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Die Erfindung betrifft eine Verbrennungskraftmaschine nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
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Wie insbesondere aus dem Serienbau von Kraftwagen bekannt ist, umfassen Verbrennungskraftmaschinen wenigstens zwei relativ zueinander bewegbare Bauteile, welche an wenigstens einer Lagerstelle gegenseitig gelagert sind. Um nun die Reibung der sich relativ zueinander bewegenden Bauteile gering zu halten und die Bauteile insbesondere an der Lagerstelle zu kühlen, wird die Lagerstelle mit einem Schmiermittel, insbesondere Schmieröl, versorgt.
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Ebenso kann vorgesehen sein, einen Verbraucher, beispielsweise eine Ölspritzdüse zum Benetzen von sich relativ zueinander bewegenden Bauteilen, der Verbrennungskraftmaschine mit Schmiermittel zu versorgen. Dabei ist eine bedarfsgerechte Versorgung des Verbrauchers, der Lagerstelle und/oder dergleichen vorteilhaft, um beispielsweise während des Warmlaufs der Verbrennungskraftmaschine das Schmiermittel besonders schnell zu erwärmen.
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Eine solche, bedarfsgerechte Versorgung ist der
US 5,819,692 zu entnehmen. Diese offenbart eine Verbrennungskraftmaschine, mit einer Schmiermittelversorgungseinrichtung zum Versorgen eines Verbrauchers in Form einer Ölspritzdüse mit einem Schmiermittel. Dabei ist wenigstens ein Schmiermittelkanal vorgesehen, mittels welchem das Schmiermittel in einer Versorgungsrichtung hin zu der Ölspritzdüse führbar ist. Ferner ist wenigstens ein zwischen zumindest einer den Schmiermittelkanal wenigstens bereichsweise freigebenden Freigabestellung und einer den Schmiermittelkanal fluidisch versperrenden Schließstellung verstellbares Sperrelement vorgesehen. Mittels des Sperrelements kann die Versorgung der Ölspritzdüse mit Schmiermittel unterbrochen oder ermöglicht werden.
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Die
DE 10 2004 047 549 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Regeln einer Kolbenkühlung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine, die eine Hauptdruckölleitung aufweist, von der Schmierölkanäle zu Hauptlagern einer Kurbelwelle und Spritzölkanäle zu Spritzdüsen für die Kolbenkühlung abzweigen. In der Hauptdruckölleitung ist ein rohrförmiger Walzenschieber schwenkbar gelagert, der im Bereich der abzweigenden Spritzölkanäle Steueröffnungen aufweist, durch die der Durchfluss zu den Spritzölkanälen gesteuert wird. Der Walzenschieber besitzt im Bereich der Schmierölkanäle sich in Umfangsrichtung erstreckende Öffnungen, die über dem gesamten Schwenkbereich des Walzenschiebers den Durchfluss zu den Lagern der Kurbelwelle ermöglichen.
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Es hat sich gezeigt, dass beim Start der Verbrennungskraftmaschine eine relativ hohe, innere Reibung der Verbrennungskraftmaschine vorliegt, welche zu einem gewissen Verschleiß sowie zu einer Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs der Verbrennungskraftmaschine führt.
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Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verbrennungskraftmaschine der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass die Verbrennungskraftmaschine einen besonders geringen Verschleiß sowie einen besonders geringen Kraftstoffverbrauch aufweist.
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Diese Aufgabe wird durch eine Verbrennungskraftmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nichttrivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen Ansprüchen angegeben.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass in der Schließstellung des Sperrelements ein Ausströmen des im Schmiermittelkanal aufgenommenen Schmiermittels aus dem Schmiermittelkanal in Versorgungsrichtung zumindest teilweise verhindert ist. Mit anderen Worten verhindert das sich in der Schließstellung befindende Sperrelement, dass das Schmiermittel, welches während des Betriebs der Verbrennungskraftmaschine durch den Schmiermittelkanal strömt, nach Deaktivierung der aktivierten Verbrennungskraftmaschine in Richtung des Verbrauchers, der Lagerstelle oder dergleichen aus dem Schmiermittelkanal beispielsweise unter Schwerkraftauswirkung herausläuft und beispielsweise in ein Schmiermittelreservoir der Verbrennungskraftmaschine strömt. Der Schmiermittelkanal bleibt zumindest teilweise mit Schmiermittel gefüllt.
