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Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Technik zur Verlängerung von Isolierstrecken. Insbesondere ist eine Klemmschraube mit verbesserter Isolierstrecke offenbart.
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Die Einbauhöhe von Modulen, die eine elektrische Spannung führen, beispielsweise Einbauten in Verteilersystemen oder Überspannungsschutzmodulen, hat sich in den letzten Jahren vergrößert. In zurückliegenden Jahren war eine Einbauhöhe von beispielsweise 2.000 Meter eine typische Anforderung oder ein Standard. Mittlerweile kann die Einbauhöhe bei 4.000 Meter bis zum Teil 5.000 Meter liegen. Dadurch verlängern sich die einzuhaltenden Luftstrecken und Kriechstrecken, welche hier zusammenfassend als Isolierstrecken bezeichnet werden. Beispielsweise fällt mit der Einbauhöhe der Luftdruck p, wodurch sich nach dem Paschen-Gesetz, V = V(p·d), die Durchschlagslänge d in Luft bei einer gegebenen Spannung V, z. B. Netzspannung, verlängert. Dies bedeutet, dass die notwendige Isolierstrecke zu einem spannungsführenden Bauteil, wie z. B. einem Strombalken oder einer Schraube, um ein Vielfaches länger ist.
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Jedoch ist in bestehenden Modulen die Strecke von einer spannungsführenden Schraube, mittels der beispielsweise eine Klemmtasche oder ein Leiter angezogen ist, zu einer berührbaren Oberfläche knapp oder sogar unzureichend lang im Vergleich zur physikalischen Durchschlagslänge. Dies liegt beispielsweise daran, dass es in der Norm für Kleinverteiler eine Vorgabe zu den Abmaßen von Basiselementen gibt, die Abmaße jedoch nicht mit zunehmender Einbauhöhe verändert und vom Installateur eingehalten werden müssen.
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Um eine direkte Berührung von spannungsführenden Schrauben zu verhindern sind im Stand der Technik Isolierkappen bekannt, die außenseitig ein Sechskantprofil aufweisen. Jedoch müssen solche Kappen zusätzliche aufgesteckt werden und können leicht verloren gehen. Ferner ist das über eine solche Kappe übertragbare Drehmoment zum Anziehen oder Lösen einer damit abgedeckten Schraube durch die Torsion der Kappe begrenzt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Technik zur Verlängerung von Isolierstrecken anzugeben, die keine Vergrößerung des Bauraums und/oder keine zusätzlichen Montageschritte zur Folge hat. Eine spezifischere oder andere Aufgabe ist, eine Klemmschraube zur Verlängerung einer Isolierstrecke anzugeben, die ohne zusätzliche Losteile und/oder ohne zusätzliche Montageschritte montierbar und demontierbar ist.
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Die Aufgabe wird bzw. die Aufgaben werden mit den Merkmalen jedes unabhängigen Anspruchs gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele unter teilweiser Bezugnahme auf die Figuren beschrieben.
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Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ist eine mehrkomponentige Klemmschraube bereitgestellt. Die Mehrkomponentige Klemmschraube umfasst einen metallischen Schaft und einen Kopf aus Kunststoff. Der Schaft weist an einem ersten Ende der Klemmschraube ein Gewinde auf. Der Kopf aus Kunststoff ist an einem dem ersten Ende in axialer Richtung gegenüberliegendem zweiten Ende der Klemmschraube zumindest in der axialen Richtung formschlüssig mit dem Schaft verbunden.
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Der Kopf weist ein am zweiten Ende freiliegendes Schraubenmitführungsprofil auf, das sich in einer Ebene quer zur axialen Richtung an einem Schraubenmitführungsprofil des Schafts abstützt. Alternativ oder ergänzend weist der Schaft am zweiten Ende ein Schraubenmitführungsprofil auf, das durch eine Öffnung des Kopfs am zweiten Ende in der axialen Richtung freiliegt.
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Ausführungsbeispiele der mehrkomponentigen Klemmschraube können den Kopf und den Schaft miteinander drehfest verbinden, indem ein Drehmoment des Kopfs in der Ebene quer zur axialen Richtung auf den Schaft übertragen wird. Indem das Drehmoment durch das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs auf die Klemmschraube übertragen wird (beispielsweise von einem Schraubendreher) und dieses Drehmoment in der Eben weiter übertragen wird auf das Schraubenmitführungsprofil des Schafts, kann der Kunststoff des Kopfs nicht oder wesentlich weniger auf Scherung oder durch eine Torsion belastet werden, als bei herkömmlichen mehrkomponentigen Schrauben, bei denen das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs axial beabstandet ist von einer Ebene, in der Schaft und Kopf drehfest (beispielsweise formschlüssig) verbunden sind.
