-
Die Erfindung betrifft ein textiles Interaktions- und Informationspanel, welches ein Eingabegerät und ein Funktionselement sowie ein Steuergerät umfasst.
-
Zukünftige Mobilitätskonzepte, insbesondere autonome, teilautonome Fahrzeuge erfordern neuartige Innenräume mit minimalistischen, aufgeräumten und authentischen Oberflächen. In einem neuartigen Trend ist vorgesehen, dass Funktionselemente, wie beispielsweise Displays, Informationsanzeigen, Bedienelemente oder dergleichen nicht sichtbar sein sollen, wenn sie nicht benutzt werden. Gewünscht ist, dass die Funktionselemente adaptiv sind und nur bei Bedarf sichtbar werden.
-
Aus der Druckschrift
DE 10 2015 015 315 A1 geht beispielsweise ein Verkleidungsteil für einen Innenraum eines Kraftfahrzeugs mit einem Oberflächenelement hervor, welches mit einer Seite eine Oberfläche des Innenraums bildet. Das Verkleidungsteil umfasst eine durch wenigstens einen Teilbereich des Oberflächenelements gebildete berührungsempfindliche Bedieneinrichtung zum Steuern einer Funktionseinrichtung des Kraftfahrzeugs. Vorgesehen ist, dass das Oberflächenelement durch entsprechende Lichtleiter in Form bestimmter Symbole rückseitig beleuchtet sein kann, um auch eine einfache Betätigung der berührungsempfindlichen Bedieneinrichtung in Dunkelheit zu ermöglichen.
-
Aus der Druckschrift
DE 10 2017 205 875 A1 ist eine Eingabevorrichtung zum Einsatz in einem Fahrzeug bekannt. Die Eingabevorrichtung ist ein Bezug, der so konfiguriert ist, dass er einen Berührungssensorabschnitt aufweist, der flexibel ist und eine Betätigung durch einen Insassen erfasst, wobei der Bezug den Korpus eines Elements in einem Fahrzeug bezieht, wobei die Eingabevorrichtung eine Steuereinheit umfasst, die auf der Grundlage eines vom Berührungssensorabschnitt erfassten Signals ein Betätigungssignal an ein fahrzeuginternes Instrument ausgibt. Der Berührungssensorabschnitt ist beleuchtet, weil die auf der Unterseite des Bezugs vorgesehenen Lichtquellen Licht emittieren. Der Bereich des Berührungssensorabschnitts ist von der oberen Seite des Bezugs aus sichtbar. Daher kann der Insasse den Bereich des Berührungssensorabschnitts des Bezugs erkennen. Der Erfassungsbereich des Berührungssensorabschnitts ist sichtbar gemacht, indem auf der Oberseite des Elementes mehrere Linsen angeordnet sind. Die Linsen sind als im Wesentlichen rechteckige Platten ausgebildet und nebeneinanderliegend angeordnet. An den Unterseiten der Linsen sind LEDs angeordnet, die als „Lichtquellen“ dienen. Diese Konfiguration ist schließlich in der Polsterung des Elementes angeordnet, wobei Lochabschnitte zur Anordnung der LEDs in der Polsterung ausgebildet sind. Die LEDs sind über die Leiterplatte mit eine ECU elektrisch verbunden und die LEDs werden durch die Steuerung der ECU dazu gebracht, Licht zu emittieren, um den Berührungssensorabschnitt von der Rückseite zu beleuchten. Wenn die LEDs den Berührungssensorabschnitt über die Linsen von der Rückseite beleuchten, kann der sitzende Insasse des Weiteren das aus den Zwischenräumen der Kettfäden und der Schussfaden im Berührungssensorabschnitt des Bezuges austretende Licht sehen.
-
Die Druckschrift
US 2019/013519 A1 offenbart ein Benutzerschnittstellensystem für den Innenraum eines Fahrzeugs. Das Benutzerschnittstellensystem umfasst eine Abdeckung mit Außen-/Kontaktfläche, einen Sensor, wie zum Beispiel einem kapazitiven Touchpanel/Folie, der von der Abdeckung/Kontaktfläche abgedeckt ist und einen Abstandshalter, der mit dem Sensor gekoppelt ist und einer Anzeige, beispielsweise ein/e LED/OLED-Anzeigepanel/Folie, die von dem Abstandshalter abgedeckt ist, wobei das Benutzerschnittstellensystem derart konfiguriert ist, dass vom ihm Licht ausstrahlt werden kann.
