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Die Erfindung betrifft eine Sensoranordnung zur Erfassung von Körnern in einem Körner und Nichtkornbestandteile enthaltenden Materialstrom in einem Mähdrescher.
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Stand der Technik
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Mähdrescher dienen zur Ernte von Korn. Die oberirdischen Teile von Pflanzen, wie Sojabohnen, Mais, Weizen oder Hafer, werden abgeschnitten oder aufgesammelt oder abgestreift oder die Fruchtstände der Pflanzen, wie Mais oder Sonnenblumen, werden abgetrennt und einer Dresch- und Trenneinrichtung zugeführt, um die Früchte (das Korn) von den übrigen Bestandteilen des Ernteguts zu trennen. Nach dem Dresch- und Trennvorgang befinden sich noch Verunreinigungen im Korn, wie Strohteilchen und Spreu. Das beim Dreschen und Trennen gewonnene Gemisch aus Korn und Verunreinigungen wird daher einem Reinigungssystem zugeführt, das in der Regel ein Obersieb und ein Untersieb und optional ein Vorsieb umfasst.
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Während das gereinigte Korn, nachdem es durch das Ober- und Untersieb hindurchgelaufen ist, durch einen Elevator in den Korntank gefördert und das am Ende des Untersiebs abgegebene Material (Überkehr) einem Nachdreschvorgang unterzogen wird, wird am Ende des Obersiebs verbleibendes Material auf das Feld abgegeben, sei es durch einen Spreuverteiler oder eine Häcksel- und Verteileinrichtung für das von der Trenneinrichtung abgebebene Nichtkornmaterial. Auch das nach dem Trennvorgang verbliebene, durch die Trenneinrichtung abgegebene Nichtkornmaterial wird üblicherweise auf das Feld abgegeben, in der Regel durch die Häcksel- und Verteileinrichtung, oder es wird in einem Schwad abgelegt.
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In beiden auf das Feld abgegebenen Erntegutresteströmen, die vom Obersieb und von der Trenneinrichtung abgegeben werden, sind in im Allgemeinen noch Verlustkörner enthalten. Zur Optimierung der Einstellung von Betriebsparametern des Mähdreschers ist es sinnvoll, die Anzahl der auf das Feld abgegebenen Verlustkörner zu erfassen. Weitere Einsatzorte für Sensoren zur Erfassung eines Körnerstroms in einem Mähdrescher finden sich zwischen der Dresch- und/oder Trenneinrichtung und der Reinigung (vgl.
DE 40 35 471 A1 und
DE 10 2013 24 984 A1 ) und in der Überkehr (
EP 1 516 522 A2 ).
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Die Anzahl der Körner in einem Materialstrom wird in Mähdreschern üblicherweise durch Prallplattensensoren erfasst, die beim Aufprall von Körnern entstehende mechanische Schwingungen (s. beispielsweise
DE 1 810 519 A ) oder beim Aufprall von Körnern entstehende Änderungen von elektrischen Eigenschaften einer sensitiven Schicht erfassen (
EP 2 977 735 A2 ).
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Zur Erkennung von Verlustkörnern wurde weiterhin vorgeschlagen, den vom Mähdrescher abgegebenen Erntegutrestestrom an einer Kamera vorbeizuführen und die Verlustkörner anhand einer Bildverarbeitung zu erkennen (
US 2021/0088691 A1 ,
WO 2024/036401 A1 ). Andere Sensoren in Mähdreschern dienen dazu, Eigenschaften von Körner enthaltenden, bereits gereinigten Materialströmen zu erfassen, wie Bruchkornanteile (s.
DE 10 2010 062 417 A1 ).
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Aufgabe
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Bei den Prallplattensensoren hat es sich als problematisch erwiesen, absolute Werte für die Körneranzahlen mit hinreichender Genauigkeit zu erfassen, da die abgegebenen Signale von einer Reihe von in der Regel unbekannten Parametern abhängen, wie dem Durchsatz und von Eigenschaften des Ernteguts, wie Feuchte, Dichte und Abmessungen der Körner. Daher sind diese Verlustsensoren von Zeit zu Zeit in zeitaufwändiger Weise zu kalibrieren, in der Regel durch Auszählen der auf das Feld ausgeworfenen Körner (s.
