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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere Schmieröl basierend auf Mineralöl oder synthetischem Öl beispielsweise der API Klassen I, II, III, IV und V. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer solchen Vorrichtung, ein Computerprogramm zum Ausführen eines solchen Verfahrens sowie die Verwendung einer derartigen Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Herstellung von Schmieröl erläutert, trifft aber sinngemäß auch für andere fließfähige Medien zu, welche mit Additiven (chemische und physikalische Wirkstoffe) gemischt werden. Die Additive selbst können flüssig, zähflüssig oder fest sein.
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Schmieröle sind ein solches Gemisch, bei welchem ein Mineralöl oder ein synthetisches Öl, auch als Basisöl bezeichnet, mit einem oder typischerweise mehreren Additiven gemischt wird. Während die verfügbaren Basisöle mehr oder weniger gleich sind, sind es die Additive, welche das Schmieröl für eine bestimmte Anwendung hin optimieren. Additive können Reinigungssubstanzen, Lösungsvermittler, schutzfilmerzeugende Substanzen, Gleitmittel und dergleichen sein, wobei die Aufzählung nicht abschließend ist.
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Damit das Schmieröl seine Wirkung voll entfalten kann, müssen die Additive möglichst homogen im Basisöl verteilt sein. Hierzu werden die Additive üblicherweise zusammen mit dem Basisöl in einen typischerweise beheizbaren Reaktionsbehälter gegeben, in welchem ein Rührwerk angeordnet ist. Die Additive werden für eine gewisse Zeit mit dem erwärmten Basisöl durch Mischen unter Verwendung des Rührwerks homogenisiert und dann aus dem Reaktionsbehälter entnommen. Das so gewonnene Gemisch ist dann das fertiggestellte Schmieröl. Alternativ kann das Gemisch auch umgewälzt werden, wobei das aus dem Reaktionsbehälter entnommene Gemisch durch eine Förderleitung wieder demselben oder einem anderen Reaktionsbehälter zugeführt wird.
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Neben der möglichst hohen Homogenität, also der möglichst gleichmäßigen Verteilung der Additive im Basisöl, ist auch die Stabilität des Gemischs aus dem Basisöl und den Additiven, von hoher Bedeutung. Unabhängig davon, wie hoch die Homogenität des Gemischs nach dem Mischvorgang ist, kann es mit der Zeit zu Entmischungen kommen, die sich beispielsweise anhand eines Niederschlags eines oder mehrerer der Additive zeigen. Hierdurch reduziert sich die Homogenität des Gemischs erheblich, wodurch das Schmieröl seine Wirkung nicht mehr oder nur in vermindertem Umfang entfalten kann. Die Stabilität kann im Rahmen der vorliegenden Offenbarung als Maß des Zeitraums, wie lange eine bestimmte Homogenität des Gemischs erhalten bleibt, verstanden werden.
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Es ist bekannt, zum Homogenisieren Ultraschallwellen zusätzlich oder anstelle des Rührwerks zu verwenden. Diesbezüglich wird auf die
DE 102 43 837 A1 und die
WO 2017/013424 A1 verwiesen. Es hat sich aber herausgestellt, dass der Einsatz von Ultraschallwellen nicht zwangsläufig zu einer erhöhten Homogenität und einer erhöhten Stabilität führt.
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Wie erwähnt, werden die Additive zusammen mit dem Basisöl in einen Reaktionsbehälter gegeben und unter Verwendung eines Rührwerks miteinander vermischt. Dieser Mischvorgang wird bei Temperaturen von zwischen ca. 40 bis 60°C durchgeführt, wobei die zu verwendende Temperatur bei erhöhter Öl-Viskosität und der Anzahl der zugegebenen Additive steigt. Die zum Aufheizen auf diese Temperaturen benötigte Energie ist nicht unerheblich und verursacht entsprechend hohe Kosten. Zudem kann das so erhaltene Gemisch nicht sofort in gebrauchsfertige Flaschen oder ähnliche Gefäße abgefüllt werden, sondern muss zunächst in ein Zwischenbehältnis gefördert werden, wo das Gemisch abkühlen kann. Dieser Abkühlvorgang kann mehrere Tage dauern. Der diesbezügliche apparative und zeitliche Aufwand verteuert den Herstellungsprozess.
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Aufgabe einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere von Mineralöl oder von synthetischem Öl anzugeben, mit welcher es mit kostengünstigen Mitteln möglich ist, eine Abhilfe für die oben genannten Nachteile zu schaffen. Insbesondere soll es mit der Vorrichtung möglich sein, ein mit Additiven beaufschlagtes Medium mit einer hohen Homogenität und einer hohen Stabilität bereitstellen zu können. Des Weiteren liegt einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit welcher eine solche Vorrichtung zum Herstellen eines Mediums mit einer hohen Homogenität und hohen Stabilität betrieben werden kann. Darüber hinaus liegt einer Ausbildung der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Computerprogrammprodukt zum Durchführen dieses Verfahrens bereitzustellen sowie eine Verwendung einer solchen Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums vorzuschlagen.
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Diese Aufgabe wird mit den in den Ansprüchen 1, 15, 16 und 17 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere von Mineralöl oder von synthetischem Öl, umfassend
- - einen Reaktionsbehälter mit zumindest einem Eingang und zumindest einem Ausgang,
- - eine Förderleitung, die insbesondere außerhalb des Reaktionsbehälters verläuft und die den Ausgang mit dem Eingang verbindet,
- - eine in der Förderleitung angeordnete Fördereinrichtung zum Fördern des Mediums vom Ausgang zum Eingang,
- - zumindest eine Additiv-Zuführleitung zum Zuführen eines oder mehrerer Additive zum fließfähigen Medium,
- - eine in der Förderleitung angeordnete oder mit der Förderleitung zusammenwirkende Ultraschalleinheit zum Bereitstellen von Ultraschallwellen und zum Einbringen der Ultraschallwellen in das fließfähige Medium, und
- - eine Steuereinrichtung zum Steuern und/oder Regeln zumindest
- ◯ der Förderleistung der Fördereinrichtung sowie
- ◯ der Frequenz und/oder der Schalleistung der von der Ultraschalleinheit bereitgestellten Ultraschallwellen.