-
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein zur Interaktion und/oder Information dienendes Funktionselement auszubilden, welches in einem Innenraum, insbesondere im Innenraum eines Fahrzeuges zunächst in einem Nichtgebrauchszustand nicht sichtbar und erst in einem Gebrauchszustand sichtbar angeordnet ist, wobei zudem eine hohe Variabilität hinsichtlich der Anordnung des Funktionselementes erreicht werden soll.
-
Ausgangspunkt der Erfindung ist ein textiles Interaktions- und Informationspanel umfassend, ein Eingabegerät und ein Funktionselement sowie ein Steuergerät, welches zwischen dem Eingabegerät und dem Funktionselement angeordnet ist.
-
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Funktionselement ein textiles Flächengebilde ist, welches mit einer vorgebbaren Anzahl von Leuchtdioden bestückt ist. In vorteilhafter Weise wird somit ein Textil mit Leuchtdioden derart kombiniert, sodass Lichtpunkte der Leuchtdioden in einem Nichtgebrauchszustand des textilen Interaktions- und Informationspanels zunächst nicht sichtbar und erst in einem Gebrauchszustand sichtbar sind, wie in der Beschreibung erläutert ist.
-
In vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass das textile Flächengebilde leitfähige und nichtleitfähige Fäden aufweist, wobei die Leuchtdioden in einer Matrixstruktur auf die leitfähigen Fäden aufgebracht und elektrisch miteinander kontaktiert sind.
-
Damit die Leuchtdioden nur geringfügig oder gar nicht (je nach Dicke des textilen Flächengebildes) von dem textilen Flächengebilde abstehen, werden in einer bevorzugten Ausgestaltung Micro-Leuchtdioden verwendet. Mit anderen Worten, in vorteilhafter Weise sind die Leuchtdioden des Funktionselementes in das textile Flächengebilde integriert - im Wesentlichen in der Ebene des textilen Flächengebildes des Funktionselementes liegend - angeordnet.
-
Erfindungsgemäß ist bevorzugt vorgesehen, dass jede der Leuchtdioden in einer vorgebbaren Einzelansteuerung extern von dem Eingabegerät über das Steuergerät ansteuerbar ist, wobei je nach der vorgebbaren Größe der Matrix und dem vorgebbaren Abstand der Leuchtdioden untereinander mittels der in einem Gebrauchszustand angesteuerten und Licht aussendenden Leuchtdioden visuelle Informationen, insbesondere Symbole, Fließtext oder dergleichen auf dem Funktionselement angezeigt werden. Dadurch ist in vorteilhafter Weise eine individuelle nutzerabhängige Interaktion möglich.
-
Für das textile Interaktions- und Informationspanel ist erfindungsgemäß eine Anordnung an oder in einem Verkleidungsteil eines Ausstattungsteiles, insbesondere eines Ausstattungsteiles eines Kraftfahrzeuges, vorgesehen, welches sich erfindungsgemäß, dadurch auszeichnet, dass das Verkleidungsteil von einer Sichtseite eine - von einem Betrachter - sichtbare Oberfläche bildet, wobei das Verkleidungsteil zumindest bereichsweise derart lichtdurchlässig ausgebildet ist, sodass das zumindest in diesem Bereich auf einer der Sichtseite gegenüberliegenden Seite des Verkleidungsteiles angeordnete Funktionselement, in seinem Nichtgebrauchszustand, in dem die Leuchtdioden ausgeschaltet sind, von der Sichtseite aus gesehen, nicht sichtbar angeordnet ist und in seinem Gebrauchszustand in dem mindestens eine der Leuchtdioden eingeschaltet ist, mindestens ein Lichtpunkt im lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles sichtbar ist.