EP 2 764 764 A1 und
EP 2 742 791 A2 ), oder mittels einer separaten Anordnung zum Sammeln, Reinigen und Wiegen der vom Mähdrescher auf das Feld ausgeworfenen Erntegutreste (
DE 40 09 981 A1 ).
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Bei der Erfassung der Verlustkörner durch Kameras ist es ebenfalls nicht einfach, sie optisch von dem Nichtkornmaterial, in dem sie enthalten sind, zu unterscheiden. Das Nichtkornmaterial umfasst beispielsweise Strohpartikel, Spelzen, Grannen und hat in der Regel dieselbe Farbe und zum Teil auch ähnliche Formen wie die Körner.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird darin gesehen, eine demgegenüber verbesserte Sensoranordnung und ein entsprechendes Verfahren zur Erfassung von Körnern in einem Körner und Nichtkornbestandteile enthaltenden Materialstrom in einem Mähdrescher vorzuschlagen, welche die erwähnten Nachteile nicht oder nur in vermindertem Maße aufweist.
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Lösung
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Die vorliegende Erfindung wird durch die Patentansprüche definiert.
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Eine Sensoranordnung zur Erfassung von Körnern in einem Körner und Nichtkornbestandteile enthaltenden Materialstrom in einem Mähdrescher umfasst:
- eine Entnahmeeinrichtung zur Entnahme einer Probe aus dem Materialstrom;
- eine Trenneinrichtung zur Trennung der Probe in Körner und Nichtkornbestandteile; und eine Sensorik zur Erfassung der Körner.
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Es wird demnach nicht versucht, die einzelnen Körner innerhalb des Materialstroms, der aus Körnern (in der Mehrzahl werden Körner im Rahmen der vorliegenden Offenbarung auch als Korn bezeichnet) und Nichtkornbestandteilen besteht, mittels eines Sensors zu erfassen, sondern es erfolgt zuvor eine Trennung der Körner aus dem Materialstrom mittels einer Trenneinrichtung, und nur die mittels der Trenneinrichtung selektierten Körner werden der Sensorik zugeführt und durch letztere sensiert. Dadurch lässt sich die Genauigkeit der Messung verbessern und die eingangs erwähnten Probleme werden vermieden oder treten zumindest in vermindertem Umfang auf.
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Ausführungsbeispiel
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In den Zeichnungen sind nachfolgend näher beschriebene Ausführungsbeispiele dargestellt. Es zeigt:
- 1 eine schematische seitliche Ansicht eines Mähdreschers,
- 2 eine schematische seitliche Ansicht eines Siebes der Reinigung des Mähdreschers mit einer Sensoranordnung,
- 3 eine schematische Draufsicht auf das Sieb und die Sensoranordnung der 2,
- 4 eine zweite Ausführungsform einer Sensoranordnung, und
- 5 eine dritte Ausführungsform einer Sensoranordnung.
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Die 1 zeigt eine selbstfahrende Erntemaschine in Form eines Mähdreschers 10 mit einem Fahrgestell 12, das sich über angetriebene vordere Räder 14 und lenkbare rückwärtige Räder 16 auf dem Boden abstützt und von diesen fortbewegt wird. Die Räder 14, 16 werden mittels nicht gezeigter Antriebsmittel in Drehung versetzt, um den Mähdrescher 10 z. B. über ein abzuerntendes Feld zu bewegen. Im Folgenden beziehen sich Richtungsangaben, wie vorn und hinten, auf die Fahrtrichtung V des Mähdreschers 10 im Erntebetrieb, die in der 1 nach links verläuft.
