DE102020106508A1 - Vorrichtung für die Boroskopinspektion von technischen Geräten - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (1) zur Boroskopuntersuchung eines technischen Geräts (20), insbesondere von Flugzeugtriebwerken und deren Komponenten, wie bspw. Brennkammern (21), und eine Anordnung umfassend eine solche Vorrichtung.Die Vorrichtung (1) umfasst ein durch eine Boroskopieöffnung (22) an einem zu boroskopierenden technischen Gerät (20) einführbares Führungsrohr (2) und ein wiederholt plastisch verformbares Trägerelement (3) zur Führung eines an einem Ende des Trägerelementes (3) angeordneten Boroskopkopfes (7), wobei das Führungsrohr (2) zur Verformung des Trägerelements (3) beim Durchführen des Trägerelements (3) durch das Führungsrohr (2) ausgebildet ist.Die Anordnung umfasst eine solche Vorrichtung (1) und ein flexibles Boroskop, wobei das Trägerlement (3) der Vorrichtung (1) rohrförmig ausgebildet und das Boroskop in das Trägerelement (3) der Vorrichtung (1) eingeführt ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Boroskopuntersuchung von technischen Geräten, insbesondere von Flugzeugtriebwerken und deren Komponenten wie deren Brennkammern, und eine Anordnung umfassend eine solche Vorrichtung.
- Im Stand der Technik ist es bekannt, zur Inspektion von technischen Geräten in Bereichen, die nicht unmittelbar einsehbar sind, auf Boroskope zurückzugreifen. Die Boroskope können durch kleine Öffnungen in die fraglichen Bereiche eingeführt werden und bieten entweder unmittelbar über eine Optik oder aber durch Anzeige eines durch geeignete Sensorik an der Boroskopspitze aufgenommenen Videobildes - auch Video-Boroskop genannt - Einblick in ansonsten nicht einsehbare Bereiche.
- Die Boroskopie wird bspw. bei der Inspektion von Flugzeugtriebwerken eingesetzt, um einen Einblick in das Innere des Triebwerks zu erlangen, ohne es dafür aufwendig auseinandernehmen zu müssen. Dabei ist es zumindest für einzelne Bereiche des Flugzeugtriebwerks, wie bspw. die Brennkammer, erforderlich oder zumindest wünschenswert, den Bereich vollständig zu befunden und zu dokumentieren.
- Derzeit wird für die Boroskopie des Innenraums der Brennkammer auf ein Video-Boroskop mit flexiblem Schaft zurückgegriffen, welches manuell durch die Brennkammer geführt wird. Dazu wird das flexible Boroskop entlang des kompletten Innenumfangs der Brennkammer geführt und anschließend langsam herausgezogen. Während des Herausziehens werden die vom Boroskop erfassten Bilder aufgezeichnet. Es wird dabei versucht sicherzustellen, dass der komplette Umfang der üblicherweise ringförmigen Brennkammer erfasst wird. Wird dabei eine mögliche Problemstelle in der Brennkammer identifiziert, kann anschließend eine manuelle 3-D-Erfassung der entsprechenden Stelle mit gesonderten dafür geeigneten 3-D-Boroskopen durchgeführt werden.
- Aufgrund der manuellen Führung des Boroskops mit flexiblem Schaft ist eine vollständige und reproduzierbare Dokumentation des Zustands einer Brennkammer jedoch kaum möglich. Außerdem ist insbesondere die nachträgliche 3-D-Erfassung von möglichen Problemstellen sehr aufwendig und zeitintensiv.
- Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Boroskopuntersuchung zu schaffen, mit der die Inspektion von technischen Geräten, wie bspw. Flugzeugtriebwerken, vereinfacht und verbessert werden kann.
- Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäß dem Hauptanspruch, sowie eine diese Vorrichtung umfassende Anordnung gemäß dem nebengeordneten Anspruch. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
- Demnach betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Boroskopuntersuchung eines technischen Gerätes umfassend ein durch eine Boroskopieöffnung an einem zu boroskopierenden technischen Gerät einführbares Führungsrohr und ein wiederholt plastisch verformbares Trägerelement zur Führung eines an einem Ende des Trägerelementes angeordneten Boroskopkopfes, wobei das Führungsrohr zur Verformung des Trägerelements beim Durchführen des Trägerelements durch das Führungsrohr ausgebildet ist.
