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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schleifeinrichtung.
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Technologischer Hintergrund
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Feldhäcksler dienen zur Ernte von Pflanzen von einem Feld, die beim Erntevorgang aufgenommen oder abgeschnitten, gehäckselt und auf ein Transportfahrzeug überladen werden. Die gehäckselten Pflanzen dienen in der Regel als Futter für Tiere oder werden in Biogasanlagen verwendet.
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Da die Messer der Häckseltrommel beim Erntevorgang nach und nach stumpf werden, umfassen Feldhäcksler Schleifeinrichtungen, um die Messer bei Bedarf wieder schärfen zu können. Eine derartige Schleifeinrichtung wird beispielsweise in der
EP 1 034 696 A1 beschrieben, gemäß welcher ein Schleifstein zum Schleifen der Messer durch einen Antrieb über die Breite der Häckseltrommel hin und her verfahren wird. An zumindest einem Ende der Bewegung erfolgt ein Zustellvorgang, bei dem ein Nockenrad der Schleifsteinhalterung mit einer ortsfesten Klinke zusammenwirkt und der Schleifstein gegenüber der Schleifsteinhalterung in Richtung auf die Häckseltrommel zu verstellt (zugestellt) wird. Am Ende des Schleifvorgangs wird der Schleifstein nicht mehr zugestellt, sondern nur noch entlang der Häckseltrommel verschoben (so genanntes Schlichten).
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Der Schleifstein unterliegt demnach im Betrieb einem gewissen Verschleiß und ist somit von Zeit zu Zeit auszutauschen. Hierzu wird das Nockenrad, ggf. nach Demontage der Klinke, von Hand zurückgedreht, um den Schleifstein in seine weitestmöglich von der Häckseltrommel beabstandete Stellung zu bringen. Der Schleifstein wird anschließend ersetzt und die Klinke wieder montiert.
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Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass der neue Schleifstein einen gewissen, durch Sicherheits- und Toleranzerwägungen bedingten Abstand von der Häckseltrommel hat. Bevor nun ein Schleifvorgang begonnen oder weitergeführt werden kann, muss der Schleifstein wieder zugestellt („kalibriert“) werden, um ihn in Kontakt mit der Häckseltrommel zu verbringen. Hierzu wird bei bisherigen Feldhäckslern ein Schleifvorgang gestartet, bei dem der Schleifstein wie üblich so lange über die Breite der Häckseltrommel hin- und hergefahren und an einem Umkehrpunkt zugestellt wird, bis endlich der Schleifstein hinreichend weit zugestellt (kalibriert) ist, sodass er in Kontakt mit den Messern gerät, und der eigentliche Schleifvorgang beginnen kann. Diese Vorgehensweise benötigt für das Kalibrieren des Schleifsteins viel unproduktive Zeit, die der Größenordnung einiger 10 Minuten liegen kann. Ähnliche Probleme treten auf, wenn der Schleifstein durch manuelles Drehen des Nockenrads angehoben wurde.
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Im Stand der Technik finden sich Vorschläge, die Steuerung des Schleifvorgangs in der Weise zu automatisieren, dass durch einen an der Gegenschneide angebauten Klopfsensor beim Schleifen ein Kontakt zwischen dem Schleifstein und den Messern der Häckseltrommel erkannt wird und im Falle eines fehlenden Kontakts ein Zustellen des Schleifsteins erfolgt (
EP 1 174 020 A1 ), oder den Schleifstein auf Bedienereingabe hin in eine Wartungsposition zu verstellen (
DE 10 2020 101 658 A1 ).
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Aufgabe
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Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird darin gesehen, eine Schleifeinrichtung für einen Feldhäcksler dahingehend zu verbessern, dass das Kalibrieren des Schleifsteins vereinfacht bzw. beschleunigt wird.
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Erfindung
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Die vorliegende Erfindung wird durch die Patentansprüche definiert.
