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Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit genau einem Hinterrad und wenigstens einem Vorderrad. Vorzugsweise handelt es sich um ein Zweirad, also ein Fahrzeug mit genau einem Hinterrad und genau einem Vorderrad. Das Fahrzeug kann beispielsweise ein Fahrrad, Motorrad oder Motorroller sein. Das Fahrzeug kann einen Elektromotor aufweisen, der entweder als Hilfsantrieb die Muskelkraft des Fahrers unterstützt oder das Fahrzeug als alleiniger Hauptantrieb ohne Muskelkraft des Fahrers antreibt.
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DE 102 06 029 A1 offenbart einen höhenverstellbaren Motorradsitz. Der Motorradsitz ist an seinem vorderen Ende schwenkbar gelagert und liegt im hinteren Bereich auf Gewindespindeln auf. Die Gewindespindeln können elektrisch betätigt werden und das hintere Teil des Motorradsitzes nach oben und unten bewegen, so dass der Motorradsitz insgesamt eine Schwenkbewegung ausführt. Um diese Bewegung zu ermöglichen, kann der Motorradsitz nicht fest mit den Gewindespindeln verbunden sein, da bei der Höhenverstellung auch eine Relativbewegung zwischen den Gewindespindeln und dem Motorradsitz stattfindet. Aus diesem Grund ist der Motorradsitz in einer Schwenkrichtung von den Gewindespindeln weg nicht fixiert.
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DE 102 06 230 A1 betrifft einen Sattel für ein Zweirad, bei dem sich die Neigung verändern lässt. Die Sattelauflage ist schwenkbar an einer rohrförmigen Sattelstütze angeordnet und kann mit dem Sattel geneigt werden.
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DE 10 2005 043 423 A1 beschreibt einen verstellbaren Sattelunterbau für ein Zweirad. Der Sattelunterbau hat eine Art Parallelogrammführung und kann damit nach vorne und hinten geschwenkt werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug, insbesondere Zweirad, zu schaffen, bei dem ein Rahmenteil des Rahmens einfach und schnell in seiner Position verändert und fixiert werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
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Das Fahrzeug weist ein mit Muskelkraft und/oder elektromotorisch antreibbares Hinterrad und wenigstens ein Vorderrad auf. Vorzugsweise ist ein einziges Hinterrad und ein einziges Vorderrad vorhanden. Das Fahrzeug ist ein bei Kurvenfahrt neigbares Fahrzeug, insbesondere ein einspuriges Fahrzeug. Das Fahrzeug hat einen Rahmen, an dem das Hinterrad und das wenigstens eine Vorderrad gelagert sind. Beispielsweise kann das Hinterrad an einer Hinterradschwinge des Rahmens angeordnet sein. Das Vorderrad kann an einer Gabel angeordnet sein. Insbesondere ist ein Elektromotor vorhanden, der mit dem Hinterrad antriebsgekoppelt ist, beispielsweise mittels eines flexiblen Kopplungselements, wie etwa einer Kette oder einem Riemen.
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Der Rahmen hat einen unteren Rahmenteil und einen oberen Rahmenteil. Der obere Rahmenteil kann ein Oberrohr oder ein anderes Rahmenbauteil aufweisen und trägt einen Sitz. Der obere Rahmenteil ist gemeinsam mit dem Sitz einstellbar. Ein Schwenklager verbindet ein vorderes Ende des oberen Rahmenteils und insbesondere ein Oberrohr oder ein anderes Rahmenbauteil des oberen Rahmenteils schwenkbar mit dem unteren Rahmenteil. Über eine längeneinstellbare Stütze ist der obere Rahmenteil außerdem am unteren Rahmenteil mit Abstand zum Schwenklager abgestützt. Ein oberes Ende der längeneinstellbaren Stütze ist schwenkbar am oberen Rahmenteil befestigt. Ein unteres Ende der längeneinstellbaren Stütze ist schwenkbar am unteren Rahmenteil befestigt.
