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Die Anmeldung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs, ein Sicherheitssystem für ein Kraftfahrzeug, ein Computerprogrammprodukt und ein computerlesbares Medium.
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Aus der
DE 101 28 141 C2 ist eine Fahrzeugsicherheitsanordnung mit einem im Fahrzeug vorgesehen ersten Subsystem zur Steuerung einer ersten Betriebsfunktion des Fahrzeugs und zur Erzeugung eines einen drohenden, potentiellen Zusammenstoß bzw. Crash des Fahrzeugs vorhersagenden Signals bekannt. Zudem beinhaltet die Fahrzeugsicherheitsanordnung ein im Fahrzeug vorgesehenes zweites Subsystem zur Steuerung einer zweiten Betriebsfunktion des Fahrzeugs und eine im Fahrzeug vorgesehene Steuerung zum Empfangen des vorhersagenden Signals und zu einer Veränderung des Betriebs des zweiten Subsystems, um so das Fahrzeug auf den Zusammenstoß vorzubereiten. Über das zweite Subsystem erfolgt eine Höhenverstellung einer einstellbaren Fahrhöhe des Fahrzeugs.
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Aufgabe der Anmeldung ist es, ein Verfahren zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs, ein Sicherheitssystem für ein Kraftfahrzeug, ein Computerprogrammprodukt und ein computerlesbares Medium anzugeben, welche einen weiteren verbesserten Insassenschutz ermöglichen.
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Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Ein Verfahren zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs weist gemäß einem Aspekt der Anmeldung folgende Schritte auf. Es erfolgt ein Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnenden Parameters. Zudem erfolgt ein Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs, basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter. Weiterhin erfolgt ein Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation. Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, erfolgt ein Anpassen einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs.
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Das Verfahren gemäß der genannten Ausführungsform ermöglicht einen weiter verbesserten Insassenschutz. Dies erfolgt durch das Klassifizieren der momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs sowie dem Ermitteln der Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen und dem Anpassen der Auslöseschwelle für ein Betätigen der zumindest einem Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs. Durch das Klassifizieren der momentanen Verkehrssituation und das Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten eines speziellen Unfalltyps in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation kann somit ein Auslösen der Insassen-Schutzvorrichtung in vorteilhafter Weise an die jeweilige Verkehrssituation angepasst werden. Dabei kann durch das Vorgeben einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen eine in hohem Maße passende, mögliche Unfallsituation bestimmt werden.
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Bevorzugt erfolgt ein Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten eines Unfalltyps für sämtliche der Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation, d. h. für jeden der vorbestimmten Unfalltypen wird die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten dieses Typs in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation ermittelt. Dadurch kann in möglichst umfassender Weise die Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten eines Unfalls in der momentanen Verkehrssituation bestimmt werden.
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In einer weiteren Ausführungsform erfolgt das Anpassen der Auslöseschwelle derart, dass ein Betätigen der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt, verglichen mit einer Betätigung basierend auf der ursprünglichen Auslöseschwelle. Dabei wird von der Überlegung ausgegangen, dass bei einer ermittelten erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten einer Unfallsituation eine frühere Aktivierung der Insassen-Schutzvorrichtung die möglichen Unfallfolgen für die Insassen des Kraftfahrzeugs minimieren kann.
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Die Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen beinhaltet bevorzugt zumindest ein Element, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem Frontalzusammenstoß, einem Heckaufprall, einem seitlichen Zusammenstoß, einem Auffahrunfall, einem Schleuderunfall, einem Unfall mit einem stehenden Objekt, einer Kollision mit einem Fußgänger, einem Wildunfall, einem Fahrzeugüberschlag und einem Abkommen von einer Fahrbahn. Die genannten Unfalltypen stellen verkehrstypische Arten von Unfallsituationen dar. Damit ist das Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten derartiger Unfalltypen von besonderer Bedeutung.
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In einer weiteren Ausgestaltung ist die zumindest eine Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem Gurtstraffer, einem Airbag, insbesondere einem Front-Airbag und/oder einem Seiten-Airbag und/oder einem Kopf-Airbag, einem aktiven Kopfstützensystem, einem Sitzverstellsystem, einer klappbaren Pedalerie und einer Sicherheitslenksäule. Dabei wird unter einem aktiven Kopfstützensystem eine Kopfstützenanordnung verstanden, die sich bei einem Aufprall in Richtung der jeweiligen Person neigen kann, um den Kopf der betreffenden Person zu einem möglichst frühen Zeitpunkt schützen zu können. Mittels einer Betätigung des Sitzverstellsystems kann beispielsweise bei einem Heckaufprall der Körper der jeweiligen Person aufgefangen und damit abgebremst werden. Unter einer klappbaren Pedalerie wird ein aktives Pedalsystem verstanden, das zumindest eines der Pedale bei einem erkannten Unfall verschiebt, womit die Verletzungsgefahr für einen Fahrer des Kraftfahrzeugs reduziert werden kann. Die genannten Systeme sind somit in besonderer Weise für den Schutz der Insassen geeignet.
