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DE102011118055B3 - Verwendung eines Mittels mit Essigsäure - Google Patents

Verwendung eines Mittels mit Essigsäure Download PDF

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DE102011118055B3
DE102011118055B3 DE102011118055A DE102011118055A DE102011118055B3 DE 102011118055 B3 DE102011118055 B3 DE 102011118055B3 DE 102011118055 A DE102011118055 A DE 102011118055A DE 102011118055 A DE102011118055 A DE 102011118055A DE 102011118055 B3 DE102011118055 B3 DE 102011118055B3
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Christine Widmann
August Obermeier
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WIDMANN, CHRISTINE, DE
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Obermeier - Widmann GbR (vertretungsberechtigte Gesellschafter August Obermeier 84419 Schwindegg Christine Widmann 92318 Neumarkt)
OBERMEIER WIDMANN GbR VERTRETUNGSBERECHTIGTE GESELLSCHAFTER AUGUST OBERMEIER
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N63/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing microorganisms, viruses, microbial fungi, animals or substances produced by, or obtained from, microorganisms, viruses, microbial fungi or animals, e.g. enzymes or fermentates
    • A01N63/20Bacteria; Substances produced thereby or obtained therefrom

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Abstract

Erfindungsgemäß wird ein Mittel mit mindestens zwei Komponenten, von denen eine erste Komponente Essigsäure ist und die zweite Komponente lebende Essigsäurebakterien sind, zum Bekämpfen von Unkraut verwendet.

Description

  • Hintergrund der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft eine Verwendung eines Mittels mit mindestens zwei Komponenten, von denen eine erste Komponente Essigsäure ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Unkrautbekämpfungsmittel mit mindestens zwei Komponenten, von denen eine erste Komponente Essigsäure ist.
  • Unkrautbekämpfungsmittel, sogenannte Herbizide sind Mittel zum Bekämpfen von Unkraut. Als Unkraut werden Pflanzen bezeichnet, die unerwünscht als Begleitvegetation in Gartenanlagen oder Kulturpflanzenbeständen, wie Ackerland und Grünland wachsen. Je nach Art des Unkrauts und nach Art der Nutzung kann durch die Unkrautpflanzen ein teilweise beträchtlicher wirtschaftlicher Schaden entstehen. Zudem sind aus zumindest ästhetischen Gründen Unkrautpflanzen, insbesondere in Rasenanlagen häufig nicht erwünscht.
  • Herkömmlich werden Unkrautpflanzen in der Regel mit Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Herbiziden bekämpft, die aufwändig und kostspielig entwickelt und hergestellt werden. Dabei muss als wichtiger Gesichtspunkt die Umweltverträglichkeit des einzelnen Pflanzenschutzmittels beachtet werden, damit ein ökologischer Schaden weitgehend vermieden wird.
  • Im Zuge der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln wurde auch die Verwendung von Essigsäure als Herbizid getestet und beschrieben. Essigsäure ist weit verbreitet und zudem ein Produkt des Stoffwechsels von pflanzlichen oder tierischen Organismen. Damit ist Essigsäure biologisch gut abbaubar, sodass eine gute Umweltverträglichkeit gegeben ist.
  • So offenbart die Druckschrift DE19645130C2 herbizide Mittel, die in einer wässrigen Losung eine Kombination aus Essigsäure, eines Fettalkoholpolyglykosids und Saccharose enthalten.
  • Zugrundeliegende Aufgabe
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstiges und umweltverträgliches Mittels zur Bekämpfung von Unkraut bereitzustellen.
  • Erfindungsgemäße Lösung
  • Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Verwendung eines Mittels zum Bekämpfen von Unkraut gelöst, das mit mindestens zwei Komponenten gestaltet ist, von denen eine erste Komponente Essigsäure ist und die zweite Komponente lebende Essigsäurebakterien sind.