-
Mit anderen Worten, das Funktionselement, bestehend aus einem Textil mit leitfähigen Fäden/Garnen und darauf angeordneten Leuchtdioden ist im bestimmungsgemäßen Gebrauch hinter der lichtdurchlässigen Oberfläche eines Verkleidungsteiles gemäß den nachfolgend erläuterten Anordnungsvarianten angeordnet:
- Die lichtdurchlässige Oberfläche des Verkleidungsteiles ist derart ausgestaltet, dass die angeordneten Leuchtdioden nur im eingeschalteten Zustand von der Sichtseite aus sichtbar sind. Im ausgeschalteten Zustand ist die lichtdurchlässige Oberfläche des Verkleidungsteiles für den von der Sichtseite schauenden Insassen/Benutzer optisch nicht von der umliegenden nicht-lichtdurchlässigen Oberfläche des Verkleidungsteiles zu unterscheiden.
-
Bevorzugt ist hinsichtlich der Anordnung vorgesehen, dass das Funktionselement in verschiedenen Anordnungsvarianten in dem lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles entweder gemäß einer ersten Anordnungsvariante hinter dem Verkleidungsteil lagefest indirekt oder direkt an dem Ausstattungsteil nahe des Verkleidungsteiles angeordnet ist.
-
In einer zweiten bevorzugten Anordnungsvariante ist vorgesehen, dass das Funktionselement in dem lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles auf einer Rückseite (welche der Vorderseite gegenüberliegt) des Verkleidungsteiles lagefest an dem Verkleidungsteil angeordnet ist.
-
In einer dritten bevorzugten Anordnungsvariante ist vorgesehen, dass das Funktionselement in dem lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles gemäß einer dritten Anordnungsvariante in das Verkleidungsteiles integriert angeordnet ist.
-
Mit anderen Worten, das Funktionselement ist in der ersten Anordnungsvariante ein Halbzeug, welches an einem beliebigen Punkt des Ausstattungsteiles (im nachfolgenden Ausführungsbeispiel einem Schaum des Rückenlehnenteiles) befestigt und dann mit dem Verkleidungsteil, welches zumindest bereichsweise lichtdurchlässig ist, verdeckt beziehungsweise gecovert ist.
-
Mit anderen Worten ist in der zweiten und dritten Anordnung vorgesehen, dass das als Halbzeug ausgebildete Funktionselement mit dem Verkleidungsteil in Verbindung steht, welches zumindest bereichsweise lichtdurchlässig ist. Das Verkleidungsteil verdeckt beziehungsweise covert das Funktionselement, sodass es im Nichtgebrauchszustand von der Sichtseite aus nicht sichtbar ist, wobei das Funktionselement vom Grundsatz her bei diesen Anordnungsvarianten mit dem Funktionselement in Verbindung steht. Das Funktionselement ist somit mit dem nicht-lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles verbunden und wird einfach auf dessen Rückseite (zweite Anordnungsvariante) lagefest angeordnet oder in das Verkleidungsteil integriert (dritte Anordnungsvariante) und somit ebenfalls lagefest angeordnet, sodass es ebenfalls mit dem das Funktionselement umgebenden nicht-lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles in geeigneter Art und Weise verbunden ist.
-
In einer Ausgestaltungsvariante wird erfindungsgemäß ein Sitz, insbesondere Fahrzeugsitz vorgeschlagen, der als Funktionselement ein textiles Interaktions- und Informationspanel umfasst.
-
Vorgesehen ist, dass ein als Verkleidungsteil angeordneter Bezug des Ausstattungsteiles, von seiner die sichtbare Oberfläche bildenden Sichtseite aus gesehen, zumindest bereichsweise lichtdurchlässig ausgebildet ist, wobei in diesem Bereich ein Funktionselement angeordnet ist, welches in seinem Nichtgebrauchszustand, in dem die Leuchtdioden ausgeschaltet sind, auf der sichtbare Oberfläche unsichtbar ist oder in seinem Gebrauchszustand in dem mindestens eine der Leuchtdioden eingeschaltet ist, mindestens ein Lichtpunkt im lichtdurchlässigen Bereich des Verkleidungsteiles sichtbar ist.