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In eher weiteren Ausführungsform erfolgt zudem ein Anpassen eines Betätigungsgrades der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs, falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert überschreitet. Dadurch kann neben dem Zeitpunkt des Betätigens weiterhin auch die Stärke der Betätigung der Insassen-Schutzvorrichtung, beispielsweise die Kraft, mit der die Insassen-Schutzvorrichtung betätigt wird, in vorteilafter Weise an die jeweilige Verkehrssituation angepasst werden.
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Das Ermitteln des zumindest einen Parameters kann ein Ermitteln einer Art und/oder einer Beschaffenheit einer momentan von dem Kraftfahrzeug befahrenen Fahrbahn beinhalten. Weiterhin kann das Ermitteln des zumindest einen Parameters zusätzlich oder alternativ ein Ermitteln einer Zahl an weiteren Verkehrsteilnehmern im Bereich der Umgebung des Kraftfahrzeugs beinhalten. Dabei wird hier und im Folgenden unter einem Verkehrsteilnehmer eine Person oder ein Fahrzeug verstanden, die bzw. das Flächen nutzt, die der Allgemeinheit zu Verkehrszwecken offen stehen, unabhängig davon, ob sich die Person bzw. das Fahrzeug bewegt oder stillsteht. Die genannten Parameter ermöglichen, die momentane Verkehrssituation in möglichst genauem Maße zu klassifizieren.
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Das Ermitteln des zumindest einen Parameters kann mittels Daten zumindest eines Elementes des Kraftfahrzeugs erfolgen, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem elektromagnetischen Sensor, insbesondere einem Radarsensor oder einem Lidarsensor, einem akustischen Sensor, insbesondere einem Ultraschallsensor, einem Drehratensensor, insbesondere einem Gierratensensor, einem Beschleunigungssensor, einer optischen Kamera, einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsvorrichtung, einer Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsvorrichtung und einem Fahrerassistenzsystem, insbesondere einem Kollisionsvermeidungs- bzw. Notbremssystem. Die genannten Elemente werden in erhöhtem Maße für Kraftfahrzeuge vorgesehen, wodurch die Zahl an für das Verfahren benötigten Komponenten in vorteilhafter Weise reduziert werden kann.
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In einer weiteren Ausführungsform beinhaltet das Ermitteln des zumindest einen Parameters ein Ermitteln einer momentanen Position des Kraftfahrzeugs. Das Klassifizieren der momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs erfolgt in dieser Ausführungsform basierend auf der ermittelten Position und auf in einer Speichervorrichtung abgelegten Kartendaten. Die Speichervorrichtung ist dabei bevorzugt Bestandteil eines Navigationssystems des Kraftfahrzeugs, das zudem zum Ermitteln der momentanen Position des Kraftfahrzeugs ausgebildet sein kann.
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Zudem kann eine momentane Wetterlage im Bereich der Umgebung des Kraftfahrzeugs und/oder eine Tageszeit ermittelt werden. Das Anpassen der Auslöseschwelle erfolgt in dieser Ausgestaltung zudem in Abhängigkeit der ermittelten momentanen Wetterlage und/oder der ermittelten Tageszeit. Dabei wird von der Überlegung ausgegangen, dass die Wetterlage bzw. die Tageszeit ebenfalls einen Einfluss auf das Eintreten bestimmter Unfallsituationen haben können. Beispielsweise können Schnee, Eis oder Regen bzw. schlechte Sichtverhältnisse aufgrund von Dämmerung oder starkem Lichteinfall die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Unfallsituationen erhöhen. Weiterhin kann beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für einen Wildunfall bei Nacht erhöht sein.
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In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird zudem eine Art und/oder eine Geschwindigkeit eines an einem möglichen bevorstehenden Unfall beteiligten Objekts ermittelt. Das Anpassen der Auslöseschwelle erfolgt in dieser Ausführungsform zudem in Abhängigkeit der ermittelten Art und/oder der ermittelten Geschwindigkeit des Objekts.