- Weiterhin betrifft die Erfindung eine Anordnung umfassend eine erfindungsgemäße Vorrichtung und ein flexibles Boroskop, wobei das Trägerelement der Vorrichtung rohrförmig ausgebildet und das Boroskop in das Trägerelement eingeführt ist.
- Zunächst werden einige in Zusammenhang mit der Erfindung verwendete Begriffe erläutert.
- Bei dem „Boroskopkopf“ handelt es sich um denjenigen Teil eines Boroskops, der letztendlich den Aufnahmebereich des Boroskops bestimmt. Bei einem rein optischen Boroskop entspricht dies bspw. dem Boroskopobjektiv oder die Eintrittsfläche eines Lichtleiters, welcher den letztendlichen Aufnahmekegel definiert; bei einem Video-Boroskop ist dies der Aufnahmebereich der dafür vorgesehenen Bilderfassungssensoren. Dabei ist unerheblich, ob über die Boroskopoptik eine 2D-Bilderfassung im sichtbaren Bereich, Aufnahmen im nicht-sichtbaren Bereich (bspw. Infrarotbereich) und/oder die Erfassung von 3-D-Daten, bspw. per Triangulation, erfolgen. Der Boroksopkopf kann auf einem starren oder flexiblen Schaft angeordnet ist. Es ist aber auch möglich, den Borokopkopf ohne eigenen strukturellen Schaft auf einem anderen Element, wie bspw. dem Trägerelement, anzuordnen.
- Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht die Führung eines Boroskopkopfs im Innern eines technischen Geräts ohne Bauteilkontakt entlang einer reproduzierbaren Bahn, bspw. einer Kreisbahn. Dabei hat die Erfindung erkannt, dass aufgrund der Geometrie von einigen technischen Geräten, wie bspw. Flugzeugtriebwerken, und der für die Boroskopinspektion erforderlichen Bahnen eine vollständig vorgeformte und in das technische Gerät einführbare Führungsvorrichtung nicht möglich ist.
- Die Erfindung schlägt daher vor, ein plastisch verformbares Trägerelement zu verwenden, dessen letztendliche Formgebung beim Einführen in ein technisches Gerät durch ein an dem technischen Gerät angeordnetes Führungsrohr festgelegt wird. Das Führungsrohr gibt dabei auch vor, ab wo das Trägerelement tatsächlich frei in das technische Gerät ragt. Durch eine geeignete Ausgestaltung und Anordnung des Führungsrohrs sowie ggf. eine geeignete Vorverformung des Trägerelements (bspw. Biege- oder Torsionsverformung) kann eine vorgegebene Bahn des Trägerelements im Innern des technischen Geräts reproduzierbar erreicht werden. Entlang dieser Bahn kann dann auch ein durch das Trägerelement geführter Boroskopkopf ohne direkten Kontakt mit dem technischen Gerät geführt werden. Die Bahn kann dabei so gewählt werden, dass das Boroskop in geeignetem Abstand an den zu untersuchenden Oberflächen im Innern des technischen Geräts vorbeigeführt wird. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht also nicht nur eine reproduzierbare Boroskopie, sondern kann häufig auch die Qualität der durch die Boroskopie gewonnen Daten verbessern. Bei diesen Daten kann es sich um Bilddaten oder aber, bspw. durch Triangulation gewonnene 3-D-Oberflächendaten handeln.
- Erfindungsgemäß ist das Trägerelement wiederholt plastisch verformbar, wobei diese Verformbarkeit derart sein muss, dass bei der Durchführung des Trägerelements durch das Führungsrohr eine tatsächliche Verformung möglich ist bzw. auch tatsächlich erfolgt. Dabei wird mit „wiederholt plastisch verformbar“ die Eigenschaft bezeichnet, dass das Trägerelement keine oder nur wenig Ermüdungserscheinungen bei der Verformung zeigt und das Trägerelement die durch Verformung erreichte Formgebung im Wesentlichen beibehält, insbesondere ein evtl. elastischer Anteil der Verformung geringer ist als der Anteil der plastischen Verformung des Trägerelements. Vorzugsweise ist das Trägerelement für mehrere Zyklen, bspw. wenigstens für wenigstens 20 Zyklen, weiter vorzugweise für wenigstens 50 Zyklen im Rahmen der bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu erwartenden Verformungen verformbar, ohne dass es zu merklichen Ermüdungserscheinungen kommt.
