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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stricknadel zur Herstellung von zopfartigen Strickprodukten umfassend einen Schaftabschnitt, einen ersten schenkelförmigen Abschnitt, welcher sich in einer ersten Erstreckungsrichtung erstreckt, mit einem nach außen gerichteten ersten freien Ende und einen zweiten schenkelförmigen Abschnitt, welcher sich in einer zweiten Erstreckungsrichtung erstreckt, mit einem nach außen gerichteten zweiten Ende, wobei die beiden schenkelförmigen Abschnitte über den Schaftabschnitt miteinander in starrer Verbindung stehen.
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Aus dem Stand der Technik sind Stricknadeln zur Herstellung von zopfartigen Strickprodukten bekannt, welche in ihrem mittleren Bereich eine muldenartige Vertiefung aufweisen. Die freien Enden derartiger Stricknadeln bilden einen Winkel von 180° aus und sind somit mit Ausnahme der Vertiefung geradlinig ausgebildet. Die Vertiefung dient der Aufnahme der Maschen während des Abstrickens einer Reihe. Nachteilig erweist sich jedoch, dass die Vertiefung zu kurz ausgebildet ist, so dass insbesondere bei großen Strickprodukten, wie beispielsweise Pullovern, die Gefahr besteht, die aufgenommenen und ruhig gestellten Maschen durch Herabgleiten von der Stricknadel wieder zu verlieren. Die verlorenen Maschen müssen erst wieder mühsam aufgenommen werden, um mit dem Stricken fortfahren zu können.
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So ist aus der
FR 720 844 A eine Stricknadel bekannt, welche ein Verbindungsglied aufweist, mittels welchem die beiden Stricknadelschenkel frei gelagert rotierbar sind. Hierdurch werden Torsion oder Deformationen sowie daraus resultierende Risse vermieden. Allerdings erweist sich die in der
FR 720 844 A beschriebene Stricknadel als nachteilig, da der Schwerpunkt weit zu einem Stricknadelschenkel verschoben ist. Dies bedingt in Kombination mit der Drehbarkeit des Stricknadelschenkels das Heruntergleiten von Maschen während des Strickvorgangs.
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Weiterhin beschreibt die
DE 187 796 A ein Werkzeug zum Handstricken, deren beide Nadeln über einen teils biegsamen, teils starren Abschnitt miteinander in Verbindung stehen. Dies erweist sich allerdings als nachteilig. Wird nach dem Abstricken die entsprechende Nadel unabsichtlich fallengelassen, so bedingt der Schwerpunkt des Werkzeugs, welcher dann im vorderen Nadelbereich angeordnet ist, dass die aufgenommenen Maschen von dem Werkzeug vollständig heruntergleiten, so dass von Neuem begonnen werden muss.
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Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Stricknadel bereitzustellen, mittels welcher die Herstellung von zopfartigen Strickprodukten leichter, schneller und sicherer abläuft, als es mit herkömmlichen Stricknadeln möglich ist.
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Diese Aufgabe wird vorrichtungsseitig durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Der Kerngedanke der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die erste Erstreckungsrichtung und die zweite Erstreckungsrichtung zueinander einen Winkel zwischen 60° und 120° aufweisen. Dies ist vorteilhaft, da somit wenigstens ein schenkelförmiger Abschnitt, je nach Strickrichtung, zur Aufnahme und Ruhigstellung der gestrickten Maschen dient. Somit wird vorteilhaft sichergestellt, dass alle verstrickten, ruhiggestellten Maschen aufgenommen werden können. Durch die Winkelausrichtung der beiden Erstreckungsrichtungen und somit auch der schenkelförmigen Abschnitte zueinander, können die aufgenommenen, ruhiggestellten Maschen abrutschsicher fixiert und gehalten werden. Dies spart Zeit und erhöht die Strickqualität, da nicht immer wieder verlorene Maschen Fehlstellungen im Strickprodukt bedingen. In der vorliegenden Erfindung bezieht sich die Erstreckungsrichtung des jeweiligen schenkelförmigen Abschnitts auf dessen Längsrichtung.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Winkel eine Größe von 80° bis 100°, bevorzugt von 85° bis 95°, auf. Meist bevorzugt ist ein Winkel von etwa 90°. Dies ist vorteilhaft, da somit die aufgenommen Maschen im Winkelbereich gehalten werden und nicht von der Stricknadel abrutschen. Der Winkelbereich entspricht erfindungsgemäß zumindest teilweise dem Schaftabschnitt, wobei vorteilhaft der Schwerpunkt der erfindungsgemäßen Stricknadel im Schaftabschnitt angeordnet ist.