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Eine Schleifeinrichtung für eine mit einer Anzahl an Messern versehene Häckseltrommel umfasst einen an einer Schleifsteinhalterung abnehmbar befestigten Schleifstein zum Schleifen der Messer, eine fremdkraftbetätigte Bewegungseinrichtung, die konfiguriert ist, die Schleifsteinhalterung mit dem Schleifstein bei einem Schleifvorgang entlang der Messer hin und her zu verfahren, wobei an wenigstens einer einem der Endpunkte der Bewegung der Schleifsteinhalterung entlang der Messer zugeordneten, ersten Position durch einen mechanischen Kontakt zwischen einem Element der Schleifsteinhalterung und einem ortsfesten Element eine Zustellung des Schleifsteins in Richtung auf die Häckseltrommel hin bewirkt wird, und eine mit der Bewegungseinrichtung signalübertragend verbundene Steuerung. In der Steuerung ist eine Routine einprogrammiert, in welcher nach einem erfolgten Wechsel des Schleifsteins zwecks eines Zustellens des Schleifsteins in eine kalibrierte Position, in welcher er in Kontakt mit den Messern kommt, eine Hin- und Her-Bewegung der Schleifsteinhalterung nur zwischen der ersten Position und einer der ersten Position benachbarten, zweiten Position erfolgt, in welcher das Element der Schleifsteinhalterung und das ortsfeste Element außer Eingriff gelangt sind, sodass beim Wiederanfahren der ersten Position ein neuer Zustellvorgang erfolgt.
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Mit anderen Worten wird vorgeschlagen, zum Kalibrieren der Position des gewechselten, neuen Schleifsteins die Verfahrbewegung nicht mehr in zeitraubender Weise über die gesamte Breite der Häckseltrommel durchzuführen, sondern nur noch um einen gegenüber der gesamten Breite reduzierten Weg zwischen der ersten Position, in welcher der Zustellvorgang durch zusammenwirkende Elemente mechanisch bewirkt wird, und einer benachbarten zweiten Position, in der die zusammenwirkenden Elemente hinreichend weit voneinander beabstandet sind und (insbesondere gerade eben) nicht mehr zusammenwirken, sodass beim Wiederanfahren der ersten Position ein weiterer Zustellvorgang erfüllt. Dadurch wird das Kalibrieren in wesentlich kürzerer Zeit möglich.
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Das Element der Schleifsteinhalterung ist insbesondere ein drehbares Nockenrad und das ortsfeste Element eine damit zusammenwirkende Klinke. Das Element der Schleifsteinhalterung kann durch das ortsfeste Element drehbar sein und die Drehung des Elements der Schleifsteinhalterung beispielsweise mittels zusammenwirkender Gewinde (von denen eines mit dem Element der Schleifsteinhalterung und das andere mit dem Schleifstein mechanisch gekoppelt ist, s.
EP 1 034 696 A1 ) in eine Verschiebebewegung des Schleifsteins in Richtung auf die Häckseltrommel zu umgewandelt werden, so dass der Schleifstein durch die zusammenwirkenden Elemente der Häckseltrommel zugestellt wird.
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Das Element der Schleifsteinhalterung kann zum Wechsel eines Schleifsteins von Hand entgegen der beim Zustellen geltenden Drehrichtung drehbar sein.
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Die Steuerung kann mit einem Sensor zur Erfassung der Position der Schleifsteinhalterung entlang der Häckseltrommel verbunden und konfiguriert sein, die Schleifsteinhalterung anhand des Signals des Sensors zwischen der ersten und zweiten Position und zurück zu bewegen.
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Weiterhin kann die Steuerung mit einem Sensor zur Erkennung eines Kontakts des Schleifsteins mit den Messern verbunden und konfiguriert sein, das Kalibrieren selbsttätig zu beenden, sobald der Sensor einen Kontakt des Schleifsteins mit den Messern signalisiert. Dieser Sensor kann beispielsweise als Klopfsensor ausgeführt und mit der Gegenschneide oder einem anderen Bauteil gekoppelt sein, das im Falle eines Kontakts zwischen Schleifstein und Messer in eine Schwingung gerät. Bei einer anderen Ausführungsform kann der Sensor auch eine Kraft erfassen, mit welcher der Schleifstein mit den Messern zusammenwirkt oder mit welcher der Schleifstein entlang der Messer verschoben wird (s.
DE100 35 743 A1 ,
DE 103 57 177 A1 ,
DE 10 2021 104 158 A1 ). Ein Vorteil der Erfassung des Kontakts zwischen Schleifstein und Messern durch einen Sensor und darauf basierender Beendigung des Kalibrierens liegt zudem darin, dass man den Schleifstein in eine definierte Position gegenüber den Messern verbringt und ein übermäßiges Zustellen vermeidet, das wiederum Nachteile beim Schleifen hat, da in diesem Fall ein zu hoher Druck beim Schleifen entsteht, der zu einem Stocken des Schleifsteins beim Verfahren über die Breite der Häckseltrommel führt und die Schleifwirkung vermindert sowie längere Schleifzeiten erfordert, um eine geeignete Schärfe der Messer zu erzeugen.