-
Ergänzend ist hinsichtlich der Anordnungsvarianten des Funktionselementes vorgesehen, dass das Funktionselement in dem lichtdurchlässigen Bereich des Bezuges entweder hinter dem Bezug indirekt oder direkt an dem Ausstattungsteil lagefest nahe des Bezuges oder auf der Rückseite des Bezuges lagefest an dem Bezug oder in den Bezug integriert, das heißt in der Fläche des Bezuges, angeordnet ist.
-
Es somit vorgesehen, dass der Bezug die sichtbare Oberfläche (Sichtseite) bildet, in welcher der Bezug zumindest bereichsweise derart lichtdurchlässig ausgebildet ist, sodass das derart angeordnete Funktionselement, in seinem Nichtgebrauchszustand, in dem die Leuchtdiode ausgeschaltet ist, - von der Sichtseite aus gesehen - unsichtbar ist und in seinem Gebrauchszustand in dem mindestens eine der Leuchtdioden eingeschaltet ist, - von der Sichtseite aus gesehen - mindestens ein Lichtpunkt im lichtdurchlässigen Bereich des Bezuges sichtbar ist.
-
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Darstellung eines Fahrzeugsitzes mit einem nicht sichtbaren textilen Interaktions- und Informationspanel im Nichtgebrauchszustand;
- 2 der Fahrzeugsitz in einer perspektivischen Darstellung mit dem textilen Interaktions- und Informationspanel im Gebrauchszustand;
- 3 der Fahrzeugsitz in einer perspektivischen Darstellung mit bereichsweise offenem Bezug zur Darstellung einer ersten Anordnungsvariante des Funktionselementes des textiles Interaktions- und Informationspanels;
- 4 der Fahrzeugsitz in einer perspektivischen Darstellung mit bereichsweise offenem Bezug zur Verdeutlichung einer zweiten Anordnungsvariante des Funktionselementes des textiles Interaktions- und Informationspanels .
-
Zur Lösung der Aufgabe wird als Funktionselement 10 zur Interaktion ein textiles Panel vorgeschlagen, dessen Aktion durch einen Ansteuerungsvorgang ausgelöst wird, wie nachfolgend noch erläutert wird.
-
Das textile Panel weist eine textile Funktionsfläche auf, die durch den Ansteuerungsvorgang eine visuelle Informationsausgabe auf der textilen Funktionsfläche bewirkt, sodass ein zur visuellen Informationsausgabe dienendes Funktionselement 10 ausgebildet ist.
-
Das Funktionselement 10 umfasst ein Textil, bevorzugt ein Gewebe, in welchem leitfähige Garne eingearbeitet beziehungsweise in welches während eines Web-, Strick, Wirk- oder Tuftprozesses leitfähige Garne eingearbeitet werden. Mit anderen Worten, es wird durch mindestens einen der genannten Herstellungsprozesse (Weben, Stricken, Wirken, Tuften) ein textiles Flächengebilde ausgebildet, welches leitfähige und nichtleitfähige Fäden in Kombination aufweist.
-
Erfindungsgemäß wird das als Funktionselement 10 dienende textile Flächengebilde mit einer vorgebbaren Anzahl n von Leuchtdioden 20n (LED's), insbesondere Micro-LED's bestückt, wodurch das textile Flächengebilde als Informationsmodul und Interaktionsmodul zwischen der die Information vorgebenden Person und der die Information erhaltenden Person dienen kann, wie nachfolgend erläutert wird.
-
Die Micro-LED's 20n werden in einer Matrixstruktur auf die leitfähigen Fäden aufgebracht und kontaktiert, das heißt elektrisch miteinander verbunden beziehungsweise kontaktiert.
-
Durch eine vorgebbare Einzelansteuerung jeder der in der Matrixform angeordneten Micro-LED's 20n ist es möglich, dass jede einzelne Micro-LED 20n extern angesteuert werden kann, wobei je nach der vorgebbaren Größe der Matrix und dem vorgebbaren Abstand der Leuchtdioden 20n untereinander mittels der angesteuerten und Licht aussendenden Leuchtdioden 20n visuellen Informationen, wie Symbole, Fließtext oder dergleichen auf dem Funktionselement 10 angezeigt werden können.
-
Zur Ansteuerung des Funktionselementes 10 ist ein Eingabegerät vorgesehen, welches über ein Steuergerät oder einen Mikrocontroller mit der Funktionselement 10 in Verbindung steht.
