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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Befestigung mindestens eines ersten, eine Durchgangsöffnung aufweisenden Bauteils an mindestens einem zweiten, ebenfalls eine Durchgangsöffnung aufweisenden Bauteils. Mit solchen Vorrichtungen werden im Automobilbau flache Bauteile wie Verkleidungsteile aneinander befestigt. Eine Vorrichtung dieser Art ist bekannt aus der älteren, jedoch nicht vorveröffentlichen
deutschen Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 10 2010 055 808 . Diese Vorrichtung erlaubt in einfacher Weise eine Befestigung der Bauteile aneinander und gleichzeitig eine zerstörungsfreie Demontage. Manchmal besteht allerdings der Wunsch, einen Durchtritt von Wasser durch die Durchgangsöffnungen der Bauteile zu verhindern.
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Ausgehend von dem erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, die bei einfacher Montage und hohen Haltekräften im Betrieb eine Abdichtung gegen den Durchtritt von Wasser gewährleistet.
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Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand von Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Figuren.
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Die Erfindung löst die Aufgabe durch eine Vorrichtung zur Befestigung mindestens eines ersten, eine Durchgangsöffnung aufweisenden Bauteils an mindestens einem zweiten, ebenfalls eine Durchgangsöffnung aufweisenden Bauteils, umfassend eine Befestigungsbuchse mit einem Hülsenabschnitt, der dazu ausgebildet ist, durch die Durchgangsöffnungen der Bauteile gesteckt zu werden, und mit einem Hülsenkopf, wobei der Hülsenabschnitt mindestens einen Rastabschnitt und mindestens zwei in axialer Richtung in seiner Wand verlaufende Ausnehmungen aufweist, und wobei der Hülsenkopf eine mit dem Hülsenabschnitt fluchtende Durchgangsöffnung besitzt, einen Befestigungsstift mit einem Stiftabschnitt und mit einem Stiftkopf, wobei der Stiftkopf mindestens einen Rastabschnitt aufweist, und wobei Anschlagmittel zwischen Befestigungsstift und Befestigungsbuchse vorgesehen sind, wobei der Stiftabschnitt bis zum Erreichen des durch die Anschlagmittel gebildeten Anschlags durch den Hülsenabschnitt und die Durchgangsöffnung des Hülsenkopfes hindurch gesteckt ist, wobei der Stiftkopf mit dem dem Hülsenkopf gegenüberliegenden freien Ende des Hülsenabschnitts in Eingriff ist, und eine wasserdichte Tülle, die den Hülsenabschnitt und den mit diesem in Eingriff stehenden Stiftkopf umgibt, wobei der Befestigungsstift dazu ausgebildet ist, unter Aufspreizung der Wände des Hülsenabschnitts und der Tülle und einer damit verbundenen Längenreduzierung des Hülsenabschnitts und der Tülle weiter durch die Durchgangsöffnung des Hülsenkopfes gezogen zu werden bis der Rastabschnitt des Stiftkopfes mit dem Rastabschnitt des Hülsenabschnitts verrastet.
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Die mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu befestigenden Bauteile können insbesondere flache Bauteile eines Automobils sein. Beispielsweise kann es sich um Verkleidungsteile handeln. Es können auch mehr als zwei Bauteile mit der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung miteinander verbunden werden. Die Befestigungsvorrichtung besitzt grundsätzlich die Funktion eines Niets. Der Hülsenabschnitt kann insbesondere eine im Wesentlichen zylindrische Wand besitzen, die eine zylindrische Hülsenöffnung begrenzt. Die zylindrische Wand kann von mindestens zwei, vorzugsweise mehr als zwei axialen Ausnehmungen durchbrochen sein. Sie ermöglichen die Aufspreizung des Hülsenabschnitts bei gleichzeitiger Längenreduzierung. Der Hülsenkopf besitzt gegenüber dem von ihm ausgehenden Hülsenabschnitt einen erweiterten Querschnitt, so dass der Hülsenkopf bei vollständig durch die Bauteile hindurch gestecktem Hülsenabschnitt direkt oder indirekt an einem der Bauteile anliegt. Entsprechend besitzt auch der Stiftkopf zumindest im Bereich seines Rastabschnitts einen gegenüber dem von ihm ausgehenden Stiftabschnitt erweiterten Querschnitt. Der Stiftabschnitt und/oder der Stiftkopf kann eine zylindrisehe Form besitzen.