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Dadurch können die möglichen Unfallfolgen für die Insassen des Kraftfahrzeugs in vorteilhafter Weise weiter verringert werden.
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Darüber hinaus kann zudem eine Ausrichtung des Kraftfahrzeugs zu einer momentan von dem Kraftfahrzeug befahrenen Fahrbahn ermittelt werden. Das Anpassen der Auslöseschwelle erfolgt in dieser Ausgestaltung zudem in Abhängigkeit der ermittelten Ausrichtung des Kraftfahrzeugs. Beispielsweise kann bei einem quer zu der Fahrbahn stehenden Kraftfahrzeug auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Seitenaufpralls bzw. eines seitlichen Zusammenstoßes mit einem Objekt geschlossen werden und die Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest eines Seiten-Airbags entsprechend herabgesetzt bzw. reduziert werden.
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Die Anmeldung betrifft ferner ein Sicherheitssystem für ein Kraftfahrzeug, wobei das Sicherheitssystem eine erste Ermittlungsvorrichtung aufweist, die zum Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnenden Parameters ausgebildet ist. Zudem weist das Sicherheitssystem eine Klassifikationsvorrichtung auf, ausgebildet zum Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs, basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter. Weiterhin weist das Sicherheitssystem eine zweite Ermittlungsvorrichtung auf, die zum Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation ausgebildet ist. Des Weiteren weist das Sicherheitssystem eine Anpassvorrichtung auf, die zum Anpassen einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs ausgebildet ist, falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Das Sicherheitssystem gemäß der Anmeldung weist die bereits im Zusammenhang mit dem Verfahren gemäß der Anmeldung genannten Vorteile auf, welche an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen nicht nochmals aufgeführt werden.
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Des Weiteren betrifft die Anmeldung ein Computerprogrammprodukt, das, wenn es auf einer Recheneinheit eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs ausgeführt wird, die Recheneinheit anleitet, folgende Schritte auszuführen. Die Recheneinheit wird zum Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnenden Parameters angeleitet. Zudem wird die Recheneinheit angeleitet zum Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs, basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter. Darüber hinaus wird die Recheneinheit zum Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation angeleitet. Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, wird die Recheneinheit zum Anpassen einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs angeleitet.
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Darüber hinaus betrifft die Anmeldung ein computerlesbares Medium, auf dem ein Computerprogrammprodukt gemäß der genannten Ausführungsform gespeichert ist.
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Das Computerprogrammprodukt und das computerlesbare Medium gemäß der Anmeldung weisen die bereits im Zusammenhang mit dem Verfahren gemäß der Anmeldung genannten Vorteile auf, welche an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen nicht nochmals aufgeführt werden.
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Das Kraftfahrzeug ist in den oben genannten Ausführungsformen beispielsweise ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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Ausführungsformen der Anmeldung werden nun anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
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1 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer ersten Ausführungsform der Anmeldung;
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2 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer zweiten Ausführungsform der Anmeldung;
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3 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer dritten Ausführungsform der Anmeldung;
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4 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer vierten Ausführungsform der Anmeldung;
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5 zeigt ein Sicherheitssystem für ein Kraftfahrzeug gemäß einer Ausführungsform der Anmeldung.
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1 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer ersten Ausführungsform der Anmeldung. Das Kraftfahrzeug ist beispielsweise ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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In einem Schritt 40 erfolgt ein Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnenden Parameters.
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Das Ermitteln des zumindest einen Parameters kann dabei ein Ermitteln einer Art und/oder einer Beschaffenheit einer momentan von dem Kraftfahrzeug befahrenen Fahrbahn beinhalten. Zusätzlich oder alternativ kann das Ermitteln des zumindest einen Parameters ein Ermitteln einer Zahl an weiteren Verkehrsteilnehmern im Bereich der Umgebung des Kraftfahrzeugs beinhalten.
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Das Ermitteln des zumindest einen Parameters erfolgt bevorzugt mittels Daten zumindest eines Elementes des Kraftfahrzeugs, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem elektromagnetischen Sensor, einem akustischen Sensor, einem Drehratensensor, einem Beschleunigungssensor, einer optischen Kamera, einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsvorrichtung, einer Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsvorrichtung und einem Fahrerassistenzsystem.
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Weiterhin kann das Ermitteln des zumindest einen Parameters ein Ermitteln einer momentanen Position des Kraftfahrzeugs mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung beinhalten, wobei die Positionsermittlungsvorrichtung bevorzugt Bestandteil eines Navigationssystems des Kraftfahrzeugs ist.
