-
Die vorliegende Erfindung betrifft eine handbetätigbare Schneidvorrichtung zum Schneiden einer verformbaren Schlauchleitung für pharmatechnische Zwecke.
-
Schlauchleitungen, insbesondere verformbare Schlauchleitungen, kommen in der Pharmatechnik in vielfältiger Weise zum Einsatz. Beispielsweise werden verformbare Schlauchleitungen in Maschinen zum Verarbeiten pharmazeutischer Behälter eingesetzt, insbesondere Füllmaschinen. Hierbei werden die Behälter, beispielsweise Vials (Fläschchen), Spritzen, Karpulen oder Ampullen, an einer Füllstation mit einem flüssigen pharmazeutischen Produkt befüllt. Die Füllstation umfasst Füllnadeln, die in die Behälter eingeführt werden können. Die Zuführung des Produkts erfolgt über Schlauchleitungen, die an Dosiervorrichtungen angeschlossen sind. Da üblicherweise die Füllnadeln bewegt werden, sind die Schlauchleitungen verformbar. Da ferner Produktkontakt besteht, kommen in der Praxis häufig Schlauchleitungen aus Polytetrafluorethylen (PTFE) zum Einsatz. Wünschenswert bei Schlauchleitungen mit Produktkontakt ist es, diese, wenn möglich, im eingebauten Zustand reinigen und bevorzugt sterilisieren zu können (CIP, Clean-in-Place, SIP, Sterilisation-in-Place). Dies setzt voraus, dass die Schlauchleitungen bei der Fertigung präzise abgelängt werden, so dass etwaige Dichtungseigenschaften an Stirnflächen der Schlauchleitung auch nach dem Reinigungs- und Sterilisiervorgang erhalten bleiben.
-
Die nicht-vorveröffentlichte
DE 10 2023 119 099.7 derselben Anmelderin beschreibt beispielsweise die Verwendung verformbarer Schlauchleitungen aus PTFE in einer pharmatechnischen Verbindungsvorrichtung zum Anschluss an eine Füllnadel. Die Stirnseite dieser Schlauchleitung ist dichtend an einen Anlagebereich der Verbindungsvorrichtung gefügt. Wünschenswert ist es hierbei, dass die Stirnfläche möglichst planar in einer Ebene senkrecht zur Achse der Schlauchleitung beschaffen ist.
-
Zum Schneiden einer verformbaren Schlauchleitung, insbesondere für pharmatechnische Zwecke, schlägt die vorliegende Erfindung eine handbetätigbare Schneidvorrichtung vor. Beispielsweise wird die Schlauchleitung anschließend zusammen mit einer Verbindungsvorrichtung eingesetzt, wie sie in der genannten
DE 10 2023 199 099.7 beschrieben ist. Die vorliegende Erfindung ist hierauf jedoch nicht beschränkt.
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine handbetätigbare Schneidvorrichtung zum Schneiden einer verformbaren Schlauchleitung vorzuschlagen, mit der die Schlauchleitung handhabungsfreundlich und, wenn möglich, mit konstruktiv einfacher Ausgestaltung zuverlässig geschnitten werden kann.
-
Diese Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße handbetätigbare Schneidvorrichtung zum Schneiden einer verformbaren Schlauchleitung für pharmatechnische Zwecke gelöst, wobei die Schneidvorrichtung eine Halteeinrichtung und eine Betätigungseinrichtung umfasst, zusammenwirkende Kopplungselemente, über die die Halteeinrichtung und die Betätigungseinrichtung beweglich miteinander gekoppelt sind, wobei die Halteeinrichtung und/oder die Betätigungseinrichtung mindestens ein Griffelement für einen Benutzer umfassen oder ausbilden, wobei die Halteeinrichtung mindestens eine Durchgangsöffnung zum Einführen der Schlauchleitung umfasst oder ausbildet, wobei die Durchgangsöffnung vorzugsweise an die Größe und/oder die Form der Schlauchleitung angepasst ist, wobei die Schneidvorrichtung ein Klingenelement umfasst, das eine Schneide umfasst oder ausbildet und das mit der Betätigungseinrichtung in Wirkverbindung steht zum Bewegen des Klingenelements relativ zur Halteeinrichtung, wobei bei einer Relativbewegung der Halteeinrichtung und der Betätigungseinrichtung die Schneide zum Schneiden der Schlauchleitung über die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung hinwegbewegt wird.
-
Bei der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung kann die Schlauchleitung in die mindestens eine Durchgangsöffnung eingeführt werden. Vorzugsweise ist die Durchgangsöffnung so bemessen und geformt, dass die Schlauchleitung darin formschlüssig aufgenommen werden kann. Die Schlauchleitung nimmt infolgedessen an der Halteeinrichtung eine definierte Position ein. Die Betätigungseinrichtung und die Halteeinrichtung können relativ zueinander bewegt werden. Dies hat zur Folge, dass das mit der Betätigungseinrichtung in Wirkverbindung stehende Klingenelement mit der Schneide über die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung hinwegbewegt wird, so dass die Schlauchleitung von der Schneide erfasst und geschnitten werden kann. Der Benutzer kann an mindestens einem Griffelement angreifen, das von der Halteeinrichtung und/oder von der Betätigungseinrichtung umfasst oder gebildet ist. Günstigerweise umfassen oder bilden sowohl die Halteeinrichtung als auch die Betätigungseinrichtung jeweils ein Griffelement. Infolge der Kopplungselemente kann eine zuverlässige Relativbewegung der Halteeinrichtung und der Betätigungseinrichtung sichergestellt werden, so dass die Schlauchleitung handhabungsfreundlich und zuverlässig abgelängt werden kann.
