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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Eindrucken von Codes, Text- oder Bildelementen mit Tintenstrahldruckern in bereits bedruckte Druckbogen und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1.
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Für verschiedene Anwendungszwecke müssen Druckträger nach dem ein- oder mehrfarbigen Bedrucken mit identischen Druckbildern anschließend noch individualisierend gekennzeichnet werden, beispielsweise mit einem Strichcode, mit einer fortlaufenden Nummerierung oder mit Empfängeradressen. Dazu war bisher ein gesonderter Druckvorgang erforderlich. Mit den inzwischen entwickelten und marktgängigen Tintenstrahldruckern ist es möglich, die individualisierende Kennzeichnung direkt im Anschluss an den eigentlichen Druckvorgang durchzuführen, d.h. die Kennzeichnung berührungslos auf den mit der üblichen Druckgeschwindigkeit bewegten Druckträgern anzubringen. Das mit ihnen erzeugte Druckbild kann mit hinreichend großer Geschwindigkeit aufgebracht und von Druckträger zu Druckträger schnell genug verändert werden. Voraussetzung für eine einwandfreie Druckqualität ist allerdings, dass der Abstand zwischen dem Druckträger und dem Tintenstrahldrucker exakt eingehalten wird. Diese Voraussetzung ist bei einem als Band durch die Druckmaschine geführten Druckträger gegeben, weil der Druckträger mittels der Bandspannung über eine feststehende oder mitdrehende Führung gezogen werden kann, die in festem Abstand gegenüber dem Tintenstrahldrucker angeordnet ist.
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Handelt es sich jedoch bei den Druckträgern um einzelne Druckbogen, ist die Voraussetzung jedoch nur zu erfüllen, wenn das Druckbild trocken und abschmierfest ist und zur Stabilisierung des Abstandes Bürsten und/oder Andruckrollen benutzt werden können, die dafür sorgen, dass der Druckbogen im Druckbereich für die nachträgliche Kennzeichnung gegen eine gegenüber den Druckern genau positionierte Bogenführungstrommel angedrückt wird. Bei einem noch druckfrischen Druckbogen ist dies nicht möglich, weil die Führungsmittel das Druckbild verwischen würden. Da in Bogendruckmaschinen der Druckbogen nur am Druckanfang durch Greifer gehalten wird und im Übrigen nur lose auf dem Druck- oder Führungszylinder aufliegt, kann der Abstand zu einem gehäusefest angeordneten Tintenstrahldrucker häufig nicht sicher eingehalten werden. Dabei neigen dünne Druckträger zum Zusammenrutschen auf dem Zylinder, während sich dickere Druckträger infolge der Eigenspannung vom Zylinder abheben. Weiterhin muss der Abstand zwischen Druckbogen und Drucker nicht nur im Bereich der aufzubringenden individuellen Kennzeichnung genau eingehalten werden, es muss auch dafür gesorgt werden, dass der Druckbogen während des Durchlaufs über seine gesamte Länge den Drucker nicht berührt und gegebenenfalls beschädigt.
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Aus der
DE-C 25 01 793 ist ein Tintenstrahldrucker bekannt, mittels dessen eine laufende Materialbahn (Papierbahn) bedruckt werden kann.
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Aus der
DE 92 10 569 U ist eine Bogendruckmaschine mit einer einem Druckwerk nachgeschalteten Bogenübergabetrommel bekannt, die mit einer Wendetrommel zusammenwirkt, durch welche die von der Bogenübergabetrommel an die Wendetrommel übergebenen Druckbogen gewendet werden.
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Aus der DE-Firmenschrift „Das Domino Programm für die graphische Industrie“ der Fa. Domino Amjet GmbH ist eine Bogendruckmaschine bekannt, bei welcher einem Druckzylinder Tintenstrahl-Druckköpfe zugeordnet sind. Das Bedrucken der Druckbogen erfolgt auf dem Gegendruckzylinder des jeweiligen Druckwerkes unmittelbar nach dem Bedrucken der Bogen.
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Aus der
EP 0 737 572 A1 ist ein Verfahren zum Eindrucken von Strichcodes in Druckbogen und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens bekannt. Zum Eindrucken von Strichcodes, Nummerierungen oder dergleichen mittels Tintenstrahldrucker in ein- oder mehrfarbig bedruckte Druckbogen wird vorgeschlagen, die Druckbogen unmittelbar nach dem Bedrucken mit einer Bogenführungstrommel an einem oder mehreren radial zur Bogenführungstrommel angeordneten Tintenstrahldruckern vorbei zu führen und dabei das Bogenende an der Bogenführungstrommel fest anliegend zu halten. Dazu ist in der Bogendruckmaschine die Bogenführungstrommel zwischen Druckwerken oder Druckwerken und Ausleger angeordnet. Die Druckbogen werden mit Greiferreihen und zu jeder Greiferreihe angeordneten Saugköpfen geführt und gestrafft. Radial zur Bogenführungstrommel ist ein Tintenstrahldrucker angeordnet.
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Aus der
EP 1 818 177 B1 ist Bogenrotationsdruckmaschine in Aggregat- und Reihenbauweise mit einer Bogenanlage, nachgeordneten weiteren Druck-, Lack- oder Trockenwerke und einer Bogenauslage bekannt. In einem separaten Bogenführungswerk ist einer Inline-Bogeninspektionseinrichtung zur Abtastung der Oberflächen von Druckbogen innerhalb eines Abtastbereiches oder einer Markierungseinrichtung zur Aufbringung von Kennzeichnungen auf die Druckbogen in einem Markierungsbereich bekannt. Das Bogenführungswerk ist in seinem bogenführenden Teil den Abmessungen und der Anschlusskonfiguration der übrigen Druck-, Lack- oder Trockenwerke entsprechend ausgeführt, so dass es jedem beliebigen Druckmaschinenaggregat als separates Modul vor-oder nachgeordnet sein kann. Es weist eine bogenführend Trommel mit zylindrischer Mantelfläche auf, auf der sich der Abtast- oder der Markierungsbereich befinden. Die Trommel besitzt Mittel zum Fixieren der Druckbogen auf der Mantelfläche an der Bogenvorderkante und in einem weiteren Bereich.
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Aus der
DE 39 36 345 C1 ist eine bogenverarbeitende Druckmaschine für Mehrfarbendruck bekannt, bei der an endlosen Ketten wellenförmig durch die Druckwerke geführte Greiferwagen mit einer mechanische Zwangssynchronisation mit dem jeweiligen Gegendruckzylinder vorgesehen sind. Die Gegendruckzylinder haben einen gegenüber Platten- und Gummituchzylinder doppeltgroßen Durchmesser. Auf den Enden der doppeltgroßen Gegendruckzylinder sind ebenfalls doppeltgroße Kettenräder befestigt, auf denen zwei einander diametral gegenüberliegende sowohl in radialer als auch in tangentialer Richtung justierbare Fixiervorrichtungen angeordnet sind. Die zu bedruckenden Druckbogen werden in der Mehrfarbendruckmaschine von einem Stapel in einem Anleger vereinzelt und in einem ersten Druckwerk einem Greiferwagen zugeführt, wobei jeder Druckbogen an einem Greiferwagen mittels Greifern an der Vorderkante erfasst wird. Der Greiferwagen führt den Druckbogen dann ohne Wechseln des Greiferschlusses durch alle Druck- oder Bearbeitungswerke bis zu einem Ausleger, wo der Druckbogen auf einem Stapel ausgelegt wird..
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung Erzeugen von Eindrucken mittels Tintenstrahldrucker zu schaffen, die auch druckfrische Druckbogen ohne Qualitätseinbuße bedrucken kann.
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Die Lösung der Aufgabe wird mit den Merkmalen von Anspruch 1 ausgeführt. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Es ist ein Verfahren zum Eindrucken von Code, Text oder Bildern mittels Tintenstrahldruckern in ein- oder mehrfarbig mittels einer Bogenoffsetdruckmaschine bedruckten Druckbogen vorgesehen. Die Druckbogen werden unmittelbar anschließend an eine Bearbeitung oder Behandlung in einem Druckwerk oder Bearbeitungsaggregat mittels einer Bogenführungseinheit an einem oder mehreren in der Bogenführungseinheit angeordneten Tintenstrahldrucker vorbeigeführt und einem weiteren Druckwerk oder Bearbeitungsaggregat zugeführt.