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In einem Schritt 50 erfolgt ein Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs, basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter. Das Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation kann dabei ein Klassifizieren nach momentan befahrener Fahrbahnart beinhalten. Weiterhin kann die momentane Verkehrssituation dahingehend klassifiziert werden, ob sich das Kraftfahrzeug innerhalb oder außerhalb einer geschlossenen Ortschaft befindet.
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In einem Schritt 60 wird eine Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation ermittelt. Bevorzugt erfolgt dabei ein Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten eines Unfalltyps für sämtliche der Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen.
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Die Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen beinhaltet dabei in der gezeigten Ausführungsform zumindest ein Element, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem Frontalzusammenstoß, einem seitlichen Zusammenstoß, einem Auffahrunfall, einem Schleuderunfall, einem Wildunfall, einem Fahrzeugüberschlag und einem Abkommen von einer Fahrbahn.
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Beispielsweise findet eine seitliche Kollision in Kreuzungsbereichen und im Stadtverkehr typischerweise häufiger statt. Auch ist ein Auffahrunfall in einem Stau wahrscheinlicher als ein seitlicher Unfall.
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Weiterhin kann das Ermitteln der Wahrscheinlichkeit basierend auf Unfallstatistiken erfolgen, die bevorzugt mittels einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsvorrichtung und/oder einer Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsvorrichtung des Kraftfahrzeugs an dieses übertragen werden. Zudem können die Unfallstatistiken in, in einer Speichervorrichtung abgelegten Kartendaten hinterlegt sein. Beispielsweise kann an einem Überweg in einer Ortsdurchfahrt die Wahrscheinlichkeit für Unfälle mit Fußgängern erhöht sein. Ferner kann es in einem Abschnitt einer Landstraße aufgrund häufig durchgeführter, riskanter Überholmanöver vermehrt zu Frontalzusammenstößen kommen.
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In einem Schritt 70 wird bestimmt, ob die ermittelte Wahrscheinlichkeit bzw. die ermittelten Wahrscheinlichkeiten jeweils einen vorbestimmten Schwellenwert überschreiten.
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Überschreitet die ermittelte Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten des Unfalltyps bzw. der Unfalltypen aus der Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen den jeweiligen Schwellenwert nicht, werden in der gezeigten Ausführungsform die Schritte 40, 50, 60 und 70 wiederholt ausgeführt.
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Wird hingegen in dem Schritt 70 ermittelt, dass die Wahrscheinlichkeit bzw. eine der ermittelten Wahrscheinlichkeiten den jeweiligen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, erfolgt in einem Schritt 80 ein Anpassen zumindest einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs.
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Das Anpassen der zumindest einen Auslöseschwelle erfolgt in der gezeigten Ausführungsform derart, dass eine Betätigung der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt. Insbesondere kann das Anpassen der zumindest einen Auslöseschwelle derart erfolgen, dass ein Betätigen der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung unmittelbar erfolgt.
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Die zumindest eine Insassen-Schutzvorrichtung ist dabei bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem Gurtstraffer, einem Airbag, insbesondere einem Front-Airbag oder zumindest einem Seiten-Airbag, einem aktiven Kopfstützensystem, einem Sitzverstellsystem, einer klappbaren Pedalerie und einer Sicherheitslenksäule. Das Anpassen der Auslöseschwelle kann bei einem mehrstufigen Airbag, beispielsweise einem zweistufigen Airbag, insbesondere derart erfolgen, dass nur bestimmte Stufen des Airbags betätigt werden.
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Anschließend kann basierend auf der angepassten Auslöseschwelle ermittelt werden, ob ein Betätigen der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung erforderlich ist oder unterbleiben kann. Dazu werden entsprechende Parameter, beispielsweise ein momentaner Wert einer Beschleunigung bzw. Verzögerung des Kraftfahrzeugs, mittels dafür ausgebildeter Sensoren ermittelt und mit der angepassten Auslöseschwelle verglichen.
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2 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer zweiten Ausführungsform der Anmeldung. Des Kraftfahrzeug ist beispielsweise wiederum ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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In einem Schritt 40 erfolgt ein Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnenden Parameters. Zudem erfolgt in einem Schritt 50 ein Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs, basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter. Die Schritte 40 und 50 entsprechen dabei den Schritten 40 und 50 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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In einem Schritt 60 erfolgt ein Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation entsprechend des Schrittes 60 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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In einem Schritt 70 wird bestimmt, ob die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, erfolgt in der gezeigten Ausführungsform in einem Schritt 80' ein Absenken einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeug. Ein Betätigen der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung erfolgt in diesem Fall zu einem früheren Zeitpunkt, verglichen mit einer Betätigung basierend auf der ursprünglichen Auslöseschwelle.