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Der obere Rahmenteil ist somit über die längeneinstellbare Stütze in seiner Schwenklage einstellbar. Die längeneinstellbare Stütze kann zur Änderung der Schwenklage verlängert oder verkürzt werden, beispielsweise teleskopähnlich. Nach dem Einstellen einer gewünschten Länge der längeneinstellbaren Stütze verhindert die längeneinstellbare Stütze eine Schwenkbewegung des oberen Rahmenteils um die durch das Schwenklager definierte Schwenkachse und fixiert das obere Rahmenteil in beide Schwenkrichtungen.
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Zur Einstellung der Sitzposition wird nicht nur der Sitz, sondern der obere Rahmenteil mit dem Sitz bewegt. Der obere Rahmenteil ist mittels der Stütze und des Schwenklagers an zwei Stellen mit dem unteren Rahmenteil verbunden. Zur Anpassung an die Größe des Fahrers wird nicht nur der Sitz, sondern der gesamte obere Rahmenteil (z.B. einschließlich eines Oberrohres oder eines anderen stabilisierenden Rahmenbauteils) in seiner Position angepasst. Über den Sitz eingeleitete Kräfte (Gewicht des Fahrers) können dadurch besser abgestützt werden.
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Es ist vorteilhaft, wenn der obere Rahmenteil einen vorderen Abschnitt und einen hinteren Abschnitt aufweist. Ein Oberrohr oder ein anderes Rahmenbauteil des oberen Rahmenteils kann sich in beiden oder entlang beider Abschnitte erstrecken. Die beiden Abschnitte können miteinander einen Winkel einschließen, der kleiner ist als 180°. Der Winkel ist vorzugsweise größer als 130° oder größer als 145°. Bei einem Ausführungsbeispiel kann der Winkel etwa 150° bis 160° betragen. Der Winkel ist insbesondere unveränderlich.
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Am vorderen Abschnitt kann ein Aufbewahrungsfach vorhanden sein, das beispielsweise über einen Deckel oder eine Klappe geöffnet und verschlossen werden kann. Der Sitz kann am hinteren Abschnitt angeordnet sein und sich optional etwas in den vorderen Abschnitt hinein erstrecken.
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Es ist vorteilhaft, wenn sich der hintere Abschnitt oder der Sitz bzw. dessen Sitzfläche bei kürzester einstellbarer Länge der Stütze parallel zu einem Untergrund (z.B. horizontal) oder in Fahrtrichtung zum Untergrund hin geneigt nach unten erstreckt. Die Sitzfläche im hinteren Abschnitt ist somit nicht entgegen der Fahrtrichtung nach unten geneigt. Dadurch wird verhindert, dass ein Fahrer entgegen der Fahrtrichtung nach hinten vom Lenker wegrutscht.
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In der gesamten Beschreibung sind die Begriffe „vorne“ und „hinten“ auf die übliche Fahrtrichtung des Fahrzeugs bezogen. Die Begriffe „oben“ und „unten“ beziehen sich auf die Vertikalrichtung oder eine Normalenrichtung zu einem Untergrund, auf dem die Räder des Fahrzeugs stehen.
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Die Stütze kann bei jeder einstellbaren Länge geneigt gegenüber der Vertikalen angeordnet sein. Ausgehend vom unteren Rahmenteil ist die Stütze vorzugsweise entgegen der Fahrtrichtung nach hinten geneigt.
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Bei einer Ausführungsform des Fahrzeugs ist der obere Rahmenteil ausschließlich über das Schwenklager und die Stütze am unteren Rahmenteil abgestützt. Weitere Stütz- oder Lagerstellen sind nicht vorhanden.
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Das untere Rahmenteil kann ein Steuerrohr für den Lenker aufweisen. Es erstreckt sich vorzugsweise vom Steuerrohr entgegen der Fahrtrichtung weg schräg geneigt nach unten. An einem dem Steuerrohr entgegengesetzten Rahmenende des unteren Rahmenteils kann ein Schwenklager für eine Hinterradschwinge angeordnet sein.