-
Von Vorteil ist es, wenn die Kopplungselemente korrespondierende Lagerelemente zur Lagerung der Betätigungseinrichtung an der Halteeinrichtung ausbilden. Dies erlaubt es, die zuverlässige Relativbewegung der Halteeinrichtung und der Betätigungseinrichtung sicherzustellen.
-
Vorgesehen sein kann beispielsweise, dass die Halteeinrichtung und die Betätigungseinrichtung relativ zueinander verschiebbar sind, wobei die Kopplungselemente für eine verschiebbare Lagerung sorgen.
-
In der Praxis kann es sich insbesondere als vorteilhaft erweisen, wenn die Halteeinrichtung und die Betätigungseinrichtung relativ zueinander um eine Drehachse drehbar ausgestaltet sind. Die Drehbewegung erlaubt es beispielsweise, die Betätigungseinrichtung als Hebel einzusetzen, wodurch dem Benutzer das Schneiden der Schlauchleitung erleichtert wird.
-
Bei der zuletzt erwähnten vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es beispielsweise günstig, wenn ein erstes Kopplungselement an der Halteeinrichtung die Drehachse definiert und in Eingriff mit einem zweiten Kopplungselement steht, das drehfest an der Betätigungseinrichtung gehalten ist. Beim Drehen der Betätigungseinrichtung relativ zur Halteeinrichtung wird dadurch die Bewegung des Benutzers geführt, wodurch auch die Bewegung des Klingenelements relativ zur an der Halteeinrichtung gehaltenen Schlauchleitung geführt werden kann.
-
Das erste Kopplungselement ist beispielsweise zapfenförmig oder stiftförmig ausgestaltet, insbesondere als Schraube oder Bolzen, und/oder als Vorsprung an der Halteeinrichtung ausgestaltet und kann eine im zweiten Kopplungselement gebildete Durchgangsöffnung durchgreifen. Beispielsweise sind die Halteeinrichtung und die Betätigungseinrichtung durch Verschraubung miteinander verbunden, wobei ein Schraubelement das erste Kopplungselement bildet.
-
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann das erste Kopplungselement beispielsweise ein insbesondere zylindrischer Vorsprung an der Halteeinrichtung sein, der durch eine Durchgangsöffnung im zweiten Kopplungselement hindurchgreift. Der Vorsprung kann zum Beispiel einstückig mit der Halteeinrichtung gebildet sein.
-
Als vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn das zweite Kopplungselement plattenförmig ausgestaltet ist und/oder aus einem Flachmaterial gefertigt ist. Dies erlaubt es, eine kompakte Bauform bei konstruktiv einfacher Ausgestaltung zu erzielen.
-
Als vorteilhaft kann sich zum Beispiel eine Fertigung des zweiten Kopplungselementes aus einem Metallmaterial erweisen.
-
Das zweite Kopplungselement kann zum Beispiel streifenförmig ausgestaltet sein.
-
Das zweite Kopplungselement kann beispielsweise durch Kraft- und/oder Formschluss an der Betätigungseinrichtung gehalten sein. Denkbar ist zum Beispiel eine klemmende Fixierung des zweiten Kopplungselementes an der Betätigungseinrichtung.
-
Das Klingenelement ist günstigerweise an der Betätigungseinrichtung festgelegt. Hierbei sind alle möglichen Arten der Fixierung denkbar, beispielsweise durch Kraft- und/oder Formschluss, durch Stoffschluss, klemmend und/oder rastend. Denkbar ist eine Fixierung unter Einsatz von Verbindungs- oder Fixierelementen, beispielsweise Schrauben, Bolzen, Nieten oder dergleichen.
-
Als vorteilhaft kann es sich zum Beispiel erweisen, wenn die Betätigungseinrichtung zwei miteinander verbundene Griffteile umfasst, zwischen denen das zweite Kopplungselement positioniert ist, und die ein Griffelement ausbilden. Der Benutzer kann das Griffelement ergreifen und über die Bewegung das zweite Kopplungselement bewegen, wodurch die Betätigungseinrichtung relativ zur Halteeinrichtung gedreht wird. Hierbei bildet die Betätigungseinrichtung günstigerweise einen Hebel aus.
-
Mindestens eines der Griffteile kann eine Ausnehmung umfassen oder ausbilden, in der das zweite Kopplungselement vorzugsweise formschlüssig positioniert ist. Dies erlaubt eine definierte Positionierung des Kopplungselementes im Hinblick auf eine zuverlässige Funktionsweise der Schneidvorrichtung.
-
Die Griffteile können auf verschiedenartige Weise miteinander verbunden sein, zum Beispiel durch Verschrauben, Verkleben, Klemmen und/oder Rasten. Denkbar ist der Einsatz von Verbindungs- oder Fixierelementen. Diese können so beschaffen sein, dass über die Griffteile aneinander auch das zweite Kopplungselement an mindestens einem der Griffteile fixiert ist.
-
Die Griffteile können als Halbschalen ausgebildet sein, insbesondere wenn wie vorstehend erwähnt eine Ausnehmung vorhanden ist.
-
Als besonders vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn das Klingenelement das zweite Kopplungselement ausbildet, oder umgekehrt. Dies erlaubt es, eine konstruktiv einfache Ausgestaltung zu erzielen. Gesonderte Bauteile für das zweite Kopplungselement und das Klingenelement sind nicht erforderlich.
-
Bei einer andersartigen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass am zweiten Kopplungselement eine Aussparung gebildet ist, in der das Klingenelement vorzugsweise formschlüssig angeordnet ist. Infolge der Bewegung des zweiten Kopplungselementes wird das Klingenelement relativ zur Schlauchleitung bewegt.