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Erfindungsgemäß werden die Druckbogen in Bogenlaufrichtung von dem ersten Druckwerk aus einem Greiferschluss in Greifern in Verbindung mit einem Druckzylinder direkt oder indirekt an eine mit einer im Wesentlichen ebenen Führungsfläche versehene Bogenführungsbahn in der Bogenführungseinheit übergeben.
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Dann werden die Druckbogen von einer oder mehreren Fördereinrichtungen ohne Greiferschluss aus dem Greiferschluss übernommen ohne Greiferschluss und fest anliegend über einen ebenen Führungsbereich der Bogenführungsbahn geführt.
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Dann werden die Druckbogen an dem/den Tintenstrahldruckern vorbeigeführt und bedruckt.
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Dabei werden die Druckbogen von der einen oder den mehreren Fördereinrichtungen ohne Greiferschluss direkt oder indirekt einer dem zweiten Druckwerk oder Bearbeitungsaggregat zugeordneten Einrichtung mit Greiferschluss zugeführt.
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Schließlich werden die Druckbogen von dem zweiten Druckwerk oder Bearbeitungsaggregat im Greiferschluss weitertransportiert und von der Fördereinrichtung und der Bogenführungsbahn abgefördert.
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In vorteilhafter Weise werden die Druckbogen in der Bogenführungseinheit mittels der Fördereinrichtungen zum greiferlosen Transport in Bogenlaufrichtung und/oder quer dazu bezüglich ihrer vorauslaufenden und/oder einer Seitenkante ausgerichtet und/oder in der Transportebene gestrafft.
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In vorteilhafter Weise wird jeder Druckbogen in der Bogenführungseinheit mittels der Fördereinrichtungen zum greiferlosen Transport in Bogenlaufrichtung vor dem Drucken mit dem/den Tintenstrahldruckern abgebremst und nach dem Drucken mit dem/den Tintenstrahldruckern von den Fördereinrichtungen wieder beschleunigt.
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Dazu wird eine Bogenoffsetdruckmaschine benutzt, in der ein Bogenanleger, diesem nachgeordnet mehrere Druckwerke und/oder Bearbeitungsaggregate mit bogenführenden Druckzylindern, eine jeweils zwischen den Druckzylindern der Druckwerke und/oder Bearbeitungsaggregaten angeordneten Bogenführungseinheit, und mit einem den Druckwerken und Bearbeitungsaggregaten nachgeordneten Bogenausleger. Im Bereich einer oder mehrerer der Bogenführungseinheiten sind ein oder mehrere Tintenstrahldrucker angeordnet.
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Erfindungsgemäß ist die Bogenführungseinheit als Zwischenmodul ausgebildet und in dem Zwischenmodul ist eine sich im Wesentlichen eben in Bogenlaufrichtung erstreckende Bogenführungsbahn angeordnet. Der Bogenführungsbahn sind Mittel zum greiferlosen Transport der Druckbogen über die Bogenführungsbahn zugeordnet. Der/die Tintenstrahldrucker sind im Wesentlichen senkrecht gegenüber einem ebenen Führungsbereich der Bogenführungsbahn angeordnet.
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In vorteilhafter Weise ist jedem der Druckzylinder der an das Zwischenmodul grenzenden Druckwerke oder Bearbeitungsaggregate je ein in zwei Kettenführungsbahnen geführter endloser Kettenförderer zugeordnet. Jeder Kettenförderer ist mit drei oder mehr Greiferwagen zum Transport von Druckbogen mittels Greifern ausgerüstet und in einem die Druckbogen an Greifersystemen bewegenden Bereich parallel zu der Bogenführungsbahn geführt angeordnet.
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In vorteilhafter Weise ist die Bogenführungsbahn aus einem ersten ebenen Führungsbereich, einem zweiten ebenen Führungsbereich und einem dritten gekrümmten Führungsbereich gebildet. Der erste ebene Führungsbereich erstreckt sich tangential von einem Übergabepunkt an dem ersten Druckzylinder des ersten Druckwerkes oder Bearbeitungsaggregates ausgehend bis zum zweiten ebenen Führungsbereich, welcher einen Druckbereich in Verbindung mit den Tintenstrahldruckern bildet. Der dritte gekrümmte Führungsbereich schließt sich nahtlos an den zweiten ebenen Führungsbereich an und ist sich in Bogenlaufrichtung aufwärts krümmend ausgebildet, so dass er sich dabei tangential der Oberfläche des zweiten Druckzylinders im zweiten Druckwerk oder Bearbeitungsaggregat in einem Übergabepunkt annähert.
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In vorteilhafter Weise ist der erste endlose Kettenförderer im ersten ebenen Führungsbereich sich tangential von dem ersten Druckzylinder entfernend und parallel zur Bogenführungsbahn geführt angeordnet. Der zweite endlose Kettenförderer ist im dritten gekrümmten Führungsbereichsich tangential an den zweiten Druckzylinder annähernd und parallel zur Bogenführungsbahn geführt angeordnet.
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In vorteilhafter Weise ist die Bogenführungsbahn mit Öffnungen zum Durchtritt von Greifern an den Greifersystemen versehen. Der erste endlose Kettenförderer im ersten ebenen Führungsbereich ist im parallel zur Bogenführungsbahn geführten Bereich so angeordnet, dass die Greifer die Öffnungen durchgreifend geführt werden. Der zweite endlose Kettenförderer ist im dritten gekrümmten Führungsbereich im parallel zur Bogenführungsbahn geführten Bereich so angeordnet, dass die Greifer die Öffnungen durchgreifend geführt werden.
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In vorteilhafter Weise sind in dem Zwischenmodul parallel zu der Bogenführungsbahn und in Bogenlaufrichtung orientiert zwei oder mehrere Saugbandförderer symmetrisch zur Breitenausrichtung der Bogenführungsbahn angeordnet. Diese sind in Öffnungen in der Bogenführungsbahn derart angeordnet, dass mit Unterdruck über Saugkammern beaufschlagbare Saugbänder die Unterseite von auf der Bogenführungsbahn aufliegenden Druckbogen kontaktieren. Die Saugbandförderer erstrecken sich in Bogenlaufrichtung wenigstens von der Mitte des ersten ebenen Führungsbereichs im Bereich der Parallelführung des endlosen Kettenförderers an der Unterseite der Bogenführungsbahn bis über den zweiten ebenen Führungsbereich hinaus.
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In vorteilhafter Weise sind die in einem Zwischenmodul parallel zu der Bogenführungsbahn angeordneten zwei oder mehr Saugbandförderer mit wenigstens einem Antrieb zur Erzeugung einer Förderbewegung über die Saugbänder versehen. Die Antriebe können einzeln, in Gruppen oder an alle Saugbandförderer gemeinsam angekoppelt sein. Die Saugbandförderer sind daher in Bezug auf den Bogentransport durch die Bogenoffsetdruckmaschine einzeln, in Gruppen oder alle gemeinsam bezüglich ihrer Förderbewegung steuerbar.
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In vorteilhafter Weise sind die in einem Zwischenmodul parallel zu der Bogenführungsbahn angeordneten zwei oder mehr Saugbandförderer mit einer Steuerung für eine Saugluftversorgung zur Erzeugung eines Unterdrucks in den Saugkammern für die Saugbänder versehen. Die Unterdruckversorgung der Saugbandförderer ist in Bezug auf den Bogentransport durch die Bogenoffsetdruckmaschine für jeden Saugbandförderer einzeln, für Gruppen oder für alle Saugbandförderer gemeinsam ausführbar. Die Unterdruckversorgung innerhalb jedes der Saugbandförderer kann noch in Bogenlaufrichtung zonal steuerbar ausgebildet sein.
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In vorteilhafter Weise ist das Zwischenmodul mit den Tintenstrahldruckern zwischen zwei Druckwerken, oder zwischen einem Druckwerk und einem Bearbeitungsaggregat, oder zwischen zwei Bearbeitungsaggregaten, oder zwischen einem letzten Druckwerk und einem Bogenausleger, oder zwischen einem Bearbeitungsaggregat und einem Bogenausleger angeordnet.
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Im Verlauf eines Druckprozesses in einer Bogenoffsetdruckmaschine werden zu codierende oder beschichtende Druckbogen erfindungsgemäß unmittelbar anschließend an das Bedrucken in Druckwerken oder zwischen zwei Druck- oder Bearbeitungsvorgängen mittels einer Bogenführungseinrichtung in ebener Ausrichtung an einem oder mehreren, im Wesentlichen vertikal angeordneten Tintenstrahldruckern vorbeigeführt. Dabei werden die Druckbogen flächig eben und an der Bogenführungseinrichtung fest anliegend mittels zusammenwirkender Kettenförderer und Saugbandförderern transportiert.