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Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert hingegen nicht überschreitet, wird in der gezeigten Ausführungsform in einem Schritt 80'' die Auslöseschwelle für ein Betätigen der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs erhöht. Dies kann insbesondere derart erfolgen, dass die Insassen-Schutzvorrichtung in der klassifizierten Verkehrssituation nicht ausgelöst wird. Dadurch können Fehlauslösungen der Insassen-Schutzvorrichtung in verbesserter Weise vermieden werden.
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3 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer dritten Ausführungsform der Anmeldung. Das Kraftfahrzeug ist dabei beispielsweise ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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In einem Schritt 40 wird zumindest ein, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnender Parameter ermittelt, entsprechend des Schrittes 40 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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Weiterhin wird in einem Schritt 45 eine momentane Wetterlage im Bereich der Umgebung des Kraftfahrzeugs und/oder eine Tageszeit und/oder eine Ausrichtung des Kraftfahrzeugs relativ zu einer momentan von dem Kraftfahrzeug befahrenen Fahrbahn ermittelt.
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Das Ermitteln der momentanen Wetterlage kann mittels von zumindest einem Sensor des Kraftfahrzeugs ermittelter Daten, beispielsweise mittels von einem Regensensor ermittelter Daten, erfolgen. Die Ausrichtung des Kraftfahrzeugs relativ zu der von diesem befahrenen Fahrbahn wird bevorzugt mittels einer Bildauswertung von, von einer optischen Kamera des Kraftfahrzeugs aufgenommenen Bildern bestimmt.
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In einem Schritt 50' erfolgt ein Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs. Dies erfolgt in der gezeigten Ausführungsform basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter sowie basierend auf der ermittelten momentanen Wetterlage und/oder der ermittelten Tageszeit und/oder der ermittelten Ausrichtung des Kraftfahrzeugs.
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In einem Schritt 60 wird eine Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation ermittelt, entsprechend des Schrittes 60 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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In einem Schritt 70 wird bestimmt, ob die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Überschreitet die Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert nicht, werden in der gezeigten Ausführungsform die Schritte 40, 45, 50', 60 und 70 wiederholt ausgeführt.
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Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert hingegen überschreitet, erfolgt in einem Schritt 80 ein Anpassen einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs. Das Anpassen der Auslöseschwelle erfolgt in Abhängigkeit der ermittelten Wahrscheinlichkeit und damit unter Berücksichtigung der klassifizierten momentanen Verkehrssituation sowie zudem in Abhängigkeit der ermittelten momentanen Wetterlage und/oder der ermittelten Tageszeit und/oder der ermittelten Ausrichtung des Kraftfahrzeugs.
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4 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben eines Sicherheitssystems eines Kraftfahrzeugs gemäß einer vierten Ausführungsform der Anmeldung. Das Kraftfahrzeug ist dabei beispielsweise wiederum ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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In einem Schritt 40 wird zumindest ein, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs kennzeichnender Parameter ermittelt. Weiterhin wird in einem Schritt 50 eine momentane Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs basierend auf dem zumindest einen ermittelten Parameter klassifiziert. Die Schritte 40 und 50 entsprechen dabei den Schritten 40 und 50 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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In einem Schritt 60 erfolgt darüber hinaus ein Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation entsprechend des Schrittes 60 der in 1 gezeigten ersten Ausführungsform.
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Zudem wird in einem Schritt 70 bestimmt, ob die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert nicht überschreitet, werden in der gezeigten Ausführungsform die Schritte 40, 50, 60 und 70 wiederholt ausgeführt.
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Überschreitet hingegen die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert, wird in der gezeigten Ausführungsform in einem Schritt 75 eine Art und/oder eine Geschwindigkeit eines an einem möglichen bevorstehenden Unfall beteiligten Objekts ermittelt. Dies erfolgt beispielsweise mittels von zumindest einem Umfeldsensor des Kraftfahrzeugs ermittelter Daten, insbesondere mittels von einem Radarsensor, einem Lidarsensor, einem Ultraschallsensor und/oder einer optischen Kamera ermittelter Daten.