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Wenn der Begriff „Medium“ verwendet wird, soll mit diesem je nach Kontext und dem Verständnis des Fachmanns insbesondere das Basisöl, also das Mineralöl oder das synthetische Öl als solches, oder das Gemisch insbesondere aus dem Basisöl und den Additiven gemeint sein. Eine Unterscheidung zwischen dem Medium und dem Gemisch erscheint zum Verständnis der Erfindung nicht zwingend notwendig. Das fertig behandelte Gemisch aus Basisöl und Additiv wird auch als Schmieröl bezeichnet.
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Das Gemisch aus Basisöl und Additiven kann durch die Förderleitung aus dem Reaktionsbehälter entfernt und ihn wieder zugeführt werden. Insofern kann das Gemisch beliebig oft umgewälzt werden, wobei eine zwei-bis viermalige Umwälzung, also ein zweimaliges bis viermaliges Durchlaufen des Reaktionsbehälters und der Ultraschalleinheit, bei der vorliegenden Vorrichtung als ausreichend erachtet wird, um die gewünschte Homogenität und Stabilität zu erreichen. Der Reaktionsbehälter dient hauptsächlich als Vorlagebehälter, um die gewünschte Menge an Medium in die Vorrichtung einzubringen.
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Die von der Ultraschalleinheit bereitgestellten Ultraschallwellen tragen erhebliche Energiemengen in das Medium ein, so dass es nicht mehr notwendig ist, die Homogenisierung der Additive im Basisöl bei einer erhöhten Temperatur durchzuführen. Vielmehr kann die Homogenisierung bei Raumtemperatur erfolgen. Die diesbezügliche Energie kann eingespart werden. Die Homogenisierung kann bei Raumtemperatur durchgeführt werden. Um jedoch eine ausreichend hohe Homogenisierung und die gewünschte Stabilität zu erhalten, ist die Verweilzeit des Gemischs aus Medium und Additiv in der Ultraschalleinheit von hoher Wichtigkeit. Zudem sind die Schallleistung und die Frequenz der von der Ultraschalleinheit bereitgestellten Ultraschallwellen von hoher Bedeutung für die resultierende Homogenität und die resultierende Stabilität. Die Verweilzeit hängt im Wesentlichen vom Volumenstrom des Mediums oder des Gemischs aus Medium und Additiv durch die Ultraschalleinheit ab. Der Volumenstrom kann mit der Förderleistung der Fördereinrichtung eingestellt werden.
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Die Ultraschalleinheit ist so ausgestaltet, dass die Schallleistung und/oder die Frequenz der von ihr bereitgestellten Ultraschallwellen einstellbar ist. Die Ultraschalleinheit umfasst dabei typischerweise einen zylinderförmigen Durchflussreaktor, der vom Gemisch durchströmt wird. Dieser Durchflussreaktor, der auch als Resonanzkörper bezeichnet werden kann, wird mit an ihm befestigten Ultraschallwandlern in Schwingungen versetzt. Die Ultraschallwandler, die beispielsweise als Piezoaktoren ausgebildet sind, wandeln elektrische Energie direkt in mechanische Bewegungsenergie um, die vom Resonanzkörper auf das Schmieröl übertragen wird. Die Schallleistung gibt an, wie viel Energie vom Ultraschallwandler in den Durchflussreaktor eingetragen wird. Die Schallleistung und die Frequenz, bei welchen die Piezoaktoren betrieben werden, können eingestellt werden.
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Es hat sich als besonders brauchbar erwiesen, wenn der Durchflussreaktor in Edelstahl, vorzugsweise aus dem Werkstoff 1.4404, mit einer Wandstärke von 2 bis 6 mm, ausgebildet ist.
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Dadurch, dass sowohl die Verweilzeit in der Ultraschalleinheit als auch die Frequenz und die Schalleistung mittels der Steuereinrichtung optimal auf die Art, Anzahl und Eigenschaften der Additive sowie auf die Eigenschaften des verwendeten Basisöls angepasst werden können, kann eine optimale Homogenität und eine optimale Stabilität bei gleichzeitig geringem Energieeinsatz erhalten werden. Es ist zudem möglich, das so erhaltene Schmieröl gleich in gebrauchsfertige Flaschen oder entsprechende Gefäße abzufüllen, ohne erst das Schmieröl abkühlen lassen zu müssen.
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Erfindungsgemäß weist
- - die Förderleitung
- ◯ eine erste Verzweigungsstelle und eine zweite Verzweigungsstelle auf, wobei
- ◯ die erste Verzweigungsstelle und die zweite Verzweigungsstelle mit einer ersten Unterleitung und einer zweiten Unterleitung miteinander verbunden sind, und
- - die Ultraschalleinheit eine erste Untereinheit und eine zweite Untereinheit aufweisen, wobei
- ◯ die erste Untereinheit in der ersten Unterleitung angeordnet ist oder mit dieser zusammenwirkt, und
- ◯ die zweite Untereinheit in der zweiten Unterleitung angeordnet ist oder mit dieser zusammenwirkt.
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Erfindungsgemäß können zwei Untereinheiten der Ultraschalleinheit, welche auf das Gemisch einwirken, parallel geschaltet werden. Es ist auch denkbar, drei oder mehr als drei Untereinheiten parallel zu schalten. Das Gemisch kann entweder nur durch eine Untereinheit oder durch beide Untereinheiten geleitet werden. Hierdurch kann die volumenspezifische Energie der Schallwellen, welche in das Gemisch eingebracht wird, gesteuert werden. Es kann flexibel auf die gewünschte Menge des Mediums, welche zu Schmieröl verarbeitet werden soll, reagiert werden.
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Nach Maßgabe einer weiteren Ausführungsform kann die Ultraschalleinheit zwischen der Fördereinrichtung und dem Eingang angeordnet sein. Es hat sich herausgestellt, dass sich eine besonders hohe Homogenität und besonders hohe Stabilität erreichen lassen, wenn die Ultraschalleinheit zwischen der Fördereinrichtung und dem Eingang angeordnet ist.
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Bei einer weitergebildeten Ausführungsform kann die zumindest eine Additiv-Zuführleitung zwischen dem Ausgang und der Ultraschalleinheit und insbesondere zwischen dem Ausgang und der Fördereinrichtung in die Förderleitung münden. Der apparative Aufwand kann gering gehalten werden, unter anderem, da die Additiv-Zuführleitung und ihre entsprechenden Komponenten bodennah und in geringem Abstand zur Förderleitung angeordnet werden können. Zudem kann dann, wenn die Additiv-Zuführleitung zwischen dem Ausgang und der Fördereinrichtung in die Förderleitung mündet, bereits eine gewisse Vorvermischung in der Fördereinrichtung erreicht werden, bevor das Gemisch in die Ultraschalleinheit eintritt. In dieser Ausführungsform kann die gewünschte Homogenität und Stabilität mit verringertem Energiebedarf erreicht werden.
