DE1020283B - Durchlauf-Tunnelbackofen mit durch von Heizgasen durchstroemte Laengskanaele bewirkter Strahlungsheizung - Google Patents
Durchlauf-Tunnelbackofen mit durch von Heizgasen durchstroemte Laengskanaele bewirkter StrahlungsheizungInfo
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- A—HUMAN NECESSITIES
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf die konstruktive und betriebsmäßige Vereinfachung bekannter Durchlauf-Tunnelbacköfen,
deren Backtunnel durch mehrere die Tunneldecke und den Tunnelboden bildende, über die
ganze Backraumbreite verteilte und in der Backgut-Durchlauf richtung von Heizgasen durchströmte Längskanäle
durch Strahlung beheizt wird.
Während man bisher die Beheizung derartiger besonders in der Dauerbackwarenindustrie zu hohen
Backleistungen entwickelter Tunnelöfen entweder mittels einer mehr oder weniger großen Anzahl von
quer zur Durchlauf richtung des Backgutes im Ofenblock angeordneten Vieldüsen-Querbrennern für Ober-
und Unterhitze oder auch in mehreren Zonen durch von Ventilatoren schnell umgewälzte Heizgaskreisläufe
— jeder mit einer besonderen Heizquelle zur Wiederaufheizung der Abgase ausgestattet — oder schließlich
auch durch einen einzigen Heizgaskreislauf sowohl oben als auch unten mit einer einzigen in einem
besonderen Verbrennungsraum untergebrachten Heizquelle vorzunehmen pflegte, bekannte Beheizungsarten,
die entweder dem Bedienenden zahlreiche peinlichst aufeinander abzustimmende Regelungsmaßnahmen abforderten
oder zum mindesten durch den hohen Leistungsbedarf der unter ungünstigsten Temperaturbedingungen
arbeitenden Ventilatoren, die Notwendigkeit des ständigen Abzweigens einer bestimmten
Abgasmenge aus dem Kreislauf und den in dem Kreislauf nicht zu vermeidenden geringen Überdruck
den Ofenbetrieb verteuerten und die Herstellung des Gleichgewichtszustandes des Ofens ohne komplizierte
automatische Regelungen äußerst schwierig gestalteten, soll gemäß der Erfindung durch die folgende Vereinigung
von Bau- und Betriebsmaßnahmen die Einregelungsmöglichkeit auf die jeweiligen Bedürfnisse
des Tunnelofens ohne Einbuße an Backleistung so vereinfacht werden, daß es kaum noch irgendwelcher
maschinentechnischer Vorkenntnisse für den Betrieb des Ofens bedarf:
Zu diesen wesentlichen Merkmalen des erfindungsgemäßen Tunnelofens gehören zunächst eine Anzahl
von getrennt regelbaren Langflammenbrennern am Ofeneintrittsende, von denen jeder einen der den behandelten
Ofentyp bestimmenden Längskanäle von innen als einzige Heizquelle auf dem Wege bis zum
Ofenende mit seiner langen Flamme beheizt. Wie üblich, ist jeder Brenner hinsichtlich seiner Brenngasmenge
getrennt gegenüber dem Nachbarbrenner regelbar, so daß sich die ebenfalls bekannte Abstufungsmöglichkeit der Beheizungsintensität über die lichte
Backtunnelbreite ergibt, wie sie zur Erzielung einer gleichmäßigen Backwirkung auch an den durch die
erhöhte Abstrahlung der Ofenseitenwände benachteiligten Seitenzonen des Backbandes beachtet werden muß.
Durchlauf -Tunnelbackof en
mit durch, von Heizgasen durchströmte
Längskanäle bewirkter Strahlungsheizung
Anmelder:
Koninklijke Verkade Fabrieken N. V.,
Zaandam (Niederlande)
Zaandam (Niederlande)
Vertreter: Dipl.-Chem. Dr. W. Koch, Hamburg 4,
und Dr.-Ing. R. Glawe, München 27, Cuvilliesstr. 16,
Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 20. Juni 1955
Niederlande vom 20. Juni 1955
Frederik Hendrik Leeuwrik, Zaandam (Niederlande),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Ebenso wesentlich für die erstrebte und patentbegründende Vereinfachung des Ofenbetriebes ist ein
nur an die Austrittsenden der Längskanäle angeschlossener Zugerzeuger in Gestalt eines Ventilators
oder auch eines Schornsteines, wobei in den einzelnen nebeneinander angeordneten Längskanälen eine getrennte
Abstufung der Saugwirkung des Zugerzeugers und damit auch eine zusätzliche Regelung der Beheizungsintensität
jedes Längskanals vorgesehen ist, ohne daß man aber die so weit wie möglich im Ofen ausgenutzten
Abgase der Langflammenbrenner wieder in die Eintrittsenden der Längskanäle durch den Ventilator
zurückdrückt.