- Durch die Bezeichnung als Trägerelement wird außerdem verdeutlicht, dass die nach Verformung erreichte Formgebung des Trägerelements auch mit daran angeordnetem Boroskopkopf dadurch im Wesentlichen beibehalten wird, das Trägerelement insoweit also selbsttragend ist. Im Stand der Technik sind einige Arten von Rohren bekannt, die sich als Trägerelement der erfindungsgemäßen Vorrichtung grundsätzlich eignen. Besonders vorteilhaft und daher bevorzugt ist es, wenn das Trägerelement ein Materialverbundrohr ist. Das Trägerelement kann dabei einen Kern aus gewickeltem Metallband umfassen, wobei das Metallband vorzugsweise ein Aluminiumband und/oder längsgewickelt ist. Um die Formstabilität des Trägerelements nach einer Verformung zu erhalten, ist weiterhin vorzugsweise eine Ummantelung des Kerns aus Kunststoff, vorzugsweise Polyethylen, vorgesehen. Auf der von der Ummantelung gegenüberliegenden Seite des Kerns kann ein Schutzüberzug, vorzugsweise eine Schutzfolie vorgesehen sein, sodass in diesem Fall der Kern vollständig von Ummantelung und Schutzüberzug umgeben ist. Dadurch kann regelmäßig eine glatte Oberfläche des Trägerelements auf dessen Außen- und Innenseite erreicht werden. Darüber hinaus wird das Risiko der Beschädigung eines Bauteils des technischen Geräts bei (unbeabsichtigtem) Kontakt mit dem Trägerelement verringert. Geeignete Rohre werden zum Prioritätszeitpunkt bspw. unter dem Handelsnamen „Dekabon“ oder unter der Marke „Synflex“ der Firma Eaton Corporation, USA, erhältlich, und sind bspw. im Patent
US 4,216,802 näher beschrieben. - Der Boroskopkopf kann unmittelbar an dem Trägerelement angeordnet sein, wobei die Zuleitungen zu dem Boroskopkopf - seien es Kabel oder Lichtleiter - durch oder an dem Trägerelement entlang geführt werden können. Es ist aber auch möglich, dass der Boroksopkopf an einem flexiblen Boroskopschaft angeordnet ist, der durch das - dafür dann bspw. rohrförmig ausgebildete - Trägerelement geführt ist.
- Das Führungsrohr der Vorrichtung kann zur direkten Befestigung am technischen Gerät in einer eindeutigen und somit reproduzierbar wiederherstellbaren Position ausgebildet sein, bspw. indem das Führungsrohr an der Boroskopöffnungen selbst oder umliegenden Befestigungspunkten am technischen Gerät befestigt wird. Es ist aber auch möglich, dass eine Führungsrohrbefestigung vorgesehen ist, die sich zwar ebenfalls in einer eindeutigen Position am technischen Gerät befestigen lässt, die es aber gestattet, die Lage des Führungsrohrs gegenüber der Führungsrohrbefestigung planvoll und vorzugsweise steuerbar zu verändern. Es ist dann möglich, nach der Befestigung der Führungsrohrbefestigung an dem technischen Gerät durch geeignete Veränderung der Lage des Führungsrohrs das Trägerelement nacheinander entlang unterschiedlicher Bahnen im Innern des technischen Geräts zu führen. Dabei sind die verschiedenen Bahnen weiterhin vollständig reproduzierbar. Boroskopöffnungen können dabei für diesen Zweck vorgesehene Öffnungen, aber - bspw. bei einem Flugzeugtriebwerk - auch Zündkerzen-, Treibstoffdüsen- oder Wartungsöffnungen sein.