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Weiterhin ist eine vorteilhafte erfindungsgemäße Ausführungsform derart ausgebildet, dass der Schaftabschnitt, welcher den ersten schenkelförmigen Abschnitt und den zweiten schenkelförmigen Abschnitt miteinander verbindet, gekrümmt ausgebildet ist. Vorteilhaft ist diese Krümmung derart ausgebildet, dass sie den Winkel zwischen 60° und 120° bedingt, welchen die erste Erstreckungsrichtung und die zweite Erstreckungsrichtung zueinander aufweisen. Dies ist vorteilhaft, da somit im Bereich des Schaftabschnittes die aufgenommenen ruhenden Maschen gehalten werden, bis eine komplette Reihe abgestrickt ist.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weisen der Schaftabschnitt und/oder die beiden schenkelförmigen Abschnitte einen zylindrischen Querschnitt auf, wobei die freien Enden der beiden schenkelförmigen Abschnitte nach außen hin in ihrem Querschnitt verjüngt ausgebildet sind. Bevorzugt sind die freien Enden als abgerundete Spitzen ausgebildet. Dies ist vorteilhaft, da die Maschenaufnahme während des Strickprozesses vereinfacht wird und auch festgestrickte Maschen weiter verstrickt werden können. Der zylindrische Querschnitt dient der einfachen und verschleißarmen Maschenführung während des Strickvorgangs. Der Schaftabschnitt und/oder die beiden schenkelförmigen Abschnitte und/oder die freien Enden können innen hohl, massiv oder aus einer Kombination hieraus ausgebildet sein. Selbstverständlich ist der Querschnitt der erfindungsgemäßen Stricknadel nicht auf rund beschränkt, sondern auf weitere Ausgestaltungen erweiterbar. Vorteilhaft erfolgt die Ausgestaltung derart, dass der Schwerpunkt der erfindungsgemäßen Stricknadel zwischen den schenkelförmigen Abschnitten, bevorzugt im Schaftabschnitt, angeordnet ist, so dass eine Ausbalancierung des Gewichts der jeweiligen schenkelförmigen Abschnitte erzielt wird.
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Ferner wäre denkbar, dass ein Bereich wenigstens eines schenkelförmigen Abschnitts mit seinem nach außen gerichteten freien Ende nach innen oder nach außen gekrümmt ausgebildet ist. Dies ist vorteilhaft, da somit der Faden auch bei komplexen Zopfstrickmustern leichter aufnehmbar und verstrickbar ist.
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Bevorzugt ist der Querschnitt des schaftartigen Abschnittes und der beiden schenkelförmigen Abschnitte rund ausgebildet. Bei dieser Ausbildungsform weist der Querschnitt eine Größe von 0,5 bis 30 mm, bevorzugt von 1 bis 20 mm, mehr bevorzugt von 1 bis 10 mm und meist bevorzugt von 2 bis 7 mm auf. Der Querschnitt entspricht dabei der Nadelstärke.
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Des Weiteren zeigt eine vorteilhafte erfindungsgemäße Ausführungsform, dass wenigstens ein freies Ende, bevorzugt beide freien Enden, und/oder der Schaftabschnitt und/oder der erste schenkelförmige Abschnitt und/oder der zweite schenkelförmige Abschnitt zumindest teilweise einen abgeflachten Querschnitt aufweisen. Der Querschnitt ist somit von rund verschieden. Vorteilhaft erfolgt eine derartige Abflachung in Längsrichtung der Stricknadel derart gleichmäßig, so dass in dem abgeflachten Bereich ein gleichbleibender Querschnitt vorliegt. Weisen insbesondere die beiden freien Enden einen abgeflachten Querschnitt auf, so wird hierdurch eine vereinfachte Maschenaufnahme bedingt und der Strickvorgang erleichtert. Für die Herstellung von zopfartigen Strickprodukten hat sich bei wenigstens einem freien Ende ein abgeflachter Querschnitt als vorteilhaft erwiesen, welcher im Bereich von 1 bis 4 cm, bevorzugt im Bereich von 1,5 bis 2,5 cm von den Endbereichen der freien Enden hin zu dem jeweiligen schenkelförmigen Abschnitt ausgebildet ist.