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Auf diese Weise wird jeder Druckbogen über seine ganze Länge an der Bogenführungsbahn angedrückt. Er kann sich nicht von der Bogenführungsbahn abheben oder auf ihr zusammenrutschen. Damit sind die Abstandsänderungen zwischen Druckträger und Tintenstrahldrucker auf Dickenunterschiede der Druckbogen bzw. Unebenheiten der Bogenführungsbahn beschränkt. Beide Einflussgrößen können im Allgemeinen aber so klein gehalten werden, dass die Qualität des mittels Tintenstrahldrucker erzeugten Druckbildes von dieser Seite her nicht beeinträchtigt werden kann.
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Diese Anordnung ist sehr platzsparend und kann ohne weiteres auch nachträglich bei vorhandenen Bogendruckmaschinen vorgenommen werden. Sie erlaubt es, unmittelbar im Anschluss an den eigentlichen Druckvorgang auf den Druckbogen noch eine individualisierende Kennzeichnung anzubringen, ohne dass eine Zwischenlagerung der Druckbogen erforderlich ist und ohne dass die normale Druckgeschwindigkeit reduziert werden muss. Moderne Druckmaschinen können pro Stunde 15.000 bis 18.000 Bogen mehrfarbig bedrucken, was einer Durchlaufgeschwindigkeit von 180 bis 220 m/min entspricht. Tintenstrahldrucker zum Anbringen von individualisierenden Kennzeichnungen können mit 200 m/min betrieben werden und erreichen dabei nahezu die gleiche Druckqualität wie Laserdrucker. Selbst 600 m/min sind möglich, wenn die individualisierende Kennzeichnung verhältnismäßig einfach ist, wie beispielsweise ein in Arbeitsrichtung verlaufender Strichcode, oder wenn für die Kennzeichnung nicht die allerhöchste Druckqualität gefordert wird.
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Damit die individualisierende Kennzeichnung an einer beliebigen Stelle des Druckbogens angebracht werden kann ist vorgesehen, dass der Tintenstrahldrucker im Gehäuse mittels Führungen und Rollen parallel zur Achse der Bogenführungstrommel verstellbar angeordnet ist. Damit kann die Kennzeichnung quer zur Bogenlaufrichtung positioniert werden. Die Positionierung in Bogenlaufrichtung erfolgt über eine an die Druckmaschine angekoppelt Steuerung für den Tintenstrahldrucker. Schließlich ist noch vorgesehen, dass der Abstand des Tintenstrahldruckers von der Bogenführungstrommel auf unterschiedlich dicke Druckbogen einstellbar ist.
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Erfindungsgemäß ist also vorgesehen einen modularen Bogentransport in einer Bogenoffsetdruckmaschine so auszuführen, dass anstatt einer Bogentransporttrommel eine digitale Druckeinrichtung mit Tintenstrahldruckern adaptiert werden kann.
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Die modulare Bauform mit gleichartigen und variabel koppelbaren Aggregateinheiten der Bogenoffsetdruckmaschine bleibt erhalten. Es werden für die Einfügung des Tintenstrahldruckes keine spezifisch veränderten Sondermodule benötigt, die aus Druck-, Lack-, Transfer-, Trocken- oder sonstigen Druckmaschinenaggregaten herzustellen wären.
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Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer Flachbettausführung eines Drucktischs für den Tintenstrahldruck, der nicht auf einer Zylinderform beruht. Dadurch ist eine Anordnung mehrere Tintenstrahldruckköpfe vor- und nacheinander möglich. Für die Bogenführung sind keine aufwendigen Bogenführungstrommeln in Form so genannter Speichertrommeln nötig, bei denen komplexe Drehübertrager für Betriebsmittel und Energiezufuhr erforderlich sind.
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Durch das Konzept sind auch keine spezifischen Bogentransfertrommeln erforderlich oder Bogenführungseinrichtungen in Form von aufwändigen Lüfterbahnen mit multipler Luftbeaufschlagung notwendig.
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Eine Kombination beim Bogentransport, die mittels Greifersystemen und mittels Saugbändern durchgeführt wird, kann alle Transportanforderungen erfüllen. Hierbei ist mindestens ein Saugband, vorzugsweise sind aber zwei oder mehrere Saugbänder einzusetzen.
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Es werden keine aufwendigen Zusatzsysteme für eine Beeinflussung der flachen Führung der Bogenhinterkanten benötigt. In diesem Zusammenhang ist auch keine aufwändige Formateinstellung für den Bogentransport mit unterschiedlichen Druckbogenformaten nötig.
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Da keine zusätzlichen Bogenführungszylinder für den Bogentransport im Umfang der Tintenstrahldrucker erforderlich sind, wird die Vorrichtung einfach. Damit ergibt sich eine gute Zugänglichkeit direkt von oben im Bereich der Tintenstrahldrucker bei der Bedienung, Reinigung und Wartung.
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Ergänzend kann ein luftbeaufschlagter Bogenführungstisch zur stabilen und abschmierfreien Bogenführung verwendet werden.
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Für den Bogentransport im Greiferschluss werden an jedem beteiligen Druckzylinder getrennte Kettenförderer mit mindestens drei Greifersystemen verwendet. Dadurch wird an einem zweifach großen Druckzylinder quasi die Funktion eines dreifachgroßen Bogentransportzylinders simuliert. Hierbei können auch Kettenförderer mit mehr als drei Greifersystemen verwendet werden.
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Die Kettenförderer führen die Greifersysteme jeweils um ihren Druckzylinder herum und fixieren die Greifersysteme dabei in den Zylinderkanälen.
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Weitere Einzelheiten werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
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Hierbei zeigen
- 1 ein erstes Ausführungsbeispiel nach dem Stand der Technik,
- 2 ein zweites Ausführungsbeispiel nach dem Stand der Technik,
- 3 einen schematischen Aufriss einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- 4 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung,
- 5 eine Darstellung nach 3 mit Übergabesituationen in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und
- 6 ein Greifersystem an einem zuführenden Druckwerk in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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1 zeigt in den Stand der Technik in vereinfachter Darstellung einen Teilschnitt durch den Bereich einer Bogendruckmaschine 1, wo ein Auslagesystem 2 nachgeschaltet ist. Dort ist eine Bogenführungstrommel 3 mit zwei Reihen von Greifern 4 in einem Gehäuse 5 antreibbar gelagert. Die Bogenführungstrommel 3 übernimmt druckfrische Druckbogen von einem Druckzylinder 13 eines letzten Druckwerkes 15 über eine Zwischentrommel 14. In der Bogenführungstrommel 3 sind zwei Reihen von Saugköpfen 6 in Umfangsrichtung relativ zu den Greifern 4 motorisch oder manuell einstellbar so angeordnet, dass der Bogenanfang von den Greifern 4 erfasst und das Bogenende an der Bogenführungstrommel 3 fest anliegend gehalten werden kann.
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Die Vorrichtung umfasst ferner zwei Tintenstrahldrucker 7, 8, die parallel zur Achse der Bogenführungstrommel 3 im Gehäuse 5 mittels Führungen 9 und in diese eingreifender Rollen 10 verstellbar sind. Eine radiale Einstellung der Tintenstrahldrucker 7, 8 zur Regulierung des Abstandes von der Bogenführungstrommel 3 bzw. zur Anpassung an unterschiedlich dicke Druckbogen kann ebenso erfolgen.
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Die Bogenführungstrommel 3 ist zusammen mit der Zwischentrommel 14 in einem Zwischenmodul 18 angrenzend an das Druckwerk 16 und das Auslagesystem 2 angeordnet. In dem Zwischenmodul 18 sind auch die Tintenstrahldrucker 7, 8 der Bogenführungstrommel 3 zugeordnet aufgenommen.
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Anstelle der Saugköpfe 6 kann auch eine Einrichtung 11 zum elektrostatischen Aufladen der Bogenführungstrommel 3 und/oder der Druckbogen vorgesehen werden, die bevorzugt im Übernahmebereich der Druckbogen auf die Bogenführungstrommel 3 angeordnet ist. Dazu gehört eine Einrichtung 12 zum elektrostatischen Entladen der Druckbogen im Bereich des Auslagesystems 2, damit die Druckbogen ohne störende elektrostatische Aufladung aus der Bogendruckmaschine 1 abgegeben werden können.