- Die Vorrichtung kann vorzugsweise eine Vorverformungseinheit zur Vorverformung des Trägerelements vor dem Durchführen des Trägerelements durch das Führungsrohr umfassen. Auch wenn durch das Führungsrohr eine Verformung des Trägerelements beim Einführen in ein Flugzeugtriebwerk erfolgt, kann die letztendlich erreichte Formgebung des Trägerelements und somit die Bahn, entlang derer ein Boroskop durch das Flugzeugtriebwerk geführt wird, durch die Form des Trägerelements vor der Durchführung durch das Führungsrohr mitbestimmt werden. Dies gilt insbesondere für Verformungen wie die Torsionsvorverformung, aber auch für die Biegevorverformung. Es ist bevorzugt, wenn die Vorverformungseinheit steuerbar ist. Durch geeignete Steuerung der Vorverformungseinheit können verschiedene Bahnen für das Trägerelement im Innern des Flugzeugtriebwerks erreicht werden.
- Es ist bevorzugt, wenn die Vorrichtung eine Antriebseinheit für das Trägerelement und/oder ein durch das Trägerelement geführtes flexibles Boroskop aufweist. Die Antriebseinheit kann dabei für den Vortrieb des Trägerelements und/oder eines darin geführten Boroskops ausgebildet sein. Bevorzugt ist es, wenn die Antriebseinheit zusätzlich zur Rotation des Trägerelements und/oder eines darin geführten Boroskops ausgebildet ist.
- Alternativ oder zusätzlich zu den vorstehenden Möglichkeiten, die letztendliche Bahn des Trägerelements im Innern des technischen Geräts zu beeinflussen, kann das Führungsrohr adaptiv anpassbar sein, d. h. seine Formgebung ist grundsätzlich veränderbar. Die adaptive Anpassung kann dabei mechanisch, thermomechanisch und/oder elektromechanisch erfolgen.
- An dem in das Flugzeugtriebwerk einzuführende Ende des Trägerelements kann eine Sondeneinheit zur Bestimmung der Position und/oder der Orientierung des Einführungsendes des Trägerelements vorgesehen sein. Über eine entsprechende Sondeneinheit kann überprüft werden, ob das Trägerelement einer vorgegebenen Bahn folgt. Die Sondeneinheit kann zur Positionsbestimmung über ein beliebiges bekanntes Messprinzip ausgebildet sein, bspw. Time-Of-Flight-Analyse von der Sondeneinheit ausgesendeten und/oder empfangenen Funk- oder Lichtsignalen. Auch eine Positionsbestimmung auf Basis von Bildauswertung ist möglich, wozu die Sondeneinheit geeignete Bilderfassungssensoren umfasst. Die Sondeneinheit kann auch in den Boroskopkopf integriert sein.
- Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung eine Steuerungsvorrichtung zur Steuerung der Führungsrohrbefestigung, der Vorverformungseinheit, der adaptiven Anpassung des Führungsrohrs und/oder der Antriebseinheit. Dabei ist bevorzugt, wenn die Steuerung unter Berücksichtigung der über eine Sondeneinheit oder durch das Trägerelement geführtes Boroskop gewonnenen Positions- und/oder Orientierungsinformationen des Boroskopkopfes erfolgt. Durch die entsprechenden Positions- und/oder Orientierungsinformationen, die entweder durch eine Sondeneinheit oder - je nach Ausgestaltung des durch die Vorrichtung geführten Boroskops - auch über das geführte Boroskop ermittelt werden können, kann ein Abgleich der tatsächlichen Lage und/oder Orientierung mit der vorgegebenen Bahn erfolgen und, bei festgestellter Abweichung, ein geeignetes Gegensteuern initiiert werden.
- Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst neben einer erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem rohrförmig ausgestalteten Trägerelement auch ein Boroskop, welches in das Trägerelement der Vorrichtung eingeführt ist. Zur Erläuterung der Anordnung wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen.
- Der Boroskopkopf kann ein Video-Boroskopkopf sein, bei dem ein eine elektronische Bilderfassungseinheiten zur Erzeugung von Bild- und/oder Videodaten vorgesehen ist. Es kann auch zur Erfassung von 3-D-Oberflächendaten, bspw. durch Triangulation auf Basis von Bilddaten zweier benachbart voneinander angeordneter Bilderfassungseinheiten, ausgebildet sein.