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Erfindungsgemäß ist der abgeflachte Querschnitt derart ausgebildet, dass der hierdurch bedingte plane flächige Bereich an der Stricknadelaußenseite der erfindungsgemäßen Stricknadel angeordnet ist. Unter Stricknadelaußenseite ist hierbei der dem Winkel abgewandte Bereich der erfindungsgemäßen Stricknadel zu verstehen. Als Innenbereich ist der dem Winkel zugewandte Bereich der erfindungsgemäßen Stricknadel zu verstehen. So werden während des Strickprozesses die Maschen vorteilhaft von dem gekrümmt ausgebildeten Querschnittsbereich des entsprechenden freien Endes aufgenommen. Der abgeflachte Querschnittsbereich ist dem Strickprodukt zugewandt angeordnet. Die Maschen umschließen somit den gekrümmten Bereich des entsprechenden freien Endes, wohingegen der abgeflachte Bereich im Wesentlichen freiliegend verbleibt. Somit wird beim Strickprozess das Einführen eines freien Endes einer weiteren Stricknadel erleichtert, da sich zwischen den aufgenommen Maschen und dem abgeflachten Bereich ein Freiraum bedingt, in welchem das entsprechende freie Ende der weiteren Nadel einführbar ist und sich somit die Maschen leichter verstricken lassen, da auch bei sehr festgestrickten Maschen durch den Freiraum eine Einführöffnung bedingt bleibt.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die erfindungsgemäße Stricknadel einteilig ausgebildet. Dies ist vorteilhaft, da somit keine Unterbrechungen, beispielsweise in Form von Kanten, die Qualität des Strickproduktes beeinträchtigen.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die beiden schenkelartigen Abschnitte mit ihren freien Enden im Wesentlichen gleich lang und weisen jeweils bevorzugt eine Länge von 5 cm bis 25 cm und besonders bevorzugt eine Länge von 5 cm bis 10 cm und meist bevorzugt von 8 cm auf. Dies ist vorteilhaft, da somit wechselseitig die schenkelförmigen Abschnitte zur Aufnahme der Maschen ausgebildet sind. Somit entfällt der zusätzliche Schritt des Nadelwendens und die aufgenommenen Maschen verweilen im Schaftabschnitt aufgrund des innerhalb des Schaftabschnitts angeordneten Schwerpunkts der erfindungsgemäßen Stricknadel und der daraus resultierenden Ausbalancierung der erfindungsgemäßen Stricknadel.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist innerhalb des Schaftabschnitts der Schwerpunkt der erfindungsgemäßen Stricknadel angeordnet. Dies ist vorteilhaft, da somit die erfindungsgemäße Stricknadel ausbalanciert ist und sich die beiden schenkelförmigen Abschnitte im Gleichgewicht befinden. Dies verhindert ein Herabgleiten aufgenommener, ruhiggestellter Maschen aus dem Schaftabschnitt. Der Schwerpunkt ist im einfachsten Ausführungsbeispiel im Bereich der maximalen Krümmung des Schaftabschnitts angeordnet, ist jedoch nicht darauf beschränkt. Vorteilhaft ist die Anordnung des Schwerpunkts im Schaftabschnitt, da somit die beiden schenkelförmigen Abschnitte voneinander materialunabhängig vorliegen oder auch unterschiedliche Längen bzw. Querschnitte aufweisen können und somit eine Materialunabhängigkeit und/oder eine Längenunabhängigkeit voneinander erreicht wird.