-
Das Funktionselement 10 mit den LEDs 20n , das Eingabegerät und das Steuergerät oder der Mikrocontroller stellen zusammen ein sogenanntes textiles Interaktions- und Informationspanel dar.
-
Das Funktionselement 10, welches als textile Flächengebilde ausgebildet ist, zeichnet sich in vorteilhafter Weise durch seinen flachen Aufbau und durch die hohe Flexibilität des textilen Flächengebildes aus.
-
Dadurch ist in vorteilhafter Weise ein Einbau des Funktionselementes 10 des textilen Interaktions- und Informationspanels innerhalb eines Verkleidungsteiles 16 oder an jeder beliebigen Oberfläche eines Verkleidungsteiles möglich, wobei sich das Interaktions- und Informationspanel im Wesentlichen dreidimensional an die Form desjenigen Teiles anpassen lässt an dem oder in dem Entriegelungssensor es angeordnet ist. Mit anderen Worten, dadurch, dass das Panel textilbasiert ausgeführt ist, kann das hinsichtlich der Form sehr flexibel anpassbare Panel an Flächen von Verkleidungsteilen oder hinter den Verkleidungsteiles liegenden Teilen angeordnet werden, deren Form-Komplexität sogar über eine 2D-Form hinaus geht.
-
Das heißt, das textilbasierte Interaktions- und Informationspanel weist den Vorteil auf, dass es im Nichtgebrauchszustand als eine nicht sichtbare Interaktionsfläche vorgehalten ist, die ihre Wirkung im erläuterten Gebrauchszustand entfaltet und zudem ist eine hohe Variabilität der Anordnung an verschiedenen Teilen möglich, da sich das textilbasierte Interaktions- und Informationspanel an jedes an jede 3D-Form des jeweiligen Teiles einfach und komfortabel anpassen lässt. Mit anderen Worten, das textilbasierte Interaktions- und Informationspanel kann an das jeweilige Teil drapiert werden. Das Drapieren ist das Aufbringen von flächigen Halbzeugen, wie das textilbasierte Interaktions- und Informationspanel auf gekrümmte Oberflächen. Der Hauptdrapiermechanismus von Geweben ist die Scherung. Daraus abgeleitet weist ein gemäß der Erfindung drapierbares Gewebe oder Textil ein geringe Schersteifigkeit auf, da es sich mit geringen gegenüber anderen Materialien geringeren Kräften umformen lässt und einen hohen/gegenüber anderen Material höheren Verformungsgrad zulässt, bevor es zu Faltenbildung kommt. Diese Eigenschaften ermöglichen eine Anpassbarkeit des textilbasierten Interaktions- und Informationspanels, welches über die Anpassbarkeit, des in der Druckschrift
US 2019/013519 A1 beschriebenen geformten Kunststoffstruktur, der mit LED's bestückten versehenen Anzeigeschicht weit hinausgeht. Das textilbasierte Interaktions- und Informationspanels kann im Unterschied zu der herkömmlichen mit LED's bestückten Kunststoffstruktur gemäß der Druckschrift
US 2019/013519 A1 ausgehend von einer vorhandenen Raumrichtung x oder y oder z, in der das Textil in seiner Ausgangsposition liegt, in vorteilhafter Weise um entsprechende weitere Achsen in eine oder zwei weitere Raumrichtungen gekrümmt (drapiert) angeordnet werden, wobei das Drapieren in vorteilhafter Weise möglich ist, ohne dass das textile Material Falten bildet.