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Dadurch muss die in dem Schmiermittelkanal verbliebene Menge des Schmiermittels, welches mittels des Sperrelements daran gehindert wurde, aus dem Schmiermittelkanal herauszufließen, nicht mehr beispielsweise mittels einer Fördereinrichtung in den Schmiermittelkanal gefördert werden. Ein Druckaufbau des Schmiermittels bei der Aktivierung der deaktivierten Verbrennungskraftmaschine ist somit – gegenüber einem herkömmlicherweise stattfindenden Ausströmen des Schmiermittels aus dem Schmiermittelkanal – um die Zeit verkürzt, die zur Förderung der in dem Schmiermittelkanal verbleibenden Menge des Schmiermittels benötigt werden würde.
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Dies bedeutet, dass bereits beim Starten der Verbrennungskraftmaschine bzw. unmittelbar danach ein besonders hoher Druck des Schmiermittels vorliegt und somit die Lagerstelle, der Verbraucher und/oder dergleichen nur sehr kurze Zeit nach dem Start mit dem Schmiermittel versorgt und geschmiert werden kann. Dies hält die Reibung der Verbrennungskraftmaschine sowie ihren Verschleiß bereits beim Start besonders gering. Daraus resultieren ein besonders geringer Kraftstoffverbrauch und geringe CO2-Emissionen der erfindungsgemäßen Verbrennungskraftmaschine.
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Der beim Start oder zumindest unmittelbar nach dem Start zur Verfügung stehende, hohe Druck des Schmiermittels ist insbesondere vorteilhaft bei der Durchführung eines sogenannten Start-/Stopp-Betriebs der Verbrennungskraftmaschine, bei welchem die Verbrennungskraftmaschine automatisch deaktiviert wird, wenn beispielsweise ein Kraftwagen mit der erfindungsgemäßen Verbrennungskraftmaschine an bis zum Stillstand abgebremst wird. Wird ein Wunsch des Fahrers des Kraftwagens zur Weiterfahrt erfasst, so wird die Verbrennungskraftmaschine nach nur kurzer Deaktivierungszeit aktiviert, wobei die vorteilhafte Versorgung der Lagerstelle, des Verbrauchers und/oder dergleichen mit dem vorteilhaften, hohen Druck des Schmiermittels beim oder zumindest unmittelbar nach dem Start der Verbrennungskraftmaschine gewährleistet ist.
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Die Verstellung des Sperrelements zwischen der Freigabestellung und der Schließstellung kann aktiv mittels wenigstens eines Stellglieds erfolgen, wobei das Stellglied beispielsweise elektrisch, pneumatisch, hydraulisch oder magnetisch ist. Ebenso ist eine passive Verstellung des Sperrelements möglich, wobei die Verstellung des Sperrelements beispielsweise mittels des Drucks und/oder der Temperatur des Schmiermittels bewirkbar ist.
