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Fangvorrichtung für Bälle mit einem Fangnetz und Anordnung mit mehreren Fangvorrichtungen
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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft eine Fangvorrichtung für Bälle, insbesondere für Golfbälle auf einem Golfplatz, mit einem Fangnetz sowie eine Anordnung mit mehreren in Reihe angeordneten Fangvorrichtungen für Bälle.
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Hintergrund der Erfindung
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Ballsportanlagen, insbesondere Golfplatzanlagen, werden zunehmend in der Nähe von Straßen und bebautem Gebiet errichtet, wodurch eine Gefährdung von Personen und Sachen durch fliegende Bälle möglich ist. Es ist bekannt, kritische Bereiche von Golfplätzen mit Netzen auszustatten, so dass die Gefahr verringert wird, Golfbälle über diese Bereiche hinaus zu schlagen. Insbesondere ist bekannt, Fangnetze im Bereich einer Zielfläche anzuordnen und ihre Stützen fest im Boden zu verankern.
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Die Offenlegungsschrift
DE 100 23 042 A1 offenbart eine Golfplatzanlage, bestehend aus einem Abschlagfeld und einem Zielfeld, wobei zumindest das Zielfeld von einem Netz begrenzt ist. Das Netz wird dabei von einer Tragkonstruktion gehalten, wobei diese im Wesentlichen vertikal angeordnete Stützen und horizontal verlaufende Streben aufweist. Diese ergeben eine selbsttragende Tragkonstruktion des Netzes.
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Die Patentschrift
DE 44 43 711 C2 offenbart eine Vorrichtung zum Umrüsten einer Sporthalle oder dergleichen, insbesondere eines Hallen-Tennisplatzes, in einen Golf-Übungsplatz mit einem im Wesentlichen orthogonal zur Abschlagrichtung angeordneten Fangnetz, wobei das Fangnetz an einer Hallendecke angeordnet ist. Das Fangnetz ist mittels einer an der Hallendecke angeordneten, elektrisch oder mechanisch angetriebenen Welle in Richtung Hallendecke aufrollbar oder durch an ihm befestigte aufrollbare Gurte zur Hallendecke hin schwenkbar.
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Aus Naturschutzgründen, beispielsweise um fliegende Vögel nicht unnötig zu beeinträchtigen, besteht immer öfter die Anforderung, dass bei Golfplätzen installierte Netze außerhalb des Spielbetriebs abgebaut werden müssen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Fangvorrichtung, beispielsweise für Golfbälle, und eine Anordnung mit mehreren Fangvorrichtungen anzugeben, die einfach und rasch auf- und abbaubar sind.
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Gemäß der Erfindung wird die gestellte Aufgabe mit der Fangvorrichtung und der Anordnung der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Patentannsprüchen angegeben.
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Die grundlegende Idee der Erfindung besteht darin, ein Fangnetz auf Stützen bzw. Masten lagernd und abrollbar auszubilden, wobei die Seitenränder des Fangnetzes beim Aufund Abrollen des Fangnetzes entlang der Stützen geführt werden.
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Die Erfindung beansprucht eine Fangvorrichtung für Bälle, beispielsweise Golfbälle, mit einem Fangnetz, wobei zwischen zwei im Wesentlichen vertikal und zueinander beabstandet angeordneten Tragelementen das Fangnetz ausspannbar ist. Zwischen den Tragelementen ist ein elektromotorisch oder mechanisch antreibbares Speicherelement im Wesentlichen horizontal angeordnet. Das Speicherelement ist ausgebildet, das Fangnetz auf- und abzurollen. Jedes Tragelement umfasst mindestens ein in Abrollrichtung ausgerichtetes Führungselement. Die Vorrichtung umfasst des Weiteren zu den Führungselementen korrespondierende, an dem Fangnetz angeordnete Halteelemente, wobei beim Auf- und Abrollen des Fangnetzes die Haltelemente in den Führungselementen gleiten. Die Maschengröße des Fangnetzes ist der aufzufangenden Ballgröße angepasst. Weitere Tragelemente sind möglich.
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Die Erfindung bietet den Vorteil, dass auf einfache Weise fliegende Bälle aufgefangen werden können und das Fangnetz außerhalb von Spielbetriebszeiten rasch und sicher aufgerollt werden kann, wodurch Anforderungen des Naturschutzes erfüllt werden können.
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In einer Weitebildung der Fangvorrichtung können die Tragelemente als metallische Stützen oder rohrförmige Masten ausgebildet sein.
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In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Speicherelement als eine auf oder an den Stützen oder Masten gelagerte Welle ausgebildet sein. Das Speicherelement kann das Fangnetz zur Gänze aufnehmen.
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In einer weiteren Ausbildung kann die Welle aus zwei ineinander liegenden, zueinander beabstandeten Rohren gebildet sein, wobei die Rohre durch mehrere Abstandshalter zueinander konzentrisch gehalten werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform können die Haltelemente an den Seitenrändern des Fangnetzes angeordnet sein.