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2 zeigt eine im Stand der Technik benannte Alternativausführung, nach der die Baugruppe aus Bogenführungstrommel 3 und Tintenstrahldrucker 7, 8 zwischen Druckzylindern 13 zweier Druckwerke 16, 17 angeordnet ist. Dazu ist die Baugruppe als Zwischenmodul 19 mit Zwischentrommeln 14 an die Druckwerke 16, 17 anschließbar und so überall in der Bogendruckmaschine 1 je nach Bedürfnissen für eine spezielle Maschinenkonfiguration positionierbar.
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3 zeigt eine erfindungsgemäße Ausführungsform als Aufriss. Zur deutlicheren Darstellung ist der Maßstab eines hier dargestellten Zwischenmoduls 25 der erfindungsmäßen Vorrichtung in Bezug auf Transportwege der zu fördernden Druckbogen D gegenüber dem Transportweg auf Druckzylinder 23, 24 in benachbarten Druckwerken 20, 21 vergrößert dargestellt.
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Das Zwischenmodul 25 ersetzt im vorliegenden Fall ein konventionelles Bogentransportmodul, muss aber nicht dessen Bauraumanforderungen erfüllten, da der Bogentransport nicht an Zylinder oder Trommeln gebunden ist.
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Ein Bogentransportmodul kann mittels eines oder mehrerer Bogenführungszylinder gebildet werden und ist zwischen den Druckzylindern von zwei Druck- bzw. Bearbeitungswerken oder zwischen dem bogenführenden Zylinder (Druckzylinder) eines als letztes Druck- bzw. Bearbeitungswerkes und einem bogenführenden Zylinder eines Auslegers angeordnet.
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Wenn die Länge des Zwischenmodules 25 der Länge jedes der Druckwerke 20, 21 in Bezug auf den Platzbedarf von deren Druckzylinder 23, 24 entspricht, kann das Zwischenmodul 25 in einer Bogenoffsetdruckmaschine an der Stelle eines normalen Druckmaschinenmoduls (wie etwa Druckwerke, Lackierwerke, Trockenwerke, Wendewerke) eingesetzt werden könnte (siehe auch letzter Abschnitt nach Beschreibung von 6).
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Hier sind zwei an sich bekannte Druckwerke 20, 21 innerhalb einer Bogenoffsetdruckmaschine dargestellt, wobei ein erstes Druckwerk 20 neben einer Zylindergruppe 22 aus Form- bzw. Plattenzylinder und Drucktuch- bzw. Gummizylinder auch einen ersten bogenführenden Druckzylinder 23 aufweist und wobei ein zweites Druckwerk 21 neben einer Zylindergruppe 22 aus Form- bzw. Plattenzylinder und Drucktuch- bzw. Gummizylinder auch einen zweiten bogenführenden Druckzylinder 24 aufweist. Zwischen den beiden Druckwerken 20, 21 ist ein Zwischenmodul 25 zum Erzeugen von Eindrucken mittels Tintenstrahldruckern 26 und 27 vorgesehen.
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Das Zwischenmodul 25 weist eine Bogenführungsbahn 28 auf, die aus einem sich in Bogenlaufrichtung eben erstreckenden ersten und zweiten Führungsbereich 28a, 28b und einem sich gekrümmt erstreckenden dritten Führungsbereich 28c bestehen
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Der ebene erste und zweite Führungsbereich 28a, 28b erstreckt sich im Wesentlichen tangential von der Umfangsfläche des ersten Druckzylinders 23 in einem Übergabe- bzw. Übernahmepunkt Ü1 ausgehend in einer ebenen Erstreckung abwärts in Richtung auf den zweiten Druckzylinder 24 hin.
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Der dritte Führungsbereich 28c erstreckt sich in Bogenlaufrichtung R aufwärts gekrümmt. Der gekrümmte Führungsbereich 28c schließt sich nahtlos an das in Bogenlaufrichtung R tiefer liegende Ende des ersten und zweiten ebenen Führungsbereiches 28a, 28b anschließend und im Wesentlichen kreisbogenförmig in Bogenlaufrichtung R gekrümmt und im Wesentlichen tangential auf die Umfangsfläche in einem Übergabe- bzw. Übernahmepunkt Ü2 des zweiten Druckzylinders 24 im zweiten Druckwerk 21 zulaufend.
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Als Übergabe-/Übernahmepunkte Ü1, Ü2 (eigentlich Linien) sollen die Positionen im Transportweg gelten, bei denen sich die Transportebene der Druckbogen D mit der jeweiligen Oberfläche eines der Druckzylinder 23, 24 berührt.
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Die Bogenführungsbahn 28 ist in Form eines Bogenleitbleches ausführt, das sich über die Breite der Bogendruckmaschine 1 erstreckend ausgebildete ist.
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In dem Bogenleitbleich der Bogenführungsbahn 28 sind (in 4 gezeigte) Öffnungen A für Bogenführungsmittel als sich längs und parallel zur Bogenlaufrichtung R verlaufende Öffnungen A vorgesehen.
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Durch die über die gesamte Breite der Bogenführungsbahn 28 in weitgehend gleichmäßiger Verteilung angeordneten Öffnungen A treten Greifer 33, 37 (siehe weiter unten). Diese sind an unterhalb der Bogenführungsbahn 28 und zumindest zeitweise parallel zu dieser geführten Greifersystemen 32, 36 angeordnet und dienen zum Erfassen und Freigeben der Vorderkante der durch die Bogenoffsetdruckmaschine 1 zu transportierenden Druckbogen D bei deren Zuführung zu und danach der Abnahme von der Bogenführungsbahn 28.
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In axialer Richtung zu den Druckzylindern 23, 24 gesehen im mittleren Führungsbereich der Bogenführungsbahn 28 sind zweite sich in Bogenlaufrichtung R erstreckende Öffnungen B angeordnet (siehe auch 4). Die Öffnungen B sind über die Breite der Bogenführungsbahn 28 symmetrisch zu deren Mitte verteilt. In den Öffnungen B sind Saugbandförderer 29 so angeordnet, dass sie von unten in den Bogenführungsbereich des ebenen ersten und zweiten Führungsbereiches 28a, 28b treten. Mittels der Saugbandförderer 29 können die Druckbogen D auf der Bogenführungsbahn 28 völlig eben gefördert werden können. Die Druckbogen D werden dabei mit ihrer Unterseite mittels Unterdruckwirkung schlupffrei gegen Saugbänder 29A (siehe 5) der Saugbandförderer 29 angesaugt.
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Hierzu sind nebeneinander wenigstens zwei Saugbandförderer 29 angeordnet, vorzugsweise aber drei oder vier Saugbandförderer 29. Die Saugbandförderer 29 weisen jeweils ein mit Saugöffnungen versehenes Saugband 29A auf, das über Umlenkrollen 29C (siehe 5) geführt in der Ebene der Bogenführungsbahn 28 über Saugkammern 29B aufgespannt wird. Jedes Saugband 29A ist zur Erzeugung der Antriebsbewegung mit wenigstens einem steuerbaren Antrieb (hier nicht gezeigt) verbunden, der vorzugsweise über eine der Umlenkrollen 29C in den Saugbandförderer 29 eingeleitet wird.
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Ein Antrieb kann einem einzelnen Saugbandförderer 29 als Einzelantrieb oder Gruppen von Saugbandförderern 29 gemeinsam oder allen Saugbandförderern 29 eines Zwischenmoduls 25 gemeinsam zugeordnet sein.
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Jedes Saugband 29A wird also jeweils in der Förderebene der Bogenführungsbahn 28 über eine Saugkammer 29B geführt, die die zu transportierenden Druckbogen D jeweils mittels Unterdruck durch Saugöffnungen fest anhaftend gegen ein ebenfalls mit Saugöffnungen versehenes Saugband 29B ansaugt, wobei während des Bogentransports immer Saugöffnungen in Saugkammer 29B und Saugband 29A korrespondieren, so dass die Druckbogen D immer an den Saugbändern 29A gehalten werden.
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Die Beaufschlagung mit Unterdruck kann bei einer Anordnung von mehr als zwei Saugbandförderern 29 formatabhängig in der Breite gesteuert werden, indem ein Abschalten oder Zuschalten von Unterdruck in Teilen innerhalb von Saugkammern 29B oder von einzelnen Saugkammern 29B insgesamt erfolgt.
