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Die Erfindung betrifft eine Antriebs-Gruppe für eine mehrfach elektromotorisch verstellbare Baugruppe eines Fahrzeugs, insbesondere für einen mehrfach elektromotorisch verstellbaren Fahrzeugsitz. Die Antriebs-Gruppe weist mehrere unterschiedlich ausgebildete Elektromotoren auf, die jeweils eine Motorenbaugruppe mit Stator und Rotor, ein Elektronikmodul, ein Gehäuse sowie eine Motorwelle mit einer darauf angebrachten Schnecke aufweisen. Bei den Motorenbaugruppen, den Elektronikmodulen und den Gehäusen der verschiedenen Elektromotoren der Antriebs-Gruppe handelt es sich um Gleichteile.
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Eine derartige als Aktivatorgruppe bezeichnete Antriebs-Gruppe ist beispielsweise aus der
DE 10 2023 200 395 A1 zu entnehmen.
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Speziell bei einem Fahrzeugsitz werden für unterschiedliche Verstellbewegungen unterschiedlich ausgebildete Elektromotoren eingesetzt, die an die jeweiligen Anforderungen für die jeweilige Verstellbewegung, wie beispielsweise erforderliches Drehmoment, Verstellgeschwindigkeit usw. oder auch für unterschiedliche Bauraumanforderungen geeignet angepasst sind. Bei den unterschiedlichen Verstellbewegungen handelt es sich insbesondere um eine Lehnenverstellung, eine Längsverstellung und eine Sitz-Höhenverstellung.
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Durch das Gleichteile-Prinzip von wesentlichen Bauteilen der unterschiedlich ausgebildeten Elektromotoren werden insgesamt die Kosten gering gehalten.
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Um die Elektromotoren an die unterschiedlichen Anforderungen anzupassen sind sie üblicherweise jeweils mit Getriebe-Baugruppen verbunden, die unterschiedlich ausgebildet sind.
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Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Antriebs-Gruppe sowie eine mehrfach elektromotorisch verstellbare Baugruppe mit einer derartigen Antriebs-Gruppe anzugeben, wobei unter Beibehaltung des Gleichteile-Prinzips die Anpassung an unterschiedliche Anforderungen verbessert ist.
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Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch eine Antriebs-Gruppe für eine mehrfach elektromotorisch verstellbare Baugruppe eines Fahrzeuges, insbesondere für einen mehrfach elektromotorisch verstellbaren Fahrzeugsitz, wobei die Antriebs-Gruppe mehrere unterschiedlich ausgebildete Elektromotoren aufweist, die jeweils eine Motorenbaugruppe mit Stator und Rotor, ein Elektronikmodul, ein Gehäuse sowie eine Motorwelle mit einer auf dieser, insbesondere auf einem hervorstehenden Teilstück der Motorwelle angebrachten Schnecke aufweisen. Bei der Motorenbaugruppe, dem Elektronikmodul und dem Gehäuse handelt es sich um Gleichteile. Im Hinblick auf eine besonders geeignete Anpassung an die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Elektromotoren der Antriebs-Gruppe unterscheiden sich die Elektromotoren, also zumindest zwei Elektromotoren, durch die Länge ihrer Motorwellen. Die Motorwelle wird daher vorliegend nicht als Bestandteil der ansonsten gleichen Motorenbaugruppe angesehen.
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Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung weiterhin gelöst durch eine Baugruppe für ein Fahrzeug, welche mehrfach elektromotorisch verstellbar ist und hierzu mehrere jeweils von einem Elektromotor angetriebene Verstellenmechanismen aufweist, wobei für die verschiedenen Verstellenmechanismen die unterschiedlich ausgebildeten Elektromotoren der Antriebs-Gruppe eingesetzt sind.
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Bei der Baugruppe handelt es sich insbesondere um einen Fahrzeugsitz.
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Dieser weist daher die Baugruppe mit zumindest zwei Elektromotoren auf.
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In bevorzugter Ausgestaltung weist der Fahrzeugsitz bevorzugt mehr als zwei, insbesondere drei oder auch mehr als drei Elektromotoren auf.