- Bei dem zu borokopierenden technischen Gerät kann es sich insbesondere um eine Gasturbine oder ein Flugzeugstriebwerk handeln.
- Die Erfindung wird nun anhand einer vorteilhaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
-
1 : eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bei der Verwendung an einer Brennkammer eines Flugzeugtriebwerks; und -
2 : eine schematische Schnittansicht zu1 . - In
1 und2 ist die Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung1 zur Inspektion der Brennkammer21 eines Flugzeugtriebwerks als technisches Gerät20 skizziert. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist dabei ausschließlich die Brennkammer21 des Flugzeugtriebwerks20 dargestellt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung lässt sich aber insbesondere im in ein Flugzeugtriebwerk20 eingebauten Zustand der Brennkammer21 verwenden. - Die Vorrichtung umfasst ein Führungsrohr
2 , welches über eine Führungsrohrbefestigung4 an dem Flugzeugtriebwerk20 befestigt ist und durch eine Boroskopöffnung22 in die Brennkammer21 ragt. Die Führungsrohrbefestigung4 ist dabei derart durch die Steuerungsvorrichtung8 steuerbar, dass die Lage des Führungsrohrs2 gegenüber der Boroskopöffnung22 planvoll verändert werden kann. - In das Führungsrohr
2 ist ein wiederholt plastisch verformbares Trägerelement3 eingeführt. Das Trägerelement3 ist dabei ein Materialverbundrohr umfassend einen Kern aus längsgewickelten Aluminiumband, eine äußere Ummantelung aus Polyethylen, und einer Schutzfolie als Schutzüberzug auf der Innenseite. Das Trägerelement3 ist selbsttragend bzw. auch das Boroskop- oder den Boroskopkopf-tragend, sodass es nach Durchführen durch das Führungsrohr2 , bei dem eine Verformung stattfindet, im Innern der Brennkammer21 der Bahn10 folgt. - Grundsätzlich ist es möglich, dass durch das rohrförmige Trägerelement
3 ein flexibles Boroskop (nicht dargestellt) für die eigentliche Boroskopie geführt wird. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist aber an dem in die Brennkammer21 eingeführten Ende3' des Trägerelements3 ein Boroskopkopf7 angeordnet, dessen durch Bilderfassungssensoren erzeugten Bilder über durch das Trägerelement3 geführten Datenleitungen zu einer Steuerungseinrichtung8 übermittelt und von dort weiterverteilt werden können. - Um sicherzustellen, dass das Trägerelement
3 auch tatsächlich der dargestellten Bahn10 , die in diesem Beispiel in einer Ebene11 verlaufen soll, ist eine Vorverformungseinheit5 vorgesehen, mit der das Trägerelement3 vor Durchführung durch das Führungsrohr2 insbesondere im Hinblick auf Torsion vorverformt wird, um so evtl. Drillverformungen, die aufgrund der Ausgestaltung des Trägerelements3 bei der Verformung im Führungsrohr2 auftreten können, auszugleichen. - Mit der Vorverformungseinheit
5 integral ausgeführt ist eine Antriebseinheit6 , mit welcher der Vortrieb, also das letztendliche Durchführen des Trägerelements3 durch das Führungsrohr2 erreicht wird. - Vorverformungseinheit
5 und Antriebseinheit6 werden ebenfalls durch die Steuerungseinheit8 gesteuert. - Mit dem Boroskopkopf
7 integral ausgeführt eine Sondeneinheit mit der sich die Position und Orientierung des Einführungsendes3' des Trägerelements3 bzw. des Boroskopkopfes7 ermitteln lässt. Diese Informationen werden der Steuerungseinheit8 zur Verfügung gestellt, welche die Einhaltung der Bahn10 überprüfen und bei Bedarf durch geeignete Ansteuerung der Führungsrohrbefestigung4 , der Vorverformungseinheit5 und/oder der Antriebseinheit6 so auf das Trägerelement2 einwirken kann, dass die durch die Sondeneinheit ermittelte Position und Orientierung der gewünschten Position entlang der Bahn10 entspricht. - Die Sondeneinheit kann zur Bestimmung ihrer Position und Orientierung auf beliebige bekannte Verfahren zurückgreifen. Es ist aber auch möglich, dass sich die Sondeneinheit der Bilderfassungssensoren des Boroskopkopfes bedient. Durch geeignete Analyse der von dem Boroskopkopf