  • Unkraut weist als Pflanze insbesondere Wurzeln, mindestens eine Sprossachse und Blätter auf. Die Blätter umfassen als Blatthaut eine Epidermis mit einer Schicht aus Zellen als Abschlussgewebe, die in der Regel eine verdickte Außenwand aufweist. Essigsäure ist die Carbonsäure CH3COOH mit der chemischen Summenformel C2H4O2, die nach IUPAC-Regelung als Ethansäure bezeichnet wird (IUPAC bedeutet ”International Union of Pure and Applied Chemistry”). Essigsäure ist farblos und flüssig. Zudem hat die Essigsäure eine ätzende Wirkung, sodass sie je nach Konzentration lebendes Gewebe zerstört und Oberflächen angreift. Die ätzende Wirkung der Essigsäure wird bei der erfindungsgemäßen Verwendung als Mittel zum Bekämpfen von Unkraut ausgenutzt. Wird die Essigsäure auf die Blätter der zu bekämpfenden Pflanze aufgebracht, so werden die Zellen in der Epidermis verätzt, die dadurch zumindest geschädigt oder sogar zerstört werden. Bevorzugt wird damit die Blatthaut weitgehend zerstört, teilweise sogar das gesamte Blatt.
  • Lebende Essigsäurebakterien bzw. lebende Essigsäurekulturen sind Bakterien, die aus Alkohol, insbesondere Ethanol mittels einer Verstoffwechselung an Luft, einer sogenannten aeroben Fermentation Essigsäure produzieren. Werden nun erfindungsgemäß zusätzlich zur Essigsäure lebende Essigsäurebakterien verwendet, so können die lebenden Essigsäurebakterien insbesondere durch die weitgehend zerstörte Blatthaut sofort in das einzelne Blatt eindringen. Dort können besonders vorteilhaft nachhaltig weitere Pflanzenorgane geschädigt werden, deren Funktionen lebenswichtig für die Pflanze sind. Die Pflanze stirbt also schneller ab.
  • Als weitere Pflanzenorgane befinden sich im Blatt vor allem verschiedene weitere Zellen, in denen für die Pflanzen lebenswichtige Stoffwechselvorgänge, insbesondere die Photosynthese ablaufen. Wird zumindest eines der genannten Pflanzenorgane geschädigt, so kann die Pflanze keine Assimilation, insbesondere keine Photosynthese mehr betreiben.
  • Darüber hinaus befinden sich im Blatt Blattkapillaren, die auch als Leitbündel bezeichnet werden. Diese Blattkapillaren transportieren Wasser und Mineralien aus den Wurzeln ins Blatt und Photosyntheseprodukte aus dem Blatt. Eine besonders nachhaltige Schädigung wird durch ein Eindringen der lebenden Essigsäurebakterien in die Blattkapillaren erreicht, da sich so die lebenden Essigsäurebakterien in der gesamten Pflanze verteilen und die Transportwege zerstören können. Besonders bevorzugt können die lebenden Essigsäurebakterien dabei sogar bis in die Wurzel eindringen und die Unkrautpflanze dadurch komplett zerstören.
  • Mit der erfindungsgemäßen zeitgleichen Verwendung von Essigsäure und lebender Essigsäurebakterien ist also ein sehr wirkungsvolles Unkrautbekämpfungsmittel geschaffen. Gerade die Wechselwirkung der beiden Komponenten mit den beschriebenen Bestandteilen der einzelnen Unkrautpflanze erzielt eine besonders effiziente Schädigung und eine Zerstörung von Unkraut. Damit ist eine starke und auch sehr lang anhaltende herbizide Wirkung erzielt.
  • Bei der erfindungsgemäßen Verwendung können die zwei Komponenten auch kurz nacheinander auf die zu bekämpfenden Pflanzen ausgebracht werden. Dabei wird bevorzugt als erste Komponente Essigsäure aufgebracht, um die beschriebene Wirkung zu erzielen. Besonders bevorzugt werden aber die genannten beiden Komponenten zeitgleich und zusammen auf die Unkrautpflanzen ausgebracht.