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In einem Schritt 80'' erfolgt ein Anpassen einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung des Kraftfahrzeugs. Dies erfolgt in der gezeigten Ausführungsform in Abhängigkeit der klassifizierten Verkehrssituation sowie in Abhängigkeit der ermittelten Art und/oder der ermittelten Geschwindigkeit des an einem möglichen bevorstehenden Unfall beteiligten Objekts.
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Mittels der gezeigten Ausführungsformen können Schutzeinrichtungen für die Fahrzeuginsassen gezielter, passend zu der jeweiligen Unfallsituation, aktiviert werden und damit mögliche Verletzungen der Insassen vermieden bzw. verringert werden.
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Dazu werden die Schwellwerte zum Auslösen von passiven Schutzeinrichtungen, wie beispielsweise Airbag-Systemen und Gurtstraffern, auf Basis eines ermittelten Unfalltyps verändert. Die Ermittlung des Unfalltyps erfolgt bevorzugt mithilfe von Umfeldsensoren und GPS-Daten, die bereits vor dem Unfall die Art des Unfalls prognostizieren können.
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Beispielsweise ist es möglich, dass die Umfeldsensorik einen Frontalcrash mit dem Gegenverkehr prognostiziert. Das Airbag-System kann mithilfe dieser Daten die Auslösekriterien temporär für die Detektion eines Frontalcrashs herabsetzen, um so eine frühere Aktivierung zu erreichen.
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Zudem kann die Umfeldsensorik der passiven Schutzeinrichtung mitteilen, mit welchem Objekt und welcher Geschwindigkeit der Unfall voraussichtlich erfolgen wird. Auch in diesem Fall lassen sich Schwellwerte in einfacher Weise anpassen, um die Unfallfolgen für die Insassen des Kraftfahrzeugs zu minimieren.
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Ein weiterer Aspekt der Anmeldung ist es, aufgrund des Straßentyps auf den Unfalltyp zu schließen und damit die Schutzeinrichtung zu konfigurieren. Beispielsweise ist ein Frontalcrash mit Gegenverkehr oder ein Seitencrash auf einer Autobahn typischerweise unwahrscheinlicher, so dass hier die Parameter dies berücksichtigen können. Dagegen findet eine seitliche Kollision in Kreuzungsbereichen und im Stadtverkehr typischerweise häufiger statt. Auch ist ein Auffahrunfall in einem Stau wahrscheinlicher als ein seitlicher Unfall. Die Wahrscheinlichkeit für einen Wildunfall ist typischerweise auf Landstraßen und bei Nacht erhöht. Auch in diesem Fall können die Parameter derart eingestellt werden, dass die Unfallfolgen bei einer Kollision mit Tieren in weiter verbessertem Maße verringert werden.
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In einer weiteren Ausgestaltung wird die Ausrichtung des Fahrzeugs zu der Fahrbahn verwendet, um die Schwellwerte für die Auslösung von Schutzeinrichtungen zu verändern. Ein quer zu einer Autobahn stehendes Fahrzeug oder ein sogar in verkehrter Fahrtrichtung stehendes Fahrzeug stellen Situationen dar, in denen die Schwellwerte deutlich verringert werden können.
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Insbesondere kann sogar lediglich auf Basis der Umfeldsensorik eine Schutzeinrichtung aktiviert werden, wenn basierend auf mittels der Umfeldsensorik ermittelter Daten sichergestellt ist, dass ein bewegter Gegenstand mit dem Fahrzeug kollidieren wird. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn das Fahrzeug nach einem Schleuderunfall quer zu der Fahrbahn zum Stehen kommt und ein Umfeldsensor das Herannahen eines Fahrzeugs erkennt.
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Mittels der gezeigten Ausführungsformen kann somit die Kalibrierung einer Insassen-Schutzeinrichtung vor einem Unfall verändert werden. Dies kann insbesondere derart erfolgten, dass allein basierend auf der Verkehrssituation Parameter der Insassen-Schutzsysteme verändert werden. Ein Beispiel dafür ist ein Überfahren eines Zebrastreifens, was bereits auf die potentielle Gefahr, mit einem Fußgänger zu kollidieren hinweist. Auch bei Überfahren einer roten Ampel, eines Bahnübergangs oder eines Stoppschilds kann das System auf eine nicht auszuschließende seitliche Kollision kalibriert werden.