Drittens gehört zu der Vereinigung der in allgemeinster Form eine Verbesserung der bekannten
Tunnelöfen durch Vereinfachung ergebenden Merkmale ein Strahlungsschirm, der insbesondere am Ofeneintrittsende
die Aufgabe hat, die Wärmestrahlung der dem Backgut zugekehrten Strahlungsfläche der
Längskanäle je nach Bedürfnis mehr oder weniger abzuschirmen und den Verlauf des Backprozesses auf
der gesamten Tunnelstrecke zu beeinflussen. Ein erfindungsgemäßer Ofen kann wegen der hohen Temperaturen
der Strahlungsheizflächen im Gebiet der langen Flamme auf einen Strahlungsschirm nicht verzichten;
die Regelbarkeit der Durchlässigkeit des Strahlungsschirmes für die Wärmestrahlung ergibt
sich bei einem gewerblich zu nutzenden Ofen schon
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aus der Unmöglichkeit, bei der Konstruktion die wirkliche Strahlungsintensität für jedes Backgut im
Flammengebiet und auch an anderen Stellen rechnungsmäßig genau zu erfassen, selbst wenn der Ofen
nur für eine einzige Keks- oder Gebäcksorte bestimmt sein sollte. Der Strahlungsschirm kann jedoch ersetzt
werden durch weiter unten noch erwähnte Klappen in den Längskanälen.
Wenn man bei oberflächlicher Betrachtung der
reicht, ohne daß die Backleistung darunter leidet und der Ofen in bezug auf seine Gesamtwirtschaftlichkeit
den bekannten Tunnelbacköfen unterlegen ist.
Versuche haben sogar die Überlegenheit des erfin-5 dungsgemäßen Ofens in bezug auf seine spezifische
Backleistung hinsichtlich des Gas- bzw. Brennstoffverbrauchs je Gebäck-Einheitsgewicht ergeben, eine
Tatsache, die sich wohl hauptsächlich aus dem an sich höheren Temperaturniveau der Umwälzöfen und auch
Wärmebilanz eines erfindungsgemäßen Ofens, der io aus der fehlenden Kontinuität des Temperaturverlaufs
innerhalb des Ofens selbst auf die durch die bekannte der Strahlungsheizfläche vom Ofeneintritt bis zum
Kreislauf führung der Gase an sich gegebene und auch Ofenende hin erklärt; denn zum mindesten bei den mit
in anderer Form vorgeschlagene Abhitzeverwertung mehreren auf die Ofenlänge verteilten Querbrennern
verzichtet, auch zu der Auffassung gelangen könnte, ausgerüsteten öfen läßt sich ein wellenförmiger Verdaß
der erfindungsgemäße Ofen den bekannten Tunnel- 15 lauf der Temperaturkurve nicht vermeiden, so daß
öfen rein wärmetechnisch wegen Fehlens der Abhitze- also — entgegen den natürlichen Erfordernissen eines
verwertung unterlegen sei, so wird eine derartige Be- temperaturmäßig stetigen Verlaufs der Temperaturwertung
doch schon dadurch abgeschwächt, daß Ab- änderung im Backraum und im Gebäck selbst — die
hitzeverwertungen von Backöfen aller Typen, z. B. in auf das Backgut während des Durchlaufens durch den
Gestalt von mit den Ofenabgasen beheizten Warm- 20 Tunnel ausgeübte Beheizungswirkung mehrfach — bei
wasserbereitern außerhalb des eigentlichen Ofen- gewissen öfen sogar vielfach — zwischen einem
blockes, dem Backofenbauer so geläufig sind, daß sie höchstzulässigen Wert und einem manchmal die wirtalso
auch bei dem erfindungsgemäßen Ofen zusätzlich schaftliche Grenze unterschreitenden Tiefstwert in
Verwendung finden können. Auf der anderen Seite einem Gebiete des Backtunnels wechselt, wo große
muß beachtet werden, daß die mit Heizgaskreisläufen 25 Mengen von Wärme hohen Temperaturniveaus zur
betriebenen bekannten Tunnelofen erstens mit dem im möglichst schnellen Verdampfung des Wasserüber-Ofenblock
bzw. auf ihm unterzubringenden Rückführ- Schusses in dem Gebäck benötigt werden.