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An den vorderen Endbereich des Mähdreschers 10 ist ein Erntevorsatz 18 in Form eines Schneidwerks abnehmbar angeschlossen, um beim Erntebetrieb Erntegut in Form von Getreide oder anderen, dreschbaren Halmfrüchten von dem Feld zu ernten und es nach oben und hinten durch einen Schrägfördererzusammenbau 20 einer Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 zuzuführen. Das in der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 durch Dreschkörbe und Roste hindurchtretende, Körner und Verunreinigungen enthaltende Gemisch gelangt in eine Reinigungseinrichtung 26. Durch die Reinigungseinrichtung 26 gereinigtes Getreide wird mittels einer Körnerschnecke 24 einem (nicht gezeigten) Körnerelevator zugeführt, der es in einen Korntank 28 befördert. Das gereinigte Getreide aus dem Korntank 28 kann durch ein Entladesystem mit einer Querschnecke 30 und einem Entladeförderer 32 entladen werden. Die genannten Systeme werden mittels eines Verbrennungsmotors angetrieben und von einem Bediener aus einer Fahrerkabine 34 heraus kontrolliert und gesteuert.
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Die Reinigungseinrichtung 26 umfasst in an sich bekannter Weise ein oberes Sieb 44 und ein unteres Sieb 46, die durch ein Gebläse 40 mit einem die Siebe 44, 46 nach hinten und oben durchströmenden Luftstrom beaufschlagt werden. Die Größe der Sieböffnungen (Drehwinkel der Lamellen der Siebe 44, 46) und die Drehzahl des Gebläses 40 können durch ein Fahrerassistenzsystem mit einer elektronischen Kontrolleinrichtung 60 und geeignete Aktoren selbsttätig verändert werden.
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Am rückwärtigen Ende der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 wird ein Materialstrom, der im Wesentlichen aus Stroh und einigen, in der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 nicht aus dem Erntegut herausgelösten (Verlust-) Körnern besteht, nach hinten abgegeben und mittels einer Fördertrommel 48 abgefördert. Dieser Materialstrom gelangt über einen Förderboden 50 (oder im freien Flug oder mittels eines weiteren Förderers, nicht gezeigt) in einen Strohhäcksler 54, der das Material im Zusammenwirken mit Gegenmessern 54 zerkleinert und einem Wurfverteiler 56 zuführt, welcher es auf dem Feld verteilt. Vorzugsweise ist noch eine (nicht gezeigte) Möglichkeit vorgesehen, das besagte Material am Strohhäcksler 54 vorbeizuführen und in einem Schwad auf dem Feld abzulegen.
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Über das rückwärtige Ende des unteren Siebs 46 gelangendes Material fällt nach unten und wird mittels einer Überkehrschnecke zusammengeführt und als Überkehr einem separaten Nachdrescher oder der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 zugeführt. Aus dem Überkehrmaterialstrom herausgelöste Körner gelangen wieder in den Einlass der Reinigungseinrichtung 26.
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Über das rückwärtige Ende des oberen Siebs 44 gelangendes Material, das im Wesentlichen aus Spreu und einigen (Verlust-) Körnern besteht, wird mittels eines Förderbodens 58 dem Strohhäcksler 52 zugeführt, der es gemeinsam mit dem Materialstrom aus der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 zerkleinert und dem Wurfverteiler 56 zuführt.
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Der dargestellte Mähdrescher 10 ist nur ein Ausführungsbeispiel und kann beliebig variiert werden. So könnte die Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 durch ein Tangentialdreschwerk mit einer oder mehreren Dresch- und ggf. Trenntrommeln und einen nachfolgenden Separator in Form eines Strohschüttlers oder eines oder mehrerer Trennrotors/en ersetzt werden. Stromab des Strohhäckslers 52 könnte anstelle des aktiven Wurfverteilers 56 ein passiver Verteiler mit einer Anzahl nebeneinander angeordneter Kufen verwendet werden, und die Verteilung der Spreu stromab des oberen Siebs 44 könnte durch Spreuverteiler erfolgen.