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Zudem können, falls ein Verkehrszeichen-Erkennungssystem einen Zebrastreifen detektiert und/oder digitale Kartendaten dem passiven Sicherheitssystem die Informationen bereitstellen, dass sich das Fahrzeug in einer Stadt befindet, die Parameter für ein Fußgänger-Schutzsystem auf einen früheren Aktivierungszeitpunkt kalibriert werden. In Autobahn-Situationen können die Parameter auf einen späteren Zeitpunkt kalibriert werden, um Fehlaktivierungen zu vermeiden.
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Darüber hinaus ist es möglich, den Schwellenwert für einen Seiten-Airbag-Sensor in der Nähe von Kreuzungen oder nach einem Schleuderunfall auf einen früheren Aktivierungs-Punkt zu setzen.
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Auf Autobahnen können zudem die Systeme für mögliche Auffahr-Kollisionen und auf Landstraßen für möglichen entgegenkommenden Verkehr und damit für Frontalzusammenstöße kalibriert werden.
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5 zeigt ein Sicherheitssystem 1 für ein schematisch dargestelltes Kraftfahrzeug 2 gemäß einer Ausführungsform der Anmeldung. Das Kraftfahrzeug 2 ist beispielsweise ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen.
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Das Sicherheitssystem 1 weist eine erste Ermittlungsvorrichtung 12 auf, die zum Ermitteln zumindest eines, eine Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs 2 kennzeichnenden Parameters ausgebildet ist.
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Dazu ist die erste Ermittlungsvorrichtung 12 in der gezeigten Ausführungsform über eine Signalleitung 21 mit einem elektromagnetischen Sensor 4, beispielsweise einem Radarsensor oder einem Lidarsensor, und über eine Signalleitung 22 mit einem akustischen Sensor 5, beispielsweise einem Ultraschallsensor, verbunden. Weiterhin ist erste Ermittlungsvorrichtung 12 über eine Signalleitung 23 mit einem Drehratensensor 6, beispielsweise einem Gierratensensor, und über eine Signalleitung 24 mit einem Beschleunigungssensor 7 verbunden. Ferner ist die erste Ermittlungsvorrichtung 12 über eine Signalleitung 25 mit einer optischen Kamera 8 sowie über eine Signalleitung 26 mit einer Kommunikationseinheit 18 des Kraftfahrzeugs 2 verbunden. Die Kommunikationseinheit 18 beinhaltet dabei eine Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsvorrichtung 9 sowie eine Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsvorrichtung 10. Darüber hinaus ist die erste Ermittlungsvorrichtung 12 über eine Signalleitung 27 mit einem Navigationssystem 19 des Kraftfahrzeugs 2 verbunden. Das Navigationssystem 19 beinhaltet dabei eine Positionsermittlungsvorrichtung 34 sowie eine Speichervorrichtung 11 mit darauf abgelegten Kartendaten.
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Das Ermitteln des zumindest einen Parameters erfolgt in der gezeigten Ausführungsform somit mittels Daten der genannten Elemente des Kraftfahrzeugs 2.
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Zudem weist das Sicherheitssystem 1 eine Klassifikationsvorrichtung 13 auf, die zum Klassifizieren einer momentanen Verkehrssituation des Kraftfahrzeugs 2 basierend auf dem zumindest einem ermittelten Parameter ausgebildet ist. Die Klassifikationsvorrichtung 13 ist dazu über eine Signalleitung 28 mit der ersten Ermittlungsvorrichtung 12 sowie über eine Signalleitung 29 mit dem Navigationssystem 19 verbunden. Das Klassifizieren der momentanen Verkehrssituation kann damit insbesondere basierend auf der ermittelten Position des Kraftfahrzeugs 2 und auf in der Speichervorrichtung 11 abgelegten Kartendaten erfolgen.
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Das Sicherheitssystem 1 weist ferner eine zweite Ermittlungsvorrichtung 14 auf, die zum Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten zumindest eines Unfalltyps aus einer Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen in der klassifizierten momentanen Verkehrssituation ausgebildet ist. Bevorzugt ist die zweite Ermittlungsvorrichtung 14 dabei zum Ermitteln einer Wahrscheinlichkeit für ein Eintreten eines Unfalltyps für sämtliche der Mehrzahl an vorbestimmten Unfalltypen ausgebildet. Die zweite Ermittlungsvorrichtung 14 ist dazu über eine Signalleitung 30 mit der Klassifikationsvorrichtung 13 verbunden.