Heizkanälen auf der Druckseite des Ventilators zu- Ist einmal die völlige Durchheizung der im Über-
Heizkanälen auf der Druckseite des Ventilators zu- Ist einmal die völlige Durchheizung der im Über-
sätzlich konstruktiv belastet sind, daß sich daraus gangszustand zwischen Teig und Gebäck befindlichen
zweitens zusätzliche Isolationen und trotzdem Ver- 30 Masse erreicht, so entspricht es dem natürlichen Beluste
ergeben, und daß auch aus diesen an sich ge- dürfnis, wenn man die Beheizungstemperatur — statt
schlossenen Kreisläufen ständig in der Zeiteinheit sie immer wieder zwischendurch auf dem Durchlaufdieselbe
Abgasmenge unter leichtem Überdruck in die wege zu erhöhen — langsam auf einen noch einen
Atmosphäre abgegeben werden muß, die der ständig Wärmeübergang ermöglichenden Niedrigstwert am
in der Zeiteinheit neu erzeugten Verbrennungsgas- 35 Ofenaustritt abklingen läßt, zumal die Wärmekapamenge
— unter Berücksichtigung des Temperatur- zität des Gebäckes selbst an dem völligen Ausbacken
Unterschiedes — entspricht. Im übrigen ist der Lei- auch einen gewissen Anteil hat.
stungsunterschied zwischen den die Umwälzung der Der Ofen gemäß der Erfindung ist deshalb als das
Heizgase bei bekannten Tunnelofentypen bewirkenden Ergebnis eines zielbewußten Strebens nach Verein-Ventilatoren
mit sehr hohen Heizgasgeschwindigkei- 40 fachung der bekannten Konstruktionen zu betrachten,
ten in den Längskanälen des Ofens und dem geringen woraus sich beachtliche Vorteile besonders in bezug
Leistungsbedarf eines für den erfindungsgemäßen auf eine Verringerung der Vorbildungs- und auch
Ofen — falls ein Schornstein nicht bevorzugt wird — Überwachungsanforderungen an das Personal ergeben,
notwendigen kleinen Ventilators zum verhältnismäßig Man kann die einzelnen — natürlich durch ein belangsamen
Hindurchsaugen der Verbrennungsgase 45 kanntes Verteilerrohr gespeisten — Langflammendurch
die Längskanäle so beträchtlich, daß das Wärme- brenner innerhalb der Längskanäle am Ofeneintritt
anordnen. Günstiger für die Überwachung ist jedoch erfindungsgemäß die Anordnung der Brenner außerhalb
des eigentlichen Ofengehäuses, so daß man sich 50 besser von der vollständigen Entwicklung der Flamme,
also von dem Vorhandensein eines ausreichenden Luftüberschusses für die Verbrennung, überzeugen kann.
Neben der in der Natur jedes Industriebrenners liegenden Regelbarkeit der dem Brenner zugeführten
gasstrom von dem eigentlichen Backraum trennenden 55 Brenngasmenge soll erfindungsgemäß noch eine weimetallischen
Wand beteiligt. Auf der Backraumseite tere Regelbarkeit der Beheizungsintensität der eindieser
Wand fehlt aber die Begünstigung der Wärme- zelnen Längskanäle durch getrennte Drosselorgane,
abstrahlung durch Konvektion nahezu völlig, falls z. B. Klappen, geschaffen werden, die in den einzelnen
man nicht auch künstlich die Backraumatmosphäre Längskanälen sowohl zur Regelung der Verbrennungsin
kräftige Wirbelung versetzt. Es sind deshalb in der 60 luftmenge am Lufteintritt als auch zur Veränderung
metallischen Strahlungswand zeitliche Wärmestauun- des durch den Zugerzeuger hervorgerufenen Untergen
in den Heizgasumwälzsystemen unvermeidlich, die drucks am Abgasaustritt oder auch an einer von beidie
Regelmäßigkeit des Wärmedurchgangs stören. Je den Stellen vorgesehen werden. Derartige Einzelgeringer die Fortbewegungsgeschwindigkeiten der klappen geben die Möglichkeit, eine Abstufung der
Heizgase in den Längskanälen sind, desto gleich- 6g die einzelnen Längskanäle durchströmenden Heizgasmäßiger werden die Wärmeaustauschbedingungen an mengen feinfühlig so vorzunehmen, daß jedes Teigder
Innen- und Außenseite der Strahlungsheizfläche oder Gebäckstück auf dem Durchlaufwege auf einer
der Längskanäle. Ein derartiger Gleichgewichts- bestimmten Strecke oder zu einem bestimmten Zeitzustand
wird mit einem erfindungsgemäßen Ofen mit punkt die gleiche Wärmemenge zugeführt bekommt
den angegebenen Mitteln einfach und zuverlässig er- 70 wie das in der Breite des Backbandes ihm benachbarte
äquivalent dieses Leistungsunterschiedes den wärmetechnischen Vorteil der Wiederrückführung eines
Teiles der Ofenabgase bei Umwälzöfen wieder aufwiegt.