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Im einfachsten Fall weist der Schaftabschnitt einen kontinuierlichen Querschnitt, beispielsweise rund oder oval auf. Ferner ist jedoch denkbar, dass der Schaftabschnitt zwei oder mehrere voneinander verschiedene Querschnitte aufweist und somit den Übergangsbereich von einem dünnen ersten schenkelförmigen Abschnitt in einen zweiten dicken schenkelförmigen Abschnitt darstellt.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind Schaftabschnitt und/oder die schenkelförmigen Abschnitte ondulierend ausgebildet. Unter ondulierend ist hierbei wellenförmig geschwungen zu verstehen, so dass wenigstens eine ein Maximum bzw. Minimum ausbildende Krümmung vorgesehen ist. So ist ein erfindungsgemäßer schenkelförmiger Abschnitt in seiner Längsrichtung im einfachsten Fall linear, geradlinig ausgebildet. Für große Strickprodukte wie beispielsweise Pullover ist es daher vorteilhaft, dass wenigstens ein schenkelförmiger Abschnitt, bevorzugt beide schenkelförmigen Abschnitte, ondulierend ausgebildet sind und in ihrem Verlauf in ihrer Längsrichtung jeweils wenigstens ein bis 10 Maxima und entsprechend plus oder minus ein Minima aufweist. So ist beispielsweise denkbar, dass der Verlauf wenigstens eines schenkelförmigen Abschnitts in Form einer Sinus- oder Kosinuskurve ausgebildet ist. Selbstverständlich ist die Ausführung nicht darauf beschränkt, sondern kann auch unterschiedlich starke ausgebildete Maxima und Minima aufweisen. Bevorzugt stehen die Maxima bzw. Minima senkrecht auf der Längsachse des wenigstens einen schenkelförmigen Abschnitts, können aber auch um diese verdrillt ausgebildet sein. Die wellenförmig geschwungene Ausbildung des wenigstens einen schenkelförmigen Abschnitts ist vorteilhaft, da somit eine weitere zusätzliche Zahl an Maschen aufgenommen und ruhig gehalten werden kann, ohne dass die Maschen bei der Strickbewegung der erfindungsgemäßen Nadel von dieser herabgleiten. Die als Ondulation vorgesehenen Maxima und Minima bilden somit jeweils Haltevorrichtungen für die aufgenommen Maschen aus.
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Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Schaftabschnitt und/oder wenigstens einer der beiden schenkelförmigen Abschnitte, bevorzugt beide, und/oder deren jeweilige Enden natürliche und/oder synthetische Materialien auf.
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Vorzugsweise werden die Materialien aus der Gruppe Holz, Horn, Metall, insbesondere Aluminium, Kunststoff, Bambus, Verbundwerkstoffe und/oder einer Kombination hieraus ausgewählt. Dies ist vorteilhaft, da die erfindungsgemäße Stricknadel universell einsetzbar ist und nicht in Abhängigkeit des zu verstrickenden Materials limitiert wird.
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Erfindungsgemäß weisen sowohl der erste schenkelförmige Abschnitt als auch der zweite schenkelförmige Abschnitt ein gleiches Gewicht auf. Dies ist vorteilhaft, da somit die erfindungsgemäße Stricknadel ausbalanciert ist und die aufgenommenen Maschen nicht abgleiten.
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Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den beigefügten Zeichnungen. Darin zeigen:
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1 eine aus dem Stand der Technik bekannte Stricknadel;
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2 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stricknadel;
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3 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stricknadel;
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4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stricknadel;
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5 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stricknadel;
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6 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stricknadel; und
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7 schematische Beispiele für einen abgeflachten Querschnittsbereich einer erfindungsgemäßen Stricknadel.
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1 zeigt eine schematische Darstellung einer herkömmlichen Stricknadel 102 zur Herstellung von zopfartigen Strickprodukten. Die Stricknadel 102 weist einen Schaftabschnitt 104 auf, welcher einen ersten schenkelförmigen Abschnitt 106 und einen zweiten schenkelförmigen Abschnitt 108 miteinander verbindet. Die freien Enden 109 und 110 weisen zueinander einen Winkel α von etwa 180° auf. Die Stricknadel 102 ist in ihrer Längsrichtung L geradlinig ausgebildet.
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Der Schaftabschnitt 104 ist muldenartig ausgebildet und weist in Bildebene eine nach unten ausgebildete Vertiefung 112 auf. Durch die flache Krümmung des schaftartigen Abschnitts 104 gleiten aufgenommene Maschen von der Stricknadel 102 herab, da keine ausreichende Haltefunktion gegeben ist.