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Des Weiteren können die Führungselemente als Gleitschienen ausgebildet sein, in oder an denen die Haltelemente verfahrbar angeordnet sind.
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Bevorzugt kann die Fangvorrichtung mindestens ein an dem Tragelement angeordnetes Fixierelement umfassen, das ausgebildet ist, das Fangnetz in einer ausgerollten Position zu fixieren.
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In einer weiteren Ausführungsform kann die Erfindung ein am unteren Ende des Fangnetzes angeordnetes Spanngewicht umfassen, das ausgebildet ist, das Fangnetz beim Ab- und Aufrollen in einer gespannten Lage zu halten.
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Bevorzugt kann die Fangvorrichtung eine an dem unteren Ende des Fangnetzes angreifende Gegenzugvorrichtung umfassen, die mit dem Speicherelement in Wirkverbindung steht und die ausgebildet ist, das Fangnetz beim Ab- und Aufrollen in einer gespannten Lage zu halten.
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In einer weiteren Ausbildung kann die Fangvorrichtung mindestens einen das Speicherelement antreibenden Elektromotor umfassen.
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Die Erfindung beansprucht auch eine Anordnung mit mehreren erfindungsgemäßen Fangvorrichtungen, wobei die Fangvorrichtungen nebeneinander in einer Reihe angeordnet sind und die Trageelemente von benachbarten Fangvorrichtungen derart versetzt voreinander angeordnet sind, dass in Flugrichtung der Bälle keine Lücke zwischen den Fangnetzen auftritt.
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Die Anordnung bietet den Vorteil, dass bei Bedarf auch eine größere Fläche mit Fangnetzen ausgerüstet werden kann.
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Bevorzugt können bei der Anordnung die Tragelemente in Fundamenten, beispielsweise aus Stahlbeton, befestigt sein.
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In einer Weiterbildung umfasst die Anordnung auch eine Steuereinheit, die ausgebildet ist, das Auf- und Abrollen der Fangnetze zu steuern. Dadurch kann auf einfache Weise das Ein- und Ausrollend der Fangnetze auf Golfplätzen ferngesteuert erfolgen.
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Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung werden aus den nachfolgenden Erläuterungen mehrerer Ausführungsbeispiele anhand von schematischen Zeichnungen ersichtlich.
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Es zeigen:
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1: eine Ansicht einer Fangvorrichtung von vorne,
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2: eine Seitenansicht einer Fangvorrichtung mit Fixierelement,
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3: eine Seitenansicht einer Fangvorrichtung mit einer Gegenzugvorrichtung,
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4: eine Draufsicht auf eine Anordnung mit drei Fangvorrichtungen und
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5: einen Querschnitt durch ein wellenförmiges Speicherelement.
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Detaillierte Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele
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1 zeigt eine Frontansicht einer erfindungsgemäßen Fangvorrichtung 1 mit einem Fangnetz 2 für beispielsweise Golfbälle. Die Maschengröße des Fangnetzes 2 ist der Golfballgröße angepasst, so dass keine Golfbälle das Fangnetz 2 passieren können. Ein Speicherelement 4, beispielsweise eine Welle, wird an der Spitze zwischen zwei als metallische Stützen ausgebildeten Tragelementen 3 drehbar gelagert. Die Stützen 3 sind im Wesentlichen senkrecht angeordnet und sind typischer Weise zwölf Meter zueinander beabstandet. Die Welle 4 dient zur Aufnahme und Speicherung des aufrollbaren Fangnetzes 2. Mit Hilfe der Welle 4 kann das Fangnetz 2 aufgerollt und bei Bedarf in Richtung Boden 17 abgerollt werden. Die Tragelemente 3 können auch als rohrförmige Masten ausgebildet sein.
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Zur optimalen Führung beim Ab- und Aufrollen sowie zum Halten im abgerollten Zustand sind an den Seitenrändern 19 des Fangnetzes 2 mehrere Haltelemente 6 angebracht, die in einem als Gleitschiene ausgebildeten Führungselement 5 gleitend angeordnet sind. Die Gleitschienen 5 sind in Abrollrichtung ausgerichtet und an den Stützen 3 ausgebildet. Die Halteelemente 6 stellen sicher, dass zwischen den Stützen 3 und dem Fangnetz 2 keine Golfbälle durchschlüpfen können.
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Außerdem bleibt das Fangnetz 2 auch bei Wind in einer optimalen Ballfangposition.
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Zum Beschweren des Fangnetzes 2 befinden sich am unteren Ende des Fangnetzes 2 ein Spanngewicht 10, das das Fangnetz in durch sein Gewicht in einer leicht gespannten Position hält und das Abrollen des Fangnetzes 2 vereinfacht.