Bei Umwälzheizungen mit hohen Heizgasgeschwindigkeiten ist außerdem die Konvektion in hohem Maße
neben der Strahlung der heißen Heizgassäule an der Wärmeabgabe an die innere Heizfläche der den Heiz-
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Stück. Man kann also durch Erhöhung der Heizgas- Fig. 2 einen in Ebene II-II (Fig. 1) geführten
teilmengen in den äußeren Längskanälen mittels der Querschnitt durch diesen Ofen,
erwähnten Klappen oder Drosselorgane der erhöhten Fig. 3 eine Einrichtung zur Höhen verteilung der
Abstrahlung von Wärme durch die Außenwände des Heizgase innerhalb der Längskanäle und zur Rege-Ofens
in an sich bekannter Weise auch bei dem 5 lung der örtlichen Strahlungswirkung bei einem
Tunnelofen gemäß der Erfindung Rechnung tragen. Mehretagen-Tunnelofen,
Durch eine erfindungsgemäße Unterteilung der ein- Fig. 4 einen Querschnitt durch einen Mehretagenzelnen
Längskanäle mittels einer waagerechten Tunnelofen mit örtlicher Heizgasmengenverteilung
Zwischenwand — bzw. auch deren zweier — der der Höhe nach im Sinne der Fig. 3 und
Höhe nach und durch Steuerklappen auf der Ein- io Fig. 5 einen Langflammenbrenner, bestehend aus
strömseite der so unterteilten Längskanäle hat man mehreren gleichachsig hintereinander angeordneten
bei normalen Tunnelofen mit einem einzigen Tunnel Teilbrennern (bzw. Verbrennungsluftzufuhrdüsen),
die Möglichkeit, die Strahlungsheizfläche des Längs- In dem ausreichend wärmeisolierten in Fig. 1
kanals zunächst nur am Ofeneintritt über eine ge- schematisch dargestellten Ofengehäuse 4 ist der obere
wisse Strecke durch einen Teil der in dem züge- 15 Bandzug eines endlosen, in gewissen Abständen
hörigen Brenner erzeugten Verbrenmungsgasmenge be- unterstützten Backbandes 4' untergebracht, auf dem
spülen zu lassen, also die Beheizungsintensität am die in Gebäck umwandelnden Teigstücke durch den
Anfang zu mindern. Der noch die Höchsttemperatur so geschaffenen Backtunnel befördert werden. Decke
besitzende andere Teil der Verbrennungsgase kann und Boden des Backtunnels werden durch eine
erst später an beliebigen Stellen ganz oder teilweise 20 Gruppe von in der Breite nebeneinander angeordneten
durch Querschlitze in der Zwischenwand der dem Längskanälen 2 gebildet, an deren auf der Einlauf-Backgut
zugekehrten Strahlungswand des betreffen- seite des Backgutes (vgl. den Pfeil) liegender Einden
Längskanals zugeführt werden. Die Dosierung trittsseite für jeden Längskanal 2 je ein Langflammender
zugeführten Menge erfolgt durch in den Quer- brenner 1 angeordnet ist, während die Austrittsenden
schlitzen untergebrachte, mit ihrer Außenkante gegen 25 auf der Ofenaustrittsseite über ein Abgassammeirohr
den Heizgasstrom anstehende, mehr oder weniger an einen Zugerzeuger 5 einzeln angeschlossen sind,
schräg gestellte Schälklappen, die eine örtliche Auf- Der Zugerzeuger kann aus einem kleinen, die verheizung
der Strahlungsheizfläche an jeder ge- brannten Gase langsam durch die Längskanäle 2
wünschten Stelle des Ofens, z. B. zur Erzielung einer saugenden Ventilator — bzw. aus deren zwei getrennt
zusätzlichen schnellen Bräunung der Oberfläche des 30 für Ober- und Unterhitze — oder auch schließlich aus
Gebäckes, ermöglichen. Zwei waagerechte Zwischen- einem Schornstein bestehen.