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Weiterhin weist das Sicherheitssystem 1 eine Anpassvorrichtung 15 auf, die zum Anpassen zumindest einer Auslöseschwelle für ein Betätigen zumindest einer Insassen-Schutzvorrichtung 3 des Kraftfahrzeugs 2 ausgebildet ist, falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet. Die Anpassvorrichtung 15 ist dazu über eine Signalleitung 32 mit der Insassen-Schutzvorrichtung 3 verbunden, die beispielsweise ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus einem Gurtstraffer, einem Airbag, einem aktiven Kopfstützensystem, einem Sitzverstellsystem, einer klappbaren Pedalerie und einer Sicherheitslenksäule.
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Das Anpassen der Auslöseschwelle kann dabei derart erfolgen, dass eine Betätigung der zumindest einen Insassen-Schutzvorrichtung 3 zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt, falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert überschreitet. Weiterhin kann die Anpassvorrichtung 15 zum Erhöhen der Auslöseschwelle ausgebildet sein, falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert nicht überschreitet.
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Darüber hinaus kann die Anpassvorrichtung 15 zum Anpassen eines Betätigungsgrades der Insassen-Schutzvorrichtung 3 ausgebildet sein, insbesondere falls die ermittelte Wahrscheinlichkeit den vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Die Insassen-Schutzvorrichtung 3 ist zudem über eine Signalleitung 33 mit einem Sensor 20 verbunden, wobei mittels von dem Sensor 20 ermittelter Daten bestimmt wird, ob ein Betätigen der Insassen-Schutzvorrichtung 3 erfolgt.
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Des Sicherheitssystem 1 weist in der gezeigten Ausführungsform zudem eine Recheneinheit 16 und ein computerlesbares Medium 17 auf, wobei auf dem computerlesbaren Medium 17 ein Computerprogrammprodukt gespeichert ist, das, wenn es auf der Recheneinheit 16 ausgeführt wird, die Recheneinheit 16 anleitet, die im Zusammenhang mit den Ausführungsformen des Verfahrens gemäß der Anmeldung genannten Schritte, insbesondere die Schritte der in den 1 bis 4 gezeigten Ausführungsformen, mittels den dabei genannten Elementen auszuführen. Dazu ist die Recheneinheit 16 in einer nicht näher dargestellten Weise direkt oder indirekt mit den entsprechenden Elementen verbunden.
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Obwohl zumindest eine beispielhafte Ausführungsform in der vorhergehenden Beschreibung gezeigt wurde, können verschiedene Änderungen und Modifikationen vorgenommen werden. Die genannten Ausführungsformen sind lediglich Beispiele und nicht dazu vorgesehen, den Gültigkeitsbereich, die Anwendbarkeit oder die Konfiguration in irgendeiner Weise zu beschränken. Vielmehr stellt die vorhergehende Beschreibung dem Fachmann einen Plan zur Umsetzung zumindest einer beispielhaften Ausführungsform zur Verfügung, wobei zahlreiche Änderungen in der Funktion und der Anordnung von in einer beispielhaften Ausführungsform beschriebenen Elementen gemacht werden können, ohne den Schutzbereich der angefügten Ansprüche und ihrer rechtlichen Äquivalente zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Sicherheitssystem
- 2
- Kraftfahrzeug
- 3
- Insassen-Schutzvorrichtung
- 4
- Sensor
- 5
- Sensor
- 6
- Drehratensensor
- 7
- Beschleunigungssensor
- 8
- Kamera
- 9
- Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsvorrichtung
- 10
- Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsvorrichtung
- 11
- Speichervorrichtung
- 12
- Ermittlungsvorrichtung
- 13
- Klassifikationsvorrichtung
- 14
- Ermittlungsvorrichtung
- 15
- Anpassvorrichtung
- 16
- Recheneinheit
- 17
- Medium
- 18
- Kommunikationseinheit
- 19
- Navigationssystem
- 20
- Sensor
- 21
- Signalleitung
- 22
- Signalleitung
- 23
- Signalleitung
- 24
- Signalleitung
- 25
- Signalleitung
- 26
- Signalleitung
- 27
- Signalleitung
- 28
- Signalleitung
- 29
- Signalleitung
- 30
- Signalleitung
- 31
- Signalleitung
- 32
- Signalleitung
- 33
- Signalleitung
- 34
- Positionsermittlungsvorrichtung
- 40
- Schritt
- 45
- Schritt
- 50
- Schritt
- 50'
- Schritt
- 60
- Schritt
- 70
- Schritt
- 75
- Schritt
- 80
- Schritt
- 80
- Schritt
- 80''
- Schritt
- 80'''
- Schritt
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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