-
Das zweite Kopplungselement und das Klingenelement können insbesondere in einer gemeinsamen Ebene angeordnet sein, wobei beide Elemente plattenförmig ausgestaltet und/oder aus einem Flachmaterial gefertigt sein können.
-
Die Aussparung für das Klingenelement kann sich beispielsweise abschnittsweise in Umfangsrichtung der Drehachse erstrecken, wobei die Schlauchleitung bei Anordnung in der mindestens einen Durchgangsöffnung durch die Aussparung hindurchgreift. Günstigerweise kann die Schlauchleitung formschlüssig durch die Aussparung hindurchgreifen.
-
Die Betätigungseinrichtung umfasst oder bildet günstigerweise einen von der Halteeinrichtung radial in Bezug auf die Drehachse abstehenden Hebel, der ein Griffelement ausbildet.
-
Günstigerweise ist mindestens ein Anschlagelement vorgesehen zum Begrenzen eines Bewegungsumfangs der Betätigungseinrichtung relativ zur Halteeinrichtung, speziell der Drehbewegung.
-
Von Vorteil ist es, wenn das Klingenelement angrenzend an eine Endfläche der Halteeinrichtung positioniert ist, wobei die Durchgangsöffnung über die Endfläche mündet, zum Schneiden der Schlauchleitung angrenzend an die Endfläche. Die Schlauchleitung tritt hierbei beispielsweise an der Endfläche aus der mindestens einen Durchgangsöffnung aus, wobei die Endfläche stirnseitig an der Halteeinrichtung angeordnet sein kann, beispielsweise an einem Halteeinrichtungsteil. Das Klingenelement ist mit der Schneide vorzugsweise unmittelbar neben der Mündung angeordnet, so dass bei der Bewegung des Klingenelementes über die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung hinweg eine Scherbewegung der Schlauchleitung möglichst gering gehalten und nach Möglichkeit vermieden werden kann, um einen sauberen Schnitt an der Schlauchleitung zu erzielen.
-
Das Klingenelement kann die Endfläche kontaktieren oder im Abschnitt zur Endfläche angeordnet sein.
-
Als vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn die Halteeinrichtung ein erstes Halteeinrichtungsteil und ein zweites Halteeinrichtungsteil umfasst, die miteinander verbunden sind, wobei zwischen den Halteeinrichtungsteilen ein Zwischenraum gebildet ist, in dem das Klingenelement zumindest abschnittsweise mit der Schneide positioniert ist oder in den das Klingenelement mit der Schneide eingreift, wobei in beiden Halteeinrichtungsteilen jeweils ein Abschnitt der mindestens einen Durchgangsöffnung gebildet ist und die Schlauchleitung durch beide Abschnitte hindurchgeführt ist. Hierdurch kann, wie sich in der Praxis zeigt, eine besonders zuverlässige Funktion der Schneidvorrichtung sichergestellt werden. Das Klingenelement ist im Zwischenraum angeordnet oder greift in diesen ein. Die Schlauchleitung ist durch beide Abschnitte der mindestens einen Durchgangsöffnung geführt, wodurch sich die Schlauchleitung beim Durchschneiden beidseitig in Bezug auf das Klingenelement an der Halteeinrichtung abstützen kann. Dies erlaubt es, einen besonders sauberen Schnitt auszuführen, insbesondere wenn der Zwischenraum hinreichend schmal ist und das Klingenelement vorzugsweise formschlüssig im Zwischenraum angeordnet ist oder in diesen eingreift.
-
Die Halteeinrichtungsteile sind insbesondere drehfest miteinander verbunden, wenn die Halteeinrichtung drehbar relativ zur Betätigungseinrichtung ausgebildet ist.
-
Die Halteeinrichtungsteile können einstückig miteinander verbunden sein, wobei durch die integrale Fertigung eine konstruktiv einfache Ausgestaltung erzielt werden kann.
-
Alternativ kann vorgesehen sein, dass voneinander getrennte Halteeinrichtungsteile vorgesehen sind, die beispielsweise durch Verschraubung miteinander verbunden sein können. Ein Schraubelement kann zum Beispiel das erste Kopplungselement ausbilden, wie vorstehend erwähnt.
-
Die Halteeinrichtungsteile können ineinander eingreifen, beispielsweise über einen Vorsprung und eine Aufnahme. Der Vorsprung kann ein Kopplungselement ausbilden.
-
Es versteht sich, dass die beiden Abschnitte der mindestens einen Durchgangsöffnung vorzugsweise miteinander fluchten und/oder einen identischen Querschnitt aufweisen können.
-
Die Halteeinrichtungsteile sind, wie bereits erwähnt, vorzugsweise drehfest miteinander verbunden zum gemeinsamen Rotieren um eine Drehachse. Hierbei kann insbesondere vorgesehen sein, dass ein die Halteeinrichtungsteile miteinander verbindendes Verbindungselement die Drehachse definiert und/oder das erste Kopplungselement ausbildet.
-
Zumindest eines der Halteeinrichtungsteile kann ein an zumindest einer Seite offener Hohlkörper sein, wobei die offene Seite des Hohlkörpers dem anderen Halteeinrichtungsteil gegenüberliegt. Beispielsweise durchgreift die Schlauchleitung beide Halteeinrichtungsteile. Ein abgeschnittenes Segment der Schlauchleitung kann nach dem Schneiden durch die offene Seite des Hohlkörpers hindurch entnommen werden oder herabfallen.
-
Eines der Halteeinrichtungsteile kann beispielsweise ein Vollkörper sein.
-
Die Halteeinrichtung kann beispielsweise als Zylinder ausgestaltet sein oder eine zylindrische Kontur aufweisen (insbesondere in Form eines senkrechten Kreiszylinders).