wände kommen innerhalb der Längskanäle, dann in Zur Regelung der Beheizungsintensität jedes Längs-Frage,
wenn man zwei Backtunnel übereinander an- kanals 2 können an seinem vorderen und auch an
ordnet und man die von dem Brenner ausgehenden seinem Austrittsende (oder an einem von beiden)
Verbrennungsgase sowohl für die Erzeugung der 35 Klappen 2' bzw. 2" angeordnet sein, von denen die
Oberhitze des unteren als auch der Unterhitze des ersteren die Regelung der Verbrennungsluftmenge
oberen Backtunnels benutzen muß. Auch in diesem und die an zweiter Stelle genannten die Regelung der
Falle ergeben sich durch die Schälklappen zusätzliche Saugwirkung des Zugerzeugers innerhalb jedes Längsörtliche
Aufheizungsmöglichkeiten des Backgutes kanals 2 gesondert ermöglichen. Innerhalb des verdurch
intensivere Strahlungseinwirkung an jeder be- 40 hältnismäßig engen Längskanals braucht das dem
liebigen Stelle des Durchlaufweges sowohl hinsieht- Brenner 1 zugeführte — natürlich in seiner Menge
Hch der Länge als auch hinsichtlich der Breite. regelbare —· brennbare Gas eine gewisse Zeit zur
Als Strahlungsschirm wird erfindungsgemäß ein an vollkommenen Vermischung mit der im Sinne der
sich für derartige Abschirmzwecke bekannter Satz Fig. 1 lediglich an dem offenen Stirnende des Ofens
von Querklappen bevorzugt, dessen Elemente einzeln 45 in reichlicher Menge zugeführten Verbrennungsluft,
oder auch gemeinsam in jede beliebige Abschirm- so daß also das Gas erst einen längeren Weg Zurückstellung
verdreht werden können. legen muß, ehe alle seine Teilchen vollkommen zur Obwohl ein einziger in jeden Heizkanal blasender Verbrennung gelangt sind. Daraus ergibt sich die
Brenner für die Bildung einer langen Flamme unter außerordentlich erwünschte lange Flamme von mehder
Wirkung eines mäßigen Zuges innerhalb des 50 reren Metern Länge. Bei Ölbrennern wird ebenfalls
Längskanals bei ausreichender Zufuhr der Ver- diese lange Flamme angestrebt. Im Gegensatz zu der
brennungsluft sowohl bei Gas- als auch bei Öl- schematisch aus Fig. 1 ersichtlichen Brenneranordbeheizung
genügt, um den Brennstoff vollkommen zu nung innerhalb der Längskanäle 2 kann auch aus
verbrennen, kann es an sich auch zweckmäßig sein, Überwachungsgründen die Anordnung der Brenner
die für jeden Längskanal zur Verfügung zu stellende 55 vor der Ofenstirnwand oder an anderer Stelle außer-Brenngasmenge
in mehreren auf einer kurzen Kanal- halb des eigentlichen Ofenblockes zweckmäßig sein,
strecke am Ofeneintritt gleichachsig hintereinander Die besondere Art der Beheizung der einzelnen
angeordneten Teilbrennern zu verbrennen bzw. die Längskanäle führt dazu, daß im Brenner- bzw.