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Wie bereits erwähnt, enthält das vom oberen Sieb 44 nach hinten abgegebene Material neben der Spreu auch einen gewissen Anteil an Verlustkörnern, die nicht in den Korntank 28, sondern auf das Feld gelangen. Analoges gilt für das von der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 in den Strohhäcksler 52 abgegebene Material. Um Betriebsparameter des Mähdreschers 10, wie Vortriebsgeschwindigkeit und somit den Durchsatz sowie die Öffnungsgröße des oberen Siebs 44 und/oder unteren Siebs 46 und die Drehzahl des Gebläses 40, mittels einer elektronischen Kontrolleinrichtung 60 selbsttätig einstellen zu können und/oder einen Bediener in der Kabine 34 oder einem beabstandeten Ort mittels einer Bedienerschnittstelle 62 über die jeweiligen Verluste informieren zu können, ist eine Messung der Menge der Verlustkörner sinnvoll. Hierzu ist eine Sensoranordnung 64 vorgesehen, die in den 2 und 3 detaillierter gezeigt wird. Wie in der 1 dargestellt, ist eine derartige Sensoranordnung 64 am rückwärtigen Auslass des oberen Siebs 44 angeordnet, um die Verlustkörner am Abgabeende des oberen Siebs 44 zu erfassen, sowie eine Sensoranordnung 64a stromab des Auslasses der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 (nämlich rückwärtig der Fördertrommel 48). Derartige Sensoranordnungen 64 könnten auch dem Materialstrom stromab des rückwärtigen Endes des unteren Siebs 46 (Überkehr) und/oder dem Materialstrom zwischen dem Dreschabschnitt der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 und der Reinigungseinrichtung 26 und/oder dem Materialstrom zwischen dem Trennabschnitt der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 und der Reinigungseinrichtung 26 und/oder stromab des Auslasses des Strohhäckslers 52 und/oder des Wurfverteilers 56 und/oder eines Spreuverteilers zugeordnet werden, um die dortigen Körnerströme zu erfassen.
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Es wird nun auf die 2 und 3 Bezug genommen, in denen die Sensoranordnung 64 gezeigt wird. Die zur Erfassung von Körnern in einem Körner und Nichtkornbestandteile enthaltenden Materialstrom (hier: am Abgabeende des oberen Siebs 44) konfigurierte Sensoranordnung 64 umfasst eine Entnahmeeinrichtung 66 zur Entnahme einer Probe aus dem Materialstrom, eine Trenneinrichtung 68 zur Trennung der Probe in Körner und Nichtkornbestandteile; und eine Sensorik 70 zur Erfassung der Körner.
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Die Entnahmeeinrichtung 66 dient dazu, einen gewissen Anteil des vom oberen Sieb 44 abgegebenen Materialstroms als zu sensierende Probe zu entnehmen. In der gezeigten Ausführungsform umfasst die Entnahmeeinrichtung 66 ein wannen- oder trogförmiges Gehäuse 72, das eine etwa in der Ebene der Oberseite des oberen Siebs 44 liegende Einlassöffnung 74 definiert. Die bezüglich des Materialstroms rückwärtige Wand des Gehäuses 72 ist nach oben gezogen, sodass die beiden Seitenwände des Gehäuses 72 einen Kreisbogen über einen Winkel von ca. 225° einschließen. Am unteren Boden des Gehäuses 72 ist eine Auslassöffnung 76 vorgesehen, an die sich eine Leitung 78 anschließt, durch welche die mittels der Einlassöffnung 74 aus dem Materialstrom entnommene Probe in die Trenneinrichtung 68 gelangt. Das wannen- oder trogförmige Gehäuse 72 der Entnahmeeinrichtung 66 kann in seitlicher Richtung trichterförmig gestaltet sein, analog der Ausführungsform nach
7 und
9a der
WO 2024/036401 A1 .
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Die Entnahmeeinrichtung 66 ist in der dargestellten Ausführungsform in seitlicher Richtung über die Breite des oberen Siebs 44 (oder zumindest eines Teils davon) bewegbar, was es ermöglicht, die seitliche Verteilung der Verlustkörner zu erfassen. Hierzu ist die Leitung 78 flexibel und das Gehäuse 72 ist auf einer sich quer erstreckenden Führungsstange 80 gelagert. Ein Mechanismus 80 mit einem Seilzug 82 und einem Antrieb 84 dient dazu, die Entnahmeeinrichtung 66 in seitlicher Richtung zu verschieben.
