet sein. Die Formschlusselemente können eine elastische Rückstellkraft zwischen den beiden Flügeln 4 im geschlossenen Zustand 55 kompensieren, wobei durch Auflösen der Verrastung die Sicherungshülse 1 zumindest abschnittsweise durch die elastische Rückstellkraft geöffnet wird. Dadurch kann der Austausch der Sicherungshülse 1 in einer Kontaktanordnung 55 weiter vereinfacht werden.
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Die Sicherungshülse 1 kann elastisch verformbar sein, wobei die Sicherungshülse 1 in einer Ausgangsposition in einem offenen Zustand 8 (siehe 1 bis 3) sich in einem unverformten Zustand befindet und im geschlossenen Zustand zumindest abschnittsweise elastisch verformt ist. Die elastische Verformung kann durch die zueinander komplementären Formschlusselemente 4 gesichert sein.
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Die Sicherungshülse 1 kann im geschlossenen Zustand 55 rein elastisch verformt sein, wodurch nach dem Auflösen der Verrastung der zueinander komplementären Formschlusselemente 14 die Sicherungshülse 1 durch die elastische Rückstellkraft zurück in ihren unverformten Zustand in der Ausgangsposition zurückkehrt.
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Vorzugsweise kann die Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand 55 zusätzlich zu einem elastisch verformten Abschnitt einen plastisch verformten Abschnitt aufweisen. Beispielsweise kann zumindest der Boden 6 plastisch verformt sein und zumindest ein Abschnitt der Flügel 4, insbesondere die freien Enden 10 der Flügel 4, elastisch verformt sein. Über den elastisch verformten Abschnitt kann eine Kontaktnormalkraft von der Sicherungshülse 1 erzeugt werden, die auf die Schirmung 58 und den Abschirmkontakt wirkt. Somit kann über die Sicherungshülse 1 eine ausreichende Kontaktnormalkraft für die Kontaktierung der Schirmung 58 mit dem Abschirmkontakt 68 erzielt werden.
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Da die Sicherungshülse 1 nicht gecrimpt werden soll, kann die Sicherungshülse 1 gegenüber einer Crimphülse eine geringere Festigkeit, insbesondere Materialstärke, aufweisen. Die Sicherungshülse kann für einen elektrischen Leiter mit einem vorbestimmten Durchmesser vorgesehen sein und kann eine geringere Festigkeit, insbesondere Materialstärke, gegenüber einer für den elektrischen Leiter vorbestimmten Durchmessers standardisierten Crimphülse aufweisen. Dadurch können Materialkosten eingespart werden und das Gewicht der Sicherungshülse 1 verringert werden.
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Die Verwendung einer Sicherungshülse 1 gemäß einer der vorangehenden Ausführungsformen kann zu einer erleichterten Installation führen, da die Sicherungshülse 1 nicht mehr in axialer Richtung X über den elektrischen Leiter 56 geschoben werden muss. Die Sicherungshülse 1 kann direkt am Ort, an der sie mit dem elektrischen Leiter 56 verbunden werden soll, eingesetzt werden. Folglich können Prozessschritte, die ein Aufschieben in axialer Richtung X der Sicherungshülse 1 auf den elektrischen Leiter 56 nicht mehr ermöglichen, ausgeführt werden, bevor die Sicherungshülse 1 eingesetzt wird. Weiterhin ist es im Gegensatz zu einer zylinderförmigen Crimphülse möglich, die Sicherungshülse 1 im geschlossenen Zustand wieder zu öffnen, wodurch sie einfach ersetzt werden kann.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Sicherungshülse
- 2
- Sicherungsabschnitt
- 4
- Flügel
- 6
- Boden
- 8
- offener Zustand
- 10
- freies Ende
- 12
- Schlitz
- 14
- Formschlusselement
- 16
- weiterer Sicherungsabschnitt
- 18
- weiterer Flügel
- 20
- monolithisches Bauteil
- 22
- Stanzbiegeteil
- 24
- Stegabschnitt
- 25
- radiale Innenfläche
- 26
- Rastlasche
- 28
- Rasthaken
- 30
- breite Rastlasche
- 32
- schmale Rastlasche
- 34
- Steigungsabschnitt
- 36
- Auflageabschnitt
- 38
- Finger
- 40
- Rastvorsprung
- 42
- zurückgebogenes Ende
- 44
- Spalte
- 46
- Rastnase
- 48
- Fenster
- 50
- Anlaufschräge
- 52
- Anschlagfläche
- 54
- Kontaktanordnung
- 55
- geschlossener Zustand
- 56
- elektrischer Leiter
- 58
- Schirmung
- 60
- Kabel
- 62
- Schirmgeflecht
- 64
- Isolierung
- 66
- Kontaktierungsbereich
- 68
- Abschirmkontakt
- U
- Umfangsrichtung
- X
- axiale Richtung