-
Insbesondere in Kombination mit der zuletzt erwähnten vorteilhaften Ausführungsform kann es vorteilhaft sein, wenn eine Mantelfläche der Halteeinrichtung, insbesondere am Hohlkörper, ein Griffelement ausbildet. Die Halteeinrichtung kann dadurch vom Benutzer einfach und zuverlässig ergriffen werden, um diese relativ zur Betätigungseinrichtung zu bewegen.
-
Die Betätigungseinrichtung kann frei von einer Verbindung mit einer Mantelfläche der Halteeinrichtung sein.
-
Die mindestens eine Durchgangsöffnung kann insbesondere einen kreisrunden Querschnitt aufweisen.
-
Vorgesehen sein kann, dass die Schneide zwei an einem Scheitel im Winkel zueinander ausgerichtete Abschnitte umfasst und dass der Scheitel beim Bewegen der Halteeinrichtung und der Betätigungseinrichtung durch eine Achse der mindestens einen Durchgangsöffnung bewegt wird. Der Winkel beträgt beispielsweise ungefähr 90°. Am Scheitel kann die Schneide eine Spitze ausbilden, um die Schlauchleitung zuverlässig zu schneiden. Günstigerweise läuft hierbei der Scheitel durch die Achse der Durchgangsöffnung hindurch, wobei vorzugsweise eine Achse der Schlauchleitung mit der Achse der Durchgangsöffnung zusammenfällt.
-
Als vorteilhaft erweist es sich, wenn die Halteeinrichtung zwei oder mehr Durchgangsöffnungen umfasst oder ausbildet, die voneinander unterschiedliche Querschnittsflächen aufweisen. Dies bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Schlauchleitungen unterschiedlichen Durchmessers, die vorzugsweise in einer jeweiligen Durchgangsöffnung formschlüssig aufgenommen werden können, zuverlässig zu schneiden. Die Schneidvorrichtung weist dadurch eine hohe Vielseitigkeit auf.
-
Bei einer konkreten Umsetzung der Halteeinrichtung können beispielsweise fünf oder mehr Durchgangsöffnungen vorgesehen sein.
-
Bei kreisrunden Durchgangsöffnungen liegen die Durchmesser beispielsweise im Bereich von ungefähr 1 mm bis ungefähr 20 mm.
-
In der Praxis häufig zum Einsatz kommende Schlauchleitungen weisen beispielsweise Durchmesser von 3,2 mm, von 5 mm und von 9,5 mm auf. Vorhandene Durchgangsöffnungen sind beispielsweise in ihrem Durchmesser an derartige Schlauchleitungen angepasst.
-
Die Durchgangsöffnungen sind beispielsweise in der Reihenfolge ihrer Querschnittsfläche, aufsteigend oder abfallend, an der Halteeinrichtung angeordnet. Bei kreisrunden Querschnitten korrelieren die Querschnittsflächen mit den Durchmessern der Durchgangsöffnungen.
-
Benachbarte Durchgangsöffnungen weisen beispielsweise identische Winkelabstände in Bezug auf die Drehachse voneinander auf, bei einer relativ zur Betätigungseinrichtung drehbaren Halteeinrichtung.
-
Vorgesehen sein kann bei Durchgangsöffnungen mit kreisrundem Querschnitt, dass die von den Durchgangsöffnungen definierten Achsen auf einer gedachten Kreislinie liegen, die insbesondere um einen Mittelpunkt auf der Drehachse gezogen ist. Abstände der Achsen der Durchgangsöffnungen von der Drehachse können identisch sein.
-
Alternativ kann bei Durchgangsöffnungen mit kreisrundem Querschnitt beispielsweise vorgesehen sein, dass eine gedachte Kreislinie, insbesondere um einen Mittelpunkt auf der Drehachse, eine radial außenseitige oder radial innenseitige Einhüllende der Durchgangsöffnungen bildet.
-
Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung der Erfindung. Es zeigen:
- 1: eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung und eine zu durchschneidende Schlauchleitung;
- 2: eine Explosionsdarstellung der Schneidvorrichtung aus 1 und der Schlauchleitung;
- 3: eine Draufsicht auf die Schneidvorrichtung und die Schlauchleitung vor dem Schneiden;
- 4: eine Darstellung entsprechend 3 während des Schneidens;
- 5: eine Schnittansicht längs der Linie 5-5 in 4;
- 6: eine vergrößerte Darstellung von Detail A in 5;
- 7: eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform und eine Schlauchleitung;
- 8: eine perspektivische Teilexplosionsansicht der Schneidvorrichtung und der Schlauchleitung aus 7;
- 9: eine perspektivische Darstellung der Schneidvorrichtung und der Schlauchleitung aus 7 vor dem Schneiden;
- 10: eine Draufsicht auf die Schneidvorrichtung und die Schlauchleitung zu Beginn des Schneidens; und
- 11: eine Schnittansicht längs der Linie 11-11 in 10 nach dem Schneiden.
-
Die 1 bis 6 beziehen sich auf eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 100 belegte vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung. Die Schneidvorrichtung kommt zum Durchschneiden einer Schlauchleitung 102 zum Einsatz. Hierbei bedient sich ein in der Zeichnung nicht dargestellter Benutzer der Schneidvorrichtung 100, die handbetätigbar ist.
-
Die Schlauchleitung 102 wird beispielsweise für pharmatechnische Zwecke eingesetzt und dient dazu, einer Füllnadel an einer Füllstation in einer Befüllmaschine ein pharmazeutisches Produkt zuzuführen. Über die Füllnadel wird das Produkt in pharmazeutische Behälter eingefüllt, beispielsweise Vials, Spritzen, Karpulen oder Ampullen.