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Die Welle 4 kann elektromechanisch oder rein mechanisch angetrieben werden. Die Höhe der Stützen 3 beträgt typischer Weise zwanzig Meter. Die Stützen 3 können typischer Weise als metallische Fachwerkkonstruktion oder als Rohr ausgeführt sein. Andere Größen der Stützen 3 und des Fangnetzes 2 sind auch möglich. Optional können die Führungselemente 5 und die Haltelemente 6 wegfallen.
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2 zeigt eine Seitenansicht einer Stütze 3 mit von einer Welle 4 abgerollten Fangnetz 2 für beispielsweise Golfbälle. Zur festen Positionierung des Fangnetzes 2 in einem abgerollten Zustand ist das untere Ende des Fangnetzes mit einem Fixierelement 9 lösbar fest mit der Stütze 3 verbunden. Das Fixierelement 9 kann beispielsweise als Haken ausgeführt sein, der beweglich mit der Stütze 3 verbunden ist und bei Bedarf in das Fangnetz 2, bevorzugt an den Seitenrändern 19, das Fangnetz 2 fixierend eingreift. Am unteren Ende des Fangnetzes 2 ist ein Spanngewicht 10 angebracht.
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3 zeigt optional zu 2 eine mit der Welle 4 in Wirkverbindung stehende Gegenzugvorrichtung 11, die das Fangnetz 2 in jeder Position spannt. Die Gegenzugvorrichtung 11 umfasst beispielsweise einen mit der Welle 4 verbundnen Gurt 17, der über eine Umlenkrolle 18 mit dem unteren Ende des Fangnetzes 2 verbunden ist. Durch die Gegenzugvorrichtung 11 kann auf ein Spanngewicht 10 verzichtet werden.
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4 zeigt eine erfindungsgemäße Anordnung dreier erfindungsgemäßer Fangvorrichtungen 1 auf einem Golfplatz, um eine größere Flug-Fläche für Golfbälle 13 abdecken zu können.
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Die Fangvorrichtungen 1 sind in einer Reihe angeordnet, wobei jeweils benachbarte Stützen 3 nicht in einer Reihe stehen, sondern senkrecht zur Richtung der Fangnetze 2 zueinander versetzt angeordnet sind, das heißt voreinander stehen. So kann durch die abgerollten Fangnetze 2 der Golfball 13 mit der als Pfeil dargestellten Flugrichtung 14 über eine große Fläche aufgefangen werden.
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Die Stützen 3 sind mit Hilfe von Fundamenten 16, beispielsweise aus Stahlbeton, im Boden auf dem Golfplatz fixiert. Eine transportable Lösung mit verfahrbaren Fundamenten 16 ist ebenfalls möglich.
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Die Fangnetze 2 werden mittels der Wellen 4 auf- und abgerollt. Die Wellen 4 werden mit Hilfe von Elektromotoren 12, die mit den Wellen 4 in mechanischer Wirkverbindung stehen, angetrieben. Die Elektromotoren 12 sind mit einer Steuereinheit 15 mittels Kabel oder per Funk verbunden. So kann das Auf- und Abrollen der Fangnetze 2 gemeinsam gesteuert werden. Optional oder in Ergänzung können die Fangnetze 2 auch mit einer nicht dargestellten Handkurbel bedient werden.
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Die nicht dargestellten Fixierelemente können in einer weiteren Ausprägung, der Anordnung ebenfalls von der Steuereinheit 15 gesteuert werden und so, ohne dass Personen vor Ort sein müssen, in eine Fixierposition gebracht werden.
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Die Anordnung gemäß 4 kann auch für andere Ballsportarten abseits von Golfplätzen ebenfalls zum Einsatz kommen. Anwendungen in Hallen sind ebenfalls denkbar.
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5 zeigt einen Querschnitt durch eine Welle 4, die aus zwei konzentrisch angeordneten Rohren 8 besteht. Die Rohre 8 werden mittels kreisförmiger Abstandhalter 7 in ihrer Lage fixiert. Durch eine derartige Konstruktion können biegesteife Wellen 4 mit geringem Gewicht hergestellt werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Fangvorrichtung
- 2
- Fangnetz
- 3
- Tragelement/Stütze/Mast
- 4
- Speicherelement/Welle
- 5
- Führungselement/Gleitschiene
- 6
- Halteelement
- 7
- Abstandshalter
- 8
- Rohr
- 9
- Fixierelement
- 10
- Spanngewicht
- 11
- Gegenzugvorrichtung
- 12
- Elektromotor
- 13
- Golfball
- 14
- Flugrichtung des Golfballs 13
- 15
- Steuereinheit
- 16
- Fundament
- 17
- Gurt
- 18
- Umlenkrolle
- 19
- Seitenrand des Fangnetzes 2
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 10023042 A1 [0004]
- DE 4443711 C2 [0005]