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Dieselben oder weitere Ausführungsbeispiele der Klemmschraube können ermöglichen, dass bei Drehung oder Torsion der Klemmschraube mittels des Schraubenmitführungsprofils am Kopf keine mechanische Scherspannung innerhalb des Kopfs aus Kunststoff wirkt.
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Vorzugsweise gibt es mindestens die Ebene quer zur axialen Richtung, in der sowohl das Schraubenmitführungsprofil des Schafts als auch das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs ist. Mit anderen Worten, die Ebene schneidet sowohl das Schraubenmitführungsprofil des Schafts als auch das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs. Das heißt, das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs und das Schraubenmitführungsprofil des Schafts überlappen in der axialen Richtung.
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Der Kopf aus Kunststoff kann an dem zweiten Ende der Klemmschraube bezüglich einer Zugkraft in der axialen Richtung formschlüssig mit dem Schaft verbunden sein.
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Die Ebene kann senkrecht zur axialen Richtung sein.
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Das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs kann sich bezüglich einer Drehung des Kopfs um die axiale Richtung oder eines Drehmoments in der axialen Richtung am Schraubenmitführungsprofil des Schafts abstützen. Das Schraubenmitführungsprofil und das Schaftprofil können drehfest ineinandergreifen.
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Die Öffnung kann eine Kreisöffnung sein. Die Öffnung und/oder das Schraubenmitführungsprofil des Schafts kann koaxial mit dem Schaft sein.
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Die Klemmschraube kann zum Klemmen eines spannungsbeaufschlagten Bauteils ausgebildet sein. Der metallische Schaft kann elektrisch leitend sein.
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Der Schaft mit Gewinde kann als Schraube bezeichnet werden. Der Kopf oder das zweite Ende kann als Schraubenkopf der Schraube bezeichnet werden.
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Das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs kann sich am Schraubenmitführungsprofil des Schafts abstützen, indem das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs zumindest abschnittsweise in das Schraubenmitführungsprofil des Schafts eingebettet ist und/oder das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs mit dem Schraubenmitführungsprofil des Schafts in Eingriff steht.
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In der Ebene können sowohl Abschnitte des Schraubenmitführungsprofil des Schafts als auch Abschnitte des Schraubenmitführungsprofil des Kopfs sein.
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Das Schraubenmitführungsprofil des Schafts, an dem sich das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs abstützt, kann vom Kopf (vorzugsweise einfach-zusammenhängend) überdeckt sein.
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Die Ebene, in der sich das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs am Schraubenmitführungsprofil des Schafts abstützt, kann (in der axialen Richtung) innerhalb einer Profiltiefe des Schraubenmitführungsprofils des Kopfs vom zweiten Ende sein.
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Ein Durchmesser der Öffnung quer zur axialen Richtung kann kleiner sein als ein Durchmesser des Kopfs quer zur axialen Richtung und/oder als ein Durchmesser des Schafts quer zur axialen Richtung.
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Der Kopf kann um die Öffnung umlaufend geschlossen sein. Der Durchmesser der Öffnung kann einem Durchmesser des Schraubenmitführungsprofil des Schafts entsprechen.
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Der Schaft kann ferner ein zusätzliches Schaftprofil umfassen. Der Kopf kann ein zum zusätzlichen Schaftprofil komplementäres zusätzliches Kopfprofil umfassen. Durch die zusätzlichen Schaftprofile kann der Kopf und der Schaft bezüglich Drehung zusätzlich formschlüssig miteinander verbunden sein.
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In der Ebene können sowohl Abschnitte des zusätzliches Kopfprofil als auch Abschnitte des zusätzliches Schaftprofil sein.
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Der Kopf kann durch Umspritzen des Schraubenmitführungsprofil des Schafts, und optional des zusätzlichen Schaftprofils, hergestellt sein.
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Das Schraubenmitführungsprofil des Kopfs kann mindestens eine zur axialen Richtung parallele Schraubenmitführungsfläche aufweisen, die sich in der Ebene zur Übertragung eines Drehmoments von der Schraubenmitführungsfläche des Kopfs auf den Schaft an einer zur Schraubenmitführungsfläche des Kopfs parallelen Schraubenmitführungsfläche des Schraubenmitführungsprofils des Schafts abstützt.