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Insbesondere weist der Fahrzeugsitz einen ersten Elektromotor für einen Neigungs-Verstellmechanismus sowie weitere insbesondere unterschiedliche Elektromotoren für einen Längs-Verstellmechanismus sowie für einen Höhen-Verstellmechanismus auf. Diese weiteren Elektromotoren werden nachfolgend auch als zweite Elektromotoren bezeichnet.
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Diese mehreren, bevorzugt zumindest drei Elektromotoren unterscheiden sich dabei zumindest in einem der nachfolgend noch näher erläuterten Merkmale, insbesondere Länge der Motorwelle, Position einer Auswuchtmasse oder Ausgestaltung einer Schnecke.
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Während bei den bekannten Antriebs-Gruppen nach dem Gleichteile-Prinzip die Motorwelle fester Bestandteil des jeweils gleichen Elektromotors ist, ist vorliegend eine gezielte Anpassung der Länge der Motorwelle an die unterschiedlichen Anforderungen vorgesehen. Dies beruht auf der Überlegung, dass häufig eine wesentliche Anforderung auch in einer besonders kompakten und Bauraumoptimierten Konstruktion besteht. Durch die Variabilität der Länge der Motorwelle besteht daher ein zusätzlicher Design-Freiheitsgrad bei gleichzeitiger Beibehaltung des Gleichteile-Prinzips. Die Länge der Motorwelle eröffnet insbesondere in Verbindung mit unterschiedlich ausgebildeten Schnecken weitere Freiheitsgrade.
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In bevorzugter Weiterbildung unterscheiden sich die zumindest zwei Elektromotoren daher auch weiterhin im Hinblick auf die Ausgestaltung der Schnecke, die der Motorwelle, speziell auf dem hervorstehenden Teilstück der Motorwelle angebracht ist. Insbesondere weisen die Schnecken zueinander unterschiedliche Längen und/oder unterschiedliche Steigungen auf. Speziell die Kombination von unterschiedlich lang ausgebildeten Motorwellen mit unterschiedlich ausgebildeten Schnecken ermöglicht neue Designfreiheitsgrade und Anpassungen an unterschiedliche Anforderungen, wie beispielsweise bei Bedarf eine besonders kompakte, kurz bauende Ausgestaltung.
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Insgesamt kann durch die unterschiedlichen Schnecken die Motorcharakteristik geeignet eingestellt und an die Anforderungen angepasst werden, beispielsweise im Hinblick auf eine Verstellgeschwindigkeit und oder auf das Drehmoment.
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Sofern vorliegend von Gleichteilen gesprochen wird, so werden hierunter Bauteile oder Baugruppen verstanden, die zumindest im Hinblick auf Größe, Form, elektrische/elektronische Eigenschaften gleich ausgebildet sind, d. h. sie unterscheiden sich im Hinblick auf diese eben erwähnten Parameter nicht. Bevorzugt sind sämtliche Bestandteile dieser Gleichteile darüber hinaus identisch ausgebildet (bis auf eventuelle Fertigungs- und Herstellungstoleranzen).
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Die Motorenbaugruppe weist zumindest eine Stator-Baugruppe sowie einen Rotor-Baugruppe auf, die nachfolgend kurz als Stator oder Rotor bezeichnet sind. Sie sind konzentrisch zueinander angeordnet und erstrecken sich entlang einer Rotationsachse in einer Längsrichtung des Elektromotors. Zumindest eine dieser beiden Baugruppen (Stator/Rotor) weist elektrische Spulen auf, die geeignet in an sich bekannter Weise bestromt werden. Die andere dieser Baugruppen weist demgegenüber beispielsweise Permanentmagnete auf. In bevorzugter Ausgestaltung ist der Rotor um den Stator herum angeordnet, insbesondere nach Art einer Rotorglocke, in die der Stator eintaucht.