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Die Stütze kann sich unmittelbar am unteren Rahmenteil oder mittelbar über ein Trägerelement am unteren Rahmenteil abstützen. Das Trägerelement ist vorzugsweise unbeweglich mit dem unteren Rahmenteil verbunden und kann eine dreieckähnliche Kontur aufweisen. Das Trägerelement kann vom unteren Rahmenteil entgegen der Fahrtrichtung weg ragen und im Bereich des freien Endes schwenkbar mit der Stütze verbunden sein. Es ist außerdem vorteilhaft, wenn das Trägerelement zum Anbringen einer Feder-Dämpfer-Einheit für eine Hinterradschwinge eingerichtet ist.
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Es ist bevorzugt, wenn die Stütze eine manuell betätigbare Verriegelungseinrichtung aufweist. Die Verriegelungseinrichtung kann zwischen einer Verriegelungsposition und einer Freigabeposition bewegbar sein. In der Verriegelungsposition bleibt die eingestellte Länge der längeneinstellbaren Stütze bei den üblicherweise auftretenden Kräften unverändert. In der Freigabeposition kann die Länge der Stütze verändert werden.
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Alternativ zu der Verwendung einer separaten Verriegelungseinrichtung kann die längeneinstellbaren Stütze auch selbsthemmend ausgebildet sein, beispielsweise über eine Gewindeverbindung mehrerer Stützelemente, die relativ zueinander gedreht werden können, um die Länge einzustellen.
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Es ist vorteilhaft, wenn die längeneinstellbare Stütze ein oberes Stützelement und ein relativ zum oberen Stützelement verschiebbares unteres Stützelement aufweist. Die Stützelemente können dazu gewindelos ineinandergreifen. Beispielsweise können die beiden Stützelemente teleskopartig ineinandergreifen. Die beiden Stützelemente können durch Rohre gebildet werden.
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Es ist vorteilhaft, wenn in der Verriegelungsposition der Verriegelungseinrichtung eine kraftschlüssige und/oder formschlüssige Kopplung und vorzugsweise eine ausschließlich kraftschlüssige zwischen dem oberen Stützelement und dem unteren Stützelement hergestellt ist, so dass bei den üblicherweise auftretenden Kräften bei ordnungsgemäßem Gebrauch keine Relativerschiebung der beiden Stützelemente auftritt.
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Es ist vorteilhaft, wenn das Schwenklager für den oberen Rahmenteil unbeweglich am unteren Rahmenteil angeordnet ist. Insbesondere ist das Schwenklager entlang des unteren Rahmenteils nicht verschiebbar. Das Schwenklager kann benachbart zum Steuerrohr am unteren Rahmenteil angeordnet sein.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen im Einzelnen erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- 1 ein Ausführungsbeispiel eines Fahrzeugs in Seitenansicht aufweisend einen unteren Rahmenteil, einen einstellbaren oberen Rahmenteil und eine dazwischen angeordnete längeneinstellbare Stütze,
- 2 das Fahrzeug gemäß 1 mit einer veränderten Position des einstellbaren oberen Rahmenteils,
- 3 eine Teildarstellung des Fahrzeugs aus den 1 und 2 in einem Längsschnitt,
- 4 eine schematische Darstellung einer Verriegelungseinrichtung für die längeneinstellbare Stütze,
- 5 die Verriegelungseinrichtung aus 4 mit einem Querschnitt durch die längeneinstellbare Stütze gemäß Linie V-V in 4, wobei sich die Verriegelungseinrichtung in einer Verriegelungsposition befindet und
- 6 die Verriegelungseinrichtung gemäß 5 in einer Freigabeposition.