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Erfindungsgemäß umgibt den Hülsenabschnitt und den mit diesem in Eingriff stehenden Stiftkopf eine wasserdichte Tülle bzw. Hülse. Die Tülle gewährleistet eine Dichtheit der Befestigungsvorrichtung und damit der Durchgangsöffnungen der Bauteile gegen den Durchtritt von Wasser. Es ist möglich, dass der Befestigungsstift und die Befestigungsbuchse vor der Montage an den Bauteilen und insbesondere vor dem Einsetzen in die Durchgangsöffnungen der Bauteile bereits bis zum Erreichen des Anschlags ineinander geschoben und somit vormontiert sind. Auch die Tülle kann vor dem Einsetzen der Vorrichtung in die Durchgangsöffnungen der Bauteile bereits auf dem Hülsenabschnitt montiert sein. Es ist ebenfalls möglich, die Befestigungsbuchse zunächst durch die Durchgangsöffnungen der Bauteile zu stecken und den Befestigungsstift erst anschließend in die Befestigungsbuchse einzusetzen. Die Tülle wird dann ebenfalls erst nach dem Einsetzen des Befestigungsstifts auf dem Hülsenabschnitt befestigt. In beiden Fällen wird der Stiftabschnitt zur Montage mittels eines geeigneten Werkzeugs, welches im Übrigen Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung sein kann, soweit durch die Befestigungsbuchse gezogen, bis die Rastabschnitte miteinander verrasten. Dabei werden der Stiftabschnitt und der Stiftkopf zunächst bis zu dem Anschlag und dabei insbesondere ohne eine Verformung des Hülsenabschnitts in diesen eingesetzt. Bei einem weiteren Durchziehen des Stiftabschnitts durch den Hülsenabschnitt und den Hülsenkopf kommt es dann zu einer Verformung des Hülsenabschnitts, insbesondere einer Aufspreizung, bewirkt durch die Kraftübertragung im Bereich des Anschlags. Die Wand des Hülsenabschnitts spreizt sich dabei ermöglicht durch die axialen Ausnehmungen auf und der Hülsenabschnitt wird erheblich in seiner Länge reduziert. Dabei kommt es auch zu einer Aufspreizung und Längenreduzierung der auf den Hülsenabschnitt aufgesetzten Tülle. Die Aufspreizung des Hülsenabschnitts bewirkt unmittelbar auch die Aufspreizung der Tülle. Die Tülle ist derart ausgestaltet, dass sie im Zuge dieser Aufspreizung zwar eine erhebliche Dehnung erfährt, jedoch weiterhin geschlossen bleibt, um die Wasserdichtheit zu gewährleisten. Im Gegensatz zu dem Hülsenabschnitt, bei dem die Aufspreizung durch die axialen Ausnehmungen gewährleistet wird, geschieht dies bei der Tülle durch Auswahl eines geeigneten elastischen Materials. Die Länge des Hülsenabschnitts und der Tülle wird im Zuge der Montage insbesondere auf einen Bruchteil der ursprünglichen Länge reduziert. Hierdurch wird der Bauraum der Vorrichtung im montierten Zustand verringert.
