DE102011122392A1 - Verfahren zur Füllstandseinstellung bei der Befüllung eines Hohlraumsystems und Kraftfahrzeugsitzsystem - Google Patents
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Abstract
Ein Verfahren zur Füllstandseinstellung bei der Befüllung eines Hohlraumsystems, insbesondere eines Hohlraumsystems in Kraftfahrzeugsitzen, weist eine oder mehrere Druckblasen für die Lordosenverstellung auf. Bei dem Verfahren wird ein durch den Benutzer eingestellter Füllstand erfasst und ein hierfür repräsentativer Wert gespeichert. Der für den Füllstand repräsentative Wert wird aus einer für das betreffende Hohlraumsystem charakteristischen Kennlinie ermittelt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- In Kraftfahrzeugsitzen werden für die Lordoseneinstellung im Sitzpolster Hohlraumsysteme mit Druckblasen verwendet, die je nach Komfort des Benutzers auf einen gewünschten Druck durch Befüllen bzw. Entleeren eingestellt werden können. Diese Komforteinstellung kann mit einer sog. Memoryfunktion versehen werden. Bei dieser soll der eingestellte Füllstand des Hohlraumsystems auch dann reproduzierbar sein, wenn das Hohlraumsystem zwischenzeitlich etwa durch Ausschalten des Fahrzeugs oder Lehnenverstellung zu Lagerungszwecken oder dergleichen entleert worden ist. Dazu wird der Füllstand in einem Speicher abgespeichert. Hierzu ist z. B. aus
bekannt, den Fülldruck des Hohlraumsystems über einen Drucksensor zu erfassen. Der Druckwert wird gespeichert und kann durch erneutes Befüllen durch Auslesen des Drucksensors wieder auf den vorher eingestellten Wert eingestellt werden.JP 2008 007 017 - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein eingangs genanntes Verfahren und ein Kraftfahrzeugsitzsystem anzugeben, mit denen eine Memoryfunktion realisiert werden kann, die auf den Einsatz von Drucksensoren vollständig verzichtet.
- Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Kraftfahrzeugsitzsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Vorteilhafte Ausführungsformen finden sich in den entsprechenden Unteransprüchen.
- Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Hohlraumsystem vermessen durch Aufnahme einer spezifischen Kennlinie des Druckes über der Zeit. Die Kennlinie wird beim Befüllen und beim Entleeren des Hohlraumsystems vermessen, so dass charakteristische Daten des Hohlraumsystems, bei dem es sich bevorzugt um wenigstens eine befüllbare Blase handelt, für den Befüllvorgang und den Entleerungsvorgang zur Verfügung stehen. Die zugehörigen Druckwerte über der Zeit werden gespeichert.
- Erfindungsgemäß wird nun die Kennlinie ausgewertet, um beim Befüllen oder Entleeren des Holraumsystems in der Lage zu sein, einen einmal eingestellten Füllstand zu reproduzieren.
- Bevorzugt werden dabei die Steigungswerte der Kennlinie ausgewertet. Beim Befüllen werden diese zu jedem Zeitpunkt oder zeitlichen Intervall gehörenden Steigungswerte der Kennlinie für die Dauer des Befüllvorgangs aufaddiert, so dass sich nach Ende des Befüllvorgangs ein für den Füllstand repräsentativer Zählwert ergibt.
- Zum Befüllen wird ein erster Ast der Kennlinie ausgewertet. Der Zählwert wird im System gespeichert, so dass bei einem Entleerungsvorgang von diesem Zählwert aus weiter gezählt werden kann. Dabei kann es vorgesehen sein, dass eine Zählwertgrenze vorgegeben wird, die einem maximalen Füllstand entspricht; bei Erreichen dieser Grenze kann die Steuerung so eingerichtet sein, dass der Befüllvorgang abgebrochen wird.
- Der gespeicherte Zählwert wird durch weiteres Befüllen durch Hinzuaddieren weiterer Steigungswerte erhöht, bis eine Maximalgrenze erreicht ist oder der Befüllvorgang anderweitig endet. Findet ein Entleerungsvorgang statt, wird der Zählwert entsprechend verringert. Dazu werden die Beträge der Steigungswerte eines zweiten, für den Entleerungsvorgang repräsentativen Astes der Kennlinie für die Dauer des Entleerungsvorgangs subtrahiert, so dass sich der Zählwert entsprechend verringert.
- Durch das Befüllen oder Entleeren wandert das System immer (differenziell) auf der Kennlinie entlang, wobei die zugehörige Richtung bzw. der zugehörige Ast der Kennlinie durch das System entsprechend vorgegeben wird, etwa durch einen Befüllungs- bzw. Entleerungsschalter.
- Über die Erfindung lässt sich ohne den Einsatz eines Druckschalters eine Memory-Funktion realisieren, so dass ein gespeicherter Füllstandszählwert durch Hochzählen bzw. Herunterzählen erreicht werden kann. So ist es insbesondere möglich, den gespeicherten Zählwert nach vollständigem Entleeren des Hohlraumsystems wieder herzustellen, indem der Befüllvorgang so lange durchgeführt und dabei Steigungswerte des ersten Astes der Kennlinie so lange addiert werden, bis der gespeicherte Zählwert erreicht ist.