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In den 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel eines Fahrzeugs 10 dargestellt, das beispielsgemäß als Zweirad 11 ausgeführt ist. Das Fahrzeug 10 hat einen Rahmen 12, an dem ein Vorderrad 13 und ein Hinterrad 14 gelagert sind. Bei dem Fahrzeug 10 bzw. dem Zweirad 11 handelt es sich um ein einspuriges Fahrzeug, bei dem das Hinterrad 14 in einer Fahrtrichtung F fluchtend hinter dem Vorderrad 13 angeordnet ist.
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In Abwandlung zum dargestellten Ausführungsbeispiel könnte das Fahrzeug 10 auch zwei Vorderräder 13 aufweisen, die in eine Querrichtung rechtwinklig zur Fahrtrichtung F nebeneinander angeordnet sind. Das Hinterrad 14 kann dann in Querrichtung betrachtet mittig zwischen den beiden Vorderrädern 13 angeordnet sein.
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Vorzugsweise handelt es sich bei allen Ausführungsformen des Fahrzeugs 10 um ein Fahrzeug, bei dem sich der Rahmen 12 bei einer Kurvenfahrt zur Kurvenmitte hin neigt.
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Der Rahmen 12 weist einen oberen Rahmenteil 18, einen unteren Rahmenteil 19 auf. Der obere Rahmenteil 18 hat einen vorderen Abschnitt 18a und einen sich daran anschließenden hinteren Abschnitt 18b. Ein Oberrohr 18c des oberen Rahmenteils 18 kann sich in beiden Abschnitten 18a, 18b erstrecken. Der vordere Abschnitt 18a und der hintere Abschnitt 18b können einen unveränderlichen stumpfen Winkel einschließen, der beim Ausführungsbeispiel im Bereich von 150° bis 160° liegt.
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Im hinteren Abschnitt 18b ist am Oberrohr 18c ein Sitz 20 für den Fahrer angeordnet, der sich beispielsgemäß vollständig entlang des hinteren Abschnitts 18b erstreckt. Der Sitz 20 kann sich zumindest teilweise auch in den vorderen Abschnitt 18a des oberen Rahmenteils 18 erstrecken. Vor dem Sitz 20 kann im vorderen Abschnitt 18a ein Aufbewahrungsfach vorhanden sein, das beispielsweise über einen Deckel oder eine Klappe geöffnet und verschlossen werden kann.
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In Fahrtrichtung F hat der untere Rahmenteil 19 an seinem vorderen Ende ein Steuerrohr 21 für einen Lenker 22. Der Lenker 22 hat einen sich durch das Steuerrohr 21 erstreckenden Lenkerteil, der unterhalb des Steuerrohrs 21 mit einer Federgabel 23 verbunden ist. Der Lenkerteil kann ein Rohr sein. An der Federgabel 23 ist das Vorderrad 13 gelagert.
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Der untere Rahmenteil 19 erstreckt sich ausgehend vom Steuerrohr 21 entgegen der Fahrtrichtung F schräg geneigt nach unten zu einem dem Steuerrohr 21 entgegengesetzten Rahmenende 24. An diesem Rahmenende 24 ist eine Hinterradschwinge 25 schwenkbar gelagert. Die Hinterradschwinge 25 kann einarmig oder zweiarmig ausgebildet sein. An einem dem Rahmenende 24 entgegengesetzten Ende trägt die Hinterradschwinge 25 das Hinterrad 14.
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Bei der bevorzugten Ausführungsform ist ein Elektromotor und eine zur Steuerung des Elektromotors vorgesehene Motorsteuereinrichtung an der Hinterradschwinge 25 benachbart zum Rahmenende 24 angeordnet.
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Im unteren Rahmenteil 19 können Aufbewahrungsräume für Akkumulatoren oder Batterien vorhanden sein, die zur elektrischen Energieversorgung für den Elektromotor dienen.