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Die Schaltung kann auf den Arbeitstakt bezogen sein oder aber auch im Druck oder Volumenstrom variiert werden.
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Die Saugbandförderer 29 können mittels der genannten Antriebe gemeinsam oder einzeln angetrieben werden. Insbesondere kann bei Einzelantrieben pro Saugbandförderer 29 auch eine Ausrichtung der Druckbogen D vor und/oder nach dem Bedrucken mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 vorgesehen werden, um eine eindeutige Lage beim Drucken und bei der Bogenübergabe zu erreichen.
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Zur Sicherung des taktgemäßen und positionsgerechten Bogentransports unter den Tintenstrahldruckern 26, 27 können oberhalb der Bogenführungsbahn 28 im Bereich einer Bogenübergabe von dem Druckzylinder 23 an die Saugbandförderer 29 ein oder mehrere Sensoren S zur Erfassung der Bogenvorderkanten angeordnet sein, so dass die Tintenstrahldrucker 26, 27 genau auf einen zu bedruckenden Bereich des einlaufenden und mittels der Saugbandförderer 29 in Bogenlaufrichtung R transportierten Druckbogens D angesteuert werden können. Weiterhin können im Bereich einer Bogenübergabe von den Saugbandförderer 29 an den Druckzylinder 24 ein oder mehrere Sensoren S zur Erfassung der Bogenvorderkanten der Druckbogen D angeordnet sein. Damit kann die jeweilige Bogenlage in Bezug auf die Transportbewegung der gesamten Druckmaschine erfasst und ggf. mittels der Saugbandförderer 29 so beeinflusst werden, dass die zu bedruckenden Druckbogen D passgerecht in Bogenlaufrichtung R weiter transportiert werden können.
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Zur Bogenförderung am Druckzylinder 23 und von dem Druckzylinder 23 auf die Bogenführungsbahn 28 ist ein erster endloser Kettenförderer 30 vorgesehen. Dabei ist an jedem stirnseitigen Ende des Druckzylinders 23 eine um dessen Umfang laufende Förderkette vorgesehen. Weiterhin ist zu jeder Förderkette eine Kettenführungsbahn 31 vorgesehen, die die Förderkette aus dem Umfang des Druckzylinders 23 herausführt. Der erste Kettenförderer 30 ist mit wenigstens drei über die gesamte Breite der Bogenführungsbahn 28 reichenden und jeweils stirnseitig an den Förderketten verbundenen Greifersystemen 32 versehen, die eine Vielzahl von Greifern 33 zur Erfassung und Freigabe der Vorderkante der zu transportierenden Druckbogen D aufweisen.
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Zur Sicherstellung einer exakt positionsgenauen Bogenführung sind die Greifersysteme 32 am Druckzylinder 23 jeweils in einem von zwei Zylinderkanälen 23A und 23B an einer exakt positionierenden Halterung 23C und 23D geführt. Die Halterungen 23C, 23D können einen mechanischen oder magnetischen Verriegelungsmechanismus zur spielfreien Führung der jeweils dort einlaufenden Greifersysteme 32 aufweisen.
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Die Öffnungen A in der Bogenführungsbahn 28 sind im Abstand der Greifer 33 auf den Greifersystemen 32 verteilt (siehe 4 und 6).
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Zur Bogenförderung am Druckzylinder 24 und von der Bogenführungsbahn 28 auf den Druckzylinder 24 ist ein zweiter endloser Kettenförderer 34 vorgesehen. Dabei ist an jedem stirnseitigen Ende des Druckzylinders 24 eine um dessen Umfang laufender Förderkette vorgesehen. Weiterhin ist zu jeder Förderkette eine Kettenführungsbahn 35 vorgesehen, die die Förderkette aus dem Umfang des Druckzylinders 24 herausführt. Der zweite Kettenförderer 34 ist mit wenigstens drei über die gesamte Breite der Bogenführungsbahn 28 reichenden und jeweils stirnseitig an den Förderketten verbundenen Greifersystemen 36 versehen, die eine Vielzahl von Greifern 37 zur Erfassung und Freigabe der Vorderkante der zu transportierenden Druckbogen D aufweisen.
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Zur Sicherstellung einer exakt positionsgenauen Bogenführung sind die Greifersysteme 36 am Druckzylinder 24 jeweils in einem von zwei Zylinderkanälen 24A und 24B an einer exakt positionierenden Halterung 24C und 24D geführt. Die Halterungen 24C, 24D können einen mechanischen oder magnetischen Verriegelungsmechanismus zur spielfreien Führung der jeweils dort einlaufenden Greifersysteme 36 aufweisen.
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Die Öffnungen A in der Bogenführungsbahn 28 sind wiederum im Abstand der Greifer 37 auf den Greifersystemen 36 verteilt (siehe 4 und 6).
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An der Unterseite der Bogenführungsbahn 28 ist eine Traverse 38 in Form eines über die Maschinenbreite reichenden Rohres vorgesehen, die zur leicht demontierbaren Halterung der Einheit der Bogenführungsbahn 28 dient.
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In Verbindung mit der Traverse 38 kann auch vorgesehen sein, eine Unterdruckeinrichtung anzuordnen, um eine Absaugung von Luft durch die Bogenführungsbahn 28 zur ermöglichen. Dabei wird eine Ansaugwirkung auf den jeweils auf der Bogenführungsbahn 28 durchlaufenden Druckbogen D bewirkt, um diesen mit der Bogenführungsbahn 28 in Kontakt zu halten. Damit kann der Druckbogen D nach Ablauf von den Saugbandförderern 29 sicher bis auf den Druckzylinder 24 am Druckwerk 21 geführt werden.
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Über die Traverse 38 kann auch eine Verformung der Bogenführungsbahn 28 zur Anpassung der des Transportwegs der Druckbogen D an die Betriebsbedingungen während des Druckprozesses erfolgen.
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In 4 ist eine Draufsicht auf die Bogenführungsbahn 28 gezeigt. Der Transport der Druckbogen D erfolgt in Bogenlaufrichtung R von rechts nach links. Zur Verdeutlichung sind die Bogenpositionen strichliiert dargestellt mit den Bezugszeichen D1, D2 und D3 markiert.
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Der erste Druckzylinder 23 (Kontur rechts im Bild) reicht bis unter die Bogenführungsbahn 28. Die Greifersysteme 32 laufen in Bogenlaufrichtung R vom Druckzylinder 23 kommend in einem Übergabebereich des ebenen ersten Führungsbereichs 28a an der Bogenführungsbahn 28 und parallel zu dieser ein. Der Druckbogen D (Position D1) wird dabei von den Greifern 33 eines Greifersystems 32 an der Vorderkante gehalten. Die Greifer 33 ragen nach oben durch die Öffnungen A in der Bogenführungsbahn 28 und führen den Druckbogen D auf die Oberfläche der Bogenführungsbahn 28.
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In den vorgenannten Übergabebereich des ebenen Führungsbereichs 28a ragen von der stromabwärts gewandten Seite her die Saugbandförderer 29 soweit wie möglich hinein. Der Abstand der Saugbandförderer 29 vom Übergabenpunkt Ü1 wird dadurch bestimmt, wie weit eine Umlenkrolle 29C am Saugbandförderer 29 in den Abstand unterhalb der Bogenführungsbahn 28 zum Druckzylinder 23 hin positioniert werden kann.
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Im Übergabebereich des ebenen ersten Führungsbereichs 28a werden die Saugbänder 29A über den Saugkammern 29B synchron zu den jeweils hier noch an den Greifern 33 geführten Druckbogen D (Position D1) bewegt.
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Die Greifer 33 tauchen nach der Übernahme des Druckbogens D von den Saugbandförderern 29 an den Greifersystemen 32 geführt in den Öffnungen A aus dem Bereich der Bogenführungsbahn 28 unter deren Oberfläche ab.
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Von der Übernahme aus den Greifern 33 an führen die Saugbandförderer 29 den Druckbogen D in ebener Erstreckung aus dem als Übergabe- und Zuführbereich ausgebildeten ebenen ersten Führungsbereich 28a in Bogenlaufrichtung R in einen diesen fortsetzenden ebenen Druckbereich 28b (siehe Position D2). Die Druckbogen D werden von den Saugbandförderer 29 nun unter den Tintenstrahldrucker 26, 27 zum Bedrucken, Codieren oder Beschichten vorbeigeführt (Position D2).