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In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass ein von dem Schmiermittel durchströmbarer Durchströmquerschnitt der Austrittsöffnung mittels des Sperrelements einstellbar ist. Dies bedeutet, dass das Sperrelement zwischen der Freigabestellung, der Schließstellung und wenigstens einer Zwischenstellung verstellbar ist, wobei der Strömungsquerschnitt in der Zwischenstellung gegenüber der Schließstellung fluidisch freigegeben und gegenüber der Freigabestellung fluidisch verengt ist. Dadurch kann das Sperrelement auch zum Einstellen der Schmiermittelmenge genutzt werden, welche zur Lagerstelle, dem Verbraucher und/oder dergleichen gefördert wird.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Die Zeichnung zeigt in:
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1 eine schematische Perspektivansicht einer Schmiermittelversorgungseinrichtung einer Verbrennungskraftmaschine zur Versorgung von Verbrauchern, Lagerstellen und dergleichen mit Schmiermittel;
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2 eine schematische Ansicht der Verbrennungskraftmaschine mit der Schmiermittelversorgungseinrichtung gemäß 1;
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3 ausschnittsweise eine schematische Perspektivansicht eines Schmiermittelkanals der Verbrennungskraftmaschine gemäß 2, in welchem ein Einstellelement angeordnet ist, mittels welchem ein Überströmen von den Schmiermittelkanal durchströmendem Schmiermittel zu von dem Schmiermittelkanal abzweigenden, weiteren Schmiermittelkanälen verhinderbar und zu ermöglichen ist, wobei sich das Einstellelement in seiner Freigabestellung befindet;
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4 ausschnittsweise eine weitere schematische Perspektivansicht des Schmiermittelkanals gemäß 3, wobei sich das Einstellelement in seiner Schließstellung befindet;
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5 eine schematische Längsschnittansicht des Schmiermittelkanals gemäß 3;
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6 eine schematische Längsschnittansicht des Schmiermittelkanals gemäß 4;
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7 eine schematische Längsschnittansicht des Schmiermittelkanals gemäß den 3 bis 6 mit einer weiteren Ausführungsform des Einstellelements; und
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8 eine schematische Längsschnittansicht des Schmiermittelkanals gemäß 3 bis 7 in einer weiteren Ausführungsform des Einstellelements.
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1 und 2 zeigen eine Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 einer Verbrennungskraftmaschine 12. Mittels der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 sind eine Mehrzahl von Verbrauchern, Lagerstellen und/oder dergleichen mit Schmiermittel vorliegend in Form von Schmieröl zu versorgen. Dazu wird Schmieröl aus einer Ölwanne über eine Schmierölsaugleitung 16 mittels einer Schmierölpumpe 18 angesaugt.
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Das Schmieröl wird in eine Schmieröldruckleitung 20 gefördert. Ein Regelventil 22 dient zur Einstellung des Drucks des Schmieröls. Das Schmieröl wird weiter zu einem Ölfilter 24 gefördert, welcher das Schmieröl filtert. Die Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 umfasst ferner einen Ölkühler 26 zum Kühlen des Schmieröls. Das Schmieröl durchströmt einen Hauptölkanal 28, von welchem weitere Ölkanäle 30 abzweigen. Diese bedeutet, dass die weiteren Ölkanäle 30 mit dem Hauptölkanal 28 fluidisch verbunden sind.
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Über die weiteren Ölkanäle 30 kann das Schmieröl zu Hauptlagerstellen einer Kurbelwelle gefördert werden, welche in einem Kurbelgehäuse 32 der Verbrennungskraftmaschine 12 um eine Drehachse relativ zu dem Kurbelgehäuse 32 drehbar gelagert ist. Von dem Hauptölkanal 28 kann das Schmieröl auch zu Ölspritzdüsen strömen. So ist es möglich, die Hauptlagerstellen mit Schmieröl zu versorgen und dadurch zu kühlen und zu schmieren. Über die Ölspritzdüsen können Zylinderlaufwände mit Schmieröl benetzt werden, um somit die innere Reibung der Verbrennungskraftmaschine 12 gering zu halten. Ebenso können Lagerstellen, Verbraucher und/oder dergleichen eines Zylinderkopfes 40 der Verbrennungskraftmaschine 12 mit dem Schmieröl versorgt werden.
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Darüber hinaus ist ein Anschlusselement 34 vorgesehen, über welches Schmieröl abgezweigt und zu einem Abgasturbolader der Verbrennungskraftmaschine 12 geführt werden kann. Ebenso sind Ventile 36 einer sogenannten Jakebrake 38 der Verbrennungskraftmaschine 12 sowie ein Steuertrieb 41 mit Schmieröl zu versorgen. Bei dem Steuertrieb 41 werden beispielsweise Zahnräder mit dem Schmieröl versorgt und geschmiert. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, wenigstens ein Stellglied zum Variieren von Steuerzeiten der Verbrennungskraftmaschine 12 mit Schmieröl zu versorgen. Hierbei dient das Schmieröl als Hydraulikflüssigkeit.
