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TECHNISCHES GEBIET
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Die Erfindung betrifft eine Unterbodenverkleidung eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Sie betrifft ferner ein Kraftfahrzeug mit einer solchen Unterbodenverkleidung.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Aus aerodynamischen Gründen wird ein möglichst glatter Unterboden eines Kraftfahrzeugs angestrebt. Dieses Ziel wird heute im Allgemeinen durch Unterbodenverkleidungen unter dem Vorderwagen, unter der Fahrzeugkabine und im hinteren Bereich von Fahrzeugen unter dem Fahrzeugheck erreicht. Allerdings besteht im Bereich der Fahrzeughinterachse das Problem, dass sich Bauteile der Fahrzeughinterachse, beispielsweise der Hinterachsträger, während der Fahrt relativ zur Fahrzeugkarosserie und damit relativ zu den mit ihr verbundenen Unterbodenverkleidungen in Vertikalrichtung bewegt. Dies trifft auch für ein möglicherweise am Hinterachsträger befestigtes UnterbodenVerkleidungselement zu. Zwischen einem solchen vertikal bewegbaren Unterbodenverkleidungselement und den karosseriefesten Unterbodenverkleidungen käme es während der Fahrt ständig zu Spaltbildungen, was aerodynamisch ungünstig wäre.
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STAND DER TECHNIK
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Aus der
DE 32 39 946 A1 ist ein Kraftfahrzeug bekannt, dessen Bereiche unter den Fahrzeugachsen jeweils mit einer biegsamen Folie verkleidet sind, die mittels Zugfedern an karosseriefesten Unterbodenverkleidungen befestigt ist. Eine derartige flexible Folie ist aus aerodynamischer Sicht nicht für eine stabile Strömungsführung unter dem Fahrzeug geeignet, da sie durch die Einwirkung der Luftströmung und durch Fahrzeugbewegungen in Schwingungen gerät.
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Aus der
EP 0888 956 A1 ist es bekannt, vor der Hinterachse eines Fahrzeugs einen Spoiler vorzusehen, der die unter dem Fahrzeug nach hinten strömende Luft nach unten ablenkt und unter dem Hinterachsträger hindurchleitet. Auch diese Maßnahme ist aus aerodynamischer Sicht eher suboptimal.
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DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Unterbodenverkleidung eines Kraftfahrzeugs insbesondere im Bereich der Hinterachse so zu verbessern, dass der Strömungswiderstand des Fahrzeugs deutlich herabgesetzt ist.
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Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
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Eine Unterbodenverkleidung eines Kraftfahrzeugs mit zumindest einem an der Unterseite des Fahrzeughecks vorgesehenen hinteren Unterbodenverkleidungselement und einem davor angeordneten Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement, zeichnet sich dadurch aus, dass das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement an einem Hinterachsträger des Kraftfahrzeugs angebracht ist und dass das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement an seiner zum Fahrzeugheck gewandten Seite vordere Elemente einer Laschenführung aufweist, die mit am hinteren Unterbodenverkleidungselement vorgesehenen hinteren Elementen der Laschenführung koppelbar sind und im gekoppelten Zustand zueinander relativ verschiebbar zusammenwirken.
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VORTEILE
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Die so erzielte Relativbewegbarkeit zwischen dem am Hinterachsträger befestigten Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement und dem karosseriefesten hinteren Unterbodenverkleidungselement lässt Vertikalbewegungen des Hinterachsträgers zu ohne dass sich das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement vom karosseriefesten hinteren Unterbodenverkleidungselement löst. Auf diese Weise wird auch während der Fahrt ein stets geschlossener Unterboden gewährleistet. Das Vorsehen der Laschenführung ermöglicht eine schnelle Montage, da die Laschenführung eine Steckverbindung aufweisen kann.
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Weitere bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale der erfindungsgemäßen Unterbodenverkleidung sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 6.
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Besonders bevorzugt ist eine Ausbildung der Erfindung, bei der die vorderen Elemente der Laschenführung mit den hinteren Elementen der Laschenführung derart zusammenwirken, dass eine horizontale Relativbewegung der vorderen Elemente der Laschenführung zu den hinteren Elementen der Laschenführung in Fahrzeuglängsrichtung und/oder eine vertikale Relativbewegung der vorderen Elemente der Laschenführung zu den hinteren Elementen der Laschenführung in Fahrzeughochachsenrichtung ermöglicht ist.