- Technisch können die Steigungswerte in Form einer Zählfrequenz an einen an das System angeschlossenen Zähler übertragen werden.
- Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeugsitzsystem weist dabei folgendes auf: einen Kraftfahrzeugsitz, welcher ein Hohlraumsystem aufweist, welches insbesondere eine oder mehrere Druckblasen für die Lordosenverstellung umfasst, eine Steuerung zum Steuern des Befüll- und Entleerungsvorganges des Hohlraumsystems, einen Speicher zur Speicherung von Kenndaten des Hohlraumsystems und von Werten, die für den Füllstand des Hohlraumsystems repräsentativ sind, sowie eine Betätigungsvorrichtung zum Befüllen- und/oder Entleeren des Hohlraumsystems. Der Speicher weist dabei Daten einer für die Befüllung oder Entleerung des betreffenden Hohlraumsystems charakteristischen Kennlinie auf. Dabei kann es sich um Kennliniendaten oder/und Steigungswerte einer Kennlinie handeln. Weiter ist der Speicher dazu ausgelegt, während des Betriebes weitere Daten, etwa die Memoryeinstellung des Füllstands des Hohlraumsystems zu speichern.
- Bevorzugt weist der Speicher Daten der zu jedem Punkt oder vorgegebenen zeitlichen Intervall der Kennlinie ermittelten Beträge für die Steigungswerte der Kennlinie auf.
- Die Steuerung ist vorzugsweise dazu ausgelegt, das oben genannte Verfahren durchzuführen.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand der
1 und2 näher erläutert: -
1 – zeigt eine Druck/Zeit-Kennlinie und die dazugehören Steigungswerte als Funktion der Zeit. -
2 – zeigt eine weitere Druck/Zeit-Kennlinie und die dazugehören Steigungswerte als Funktion der Zeit. - Die in den Figuren gezeigten Kennlinien
1 weisen einen ersten, für den Befüllvorgang des Hohlraumsystems eines Kraftfahrzeugsitzsystems repräsentativen Ast1a und einen für den Entleerungsvorgang desselben Hohlraumsystems repräsentativen zweiten Ast1b auf. Das Hohlraumsystem umfasst bevorzugt eine oder mehrere Blasen, die etwa im Sitzpolster des Kraftfahrzeugsitzsystems vorgesehen sind. Das Kraftfahrzeugsitzsystem umfasst weiter einen Kraftfahrzeugsitz (nicht gezeigt), in dem das Hohlraumsystem untergebracht ist, einen Schalter oder eine Betätigungsvorrichtung zum Befüllen des Hohlraumsystems mit einem Fluid bzw. Entleeren desselben und eine Steuerung, die das Befüllen bzw. Entleeren kontrolliert, und einen ggf. in der Steuerung vorgesehenen Speicher zum Speichern der Daten der Kennlinie bzw. der zugehörigen Steigungswerte sowie zum Speichern eines Füllstandswertes. - Weiter umfasst die Steuerung einen Rechner, der einen vorgegebenen Füllstandswert bzw. Zählwert mit einem momentanen Füllstandswert oder Zählwert vergleicht und auch entscheidet, ob der Befüllvorgang bzw. Entleerungsvorgang fortgesetzt werden kann oder nicht.
- Die Kennlinie
1 wird als Funktion des Drucks über die Zeit aufgenommen, wobei zunächst das System befüllt und anschließend entleert wird, und ist für das vermessene Hohlraumsystem repräsentativ. Dabei wird der Sitz bevorzugt mit einem Dummy bestückt, um die Kennlinie1 unter Normallast aufzunehmen. - Zur aufgenommenen Kennlinie
1 , welche einen für den Befüllvorgang repräsentativen ersten Ast1a und einen für den Entleerungsvorgang repräsentativen zweiten Ast1b aufweist, werden für jeden Zeitpunkt oder für jedes zeitliche Intervall die Steigungswerte der Kennlinie1 ermittelt. Die zugehörige Kurve entspricht mathematisch der ersten zeitlichen Ableitung der Kennlinie1 und ist im gezeigten Beispiel als Treppenfunktion mit über ein vorgegebenes Zeitintervall (hier von der Länge einer Sekunde) mit2 bezeichnet. Gezeigt ist die Betragsfunktion2 , so dass auch bei an sich negativer Steigung immer positive Zählwerte erhalten werden. - Die durch die Funktion
2 für jedes Zeitintervall erhaltenen Zählwerte werden beim Befüllen des Hohlraumsystems aufaddiert, man bewegt sich dann auf dem ersten Ast1a der Kennlinie1 nach oben, bzw. beim Entleeren subtrahiert, so dass man den zweiten Ast der Kennlinie2 herunter läuft. - Der Wechsel des Astes und die Frage, ob dann Zählwerte zu addieren oder zu subtrahieren sind, wird durch die Betätigungsvorrichtung, die der Insasse etwa zur Lordosenverstellung betätigt, an die Steuerung als Information übermittelt.