7 gewonnenen Bild- und/oder 3-D-Daten kann die Position und Orientierung des Boroskopkopfes7 bzw. des Einführungsendes3' des Trägerelements3 bestimmt und von der Steuerungseinrichtung8 , wie beschrieben, berücksichtigt werden. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- US 4216802 [0015]
Claims (11)
- Vorrichtung (1) zur Boroskopuntersuchung eines technischen Gerätes (20) umfassend ein durch eine Boroskopieöffnung (22) an einem zu boroskopierenden technischen Gerät (20) einführbares Führungsrohr (2) und ein wiederholt plastisch verformbares Trägerelement (3) zur Führung eines an einem Ende des Trägerelementes (3) angeordneten Boroskopkopfes (7), wobei das Führungsrohr (2) zur Verformung des Trägerelements (3) beim Durchführen des Trägerelements (3) durch das Führungsrohr (2) ausgebildet ist.
- Vorrichtung nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (3) ein Materialverbundrohr ist, vorzugsweise umfassend einem Kern aus gewickelten Metallband, vorzugsweise Aluminiumband und/oder längsgewickelt, mit einer Ummantelung aus Kunststoff, vorzugsweise Polyethylen, und/oder einem Schutzüberzug, vorzugsweise eine Schutzfolie, auf der Innenseite. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (2) oder eine Führungsrohrbefestigung (4) für eine Befestigung am technischen Gerät (20) in eindeutiger Position ausgebildet ist, wobei die Führungsrohrbefestigung (4) vorzugsweise dazu ausgebildet ist, die Lage des Führungsrohrs (2) gegenüber dem technischen Gerät (20) planvoll, vorzugsweise steuerbar, zu verändern.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorverformungseinheit (5) zur Vorverformung, insbesondere Torsions- und/oder Biegevorverformung, des Trägerelements (3) vor dem Durchführen des Trägerelements (3) durch das Führungsrohr (2) vorgesehen ist, wobei die Vorverformungseinheit (5) vorzugsweise steuerbar ist.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Antriebseinheit (6) für das Trägerelement (3) und/oder ein durch das Trägerelement (3) geführtes Boroskop vorgesehen ist.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsrohr (2) adaptiv, vorzugsweise mechanisch, thermomechanisch und/oder elektromechanisch, anpassbar ist.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am in das Flugzeugtriebwerk (20) einzuführenden Ende (3') des Trägerelements (3) eine Sondeneinheit zur Bestimmung der Position und/oder Orientierung des Einführungsendes (3') des Trägerelements (3) und/oder des Boroskopkopfes (7) vorgesehen ist.
- Vorrichtung nach
Anspruch 7 , dadurch gekennzeichnet, dass die Sondeneinheit integral mit dem Boroskopkopf (7) ausgebildet ist. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boroskopkopf (7) unmittelbar an dem Trägerelement (3) oder an einen flexiblen, durch das Trägerelement (3) geführten Boroskopschaft angeordnet ist.
- Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerungsvorrichtung (8) zur Steuerung der Führungsrohrbefestigung (4), der Vorverformungseinheit (5) und/oder der Antriebseinheit (6), vorzugsweise unter Berücksichtigung der über eine Sondeneinheit oder durch das Trägerelement (3) geführtes Boroskop gewonnenen Positions- und/oder Orientierungsinformationen des Einführungsendes (3') des Trägerelements (3) und/oder des Boroskopkopfes.
- Anordnung umfassend eine Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und ein flexibles Boroskop, wobei das Trägerelement (3) der Vorrichtung (1) rohrförmig ausgebildet und das Boroskop in das Trägerelement (3) der Vorrichtung (1) eingeführt ist.
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