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DE102024108957A1 - Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs, Computerprogrammprodukt und Steuergerät - Google Patents

Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs, Computerprogrammprodukt und Steuergerät

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DE102024108957A1
DE102024108957A1 DE102024108957.1A DE102024108957A DE102024108957A1 DE 102024108957 A1 DE102024108957 A1 DE 102024108957A1 DE 102024108957 A DE102024108957 A DE 102024108957A DE 102024108957 A1 DE102024108957 A1 DE 102024108957A1
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motor vehicle
vehicle
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control unit
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Tin Stribor Sohn
Nora Gorhan
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Dr Ing HCF Porsche AG
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Dr Ing HCF Porsche AG
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs, das ein Bussystem (3) umfasst, über das Daten (5) übertragen werden, die mindestens eine Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs beeinflussen.
Um die Effizienz beim Betreiben des Kraftfahrzeugs zu erhöhen, werden für die Fahrfunktion relevante Daten (5) in Form von Einflussfaktoren in einem Entscheidungsbaum selektiert und bezüglich der Fahrfunktion priorisiert, um die Menge der über das Bussystem (3) zu übertragenden Daten (5) signifikant zu reduzieren.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs, das ein Bussystem umfasst, über das Daten übertragen werden, die mindestens eine Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs beeinflussen. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Computerprogrammprodukt und ein Steuergerät.
  • Die internationale Offenlegungsschrift WO 2020/079074 A2 offenbart ein Planungsverfahren für ein autonomes Fahrzeug, wobei Sensorsignale verarbeitet werden, um ein Fahrszenario zu bestimmen und ein Baumsuchalgorithmus ausgeführt wird, um eine Sequenz von Manövern zu bestimmen. Die chinesische Offenlegungsschrift CN 109677406 A offenbart ein System zur Fahrzeug-Fahrspurkontrolle mit einer Risikoüberwachung, wobei Umweltinformationsdaten, Straßeninformationsdaten und Fahrzeuginformationsdaten eines Fahrzeugs gesammelt werden und die gesammelten Daten gemäß eines Clustering-Analysemodells klassifiziert werden, um so jede Art von Faktoreinflusskoeffizienten zu erhalten. Die amerikanische Offenlegungsschrift US 2022/028306 A1 offenbart ein Verfahren zur Datenreduktion in einer Speichereinrichtung für maschinelles Lernen, wobei Daten in der Speichervorrichtung gespeichert werden, welche für das Training in einer baumbasierten angepassten Iterationssitzung verwendet wurden. Die deutsche Offenlegungsschrift DE 10 2018 205 248 A1 offenbart ein Funktionssystem zur Bereitstellung von Umfeldinformationen für ein Fahrerassistenzsystem eines Kraftfahrzeugs basierend auf Informationen mehrerer Umfeldsensoren.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, die Effizienz beim Betreiben eines Kraftfahrzeug, das ein Bussystem umfasst, über das Daten übertragen werden, die mindestens eine Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs beeinflussen, zu erhöhen.
  • Die Aufgabe ist bei einem Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs, das ein Bussystem umfasst, über das Daten übertragen werden, die mindestens eine Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs beeinflussen, dadurch gelöst, dass für die Fahrfunktion relevante Daten in Form von Einflussfaktoren in einem Entscheidungsbaum selektiert und bezüglich der Fahrfunktion priorisiert werden, um die Menge der über das Bussystem zu übertragenden Daten signifikant zu reduzieren. So kann die Datenmenge, die über das Bussystem übertragen wird, effektiv reduziert werden. Dadurch kann die Effizienz im Betrieb des Kraftfahrzeugs, insbesondere im Betrieb einer Vielzahl von Kraftfahrzeugen einer Fahrzeugflotte, erhöht werden.
  • Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftfahrzeug in seiner Umgebung mit allen im Kraftfahrzeug und seiner Umgebung erfassten Daten als cyberphysisches System betrachtet wird, wobei Attribute mit dem größten Einflussfaktor extrahiert und exploriert werden. Das führt zu einer signifikanten Reduktion des relevanten Datenraumes.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen von Realfahrten Fahrzeugbusdaten eingefahren werden. Die eingefahrenen Fahrzeugbusdaten werden fahrzeugintern oder fahrzeugextern gespeichert. Die eingefahrenen Fahrzeugbusdaten können fahrzeugintern oder fahrzeugextern, also in einem BackEnd, verarbeitet werden.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass die eingefahrenen Fahrzeugbusdaten Informationen, wie Fehlerabwürfe oder Passivierungen durch einen Fahrer, umfassen. Ein Fehlerabwurf oder eine Passivierung durch den Fahrer wird zum Beispiel erzeugt, wenn ein automatisierter Einparkvorgang durch den Fahrer unterbrochen wird.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Modell für maschinelles Lernen auf der Basis der eingefahrenen Fahrzeugbusdaten in dem Entscheidungsbaum zur Klassifikation der eingefahrenen Fahrzeugbusdaten trainiert wird. So kann, zum Beispiel im BackEnd, mit historischen Daten erkannt werden, welche Daten für einen vorangegangenen Fehlerabwurf relevant sind.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass nur Daten, die durch das Modell als relevante Einflussfaktoren erkannt wurden, über das Bussystem an ein BackEnd übertragen werden. Dadurch wird die Effizienz im Betrieb des Kraftfahrzeugs, insbesondere im Hinblick auf die zu handhabende Datenmenge, wirksam gesteigert.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass Daten aus dem Umfeld des Fahrzeugs als Attribute eines Schichtmodells strukturiert werden. Hier kann ein herkömmliches Schichtmodell mit zum Beispiel sechs Schichten verwendet werden. Ein solches Schichtmodell umfasst zum Beispiel in einer ersten Schicht ein Straßennetzwerk und eine Straßenbeschaffenheit; in einer zweiten Schicht Informationen und Attribute aus einer Umgebung des Kraftfahrzeugs, zum Beispiel Häuser und/oder Bäume an einem Straßenrand; in einer dritten Schicht temporäre Ereignisse, wie Baustellen, die über einen längeren Zeitraum vorhanden sind; in einer vierten Schicht dynamische Objekte; in einer fünften Schicht Umgebungsdaten, wie Wetterbedingungen und Lichtverhältnisse; in einer sechsten Schicht Kommunikationsinformationen, wie eine Internetanbindung und/oder eine mobile Abdeckung.
  • Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass der Entscheidungsbaum eine Gewichtung bestimmter Attribute in Bezug auf ein Fehlverhalten einer Fahrfunktion zeigt. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Einfluss des jeweiligen Attributs auf die Klassifikation eines Fehlers oder einer Passivierung der betroffenen Funktion in Abhängigkeit von der Höhe im Entscheidungsbaum am größten ist. Je weiter oben im Entscheidungsbaum, desto höher der Einfluss des Attributs auf die Klassifikation des Fehlers oder der Passivierung der Funktion.
  • Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, bei deren Ausführung durch eine Recheneinrichtung ein vorab beschriebenes Verfahren datengetrieben abläuft. Datengetrieben bedeutet insbesondere, dass die Ursachen von Fehlfunktionen einfacher und effektiver erkannt werden.
  • Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Steuergerät mit einem derartigen Computerprogrammprodukt. Bei dem Steuergerät handelt es sich zum Beispiel um ein fahrzeuginternes Steuergerät. Der Begriff des Steuergeräts umfasst aber auch ein Steuergerät, das im BackEnd betrieben wird.
  • Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind.
  • Es zeigen:
    • 1 eine schematische Darstellung eines Steuergeräts mit Daten, die im Betrieb eines Kraftfahrzeugs über eine Bussystem übertragen werden; und
    • 2 eine schematische Darstellung des Steuergeräts aus 1 mit einem Kraftfahrzeug und einem Entscheidungsbaum zur Veranschaulichung des beanspruchten Verfahrens.
  • In 1 ist ein Steuergerät 1 mit einer Vielzahl von Daten stark vereinfacht dargestellt. Bei dem Steuergerät 1 handelt es sich zum Beispiel um ein fahrzeuginternes Steuergerät, das in einem Kraftfahrzeug, das in 2 mit 20 bezeichnet ist, untergebracht ist. Bei dem Steuergerät 1 kann es sich aber auch um ein fahrzeugexternes Steuergerät handeln, das in einem BackEnd, also außerhalb des Kraftfahrzeugs untergebracht ist.
  • Die Daten 5 umfassen zum Beispiel Kartendaten 2, Bussystemdaten 3 und Wetterdaten 4. Die Bussystemdaten 3 werden über ein Bussystem 6 bereitgestellt, das mit fahrzeuginternen Komponenten, wie Sensoren, verbunden ist.
  • Die Daten 5 können über eine Operation Design Domain 10 bereitgestellt werden. Die Operation Design Domain 10 wird auch mit den Großbuchstaben ODD abgekürzt. Die ODD 10 umfasst zum Beispiel Informationen aus der Umwelt oder Umgebung.
  • Die Daten werden vorteilhaft in einem Schichtmodell 17 strukturiert. Ein derartiges Schichtmodell 17 umfasst zum Beispiel sechs Schichten 11 bis 16. Eine erste Schicht 11 umfasst zum Beispiel Topologiedaten oder Geometriedaten. Eine zweite Schicht 12 umfasst zum Beispiel Verkehrsdaten. Eine dritte Schicht 13 umfasst zum Beispiel Ladungsdaten oder Transportdaten. Eine vierte Schicht 14 umfasst zum Beispiel zum Beispiel dynamische Objektdaten. Eine fünfte Schicht 15 umfasst zum Beispiel Umgebungsdaten. Eine sechste Schicht 16 umfasst zum Beispiel Kommunikationsdaten, wie Mobilfunknetz und Ampellichter.