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Bei einer weiteren Ausführungsform kann der Reaktionsbehälter zumindest einen Additiv-Eingang aufweisen und die zumindest eine Additiv-Zuführleitung mit dem Additiv-Eingang verbunden sein. In dieser Ausführungsform wird das Additiv nicht in die Förderleitung, sondern in den Reaktionsbehälter gegeben. Diese Ausführungsform bietet sich insbesondere dann an, wenn bestehende Vorrichtungen nachgerüstet werden sollen. Die Deckel von Reaktionsbehältern weisen häufig eine Vielzahl von Anschlüssen auf, von denen zumindest einer als Additiv-Eingang verwendet werden kann. Folglich kann der zusätzliche Aufwand für das Nachrüsten gering gehalten werden.
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Eine weitergebildete Ausführungsform kann sich dadurch auszeichnen, dass im Reaktionsbehälter ein Rührwerk angeordnet ist. Mit dem Rührwerk kann eine zusätzliche Durchmischung neben der Homogenisierung in der Ultraschalleinheit erreicht werden. Dies ist insbesondere bei Basisölen mit besonders hoher Viskosität von Vorteil.
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Nach Maßgabe einer weiteren Ausführungsform kann die Fördereinrichtung eine Zahnradpumpe sein. Mit einer Zahnradpumpe wird eine weitgehend pulsationsfreie Förderung des Mediums innerhalb der Vorrichtung erreicht. Zudem sind Zahnradpumpen gut zum Fördern von hochviskosen Medien geeignet. Die Zahnradpumpe bewirkt trägt zur Homogenisierung, bei, so dass die Zahnradpumpe eine Doppelfunktion aufweist, nämlich die des Förderns und zumindest zu einem gewissen Grad auch die des Homogenisierens.
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Bei einer weiteren Ausführungsform kann es sich anbieten, dass die Vorrichtung eine Temperierungseinrichtung aufweist, mit welcher die Temperatur des Mediums einstellbar ist. Wie erwähnt, ist es bei der vorschlagsgemäßen Vorrichtung nicht notwendig, die Homogenisierung bei einer erhöhten Temperatur vorzunehmen. Allerdings schwankt die Temperatur des Mediums zumindest in Abhängigkeit von der Jahreszeit üblicherweise etwas, da die Lagerbehältnisse insbesondere für das Basisöl oft im Freien stehen und nicht beheizt sind. Um einen reproduzierbaren und validierbaren Homogenisierungsprozess durchführen zu können, kann das Medium mittels der Temperierungseinrichtung auf eine Mindesttemperatur gebracht werden, welche in etwa der Jahreshöchsttemperatur des Mediums entspricht. Somit kann der Homogenisierungsprozess immer mit derselben Eingangstemperatur und folglich mit derselben Viskosität durchgeführt werden, ohne unnötig viel Energie hierfür zu verbrauchen.
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Nach Maßgabe einer weiteren Ausführungsform kann in der Förderleitung ein Viskosimeter angeordnet sein, mit welcher die Viskosität des Mediums in der Förderleitung bestimmbar ist. Hierbei kann es sich insbesondere um ein sogenanntes Inline-Viskosimeter handeln. Um eine gute Homogenisierung zu erreichen, darf die Viskosität nicht zu hoch sein. Die Viskosität ist unter anderem von der Temperatur abhängig, welche mit der Temperierungseinrichtung verändert werden kann. Wenn trotz der korrekt eingestellten Temperatur die Viskosität nicht den gewünschten Wert erreicht, kann die Temperatur entsprechend geändert werden. Derartige Abweichungen können beispielsweise infolge von Chargenunterschieden des Basisöls und/oder der Additive hervorgerufen werden. Insofern kann eine Redundanz geschaffen werden, um den Homogenisierungsprozess reproduzierbar durchzuführen. Dabei kann sowohl die kinematische Viskosität als auch die dynamische Viskosität bestimmt werden.
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In einer weitergebildeten Ausführungsform kann die Vorrichtung eine Medium-Zuführleitung aufweisen, mit welcher das Medium zum Reaktionsbehälter und/oder zur Förderleitung geführt werden kann. In dieser Ausführungsform kann eine weitgehende Automatisierung des Homogenisierungsprozesses erreicht werden, da das Medium, insbesondere das Basisöl, mit einer eigenen Medium-Zuführleitung in die Vorrichtung eingebracht werden kann. Eine manuelle Zufuhr kann entfallen. Zudem können die Menge und der Zeitpunkt, zu dem das Medium zugeführt werden kann, gewählt werden. Üblicherweise wird die Homogenisierung nach Art eines Batch-Prozesses durchgeführt. Es ist aber insbesondere in dieser Ausführungsform auch möglich, beispielsweise einen Fed-Batch-Prozess durchzuführen, wodurch erhöhte Durchsatzraten erzielt werden können.
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Bei einer weitergebildeten Ausführungsform kann die Vorrichtung eine Medium-Abführleitung aufweisen, mit welcher das Medium aus dem Reaktionsbehälter und/oder aus der Förderleitung abgeführt werden kann. Nach erfolgter Homogenisierung kann das fertige Schmieröl durch die Medium-Abführleitung aus der Vorrichtung entfernt werden. Beispielsweise kann das Schmieröl einer Weiterbearbeitungseinrichtung, beispielsweise einer Abfülleinrichtung, zugeführt werden, mit welcher das Schmieröl in Flaschen oder ähnliche Gefäße abgefüllt wird.
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Bei einer weiteren Ausführungsform kann die Vorrichtung eine Wiegeeinrichtung zum Bestimmen der Masse des sich im Reaktionsbehälter befindlichen Mediums umfassen. Zwar lassen sich mit modernen Pumpen die Volumenströme hinreichend genau einstellen, so dass ohne weiteres aus den Volumenströmen auf die Massenverhältnisse zwischen dem Basisöl und den Additiven geschlossen werden kann. Dennoch kann mit der Wiegeeinrichtung kontrolliert werden, ob das gewünschte Massenverhältnis auch tatsächlich vorliegt. Es wird eine Redundanz geschaffen, wodurch die Prozesssicherheit erhöht wird.