-
Dabei ist vorgesehen, dass die elektrischen Anschlüsse zwischen den LED's 20 und den leitfähigen Fäden je nach Einbausituation von der Funktionsfläche weggeführt werden, wobei für die elektrischen Leitungen jede für sich (einzeln) mit in vorteilhafter Weise geringem Bauraumbedarf und hinsichtlich der Verlege-Richtung nahezu ohne Einschränkungen verlegt werden können, worin ein wesentlicher Vorteil zu Licht erzeugenden Lichtwellenleiterbündeln gesehen wird, die an einer Position relativ viel Bauraum benötigen und dabei zudem nicht stark gekrümmt verlegt werden dürfen. Außerdem können mit Lichtwellenleitern zwar farbige Lichtpunkte erzeugt werden, jedoch kann in nachteiliger Weise nur eine Farbe eingekoppelt werden. Wird rotes Licht eingekoppelt werden rote Lichtpunkte erzeugt. Das heißt, wenn sich die Lichtpunkte in ihrer Farbe unterscheiden sollen muss eine entsprechende Anzahl von Bündeln von Lichtwellenleiter angeordnet werden, die jedoch relativ viel Bauraum benötigen und dabei zudem nicht stark gekrümmt verlegt werden dürfen, wie im Ausführungsbeispiel noch erläutert ist. In vorteilhafter Weise kann vergleichsweise einfach mittels farbigen LED's 20 oder Micro-LED's eine Farbvielfalt der vorgesehen Lichtpunkte erzeugt werden.
-
Nur beispielhaft werden nachfolgend mögliche mit einem Verkleidungsteil versehene Ausstattungsteile wie ein Sitz, insbesondere ein Fahrzeugsitz, eine Mittelarmlehne eines Sitzes, eine Tür, insbesondere Fahrzeugtür, ein Dach, insbesondere ein Fahrzeugdach mit einem Dachhimmel oder ein Armaturenbrett (Dashboard) genannt und erläutert, wobei die zuvor aufgezählten Ausstattungsteile den Gegenstand der Erfindung nicht auf diese genannten Ausstattungsteile begrenzen.
-
Das Verkleidungsteil des jeweiligen Ausstattungsteiles kann beispielsweise ein zumindest bereichsweise lichtdurchlässiger Sitzbezug und/oder ein zumindest bereichsweise lichtdurchlässiger Bezug einer Mittelarmlehne und/oder ein zumindest bereichsweise lichtdurchlässiger Bezug einer Türverkleidung einer Tür und/oder ein zumindest bereichsweise lichtdurchlässiger textiler Dachhimmel eines Daches oder insbesondere ein zumindest bereichsweise lichtdurchlässiger textiler Bezug eines Dashboard's innerhalb eines Fahrzeuges sein.
-
Das jeweilige lichtdurchlässige Verkleidungsteil, insbesondere ein lichtdurchlässigen Bezugstoff ist auf die Lichtstärke der LED's 20n angepasst und wird nicht zu engmaschig ausgebildet, damit die LED's 20n möglichst definierte Lichtpunkte bilden.
-
In einer anderen Anordnungsvariante ist das als Halbzeug ausgebildete Funktionselement 10 in das lichtdurchlässige Verkleidungsteil integriert, insbesondere mit dem lichtdurchlässigen Bezugsstoff verbunden, sodass bei Anordnung des Verkleidungsteiles das Funktionselement 10 sozusagen automatisch positioniert wird, da es bereits mit dem Verkleidungsteil in Verbindung steht. Bevorzugt ist das Funktionselement 10 auf der Rückseite des lichtdurchlässigen Verkleidungsteiles nicht sichtbar und nur im Licht aussendenden Gebrauchszustand sind ausschließlich die Lichtpunkte des Funktionselementes durch die Lichtdurchlässigkeit des Verkleidungsteiles sichtbar.
-
Das Funktionselement 10 kann eine eigene lichtdurchlässige Schutzhülle, zumindest auf der Seite der Funktionsfläche des textilen Gewebes auf der die LED's 20n angeordnet sind, in der Art einer dünnen lichtdurchlässigen Kaschierung aufweisen, die nachfolgend als lichtdurchlässiges Cover des Funktionselementes 10 bezeichnet wird.
-
Die Erfindung wird gemäß 1 am Beispiel eines Fahrzeugsitzes 100 erläutert. der in bekannter Weise ein Sitzteil 12 und ein Rückenlehnenteil 14 aufweist.
-
Gezeigt ist eine perspektivische Hinteransicht des Fahrzeugsitzes 100, wodurch eine als textile Funktionsfläche nutzbare Fläche 14.1 des Rückenlehnenteiles 14 sichtbar wird. Die nutzbare Fläche 14.1 umfasst - im Ausführungsbeispiel - beispielsweise die gesamte Fläche einer Rückseite des Rückenlehnenteiles 14, die zumeist durch ein Schnittteil 16A gebildet ist, das gemeinsam mit anderen Schnittteilen durch Vernähen den Bezug 16 eines Rückenlehnenteiles 14 gebildet ist.