  • Dazu wird besonders bevorzugt eine Suspension von lebenden Essigsäurebakterien in Essigsäure verwendet. Der Begriff Suspension bezeichnet dabei allgemein ein heterogenes Stoffgemisch aus einer Flüssigkeit und einem darin fein verteilten Feststoff. Der fein verteilte Feststoff sind vorliegend die lebenden Essigsäurebakterien und die Flüssigkeit ist die Essigsäure.
  • Zu dieser Suspension wird bevorzugt Wasser gegeben, um einen Verdünnungseffekt zu erzielen. Wasser und Essigsäure lösen sich ineinander, sodass damit die Flüssigkeit der Suspension aus Essigsäure und Wasser gebildet ist. Wasser ist weit verbreitet sowie gut zu handhaben und weist keine umweltschädigende Wirkung auf.
  • Je nach gewünschter Verdünnung kann die Menge an Wasser variiert werden. Damit ist die gewünschte Konzentration je nach Art des Unkrauts und je nach Größe des Unkrauts besonders leicht einstellbar.
  • Die derartig gebildete Suspension wird zum Verwenden als Unkrautbekämpfungsmittel auf die zu bekämpfenden Pflanzen bevorzugt mittels einer geeigneten Sprüheinrichtung gesprüht. Damit wird die Suspension auf der Pflanze, insbesondere auf den Blättern fein verteilt, wodurch eine besonders schnelle Wirkung erzielt wird.
  • Vorteilhaft wird das erfindungsgemäße Unkrautbekämpfungsmittel zum Bekämpfen von Ampfer verwendet. Ampfer ist ein schnell wachsendes Unkraut und oft störend in Wiesen und Rasen. Beim bevorzugten Besprühen von mit Ampfer befallenen Wiesen mit dem erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittel wird der Ampfer selektiv geschädigt, besonders bevorzugt zerstört. Gräser und verholzte Pflanzen, insbesondere Bäume werden dabei nicht angegriffen. Damit ist ein einfaches, kostengünstiges und selektives Bekämpfen von Ampfer ermöglicht.
  • Darüber hinaus ist eine Verwendung des erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittels zum Bekämpfen von einzelnen Ampferpflanzen im Zuge einer Einzelpflanzenbehandlung Gegenstand der Erfindung.
  • Ferner wird das erfindungsgemäße Unkrautbekämpfungsmittel vorzugsweise zum Bekämpfen von Springkraut verwendet. Beim Applizieren mit dem erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittel wird das Springkraut ebenfalls selektiv geschädigt, da Gräser und verholzte Pflanzen nicht angegriffen werden. Auch eine Einzelpflanzenbehandlung ist hier Gegenstand der Erfindung.
  • Des Weiteren ist vorteilhaft eine Verwendung des erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittels zum Bekämpfen von Disteln vorgesehen. Auch beim Vorhandensein von Disteln werden diese nach dem Aufbringen des erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittels selektiv weitgehend zerstört. Damit ist ebenfalls sowohl eine flächendeckende als auch eine Einzelpflanzenbehandlung, je nach Bedarf, ermöglicht.
  • Darüber hinaus wird das erfindungsgemäße Unkrautbekämpfungsmittel zum Bekämpfen von Klee verwendet, besonders bevorzugt zum selektiven Bekämpfen von Klee. Klee ist oftmals störend im Rasen. Besonders vorteilhaft wird in diesem Falle das erfindungsgemäße Mittel breitflächig auf den Rasen gesprüht. Da das erfindungsgemäße Mittel selektiv zerstörend auf Klee wirkt, wird der Rasen nicht angegriffen. Das ermöglicht ein einfaches und kostengünstiges Bekämpfen von Klee.
  • Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Unkrautbekämpfungsmittel mit mindestens zwei Komponenten, von denen eine erste Komponente Essigsäure ist und die zweite Komponente lebende Essigsäurebakterien sind. Mit der Kombination der Essigsäure mit den lebenden Essigsäurebakterien werden bei deren Verwendung als Mittel zum Bekämpfen von Unkraut die bereits genannten Vorteile erzielt. Darüberhinaus sind die einzelnen Komponenten leicht herstellbar und damit sehr kostengünstig. Essigsäure wird zum einen großtechnisch chemisch hergestellt und zum anderen biotechnologisch aus Alkohol, insbesondere Ethanol mit Hilfe von Bakterien. Die dabei verwendeten Bakterien können auch als die erfindungsgemäß verwendeten lebenden Essigsäurebakterien verwendet werden.
  • Erfindungsgemäß ist vorzugsweise ein Unkrautbekämpfungsmittel geschaffen, bei dem die Essigsäure in einer Konzentration von 2 bis 30%, bevorzugt von 5 bis 20% und besonders bevorzugt von 10 bis 15% am Gesamtvolumen des Unkrautbekämpfungsmittels enthalten ist. Damit wird auf die unerwünschten Pflanzen eine entsprechend zerstörende Wirkung erreicht, ohne eine unerwünschte Schädigung der gewünschten Pflanzen, wie beispielsweise Gras zu verursachen.
  • Vorteilhaft kann, wie erwähnt, die Konzentration der Essigsäure je nach Bedarf durch ein Verdünnen des Unkrautbekämpfungsmittels mit bevorzugt Wasser eingestellt werden.
  • Vorteilhaft sind in dem erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittel die lebenden Essigsäurebakterien in einer Konzentration von 10 × 106 bis 90 × 106, bevorzugt von 15 × 106 bis 50 × 106 und besonders bevorzugt von 18 × 106 bis 22 × 106 Essigsäurebakterien pro Milliliter Gesamtvolumen des Unkrautbekämpfungsmittels enthalten. Mit dieser Konzentration an lebenden Essigsäurebakterien ist ein optimales Zusammenwirken mit der zum Bekämpfen von Unkraut ebenfalls eingesetzten Essigsäure in ihrer erfindungsgemäßen Konzentration erreicht.
  • Ferner ist im erfindungsgemäßen Unkrautbekämpfungsmittel als weitere Komponente vorteilhaft Alkohol beinhaltet. Der Alkohol ist besonders bevorzugt Ethanol. Insbesondere Ethanol dient als Ausgangsstoff für eine sogenannte Essigsäuregärung, die von den lebenden Essigsäurebakterien in einer aeroben Fermentation bzw. Verstoffwechselung durchgeführt wird. Bei der Verstoffwechselung wird insbesondere aus Ethanol Essigsäure gebildet.
  • Diese Verstoffwechselung findet nahezu nicht statt, solange das Unkrautbekämpfungsmittel weitgehend unter Ausschluss von Luft, beispielsweise in einem verschlossenen Behälter, anaerob gelagert wird. Sobald das erfindungsgemäße Mittel zum Bekämpfen von Unkraut ausgebracht, insbesondere aufgesprüht wird, tritt Luft zu und die beschriebene Verstoffwechselung kann starten.
  • Derart gestartet, läuft die Verstoffwechselung an und auf den Blättern der einzelnen Unkrautpflanze ab, sodass dort mit dem Bilden der Essigsäure der Essigsäuregehalt erhöht wird, der zum Schädigen der einzelnen Unkrautpflanze dient. Darüber hinaus vermehren sich bei der genannten Verstoffwechselung die lebenden Essigsäurebakterien, womit auch deren Gehalt erhöht wird. Dieser erhöhte Anteil der lebenden Essigsäurebakterien schädigt besonders stark die einzelne Unkrautpflanze. Die lebenden Essigsäurebakterien sind darüberhinaus durch den erfindungsgemäß vorhandenen Alkohol besonders aktiviert und vermehrungsfreudig. Damit ist insgesamt besonders vorteilhaft ein aktives, hochvitales und hochwirksames Unkrautbekämpfungsmittel geschaffen.