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Bei aktivierter Verbrennungskraftmaschine 12 wird das Schmieröl gefördert und durchströmt die Schmiermittelversorgungseinrichturig 10 in einer Versorgungsrichtung hin zu Lagerstellen wie beispielsweise den Hauptlagerstellen sowie hin zu Verbrauchern wie beispielsweise den Ventilen 36 und den Ölspritzdüsen. Um nun bei Deaktivieren der Verbrennungskraftmaschine 12 ein Rücklaufen des Schmieröls entgegen der Versorgungsrichtung zurück in die Ölwanne 14 zu vermeiden, ist wenigstens ein Rückschlagventil vorgesehen.
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Herkömmlicherweise ist es möglich, dass zumindest ein Teil des Schmieröls in Versorgungsrichtung über die Lagerstellen, Verbraucher und/oder dergleichen in die Ölwanne 14 strömt, wenn die Verbrennungskraftmaschine deaktiviert wird. Nach Deaktivieren (Abstellen) der Verbrennungskraftmaschine 12 ist die Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 schon nach kurzer Zeit zumindest nahezu leergelaufen. Dies bedeutet, dass bei einem sich daran anschließenden Start der Verbrennungskraftmaschine das Schmieröl erst wieder entsprechend gefördert bzw. die Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 gefüllt werden muss. Während dieser Zeit liegt an den zu schmierenden Lagerstellen sowie bei zu schmierenden Bauteilen der Verbrennungskraftmaschine 12 ein wenn auch nur kurzzeitig höherer Verschleiß und eine wenn auch nur kurzzeitig höhere Reibung vor als beim Versorgen dieser mit Schmieröl.
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Um diese erhöhte Reibung und diesen erhöhten Verschleiß besonders gering zu halten oder zu vermeiden, ist nun beispielsweise – wie dies 3 zu entnehmen ist – im Hauptölkanal 28 ein gestrichelt dargestelltes Rohr 42 angeordnet, welches im Hauptölkanal 28 bzw. relativ zu diesem in Längserstreckungsrichtung verschiebbar ist. In 3 sind auch die Ölspritzdüsen zu erkennen, welche mit 44 bezeichnet sind.
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Das Rohr 42 weist einen durchgehenden Hohlquerschnitt auf, welcher von dem Schmieröl zu durchströmen ist. Das Rohr 42 weist außenumfangsseitig Durchströmöffnungen 46, 48 auf, wobei die Durchströmöffnung 46 mit den Ölspritzdüsen 44 und die Durchströmöffnung 48 mit den Ölkanälen 30 korrespondieren.
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Das Rohr ist nun zwischen einer in 3 gezeigten Freigabestellung und einer in 4 gezeigten Schließstellung verstellbar. In der Freigabestellung befinden sich die Durchströmöffnungen 46 in zumindest teilweiser Überdeckung mit den Ölspritzdüsen 44 bzw. mit Ölspritzdüsenkanälen, welche Schmieröl vom Hauptölkanal 28 zu den Ölspritzdüsen 44 leiten. Ferner befinden sich in der Freigabestellung die Durchströmöffnungen 48 in zumindest teilweiser Überdeckung mit den Ölkanälen 30.
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Dies bedeutet, dass die Ölspritzdüsenkanäle und die Ölkanäle 30 fluidisch freigegeben sind, so dass Schmieröl vom Hauptölkanal 28 in die Ölkanäle 30 und zu den Hauptlagerstellen der Kurbelwelle sowie zu den Ölspritzdüsen 44 strömen kann. Dies ist beispielsweise bei aktivierter Verbrennungskraftmaschine 12 der Fall.
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Wird die Verbrennungskraftmaschine 12 deaktiviert, so wird das Rohr 42 in seine Schließstellung verstellt. Nun kann das im Hauptölkanal 28 aufgenommene bzw. verbliebene Schmieröl nicht mehr in der durch Richtungspfeile angedeuteten Versorgungsrichtung zu den Hauptlagerstellen und den Ölspritzdüsen 44 und über diese zurück in die Ölwanne 14 strömen. Der Hauptölkanal 28 bleibt somit zumindest teilweise mit Schmieröl gefüllt und muss bei anschließendem Start der Verbrennungskraftmaschine 12 nicht wieder mit Schmieröl gefüllt werden. Zur Darstellung dieser Funktion können auch mehrere Rohre bzw. Sperrelemente in dem Hauptölkanal 28 angeordnet werden.