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Die Steuerung kann konfiguriert sein, das Kalibrieren auf eine Eingabe eines Bedieners in eine Bedienerschnittstelle hin durchzuführen. Insbesondere kann die Steuerung selbsttätig oder auf eine Bedienereingabe hin eine Routine zum Wechsel des Schleifsteins durchführen, bei welcher dem Bediener angezeigt wird, welche Tätigkeit er jeweils durchführen sollte bzw. welche Tätigkeiten durch die Steuerung selbsttätig veranlasst werden, wie ein Verbringen des Schleifsteins in eine Wartungsposition und ein Öffnen einer Schleifklappe, und dem Bediener die von ihm von Hand durchzuführenden Tätigkeiten angezeigt werden und er die abgeschlossene Durchführung dieser manuell durchgeführten Tätigkeiten, wie Demontage und Wiederanbau eines neuen Schleifsteins, bestätigen kann. Der Bediener wird quasi durch den Schleifsteinwechsel geführt.
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Die vorliegende Erfindung ist an einer Vielzahl von Häckseleinrichtungen mit zu schärfenden Messern verwendbar. Sie kann insbesondere an selbstfahrenden oder gezogenen Erntemaschinen mit Häckseltrommeln benutzt werden.
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Ausführungsbeispiel
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Anhand der Abbildungen wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert. Es zeigen:
- 1 eine Erntemaschine mit einer Häckseltrommel mit einer Schleifeinrichtung in Seitenansicht und in schematischer Darstellung,
- 2 eine schematische Vorderansicht einer Häckseltrommel mit einer Schleifeinrichtung,
- 3 eine seitliche Ansicht der Schleifeinrichtung,
- 4 eine Draufsicht auf die Schleifeinrichtung,
- 5 ein Flussdiagramm mit einer Vorgehensweise einer Steuerung der Schleifeinrichtung, und
- 6 den Schritt der Kalibrierung des Schleifsteins im Flussdiagramm der 5 im Detail.
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Die in der 1 gezeigte Erntemaschine in der Art eines selbstfahrenden Feldhäckslers 10 baut sich auf einem Rahmen 12 auf, der von angetriebenen vorderen Rädern 14 und lenkbaren rückwärtigen Rädern 16 getragen wird. Die Bedienung der Erntemaschine 10 erfolgt von einer Fahrerkabine 18 aus, von der aus eine Erntegutaufnahmevorrichtung 20 einsehbar ist. Mittels der Erntegutaufnahmevorrichtung 20 vom Boden aufgenommenes Gut, z. B. Mais, Gras oder dergleichen wird im Erntebetrieb durch in einem Einzugsgehäuse 36 angeordnete Vorpresswalzen 30, 32 einer Häckseltrommel 22 zugeführt, die es in kleine Stücke häckselt und es einem Nachbeschleuniger 24 aufgibt. Das Gut verlässt die Erntemaschine 10 zu einem nebenherfahrenden Anhänger über einen höhenverstellbaren und um die Hochachse drehbaren Auswurfkrümmer 26. Zwischen der Häckseltrommel 22 und der Fördervorrichtung 24 erstreckt sich (bei der Ernte von Mais) eine Nachzerkleinerungsvorrichtung mit Walzen 28, 28', durch die das zu fördernde Gut dem Nachbeschleuniger 24 tangential zugeführt wird.
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In der 2 ist schematisch eine Ansicht einer Häckseltrommel 22 und einer ihr zugeordneten Schleifeinrichtung wiedergegeben, wie sie sich bei einer Betrachtung der Erntemaschine 10 in 1 (bezüglich der Bewegungsrichtung) von vorn ergibt. Die Häckseltrommel 22 weist eine Anzahl über ihre Breite und ihren Umfang verteilter Messer 38 auf, die in Zusammenwirken mit einer starren Gegenschneide 46 durch die Erntegutaufnahmeeinrichtung 20 aufgenommenes Erntegut zerteilen. Die Häckseltrommel 22 umfasst eine zentrale Welle 34, die über eine stirnseitige Riemenscheibe 70 und nicht dargestellte Riemen durch einen Motor der Erntemaschine 10 rotativ antreibbar ist. Die Welle 34 stützt sich durch zwei beidseits der Häckseltrommel 22 angeordnete, in 2 nicht eingezeichnete Lager am Rahmen 12 der Erntemaschine 10 ab.