-
Die Schlauchleitung 102 ist vorzugsweise pharmagerecht ausgestaltet und für CIP (Cleaning-in-Place) und SIP (Sterilisation-in-Place)-Anwendungen geeignet. Die Schlauchleitung 102 ist verformbar und zu den vorstehend genannten Zwecken beispielsweise aus PTFE gefertigt.
-
Im vorliegenden Beispiel weist die Schlauchleitung einen Durchmesser von ca. 10 mm auf, bei einer Wandstärke von ungefähr 1 mm.
-
Die Schneidvorrichtung 100 umfasst eine Halteeinrichtung 104 und eine Betätigungseinrichtung 106. Wie insbesondere aus den 1, 2 und 5 hervorgeht, weist die Halteeinrichtung 104 eine im Wesentlichen zylindrische Kontur auf und ist als Zylinder 108 ausgestaltet, insbesondere als senkrechter Kreiszylinder. Die Halteeinrichtung 104 umfasst eine Mantelfläche 110, die vorliegend ein Griffelement 112 ausbildet. Der Benutzer kann das Griffelement 112 ergreifen, um die Halteeinrichtung 104 relativ zur Betätigungseinrichtung 106 zu drehen.
-
Im vorliegenden Beispiel umfasst die Halteeinrichtung 104 zwei Halteeinrichtungsteile 114, 116. Die Halteeinrichtungsteile 114, 116 sind miteinander fluchtend und koaxial zueinander ausgerichtet. Sie bilden bezogen auf eine Achse des Zylinders 108 jeweils einen axialen Abschnitt der Halteeinrichtung 104. Die Mantelfläche 110 ist von beiden Halteeinrichtungsteilen 114, 116 gebildet. Das Griffelement 112 ist vorliegend vom Halteeinrichtungsteil 116 umfasst, wobei der Benutzer jedoch auch am Halteeinrichtungsteil 114 angreifen könnte.
-
In axialer Richtung weist das Halteeinrichtungsteil 116 eine Erstreckung auf, die ungefähr dreimal so groß ist wie die Erstreckung des Halteeinrichtungsteils 114. Dieses Verhältnis könnte jedoch auch andersartig ausfallen.
-
Die Halteeinrichtungsteile 114, 116 sind miteinander verbunden. Zu diesem Zweck umfasst die Halteeinrichtung 104 ein Verbindungselement 118, ausgestaltet als Schraubelement 120. Das Schraubelement durchgreift das Halteeinrichtungsteil 116 und ist mit einem Innengewinde am Halteeinrichtungsteil 114 verschraubt. Eine Achse des Schraubelementes 120 fällt mit der Achse des Zylinders 108 zusammen.
-
Zur drehfesten Verbindung der Halteeinrichtungsteile 114, 116 miteinander ist vorliegend ein Vorsprung 122 in axialer Richtung am Halteeinrichtungsteil 114 vorgesehen, der in eine korrespondierende Aufnahme 124 am Halteeinrichtungsteil 116 eingreift. Der Vorsprung 122 ist als Mehrkant ausgestaltet, und die Aufnahme 124 ist korrespondierend zum Mehrkant gebildet. Auf diese Weise werden die Halteeinrichtungsteile 114 und 116 rotiert, wenn der Benutzer am Griffelement 112 angreift.
-
Die Verbindung über das Schraubelement 120 sorgt im vorliegenden Fall nicht für die drehfeste Kopplung der Halteeinrichtungsteile 114, 116. Dies könnte gleichwohl der Fall sein.
-
Das Halteeinrichtungsteil 114 ist, abgesehen von den nachfolgend erwähnten Durchgangsöffnungen, als Vollkörper ausgestaltet. Das Halteeinrichtungsteil 116 bildet einen Hohlkörper 126. An einer Seite 128, die dem Halteeinrichtungsteil 114 abgewandt ist, ist der Hohlkörper 126 geöffnet. Das Halteeinrichtungsteil 116 weist dadurch, abgesehen von den nachfolgend erwähnten Durchgangsöffnungen, die Gestalt einer einseitig geöffneten und einseitig geschlossenen Hülse auf.
-
Der Vorsprung 122 definiert eine Drehachse 130, um die die Betätigungseinrichtung 106 relativ zur Halteeinrichtung 104 drehbar ist. Für die Drehbewegung bildet der Vorsprung 122 ein (erstes) Kopplungselement 132 aus. Der Vorsprung 122 ist zapfenförmig gebildet.
-
Die Drehachse 130 ist zugleich die Achse des Zylinders 108 und die Achse des Schraubelements 120.
-
Gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst oder bildet die Halteeinrichtung 104 mindestens eine Durchgangsöffnung 134 zum Durchführen der Schlauchleitung 102. Im vorliegenden Beispiel sind mehrere Durchgangsöffnungen 134 vorhanden, insgesamt acht Stück. Diese Anzahl ist jedoch nur beispielhaft.
-
Eine jeweilige Durchgangsöffnung 134 umfasst einen ersten Abschnitt 136 am Halteeinrichtungsteil 114 und einen zweiten Abschnitt 138 am Halteeinrichtungsteil 116. Die Abschnitte 136, 138 sind von identischem Querschnitt und fluchten miteinander (5). Die Durchgangsöffnung 134 bildet eine Achse 140, die parallel zur Drehachse 130 ausgerichtet ist.