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Der Schaft kann am ersten Ende eine Hülse umfassen. Die Hülse kann das Gewinde am ersten Ende des Schafts als ein Innengewinde umfassen. Alternativ oder ergänzend kann das Gewinde am ersten Ende des Schafts ein Außengewinde sein. Das erste Ende des Schafts kann ferner ein Druckstück umfassen. Ein Durchmesser des Druckstücks kann kleiner als ein Durchmesser des Gewindes sein.
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Das Schraubenmitführungsprofil des Schafts kann dem Schraubenmitführungsprofil des Kopfs geometrisch entsprechen oder geometrisch ähnlich sein. Beispielsweise kann das Schraubenmitführungsprofil des Schafts gegenüber dem Schraubenmitführungsprofil des Kopfs in der Ebene größer skaliert sein. Eine Längsachse des Schafts kann einem Fixpunkt oder einem Zentrum des Skalierens entsprechen.
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Das Gewinde kann am ersten Ende des Schafts ein Außengewinde umfassen. Das erste Ende des Schafts kann ferner ein Druckstück umfassen. Ein Durchmesser des Druckstücks kann kleiner als ein Durchmesser des Gewindes sein.
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Der Kopf aus Kunststoff kann am zweiten Ende der Klemmschraube geschlossen sein.
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Das zweite Ende der Klemmschraube kann mittels des Kopfs vom Schaft elektrisch isoliert sein. Der Kopf kann eine einfach-zusammenhängende und elektrisch isolierte Fläche am zweiten Ende der Klemmschraube bilden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt ist ein spannungsbeaufschlagtes oder mit Spannung beaufschlagbares Bauteil bereitgestellt. Das Bauteil kann einen Schraubanschluss mit Klemmhülse umfassen. Das Bauteil kann mindestens eine mehrkomponentige Klemmschraube gemäß dem ersten Aspekt umfassen.
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Der weitere Aspekt kann ferner jedes im Kontext des ersten Aspekts offenbartes Merkmal umfassen, und umgekehrt.
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Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsformen näher erläutert.
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Es zeigen:
- 1 schematisch eine perspektivische Ansicht einer mehrkomponentigen Klemmschraube gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
- 2 eine schematische Teilschnittdarstellung der Klemmschraube gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
- 3A eine schematische Rückansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
- 3B eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube parallel der axialen Richtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
- 3C eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
- 3D eine schematische Vorderansicht des Schafts der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
- 4 schematisch eine perspektivische Ansicht einer mehrkomponentigen Klemmschraube gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
- 5A eine schematische Rückansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel;
- 5B eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube parallel der axialen Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel;
- 5C eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel;
- 5D eine schematische Vorderansicht des Schafts der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel;
- 6 schematisch eine perspektivische Ansicht einer mehrkomponentigen Klemmschraube gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel;
- 7 eine schematische Teilschnittdarstellung der Klemmschraube gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- 8A eine schematische Rückansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- 8B eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube parallel der axialen Richtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- 8C eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- 8D eine schematische Vorderansicht des Schafts der Klemmschraube in axialer Richtung gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- 9 eine schematische Teilschnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines Moduls mit einer Klemmhülse; und 10 eine schematische Teilschnittdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Moduls mit einer Klemmhülse.
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1 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer allgemeine mit Bezugszeichen 100 bezeichneten mehrkomponentigen Klemmschraube.
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Die mehrkomponentige Klemmschraube 100 umfasst einen metallischen Schaft 102 (beispielsweise aus einer metallischen Legierung) und einen elektrisch isolierenden (d.h. nicht elektrisch leitenden) Kopf 104 (beispielsweise aus einem oder mehreren Kunststoffen). Der Schaft 102 weist an einem ersten Ende 106 der Klemmschraube 100 ein Gewinde 108 auf. Der Kopf 104 ist an einem dem ersten Ende 106 in axialer Richtung 110 gegenüberliegendem zweiten Ende 112 der Klemmschraube 100 zumindest in der axialen Richtung 110 formschlüssig mit dem Schaft 102 verbunden.