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Die Saugbandförderer 29 halten den Druckbogen D in ebener Erstreckung unter den Tintenstrahldrucker 26, 27 und ermöglichen so ein funktionssicheres und qualitätsmäßig hochwertiges Drucken oder Beschichten.
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Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Saugbandförderer 29 zur Sicherstellung der Planlage des Druckbogens D in Bogenlaufrichtung R divergierend einstellbar vorgesehen sind. Durch eine sich in geringem Umfang und symmetrisch zur Formatmitte in Bogenlaufrichtung R nach außen vergrößernde Abstandslage der Saugbandförderer 29 wird der Druckbogen D quer zur Bogenlaufrichtung R straff gehalten und kann so von den Tintenstrahldruckern 26, 27 exakt bedruckt werden.
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Die Saugbandförderer 29 führen jeden Druckbogen D auch nach dem Bedrucken aus dem zweiten ebenen Druckbereich 28b in ebener Erstreckung weiter. Der Druckbogen D wird dabei in einen gekrümmten Führungsbereich 28c überführt (Position D3), der den als Druckbereich ausgebildeten zweiten Führungsbereich 28b in Bogenlaufrichtung R fortsetzt. Der Druckbogen D legt sich wegen der gegenüber der ebenen Erstreckung aufwärts gerichteten Krümmung des gekrümmten Führungsbereiches 28c plan an die Bogenführungsbahn 28 an und wird mit seiner Vorderkante in den Übergabebereich zu dem zweiten endlosen Kettenförderer 34 am zweiten Druckzylinder 24 im zweiten Druckwerk 21 gefördert. Die Vorderkante des Druckbogens D wird dabei von vor dessen Bogenvorderkante durch die Öffnungen A aus der Bogenführungsbahn 28 auftauchenden Greifern 37 erfasst und an einem Greifersystem 34 fixiert (Position D3) und mit diesem in Bogenlaufrichtung R bewegt, während der Druckbogen D an seiner Hinterkante noch von den Saugbandförderern 29 gehalten und synchron zum Greifersystem 34 vorwärts bewegt wird.
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Wenigstens die Greifersysteme 32 an dem ersten endlosen Kettenförderer 30 sind zur sicheren Übergabe der Druckbogen D auf die Saugbandförderer 29 mit Ausnehmungen versehen, die im Bereich der Saugbandförderer 29 angeordnet sind (siehe 6).
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Darauf folgend läuft das Greifersystem 34 mit dem über die Greifer 37 fixierten Druckbogen D auf den Druckzylinder 24 ein und wird dort an der ersten Halterung 24C in einer produktionstechnisch exakt ausgerichteten Lage innerhalb des ersten Zylinderkanals 24A fixiert. So kann der Druckbogen D auch im Druckwerk 21 exakt und registergenau zu dem Abdruck in Druckwerk 20 und der im Zwischenmodul 25 mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 aufgebrachten Bilder, Codierungen oder Beschichtungen bedruckt werden.
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In 5 zeigt eine vergrößerte Darstellung des Zwischenmoduls 25 an den Druckzylindern 23 , 24 der Druckwerke 20 ,21. Der Weg eines Druckbogens D ist in sieben verschiedenen Positionen D(1) bis D(7) des Transportprozesses vom Druckzylinder 23 über die Bogenführungsbahn 28 auf den Druckzylinder 24 gleichzeitig dargestellt. In dieser Darstellung wird mit den Bezugszeichen D(1) bis D(7) jeweils auf die Vorderkante des Druckbogens D Bezug genommen. Die Länge des Druckbogens D ist in jeder Position aus Gründen der besseren Erklärbarkeit nur gekürzt dargestellt. Es ist selbstverständlich, dass in jeder Position des dargestellten Prozesses nur einzelne Druckbogen D nacheinander gefördert werden und dass keine Überdeckung von mehreren Druckbogen D vorkommen kann.
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Die erste Position D(1) des Druckbogens D ist so dargestellt, dass der Druckbogen D sich mit seiner Vorderkante in den Greifern 33 am Greifersystem 32 befindet, während das Greifersystem 32 in der ersten Halterung 23C im Zylinderkanal 23A am Druckzylinder 23 des ersten Druckwerks 20 fixiert ist.
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Die zweite Position D(2) zeigt den Druckbogen D an den Greifern 33, wobei das Greifersystem 32 (mittels des ersten endlosen Kettenförderers 30) von der Halterung 23C am Druckzylinder 23 aus auf die erste Kettenführungsbahn 31 in paralleler Vorwärtsbewegung zur Bogenführungsbahn 28 in Bogenlaufrichtung R weiterbewegt worden ist.
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Die dritte Position D(3) zeigt den Druckbogen D in den sich öffnenden Greifern 33, wobei das Greifersystem 32 auf der ersten Kettenführungsbahn 31 parallel zur Bogenführungsbahn 28 in Bogenlaufrichtung R in den Zuführbereich (ebener erster Führungsbereich 28a) weiterbewegt wird. In dieser Position hat die Vorderkante des Druckbogens D bereits den Anfang der Saugbandförderer 29 erreicht. Der Bereich der Vorderkante des Druckbogens D wird dabei unter Unterdruckwirkung an den Saugbändern der Saugbandförderer 29 festgehalten, wobei deren Fördergeschwindigkeit mit derjenigen des Greifersystems 32 synchronisiert ist. Nun können also die Greifer 33 am Greifersystem 32 gefahrlos geöffnet werden, da die Saugbandförderer 29 den Druckbogen D in einer für die Druckverarbeitung erforderliche registergerechte Lage auf dem ebenen ersten Führungsbereich 28a vorwärtsbewegt.
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In der Folge taucht das Greifersystem 32 auf der ersten Kettenführungsbahn 31 mit geöffneten Greifern 33 unter der Bogenführungsbahn 28 ab ohne die Vorderkante des Druckbogens D zu beschädigen.
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Die vierte Position D(4) zeigt den Druckbogen D, der an den Saugbandförderern 29 über die Bogenführungsbahn 28 in Bogenlaufrichtung R weiterbewegt wird. Die Saugbandförderer 29 fördern den Druckbogen D hier passgenau und mit angepasster Geschwindigkeit durch den als Druckbereich ausgebildeten ebenen zweiten Führungsbereich 28b unter den Tintenstrahldruckern 26, 27 hindurch.
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Die fünfte Position D(5) zeigt den Druckbogen D, der von den Saugbandförderern 29 über die Bogenführungsbahn 28 in Bogenlaufrichtung R auf den gekrümmten Führungsbereich 28c weiterbewegt wird. Die Saugbandförderer 29 fördern den Druckbogen D weiterhin passgenau und mit angepasster Geschwindigkeit, wobei der Druckbogen D sich wegen der Vorwärtsbewegung an die sich aufwärts krümmende Bogenführungsbahn 28 anlegt. Der Druckbogen D muss im nicht mehr an den Saugbandförderern 29 gehaltenen vorderen Bereich auch nicht gesondert geführt werden.
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Hilfsweise kann ausgehend von der Traverse 38 unter der Bogenführungsbahn 28 eine Saug- und Förderwirkung durch die Öffnungen A auf die Unterseite des Druckbogens D ausgeübt werden.
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Zu diesem Zeitpunkt läuft auf der Kettenführungsbahn 35 des zweiten endlosen Kettenförderers 34 das Greifersystem 36 mit geöffneten Greifern 37 von unten kommend in Richtung auf die Bogenführungsbahn 28 zu.
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Die sechste Position D(6) zeigt den Druckbogen D, der von den Saugbandförderern 29 über die Bogenführungsbahn 28 in Bogenlaufrichtung R auf dem gekrümmten Führungsbereich 28c weiterbewegt wird. Die Saugbandförderer 29 fördern den Druckbogen D weiterhin passgenau und mit angepasster Geschwindigkeit und sich an die aufwärts gekrümmte Bogenführungsbahn 28 anlegend.
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Hilfsweise kann weiterhin ausgehend von der Traverse 38 unter der Bogenführungsbahn 28 eine Saug- und Förderwirkung durch die Öffnungen A auf die Unterseite des Druckbogens D ausgeübt werden.