-
Die Durchgangsöffnungen 134 weisen vorliegend jeweils einen kreisrunden Querschnitt auf. Der Unterschied zwischen den Durchgangsöffnungen 134 besteht darin, dass die Durchmesser und damit die Querschnittsflächen unterschiedlich sind. Insgesamt sind so viele unterschiedliche Durchmesser vorhanden, wie Durchgangsöffnungen 134 vorgesehen sind. Beispielsweise steigt der Durchmesser der Durchgangsöffnung 134 am kleinsten Durchmesser von ungefähr 1 mm auf einen Durchmesser von ungefähr 12 mm bei der größten Durchgangsöffnung 134 an.
-
Es versteht sich, dass die jeweiligen Abschnitte 136, 138 identische Durchmesser aufweisen.
-
Die Durchgangsöffnungen 134 sind hinsichtlich der Form und der Größe an die Schlauchleitungen 102 angepasst. Es sind dementsprechend im pharmatechnischen Umfeld eingesetzte gängige Schlauchleitungen 102 unterschiedlicher Abmessungen jeweilige Durchgangsöffnungen 134 vorhanden.
-
Hierbei besteht insbesondere die Möglichkeit, die Schlauchleitung 102 formschlüssig in die Durchgangsöffnung 134 einzuführen. Die Schlauchleitung 102 kann sich dadurch an beiden Halteeinrichtungsteilen 114, 116 im Bereich der Abschnitte 136 bzw. 138 an jeweiligen innenseitigen Mantelflächen 142 bzw. 144 flächig abstützen.
-
Im Gebrauch der Schneidvorrichtung 100 wird die Schlauchleitung 102 beispielsweise durch den Abschnitt 136 und anschließend durch den Abschnitt 138 geführt. Die Schlauchleitung 102 kann an der Seite 128 aus einer Öffnung 146 des Hohlkörpers 126 austreten oder mit dem eingeführten Ende innerhalb des Hohlkörpers 126 angeordnet sein, wie dies in 5 dargestellt ist.
-
Im vorliegenden Beispiel wird die Funktion der Schneidvorrichtung 100 anhand einer herausgehobenen Durchgangsöffnung 148 erläutert (aus der Menge der Durchgangsöffnungen 134), die in Größe und Form an die Schlauchleitung 102 angepasst ist.
-
Die Durchgangsöffnungen 134 sind vorliegend so angeordnet, dass die jeweilige Achse 140 im Abstand zur Drehachse 130 verläuft. Die Durchgangsöffnungen 134 sind der Größe nach, entsprechend dem Durchmesser und dementsprechend ihrer Querschnittsfläche an der Halteeinrichtung 104 angeordnet. Benachbarte Durchgangsöffnungen 134 weisen identische Winkelabstände in Bezug auf die Drehachse 130 voneinander auf.
-
Die Achsen 140 sind jeweils identisch von der Drehachse 130 beabstandet. Eine gedachte Kreislinie 150 durch die Achsen 140 hat ihren Mittelpunkt auf der Drehachse 130.
-
Die Halteeinrichtungsteile 114, 116 weisen den jeweils anderen Halteeinrichtungsteilen 116, 144 zugewandt Endflächen 152 bzw. 154 auf. Der Vorsprung 122 ist vorliegend so bemessen, dass die Endflächen 152, 154 voneinander beabstandet sind. Dadurch ist zwischen den Halteeinrichtungsteilen 114, 116 ein Zwischenraum 156 gebildet. Der Zwischenraum 156 ist vorzugsweise verhältnismäßig schmal. Seine Höhe kann beispielsweise ungefähr 1 mm bis 5 mm betragen.
-
Die Betätigungseinrichtung 106 umfasst oder bildet einen von der Halteeinrichtung 104 radial in Bezug auf die Drehachse 130 abstehenden Hebel 158. Dabei ist der Hebel 158 so bemessen, dass er vom Benutzer bequem mit der Hand umgriffen und bewegt werden kann.
-
Die Betätigungseinrichtung 106 umfasst zwei Griffteile 160, 162, die gemeinsam ein Griffelement 164 der Betätigungseinrichtung 106 bilden.
-
Die Griffteile 160, 162 sind deckungsgleich ausgestaltet und in axialer Richtung übereinander angeordnet. Ein jeweiliges erstes Ende 166 grenzt an die Mantelfläche 110. Ein jeweiliges zweites Ende 168 ist der Mantelfläche 110 abgewandt. Die Griffteile 160, 162 sind frei von einer Verbindung mit der Mantelfläche 110. Dies gilt auch für die Betätigungseinrichtung 106 insgesamt.
-
Zwischen den Griffteilen 160, 162 ist ein (zweites) Kopplungselement 170 der Schneidvorrichtung 100 angeordnet. Das Kopplungselement 170 ist vorliegend plattenförmig und insbesondere aus einem Flachmaterial gefertigt, beispielsweise aus einem Metallblech.
-
Das Kopplungselement 170 ist nicht nur zwischen den Griffteilen 160, 152 positioniert, sondern auch zwischen den Halteeinrichtungsteilen 114, 116. Dabei ist das Kopplungselement 170 von der äußeren Kontur günstigerweise sowohl an die Griffteile 160, 162 angepasst, und ragt nicht über diese hervor, als auch an die Halteeinrichtungsteile 114, 116, über die das Kopplungselement 170 ebenfalls nicht hervorragt.
-
Die Materialstärke des Kopplungselementes 170 ist vorzugsweise etwas geringer als die Höhe des Zwischenraums 156, um eine Reibung zwischen den Endflächen 152, 154 zu vermeiden oder gering zu halten.
-
Das Kopplungselement 170 ist in axialer Richtung formschlüssig zwischen den Griffteilen 160, 162 angeordnet und an diesen festgelegt. Zu diesem Zweck kommen zum Beispiel in der Zeichnung schematisch dargestellte Verbindungselemente 172 zum Einsatz. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Schraubelemente 174, die die Griffteile 160, 162 miteinander verbinden und vorzugsweise das Kopplungselement 170 durchgreifen. Auf diese Weise kann das Kopplungselement 170 fest zwischen den Griffteilen 160, 162 eingespannt sein.