-
1 verdeutlicht, dass die textile Funktionsfläche auf der nutzbaren Fläche 14.1 des Rückenlehnenteiles 14 nicht sichtbar ist, da sich das Funktionselement 10 in einem Nichtgebrauchszustand I befindet. Mit anderen Worten, die LED's 20n sind im Nichtgebrauchszustand des Funktionselementes 10 nicht angesteuert und senden somit kein Licht aus.
-
2 verdeutlicht, dass die Lichtpunkte der LED's 20n der textilen Funktionsfläche auf der nutzbaren Fläche 14.1 des Rückenlehnenteiles 14 sichtbar sind, da sich das Funktionselement 10 in einem Gebrauchszustand II befindet. Mit anderen Worten, die LED's 20n sind im Gebrauchszustand II des Funktionselementes 10 derart angesteuert und senden Licht aus, sodass Informationen in der Art von Logo's, beispielsweise das dargestellte VW-Logo L oder andere Symbole, beispielsweise Warnhinweise oder beispielsweise bei Beförderungsfahrzeugen Fahrpreise oder dergleichen durch entsprechende Ansteuerung der LED's 20n angezeigt werden können.
-
Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Information des Funktionselementes 10 des textilen Interaktions- und Informationspanels nur für eine vorgebbare Zeitspanne angezeigt wird und danach verschwindet, wobei vorgesehen ist, dass der Nutzer die Zeitspanne selber nach Bedarf einstellen kann.
-
Mittels der 3 und 4 sollen die beiden bereits erwähnten Ausführungsvarianten hinsichtlich der Anordnung des Funktionselementes 10 mit den LED's 20n verdeutlicht werden.
-
3 verdeutlicht die Anordnungsvariante, bei der das Funktionselement 10 ein Halbzeug ist, welches separat hinter einem lichtdurchlässigen Verkleidungsteil angeordnet ist. Ein Bereich des Schnittteiles 16A des Bezuges 16 ist in 3 nicht dargestellt. In diesem Bereich innerhalb der strichpunktierten Umrandung ist das Funktionselement 10 mit den LED's 20n sichtbar, welches in dieser Anordnungsvariante direkt oder indirekt an dem Polster-Schaum des Rückenlehnenteiles 16 befestigt, verklebt, verclipst oder dergleichen ist.
-
Der Bezugsstoff des Bezuges 16 bildet das lichtdurchlässige Verkleidungsteil. Das Verkleidungsteil ist zumindest in dem Bereich in dem das Funktionselement 10 mit den LED's 20n angeordnet ist, lichtdurchlässig ausgebildet, sodass das Licht der LED's 20n den Bezugsstoff durchdringen kann, sodass das eine durch die leuchtenden LED's 20n gebildete Information sichtbar ist, während das Funktionselement 10 mit den LED's 20n im Nichtgebrauchszustand I nicht sichtbar ist.
-
4 verdeutlicht die weitere Anordnungsvariante, bei der das Funktionselement 10 ein Halbzeug ist, welches mit dem lichtdurchlässigen Verkleidungsteil, insbesondere dem Bezug verbunden ist.
-
In einem Bereich des Schnittteiles 16A des Bezuges 16, welches wiederum das Verkleidungsteil darstellt, ist das Funktionselement 10 mit den LED's 20n auf der Rückseite des Schnittteiles 16A befestigt, insbesondere vernäht. Die Befestigungsnähte N2 des Funktionselementes 10 können (im vertikalen Bereich, vergleiche 4) bevorzugt mit denjenigen vertikalen Nähten N1 mit dem das Schnittteil 16A mit den anderen Schnittteilen verbunden wird, übereinstimmen oder - wie in 4 dargestellt - separat ausgeführt werden.