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2 zeigt eine erfindungsgemäße Stricknadel 200 in ihrer einfachsten Ausbildung. Der schaftartige Bereich 204 ist gekrümmt ausgebildet. Die beiden daran anschließenden schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 weisen, wie auch der Schaftabschnitt 204 einen runden Querschnitt auf. Ferner wäre auch denkbar, dass der Querschnitt von rund verschieden ausgebildet, beispielsweise ellipsoidal. Der erste schenkelförmige Abschnitt 206 erstreckt sich in einer Erstreckungsrichtung A und läuft zu seinem freien Ende 209 hin spitzenartig zusammen. Vorteilhaft ist die resultierende Spitze abgerundet ausgebildet, um eine Verlelzungsgefahr beim Stricken zu vermeiden. Der zweite schenkelförmige Abschnitt 208 erstreckt sich in seiner Erstreckungsrichtung B und läuft zu seinem freien Ende 210 spitzenartig zu. Vorteilhaft ist die resultierende Spitze abgerundet ausgebildet, um eine Verletzungsgefahr beim Stricken zu vermeiden. Erste und zweite Erstreckungsrichtung A und B weisen zueinander einen Winkel φ auf, welcher im Wesentlichen 90° beträgt.
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Werden im Strickprozess beispielsweise mit dem ersten freien Ende 209 Maschen aufgenommen, so gleiten diese über den ersten schenkelförmigen Abschnitt 206 hin zu dem Schaftabschnitt 204 und werden dort durch den zweiten schenkelförmigen Abschnitt 208 vor einem Herabgleiten gehalten. So gehen erfindungsgemäß keine Maschen durch Herabgleiten verloren. Im Bereich des Schaftabschnitts 204 ist der Schwerpunkt S der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 angeordnet, so dass eine Ausbalancierung derart erfolgt, dass sich der erste schenkelförmige Abschnitt 206 und der zweite schenkelförmige Abschnitt 208 im Gleichgewicht befinden, ausgehend von dem Schwerpunkt S. Im einfachsten Ausführungsbeispiel ist der Schwerpunkt S im gekrümmten Bereich, meist bevorzugt im Bereich der maximalen Krümmung des Schaftabschnitts 204 angeordnet. Ferner ist jedoch auch denkbar, den Schwerpunkt S innerhalb des Schaftabschnitts 204 beliebig anzuordnen, beispielsweise mehr in Erstreckungsrichtung A des ersten schenkelförmigen Abschnitts 206.
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In 3 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 gezeigt. Gleiche Bezugszeichen wie in den oben genannten Figuren werden nicht erneut erklärt. Der Unterschied zu der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 aus 2 zeigt diese Ausführungsform eine verschiedene Ausbildung der freien Enden 209 und 210. Diese sind hier nicht spitz zulaufend, sondern abgerundet ausgebildet. Dies ist vorteilhaft insbesondere wenn dickere Fäden verschrickt werden, um diese beim Stricken nicht mit der Nadelspitze aufzuspleißen.
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4 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Stricknadel 200. Gleiche Bezugszeichen wie oben erwähnt, werden nicht erneut erklärt. Die beiden zylindrischen schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 sind in ihrer jeweiligen Erstreckungsrichtung A, B verkürzt ausgebildet. In Erstreckungsrichtung A schließt sich an den ersten schenkelförmigen Abschnitt 206 ein in seinem Querschnitt abgeflachter Bereich 212 an, welcher über ein stufenartiges Element 216 mit dem ersten schenkelförmigen Abschnitt 206 in dauerhafter Verbindung steht. In Erstreckungsrichtung B schließt sich an den zweiten schenkelförmigen Abschnitt 208 ein in seinem Querschnitt abgeflachter Bereich 214 an, welcher über ein stufenartiges Element 218 mit dem zweiten schenkelförmigen Abschnitt 208 in dauerhafter Verbindung steht. Vorteilhaft sind die stufenartigen Elemente 216, 218 abgerundet ausgebildet, so dass die Maschen während des Strickprozesses von den freien Enden 209, 210 auf den schenkelförmigen Abschnitt 206 bzw. 208 gleiten können, ohne abgebremst zu werden. Dies ist vorteilhaft, da somit eine konstante Maschenqualität während des Strickprozesses erreicht wird. Bevorzugt sind die freien Enden 209 und 210 in diesem Fall angespitzt ausgebildet und weisen ebenfalls einen abgeflachten Querschnitt auf. Bevorzugt sind die abgeflachten Bereiche 212 und 214 in ihrer Längsrichtung im Bereich von 1 cm bis 4 cm und bevorzugt von 1,5 bis 2,5 cm ausgebildet. Je nach Anwendung können beiden abgeflachten Bereiche 212, 214 in ihrer Längsrichtung die gleiche Länge aufweisen oder auch verschieden zueinander ausgebildet sein. Vorteilhaft ist die Länge der abgeflachten Bereiche 212, 214 derart gewählt, dass die Ausbalancierung über den Schwerpunkt S im Schaftabschnitt erfolgt.