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Die Motorenbaugruppe und insgesamt der gesamte Elektromotor ist bevorzugt als ein sogenannter BLDC-Motor (bürstenloser Gleichstrommotor) ausgebildet. Derartige Elektromotoren zeichnen sich unter anderem durch eine gute Ansteuerbarkeit mit hoher Positioniergenauigkeit aus. Sind daher besonders geeignet für elektromotorische Verstellantriebe, bei denen es auch bei wiederholten Stellvorgängen auf eine möglichst genaue Anfahrpositionierung von unterschiedlichen Verstellpositionen ankommt, wie dies beispielsweise bei einem Fahrzeugsitz der Fall ist.
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Der Rotor ist allgemein drehfest mit der Motorwelle verbunden, die entlang einer Längsachse, insbesondere Mittenlängsachse verläuft, die zugleich die Rotationsachse definiert. Die Motorwelle ist zumindest über ein Lager, vorzugsweise über mehrere zueinander beabstandete Lager gelagert, und zwar insbesondere im Stator oder ggf. alternativ oder ergänzend auch im Gehäuse. Die Motorwelle erstreckt sich vorzugsweise durch den Stator und Rotor hindurch. Allgemein steht die Motorwelle in Längsrichtung nach vorne mit ihrem Teilstück über die Motorenbaugruppe und/oder über das Gehäuse über. Auf diesem hervorstehenden Teilstück ist die Schnecke drehfest angebracht. Weiterhin wird über dieses hervorstehende Teilstück mit der Schnecke üblicherweise ein Getriebe angetrieben, welches dann letztendlich mit dem zu verstellenden Bauteil der mehrfach elektromotorisch verstellbaren Baugruppe, insbesondere Fahrzeugsitz, zusammenwirkt.
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Die Ansteuerung der elektrischen Spulen und insgesamt der Motorenbaugruppe erfolgt mithilfe des Elektronikmoduls, welches also mit den Spulen in geeigneter Weise elektrisch verbunden ist.
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Die Motorenbaugruppe, also Stator und Rotor, sind im Gehäuse aufgenommen. Das Gehäuse weist hierzu einen geeigneten Aufnahmebereich für Stator und Rotor auf. Insbesondere bildet das Gehäuse einen stirnseitigen, insbesondere topfförmigen Aufnahmebereich auf, in den die Motorengruppe, also speziell die Rotorglocke mit dem darin einliegenden Stator, eintaucht. Dieser Aufnahmebereich ist stirnseitig beispielsweise offen, so dass also die Motorengruppe nicht von einem Gehäusedeckel überdeckt ist, sondern frei zugänglich ist.
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Bevorzugt ist weiterhin auch das Elektronikmodul im Gehäuse aufgenommen. Das Gehäuse kann daher auch als Elektronikgehäuse bezeichnet werden. Bei dem Elektronikmodul handelt es sich insbesondere um eine Leiterplatte mit darauf angebrachten elektronischen Bauteilen. Diese Elektronikbaugruppe ist wie erwähnt mit der Motorengruppe elektrisch verbunden und weiterhin an einer Stromversorgung und gegebenenfalls ergänzend an einer Steuerleitung anschließbar und im montierten Zustand angeschlossen und insbesondere mit einer Steuereinheit verbunden.
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In zweckdienlicher Ausgestaltung ist auf die Motorwelle eine Auswuchtmasse angebracht, wobei sich die Elektromotoren, also zumindest zwei der Elektromotoren, im Hinblick auf die Position der Auswuchtmasse auf der Motorwelle unterscheiden. Die Auswuchtmassen sind daher bei den unterschiedlichen Varianten unterschiedlich weit von der Motorenbaugruppe entfernt. Ihre Positionierung in Längsrichtung auf der Motorwelle ist daher verschieden.