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Zu diesem Zeitpunkt hat auf der Kettenführungsbahn 35 das Greifersystem 36 mit geöffneten Greifern 37 von unten kommend die Bogenführungsbahn 28 erreicht, so dass die Greifer 37 über die Bogenführungsbahn 28 nach oben vorstehen. Der Druckbogen D wird so von den Saugbandförderern 29 passgenau in die geöffneten Greifer 37 am Greifersystem 36 geschoben. In einer kurzen Vorwärtsbewegung des Greifersystems 36 werden dann die Greifer 37 geschlossen und halten die Vorderkante des Druckbogens D passgenau fest.
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Die siebte Position D(7) des Druckbogens D ist wiederum so dargestellt, dass der Druckbogen D mit seiner Vorderkante in den Greifern 37 am Greifersystem 36 gehalten wird, während das Greifersystem 36 sich nun in der ersten Halterung 24C im Zylinderkanal 24A am Druckzylinder 24 des zweiten Druckwerks 21 fixiert befindet. Der Druckbogen D kann nun passgenau im zweiten Druckwerk 21 bedruckt werden.
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Damit ist anhand von 5 der Bogentransport eines Druckbogens D von dem ersten Druckzylinder 23 in Druckwerk 20 über die Bogenführungsbahn 28 im Zwischenmodul 25 unter Einsatz von Saubandförderern 29 auf den zweiten Druckzylinder 24 in Druckwerk 21 bei gleichzeitigem Bedrucken mittels eines oder mehrerer Tintenstrahldrucker 26, 27 im Detail charakterisiert.
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In 6 ist in einem Querschnitt durch den ebenen ersten Führungsbereich 28a bzw. den als Druckbereich ausgebildeten ebenen zweiten Führungsbereich 28b innerhalb der Bogenführungsbahn 28 dargestellt, wie die Saugbandförderer 29 in der Bogenführungsbahn 28 angeordnet sind und wie ein Greifersystem 32 der Bogenführungsbahn 28 und den Saugbandförderern 29 zugeordnet ist. Das Greifersystem 32 ist an seinen Enden jeweils mit einem endlosen Kettenförderer 30 verbunden, der jeweils in einer geschlossenen Kettenführungsbahn 31 umläuft. Die Kettenführungsbahnen 31 sind um den Druckzylinder 23 geführt und weisen im Bereich des Zwischenmoduls 25 eine von der Kontur des Druckzylinders 23 abweichende Bahnführung auf.
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Zunächst ist in 6 an der Unterseite des Greifersystems 32 auch ein Koppelelement 32A angedeutet, das zur lagegenauen und spielfreien Ankoppelung des Greifersystems 31 an eine Halterung 23C oder 23D in einem Zylinderkanal 23A, 23B des Druckzylinders 23 dient. Damit kann jedes Greifersystem 32 bei einem Umlauf um den Druckzylinder 23 in einer für jeden Zylinderkanal 23A, 23B immer gleichen und für den Transport der Druckbogen D in Bezug auf den im Druckwerk 20, 21 passgenau auszuführenden Druck relevanten Lage transportiert werden.
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An der Oberseite trägt das Greifersystem 32 eine Reihe von Greifern 33, die in etwa gleichmäßig über die Breite des Greifersystems 32 verteilt sind und jeweils mit einem auf der Oberfläche des Greifersystems 32 angeordneten Greiferaufschlag 33a zusammenwirken. Zwischen den Greifern 33 und den Greiferaufschlägen 32a wird der Druckbogen D gehalten.
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Das Greifersystem 32 ist in den Kettenführungsbahnen 31 so geführt, dass die Greiferaufschläge 33a den Druckbogen D in einer Höhe halten, so dass der Druckbogen D auf der Oberseite der Bogenführungsbahn 28 geführt wird. Die Greiferaufschläge 33a und die Greifer 33 ragen dabei durch die Öffnungen A in der Bogenführungsbahn 28 (siehe 4) nach oben.
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Weiterhin hier drei Saugbandförderer 29 im Querschnitt durch Saugbänder 29A und Saugkammern 29B dargestellt. Die Saugbandförderer 29 sind jeweils in einer Öffnung B (siehe 5) so der Oberfläche der Bogenführungsbahn 28 zugeordnet, dass die Oberseite von einem Saugband 29A in der Ebene der Oberfläche der Bogenführungsbahn 28 gebildet wird. Von jeder darunter liegenden Saugkammer 29B wird durch Öffnungen in jedem der Saugbänder 29A ein Unterdruck auf den oben aufliegenden Druckbogen D ausgeübt, so dass dieser von den Saugbandförderern 29 exakt, verzerrungsfrei und sicher geführt werden kann.
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Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist in 6 jeweils links und rechts direkt neben den Saugbandförderern 29 in der Bogenführungsbahn 28 keine Bogenleitfläche entsprechend der Darstellung in 4 eingezeichnet worden. In 6 ist jeweils ein Greifer 33 direkt neben den Saugbandförderern 29 am Greifersystem 32 angeordnet und stellt so die gleichmäßige Zuführung des Druckbogens D zu allen drei Saugbandförderern 29 sicher. Sollte sich eine Anordnung gemäß 6 infolge von Unterdruckwirkungen aus den Saugbandförderern 29 im Seitenbereich der Saugbänder 29A als nachteilig erweisen, kann ohne weiteres auf die Anordnung der Öffnungen B in der Bogenführungsbahn gemäß 4 zurückgegriffen werden.
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Die Saugbandförderer 29 und der Förderbereich des Greifersystems 32 müssen sich in Bogenlaufrichtung R über einen ausreichend großen Bereich überdecken, um eine sichere Übernahme der Druckbogen D durch die Saugbandförderer 29 von dem Greifersystem 32 zu gewährleisten. Damit ragen die Saugbandförderer 29 in den Bewegungsbereich des Greifersystems 32 hinein. Daher sind in der Oberseite des Greifersystems 32 drei entsprechend dem Querschnitt der Saugbandförderer 29 ausgeformte Ausnehmungen 32B so vorgesehen, dass das Greifersystem 32 die Saugbandförderer 29 in der Bewegung in Bogenlaufrichtung R berührungsfrei passiert.
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Eine sich aus dieser Anordnung zunächst als nachteilig darstellende Schwächung des Querschnitts des Greifersystems 32 im Bereich der Ausnehmungen 32B erweist sich jedoch als unproblematisch. Das Greifersystem 32 wird nämlich dann, wenn es den Druckbogen vom Druckzylinder 23 in den Bereich der Bogenführungsbahn 28 überführt lediglich in einer ebenen Bewegung geführt, bei der keine Querkräfte auf das Greifersystem 32 wirken. In der Rückführung des Greifersystems 32 über die Kettenführungsbahn 31 wird das Greifersystem 32 zwar um eine Kurve geführt, was aber unschädlich ist, da kein Druckbogen D geführt werden muss. In der kreisförmigen Führung um den Druckzylinder 23 ist dann das Greifersystem 32 wieder in den Kanälen 23A, 23B an einer der Halterungen 23C oder 23D verriegelt, so dass eine sichere und belastungsfreie Führung der Greifersysteme 32 auch bei der Übernahme von Druckbogen D am Druckzylinder 23 aus dem zum Druckwerk 20 vorausgehenden Maschinenbereich der Bogenoffsetdruckmaschine sichergestellt ist.
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Allgemein ist zur Funktion des erfindungsgemäßen Zwischenmoduls 25 in einer Bogenoffsetdruckmaschine noch zu bemerken:
- Die erfindungsgemäße Einrichtung basiert darauf, dass zu bedruckende Druckbogen D in einem zwischen zwei Druckwerken 20, 21 oder bogenführenden Aggregaten einer Bogenoffsetdruckmaschine angeordneten Zwischenmodul 25 im Bereich des oder der dort positionierten Tintenstrahldrucker 26, 27 in ebener Erstreckung geführt werden. Für den Bogentransport ist ein unabhängig von der Druckmaschine steuerbares aber in Bezug auf die Geschwindigkeit der Druckmaschine und ggf. auf die Funktion der Tintenstrahldrucker 26, 27 einstellbares Antriebssystem vorgesehen.
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Die Ausbildung der erfindungsgemäßen Einrichtung geht davon aus, dass üblicherweise in Bogendruckmaschinen Druckzylinder mit gegenüber Platten- und Gummizylindern doppeltgroßem Durchmesser, sowie zwei am Umfang gleichmäßig verteilten Greiferreihen in Zylinderkanälen haben. Durch den größeren Durchmesser wird der Bedruckstoff beim Transport weniger gekrümmt. Analog sind zwischen den Druckwerken Bogentransporttrommeln mit ebenfalls doppelt großem Durchmesser und zwei Greiferreihen aufweist.