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Ferner kann auch nur ein abgeflachter Bereich bei der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 vorgesehen sein. Vorteilhaft ist der abgeflachte Bereich 212 oder 214 jeweils zwischen einem freien Ende 209 oder 210 und zwischen einem schenkelförmigen Abschnitt 206 oder 208 angeordnet, aber selbstverständlich nicht darauf beschränkt. So ist denkbar, dass die gesamte erfindungsgemäße Stricknadel 200 einen abgeflachten Querschnitt aufweist und somit von rund verschieden ist. Ebenfalls hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der abgeflachte Bereich 212 bzw. 214 an seinen umlaufenden Kanten abgerundet ausgebildet ist. Dies ist vorteilhaft, da somit der Faden während des Strickprozesses keine Reibung erfährt und in seiner Qualität gleichbleibt.
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Bei dem Strickprozess erweist es sich zudem als vorteilhaft, wenn die abgeflachten Bereiche 212, 214 an der dem Winkel φ abgewandeten Stricknadelaußenseite 220 ausgebildet sind. Dies ist vorteilhaft, da die Maschen während des Strickprozesses weiterhin mit dem runden Umfangsbereich des jeweiligen freien Ende 209 oder 210 aufgenommen werden und sich zwischen Strickprodukt und freiem Ende 209, 210 ein Freiraum durch den abgeflachten Querschnitt bedingt, in welchem die freien Enden 209, 210 einfach einführbar und somit leichter neue Maschen aufnehmen und verstricken können. So weisen die aufgenommen Maschen mit dem runden Umfangsbereich eine gemeinsame Kontaktfläche auf.
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In 5 ist eine weitere erfindungsgemäße Stricknadel 200 gezeigt. Der Schaftabschnitt 204 ist hier gekrümmt ausgebildet. Die dargestellte Stricknadel weist abgeflachte Bereiche 212 und 214 sowie angespitzte, freie Enden 209, 210 auf. Die schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 sind ondulierend ausgebildet. Unter ondulierend ist hierbei wellenförmig zu verstehen. Beide schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 sind in ihrer Erstreckungsrichtung A, B nicht geradlinig ausgebildet sondern weisen beispielhaft jeweils eine zur Stricknadelinnenseite 222 hervorspringende, konvexe Krümmung 226, 228 auf, welche ein Minimum ausbildet. Je nach Anwendungsfall können die Krümmungen 226, 228 mehr oder weniger stark ausgebildet sein.
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Ferner ist denkbar, dass die Krümmungen 226, 228 konkav, konvex oder in einer Kombination hieraus ausgebildet. So kann beispielsweise die erste Krümmung 226 konvex und die zweite Krümmung 228 konkav ausgebildet sein.
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Selbstverständlich ist dies das einfachste Beispiel. Die erfindungsgemäße Stricknadel 200 ist nicht darauf begrenzt, sondern kann auch mehrere derartige Krümmungen 226, 228 aufweisen, bevorzugt zwischen einer und 10 Krümmungen, welche symmetrisch oder asymmetrisch angeordnet und ferner auch verschieden stark zueinander ausgebildet sein können. Die Krümmungen 226, 228 sind je nach Ausbildung als Minima oder Maxima zu verstehen.