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Im fertig montierten Zustand kommt es zu dem Rasteingriff zwischen den Rastabschnitten und damit einer sicheren Befestigung von Befestigungsbuchse und Befestigungsstift an den Bauteilen, die dadurch fest miteinander verbunden sind. Die Montage kann also insbesondere ohne eine relative Drehbewegung zwischen Befestigungsstift und Befestigungsbuchse erfolgen. Gleichzeitig führt die Aufspreizung des Hülsenabschnitts und der Tülle dazu, dass die Vorrichtung nicht wieder aus den Durchgangsöffnungen der Bauteile gezogen werden kann. Es wird so eine besonders einfache Montage bei gleichzeitig hohen Haltekräften im Betrieb erreicht.
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Der Befestigungsstift und/oder die Befestigungsbuchse kann jeweils einstückig ausgebildet sein. Weiterhin kann der Befestigungsstift und/oder die Befestigungsbuchse aus einem Kunststoff bestehen, hergestellt beispielsweise in einem Kunststoffspritzgussverfahren. Es ist jedoch grundsätzlich auch denkbar, dass der Befestigungsstift und/oder die Befestigungsbuchse aus einem Metallwerkstoff bestehen.
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Wie bereits erwähnt, wird die Tülle beim Aufspreizen des Hülsenabschnitts gedehnt. In typischen Industrieprozessen erfolgt das Hindurchziehen des Befestigungsstifts durch die Befestigungsbuchse mit Werkzeugen, die eine sehr rasche Montage, oft in nur wenigen Zehntelsekunden, erlauben. Hieraus ergeben sich sehr hohe Deformationsgeschwindigkeiten. Es können Dehngeschwindigkeiten von bis zu 7 m pro Minute auftreten. Je nach dimensionaler Auslegung der Vorrichtung können sogar noch höhere Dehngeschwindigkeiten auftreten. Die Tülle muss dabei hinsichtlich Material und Dimensionen so gewählt werden, dass es weder zu einem Aufreißen noch zu einem zu hohen Widerstand der Tülle gegen das im Zuge des Aufspreizens erfolgende Dehnen kommt. Indem für die Tülle ein Material mit einem geringen Kriechverhalten gewählt wird, wird eine Dauerpenetrationsresistenz gewährleistet. Erfindungsgemäß wird somit bei einfacher Montage und hohen Haltekräften im Betrieb eine Wasserdichtheit erreicht. Vorrichtungen der erfindungsgemäßen Art können insbesondere bei Bauteilen Anwendung finden, bei denen ein Aufschweißen von Gewindebolzen nicht in Frage kommt. Dies ist beispielsweise bei Kohlefaserbauteilen der Fall.
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Die Tülle kann nach einer Ausgestaltung einen den Hülsenabschnitt und den mit diesem in Eingriff stehenden Stiftkopf umgebenden einseitig offenen zylindrischen Abschnitt und einen im Bereich der Öffnung des zylindrischen Abschnitts ausgebildeten Flansch umfassen. Der Flansch hat eine zentrale Durchgangsöffnung. Ausgehend von dem Flansch erstreckt sich ein zylindrischer Abschnitt, dessen Aufnahmeöffnung mit der Durchgangsöffnung des Flansches fluchtet. Das dem Flansch abgewandte Ende des zylindrischen Abschnitts ist dagegen geschlossen. Bis auf die Öffnung des Flansches ist die Tülle also vollständig abgeschlossen und wasserdicht. Die Tülle wird dann auf den Hülsenabschnitt und den mit diesem in Eingriff stehenden Stiftkopf aufgeschoben. Der zylindrische Abschnitt wird im Zuge der Befestigung aufgespreizt und gedehnt. Der Flansch kann nach einer weiteren Ausgestaltung an dem Hülsenkopf gehalten sein, beispielsweise mittels einer Rastverbindung.