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Die Auswuchtmassen dienen allgemein zum Auswuchten einer eventuellen Unwucht der drehenden Bauteile des jeweiligen Elektromotors. Bei der Auswuchtmasse handelt es sich üblicherweise um ein ringförmiges Masseelement, welches auf der Motorwelle aufgebracht ist. Der Durchmesser ist daher zwangsläufig größer als der der Motorwelle. Die Auswuchtmasse ist auf der Motorwelle, speziell auf dem hervorstehenden Teilstück der Motorwelle angebracht. Durch die unterschiedlichen Positionen der Auswuchtmasse kann wiederum den besonderen, individuellen Anforderungen für die unterschiedlichen Elektromotoren der Antriebs-Gruppe Rechnung getragen werden. Insbesondere in Kombination mit den unterschiedlichen Längen der Motorwelle kann hier bei Bedarf eine sehr kompakte, kurz bauende Variante erreicht werden.
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Generell wird eine Position der Auswuchtmasse möglichst weit beabstandet von der Motorenbaugruppe angestrebt, da hierdurch ein besonders effizientes Auswuchten ermöglicht ist. Neben der Auswuchtmasse ist allgemein auch die Schnecke auf dem hervorstehenden Teilstück der Motorwelle angeordnet.
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In bevorzugter Ausgestaltung ist die Auswuchtmasse auf einer der Motorenbaugruppe abgewandten Seite der Schnecke platziert. Hierdurch wird eine Positionierung der Auswuchtmasse möglichst weit entfernt von der Motorenbaugruppe erreicht. Dies ist von besonderer Bedeutung bei einer Ausführungsvariante mit einer nur kurzen Motorwelle.
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Gemäß einer bevorzugten alternativen Ausgestaltung wird demgegenüber die Auswuchtmasse auf der der Motorenbaugruppe zugewandten Seite der Schnecke positioniert, d. h. die Auswuchtmasse ist zwischen der Schnecke und der Motorenbaugruppe angeordnet. Diese Aufbauvariante ist insbesondere in Verbindung mit einer längeren Motorwelle von besonderer Bedeutung, da hierdurch eine effiziente Auswuchtung durch einen möglichst weiten Abstand zwischen Auswuchtmasse und Motorenbaugruppe erreicht ist und zugleich eine Ausgestaltung erreicht ist, bei der die Schnecke an einem vorderen Ende der Motorwelle positioniert ist, mit der die Motorwelle zusammen mit der Schnecke voraus in ein Getriebe eintaucht. Bei dieser Ausführungsvariante kann daher in einfacher Weise der jeweilige Elektromotor mit der Motorwelle und der Schnecke voraus einfach in eine bereits vorgefertigte Getriebe-Baugruppe in Längsrichtung eingesteckt werden.
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In zweckdienlicher Ausgestaltung unterscheiden sich die Elektromotoren daher weiterhin im Hinblick auf die Abfolge der Positionen der Schnecke und der Auswuchtmasse in Längsrichtung. Dies bedeutet, dass bei einem ersten Elektromotor die Auswuchtmasse auf der der Motorenbaugruppe abgewandten Seite der Schnecke angeordnet ist und wobei bei einem zweiten Elektromotor die Auswuchtmasse auf der der Motorenbaugruppe zugewandten Seite der Schnecke und damit zwischen Schnecke und Motorenbaugruppe angeordnet ist.
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Bevorzugt handelt es sich beim ersten Elektromotor um einen Elektromotor zur Sitz-Längsverstellung.
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Beim zweiten Elektromotor handelt es sich vorzugsweise um einen Elektromotor zur Neigungsverstellung oder Höhenverstellung.
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In bevorzugter Ausgestaltung ist die Schnecke des ersten Elektromotors zugleich kürzer als die des zweiten Elektromotors.
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Bevorzugt ist die Länge der Motorwelle des ersten Elektromotors kürzer als die des zweiten Elektromotors.
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Speziell die Kombination einer kürzeren Schnecke mit einer kürzeren Motorwelle ermöglicht eine besonders kompakte Ausgestaltung.
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Durch diese unterschiedliche Positionierung der Auswuchtmasse werden allgemein unterschiedliche Einbausituationen ermöglicht.