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Um nach einer bestimmten Betriebsdauer die Messer 38 schärfen zu können, ohne die einzelnen Messer 38 oder die gesamte Häckseltrommel 22 ausbauen zu müssen, ist beispielsweise oberhalb der Häckseltrommel 22 nahe des von den Messern 38 beschriebenen Hüllkreises eine Schleifeinrichtung 64 vorgesehen, die im Wesentlichen einen Schleifstein 42, eine diesem zugeordnete Schleifsteinhalterung 40, eine Linearführung 44, auf der die Schleifsteinhalterung 40 verschiebbar gelagert ist, sowie eine Bewegungseinrichtung 58 umfasst.
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Sollen die Messer 38 geschärft werden, wird die Häckseltrommel 22 in Rotation versetzt, in der Regel in umgekehrter Drehrichtung und/oder mit reduzierter Drehzahl, verglichen mit normalem Häckselbetrieb. Die Schleifsteinhalterung 40 mit dem daran befestigtem Schleifstein 42 wird mittels der Bewegungseinrichtung 48 aus einer Parkposition, in der sie seitlich neben der Häckseltrommel 22 angeordnet ist (mit dem Bezugszeichen 40 gekennzeichnet), über die gesamte Breite der Häckseltrommel 22 verschoben. Dabei ist die Unterseite des Schleifsteins 42 in Kontakt mit den Messern 38 und schärft sie. Beim Schleifvorgang wird der Schleifstein 42 mehrere Male über die Breite der Häckseltrommel 22 zwischen Umkehrpunkten verfahren, wobei die am rechten Umkehrpunkt eingezeichnete Schleifsteinhalterung mit 40' gekennzeichnet ist und der linke Umkehrpunkt zur Längsmittelebene der Häckseltrommel 22 symmetrisch dazu liegt.
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Die Bewegungseinrichtung 48 umfasst einen fremdkraftbetätigten Antrieb 50 in Form eines Linearmotors, der über eine Seilzugmechanik 52 mit der Schleifsteinhalterung 40 in Antriebsverbindung steht. Zwischen den Verschiebebewegungen kann ein Zustellen des Schleifsteins 42 erfolgen, also eine geringfügige Bewegung des Schleifsteins 42 auf die Messer 38 zu. In der dargestellten Ausführungsform wird dazu ein mechanisches Element der Schleifsteinhalterung 40 in Form eines Nockenrads 54 verwendet, das bei Erreichen eines oder beider Umkehrpunkte der Schleifsteinhalterung 40 mit einem ortsfesten Element in Form einer Klinke 56 zusammenwirkt. Die Drehung des Nockenrads 54 wird mittels eines Gewindes 58 in eine Verschiebebewegung umgewandelt, so dass ein mit dem Schleifstein 42 starr verbundener Teil 60 der Schleifsteinhalterung 40 der Häckseltrommel 22 zugestellt wird. Beim Verschieben kann sich der Schleifstein mitdrehen oder er wird nur verschoben, ohne Drehung. Durch eine Verschiebung des Schleifsteins 42 nur über einen eingeschränkten seitlichen Verschiebebereich kann ein Zustellen vermieden werden, da das mechanische Element dann nicht mit dem ortsfesten Element in Kontakt kommt. Ein derartiges Schleifen ohne Zustellen ist beim den Schleifvorgang abschließenden Schlichten zweckmäßig. Eine mögliche Ausführungsform der Schleifeinrichtung findet sich in der
EP 1 034 696 A1 , deren Offenbarung durch Verweis mit in die vorliegenden Unterlagen aufgenommen wird. Anstelle des in den
2 bis 4 gezeigten, linearen Antriebs 50 kann ein beliebiger anderer, insbesondere rotativer Antrieb verwendet werden, dessen Drehbewegung auf an sich bekannte Weise in eine Verschiebebewegung der Schleifsteinhalterung 42 umgesetzt wird (s. beispielsweise
DE 10 2022 101 658 A1 oder
DE 10 2020 126 099 A1 )
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Der Antrieb 50 wird durch eine in der 2 schematisch wiedergegebene Steuerung 62 gesteuert, die sowohl die Verschiebung des Schleifsteins 42 durch den Antrieb 50 als auch - in der soeben beschriebenen Weise - das Zustellen steuert. Die Steuerung 62 wird mit einer Information über die jeweilige Position des Schleifsteins 42 entlang der Linearführung 44 beaufschlagt, was über einen entsprechenden Sensor 64 (beispielsweise ein Linearpotentiometer, das in den Antrieb 50 der Bewegungseinrichtung 48 integriert ist oder eine Kodierscheibe mit Lichtschranke, die mit der Bewegungseinrichtung 48 gekoppelt ist, z.B. einem Umlenkrad