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Eine weitergebildete Ausführungsform kann sich dadurch auszeichnen, dass die Vorrichtung auf einer mobilen Transportplattform angeordnet ist. Die mobile Transportplattform kann beispielsweise ein 1 TEU (twenty-foot Equivalent Unit) oder ein 1 FEU (fourty foot Equivalent Unit) Standardcontainer sein. Hiermit ist es möglich, die Vorrichtung flexibel von einem Ort zum anderen zu transportieren. Insbesondere kann der Hersteller der Vorrichtung diese weitgehend in seinen eigenen Werkhallen montieren und auf Funktionsfähigkeit prüfen und anschließend zum Kunden schicken. Der Aufwand der Inbetriebnahme der Vorrichtung seitens des Kunden ist sehr gering. Zudem kann die Vorrichtung auf Leihbasis dem Kunden zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise, damit er die Vorrichtung testen kann oder damit er ein spezielles Schmieröl, welches nur in geringen Mengen benötigt wird, herzustellen.
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Nach Maßgabe einer weiteren Ausführungsform kann die Vorrichtung
- - eine an der Transportplattform angeordnete Additiv-Zuführleitungskupplung zum Anschließen eines Additiv-Lagerbehältnisses an die Additiv-Zuführleitung, und/oder
- - eine an der Transportplattform angeordnete Medium-Zuführleitungskupplung zum Anschließen eines Medium-Lagerbehältnisses an die Medium-Zuführleitung, und/oder
- - eine an der Transportplattform angeordnete Medium-Abführleitungskupplung zum Anschließen einer Weiterbearbeitungseinrichtung und/oder eines Medium-Lagerbehältnisses an die Medium-Abführleitung aufweisen.
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In dieser Ausführungsform kann die Vorrichtung auf sehr einfache Weise in Betrieb genommen werden. Es müssen nur die betreffenden Lagerbehältnisse an die hierzu passenden Kupplungen angeschlossen werden. Anschließend kann die Vorrichtung in Betrieb genommen werden.
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Eine Ausbildung der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere Schmieröl basierend auf Mineralöl oder synthetischem Öl, mit einer Vorrichtung nach einem der vorherigen Ausführungsformen, umfassend die folgenden Schritte:
- - Betreiben der Fördereinrichtung bei einem Volumenstrom für das Medium, so dass sich eine Verweilzeit für das Medium in der Ultraschalleinheit ergibt,
- - Betreiben der Ultraschalleinheit derart, dass die von ihr bereitgestellten Ultraschallwellen eine Schalleistung aufweisen,
- - Betreiben der Temperierungseinrichtung derart, dass das Medium eine kinematische Viskosität aufweist, wobei
- - ein Energie-Quotient im Bereich von 25 bis 70 W sec2 mm-2, insbesondere zwischen 30 und 60 W sec2 mm-2 beträgt.
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Der Energie-Quotient bezieht sich auf eine einmalige Durchströmung der Ultraschalleinheit. Wie erwähnt, kann je nach Ausgestaltung der Vorrichtung das Medium in der Vorrichtung umgewälzt werden. Bei einer Umwälzung, bei welcher die Ultraschalleinheit mehrmals von der betreffenden Volumeneinheit durchströmt wird, ist die aufsummierte Verweilzeit durch die Anzahl der Durchströmungen der Ultraschalleinheit zu teilen. Mit anderen Worten beschreibt die Verweilzeit bezogen auf ein Additiv, wie lange dieses Additiv den Ultraschallwellen ausgesetzt war.
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Eine Umsetzung der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere von Schmieröl basierend auf Mineralöl oder synthetischem Öl, mit einer Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, umfassend die folgenden Schritte:
- - Betreiben der Fördereinrichtung bei einem Volumenstrom für das Medium, so dass sich eine Verweilzeit für das Medium in der Ultraschalleinheit ergibt,
- - Betreiben der Ultraschalleinheit derart, dass die von ihr bereitgestellten Ultraschallwellen eine Schallleistung und eine Frequenz aufweisen,
- - Betreiben der Temperierungseinrichtung derart, dass das Medium eine kinematische Viskosität aufweist, wobei
- - ein Frequenz-Energie-Quotient im Bereich von 150 bis 350 mm sec-3 W-1, insbesondere zwischen 200 und 300 mm sec-3 W-1 beträgt.
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Auch in dieser Umsetzung des Verfahrens gilt der Frequenz-Energie-Quotient für den Fall, dass eine Volumeneinheit des Mediums die Ultraschalleinheit einmal durchströmt. Die Ultraschalleinheit ist dabei so ausgestaltet, dass die Frequenz des Ultraschalls einstellbar ist.
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Die technischen Effekte und Vorteile, die sich mit dem vorschlagsgemäßen Verfahren erreichen lassen, entsprechen im Wesentlichen denjenigen, die für die vorliegende Vorrichtung erörtert worden sind. Zusammenfassend sei darauf hingewiesen, sich dass dann, wenn die vorschlagsgemäße Vorrichtung im angegebenen Bereich des Energie-Quotienten betrieben wird, Schmieröle mit einer besonders hohe Homogenität und einer besonders hohen Stabilität herstellen lassen.
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Eine Ausgestaltung der Erfindung betrifft ein Computerprogrammprodukt zum Ausführen eines Verfahrens nach der zuvor vorgestellten Ausbildung und/oder zum Betreiben einer Vorrichtung nach einer der oben diskutierten Ausführungsformen, wobei das Computerprogrammprodukt Programmmittel zum Veranlassen einer Steuereinrichtung umfasst, die folgenden Schritte auszuführen, wenn das Computerprogramm auf der Steuereinrichtung ausgeführt wird:
- - Betreiben der Fördereinrichtung bei einem Volumenstrom für das Medium, so dass sich eine Verweilzeit für das Medium in der Ultraschalleinheit ergibt,
- - Betreiben der Ultraschalleinheit derart, dass die von ihr bereitgestellten Ultraschallwellen eine Schallleistung aufweisen,
- - Betreiben der Temperierungseinrichtung derart, dass das Medium eine Viskosität aufweist, wobei
- - ein Energie-Quotient im Bereich von 25 bis 70 W sec2 mm-2, insbesondere zwischen 30 und 60 W sec2 mm-2 beträgt.