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung kann im an den Bauteilen befestigten Zustand der Vorrichtung der Flansch zwischen dem Hülsenkopf und der Oberfläche des ersten Bauteils dichtend eingeklemmt sein. Weiterhin kann in diesem an den Bauteilen befestigten Zustand der Vorrichtung der aufgespreizte zylindrische Abschnitt der Tülle dichtend an der Oberfläche des zweiten Bauteils anliegen. Der befestigte Zustand bezeichnet insoweit den durch die Bauteilöffnungen gesteckten Zustand der Vorrichtung bei aufgespreiztem Hülsenabschnitt und aufgespreizter Tülle, also miteinander verrasteten Rastabschnitten des Stiftkopfes und des Hülsenabschnitts. Der Flansch und der aufgespreizte Hülsenabschnitt liegen bei den vorgenannten Ausgestaltungen somit an den einander abgewandten Oberflächen der beiden Bauteile an. Die Bauteile sind also dicht zwischen dem Flansch und dem aufgespreizten Hülsenabschnitt eingeklemmt. Insbesondere besitzen der Flansch und der aufgespreizte Hülsenabschnitt einen größeren Querschnitt, insbesondere einen größeren Durchmesser, als die Durchgangsöffnungen der Bauteile. Auf diese Weise wird ein Durchtritt von Wasser durch die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. die Durchgangsöffnungen der Bauteile sicher verhindert. Der Hülsenabschnitt und die Tülle können sich im Zuge des Aufspreizens erheblich in ihrem Querschnitt vergrößern. So können sie eine Querschnittsvergrößerung um über 100%, insbesondere um über 150%, ihres vor dem Aufspreizen vorliegenden Querschnitts erfahren. Die Querschnittsvergrößerung, insbesondere die Radial- bzw. Querdehnung, der Tülle und gegebenenfalls auch des Hülsenabschnitts im Zuge des Aufspreizens kann proportional zu ihrer Längenreduzierung sein.
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Die Tülle kann einstückig ausgebildet sein. Sie kann beispielsweise aus einem thermoplastischen Elastomer, insbesondere einem vulkanisierten thermoplastischen Elastomer, bestehen. Solche Elastomere erlauben in einfacher Weise eine Herstellung mittels eines Kunststoffspritzgussverfahrens und bieten gleichzeitig eine ausreichende Dehnbarkeit für die erfindungsgemäße Anwendung.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung kann mindestens einer der Rastabschnitte als Gewinde ausgebildet sein und Eingriffsmittel vorgesehen sein, mit denen der Stiftkopf zur Demontage aus dem Hülsenabschnitt schraubbar ist. Bei dieser Ausgestaltung wird eine zerstörungsfreie Demontage der Vorrichtung und damit der miteinander verbundenen Bauteile ermöglicht. Eine Beschädigung der Befestigungsvorrichtung oder der Bauteile kann dabei sicher vermieden werden.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung können die Eingriffsmittel an dem Stiftkopf und/oder an dem Stiftabschnitt vorgesehen sein. Die Eingriffsmittel können an der im montierten Zustand der Vorrichtung außen liegenden Seite oder an der im montierten Zustand innen liegenden Seite der Vorrichtung angeordnet sein. Dies kann abhängig von der Zugänglichkeit im montierten Zustand gewählt werden. Die Eingriffsmittel können beispielsweise einen innen- oder außen liegenden Sechskant (Torx) oder ähnliches umfassen, der beispielsweise an dem Stiftabschnitt ausgebildet ist und mittels eines entsprechenden Demontagewerkzeugs betätigt werden kann. Insbesondere kann ein innen liegender Eingriff für ein Demontagewerkzeug bis zu dem Stiftkopf durch den Stiftabschnitt hindurchgeführt sein. Auf diese Weise ist eine Demontage über diesen Eingriff auch bei nach der Montage entferntem Stiftabschnitt möglich. Alternativ oder zusätzlich können die Eingriffsmittel an dem dem Stiftabschnitt abgewandten Ende des Stiftkopfes ausgebildet sein. Es kann sich bei den Eingriffsmitteln beispielsweise um Eingriffsnuten handeln, in die ein geeignetes Demontagewerkzeug eingreift. Die Eingriffsnuten können beispielsweise in axialer Richtung des Stiftkopfes verlaufen, so dass sie ein von einem Demontagewerkzeug ausgeübtes Drehmoment übertragen können.