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Vom unteren Rahmenteil 19 ragt in der Nähe des Rahmenendes 24 ein Trägerelement 29 weg. Das Trägerelement 29 kann mehrere Streben aufweisen und mit Blick in Querrichtung eine in etwa dreieckförmige Kontur aufweisen. Beispielsgemäß stützt sich am Trägerelement 29 eine Feder-Dämpfer-Einheit 30 für die Hinterradschwinge 25 bzw. das Hinterrad 14 ab. Die Feder-Dämpfer-Einheit 30 ist an einem Ende am Trägerelement 29 und mit dem entgegengesetzten Ende an der Hinterradschwinge 25 befestigt.
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Das Trägerelement 29 ragt entgegen der Fahrtrichtung F vom unteren Rahmenteil 19 weg zu einem freien Ende hin. Im Bereich des freien Endes ist eine längeneinstellbare Stütze 31 mit einem unteren Ende 32 schwenkbar am Trägerelement 29 befestigt. Ein dem unteren Ende 32 entgegengesetztes oberes Ende 33 der längeneinstellbaren Stütze 31 ist schwenkbar am oberen Rahmenteil 18 befestigt. Beispielsgemäß ist das obere Ende 33 schwenkbar mit dem hinteren Abschnitt 18b des oberen Rahmenteils 18 verbunden. Die Schwenklagerung zwischen dem oberen Ende 33 und dem oberen Rahmenteil 18 ist relativ zum oberen Rahmenteil 18 unverschiebbar. Die Schwenklagerstelle des unteren Endes 32 am Trägerelement 29 ist relativ zum Trägerelement 29 unverschiebbar.
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Ein vorderes Ende 36 des oberen Rahmenteils 18 ist mittels eines Schwenklagers 37 (3) schwenkbar am unteren Rahmenteil 19 gelagert. Das Schwenklager 37 definiert eine Schwenkachse, die sich rechtwinklig zur Fahrtrichtung in Querrichtung (von links nach rechts bzw. umgekehrt) erstreckt. Mittels des Schwenklagers 37 ist der obere Rahmenteil 18 schwenkbar am unteren Rahmenteil 19 gelagert. Das Schwenklager 37 befindet sich benachbart zum Steuerrohr 21. Das Schwenklager 37 kann beispielsweise am Oberrohr 18c des oberen Rahmenteils 18 befestigt sein.
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Die Länge der längeneinstellbaren Stütze 31 kann verändert werden. Durch das Ändern der Länge der längeneinstellbaren Stütze 31 kann die Schwenkposition des oberen Rahmenteils 18 relativ zum unteren Rahmenteil 19 und damit auch der Abstand des Sitzes 20 von einem Untergrund, auf dem das Fahrzeug 10 steht, eingestellt werden. Die eingestellte Länge der längeneinstellbaren Stütze 31 wird fixiert bzw. aufrechterhalten, so dass der obere Rahmenteil 18 seine gewünschte Relativlage zum unteren Rahmenteil 19 beibehält. In den 1 und 2 ist die längeneinstellbare Stütze 31 mit unterschiedlich eingestellten Längen veranschaulicht. Die längeneinstellbare Stütze 31 hat in der Darstellung nach 1 die maximale Länge und in der Darstellung nach 2 die minimale Länge. In sämtlichen Längeneinstellungen ist gewährleistet, dass die Sitzfläche des Sitzes parallel zum Untergrund oder in Fahrtrichtung F nach unten geneigt ausgerichtet ist.
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Beim Ausführungsbeispiel hat die längeneinstellbare Stütze 31 ein oberes Stützelement 38 und ein unteres Stützelement 39. Das obere Stützelement 38 weist das obere Ende 33 und das untere Stützelement 39 weist das untere Ende 32 der längeneinstellbaren Stütze 31 auf. Die beiden Stützelemente 38, 39 sind zum Einstellen der Länge der längeneinstellbaren Stütze 31 relativ zueinander verschiebbar und greifen beim Ausführungsbeispiel teleskopartig ineinander. Die Stützelemente 38, 39 sind beim Ausführungsbeispiel durch ineinandergesteckte Rohre gebildet. Der Innendurchmesser des einen Rohres entspricht dabei im Wesentlichen dem Außendurchmesser des jeweils anderen Rohres.