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Vorzugsweise sind die vorderen Elemente der Laschenführung von Laschen an der Hinterkante des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements und die hinteren Elemente der Laschenführung von Laschenaufnahmen im in Fahrtrichtung vorderen Bereich des hinteren Unterbodenverkleidungselements gebildet sind. Hierdurch wird eine schnell montierbare Steckverbindung geschaffen.
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Von Vorteil ist dabei, wenn die Laschen einen flexiblen Abschnitt aufweisen, mit dem sie an einem großflächigen Verkleidungstafelbereich des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements angebracht sind. Dieser flexible Abschnitt erleichtert die Relativbewegbarkeit und ermöglicht es, dass der Rest des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements, beispielsweise der großflächige Verkleidungstafelbereich, formstabil ausgebildet ist und durch die Kräfte der Luftströmung nicht oder nur unwesentlich verformbar ist.
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Von Vorteil ist es auch, wenn das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement aus einem textilen Material besteht oder ein textiles Material aufweist. Dies hat Vorteile hinsichtlich des dadurch reduzierten Gewichts des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements und auch hinsichtlich der Fahrzeugakustik.
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Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement mit seinem in Fahrtrichtung vorderen Bereich an der Unterseite der Fahrzeugkarosserie oder an einem an der Fahrzeugunterseite vorgesehenen karosseriefesten Bauteil befestigt ist. Dadurch wird ein glatter Strömungsübergang von einem fahrzeugmittigen Fahrzeugunterbodenverkleidungselement zum Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement gewährleistet. Das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement ist somit in seinem in Fahrtrichtung vorderen Endbereich an der Fahrzeugkarosserie oder einem karosseriefesten Bauteil schwenkbar gelagert. Dazu kann das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement in seinem vorderen Endbereich mit einem flexiblen Gelenkabschnitt versehen sein, der sich über die Breite des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement erstreckt.
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Die Erfindung ist auch gerichtet auf ein Kraftfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Unterbodenverkleidung.
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Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zusätzlichen Ausgestaltungsdetails und weiteren Vorteilen sind nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher beschrieben und erläutert.
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Figurenliste
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Es zeigt:
- 1 einen Heckabschnitt eines Kraftfahrzeugs mit einer erfindungsgemäßen Unterbodenverkleidung in einer Ansicht von unten und
- 2 eine perspektivische Vertikalschnittansicht durch den Heckabschnitt aus 1 entlang der Linie II-II.
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DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
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1 zeigt eine Ansicht eines Fahrzeughecks 10 eines Kraftfahrzeugs 1 von unten. Das Kraftfahrzeug 1 ist mit einer Unterbodenverkleidung 2 versehen, die im Bereich des Fahrzeughecks 10 ein mittleres hinteres Unterbodenverkleidungselement 20 aufweist, das als Heckdiffusor ausgebildet ist und das mit einem linken seitlichen hinteren Unterbodenverkleidungselement 20' und einem rechten seitlichen hinteren Verkleidungselement 20" verbunden ist. Die hinteren seitlichen Unterbodenverkleidungselemente 20', 20" sind ihrerseits an einer Heckschürze 13 befestigt, die Teil einer Fahrzeugkarosserie 11 ist.