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung können die Anschlagmittel Mittel zum Herstellen eines Kraftschlusses und/oder eines Formschlusses zwischen dem Stiftkopf und dem Hülsenabschnitt umfassen. Diesbezüglich kann weiter vorgesehen sein, dass die Anschlagmittel mindestens eine an dem Stiftkopf ausgebildete Rastaufnahme und mindestens einen an dem Hülsenkopf ausgebildeten Rastvorsprung umfassen, wobei im Zuge des Einführens des Stiftkopfes in den Hülsenkopf der mindestens eine Rastvorsprung mit der mindestens einen Rastaufnahme in Eingriff gelangt und so den Anschlag bildet. Es ist weiterhin möglich, dass die Anschlagmittel mindestens eine an dem Hülsenkopf ausgebildete Rastaufnahme und mindestens einen an dem Stiftkopf ausgebildeten Rastvorsprung umfassen, wobei im Zuge des Einführens des Stiftkopfes in den Hülsenkopf der mindestens eine Rastvorsprung mit der mindestens einen Rastaufnahme in Eingriff gelangt und so den Anschlag bildet. Außerdem kann die mindestens eine Rastaufnahme mindestens eine in Umfangsrichtung des Stiftkopfes oder des Hülsenkopfes verlaufende Rastnut sein.
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Es können mindestens zwei, insbesondere mehr als zwei Rastvorsprünge vorgesehen sein. Sie gelangen im Zuge des Einsetzens des Befestigungsstifts in die Befestigungsbuchse in Eingriff mit der mindestens einen Rastausnehmung. Dadurch wird ein Kraftschluss zwischen dem Befestigungsstift und der Befestigungsbuchse bewirkt. Hierdurch wiederum nimmt der Stiftkopf bei dem anschließenden weiteren Einführen in die Befestigungsbuchse den Hülsenabschnitt mit und verformt diesen und die Tülle dabei. Dieser Kraftschluss führt in vorteilhafter Weise auch dazu, dass sich die Befestigungsbuchse und die Tülle bei der Demontage wieder zumindest teilweise auffalten. Dadurch kann die Befestigungsvorrichtung in einem Stück und ohne Beschädigung wieder von den Bauteilen entfernt werden, beispielsweise für eine Wartung oder eine Reparatur.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung kann der Befestigungsstift eine Sollbruchstelle aufweisen, an der der Stiftabschnitt im befestigten Zustand der Vorrichtung von dem Stiftkopf abgetrennt werden kann. Insbesondere kann der von den Bauteilen nach der Befestigung derselben vorstehende Teil des Befestigungsstifts bei dieser Ausgestaltung in besonders einfacher Weise abgeschert werden, so dass die Baugröße der fertig montierten Vorrichtung weiter verringert wird. Das Abscheren bzw. Abbrechen des Stiftabschnitts kann mit dem zur Montage der Vorrichtung genutzten Werkzeug erfolgen. Ein solches Werkzeug kann beispielsweise eine Nietpistole bzw. Nietzange sein.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen schematisch:
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1 eine erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung in einem Vormontagezustand in einer Seitenansicht,
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2 die Vorrichtung aus 1 in einer Querschnittsansicht,
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3 die Vorrichtung aus 1 in einer perspektivischen teilgeschnittenen Ansicht,
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4 die Vorrichtung aus 1 in einem weiter vormontierten Zustand in einer Seitenansicht,
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5 die Vorrichtung aus 1 im fertig montierten Zustand in einer ersten perspektivischen Ansicht,
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6 die Vorrichtung aus 5 in einer zweiten perspektivischen Ansicht,
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7 die Vorrichtung aus 5 im fertig an zwei Bauteilen montierten Zustand in einer perspektivischen Ansicht,
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8 die Vorrichtung aus 7 in einer weiteren perspektivischen Ansicht, und
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9 die Vorrichtung aus 7 in einer Querschnittsansicht.