  • Besonders vorteilhaft ist gemäß der Erfindung ein Unkrautbekämpfungsmittel gebildet, dass als weitere Komponente Zucker beinhaltet. Der Zucker dient bevorzugt als Haftmittel nach dem Ausbringen des Unkrautbekämpfungsmittels auf die entsprechenden Pflanzen. Besonders bevorzugt wird dort der Zucker von bevorzugt vorhandenen Mikroorganismen zu Alkohol, insbesondere Ethanol abgebaut. Dieser Alkohol kann seinerseits wieder von den lebenden Essigsäurebakterien zu Essigsäure umgesetzt werden, was dann zu einer verstärkten Aktivierung der lebenden Essigsäurebakterien führt.
  • Alternativ kann der Zucker auch chemisch gebunden in langkettiger Form als Stärke vorliegen. Damit ist zumindest eine haftende Wirkung erzielt.
  • Insgesamt ist erfindungsgemäß eine einfache und sehr wirksame Verwendung eines Mittels zum Bekämpfen von Unkraut geschaffen, die ökologisch unbedenklich ist. Besonders bevorzugt wird ein Unkrautbekämpfungsmittel mit allen genannten Komponenten Essigsäure, lebende Essigsäurebakterien, Alkohol und Zucker verwendet, da in dieser Kombination eine insgesamt unerwartet hohe und außergewöhnlich starke Wirkung erreicht wird.
  • Kurzbeschreibung der Zeichnungen
  • Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Lösung anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt die Fig. eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Lösung.
  • Detaillierte Beschreibung des Ausführungsbeispiels
  • Die Fig. veranschaulicht vereinfacht ein Mittel 10 zum Bekämpfen von Unkraut bzw. Unkrautbekämpfungsmittel 10, das folgende Komponenten beinhaltet: Essigsäure 12, lebende Essigsäurebakterien 14, Alkohol 16 und Zucker 18. Als zusätzliches Lösungsmittel ist vorliegend Wasser 20 verwendet worden.
  • Die Essigsäure 12 bzw. Ethansäure mit der chemischen Halbstrukturformel CH3COOH und der chemischen Summenformel C2H4O2, liegt in einer Konzentration von 10% am Gesamtvolumen des Mittels 10 vor.
  • Die lebenden Essigsäurebakterien 14 sind mit einer Anzahl von etwa 20 × 106 Bakterien pro Milliliter Gesamtvolumen des Mittels 10 beinhaltet.
  • Der Alkohol 16 ist Ethanol (CH3CHCOH) mit der chemischen Summenformel von C2H6O. Die Konzentration des Ethanols 16 beträgt: 0,01 bis 0,90 Volumenprozent.
  • Der Zucker 18 ist vorliegend aus Einfach- und Mehrfachzuckern gebildet. Die Konzentration der Einfach- und Mehrfachzucker beträgt: 0,1 bis 2,5 Volumenprozent.
  • Mit den genannten Komponenten 10, 12, 14, 16, 18 und 20 ist das Mittel 10 eine Suspension.
  • Diese Suspension wird bevorzugt folgendermaßen gewonnen: Zur Produktion wird etwa 15%-iger Ethanol mit Essigsäurebakterien versetzt. In einer darauf folgenden aeroben Fermentation, der sogenannten Essigsäuregärung, vermehren sich die Essigsäurebakterien und verstoffwechseln Ethanol zu Essigsäure. Es entsteht eine milchig trübe Lösung, die filtriert wird, besonders bevorzugt mittels Feinstfiltration. Als Filtrat wird ein klarer Essig erhalten. Als Rückstand bleibt die Suspension aus Essigsäure 12 und lebenden Essigsäurebakterien 14 sowie oftmals Restalkohol 16, Wasser 20, Restzucker 18 und/oder Stärke. Vorliegend wurde eine Suspension aus den bereits genannten Stoffen gewonnen.