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Die Probe gelangt demnach durch die Leitung 78 in die Trenneinrichtung 68, durch Wirkung der Schwerkraft und/oder des oberhalb des oberen Siebs 44 vorhandene Luftströmung des Gebläses 40 und/oder durch eine Saugwirkung eines in der Trenneinrichtung 68 vorhandenen Luftstroms. Die Trenneinrichtung 68 ist eingerichtet, in der Probe enthaltene Körner vom übrigen Material (Spreu und Strohteilchen) zu trennen. In der dargestellten Ausführungsform ist die Trenneinrichtung 68 als Fliehkraft- oder Zyklonabscheider ausgeführt. Die Trenneinrichtung 68 umfasst eine Umhüllung 86, in welcher eine vertikal orientierte Welle 88 mittels eines Antriebs 90 in Rotation versetzt wird. Eine Schleuderscheibe 92 ist am oberen Ende eines Konus 94 angeordnet und drehfest mit der Welle 88 verbunden. Die Probe gelangt durch einen Auslass 96 der Leitung 78 auf die Schleuderscheibe 92. Die Umhüllung 86 wird von unten her durch einen Lufteinlass 98 mit dem Luftstrom beaufschlagt, wie durch die Pfeile angedeutet. Die Probe wird durch die Schleuderscheibe 92 in Rotation versetzt und durch die Fliehkraft bewegt sie sich sie nach außen. Die leichteren (weniger Massendichte aufweisenden) Bestandteile, d.h. die Spreu, werden durch den Luftstrom nach oben hinweggetragen und gelangen durch eine obere Öffnung 100 nach außen, während die schwereren Bestandteile der Probe (Körner) durch die Schwerkraft nach unten in eine Sammelkammer 102 gelangen. Ein als Zellenrad ausgeführter Abgabemechanismus 104 ist mittels eines Antriebs 106 in Drehung versetzbar, um die gesammelten Körner bedarfsweise an die Sensorik 70 abzugeben.
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Die Sensorik 70 dient dazu, die Körner zu erfassen, die von der Trenneinrichtung 68 aus der Probe abgeschieden wurden. In der gezeigten Ausführungsform umfasst die Sensorik 70 ein Förderband 108, das durch einen Antrieb 112 in Drehung versetzbar ist, und dessen Gewichtskraft (bzw. Masse) durch Kraftsensoren 110 erfasst wird. Eine Kamera 114 mit Bildverarbeitungssoftware erfasst die Körner auf dem Förderband 108, und die Körner werden durch das Förderband 108 in einen Sammelbehälter 116 gefördert. Der Inhalt des Sammelbehälters 116 könnte durch einen zugeordneten Förderer in den Korntank 28 verbracht oder (wenn der Sammelbehälter 116 hinreichend groß ist) durch den Bediener des Mähdreschers 10 z.B. auf ein Abtankfahrzeug geleert werden, oder er wird selbsttätig zur weiteren (insbesondere chemischen oder biologischen Labor-) Untersuchung in Behälter verpackt (s.
DE 10 2010 062 417 A1 ), oder die Körner werden auf das Feld abgegeben, insbesondere nachdem sie durch eine geeignete Einrichtung zerkleinert wurden, damit sie nicht als neue Saat auf dem Feld aufgehen.
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Die Kontrolleinrichtung 60 ist mit den Antrieben 84, 90, 106 und 112 verbunden und kontrolliert diese. Zudem ist die Kontrolleinrichtung 60 mit den Kraftsensoren 110 und der Kamera 114 verbunden. Die Kontrolleinrichtung 60 muss nicht unbedingt, wie in den Figuren gezeigt, als einzige Einheit ausgeführt sein, sondern kann sich aus mehreren, über den Mähdrescher 10 verteilten Bestandteilen zusammensetzen. Zudem ist die Kontrolleinrichtung 60 mit üblichen Prallplattensensoren 118, 120 verbunden, die aufprallende Verlustkörner stromab des Trennabschnitts der Axialdresch- und Trenneinrichtung 22 bzw. stromab des oberen Siebs 44 in an sich bekannter Weise erfassen, d.h. beim Aufprall von Körnern werden elektronische Signale erzeugt.