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Soweit nichts anderes angegeben ist, bezeichnen in den Figuren gleiche Bezugszeichen gleiche Gegenstände. In den 1 bis 3 ist eine erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung in einem Vormontagezustand gezeigt. Die Befestigungsvorrichtung umfasst eine Befestigungsbuchse mit einem zylindrischen Hülsenabschnitt 10 und einem Hülsenkopf 12. Der Hülsenabschnitt 10 besitzt in dem gezeigten Beispiel eine Mehrzahl von axialen Ausnehmungen, von denen in 3 eine bei dem Bezugszeichen 14 gezeigt ist. Im Bereich seines dem Hülsenkopf 12 abgewandten freien Endes besitzt der Hülsenabschnitt 10 einen umlaufenden Rastvorsprung 16. Durch den Hülsenkopf 12 und den Hülsenabschnitt 10 hindurch erstreckt sich eine Durchgangsöffnung 18. Die Vorrichtung umfasst weiterhin einen Befestigungsstift mit einem zylindrischen Stiftabschnitt 20 und einem Stiftkopf 22. Wie beispielsweise in 2 zu erkennen, ist der Befestigungsstift in 2 von unten durch die Durchgangsöffnung 18 der Befestigungsbuchse hindurch gesteckt worden. Der Stiftkopf 22 besitzt eine zu dem Rastvorsprung 16 des Hülsenabschnitts 10 korrespondierende umlaufende Rastnut 24. In dem in den 1 bis 3 gezeigten vormontierten Zustand der Vorrichtung stehen die Rastnut 24 und der Rastvorsprung 16 miteinander in Eingriff und bilden so einen Anschlag. Insbesondere in der perspektivischen teilgeschnittenen Ansicht in 3 ist zu erkennen, dass der Befestigungsstift zwischen dem Stiftabschnitt 20 und dem Stiftkopf 22 weiterhin einen Rastabschnitt 26, vorliegend in Form eines Außengewindes, besitzt. Die durch die Befestigungsbuchse gebildete Durchgangsöffnung besitzt im Bereich des Befestigungskopfes 12 ein korrespondierendes Innengewinde 28 als Rastabschnitt.
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Die Befestigungsvorrichtung umfasst darüber hinaus eine wasserdichte Tülle 30, die einen zylindrischen Abschnitt 32 und einen sich an den zylindrischen Abschnitt 32 anschließenden Flansch 34 umfasst. Der zylindrische Abschnitt 32 ist einseitig geöffnet, nämlich im Bereich des Flansches 34. Wie in den 1 bis 3 zu erkennen, ist die Tülle 30 auf den Hülsenabschnitt 10 mit dem hiermit in Eingriff stehenden Stiftkopf 22 aufgeschoben. Der Flansch 34 ist dabei an einem flanschartigen Abschnitt 36 des Hülsenkopfes 12 gehalten. Auf diese Weise umgibt die Tülle 30 den Hülsenabschnitt 10 und den mit diesem in Eingriff stehenden Stiftkopf 22 in wasserdichter Weise. In dem gezeigten Beispiel sind die Befestigungsbuchse, der Befestigungsstift und die wasserdichte Tülle 30 jeweils einstückig in einem Kunststoffspritzgussverfahren hergestellt. Die Tülle 30 kann beispielsweise aus einem vulkanisierten thermoplastischen Elastomer bestehen.