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Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, das Rohr 42 relativ zum Hauptölkanal 28 in Umfangsrichtung zu drehen, um somit das Freigeben bzw. Versperren der Ölkanäle 30 und der Ölspritzdüsenkanäle zu ermöglichen. Das Rohr 42 kann beispielsweise auch zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen mehrteilig ausgebildet sein. 5 zeigt das Rohr 42 nochmals in seiner Freigabestellung, während 6 das Rohr 42 in seiner Schließstellung zeigt.
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Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das Rohr 42 auch in wenigstens eine Zwischenstellung verstellbar ist. In der Zwischenstellung kann Schmieröl vom Hauptölkanal 28 in die Ölkanäle 30 sowie in die Ölspritzdüsenkanäle einströmen, jedoch weniger als in der Freigabestellung. Dadurch kann die Menge an zu den Ölspritzdüsen 44 und zu den Hauptlagerstellen strömendem Schmieröl eingestellt werden. Vorzugsweise ist das Rohr 42 zumindest im Wesentlichen kontinuierlich zwischen der Freigabestellung und der Schließstellung bewegbar, so dass eine Vielzahl voneinander unterschiedlicher Mengen an zu den Ölspritzdüsen 44 und den Hauptlagerstellen strömendem Schmieröl einstellbar ist.
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7 zeigt eine weitere Ausführungsform des Rohrs 42, wobei Durchströmöffnungen 48a–d für die Ölkanäle 30 und Durchströmöffnungen 46a–d für die Ölspritzdüsen 44 vorgesehen sind. Die Durchströmöffnungen 46a und 46b unterscheiden sich in ihrem von dem Schmieröl zu durchströmenden Strömungsquerschnitt. Gleiches gilt für Durchströmöffnungen 46c und 46d. Dabei weisen die Durchströmöffnungen 46a und 46c sowie die Durchströmöffnungen 46b und 46d zumindest im Wesentlichen gleiche Strömungsquerschnitte auf. Die Durchströmöffnungen 48a–d weisen jeweils zumindest im Wesentlichen gleiche Strömungsquerschnitte auf.
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Das Rohr 42 ist vorliegend sowohl translatorisch in Längserstreckungsrichtung relativ zum Hauptölkanal 28 verschiebbar als auch in Umfangsrichtung relativ zum Hauptölkanal 28 drehbar. Ist das Rohr 42 in seine Freigabestellung eingestellt und befinden sich die Durchströmöffnungen 48a–d in jeweiliger Überdeckung mit den Ölkanälen 30, so kann Schmieröl zu den Hauptlagerstellen fließen. Befinden sich die Durchströmöffnungen 46a und 46c in jeweiliger Überdeckung mit den korrespondierenden Ölspritzdüsenkanälen, so kann eine geringere Menge an Schmieröl zu den Ölspritzdüsen strömen als wenn sich die Durchströmöffnungen 46b und 46d in jeweiliger Überdeckung mit den korrespondierenden Ölspritrdüsenkanälen befinden.
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8 zeigt eine Möglichkeit zur passiven Verstellung des Rohrs 42 zwischen seiner Freigabestellung und seiner Schließstellung. Das Rohr 42 ist vorliegend in seiner Längserstreckungsrichtung über ein Federelement 50 an einem Anschlagelement 52, vorliegend in Form einer Schraube, federnd abgestützt. Auf seiner dem Federelement 50 zugewandten Stirnseite 54 ist das Rohr 42 geschlossen. Das Schmieröl kann nun gemäß einem Richtungspfeil 56 zu dem Hauptölkanal 28 und in das Rohr 42 strömen und gemäß einem Richtungspfeil 58 zu anderweitigen Verbrauchern der Verbrennungskraftmaschine 12 weiterströmen.