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6 zeigt eine weitere Ausführung einer erfindungsgemäßen Stricknadel 200. Erfindungsgemäß weisen erste und zweiter schenkelförmiger Abschnitt 206 und 208 ein vergleichbares Gewicht auf. Vorliegend ist der erste schenkelförmige Abschnitt 206 in seiner Erstreckungsrichtung A verkürzt im Vergleich zu dem zweiten schenkelförmigen Abschnitt 208 ausgebildet und weist einen vergrößerten Querschnitt auf. Vorteilhaft ist der Schaftabschnitt 204 von im Wesentlichen gleichen Querschnitt wie der zweite schenkelförmige Abschnitt 208 und erweitert sich in seinem Querschnitt erst mit Übergang in den ersten schenkelförmigen Abschnitt 206, wobei eine derartige Erweiterung vorteilhaft trichterförmig ausgebildet ist. Der Winkel φ ist hier etwa 90°. Ferner ist auch denkbar, dass der Schaftabschnitt 204 selbst unterschiedliche Querschnitte aufweist, so dass der Übergang von einem dünnen zweiten schenkelförmigen Abschnitt 208 in einen dickeren ersten schenkelförmigen Abschnitt 206 innerhalb des Schaftabschnitts 204 erfolgt und umgekehrt. Vorteilhaft erfolgt die Gestaltung der schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 sowie des Schaftabschnitt 204 derart, dass der Schwerpunkt S der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 bevorzugt innerhalb des Schaftabschnitts 204 angeordnet ist, so dass die beiden schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 ausbalanciert angeordnet sind, um ein Abrutschen aufgenommener Maschen zu vermeiden.
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Zur Ausbalancierung der erfindungsgemäßen Stricknadel 200 im schaftartigen Bereich 204 ist denkbar, beide schenkelförmigen Abschnitte 206, 208 aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichem Eigengewicht zu fertigen. So wären Materialkombinationen beispielsweise von Bambus/Kunststoff oder Kunststoff/Metall denkbar. Eine derartige erfindungsgemäße Stricknadel 200 erweist sich als vorteilhaft, da verschiedene Fadenstärken mit nur einer erfindungsgemäßen Stricknadel 200 verstrickbar sind. Ferner ist auch denkbar, bei gleich langen schenkelförmigen Abschnitten 206, 208 diese ebenfalls aus zueinander verschiedenen Materialien herzustellen.
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Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Stricknadel 200 als Zopfstricknadel zu verstehen, welche durch ihre Form besonders geeignet ist, leicht und schnell Zopfstrickmuster zu stricken, ohne dass aufgenommene, ruhiggestellte Maschen Herabgleiten und Fehlstellungen bedingen.
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Erfindungsgemäß weist die Stricknadel 200 eine Gesamtlänge von 10 bis 45 cm, bevorzugt von 14 bis 18 cm, und meist bevorzugt von 16 cm auf.
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In 7 sind zur Verdeutlichung Beispiele erfindungsgemäßer abgeflachter Bereiche 212 dargestellt. Diese sind selbstverständlich auf den abgeflachten Bereich 214 übertragbar und nicht auf die gezeigten Beispiele beschränkt, sondern beliebig erweiterbar. Je nach Anwendungsfall kann der abgeflachte Bereich 212, 214 mehr oder weniger stark ausgebildet sein.
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Die Anmelderin behält sich vor sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale als erfindungswesentlich zu beanspruchen, sofern sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
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Bezugszeichenliste
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- 102
- Stricknadel aus dem Stand der Technik
- 104
- Schaftabschnitt
- 106
- erster schenkelförmiger Abschnitt
- 108
- zweiter schenkelförmiger Abschnitt
- 109
- erstes freies Ende
- 110
- zweites freies Ende
- 112
- Vertiefung
- 200
- erfindungsgemäße Stricknadel
- 204
- Schaftabschnitt
- 206
- erster schenkelförmiger Abschnitt
- 208
- zweiter schenkelförmiger Abschnitt
- 209
- erstes freies Ende
- 210
- zweites freies Ende
- 212
- erster abgeflachter Bereich
- 214
- zweiter abgeflachter Bereich
- 216
- ersten stufenartiges Element
- 218
- zweites stufenartiges Element
- 220
- Nadelaußenseite
- 222
- Nadelinnenseite
- 226
- Krümmung
- 228
- weitere Krümmung
- L
- Längsrichtung
- A
- erste Erstreckungsrichtung
- B
- zweiter Erstreckungsrichtung
- α
- Winkel
- φ
- weiterer Winkel