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In Fahrtrichtung F des Kraftfahrzeugs 1 vor dem mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselement 20 ist ein Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 vorgesehen, das an einem Hinterachsträger 12 des Kraftfahrzeugs 1 angebracht ist. Das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 ist an seiner entgegen der Fahrtrichtung F gelegenen Hinterkante 35 mit einer linken Lasche 31 und einer rechten Lasche 33 ausgestattet, die sich von der Hinterkante 35 nach hinten weg erstrecken und die jeweils ein vorderes Element 32, 34 einer Laschenführung 4 bilden. In dem in 2 gezeigten Beispiel bildet das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 in Fahrtrichtung F vor den Laschen 31, 33 einen Verkleidungstafelbereich 30 aus, der sich unter der Hinterachse 15 des Kraftfahrzeugs 1 nach vorne erstreckt. Die Laschen 31, 33 sind über jeweils einen flexiblen Abschnitt 31', 33' mit dem Verkleidungstafelbereich 30 des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements 3 um eine in Fahrzeugquerrichtung Y verlaufende Achse schwenkbar. Die Laschenführung 4 koppelt das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 mit dem mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselement 20 und lässt eine horizontale und/oder vertikale Relativbewegung zu. Am in Fahrtrichtung F vorderen Bereich 36 des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements 3 kann dieses an einem Bauteil 14 der Fahrzeugkarosserie 11 befestigt sein, wobei dann im vorderen Bereich 36 ein sich quer über das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 erstreckender vorderer flexibler Abschnitt 36' vorgesehen ist, der einen vorderen Befestigungsabschnitt 37 flexibel mit dem Verkleidungstafelbereich 30 verbindet (2).
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Wie in 2 zu erkennen ist, greifen die Laschen 31, 33 in eine jeweilige Ausnehmung 21, 23 im vorderen Bereich 25 des mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselements 20 ein, wobei die Laschen 31, 33 auf einem Randbereich 21', 23' der jeweiligen Ausnehmung 21, 23 zu liegen kommen, also in Fahrzeughochachsenrichtung Z oberhalb des mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselements 20 auf diesem aufliegen. Die Ausnehmungen 21, 23 bilden hintere Elemente 22, 24 der Laschenführung 4 aus, die mit den vorderen Elementen 32, 34 zur horizontalen und/oder vertikalen Führung des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements 3 am mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselement 20 zusammenwirken.
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Im Fahrbetrieb kann daher das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 die Vertikalbewegungen des Hinterachsträgers mitmachen, ohne dass sich das Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 vom mittleren hinteren Unterbodenverkleidungselement 20 löst. Die karosseriefeste Befestigung des flexibel am Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement 3 angelenkten vorderen Befestigungsabschnitts 37 ermöglicht ebenfalls eine Vertikalbewegung des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements 3 und sorgt gleichzeitig für dessen spaltfreie Anbindung an den Unterboden des Kraftfahrzeugs 1.
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Die Erfindung ist nicht auf das obige Ausführungsbeispiel beschränkt, das lediglich der allgemeinen Erläuterung des Kerngedankens der Erfindung dient. Im Rahmen des Schutzumfangs kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vielmehr auch andere als die oben beschriebenen Ausgestaltungsformen annehmen. Die Vorrichtung kann hierbei insbesondere Merkmale aufweisen, die eine Kombination aus den jeweiligen Einzelmerkmalen der Ansprüche darstellen.
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Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Kraftfahrzeug
- 2
- Unterbodenverkleidung
- 3
- Hinterachs-Unterbodenverkleidungselement
- 4
- Laschenführung
- 10
- Fahrzeugheck
- 11
- Fahrzeugkarosserie
- 12
- Hinterachsträger
- 13
- Heckschürze
- 14
- karosseriefestes Bauteil
- 15
- Hinterachse
- 20
- mittleres hinteres Unterbodenverkleidungselement
- 20'
- linkes hinteres Unterbodenverkleidungselement
- 20"
- rechtes hinteres Unterbodenverkleidungselement
- 21
- Ausnehmung
- 21'
- Randbereich der Ausnehmung 21
- 22
- hinteres Element
- 23
- Ausnehmung
- 23'
- Randbereich der Ausnehmung 23
- 24
- hinteres Element
- 25
- vorderer Bereich des hinteren Unterbodenverkleidungselements
- 30
- Verkleidungstafelbereich
- 31
- linke Lasche
- 31'
- flexibler Abschnitt
- 32
- vorderes Element
- 33
- rechte Lasche
- 33'
- flexibler Abschnitt
- 34
- vorderes Element
- 35
- Hinterkante
- 36
- vorderer Bereich des Hinterachs-Unterbodenverkleidungselements
- 36'
- vorderer flexibler Abschnitt
- 37
- vorderer Befestigungsabschnitt
- F
- Fahrtrichtung
- X
- Fahrzeuglängsrichtung
- Y
- Fahrzeugquerrichtung
- Z
- Fahrzeughochachsenrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 3239946 A1 [0003]
- EP 0888956 A1 [0004]