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In dem in den 1 bis 3 gezeigten Vormontagezustand wird die Befestigungsvorrichtung mit dem von der Tülle 30 umgebenen Hülsenabschnitt 10 durch jeweils eine Durchgangsöffnung zweier miteinander zu verbindender Bauteile gesteckt. Dieser Zustand ist in 4 gezeigt. Das bei dem Bezugszeichen 38 ausschnittsweise gezeigte erste Bauteil kann beispielsweise ein flaches Verkleidungsteil sein, welches an einem bei dem Bezugszeichen 40 ausschnittsweise gezeigten zweiten Bauteil, beispielsweise einem Karosserieteil eines Automobils, befestigt werden soll. Hierzu wird in dem in 4 gezeigten Zustand der Befestigungsstift 20 mit einem geeigneten Werkzeug, beispielsweise einer Nietpistole oder einer Nietzange in 4 nach oben gezogen. Über die durch den Rastvorsprung 16 und die Rastnut 24 gebildeten Anschlagmittel nimmt der Stiftkopf 22 dabei den Hülsenabschnitt 10 mit, wobei dieser unter erheblicher Längenreduzierung in axialer Richtung aufgespreizt wird, wie dies beispielsweise in 9 zu erkennen ist. Im Zuge dieses Vorgangs kommt es zu einem Eingriff des Innengewindes 28 des Hülsenkopfes 12 mit dem Außengewinde 26 des Befestigungsstiftes, so dass sich die Vorrichtung nicht wieder von alleine lösen kann. Zu erwähnen ist noch, dass zwischen dem Stiftabschnitt 20 und dem mit dem Außengewinde 26 versehenen Rastabschnitt eine Sollbruchstelle 42 vorgesehen ist, an der nach erfolgter Verrastung von Außengewinde 26 und Innengewinde 28 der Stiftabschnitt 20 abgeschert werden kann. Dieser Zustand ist in den 5 bis 9 gezeigt, wobei in den 5 und 6 aus Veranschaulichungsgründen die Bauteile 38, 40 nicht gezeigt sind.
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In den 5 bis 9 ist zu erkennen, dass sich die Tülle 30 ebenfalls aufspreizt, bewirkt durch die Aufspreizung des Hülsenabschnitts 10. Sie erfährt dabei eine erhebliche Dehnung, es kommt jedoch nicht zu einem Aufreißen oder einer anderweitigen Beschädigung der Dichtfunktion der Tülle 30. Anhand der 9 ist die Dichtfunktion der Tülle 30 gut zu erkennen. Wie dort zu sehen, ist der Flansch 34 der Tülle 30 in diesem fertig montierten Zustand der Vorrichtung zwischen der Unterseite des Hülsenkopfes 12, insbesondere der Unterseite des flanschförmigen Abschnitts 36 des Hülsenkopfes 12, einerseits und der Oberseite des ersten Bauteils 38 andererseits eingeklemmt. Zum anderen ist zu erkennen, dass ein oberer Teil des zylindrischen Abschnitts 32 der Tülle 30 zwischen dem aufgespreizten Hülsenabschnitt 10 und der Unterseite des zweiten Bauteils 40 eingeklemmt ist. Auf diese Weise stellt die Tülle eine Abdichtung gegenüber einem Durchtreten von Wasser von der Seite des erstere Bauteils 38 zur Seite des zweiten Bauteils 40 einerseits, oder von der Seite des zweiten Bauteils 40 zu der Seite des ersten Bauteils 38 andererseits sicher.
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Es sei noch erwähnt, dass im Bereich des mit dem Außengewinde 26 versehenen Rastabschnitts des Befestigungsstifts, der in dem Zustand in den 5 bis 9 nach oben herausragt, Eingriffsmittel 44, vorliegend Eingriffsnuten 44, vorgesehen sind. In diese Eingriffsmittel 44 kann ein geeignetes Demontagewerkzeug (nicht gezeigt) eingreifen, um den verbleibenden Teil des Befestigungsstifts wieder aus dem Innengewinde 26 des Stiftkopfes 12 herauszuschrauben und so eine zerstörungsfreie Demontage der Vorrichtung zu erlauben. Bei dem Herausschrauben kommt es wieder zu einem zumindest teilweisen Rückverformen des Hülsenabschnitts 10 und der Tülle 30 in ihren in den 1 bis 4 gezeigten Ausgangszustand.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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