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Wie eingangs bereits beschrieben, weist die Motorenbaugruppe einen Rotor sowie einen Stator auf, wobei in bevorzugter Ausgestaltung der Rotor eine mit der Motorwelle drehfest verbundene Rotorglocke aufweist, in der der Stator aufgenommen ist. Diese Rotorglocke ist dabei insbesondere in der bereits erwähnten stirnseitigen, topfförmigen Aufnahme des Gehäuses aufgenommen, die bevorzugt in Längsrichtung nach vorne offen ist. Unter Rotorglocke bzw. glockenförmig wird vorliegend eine in etwa topfförmige Ausgestaltung mit typischerweise zylindrischer Geometrie verstanden, wobei die Rotorglocke eine Umfangswand nach Art einer Zylinderwand aufweist und an einer Stirnseite durch einen Boden verschlossen ist. Durch diese Stirnseite tritt lediglich die Motorwelle hindurch und ist bevorzugt an dem Boden drehfest befestigt. Die Motorwelle steht von dieser Rotorglocke in Längsrichtung mit ihrem hervorstehenden Teilstück über.
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Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Antriebs-Gruppe zumindest drei unterschiedlich ausgebildete Elektromotoren auf. Bevorzugt weist die Antriebs-Gruppe hierbei beispielsweise zwei Elektromotoren auf, die gemäß dem zuvor beschriebenen zweiten Elektromotor aufgebaut sind und die sich bevorzugt voneinander unterscheiden, insbesondere im Hinblick auf die Ausgestaltung der Schnecke und/oder im Hinblick auf die Länge der Motorwelle. Weiterhin weist die Antriebs-Gruppe einen Elektromotor auf, welcher gemäß dem zuvor beschriebenen ersten Elektromotor aufgebaut ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Diese zeigen
- 1 eine perspektivische Darstellung eines Gestells eines Fahrzeugsitzes als mehrfach elektromotorisch verstellbare Baugruppe,
- 2 eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Elektromotors,
- 3A eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Stators und Rotors mit Motorwelle mit auf dieser angebrachten Schnecke und Auswuchtmasse,
- 3B die Bauteile gemäß 3A in einem zusammengefügten Zustand,
- 4 eine Querschnittsdarstellung durch eine Baugruppe ähnlich der in 3B dargestellten Baugruppe gemäß einer ersten Variante für einen ersten Elektromotor sowie
- 5 eine Querschnittsdarstellung der in 3B dargestellten Baugruppe gemäß einer zweiten Variante für einen zweiten Elektromotor.
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In den Figuren sind gleichwirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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In 1 ist ein Gestell eines Fahrzeugsitzes 2 dargestellt, welcher mehrfach elektromotorisch verstellbar ist. Der Fahrzeugsitz 2 weist eine Lehne 4, einen Sitzteil 6 sowie im Ausführungsbeispiel eine optionale und am Sitzteil 6 verstellbar angeordnete Beinauflage 7 auf. Die Lehne 4 ist gegenüber dem Sitzteil 6 in ihrer Neigung verstellbar, der Fahrzeugsitz 2 ist insgesamt entlang von Schienen 8, über die er mit der Karosserie verbunden ist, längsverstellbar. Weiterhin ist im Ausführungsbeispiel das Sitzteil 6 höhenverstellbar.
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Für jede dieser genannten Verstellbewegung ist jeweils ein geeignet ausgebildeter Verstellmechanismus 10A - 10C sowie ein zugeordneter Elektromotor 12A -12C zugeordnet. Ein jeweiliger Elektromotor 12A - 12C ist üblicherweise über ein hier nicht näher bezeichnetes Getriebe mit dem jeweiligen Verstellmechanismus 10A - 10C zur Übertragung der Verstellbewegung verbunden.
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Der Verstellmechanismus 10A mit zugeordnetem Elektromotor 12A dient zur Längsverstellung des Sitzteils 6 (in 1 verdeckt und damit nicht erkennbar). Dieser Elektromotor 12A wird nachfolgend auch als erster Elektromotor bezeichnet.