von einem einzigen Brenner am Längskanaleintritt Flammengebiet die Temperatur der dem Backgut zuausgeblasene
Brenngasmenge dadurch besonders gün- 60 gekehrten Strahlungswand jedes Längskanals 2 schnell
stig vollkommen zu verbrennen, daß man hinter dem bis zu einem im Gebiet der höchsten Flammen-Brenner
gleichachsig in kurzem Abstand einander temperatur erreichten Höchstwert ansteigt, um danach
folgend mehrere Verbrennungsluft-Zufuhrdüsen an- bis zur Absaugstelle am Ende des Längskanals 2 bis
geordnet, wodurch eine besonders lange Flamme ge- zu einem Tiefstwert einigermaßen stetig abzufallen,
währleistet ist. 65 und zwar bis zu einer Temperatur, die immer noch
Ein Tunnelofen gemäß der Erfindung ist in meh- einen Wärmeübergang von der Heizfläche auf das
reren Ausführungsbeispielen in der Zeichnung dar- Backgut durch Strahlung ermöglicht. Die Gase gegestellt.
Es zeigt langen dann in abgekühltem Zustand ins Freie, wer-
Fig. 1 einen in Ebene I-I (Fig. 2) geführten Längs- den also im Gegensatz zu anderen bekannten Hochschnitt
durch einen Tunnelofen gemäß der Erfindung, 70 leistungs-Tunnelbacköfen für die Aufheizung des
Ofens nicht mehr weiter verwendet. Eine anderweitige Ausnutzung ihres Wärmeinhaltes außerhalb des Ofens
gehört zwar nicht mehr zum Gegenstand der Erfindung, liegt aber durchaus im Rahmen der üblichen
Maßnahmen der modernen Ofentechnik.
Mit dem oben angedeuteten Temperaturverlauf in den Strahlungsheizflächen des Tunnelofens oben und
unten entspricht der erfindungsgemäße Ofen dem natürlichen Wärmeabgabebedürfnis an das Backgut,
das im ersten Teil des Backprozesses eine hohe Wärmeaufnahme wegen der notwendigen schnellen
Aufheizung auf die mittlere Backtemperatur von der niedrigen Gärtemperatur der Teigstücke mit dem Ergebnis
des schnellen Aufgehens auf das gewünschte Gebäckvolumen — ohne Erhärtung der Oberfläche —
benötigt, während nach dieser Aufheizung bei sinkender Temperatur der Strahlungsheizfläche auch nur
weniger Wärme in der Zeiteinheit auf die zu backende Masse übertragen zu werden braucht, um ganz allmählich
die Krume aus dem zunächst noch teigigen Zustand zu bilden bzw. das Teiggefüge zur Herstellung
festerer nicht elastisch verformbarer Gebäckstücke, wie fester Kekse, in den erforderlichen Festigkeitszustand
zu überführen. Durch Verzicht auf jede Zwischenüberhitzung der Heizfläche durch mehrere
auf die Durchlaufstrecke verteilte Brenner vermeidet man erfolgreich die bei Strahlungsheizungen leicht
auftretende Gefahr einer vorzeitigen Bräunung der Oberfläche, die meist auch mit einer Erschwerung des
Wasserdurchgangs aus dem Innern des Backgutes verbunden ist und den Backprozeß zeitlich hinauszögert.
Erst wenn die stetige Beheizung des Backgutes beim Hindurchlaufen zwischen zwei Heizflächen
stetig sinkender Temperatur das vollständige Ausbacken im Innern der Teig- bzw. Gebäckmasse bewirkt
hat, kommt die weitere Wärmezufuhr gegen das Ofenende zu der gewünschten Bräunung der Oberfläche
in dem angestrebten Maße zugute.
Da von der Erstbeheizung des Backgutes in der Aufgehzone für jedes Gebäck sehr viel abhängt, aber
auch an anderen Stellen des Backtunnels eine Beeinflussung der Beheizungs- bzw. Strahlungsintensität
zum Erbacken verschiedenster Gebäcksorten nicht entbehrt werden kann, bedient sich der erfindungsgemäße
Ofen eines aus einer Anzahl von Querklappen 3' oben und unten bestehenden Strahlungsschirms 3, dessen
einzelne Elemente entweder im Sinne eines für derartige Zwecke bekannten Jalousieschiebers zonenweise
gemeinsam oder schließlich auch getrennt voneinander in verschiedene Schräglagen gebracht werden können.
Auf diese Weise ist man in der Lage, sich noch eine zusätzliche Regelungsmöglichkeit der Beheizungswirkung an den einzelnen Ofenstellen über die sowieso
bekannte Regelung der Brennstoffmenge, der Menge der Verbrennungsluft und auch des Zuges zu
schaffen und sich dem Wärmebedürfnis der einzelnen Teige und Teigstückarten sowie Teigstückgrößen an
den einzelnen Stellen des Durchlaufweges des Backgutes genau anzupassen.