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Eine Umsetzung der Erfindung betrifft die Verwendung einer Vorrichtung nach einer der oben diskutierten Ausführungsformen zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, insbesondere Schmieröl basierend auf Mineralöl oder synthetischem Öl.
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Die technischen Effekte und Vorteile, die sich mit dem vorschlagsgemäßen Computerprogrammprodukt und der Verwendung erreichen lassen, entsprechen im Wesentlichen denjenigen, die für die vorliegende Vorrichtung erörtert worden sind. Zusammenfassend sei darauf hingewiesen, dass sich hierdurch eine besonders hohe Homogenität und eine besonders hohe Stabilität erreichen lassen.
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Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums,
- 2 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, und
- 3 eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums, jeweils anhand von prinzipiellen Darstellungen.
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In 1 ist eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 101 zum Bearbeiten eines fließfähigen Mediums anhand einer prinzipiellen Darstellung gezeigt. Die Vorrichtung 101 wird im Folgenden für die Bearbeitung von Schmieröl, basierend auf Mineralöl oder synthetischem Öl erläutert, wobei der Einsatz der Vorrichtung 101 nicht hierauf beschränkt ist.
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Die Vorrichtung 101 weist einen Reaktionsbehälter 14 mit einem ersten Eingang 16, einem zweiten Eingang 18 und einem Ausgang 20 auf. Der erste Eingang 16 ist mit einer Medium-Zuführleitung 22 verbunden. Die Medium-Zuführleitung 22 geht von einem ersten Medium-Lagerbehältnis 24, der nach Art eines Tanks ausgebildet ist, aus, in welchem ein Basisöl, insbesondere ein Mineralöl oder ein synthetisches Öl, oder andere fließfähige Medien 12, gelagert werden können. Ausgehend vom ersten Medium-Lagerbehältnis 24 ist ein erstes Medium-Absperrventil 26 in der Medium-Zuführleitung 22 angeordnet, mit welchem die Medium-Zuführleitung 22 wahlweise geöffnet oder geschlossen werden kann. Ausgehend vom ersten Medium-Lagerbehältnis 24 entlang der Medium-Zuführleitung 22 gesehen ist hinter dem ersten Medium-Absperrventil 26 eine erste Medium-Fördereinrichtung 28, hier eine Zahnradpumpe, angeordnet, mit welcher das Medium 12 entlang der Medium-Zuführleitung 22 und insbesondere vom ersten Medium-Lagerbehältnis 24 zum Reaktionsbehälter 14 hin gefördert werden kann. Ferner sind zwischen der ersten Medium-Fördereinrichtung 28 und dem Reaktionsbehälter 14 eine Medium-Durchfluss-Messeinrichtung 30 zum Bestimmen des Volumenstroms des Mediums durch die Medium-Zuführleitung 22 und ein zweites Medium-Absperrventil 32 angeordnet. Das zweite Medium-Absperrventil 32 kann als ein elektromechanisches oder pneumatisches Ventil ausgestaltet sein.
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Der Ausgang 20 des Reaktionsbehälters 14 ist mit dem zweiten Eingang 18 mittels einer Förderleitung 34 verbunden. Ausgehend vom Ausgang 20 ist eine Temperierungseinrichtung 35 vorgesehen, mit welcher das aus dem Reaktionsbehälter 14 austretende Medium 12 auf eine bestimmte Temperatur gebracht werden kann.
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Vom Reaktionsbehälter 14 aus entlang der Förderleitung 34 gesehen hinter der Temperierungseinrichtung 35 zweigt eine Medium-Abführleitung 38 aus der Förderleitung 34 ab. In der Medium-Abführleitung 38 ist ein drittes Medium-Absperrventil 36 und eine zweite Medium-Fördereinrichtung 40 angeordnet. Die Medium-Abführleitung 38 ist an eine Weiterbearbeitungseinrichtung 42 und/oder ein zweites Medium-Lagerbehältnis 44 angeschlossen.
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Ausgehend von der Temperierungseinrichtung 35 ist innerhalb der Förderleitung 34 ein viertes Medium-Absperrventil 46 vorgesehen. Vom Reaktionsbehälter 14 aus entlang der Förderleitung 34 gesehen hinter dem vierten Medium-Absperrventil 46 münden eine erste Additiv-Zuführleitung 481 und eine zweite Additiv-Zuführleitung 482 in die Förderleitung 34. Die erste Additiv-Zuführleitung 481 und die zweite Additiv-Zuführleitung 482 sind identisch aufgebaut und gehen jeweils von einem Additiv-Lagerbehältnis 501, 502 aus. Ferner sind jeweils eine Additiv-Fördereinheit 511, 512, jeweils eine Additiv-Durchfluss-Messeinrichtung 521, 522 zum Bestimmen des Volumenstroms der Additive durch die erste Additiv-Zuführleitung 481 bzw. durch die zweite Additiv-Zuführleitung 482 sowie jeweils ein Additiv-Absperrventil 541, 542 vorgesehen.
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Darüber hinaus sind in der Förderleitung 34 eine Fördereinrichtung 56, die als Zahnradpumpe 57 ausgestaltet ist, eine Förderleitungsdurchfluss-Messeinrichtung 58 zum Bestimmen des Volumenstroms V˙durch die Förderleitung 34, ein Viskosimeter 60 zum Bestimmen der Viskosität des Mediums in der Förderleitung 34, sowie eine Temperaturmesseinrichtung 62 zum Bestimmen der Temperatur des Mediums in der Förderleitung 34 angeordnet.
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Von der Fördereinrichtung 56 aus entlang der Förderleitung 34 gesehen hinter der Temperaturmesseinrichtung 62 befindet sich eine erste Verzweigungsstelle 64 mit einem ersten Verzweigungsventil 66, welches beispielsweise als ein Dreiwegeventil ausgestaltet sein kann. Die Förderleitung 34 teilt sich in der ersten Verzweigungsstelle 64 in eine erste Unterleitung 68 und eine zweite Unterleitung 70 auf. In der ersten Unterleitung 68 ist eine erste Untereinheit 72 und in der zweiten Unterleitung 70 eine zweite Untereinheit 74 einer Ultraschalleinheit 76 angeordnet, mit welcher es möglich ist, Ultraschallwellen zu erzeugen und in das die erste Unterleitung 68 und die zweite Unterleitung 70 durchströmende Medium 12 einzubringen.