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Der Verstellmechanismus 10B mit zugehörigem Elektromotor 12B dient zur Höhenverstellung des Sitzteils 6 und der Verstellmechanismus 10C mit zugehörigem Elektromotor 12C dient zur Neigungsverstellung der Lehne 4. Die Elektromotoren 12B sowie 12C weisen - wie nachfolgend noch näher beschrieben wird - einen zumindest vergleichbaren Aufbau auf und werden daher auch als zweiter Elektromotor bezeichnet.
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Der grundsätzliche Aufbau eines jeweiligen Elektromotors wird anhand der 2 sowie der 3A, 3B anhand eines solchen zweiten Elektromotors 12B näher erläutert.
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Dieser weist jeweils eine Motorenbaugruppe 14 mit einer Stator-Baugruppe sowie mit einer Rotor-Baugruppe auf, wobei diese vorliegend kurz als Stator 16 sowie Rotor 18 bezeichnet werden. Weiterhin weist der Elektromotor 12B ein Elektronikmodul 20, ein Gehäuse 22 sowie eine Motorwelle 24 auf. Die Motorwelle 24 und insgesamt der gesamte Elektromotor 12B erstrecken sich entlang einer Rotationsachse R in Längsrichtung L. Die Motorwelle 24 erstreckt sich im Ausführungsbeispiel entgegen der Längsrichtung L bis in das Gehäuse 22 hinein. Am Ende der Motorwelle ist noch ein Sensorringmagnet 25 dargestellt.. Die Motorwelle 24 ist allgemein drehfest mit dem Rotor 18 verbunden. Am Stator 16 ist sie üblicherweise über zumindest ein Lager drehbar gelagert. In Längsrichtung L weist die Motorwelle 24 ein über die Motorenbaugruppe 14 und damit auch über das Gehäuse 22 hervorstehendes Teilstück 24A auf. Auf diesem Teilstück 24A sind eine Schnecke 26 sowie eine Auswuchtmasse 28 angebracht.
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Der Rotor 18 weist im Ausführungsbeispiel eine Rotorglocke 30 auf, die eine Art Einhausung bildet, in die der Stator 16 eintaucht. Am Stator 16 sind mehrere elektrische Spulen in Umfangsrichtung angeordnet. Weiterhin weist dieser Anschlüsse für Steuerleitungen zum Ansteuern der Motorenbaugruppe 14 auf. Diese sind im montierten Zustand in geeigneter Weise mit dem Elektronikmodul 20 verbunden. Die Rotorglocke 30 ist nach Art eines topfförmigen Gehäuses ausgebildet und weist eine zylindrische Umfangswand auf, die an einer Stirnseite durch eine einen Boden bildende Stirnwand verschlossen ist, wobei durch diese Stirnwand die Motorwelle 24 hindurchgeführt ist. Innenliegend an der Umfangswand sind typischerweise Permanentmagneten angebracht. Die Motorwelle 24 ist mit dem Rotor 18 und insbesondere mit der Rotorglocke 30 drehfest verbunden.
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Der Stator 16 wiederum ist bevorzugt drehfest mit dem Gehäuse 22 verbunden. Er weist eine zentrale Durchführung auf, durch die im Ausführungsbeispiel die Motorwelle 24 hindurchgeführt ist.
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Das Gehäuse 22 nimmt die Motorenbaugruppe 14 auf. Im Ausführungsbeispiel weist das Motorengehäuse 22 an seiner vorderen Stirnseite einen zylindrischen und insbesondere topfförmigen Aufnahmeraum auf, in die die Motorenbaugruppe 14 eintaucht.
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Bei dem Elektronikmodul 20 handelt es sich insbesondere um eine Leiterplatte mit darauf angebrachten Elektronikbauteilen. Das Elektronikmodul 20 ist in einem rückwärtigen Teilbereich des Gehäuses 22 und damit nachfolgend zu der Motorenbaugruppe 14 angebracht und aufgenommen. Das Gehäuse 22 weist einen beispielsweise reversibel verschließbaren Deckel 32 auf, welcher sich über die Leiterplatte hinweg erstreckt.