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Um die beiden Stützelemente 38, 39 in ihrer Relativposition gegen ein unerwünschtes bzw. ungewolltes Verschieben zu sichern, ist eine Verriegelungseinrichtung 40 vorhanden. Die Verriegelungseinrichtung 40 kann zwischen einer Verriegelungsposition A (4 und 5) und einer Freigabeposition B (6) bewegt werden. In der Verriegelungsposition A erzeugt die Verriegelungseinrichtung 40 eine Klemmkraft zwischen den beiden Stützelementen 38, 39, so dass bei den während des Betriebs üblicherweise auftretenden Kräften eine Relativverschiebung zwischen den beiden Stützelementen 38, 39 verhindert ist.
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In der Freigabeposition B erzeugt die Verriegelungseinrichtung 40 keine Kraft zwischen den beiden Stützelementen 38, 39, die groß genug ist, um ein Verschieben der beiden Stützelemente 38, 39 relativ zueinander zu verhindern.
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Die Verriegelungseinrichtung 40 kann ähnlich wie bei der Sattelstütze eines Fahrrades ausgebildet sein. Beispielsweise kann das Stützelement mit dem größeren Durchmesser, hier das obere Stützelement 38, ausgehend vom freien Ende mit einem Schlitz 41 versehen sein. Der Endabschnitt des oberen Stützelements 38, in dem sich der Schlitz 41 erstreckt, wird von einer Schelle 42 umschlossen. Die Schelle 42 weist einen kreisringförmigen Abschnitt auf, der sich um weniger als 360° um die Stützelemente 38, 39 erstreckt und an seinen beiden entgegengesetzten Enden jeweils in ein Endstück 43 übergeht. Die beiden Endstücke 43 liegen sich mit Abstand gegenüber.
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Ein Zugelement 44, beispielsweise ein Stift, ist mit einem Endstück 43 verbunden und erstreckt sich durch das jeweils andere Endstück 43 hindurch oder an dem Endstück vorbei bis zu einem Betätigungshebel 45. Ein exzentrisches Ende des Betätigungshebels 45 stützt sich am benachbarten Endstück 43 ab und ist mit dem Zugelement 44 verbunden. Der Betätigungshebel 45 kann zwischen der Verriegelungsposition A und der Freigabeposition B geschwenkt werden. Das exzentrische Ende drückt beim Schwenken aus der Freigabeposition B in die Verriegelungsposition A die beiden Endstücke 23 aufeinander zu und bewirkt dadurch eine Klemmkraft zwischen den beiden Stützelementen 38, 39, die in der Verriegelungsposition A kraftschlüssig bzw. reibschlüssig aneinander gehalten sind. In der Freigabeposition B haben die beiden Endstücke 43 einen ausreichenden Abstand, so dass über die Schelle 42 keine oder lediglich eine geringe Klemmwirkung erzeugt wird, so dass die Stützelemente 38, 39 relativ zueinander verschiebbar sind.
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Es versteht sich, dass alternativ zu der hier veranschaulichten Ausführung der längeneinstellbaren Stütze 31 und der Verriegelungseinrichtung 40 auch andere Mechanismen zur Längenverstellung und Aufrechterhaltung der eingestellten Länge verwendet werden können. Beispielsweise könnte die längeneinstellbare Stütze 31 dreiteilig ausgebildet sein, wobei die beiden endseitigen Teile durch eine Gewindeverbindung mit jeweils anderem Gewindedrehsinn mit einem mittleren Teil verbunden sind. Bei der Drehung des mittleren Teils nimmt dann der Abstand zwischen den beiden endseitigen Teilen zu oder ab, wodurch die Länge eingestellt werden kann. Die Gewindeverbindung ist selbsthemmend, so dass bei dieser Ausführung auf eine separate Verriegelungseinrichtung verzichtet werden kann.