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In einer ersten Alternative (beispielsweise gemäß dem ersten und dem nachstehenden zweiten Ausführungsbeispiel) weist der Kopf 104 ein am zweiten Ende 112 freiliegendes Schraubenmitführungsprofil 114 auf. Das Schraubenmitführungsprofil 114 stützt sich in mindestens einer Ebene 120 quer zur axialen Richtung 110 (vorzugsweise direkt, nur durch Flächendruck und/oder mit Kraftlinien in der oder parallel zur Ebene 120) an einem Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 ab.
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In einer zweiten Alternative (beispielsweise gemäß dem nachstehenden dritten Ausführungsbeispiel) oder ergänzend zur ersten Alternative weist der Schaft 102 am zweiten Ende 112 ein Schraubenmitführungsprofil 116 auf. Das Schraubenmitführungsprofil 116 liegt durch eine Öffnung 126 des Kopfs 104 am zweiten Ende 112 in der axialen Richtung 110 frei.
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Durch beide Alternativen kann jeweils oder in Kombination ein Drehmoment am zweiten Ende 112 auf die Klemmschraube 100 einwirken, das direkt auf den metallischen Schaft 102 übertragen wird. In der ersten Alternative kann dabei ein Teil des Kopfs aus Kunststoff nur auf Druck und/oder (zumindest im Wesentlichen) nicht auf Scherung belastet werden. In der zweiten Alternative kann durch die Öffnung das Drehmoment direkt auf den Schaft übertragen werden.
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Ferner können Ausführungsbeispiele der Klemmschraube das wiederkehrende Problem der Berührsicherheit zu elektrisch leitenden Bauteilen lösen, indem das zweite Ende 112 zumindest umlaufend zur axialen Richtung 110 oder geschlossen am zweiten Ende 112 isoliert ist.
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2 zeigt schematisch eine Teilschnittdarstellung der Klemmschraube 100 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel. Der Kopf 104 ist am zweiten Ende 112 der Klemmschraube 100 zumindest in der axialen Richtung 110 formschlüssig mit dem Schaft 102 verbunden aufgrund einer Hinterschneidung. Wie beispielsweise in der 2 gezeigt, verjüngt sich der Schaft 102 radial am zweiten Ende 112 in axialer Richtung 110 in Richtung zum ersten Ende 106.
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In der Teilschnittdarstellung der Klemmschraube 100 der 2 ist der Kopf 104 parallel zur Längsachse des Schafts geschnitten während der Schaft 102 in einer entsprechenden Seitenansicht gezeigt ist.
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Im ersten Ausführungsbeispiel ist der Kopf 104 am zweiten Ende 112 geschlossen. Das den Schaft 102 am zweiten Ende 112 umschließende Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104 stützt sich direkt am Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 ab, beispielsweise an der Schraubenmitführungsfläche 124.
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3A zeigt eine schematische Rückansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung 110 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel. 3B zeigt eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube 100 parallel der axialen Richtung 110 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel. 3C zeigt eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung 110 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel. 3D zeigt eine schematische Vorderansicht des Schafts 102 in axialer Richtung 110 gemäß dem ersten Ausfüh ru ngsbeispiel.
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Der Schaft 102 hat am zweiten Ende 112 an seiner Stirnseite das Schraubenmitführungsprofil 116. Optional hat der Schaft 102 am zweiten Ende 112 an seiner Außenseite ein zusätzliches Schaftprofil 117 als eine Verzahnung.
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An der in 3D gezeigten Stirnseite des Schafts 102, d.h., dem inneren Bereich am zweiten Ende des Schafts 102, ist das Schraubenmitführungsprofils 116 des Schafts 102. Das Schraubenmitführungsprofils 116 des Schafts 102 umfasst ebenfalls eine (vorzugsweise umlaufende) Verzahnung und eine universelle Kontur (vorzugsweise eine diagonale Nut), mit der es möglich ist, verschiedenen Antriebe der Schraube 100 zu realisieren, beispielsweise verschiedene Antriebsformen wie Längsschlitz, Außensechskant, Innensechskant und/oder Kreuzschlitz als Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104 und/oder als Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102.
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Zumindest eine Schraubenmitführungsfläche 122 des Schraubenmitführungsprofils 114 des Kopfs 104 stützt sich in Drehrichtung um die axiale Richtung 110 in einer Ebene 120 senkrecht zur axialen Richtung 110 an mindestens einer Schraubenmitführungsfläche 124 des Schraubenmitführungsprofils 116 des Schafts 102. Indem das Drehmoment in der Ebene 120 übertragen wird werden Scherkräfte im Kopf 104 vermieden oder minimiert.