Zum Erbacken eines Standardproduktes über die ganze Breite des Backbandes 4' muß man die höheren
Abstrahlungsverluste an den Seiten des Backraumes bei der Beheizung in an sich bekannter Weise in Betracht
ziehen, was sowohl durch die Abstufung der in den einzelnen Längskanälen 2 (vgl. Fig. 2) zur Verbrennung
gelangenden Brennstoffmengen als auch durch Drosselung der Lufteintrittsklappen 2' bzw. der
Zugklappen 2" gesehen kann.
Die für die Beheizung der Längskanäle notwendigen Langflammenbrenner kann man auch im Sinne der
Fig. 5 dadurch schaffen, daß man in kurzen Abständen hintereinander eine Anzahl gleichachsiger
Teilbrenner 1' vorsieht, die natürlich getrennt regelbar sind und nacheinander von vorn nach hinten zünden
müssen. Der Luftbedarf für die einzelnen Brenner kann durch eine gemeinsame Luftzuführung am
Stirnwandende jedes Längskanals 2 befriedigt werden. Umgekehrt besteht auch die Möglichkeit, am Stirnende
jedes Längskanals 2 eine einzige Brennstoffzuführung
vorzusehen und die Verbrennungsluftmenge in gleichachsig hintereinander angeordneten Luftzufuhrdüsen
in Teilmengen in den Längskanal hineinzuleiten und dadurch die erwünschte lange Flamme
sicherzustellen.
In Fig. 4 ist ein dreietagiger Tunnelofen im Querschnitt dargestellt, der im Sinne des Backtunnels nach
Fig. 1 beheizt werden kann. In den zwischen zwei übereinander angeordneten Backräumen liegenden
Längskanalgruppen eines solchen mehretagigen Ofens tritt die Notwendigkeit auf, das Verhältnis zwischen
Oberhitze des unteren Backtunnels und Unterhitze des oberen Backtunnels zu regeln. Zu diesem Zweck
dienen die aus Fig. 3 ersichtlichen waagerechten Zwischenwände 6 in jedem Längskanal 2. Diese
Zwischenwände besitzen an ihrem vorderen Ende, also auf der Einströmseite der Heizgase, Steuerklappen
6', die also eine mehr oder weniger große Teilmenge der gesamten in den Längskanal hineingeblasenen
Heizgasmenge nach oben oder unten ablenken bzw. in dem zwischen den beiden Zwischenwänden
6 verbleibenden Reservekanal belassen. Über die gesamte Länge der Zwischenwände 6 sind Querschlitze
verteilt, in denen sogenannte Schälklappen 6" im Sinne der Darstellung der Fig. 3 in gleicher Ebene
(in der Mittelstellung) untergebracht sind. Diese Klappen ermöglichen in beliebiger Schräglage, eine
mehr oder weniger dicke Schicht des in dem mittleren Reservekanal fließenden Heizgasstromes abzuschälen
und nach oben bzw. unten örtlich an beliebiger Stelle der Tunnellänge abzuleiten und damit entweder die
untere Strahlungsheizfläche des betreffenden Längskanals 2 zusätzlich örtlich zu beheizen oder der oberen
Strahlungsheizfläche dieses Längskanals 2 eine zusätzliche Wärmemenge an der betreffenden Stelle zuzuführen
und damit die Unterhitze des oberen Backtunnels zusätzlich zu verstärken. Die Decke des
oberen und die Sohle des unteren Backtunnels braucht natürlich nur mit Längskanälen 2 mit einer einzigen
waagerechten Zwischenwand 6 ausgestattet zu werden, deren Querschlitze mit den darin untergebrachten
Schälklappen 6" die örtliche Aufheizung der Strahlungsheizflächen an den Anordnungsstellen der Querschlitze
durch zusätzliche Einführung einer Heizgasmenge höherer Temperatur an den gewünschten Stellen
ermöglichen. Die Ausführung mit nur einer waagerechten Zwischenwand 6 kommt natürlich auch für
den normalen Eintunnelofen in Frage. Als Unterlage für die Teigstücke können statt des Backbandes (vgl.