der Seilzugmechanik 52) erfolgen kann, oder dadurch, dass der Steuerung 62 eine Information vorliegt, in welche Stellung sie die Bewegungseinrichtung 48 kommandiert hat, sich zu bewegen. Dazu kann beispielsweise die Anzahl der Impulse gespeichert werden, die an einen Schrittmotor des Antriebs 50 abgegeben wurden. Die Steuerung 62 kann außerdem den Antrieb der Häckseltrommel 22 steuern. Zudem ist die Steuerung 62 mit einer in der Kabine 18 fest oder abnehmbar angebrachten Bedienerschnittstelle 98, sowie mit einem an der Halterung 68 der Gegenschneide 46 angebrachten Klopfsensor 66 verbunden, der einen eventuellen Kontakt zwischen der Gegenschneide 46 und den Messern 38 erfassen kann, um es der Steuerung 62 zu ermöglichen, in an sich bekannter Weise durch Kontrolle von Aktoren zur Verstellung der Position der Gegenschneide 46 den Spalt zwischen Gegenschneide 46 und den Messern 38 selbsttätig anzusteuern. Dieser Klopfsensor 66 kann auch einen Kontakt zwischen dem Schleifstein 42 und den Messern 38 erkennen, da dieser Kontakt mechanische Schwingungen verursacht, die über den Rahmen 12 mechanisch auf die Halterung 68 übertragen werden.
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Die Bedienerschnittstelle 98 könnte als mit der Steuerung 62 kommunizierendes, mobiles Endgerät (Smartphone, Laptop, Tablet) oder Ein- und Ausgabeeinrichtung der Steuerung 62 ausgeführt sein, z.B. als virtuelles Terminal nach ISO 11783.
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Es ist erkennbar, dass der Schleifstein 42 bei den Schleifvorgängen nach und nach abnutzt. Wenn der Schleifstein 42 abgenutzt ist und ausgetauscht werden soll, was durch den Bediener oder eine geeignete Sensorik erkannt werden kann, wird eine Vorgehensweise nach
5 durchgeführt. Nach dem Start im Schritt 100, der durch eine bestätigende Eingabe in einen entsprechenden Menüpunkt auf der Bedienerschnittstelle 98 veranlasst werden kann, wird durch die Steuerung 62 die Häckseltrommel 22 angehalten und optional die Schleifsteinhalterung 40 (selbsttätig durch die Steuerung 62 oder von Hand) in eine geeignete Wartungsposition z.B. etwa in der Mitte der Häckseltrommel 22 verbracht (vgl.
DE 10 2022 101 658 A1 ), sowie durch den Bediener von Hand oder durch die Steuerung 62 eine Wartungsklappe mittels eines geeigneten Aktors geöffnet (vgl. ebenfalls
DE 10 2022 101 658 A1 ).
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Im Schritt 104 tauscht der Bediener den Schleifstein 42 aus. Hierzu dreht er, ggf. nach Demontage der Klinke 56, falls das Nockenrad 54 in der Wartungsposition mit der Klinke 56 zusammenwirken sollte, das Nockenrad 54 im Sinne eines Anhebens des Schleifsteins 42, in der Regel bis zum oberen Anschlag. Der vorhandene Schleifstein 42 wird demontiert und ein neuer Schleifstein 42 am verstellbaren Teil 60 der Schleifsteinhalterung 40 angebracht. Nach Beendigung des Einbaus des neuen Schleifsteins 42 (und ggf. Wiederanbau der Klinke 56 und manuellem Schließen der Wartungsklappe) erfolgt im Schritt 106 eine entsprechende Eingabe in die Bedienerschnittstelle 98, dass der Einbau des neuen Schleifsteins 42 erfolgt ist, woraufhin die Steuerung 62 im nachfolgenden Schritt 108 (ggf. nach selbsttätigem Schließen der Wartungsklappe) eine automatische Kalibrierung durchführt, die in der 6 dargestellt wird, um den anfangs um eine gewisse Entfernung von den Messern 38 befindlichen Schleifstein 42 in eine Position zu verbringen, in der er Kontakt mit den Messern 38 hat. Anschließend ist die Routine für den Einbau des Schleifsteins 42 beendet und ein Schleifvorgang kann durchgeführt oder fortgesetzt werden, wie er im Stand der Technik an sich bekannt ist, oder die Schleifsteinhalterung 40 wird in ihre Parkposition versetzt, in der sie seitlich neben der Häckseltrommel 22 angeordnet ist. In der Parkposition ist die Schleifsteinhalterung in der 2 mit dem Bezugszeichen 40 gekennzeichnet. Die jeweils durch den Bediener durchzuführenden Maßnahmen und/oder von der Steuerung 62 durchgeführten Maßnahmen können auf der Bedienerschnittstelle 98 angezeigt werden.