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Der Kopf 104 (beispielsweise die Isolierkappe) weist das gleiche oder skalierte Schraubenmitführungsprofil 114 (beispielsweise die gleiche oder skalierte Kontur) wie das Schraubenmitführungsprofil 116 (wie die Kontur) des Schafts 102 auf. Somit kann die Kraftübertragung des Antriebs direkt an den Schaft 102 übertragen werden.
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Am zweiten Ende 112 ist am Schaft 102 der Kopf 104 zugfest (beispielsweise durch eine Verrastung oder eine Hinterschneidung des Kopfs 104) und drehfest (beispielsweise durch die ineinandergreifenden Schraubenmitführungsprofile 114 und 116 und/oder die ineinandergreifenden zusätzlichen Profile 115 und 117) angeordnet. Der Kopf 104 kann eine Isolierkappe sein. Der Kopf 104 kann am zweiten Ende 112 auf dem Schaft 102 aufgesteckt oder umspritzt sein.
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Dadurch, dass der Kopf 104 (beispielsweise die Kappe) das zweite Ende 112 des metallischen Schafts 102 umschließt, erzielt der Kopf 104 erstens die Erhöhung der Luft- und Kriechstrecken (d.h. der Isolierstrecken) und zweitens den Berührschutz.
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4 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht einer mehrkomponentigen Klemmschraube 100 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel. Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich in einer Variante des Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104 vom ersten Ausführungsbeispiel.
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Beispielsweise umfasst das Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104 ein Innensechsrund (auch „Torx“ genannt).
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5A zeigt eine schematische Rückansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung 110 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel. 5B zeigt eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube 100 parallel der axialen Richtung 110 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel. 5C zeigt eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel. 5D zeigt eine schematische Vorderansicht des Schafts 102 in axialer Richtung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel.
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Das Innensechsrund des Schraubenmitführungsprofils 114 des Kopfs 104 kann sich umlaufend an einem entsprechenden (beispielsweise radial größer skalierten) Innensechsrund des Schraubenmitführungsprofils 116 des Schafts 102 abstützen.
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Wie in 5D gezeigt, kann das Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104 einen Längsschlitz (vorzugsweise mit diagonalen Flächen 122, beispielsweise gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel) mit dem Innensechsrund kombinieren. Das Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 kann zum Abstützen des Längsschlitz eine diagonale Nut (vorzugsweise mit Flächen 124, beispielsweise gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel) umfassen.
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Das Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 kann universell sein, indem das gleiche Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 zur Herstellung von Klemmschrauben 100 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel und dem zweiten Ausführungsbeispiel verwendet wird.
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6 zeigt schematisch eine perspektivische Ansicht einer mehrkomponentigen Klemmschraube 100 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel. 7 zeigt eine schematische Teilschnittdarstellung der Klemmschraube 100 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel.
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Das dritte Ausführungsbeispiel nutzt einen zweiten Lösungsansatz, bei dem der Kopf (beispielsweise die Isolierkappe) eine Durchgangsöffnung 126 aufweist, durch welche der Antrieb (beispielsweise ein Schraubendreher) gesteckt oder steckbar ist und direkt mit dem Schraubenmitführungsprofil 116 des Schafts 102 zusammenwirkt. Somit ist eine unmittelbare Übertragung des Drehmoments ermöglicht und der Berührschutz verbessert.
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8A zeigt eine schematische Rückansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung 110 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel. 8B zeigt eine schematische Seitenansicht der Klemmschraube 100 parallel der axialen Richtung 110 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel. 8C zeigt eine schematische Vorderansicht der Klemmschraube 100 in axialer Richtung 110 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel.
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Einzelne Merkmale der vorstehend beschriebenen drei Ausführungsbeispiele sind kombinierbar und/oder austauschbar. Beispielsweise kann ein mit gleichem Bezugszeichen versehenes Merkmal für eine Variante eines Ausführungsbeispiel ausgetauscht werden gegen das gleichlautende Merkmal eines anderen Ausführungsbeispiels.
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9 zeigt eine schematische Teilschnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines Moduls 900 mit einer Klemmhülse, die ein Ausführungsbeispiel der Klemmschraube 100 umfasst. Die Klemmschraube 100 ist in einem Schraubenschacht des Moduls 900 eingebaut. Ein schematisch angedeuteter Prüf-Finger 902 dient der Bestimmung der Isolationsstrecke (beispielsweise der Luftstrecke).