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Die Funktion der Sensoranordnung 64 ist nach alledem folgendermaßen: Die Kontrolleinrichtung 60 verstellt selbsttätig (oder auf Anweisung des Bedieners über die Bedienerschnittstelle 62 hin) die Entnahmeeinrichtung 66 mittels des Antriebs 84 in eine gewünschte Position entlang der Breite des oberen Siebs 44. Insbesondere findet eine regelmäßige Hin- und Herbewegung statt, bei der alle Positionen entlang der Breite des oberen Siebs 44 nacheinander angefahren werden (oder die Entnahmeeinrichtung 64 wird nur oder bevorzugt an jene Stellen entlang der Breite des Siebs 44 verbracht, an denen sich ein Prallplattensensor 118 bzw. 120 befindet). Nachdem eine neue Position angefahren wurde, wird zunächst die Sammelkammer 102 mittels des Antriebs 106 entleert und auch das Förderband 108 mittels des Antriebs 112 geleert, d.h. die darauf vorhandenen Körner in den Sammelbehälter 116 abgegeben. Nun wird für eine vorbestimmte Zeit die Probe aus dem Materialstrom stromab des oberen Siebs 44 entnommen und in der Trenneinrichtung 68 werden die Körner separiert und in der Sammelkammer 102 gesammelt. Dabei oder nach Erreichen eines bestimmten Füllstands in der Sammelkammer 102 wird kontinuierlich oder diskontinuierlich der Abgabemechanismus 104 aktiviert und die Körner auf das Förderband 108 abgegeben und dort mittels der Kraftsensoren 110 gewogen und der Kamera 114 gezählt und im Behälter 116 abgelegt. Anschließend veranlasst die Kontrolleinrichtung 60 die Verstellung der Entnahmeeinrichtung 66 in eine neue Position. Falls eine Entnahme einer Probe nicht beabsichtigt sein sollte, kann die Sensoranordnung 64 deaktiviert werden, indem beispielsweise die Einlassöffnung 74 durch eine Klappe (nicht gezeigt) aktorisch geschlossen wird und/oder die Entnahmeeinrichtung 66 in eine Außerbetriebsstellung seitlich neben dem oberen Sieb 44 verfahren wird.
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Die Trenneinrichtung 68 dient demnach dazu, die Körner aus der Probe zu isolieren und deren Erfassung durch die Sensorik 70 zu vereinfachen, da letztere (zumindest näherungsweise) nur noch mit den Körnern zusammenwirkt, nicht mehr mit dem ursprünglichen Materialstrom, der neben den Körnern noch einen gewissen Anteil an Nichtkornbestandteilen (Spreu und Strohteilchen) enthält. Demnach können die Verluste mit höherer Genauigkeit als bisher erfasst werden. Zudem erübrigt sich eine regelmäßige Kalibrierung der Sensoranordnung 64 durch eine manuelle oder automatisierte Auszählung der auf das Feld ausgeworfenen Körner.
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Die mittels der (hier) diskontinuierlich arbeitenden Sensoranordnung 64 gemessenen Verluste können verwendet werden, um die üblichen, kontinuierlich arbeitenden Prallplattensensoren 118, 120 zur Erfassung der Verluste in Echtzeit zu kalibrieren, indem fortlaufend die Ausgangswerte der Prallplattensensoren 118. 120 in Abständen von z.B. einigen Minuten mit Messungen der Sensoranordnung 64 fusioniert, d.h. in absolute Werte umgerechnet (= kalibriert) werden. Die auf diese Weise kalibrierten Verluste können durch die Kontrolleinrichtung 60 in an sich bekannter Weise zur Einstellung von Betriebsparametern des Mähdreschers 10 genutzt werden, insbesondere für eine automatische oder manuelle Vorgabe der Vortriebsgeschwindigkeit des Mähdreschers 10 und/oder Einstellung der Drehzahl des Gebläses 40 und der Sieböffnungsweite des oberen Siebs 44 und/oder unteren Siebs 46.