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Die
6 zeigt den Schritt 108 im Detail. Zunächst wird abgefragt, ob der Klopfsensor 66 (oder ein beliebiger anderer, geeigneter Sensor zur Erkennung eines Kontakts zwischen Messern 38 und Schleifstein 42, vgl. die Ausführungen dazu in der Beschreibungseinleitung) einen Kontakt zwischen dem Schleifstein 42 und den Messern 38 erkennt. Ist das der Fall, ist die Kalibrierung zu Ende und es folgt der Schritt 110. Anderenfalls folgt der Schritt 114, in welchem der Schleifstein 42 zugestellt wird. Hierzu wird nicht die bisherige Vorgehensweise verwendet, bei welcher der Schleifstein 42 (in diesem Fall sinnlos) über die gesamte Breite der Häckseltrommel 22 hin und her gefahren wird, sondern er wird lediglich ein einziges Mal zwischen einer ersten Position, in welcher das Nockenrad 54 mit der Klinke 56 zusammenwirkt (in der
2 ist die Schleifsteinhalterung dort mit dem Bezugszeichen 40' gekennzeichnet) und einer zweiten Position, in der das Nockenrad 54 insbesondere lediglich soweit von der ersten Position beabstandet ist, dass es gerade eben nicht mehr mit der Klinke 56 zusammenwirkt (in der
2 ist die Schleifsteinhalterung dort mit dem Bezugszeichen 40" gekennzeichnet) hin- und her bewegt, sodass beim sich anschließenden, selbsttätigen Wiederanfahren der ersten Position ein Zustellvorgang erfolgt. Hierbei kann, wenn ein geeigneter Antrieb 50 mit veränderlicher Geschwindigkeit verwendet wird, eine höhere Geschwindigkeit als bei einem normalen Schleifvorgang verwendet werden (s.
DE 10 2020 126 099 A1 und dort zitierter Stand der Technik). Die jeweilige Position der Schleifsteinhalterung 40 wird anhand der Signale des Sensors 64 erkannt. Die zweite Position muss nicht unbedingt direkt neben der ersten Position liegen, wie hier beschrieben, sondern es kann auch ein gewisser Abstand zwischen der ersten und zweiten Position verbleiben, um sicherzustellen, dass tatsächlich ein Verstellvorgang erfolgt, wenn die erste Position wieder angefahren wird. Dadurch vermeidet man mögliche Fehler, z.B. bei der Messung der Positionen durch den Sensor 64 und gibt der gegen die Kraft einer Feder beweglichen Klinke 56 hinreichend Zeit für eine Rückbewegung nach der Betätigung des Nockenrads 54. Jedenfalls erfolgt die Verstellbewegung der Schleifsteinhalterung 40 beim Kalibrieren des Schleifsteins 42 nicht über die gesamte Breite der Häckseltrommel 22, sondern nur über einen Teilbereich davon.
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Im Ergebnis wird hier ein Kalibrieren der Position des Schleifsteins 42 vorgeschlagen, das wesentlich weniger Zeit benötigt als bisher.
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Schritte der Figuren 5 und 6
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- 100
- Eingabe „Wechsel Schleifstein“
- 102
- Häckseltrommel 22 anhalten, Schleifsteinhalterung 40 in Wartungsposition, Abdeckplatte öffnen
- 104
- Schleifstein 42 tauschen
- 106
- Bestätigung
- 108
- automatisches Kalibrieren (6)
- 110
- Ende
- 112
- Kontakt?
- 114
- Schleifsteinhalterung 40 aus 1. Position in 2. Position und wieder in 1. Position bewegen, um den Schleifstein 42 zuzustellen
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1 034 696 A1 [0003, 0011, 0022]
- EP 1 174 020 A1 [0006]
- DE 10 2020 101 658 A1 [0006]
- DE 100 35 743 A1 [0014]
- DE 103 57 177 A1 [0014]
- DE 10 2021 104 158 A1 [0014]
- DE 10 2022 101 658 A1 [0022, 0025]
- DE 10 2020 126 099 A1 [0022, 0027]