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Durch die Längenveränderung der Länge der Stütze 31 wird die Schwenkposition des oberen Rahmenteils 18 relativ zum unteren Rahmenteil 19 verändert. Dies kann beispielsweise zur Einstellung der gewünschten Sitzhöhe des Sitzes 20 verwendet werden. Erfindungsgemäß wird aber nicht lediglich der Sitz 20 bewegt, sondern der gesamte obere Rahmenteil 18, an dem der Sitz 20 angeordnet ist. Dadurch kann das Gewicht des Fahrers unabhängig von der Höheneinstellung des Sitzes 20 durch den oberen Rahmenteil 18 besser abgestützt werden. Außerdem bietet der vordere Abschnitt 18a, der sich in Fahrtrichtung F vor dem Sitz 20 befindet, die Möglichkeit, ein ungewolltes Rutschen des Fahrers auf dem Sitz 20 nach vorne zu begrenzen. Beispielsgemäß ist in jeder Schwenkposition des oberen Rahmenteils 18 die Sitzfläche des Sitzes 20 entweder parallel zum Untergrund ausgerichtet oder schräg in Fahrtrichtung F nach unten geneigt. Dies verhindert ein unerwünschtes Rutschen des Fahrers auf dem Sitz 20 entgegen der Fahrtrichtung F.
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Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug 10, insbesondere ein Zweirad 11. Das Fahrzeug 10 hat einen Rahmen 12 mit einem oberen Rahmenteil 18 und einem unteren Rahmenteil 19. An dem oberen Rahmenteil 18 ist ein Sitz 20 angeordnet. Der obere Rahmenteil 18 erstreckt sich ausgehend vom Sitz 20 in Fahrtrichtung F zu einem vorderen Ende 36, an dem der obere Rahmenteil 18 über ein Schwenklager 37 am unteren Rahmenteil 19 gelagert ist. Die Lagerstelle befindet sich vorzugsweise unmittelbar benachbart zu einem Steuerrohr 21 des unteren Rahmenteils 19. Mit Abstand zum Schwenklager 37 ist ein oberes Ende 33 einer längeneinstellbaren Stütze 31 am oberen Rahmenteil 18 angeordnet. Die längeneinstellbare Stütze 31 ist mittels eines unteren Endes 32 schwenkbar am unteren Rahmenteil 19 abgestützt, entweder unmittelbar oder mittelbar über ein Trägerelement 29. Durch eine Längenänderung der Stütze 31 kann die Schwenklage des oberen Rahmenteils 18 relativ zum unteren Rahmenteil 19 eingestellt werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Fahrzeug
- 11
- Zweirad
- 12
- Rahmen
- 13
- Vorderrad
- 14
- Hinterrad
- 18
- oberer Rahmenteil
- 18a
- vorderer Abschnitt
- 18b
- hinterer Abschnitt
- 18c
- Oberrohr
- 19
- unterer Rahmenteil
- 20
- Sitz
- 21
- Steuerrohr
- 22
- Lenker
- 23
- Federgabel
- 24
- Rahmenende
- 25
- Hinterradschwinge
- 29
- Trägerelement
- 30
- Feder-Dämpfer-Einheit
- 31
- längeneinstellbare Stütze
- 32
- unteres Ende der längeneinstellbaren Stütze
- 33
- oberes Ende der längeneinstellbaren Stütze
- 36
- vorderes Ende
- 37
- Schwenklager
- 38
- oberes Stützelement
- 39
- unteres Stützelement
- 40
- Verriegelungseinrichtung
- 41
- Schlitz
- 42
- Schelle
- 43
- Endstück
- 44
- Zugelement
- 45
- Betätigungshebel
- A
- Verriegelungsposition
- B
- Freigabeposition
- F
- Fahrtrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 10206029 A1 [0002]
- DE 10206230 A1 [0003]
- DE 102005043423 A1 [0004]