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In der erfindungsgemäßen Anordnung entspricht in kompakter Bauweise die Länge des Transportweges der Druckbogen D über die Bogenführungsbahn 28 der Umfangslänge eines einfach großen Zylinders bzw. der halben Umfangslänge einer doppelgroßen Bogenführungstrommel (s. Bogenführungstrommel 3, 1 bzw. 2) in einer gängigen Bogenoffsetdruckmaschine. Das Zwischenmodul 25 ersetzt dabei eine Bogenführungstrommel durch ein Transportmodul mit weitgehend flacher und danach gekrümmter Bogenführung. Dabei entspricht die Länge der Bogenführungsbahn 28 in Erstreckung vom tangentialen Übergabepunkt Ü1 des ebenen ersten Führungsbereiches 28a am ersten Druckzylinder 23 bis zur tangentialen Annäherung des gekrümmten Führungsbereiches 28c an den Übergabepunkt Ü2 auf den zweiten Druckzylinder 24 dem halben Umfang einer doppeltgroßen Bogentransporttrommel.
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Beim Transport ergibt sich dann auf der Bogenführungsbahn 28 zwischen der Hinterkante eines vorauslaufenden Druckbogens D und der Vorderkante eine nachfolgenden Druckbogens D ein Abstand entsprechend dem Bogenabstand, der sich beim Transport auf doppelt großen Bogentransporttrommeln ergibt.
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Je nach Ausgestaltung der Bogenführungsbahn 28 im Zwischenmodul 25 kann sich ein unterschiedlich langer Transportweg zwischen dem ersten Druckzylinder 23 im Druckwerk 20 und dem zweiten Druckzylinder 24 im Druckwerk 21 ergeben. Dabei kann die Länge des Transportwegs im Zwischenmodul 25 auch von dem Transportweg über Bogentransporttrommeln (siehe 3, 14 gemäß 1 und 2) in konventionellen Bogentransporteinheiten in Bogenoffsetdruckmaschinen abweichen.
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Bei einem erfindungsgemäßen Zwischenmodul 25 besteht mit der flach erstreckten Bogenführungsbahn 28 die Möglichkeit die Druckbogen D über einen kleineren oder größeren Abstand zwischen den Druckwerken 20, 21 zu führen. So kann die Länge der Bogenführungsbahn 28 an die Länge des Transportweges der Druckbogen D entsprechend einem Laufweg um eine oder mehrere Bogentransporttrommeln zwischen den Druckzylindern 23, 24 der Druckwerke 20, 21 angepasst werden oder aber auch von dieser abweichen.
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Vorteilhaft kann in Verbindung damit in der erfindungsgemäßen Einrichtung die Transportgeschwindigkeit der Druckbogen D im zwischen zwei Druckwerken 20, 21 angeordneten Zwischenmodul 25 zum Ausführen des Tintenstrahldruckes gegenüber der Geschwindigkeit der Druckwerke 20, 21 variiert werden. Der Transport der Druckbogen D kann also mit variabler Geschwindigkeit ausgeführt werden.
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Dabei kann im Fall einer gegenüber dem Weg über bogenführende Zylinder verlängerten Bogenführungsbahn 28 die Transportgeschwindigkeit im Zwischenmodul 25 bei der Zuführung des Druckbogens D auf die Bogenführungsbahn 28 nach Übernahme durch die Saugbandförderer 29 und Freigabe durch das vorauslaufende Druckwerk 20 beschleunigt werden. Die Beschleunigung kann auch so erfolgen, dass der Druckbogen D mit einer vorteilhaft angepassten Geschwindigkeit auf dem Weg über den ebenen zweiten Führungsbereich (Druckbereich) 28b mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 mit guter Qualität bedruckt werden kann.
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Danach wird dann jeder Druckbogen D im Zwischenmodul 25 nach dem Bedrucken mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 auf einen Wert oberhalb der Maschinengeschwindigkeit beschleunigt und dann wieder auf die Maschinengeschwindigkeit der Druckwerke 20, 21 gebracht, so dass er über den gekrümmten Führungsbereich 28c der Bogenführungsbahn 28 wieder die Maschinengeschwindigkeit der Druckwerke 20, 21 erreicht und von den Greifersystemen 36 am zweiten Druckzylinder 24 passgenau übernommen werden kann.
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Ebenso analog kann die Transportgeschwindigkeit im Fall einer gegenüber dem Weg über bogenführende Zylinder verkürzten Bogenführungsbahn 28 die Transportgeschwindigkeit im Zwischenmodul 25 bei der Zuführung des Druckbogens D auf die Bogenführungsbahn 28 nach Übernahme durch die Saugbandförderer 29 reduziert werden. Die Reduktion erfolgt so, dass der Druckbogen D mit einer vorteilhaft verringerten Geschwindigkeit auf dem Weg über den ebenen zweiten Führungsbereich (Druckbereich) 28b mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 bedruckt wird.
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Analog kann bei Bedarf jeder Druckbogen D im Zwischenmodul 25 nach Bedrucken mittels der Tintenstrahldrucker 26, 27 wieder auf die Geschwindigkeit der Druckwerke 20, 21 beschleunigt werden, so dass er über den gekrümmten Führungsbereich 28c der Bogenführungsbahn 28 die Maschinengeschwindigkeit der Druckwerke 20, 21 erreicht und von Greifersystemen 36 am zweiten Druckzylinder 24 passgenau übernommen werden kann.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Bogendruckmaschine
- 2
- Auslagesystem
- 3
- Bogenführungstrommel
- 4
- Greifern
- 5
- Gehäuse
- 6
- Saugköpfe
- 7
- Tintenstrahldrucker
- 8
- Tintenstrahldrucker
- 9
- Führungen
- 10
- Rollen
- 11
- Einrichtung, elektrostatisches Aufladen der Bogenführungstrommel
- 12
- Einrichtung zum elektrostatischen Aufladen am Auslagesystem
- 13
- Druckzylinder
- 14
- Zwischentrommel
- 15
- Druckwerk
- 16
- Druckwerk
- 17
- Druckwerk
- 18
- Zwischenmodul
- 19
- Zwischenmodul
- 20
- Druckwerk
- 21
- Druckwerk
- 22
- Zylindergruppe (Form-/Plattenzylinder, Drucktuch-/Gummizylinder)
- 23
- Druckzylinder
- 24
- Druckzylinder
- 25
- Zwischenmodul
- 26
- Tintenstrahldrucker
- 27
- Tintenstrahldrucker
- 28
- Bogenführungsbahn
- 29
- Saugbandförderer
- 30
- erster endloser Kettenförderer
- 31
- erste Kettenführungsbahn
- 32
- Greifersystem
- 33
- Greifer
- 34
- zweiter endloser Kettenförderer
- 35
- zweite Kettenführungsbahn
- 36
- Greifersystem
- 37
- Greifer
- 38
- Traverse Bogenführungsbahn
- A
- Öffnungen in Bogenführungsbahn für Durchgriff von Greifern
- B
- Öffnungen in Bogenführungsbahn für Durchgriff von Saugbandförderern
- D
- Druckbogen
- D1, D2, D3
- Druckbogenposition / Position
- R
- Bogenlaufrichtung
- S
- Sensor, Vorderkantensensor
- Ü1, Ü2
- Übergabepunkt, Übernahmepunkt
- 23A
- erster Zylinderkanal
- 23B
- zweiter Zylinderkanal
- 23C
- erste Halterung
- 23D
- zweite Halterung
- 24A
- erster Zylinderkanal
- 24B
- zweiter Zylinderkanal
- 24C
- erste Halterung
- 24D
- zweite Halterung
- 28a
- ebener ersten Führungsbereich / Übergabe- / Zuführbereich
- 28b
- ebener zweiter Führungsbereich / Druckbereich
- 28c
- gekrümmter Führungsbereich
- 29A
- Saugband
- 29B
- Saugkammer
- 29C
- Umlenkrolle
- 32A
- Koppelelement
- 32B
- Ausnehmung
- 33a
- Greiferaufschläge
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE-C 25 01 793 [0004]
- DE 92 10 569 U [0005]
- EP 0 737 572 A1 [0007]
- EP 1 818 177 B1 [0008]
- DE 39 36 345 C1 [0009]