-
Es versteht sich, dass andersartige Verbindungen denkbar sind. Beispielsweise ist das Kopplungselement 170 auf jeder Seite mit dem ihm zugewandten Griffteil 160, 162 durch Verklebung verbunden.
-
Das Kopplungselement 170 weist eine Durchgangsöffnung 176 auf. Der Vorsprung 122 greift formschlüssig durch die Durchgangsöffnung 176 hindurch. Dadurch bilden das Kopplungselement 132 in Gestalt des Vorsprungs 122 und das Kopplungselement 170 korrespondierende Lagerelemente 178, 180. Die Betätigungseinrichtung 106 ist infolgedessen drehbar relativ zur Halteeinrichtung 104 gelagert. Dies sorgt für eine zuverlässige Funktion der Schneidvorrichtung 100.
-
Im Kopplungselement 170 ist eine Aussparung 182 in Form einer Durchbrechung gebildet. Die Schneidvorrichtung 100 umfasst ein Klingenelement 184, das in der Aussparung 182 angeordnet ist. Insbesondere ist das Klingenelement 184 formschlüssig in der Aussparung 182 angeordnet. Infolgedessen kann sich das Klingenelement 184 an einem Rand 186 der Aussparung 182 abstützen, wenn bei einer Rotation der Halteeinrichtung 104 eine Kraft auf das Klingenelement 184 ausgeübt wird.
-
Das Klingenelement 184 ist vorliegend plattenförmig und definiert eine gemeinsame Ebene mit dem Kopplungselement 170.
-
Zum Durchschneiden der Schlauchleitung 102 weist das Klingenelement 184 eine Schneide 188 auf. Die Schneide 188 ist vorliegend abgewinkelt ausgestaltet und weist zwei im Winkel von im Wesentlichen 90° zueinander ausgerichtete Abschnitte 190 auf. Die Abschnitte 190 treffen an einem Scheitel 192 aufeinander, an dem das Klingenelement 184 eine Spitze 194 bildet. Die Spitze 194 ist so weit von der Drehachse 130 beabstandet wie die Achsen 140 der Durchgangsöffnungen 134 und liegt dementsprechend auf der Kreislinie 150.
-
Die Aussparung 182 ist außerdem abschnittsweise in Umfangsrichtung der Drehachse 130 erstreckt, so dass die Schlauchleitung 102 durch die Aussparung 182 hindurchgeführt werden kann.
-
Die Aussparung 182 und damit das Klingenelement 184 sind so angeordnet, dass das Klingenelement im Zwischenraum 156 angeordnet ist oder in diesen eingreift. Wird die Halteeinrichtung 104 bewegt, bewegt sich die Schneide über die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung 134 hinweg. Die Bewegung erfolgt aufgrund des Klingenelementes angrenzend an die Endflächen 152, 154 sehr nahe an der jeweiligen Mündung der Abschnitte 136, 138.
-
Zum Schneiden der Schlauchleitung 102 kann beispielsweise folgendermaßen vorgegangen werden:
- Zunächst wird die Schlauchleitung 102 durch die in der Größe angepasste Durchgangsöffnung 134 hindurchgeführt. Dies ist im vorliegenden Beispiel die Durchgangsöffnung 148 (1 bis 3). Zuvor kann die Winkelstellung der Halteeinrichtung 104 zur Betätigungseinrichtung 106 so eingestellt werden, dass das Klingenelement 184 außerhalb der freien Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung 134 positioniert ist und die Schlauchleitung 102 durch beide Abschnitte 136, 138 hindurchgeführt werden kann.
-
Die Schlauchleitung 102 durchgreift bei passender Winkelstellung auch die Aussparung 182.
-
Anschließend ergreift der Benutzer das Griffelement 164 der Betätigungseinrichtung und das Griffelement 112 der Halteeinrichtung 104, um die Einrichtungen 104, 106 relativ zueinander um die Drehachse 130 zu drehen. Vorliegend erfolgt die Drehung der Halteeinrichtung 104 in Draufsicht auf die Schneidvorrichtung 100 im Uhrzeigersinn (Pfeil 196 in den 3 und 4).
-
Durch die Drehung wird die Schneide 188 über die Querschnittsfläche der Durchgangsöffnung 134 hinwegbewegt. Im Zwischenraum 156 wird dadurch die Schlauchleitung 102 durchgeschnitten. Vorteilhaft kann es hierbei insbesondere sein, dass die Schneidbewegung mit der Spitze 194 führend ausgeführt wird. Im weiteren Verlauf schneiden die Abschnitte 190 der Schneide 188 (4 bis 6).
-
Mit der Schneidvorrichtung 100 kann ein besonders guter Schnitt der Schlauchleitung 102 erfolgen. Dabei wird der Schnitt in einer Ebene senkrecht zu einer Achse (198) der Schlauchleitung ausgeführt, wobei die Achsen 140 und 198 zusammenfallen.
-
Vorteilhaft ist es, dass das Klingenelement 184 angrenzend an die Endflächen 152, 154 positioniert ist. Dadurch kann eine Scherbewegung auf die Schlauchleitung 102 innerhalb der Abschnitte 136, 138 vermieden werden, was vorteilhaft für einen planaren Schnitt ist.
-
Die 5 und 6 stellen die Situation dar, in der die Schlauchleitung 102 bereits abschnittsweise durchgeschnitten ist, jedoch nicht vollständig. Nach dem vollständigen Durchschneiden der Schlauchleitung 102 kann der abgeschnittene Teil herabfallen und durch die Öffnung 146 austreten. Alternativ kann der abgeschnittene Teil ergriffen und über die Öffnung 146 aus dem Hohlkörper 126 herausgezogen werden.