- Wird durch einen Benutzer also ein bestimmter Füllstandswert durch Betätigen der Betätigungsvorrichtung eingestellt, wird der nach Beendigung der Einstellung erhaltene Zählwert, der für einen gewissen Füllstand oder Fülldruck repräsentativ ist, im Speicher gespeichert. Ändert sich der Füllstand z. B. durch vollständiges Entleeren des Hohlraumsystems, so kann der gespeicherte Wert wieder reproduziert werden, indem der Befüllvorgang gestartet und der Steigungswert so lange hochaddiert wird, bis der gespeicherte Wert erreicht ist. So kann eine Memoryfunktion realisiert werden.
- In
2 ist zwischen dem ersten Ast1a und dem zweiten Ast1b noch ein dritter Ast1c gezeigt. Dieser ergibt sich bei der Aufnahme der Kennlinie1 , wenn nach dem Befüllen der Entleerungsvorgang nicht unmittelbar gestartet wird. Aufgrund vorhandener Polsterungen oder elastischen Bezügen werden diese beim Befüllen des blasenförmigen Hohlkammersystems verformt und bauen einen Gegendruck auf. Aufgrund der Trägheit der Polster- und Bezugsmaterialien schwächt sich der Druck am Hohlkammersystem über einige Sekunden ab, wodurch die Kennlinie geringfügig abfällt. Dieser Ast1c kann ebenfalls mit ausgewertet werden, so dass der zu speichernde Zählwert nicht unmittelbar nach Ende des Befüllvorgangs gespeichert wird, sondern erst einige Sekunden nach Ende des Befüllvorgangs. Gespeichert wird dann der Zählwert an der Stelle, an der Ast1c in Ast1b übergeht. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
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- JP 2008007017 [0002]
Claims (10)
- Verfahren zur Füllstandseinstellung bei der Befüllung eines Hohlraumsystems, insbesondere eines Hohlraumsystems, welches eine oder mehrere Druckblasen für die Lordosenverstellung aufweist, in Kraftfahrzeugsitzen, bei dem ein durch den Benutzer eingestellter Füllstand erfasst und ein hierfür repräsentativer Wert gespeichert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der für den Füllstand repräsentative Wert aus einer für das betreffende Hohlraumsystem charakteristischen Kennlinie (
1 ) ermittelt wird. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Kennlinie Daten aus einer Druck/Zeit-Kennlinie (
1 ) verwendet werden. - Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennlinie (
1 ) einen ersten Ast (1a ), der für den Befüllvorgang des Hohlraumsystems charakteristisch ist, und einen zweiten Ast (1b ), der für den Entleerungsvorgang des Hohlraumsystems charakteristisch ist, aufweist. - Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erfassung des Füllstands aus der Kennlinie (
1 ) die zu jedem Punkt oder vorgegebenen zeitlichen Intervall der Kennlinie (1 ) ermittelten Steigungswerte der Kennlinie (1 ) für die Dauer des Befüllvorganges zu einem vor dem Befüllen des gespeicherten Füllstands repräsentativen Wert addiert werden. - Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass für den Befüllvorgang lediglich die Steigungswerte aus dem ersten Ast (
1a ) der Kennlinie verwendet werden. - Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erfassung des Füllstands aus der Kennlinie (
1 ) die zu jedem Punkt oder vorgegebenen zeitlichen Intervall der Kennlinie (1 ) ermittelten Beträge für die Steigungswerte der Kennlinie (1 ) für die Dauer des Entleerungsvorganges von einem vor dem Entleeren gespeicherten, für den Füllstand repräsentativen Wert subtrahiert werden. - Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass für den Entleerungsvorgang lediglich die Steigungswerte aus dem zweiten Ast (
1b ) der Kennlinie verwendet werden. - Kraftfahrzeugsitzsystem mit einem Kraftfahrzeugsitz, welcher ein Hohlraumsystem aufweist, welches insbesondere eine oder mehrere Druckblasen für die Lordosenverstellung umfasst, mit einer Steuerung zum Steuern des Befüll- und Entleerungsvorganges des Hohlraumsystems, mit einem Speicher zur Speicherung von Kenndaten des Hohlraumsystems und von Werten, die für den Füllstand des Hohlraumsystems repräsentativ sind, sowie mit einer Betätigungsvorrichtung zum Befüllen- und/oder Entleeren des Hohlraumsystems, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicher Daten einer für die Befüllung oder Entleerung des betreffenden Hohlraumsystems charakteristischen Kennlinie (
1 ) aufweist. - Kraftfahrzeugsitzsystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicher Daten der zu jedem Punkt oder vorgegebenen zeitlichen Intervall der Kennlinie (
1 ) ermittelten Beträge für die Steigungswerte der Kennlinie (1 ) aufweist. - Kraftfahrzeugsitzsystem nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgebildet ist.
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