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Die erste Unterleitung 68 und die zweite Unterleitung 70 vereinigen sich wieder in einer zweiten Verzweigungsstelle 78, in welchem sich ein zweites Verzweigungsventil 80 befindet, das ebenfalls als ein Dreiwegeventil ausgestaltet sein kann. Folglich kann das Medium 12 durch die erste Unterleitung 68 oder durch die zweite Unterleitung 70 oder sowohl durch die erste Unterleitung 68 als auch durch die zweite Unterleitung 70 strömen oder die Förderleitung 34 an der ersten Verzweigungsstelle 64 oder der zweiten Verzweigungsstelle 78 gesperrt werden. Von der zweiten Verzweigungsstelle 78 aus führt die Förderleitung 34 zu dem bereits erwähnten zweiten Eingang 18 des Reaktionsbehälters 14.
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Ferner weist die Vorrichtung 101 eine Wiegeeinrichtung 82 auf, mit welcher die Masse des sich im Reaktionsbehälters 14 befindlichen Mediums bestimmt werden kann.
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Darüber hinaus ist die Vorrichtung 101 mit einer Steuereinrichtung 84 versehen, welche mit elektrischen Leitungen wie in 1 ersichtlich mit einigen der zuvor beschriebenen Komponenten verbunden ist, wodurch eine Steuerung und/oder Regelung der Vorrichtung 101 realisiert werden kann. Eine drahtlose Verbindung ist auch denkbar.
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Die Vorrichtung 101 kann auf folgende Weise betrieben werden: Es wird davon ausgegangen, dass das erste Medium-Lagerbehältnis 24 ausreichend mit Medium 12 und die Additiv-Lagerbehältnisse 501, 502 ausreichend mit Additiv A1, A2 gefüllt sind. Als Medium 12 kann ein Basisöl, insbesondere ein Mineralöl oder ein synthetisches Öl verwendet werden. Als erstes Additiv A1 und als zweites Additiv A2 können Reinigungssubstanzen, Lösungsvermittler, schutzfilmerzeugende Substanzen, Gleitmittel und dergleichen oder vorgefertigte Gemische verwendet werden.
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Das erstes Medium-Absperrventil 26 wird manuell geöffnet, wobei auch eine Öffnung mittels einer entsprechenden Ansteuerung mit der Steuereinrichtung 84 denkbar ist. Das dritte Medium-Absperrventil 36 ist geschlossen und das vierte Medium-Absperrventil 46 ist geöffnet.
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Die erste Medium-Fördereinrichtung 28 wird nun aktiviert und das zweite Medium-Absperrventil 32 mittels der Steuereinrichtung 84 geöffnet. Mittels der Medium-Durchfluss-Messeinrichtung 30 wird ermittelt, inwieweit der von der ersten Medium-Fördereinrichtung 28 bereitgestellte Volumenstrom mit dem Soll-Volumenstrom übereinstimmt. Das Medium 12 wird solange in den Reaktionsbehälter 14 gefördert, bis dass das dort gewünschte Volumen erreicht ist. Mittels der Wiegeeinrichtung 82 kann geprüft werden, ob das gewünschte Volumen im Reaktionsbehälter 14 vorliegt. Ist dies der Fall, werden das zweite Medium-Absperrventil 32 geschlossen und die erste Medium-Fördereinrichtung 28 inaktiviert.
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Die Additiv-Fördereinheiten 511, 512 sowie die Fördereinrichtung 56 werden aktiviert und die Additiv-Absperrventile 541, 542 geöffnet, wobei mit den Additiv-Durchfluss-Messeinrichtungen 521, 522 geprüft werden kann, ob die gewünschten Volumenströme durch die erste Additiv-Zuführleitung 481 und die zweite Additiv-Zuführleitung 482 in die Förderleitung 34 strömen. Die Volumenströme durch die erste Additiv-Zuführleitung 481 und durch die zweite Additiv-Zuführleitung 482 können voneinander abweichen. Es ist zudem möglich, dass der Volumenstrom durch die erste Additiv-Zuführleitung 481 oder die zweite Additiv-Zuführleitung 482 null betragen. In derjenigen Additiv-Zuführleitung, in welcher der Volumenstrom null beträgt, kann das betreffenden Additiv-Absperrventil 541, 542 geschlossen bleiben.
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Wie erwähnt, ist auch die Fördereinrichtung 56 aktiviert. Infolgedessen wird das Medium 12 durch den Ausgang 20 aus dem Reaktionsbehälter 14 gesaugt. Anschließend durchströmt das Medium 12 die Temperierungseinrichtung 35.
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Der Volumenstrom durch die Förderleitung 34 wird mit der Förderleitungsdurchfluss-Messeinrichtung 58 gemessen. Aus dem Verhältnis der Volumenströme durch die erste Additiv-Zuführleitung 481 und durch die zweite Additiv-Zuführleitung 482 und durch die Förderleitung 34 ergibt sich auch das Misch- oder Massenverhältnis zwischen den Additiven A1, A2 und dem Medium 12. Eine gewisse Durchmischung der Additive A1, A2 in dem Medium 12 findet bereits in der Förderleitung 34 und hauptsächlich in der als die Zahnradpumpe 57 ausgestaltete Fördereinrichtung 56 statt.
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Mit dem Viskosimeter 60 wird die Viskosität, hier die kinematische Viskosität v des Mediums oder, sofern Additive in die Förderleitung 34 gefördert werden, dem Gemisch aus Medium 12 und Additiven, in der Förderleitung 34, sowie mit einer Temperaturmesseinrichtung 62 die Temperatur des Mediums oder des Gemischs in der Förderleitung 34 bestimmt. Da die Viskosität von der Temperatur abhängt, kann bei einer Abweichung der gemessenen von der gewünschten Viskosität die Temperierungseinrichtung 35 mittels der Steuereinrichtung 84 entsprechend angesteuert werden. Die Messung der Temperatur und der Viskosität stellt daher eine gewisse Redundanz dar, die aber der Prozesssicherheit dient und die Steuerung und/oder Regelung vereinfachen kann. Insbesondere können die gemessenen Werte der Temperatur und der Viskosität einem Plausibilitätscheck unterzogen werden und so Fehlfunktionen der Temperaturmesseinrichtung 62 und/oder des Viskosimeters 60 erkannt und entsprechend gemeldet werden.