-
Nachfolgend wird auf eine in den 7 bis 11 dargestellte und mit dem Bezugszeichen 200 belegte vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung eingegangen. Für identische oder gleichwirkende Merkmale oder Bauteile werden identische Bezugszeichen benutzt. Die mit der Schneidvorrichtung 100 erzielbaren Vorteile können mit der Schneidvorrichtung 200 ebenfalls erzielt werden, so dass diesbezüglich auf die voranstehenden Ausführungen verwiesen wird. Es wird lediglich auf die wesentlichen Unterschiede zwischen den Schneidvorrichtungen 100, 200 eingegangen.
-
Bei der Schneidvorrichtung 200 entfallen an der Halteeinrichtung 104 der Vorsprung 122 und die Aufnahme 124. Das Schraubelement 120 bildet das (erste) Kopplungselement 132.
-
Die Halteeinrichtungsteile 114, 116 sind über zwei im vorliegenden Beispiel stiftförmige Verbindungselemente drehfest miteinander verbunden, die im Abstand zur Drehachse 130 angeordnet sind (10).
-
Der Bewegungsumfang der Halteeinrichtung 104 relativ zur Betätigungseinrichtung 106 wird durch ein Anschlagelement 104 in Form eines Vorsprungs an einem der Halteeinrichtungsteile 114, 116 gebildet, das im Zwischenraum 156 angeordnet ist. Vorliegend wird das Anschlagelement 204 vom Halteeinrichtungsteil 114 gebildet, und es kann mit dem Klingenelement 184 zusammenwirken.
-
Bei der Betätigungseinrichtung 106 weist eines der Griffteile 160, 162 eine Ausnehmung 206 auf (9). Das (zweite) Kopplungselement 170 ist formschlüssig in der Ausnehmung 206 angeordnet und dadurch drehfest an der Betätigungseinrichtung 106 gehalten. Die Griffteile 160, 162 liegen unmittelbar flächig aneinander an und sind beispielsweise über die Schraubelemente 174 miteinander verbunden (10 und 11).
-
Bei der Schneidvorrichtung 200 bildet das Klingenelement 184 das zweite Kopplungselement 170 und zugleich das Lagerelement 180. Die Durchgangsöffnung 176 ist am Klingenelement 184 gebildet. Das Kopplungselement 170 ist streifenförmig.
-
Die Schneide 188 ist geradlinig erstreckt und verläuft in Längsrichtung des Klingenelementes 184. In axialer Blickrichtung verläuft die Schneide 188 längs einer Sekante durch die Kontur der Halteeinrichtung 104.
-
Die Durchgangsöffnungen 134 sind so an der Halteeinrichtung 104 angeordnet, dass eine gedachte Kreislinie 208 mit Mittelpunkt auf der Drehachse 130 eine radial außenseitige Einhüllende der Durchgangsöffnung 134 bildet (10).
-
Beispielsweise kann die Schneidvorrichtung 200 folgendermaßen eingesetzt werden:
- Zunächst wird die Schlauchleitung 102 durch die passende Durchgangsöffnung 134 hindurchgeführt, vorliegend die Durchgangsöffnung 148. Anschließend ergreift der Benutzer die Griffelemente 112 und 164 und dreht die Halteeinrichtung 104 und die Betätigungseinrichtung 106 relativ zueinander. Die Drehrichtung der Halteeinrichtung 104 verläuft in Draufsicht entgegen dem Uhrzeigersinn (Pfeil 210 in 10).
-
9 zeigt den Vorgang vor dem Schneiden. Zu dem in 10 dargestellten Zeitpunkt kontaktiert die Schneide 188 die Schlauchleitung 102, und der Schneidvorgang beginnt.
-
11 stellt die Situation zu einem späteren Zeitpunkt nach dem Durchschneiden der Schlauchleitung 102 dar. Der abgeschnittene Teil der Schlauchleitung 102 kann durch die Öffnung 146 nach unten fallen, oder ein gegebenenfalls überstehender Abschnitt kann vom Benutzer aus dem Hohlkörper 126 gezogen werden.
-
Bezugszeichenliste
-
- 100,200
- Schneidvorrichtung
- 102
- Schlauchleitung
- 104
- Halteeinrichtung
- 106
- Betätigungseinrichtung
- 108
- Zylinder
- 110, 142, 144
- Mantelfläche
- 112, 164
- Griffelement
- 114, 116
- Halteeinrichtungsteil
- 118, 172, 202
- Verbindungselement
- 120, 174
- Schraubelement
- 122
- Vorsprung
- 124
- Aufnahme
- 126
- Hohlkörper
- 128
- Seite
- 130
- Drehachse
- 132
- erstes Kopplungselement
- 134, 148, 176
- Durchgangsöffnung
- 136, 138, 190
- Abschnitt
- 140, 198
- Achse
- 146
- Öffnung
- 150,208
- Kreislinie
- 152, 154
- Endfläche
- 156
- Zwischenraum
- 158
- Hebel
- 160, 162
- Griffteil
- 166
- erstes Ende
- 168
- zweites Ende
- 170
- zweites Kopplungselement
- 178, 180
- Lagerelement
- 182
- Aussparung
- 184
- Klingenelement
- 186
- Rand
- 188
- Schneide
- 192
- Scheitel
- 194
- Spitze
- 196,210
- Pfeil
- 204
- Anschlagelement
- 206
- Ausnehmung
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 10 2023 119 099.7 [0003]
- DE 10 2023 199 099.7 [0004]