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Aus der Fläche der Stirnseite 54 und dem Druck des Schmieröls resultiert eine auf das Rohr 42 in Richtung des Federelements 50 wirkende Kraft, welche das Federelement 50 komprimiert und dadurch spannt. Infolge dieser Kraft wird das Rohr 42 passiv in seine in 8 gezeigte Freigabestellung bewegt.
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Lässt der Druck des Schmieröls nach, so kann sich das Federelement 50 zumindest teilweise entspannen und das Rohr 42 in Richtung seiner Schließstellung verschieben. Je nach Schmieröldruck werden somit die Ölkanäle 30 und die Ölspritzdüsenkanäle vollständig oder lediglich teilweise fluidisch freigegeben oder versperrt, so dass dadurch die Menge des Schmieröls passiv eingestellt werden kann. Wird die Verbrennungskraftmaschine 12 deaktiviert und wirkt kein Druck mehr auf die Stirnseite 54, so drückt das Federelement 50 das Rohr 42 vollständig in seine Schließstellung, so dass die Ölkanäle 30 und die Ölspritzdüsenkanäle fluidisch versperrt sind und die Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 in Versorgungsrichtung nicht vollständig leerlaufen kann.
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Bei der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 kann vorgesehen sein, dass die Funktion des Rückschlagventils zum Verhindern des Leerlaufens der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 entgegen der Versorgungsrichtung und die Funktion des Rohrs 42 zum Verhindern des Leerlaufens der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 in Versorgungsrichtung getrennt oder kombiniert angewendet werden.
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Das Verhindern des vollständigen Leerlaufens der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 ist insbesondere bei einer Start-Stopp-Automatik und/oder bei Hybridfahrzeugen besonders vorteilhaft, wobei unmittelbar nach dem Start der Verbrennungskraftmaschine 12 die Lagerstellen und/oder die Verbraucher und/oder dergleichen mit Schmieröl versorgt werden können. Dies hält die Reibung und den Verschleiß der Verbrennungskraftmaschine 12 besonders gering.
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Das Rohr 42 stellt dabei eine einfache und kostengünstige Lösung dar, das Leerlaufen der Schmiermittelversorgungseinrichtung 10 zu verhindern. Zusätzliche und kostenintensive Vorrichtungen wie beispielsweise elektronische Ölzusatzpumpen, Druckspeichersysteme und/oder dergleichen können vermieden werden. Darüber hinaus ist es möglich, herkömmliche Kurbelgehäuse bzw. herkömmliche Schmiermittelversorgungseinrichtungen nachzurüsten und mit dem Rohr 42 zu versehen. Es sei angemerkt, dass das Rohr 42 oder Rohre 42 nicht nur im Hauptölkanal 28 sondern auch in anderweitigen Schmiermittelkanälen der Verbrennungskraftmaschine 12 alternativ oder zusätzlich vorgesehen sein kann bzw. können, um die anderweitigen Schmiermittelkanäle vor einem Leerlaufen in Versorgungsrichtung zu schützen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Schmiermittelversorgungseinrichtung
- 12
- Verbrennungskraftmaschine
- 14
- Ölwanne
- 16
- Schmierölsaugleitung
- 18
- Schmierölpumpe
- 20
- Schmieröldruckleitung
- 22
- Regelventil
- 24
- Ölfilter
- 26
- Ölkühler
- 28
- Hauptölkanal
- 30
- Ölkanal
- 32
- Kurbelgehäuse
- 34
- Anschlusselement
- 36
- Ventil
- 38
- Jakebrake
- 40
- Zylinderkopf
- 41
- Steuertrieb
- 42
- Rohr
- 44
- Ölspritzdüse
- 46
- Durchströmöffnung
- 46a–d
- Durchströmöffnung
- 48
- Durchströmöffnung
- 48a–d
- Durchströmöffnung
- 50
- Federelement
- 52
- Anschlagselement
- 54
- Stirnseite
- 56
- Richtungspfeil
- 58
- Richtungspfeil
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 5819692 [0004]
- DE 102004047549 A1 [0005]