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Nachdem das Medium 12 oder das Gemisch aus Medium 12 und Additiven das Viskosimeter 60 und die Temperaturmesseinrichtung 62 durchströmt haben, teilt sich je nach Stellung des ersten Verzweigungsventils 66 und des zweiten Verzweigungsventils 80 der Volumenstrom durch die Förderleitung 34 auf die erste Unterleitung 68 und die zweite Unterleitung 70 auf. Dort werden mittels der Ultraschalleinheit 76 Ultraschallwellen mit der gewünschten Schalleistung P und der gewünschten UltraschallFrequenz erzeugt und in das Gemisch aus Medium 12 und Additiven eingebracht, infolgedessen das Gemisch homogenisiert wird.
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Je nach eingebrachter Schalleistung P, die in den zylinder- oder rohrförmigen Durchflussreaktor der Ultraschalleinheit 76 eingetragen wird, dem Volumenstrom V˙durch die Ultraschalleinheit 76 und der hieraus folgenden Verweilzeit T in der Ultraschalleinheit 76 sowie der temperaturabhängigen kinematischen Viskosität v des Gemischs kann die Homogenität beeinflusst werden. Dabei hat sich die Verwendung eines Energiequotienten EQ als Richtwert als besonders brauchbar erwiesen, der wie folgt definiert ist:
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Der Energiequotient EQ hat die Einheit [W sec
2 mm
-2] und bezieht sich auf eine einmalige Durchströmung der Ultraschalleinheit. Auch die Verweilzeit T bezieht sich auf eine einmalige Durchströmung der Ultraschalleinheit. Werte zwischen 30 und 60 W sec
2 mm
-2 haben sich als besonders günstig erwiesen, um eine gute und stabile Homogenität der Additive A1, A2 in einem Basisöl, insbesondere in einem Mineralöl oder einem synthetischen Öl, zu erhalten. Hierbei liefern EQ- Werte, die über 60 liegen, auch eine homogene Ölmischung, aber der Prozess wird in Hinblick auf den Energiebedarf und die Prozesszeiten unwirtschaftlicher. Die Steuereinrichtung 84 stellt den Volumenstrom V˙und die Temperatur des Gemischs sowie die Schalleistung P so ein, dass der Energiequotient EQ im genannten Bereich liegt. Tabelle 1: Ausführungsbeispiel für die Homogenisierung eines fließfähigen Mediums bei einmaliger Durchströmung des Ultraschalleinheit 76
| v [mm2 sec-1] | P [Watt] | T [sec] | EQ [W sec2 mm-2] |
| 200 | 2000 | 6 | 60 |
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Wie eingangs erwähnt, ist je nach Ausgestaltung der Ultraschalleinheit 76 nicht nur die Schalleistung , sondern auch die Frequenz der auf das Gemisch einwirkenden Ultraschallwellen veränderbar. Es lässt sich daher ein Frequenz-Energie-Quotient wie folgt definieren:
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Der Frequenz-Energiequotient EQf hat die Einheit [mm sec
-3 W
-1]. Werte zwischen 200 und 300 mm sec
-3 W
-1 haben sich als besonders günstig erwiesen, um eine gute und stabile Homogenität der Additive A1, A2 in einem Basisöl, insbesondere in einem Mineralöl oder einem synthetischen Öl, zu erhalten. Hierbei liefern EQf- Werte, die unter 200 liegen, auch eine homogene Ölmischung, aber der Prozess wird in Hinblick auf den Energiebedarf und die Prozesszeiten unwirtschaftlicher. Tabelle 2: Ausführungsbeispiel für die Homogenisierung eines fließfähigen Mediums bei mehrmaliger Durchströmung des Ultraschalleinheit 76
| v [mm2 sec-1] | P [Watt] | Tav [sec] | f [sec-1] | EQf [mm sec-3 W-1] |
| 200 | 2500 | 10 | 28000 | 224 |
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Wie erwähnt, kann das Gemisch mehrmals umgewälzt werden, so dass die Ultraschalleinheit 76 von einer Volumeneinheit mehrmals durchströmt wird. Der Volumenstrom V kann dabei geändert werden, so dass sich unterschiedliche Verweilzeiten T ergeben. Dabei ist es empfehlenswert, dass der Energiequotient EQ und der Frequenz-Energiequotient EQf bei jedem Durchströmen einer Volumeneinheit durch die Ultraschalleinheit 76 im angegebenen Bereich liegen. Der Frequenz-Energiequotient EQf muss unter Berücksichtigung der Gesamtverweilzeit Tav = T*n im angegebenen Bereich liegen, wobei n die Anzahl angibt, wie oft die Ultraschalleinheit 76 von einer Volumeneinheit durchströmt worden ist.
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Sowohl der Energiequotient als auch der Frequenz-Energiequotient können beim Upscaling der Vorrichtung und zum Vergleichen von mehreren Vorrichtungen verwendet werden.
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Nachdem das Gemisch die Ultraschalleinheit 76 durchströmt hat, vereinigen sich die beiden Volumenströme durch die erste Unterleitung 68 und die zweite Unterleitung 70 in der zweiten Verzweigungsstelle 78 wieder. Anschließend gelangt das Gemisch in den Reaktionsbehälter 14. Das Gemisch kann nun erneut durch die Förderleitung 34 gefördert und somit umgewälzt werden. Dabei können die Additiv-Absperrventile 541, 542 geschlossen und die Additiv-Fördereinheiten 511, 512 deaktiviert sein, um das eingestellte Verhältnis zwischen Medium 12 und Additiven nicht zu verändern.
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Ist der Homogenisierungsprozess abgeschlossen, werden das vierte Medium-Absperrventil 46 geschlossen und das dritte Medium-Absperrventil 36 geöffnet. Das nun fertig homogenisierte Gemisch aus Medium 12 und den Additiven A1, A2, welches dann als Schmieröl bezeichnet werden kann, wird nun der Weiterbearbeitungseinrichtung 42 zugeführt. Hierzu wird die zweite Medium-Fördereinrichtung 40 aktiviert. In der Weiterbearbeitungseinrichtung 42 kann das Schmieröl in gebrauchsfertige Flaschen oder dergleichen abgefüllt oder im zweiten Medium-Lagerbehältnis 44 gelagert werden.