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In hier nicht näher dargestellter Weise ist in Längsrichtung L am vorderen Ende des jeweiligen Elektromotors 12A - 12C, zumindest im montierten Zustand, wenn die Elektromotoren 12A - 12C also im Fahrzeugsitz 2 eingebaut sind, jeweils ein Getriebe angeordnet, in welches die Motorwelle 24 zusammen mit der Schnecke 26 und der Auswuchtmasse 28 eindringt.
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Die verschiedenen Elektromotoren 12A - 12C sind als Gleichteile ausgebildet und unterscheiden sich lediglich im Hinblick auf die Länge der Motorwelle 24, und zwar insbesondere im Hinblick auf die Länge des hervorstehenden Teilstücks 24A, und/oder im Hinblick auf die Position und Ausgestaltung der Schnecke 26 und/oder im Hinblick auf die Position der Auswuchtmasse 28 auf der Motorwelle 24. Insbesondere unterscheiden sich die Elektromotoren 12A - 12C im Hinblick auf die Abfolge der Auswuchtmasse 28 und der Schnecke 26 auf dem hervorstehenden Teilstück 24A.
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In 4 ist ein erster Typ einer Motorenbaugruppe 14 mit Motorwelle 24 dargestellt, welcher Teil des zuvor beschriebenen ersten Elektromotors 12A ist.
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Dieser Typ zeichnet sich im Wesentlichen dadurch aus, dass die Auswuchtmasse 28 auf der gegenüberliegend zur Motorenbaugruppe 14 angeordneten Seite der Schnecke 26 angeordnet ist. Bei dieser Ausführungsvariante ist daher die Schnecke 26 zwischen Auswuchtmasse 28 und Motorenbaugruppe 14 / Gehäuse 22 angebracht.
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In 5 ist ein zweiter Typ einer Motorenbaugruppe 14 mit Motorwelle 14 dargestellt, welcher Teil der zuvor beschriebenen zweiten Elektromotoren 12B, 12C ist. Dieser zweite Typ zeichnet sich im Wesentlichen auch dadurch aus, dass die Auswuchtmasse 28 zwischen Schnecke 26 und Motorenbaugruppe 14 / Gehäuse 22 angebracht ist.
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Wie insbesondere aus einem Vergleich der 4 mit der 5 zu erkennen ist, unterscheiden sich die beiden nur in Ausschnitten dargestellten Elektromotoren 12A, 12B, 12C neben der unterschiedlichen Abfolge von Schnecke 26 und Auswuchtmasse 28 ergänzend auch im Hinblick auf die Länge der Motorwelle 24, speziell des hervorstehenden Teilstücks 24A sowie ergänzend auch in der Länge und insbesondere auch der Steigung der Schnecke 26. Und zwar ist bei dem zweiten in 5 dargestellten Typ die Motorwelle 24 und auch die Schnecke 26 länger als bei dem in der 4 dargestellten ersten Typ.
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Wie zuvor beschrieben, sind die beiden Elektromotoren 12B, 12C für die Höhenverstellung und für die Neigungsverstellung der Lehne 4 bevorzugt gemäß dem zweiten Typ ausgebildet. Diese beiden Elektromotoren 12B, 12C unterscheiden sich vorzugsweise im Hinblick auf die Länge der Motorwelle 24 und/oder der Ausgestaltung der Schnecke 26.
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Bezugszeichenliste
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- 2
- Fahrzeugsitz
- 4
- Lehne
- 6
- Sitzteil
- 7
- Beinauflage
- 8
- Schienen
- 10A-C
- Verstellmechanismus
- 12A-C
- Elektromotor
- 14
- Motorenbaugruppe
- 16
- Stator
- 18
- Rotor
- 20
- Elektronikmodul
- 22
- Gehäuse
- 24
- Motorwelle
- 24A
- Teilstück
- 25
- Sensorringmagnet
- 26
- Schnecke
- 28
- Auswuchtmasse
- 30
- Rotorglocke
- 32
- Deckel
- R
- Rotationsachse
- L
- Längsrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 10 2023 200 395 A1 [0002]