-
Der Bezugsstoff des Bezuges 16 ist wiederum zumindest in dem Bereich in dem das Funktionselement 10 mit den LED's 20n angeordnet ist, derart lichtdurchlässig ausgebildet, sodass das Licht der LED's 20n den Bezugsstoff im Gebrauchszustand II durchdringen kann, sodass das beispielhaft dargestellte VW-Logo L sichtbar ist, während das Funktionselement 10 mit den LED's 20n im Nichtgebrauchszustand I nicht sichtbar ist.
-
Bevorzugt ist bei beiden Anordnungsvarianten gemäß der 3 und 4 vorgesehen, dass der obere Bereich der nutzbaren Fläche 14.1 der Rückseite des Rückenlehnenteiles 14 als interaktive Informationsfläche genutzt wird, da dieser Bereich von Insassen im Fond am Besten sichtbar ist. Der flache Aufbau und die hohe Flexibilität des textilen Flächengebildes ist in vorteilhafter Weise besonders gut geeignet in unebenen Bereichen, die beispielsweise im Übergang zwischen Rückenlehnenteil-Kopf und Rückenlehnenteil-Unterteil angeordnet zu werden, da sich das textile Flächengebilde des Funktionselementes 10 an die jeweilige Form des jeweiligen Bauteiles unter Verwendung von geringem Bauraum anordnen und anpassen lässt.
-
Die hohe Flexibilität des textilen Flächengebildes ergibt sich in vorteilhafter Weise aus der strukturellen Elastizität, die sich aus der Gewebestruktur und der Verschiebbarkeit (Scherung) einzelner Fasern gegeneinander ergibt. Hinzu kommt die Materialelastizität, die die jeweilige Faser selbst mitbringt. Beide Eigenschaften strukturelle Elastizität und Materialelastizität in Kombination ermöglichen also die besondere „Flexibilität“ des textilen Interaktions- und Informationspanels im Vergleich zu herkömmlichen Lösung, wie in der Beschreibungseinleitung hinsichtlich der vorteilhaften Drapierbarkeit des textilen Interaktions- und Informationspanels erläutert.
-
Als Eingabegerät wird in einer Ausgestaltungsvariante ein externes Bedienelement (nicht dargestellt) vorgesehen.
-
Beispielsweise wird das Eingabegerät, insbesondere ein resistives Touchpad oder Tablet an einem Steuergerät oder einem Mikrocontroller angeschlossen, auf welchem man die Eingaben zu den gewünschten darzustellenden Informationen schreiben oder beispielsweise kinderfreundlich malen kann. Die vorgegebene Information wird dann auf dem Sitz angezeigt und verschwindet nach der vorgegebenen Zeitspanne wieder.
-
In vorteilhafter Weise ist im Fahrzeug auch eine Schnittstelle vorgesehen, an der das resistive Touchpad oder Tablet oder ein Smartphone oder dergleichen angeschlossen werden kann, welches als externes Bedienelement dient.
-
Ferner wird in einer anderen Ausgestaltungsvariante vorgesehen, dass keine externe Bedienung und individuelle Eingabe über das Bedienelement vorgenommen wird, sondern das lediglich vorbestimmte Informationen, wie beispielsweise bei öffentlichen Verkehrsmittels beispielsweise Fahrpreise oder die nächste Station oder der nächste Ort oder dergleichen angezeigt werden.
-
Es versteht sich, dass die beiden Ausgestaltungsvarianten zur Informationsvorgabe innerhalb des textilen Interaktions- und Informationspanels zu der „individuellen Informations-Eingabe“ mittels Eingabegerät und/oder zu der „vorbestimmten Informationsvorgabe“ durch Vorgabe und Ablage im Steuergerät oder dem Mikrocontroller miteinander kombinierbar sind.
-
Bezugszeichenliste
-
- 100
- Sitz, Fahrzeugsitz
- 10
- Funktionselement
- 20n
- LED's (n = Anzahl)
- 12
- Sitzteil
- 14
- Rückenlehnenteil
- 14.1
- nutzbare Fläche
- 16
- Verkleidungsteil, Bezug
- 16A
- Schnittteil
- I
- Nichtgebrauchszustand
- II
- Gebrauchszustand
- L
- Logo
- N1
- Naht
- N2
- Naht
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102015015315 A1 [0003]
- DE 102017205875 A1 [0004]
- US 2019013519 A1 [0005, 0034]