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In 2 ist eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 102 ebenfalls anhand einer prinzipiellen Darstellung gezeigt. Die wesentlichen Komponenten der Vorrichtung 102 der zweiten Ausführungsform entsprechen dabei denjenigen der Vorrichtung 101 der ersten Ausführungsform, weshalb im Folgenden nur auf die wesentlichen Unterschiede eingegangen wird. In der zweiten Ausführungsform weist der Reaktionsbehälter 14 einen ersten Additiv-Eingang 881 und einen zweiten Additiveingang 882 auf, an denen die erste Additiv-Zuführleitung 481 bzw. die zweite Additiv-Zuführleitung 482 angeschlossen sind. Ferner ist der Reaktionsbehälter 14 mit einem Rührwerk 90 versehen. Der wesentliche Unterschied in der Vorrichtung 102 nach dem zweiten Ausführungsbeispiel im Vergleich zur Vorrichtung 101 nach dem ersten Ausführungsbeispiel liegt insbesondere darin, dass das Medium 12 und die Additive A1, A2 zunächst dem Reaktionsbehälter 14 zugeführt und dort unter Verwendung des Rührwerks 90 miteinander vermischt werden, bevor das Gemisch mit der Fördereinrichtung 56 durch die Förderleitung 34 gepumpt und in der Ultraschalleinheit 76 mit Ultraschallwellen beaufschlagt werden. Ansonsten gleicht die Betriebsweise im Wesentlichen derjenigen der Vorrichtung 101 nach der ersten Ausführungsform. Insbesondere wird auch in der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung 102 eine gute Homogenität und hohe Stabilität des Gemisches aus Basisöl und Additiven dann erreicht, wenn der Energiequotient EQ Werte zwischen 30 und 60 W sec2 mm-2 aufweist.
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3 zeigt eine dritte Ausführungsform der Vorrichtung 103 anhand einer prinzipiellen Darstellung. Die Vorrichtung 103 nach der dritten Ausführungsform gleicht weitgehend der Vorrichtung 101 nach der ersten Ausführungsform, allerdings ist die Vorrichtung 103 nach der dritten Ausführungsform auf einer mobilen Transportplattform 92 angeordnet, welche von einem Container, insbesondere einem 1 TEU (twenty-foot Equivalent Unit) oder ein 1 FEU (fourty foot Equivalent Unit) Standardcontainer gebildet wird. Dabei sind an der Transportplattform 92 zwei Additiv-Zuführleitungskupplungen 941, 942 zum Anschließen jeweils eines Additiv-Lagerbehältnisses 501, 502 an die Additiv-Zuführleitungen 481, 482, eine Medium-Zuführleitungskupplung 96 zum Anschließen eines ersten Medium-Lagerbehältnisses 24 an die Medium-Zuführleitung 22, und eine Medium-Abführleitungskupplung 98 zum Anschließen einer Weiterbearbeitungseinrichtung 42 und/oder eines zweiten Medium-Lagerbehältnisses 44 an die Medium-Abführleitung 38 angeordnet. Die Additiv-Zuführleitungskupplungen 941, 942, die Medium-Zuführleitungskupplung 96 und die Medium-Abführleitungskupplung 98 können lösbar an der Containerwand befestigt werden, so dass sie während des Transports beispielsweise mittels eines LKW oder eines Schiffs entfernt werden können, damit nicht nach Außen über die Container überstehen und mit benachbart angeordneten Containern kollidieren.
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Wenn die Transportplattform 92 am gewünschten Ort abgesetzt worden ist, können die Additiv-Lagerbehältnisse 501, 502 an die Additiv-Zuführleitungskupplungen 94, das erste Medium-Lagerbehältnis 24 an die Medium-Zuführleitungskupplung 96 und das zweite Medium-Lagerbehältnis 44 und/oder die Weiterbearbeitungseinrichtung 42 an die Medium-Abführleitungskupplung 98 angeschlossen werden. Anschließend kann die Vorrichtung 103 auf die oben beschriebene Weise betrieben werden.
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Bezugszeichenliste
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- 101, 102, 103
- Vorrichtung
- 12
- Medium
- 14
- Reaktionsbehälter
- 16
- erster Eingang
- 18
- zweiter Eingang
- 20
- Ausgang
- 22
- Medium-Zuführleitung
- 24
- erstes Medium-Lagerbehältnis
- 26
- erstes Medium-Absperrventil
- 28
- erste Medium-Fördereinrichtung
- 30
- Medium-Durchfluss-Messeinrichtung
- 32
- zweites Medium-Absperrventil
- 34
- Förderleitung
- 36
- drittes Medium-Absperrventil
- 38
- Medium-Abführleitung
- 40
- zweite Medium-Fördereinrichtung
- 42
- Weiterbearbeitungseinrichtung
- 44
- zweites Medium-Lagerbehältnis
- 46
- viertes Medium-Absperrventil
- 481, 482
- Additiv-Zuführleitung
- 501, 502
- Additiv-Lagerbehältnis
- 511, 512
- Additiv-Fördereinheit
- 521, 522
- Additiv-Durchfluss-Messeinrichtungen
- 541, 542
- Additiv-Absperrventil
- 56
- Fördereinrichtung
- 57
- Zahnradpumpe
- 58
- Förderleitungsdurchfluss-Messeinrichtung
- 60
- Viskosimeter
- 62
- Temperaturmesseinrichtung
- 64
- erste Verzweigungsstelle
- 66
- erstes Verzweigungsventil
- 68
- erste Unterleitung
- 70
- zweite Unterleitung
- 72
- erste Untereinheit
- 74
- zweite Untereinheit
- 76
- Ultraschalleinheit
- 78
- zweite Verzweigungsstelle
- 80
- zweites Verzweigungsventil
- 82
- Wiegeeinrichtung
- 84
- Steuereinrichtung
- 86
- elektrische Leitung
- 881, 882
- Additiveingang
- 90
- Rührwerk
- 92
- Transportplattform
- 941, 942
- Additiv-Zuführleitungskupplung
- 96
- Medium-Zuführleitungskupplung
- 98
- Medium-Abführleitungskupplung
- EQ
- Energiequotient
- F
- Frequenz
- P
- Leistung
- V̇
- Volumenstrom
- T
- Verweilzeit
- Tav
- Gesamtverweilzeit
- v
- kinematische Viskosität
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102 43 837 A1 [0006]
- WO 2017/013424 A1 [0006]
- DE 44 31 872 C1 [0007]
- EP 1 800 355 B1 [0007]
- DE 40 16 076 A1 [0007]