  • Die derart gewonnene Suspension wird als Mittel 10 zum Bekämpfen von Unkraut verwendet und dazu mit einer Sprühvorrichtung 22, vorliegend mit einem geeigneten Pflanzenschutzgerät auf die zu bekämpfenden Pflanzen aufgesprüht. Dazu wird die Suspension 10 unverdünnt bevorzugt mit einer Aufwandmenge von 1 bis 10 Milliliter pro Pflanze ausgebracht. Alternativ wird die Suspension 10 bei Bedarf gegebenenfalls verdünnt ausgebracht. Bevorzugt ist hier eine Verdünnung in einem Verhältnis von Suspension zu Wasser von 50 zu 50 mit einer Aufwandmenge von 5 bis 15 Milliliter pro Pflanze.
  • Dabei werden jeweils selektiv Ampfer 24, Springkraut 26, Distel 28 und Klee 30 zerstört, Gras und verholzte Pflanzen, insbesondere Bäume werden bevorzugt nicht angegriffen.
  • Abschließend sei angemerkt, dass sämtlichen Merkmalen, die in den Anmeldungsunterlagen und insbesondere in den abhängigen Ansprüchen genannt sind, trotz dem vorgenommenen formalen Rückbezug auf einen oder mehrere bestimmte Ansprüche, auch einzeln oder in beliebiger Kombination eigenständiger Schutz zukommen soll.
  • Bezugszeichenliste
  • 10
    Mittel zum Bekämpfen von Unkraut
    12
    Essigsäure
    14
    lebende Essigsäurebakterien
    16
    Alkohol
    18
    Zucker
    20
    Wasser
    22
    Bekämpfen mittels Sprühvorrichtung
    24
    Ampfer
    26
    Springkraut
    28
    Distel
    30
    Klee

Claims (10)

  1. Verwendung eines Mittels (10) mit mindestens zwei Komponenten (12, 14), von denen eine erste Komponente Essigsäure (12) ist und die zweite Komponente lebende Essigsäurebakterien (14) sind, zum Bekämpften (22) von Unkraut, bei dem die lebenden Essigsäurebakterien (14) in einer Konzentration von 10 × 106 bis 90 × 106 Essigsäurebakterien pro Milliliter Gesamtvolumen des Mittels (10) enthalten sind.
  2. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1, zum Bekämpfen (22) von Ampfer (24).
  3. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1 oder 2, zum Bekämpfen (22) von Springkraut (26).
  4. Verwendung eines Mittels nach einem der Ansprüche 1 bis 3, zum Bekämpfen (22) von Distel (28).
  5. Verwendung eines Mittels nach einem der Ansprüche 1 bis 4, zum Bekämpfen (22) von Klee (30).
  6. Unkrautbekämpfungsmittel (10) mit mindestens zwei Komponenten (12, 14), von denen eine erste Komponente Essigsäure (12) ist und die zweite Komponente lebende Essigsäurebakterien (14) sind, bei dem die lebenden Essigsäurebakterien (14) in einer Konzentration von 10 × 106 bis 90 × 106 Essigsäurebakterien pro Milliliter Gesamtvolumen des Unkrautbekämpfungsmittels (10) enthalten sind.
  7. Unkrautbekämpfungsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Essigsäure (12) in einer Konzentration von 10 bis 15% am Gesamtvolumen des Unkrautbekämpfungsmittels (10) enthalten ist.
  8. Unkrautbekämpfungsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die lebenden Essigsäurebakterien (14) in einer Konzentration von 15 × 106 bis 50 × 106 Bakterien pro Milliliter Gesamtvolumen des Unkrautbekämpfungsmittels (10) enthalten sind.
  9. Unkrautbekämpfungsmittel nach einem der Ansprüche 8 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass als weitere Komponente Alkohol (16) beinhaltet ist.
  10. Unkrautbekämpfunsmittel nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass als weitere Komponente Zucker (18) beinhaltet ist.
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