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Die derart kalibrierten Verluste können auch verwendet werden, um Verlustkarten, in denen die Verluste als Funktion des Orts georeferenziert eingetragen sind, zu erstellen. Zudem können mittels der Kamera 114 und der zugehörigen Bildverarbeitung weitere Eigenschaften der Körner ermittelt werden, wie Bruchkornanteile oder die Abmessungen und somit das Volumen der einzelnen Körner, die in Verbindung mit den Signalen der Kraftsensoren 110 auch zur Bestimmung der Tausendkornmasse dienen können. Auch diese Werte können zur Einstellung von Betriebsparametern des Mähdreschers 10 dienen und/oder georefenziert kartiert werden.
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Es sei noch angemerkt, dass die Entnahmeeinrichtung 66 in beliebiger anderer Weise ausgeführt sein kann. So könnte die Probe durch eine aufschwenkbare Tür oder Klappe aus dem Materialstrom entnommen werden, die beispielsweise in einem oder beiden der Förderböden 50, 58 oder an einer seitlichen Fläche oder an der Oberseite eines Kanals, durch den der Materialstrom fließt, angeordnet sein kann, vgl.
DE 102 30 475 A1 , oder es findet eine Absaugung der Probe aus dem Materialstrom statt.
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Denkbar wäre auch, die Sensoranordnung 64 kontinuierlich zu betreiben. Hierzu könnten zwei oder mehr Sensoranordnungen 64 über die Breite des vom oberen Sieb 44 abgegebenen Materialstrom (und Sensoranordnungen 64a über die Breite des Erntegutrestestroms stromab der Dresch- und Trenneinrichtung 22) verteilt werden und kontinuierlich die Verlustkörner erfassen. Die Prallplattensensoren 118, 120 könnten in diesem Fall entfallen oder dazu dienen, die Signale der Sensoranordnung(en) 64 auf Plausibilität zu überprüfen.
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Zudem kann anstelle des in den Figuren gezeigten, als Fliehkraft- oder Zyklonabscheider ausgeführten Trenneinrichtung 68 eine beliebige andere Ausführungsform treten, wie eine luftdurchströmte Siebeinrichtung (ähnlich dem oberen oder unteren Sieb 44, 46) oder ein so genannter Zick-Zack-Sichter (s.
DE 42 22 364 A1 ).
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Die
4 zeigt dementsprechend eine weitere Ausführungsform, bei der ein durch ein Gebläse 124 von unten her mit einen Luftstrom 126 beaufschlagtes Sieb 122 sich hin- und her und ggf. auch auf und nieder bewegt, um als Trenneinrichtung 68 die Trennung von Körnern und Verunreinigungen zu bewirken. Bei der Ausführungsform nach
5, die ansonsten jener nach
4 entspricht, ist das Gebläse durch einen Ventilator 128 ersetzt, der (ähnlich einem Extraktor eines Zuckerrohrernters) einen Unterdruck erzeugt und den Luftstrom 126 produziert. Die Öffnungsgröße des Siebs 122 kann bei den Ausführungsformen nach
4 und
5 verstellbar und somit an die Abmessungen der Körner anpassbar sein, z.B. durch Verstellung von Lamellen (analog zu den Sieben 44) oder durch Verstellung zweier Lochsiebe gegeneinander, s.
DE 192 45 445 A1 , deren Offenbarung durch Verweis mit in die vorliegenden Unterlagen aufgenommen wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 40 35 471 A1 [0004]
- DE 10 2013 24 984 A1 [0004]
- EP 1 516 522 A2 [0004]
- DE 1 810 519 A [0005]
- EP 2 977 735 A2 [0005]
- US 2021/0088691 A1 [0006]
- WO 2024/036401 A1 [0006, 0023]
- DE 10 2010 062 417 A1 [0006, 0026]
- EP 2 764 764 A1 [0007]
- EP 2 742 791 A2 [0007]
- DE 40 09 981 A1 [0007]
- DE 102 30 475 A1 [0032]
- DE 42 22 364 A1 [0034]
- DE 192 45 445 A1 [0035]