  • In 2 ist veranschaulicht, wie die Daten 5 in einem Modell 18 für maschinelles Lernen im Hinblick auf Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs 20 trainiert werden. Der Suchraum von Faktoren aus der Umwelt des Kraftfahrzeugs 20, die sich auf das Verhalten einer Fahrfunktion auswirken, wird durch größer werdende Operationsdomainen der Fahrfunktionen immer komplexer. Damit werden die Einflussfaktoren durch den Menschen immer schwerer einschätzbar. Je mehr Umweltfaktoren oder Umgebungsfaktoren vorliegen, desto höher die Testkomplexität und die Anzahl von auszuführenden Testfällen und Simulationen.
  • Durch das beanspruchte Verfahren wird ein Selektionsverfahren in Bezug auf eine Fahrfunktion bereitgestellt, zu welcher im Rahmen von Realfahrten Fahrzeugbusdaten eingefahren werden. Diese beinhalten auch Informationen, wie Fehlerabwürfe oder Passivierungen durch den Fahrer.
  • Zunächst wird das Modell für maschinelles Lernen 18 auf Basis eines Entscheidungsbaums 30 zur Klassifikation dieser Fehlerabwürfe oder Passivierungen trainiert. Als Eingabeparameter dienen Daten des Umfelds des Kraftfahrzeugs 20. Diese Daten sind, wie in 1 veranschaulicht, als Attribute des Schichtmodells 17 strukturiert.
  • Die Struktur des Entscheidungsbaums 30 mit Einflussfaktoren 31 bis 36 nach Abschluss des Trainings mit dem Modell 18 für maschinelles Lernen gibt Aufschluss über die Gewichtung bestimmter Attribute in Bezug auf das Fehlverhalten einer Fahrfunktion. Je weiter oben im Entscheidungsbaum 30, desto höher der Einfluss des Attributs auf die Klassifikation eines Fehlers oder einer Passivierung der Funktion. So können Attribute mit dem größten Einflussfaktor extrahiert und exploriert werden. Dies führt zu einer Reduktion des Testraums.
  • Bezugszeichen
  • 1
    Steuergerät
    2
    Kartendaten
    3
    Bussystemdaten
    4
    Wetterdaten
    5
    Daten
    6
    Bussystem
    10
    Operation Design Domain
    11
    erste Schicht
    12
    zweite Schicht
    13
    dritte Schicht
    14
    vierte Schicht
    15
    fünfte Schicht
    16
    sechste Schicht
    17
    Schichtmodell
    18
    Modell für maschinelles Lernen
    20
    Kraftfahrzeug
    30
    Entscheidungsbaum
    31
    Einflussfaktoren
    32
    Einflussfaktoren
    33
    Einflussfaktoren
    34
    Einflussfaktoren
    35
    Einflussfaktoren
    36
    Einflussfaktoren
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • WO 2020/079074 A2 [0002]
    • CN 109677406 A [0002]
    • US 2022/028306 A1 [0002]
    • DE 10 2018 205 248 A1 [0002]

Claims (11)

  1. Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs (20), das ein Bussystem (3) umfasst, über das Daten (5) übertragen werden, die mindestens eine Fahrfunktion des Kraftfahrzeugs (20) beeinflussen, dadurch gekennzeichnet, dass für die Fahrfunktion relevante Daten (5) in Form von Einflussfaktoren (31-36) in einem Entscheidungsbaum (30) selektiert und bezüglich der Fahrfunktion priorisiert werden, um die Menge der über das Bussystem (3) zu übertragenden Daten (5) signifikant zu reduzieren.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftfahrzeug (20) in seiner Umgebung mit allen im Kraftfahrzeug (20) und seiner Umgebung erfassten Daten (5) als cyberphysisches System betrachtet wird, wobei Attribute mit dem größten Einflussfaktor (31-36) extrahiert und exploriert werden.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen von Realfahrten Fahrzeugbusdaten eingefahren werden.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die eingefahrenen Fahrzeugbusdaten Informationen, wie Fehlerabwürfe oder Passivierungen durch den Fahrer, umfassen.
  5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Modell (18) für maschinelles Lernen auf der Basis der eingefahrenen Fahrzeugbusdaten in dem Entscheidungsbaum (30) zur Klassifikation der eingefahrenen Fahrzeugbusdaten trainiert wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nur Daten (5), die durch das Modell (18) als relevante Einflussfaktoren (31-36) erkannt wurden, über das Bussystem (3) an ein BackEnd übertragen werden.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Daten (5) aus dem Umfeld des Fahrzeugs (20) als Attribute eines Schichtmodells (17) strukturiert werden.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entscheidungsbaum (30) eine Gewichtung bestimmter Attribute in Bezug auf ein Fehlverhalten einer Fahrfunktion zeigt.
  9. Computerprogrammprodukt, umfassend Befehle, bei deren Ausführung durch eine Recheneinrichtung ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche datengetrieben abläuft.
  10. Steuergerät (1) mit einem Computerprogrammprodukt nach Anspruch 9.
  11. Kraftfahrzeug mit einem Bussystem (3) und einem Steuergerät (1) nach Anspruch 10.
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