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Konventionell wurde der Schraubenschacht mittels eines Deckels 904 oder eines Stopfens geschlossen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass der Installateur vor dem Anziehen der Schraube den Stopfen oder Deckel 904 entfernen bzw. öffnen und danach einsetzen bzw. zuklappen muss.
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Um (beispielsweise ohne den Deckel 904) die Luft und Kriechstrecken für Einbauhöhen größer als 2.000 Meter einhalten zu können, sowie die Berührsicherheit zu gewährleisten, kann ein Ausführungsbeispiel der Klemmschraube 100 eingesetzt werden.
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Aufgrund des isolierenden Kopfs 104 kann der Anfang der Isolationsstrecke 906 unter den Rand des Kopfs 104 verschoben und damit verlängert sein, beispielsweise im Vergleich zu einer herkömmlichen Isolationsstrecke 906', die an der Stirnseite eines metallischen Schraubenkopfs anfängt.
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Die Klemmschraube 100 kann einen Leiter 908 in der Klemmhülse festklemmen, beispielsweise einen Leiter einer Anschlussleitung des Moduls 900. Das Modul kann ein Überspannungsschutzmodul sein.
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Ausführungsbeispiele der Klemmschraube 100 können die Isolationseigenschaft einer Schraube aus Kunststoff mit dem Anzugsmoment einer rein metallischen Schraube vereinen. Herkömmliche Schrauben, die ausschließlich aus einem Kunststoff hergestellt sind, haben den Nachteil, dass mit diesen Kunststoffschrauben nicht die erforderlichen Anzugsmomente übertragen werden können. Indem das Drehmoment (beispielsweise vom Schraubenmitführungsprofil 114 des Kopfs 104) direkt und/oder scherfrei auf den metallischen Schaft 102 übertragen wird, ist das erforderliche Anzugsmomente realisierbar ohne auf die Isolationseigenschaft zu verzichten.
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10 zeigt eine schematische Teilschnittdarstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Moduls 900 mit einer Klemmhülse, die ein Ausführungsbeispiel der Klemmschraube 100 umfasst.
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In der in 10 gezeigten Einbausituation ist die Notwendigkeit, die Isolierstrecke zu vergrößern noch drängender, da der herkömmliche Schraubenkopf aufgrund einer mittels der Schraube befestigten Stromschiene noch näher an einer Montageöffnung des Schraubenschachts ist, als im ersten Ausführungsbeispiel des Moduls 900 der 9. Die notwendige Verlängerung der Isolationstrecke kann durch den Einsatz eines Ausführungsbeispiels der Klemmschraube 100 erreichbar sein.
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Obwohl die Erfindung in Bezug auf exemplarische Ausführungsbeispiele beschrieben worden ist, ist Fachkundigen ersichtlich, dass verschiedene Änderungen vorgenommen werden können und Äquivalente als Ersatz verwendet werden können. Ferner können viele Modifikationen vorgenommen werden, um eine bestimmte Anwendung der Klemmschraube oder ein bestimmtes Material an die Lehre der Erfindung anzupassen. Folglich ist die Erfindung nicht auf die offenbarten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfasst alle Ausführungsbeispiele, die in den Bereich der beigefügten Patentansprüche fallen.
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Bezugszeichenliste
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- 100
- Klemmschraube
- 102
- Schaft
- 104
- Kopf
- 106
- Erstes Ende
- 108
- Gewinde, vorzugsweise Außengewinde
- 110
- Axiale Richtung
- 112
- Zweites Ende
- 114
- Schraubenmitführungsprofil des Kopfs
- 115
- Zusätzliches Kopfprofil
- 116
- Schraubenmitführungsprofil des Schafts
- 117
- Zusätzliches Schaftprofils
- 118
- Profiltiefe
- 120
- Ebene quer zur axialen Richtung
- 122
- Schraubenmitführungsfläche des Schraubenmitführungsprofils des Kopfs
- 124
- Schraubenmitführungsfläche des Schraubenmitführungsprofils des Schafts
- 126
- Öffnung im Kopf
- 900
- Modul mit Klemmhülse, vorzugsweise Überspannungsschutzmodul
- 902
- Prüf-Finger
- 904
- Klappe
- 906
- Isolationsstrecke
- 906'
- Herkömmliche Isolationsstrecke
- 908
- Anschlussleitung