Fig. 1) auch Backbleche mit oder ohne Rand auf einer entsprechenden Tragkonstruktion oder Förderunterlage
(vgl. Fig. 4) benutzt werden.
Auf der rechten Seite des Querschnittes durch den Mehretagenofen nach Fig. 4 sind für jeden Backraum
bzw. Backtunnel getrennte mit Regelklappen versehene Wrasenauslässe angedeutet, die zu einem gemeinsamen
senkrechten Wrasenabzugskanal führen.
Auf die Darstellung konstruktiver Details ist bewußt zugunsten von bekannten Sinnbildern für Absperr-
und Drosselorgane verzichtet worden, so daß dem Fachmann zahllose Äquivalente für die Absperr-
und Drosselorgane und für die Brenner zur Verfügung stehen.
Sämtliche Regelorgane können von Hand nach Maßgabe des gewünschten Temperaturverlaufs der
Strahlungsheizflächen bzw. im Backraum betätigt oder auch von Thermostaten gesteuert werden.
Claims (6)
1. Durchlauf-Tunnelbackofen mit durch mehrere
Tunneldecke und Tunnelboden bildende, über die Backraumbreite verteilte, in der Backgut-Durchlaufrichtung
von Heizgasen durchströmte Längskanäle bewirkter Strahlungsheizung, gekennzeichnet
durch die Vereinigung folgender Bau- und Betriebsmerkmale:
a) Einer am Ofeneintrittsende angeordneten Gruppe von je einen der Längskanäle (2) beheizenden
getrennt regelbaren Langflammbrennern (1) als einzige Heizquelle,
b) eines nur an die Austrittsenden der Längskanäle (2) angeschlossenen, eine Abstufung der
Saugwirkung auf die einzelnen Längskanäle ermöglichenden Zugerzeugers (5), Ventilators oder
Schornsteins — ohne Rückführung der Abgase in die Eintrittsenden der Längskanäle ■—, und
c) von die Durchlässigkeit für die Wärmestrahlung der dem Backgut zugekehrten Strahlungsflächen
der Längskanäle (2) zu verändern gestattenden Strahlungsschirmen (3), insbesondere
am Ofeneintrittsende.
2. Durchlauf-Tunnelbackofen nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anordnung der Brenner
(1) außerhalb des eigentlichen Ofengehäuses (4).
3. Durchlauf-Tunnelbackofen nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch getrennte Drosselorgane
(2', 2"), z. B. Klappen, in den einzelnen Längskanälen am Lufteintritt in sie oder am Verbrennungsgasaustritt
aus ihnen oder auch an beiden Enden.
4. Durchlauf-Tunnelbackofen nach Anspruch 1, 2 oder 3, gekennzeichnet durch eine waagerechte
Zwischenwand (6) — oder auch deren zwei — in den Längskanälen (2) mit Steuerklappen (6') auf
der Einströmseite der Heizgase und über die Ofenlänge verteilten Ouerschlitzen mit Schälklappen
(6") darin.
5. Durchlauf-Tunnelbackofen nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, gekennzeichnet durch eine Folge von
einzeln oder auch gemeinsam zu verstellenden Querklappen (3') als Elemente des Strahlungsschirms (3).
6. Durchlauf-Tunnelbackofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Langflammbrenner
(1) aus mehreren auf einer kurzen Längskanalstrecke gleichachsig hintereinander angeordneten
Teilbrennern (1') besteht bzw. mit mehreren gleichachsig in kurzem Abstand einander
folgenden Verbrennungsluftzufuhrdüsen ausgestattet ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 829 283, 921442,
434;
britische Patentschriften Nr. 504 950, 666 282, 564, 264 303;
französische Patentschrift Nr. 1 009 711;
französische Zusatz-Patentschrift 4941 zur französischen Patentschrift Nr. 351 344;
schweizerische Patentschrift Nr. 265 185.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 709808/1· 11.5T
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL1020283X | 1955-06-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1020283B true DE1020283B (de) | 1957-12-05 |
Family
ID=19867112
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK29143A Pending DE1020283B (de) | 1955-06-20 | 1956-06-19 | Durchlauf-Tunnelbackofen mit durch von Heizgasen durchstroemte Laengskanaele bewirkter Strahlungsheizung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1020283B (de) |
Citations (11)
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1956
- 1956-06-19 DE DEK29143A patent/DE1020283B/de active Pending
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