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Die Erfindung betrifft ein mehrfunktionales System zur Aufrechterhaltung des Körperzustands und der optimalen Kondition eines Lebewesens, vorzugsweise eines Menschen, wobei Körperpartien unter Einwirkung von Druck und fluiden Medien stimuliert werden.
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Zur Beeinflussung des Körperzustands von Menschen für therapeutische, sportliche oder kosmetische Zwecke sind sowohl aktiv als auch passiv nutzbare Vorrichtungen bekannt, die beispielsweise als Ganzkörperanzug, Hose, Weste oder Manschette in steifer oder flexibler Form ausgebildet sein können.
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Insbesondere bei passiv nutzbaren Vorrichtungen ist die Anwendung von pulsierendem Druck allein oder in Kombination mit Wärmebeaufschlagung zur Stimulation von Körperpartien bekannt.
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In der
DE 603 07 681 T2 wird eine Vorrichtung in starrer Ausführung zur örtlichen Anwendung von pulsierendem Druck auf lokale Bereiche des Körpers eines Patienten beschrieben, die den Blutfluss in diesen Bereichen erhöht. Hierbei ist ein Gliedmaß des Körpers von einer Druckkammer umgeben, welcher temperierte Flüssigkeit zugeführt wird, mittels derer die Druckimpulse auf das Gliedmaß übertragen werden, wobei die Druckimpulse in einem Luftspalt zwischen der Flüssigkeit und der Wand der Druckkammer durch Variieren des Drucks in dem Luftspalt erzeugt werden. Zur Minimierung des Unbehagens für den Patienten können dem Wasser Additive, beispielsweise in Form von Schmerzmitteln oder lokal wirkenden Anesthesiemitteln zugesetzt werden. Dabei wird der Blutfluss unter dem Einfluss des pulsierenden Drucks gemessen.
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Aus der
WO2002/058618 ist ebenfalls ein therapeutisches Gerät in starrer Ausführung zur Massage von Körperpartien bekannt, in welchem eine Druckbelastung von Körperteilen durch diverse Flüssigkeiten mit aktiven Zusätzen erfolgt.
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Ebenfalls bekannt aus der
EP 1 518 524 A1 sind eine Methode und ein flexibler Anzug zur äußerlichen Fluidbehandlung eines menschlichen oder tierischen Körpers zum Zwecke der Reinigung und Massage, wobei Druck und Temperatur gemessen werden, um den Reinigung- und Massagevorgang zu steuern. Der Vorgang einer aktiven mechanischen Massage wird durch eine pulsende Beaufschlagung eines Kammersystems, welches innerhalb des flexiblen Anzugs angeordnet ist, mit einem fließenden Fluid erreicht.
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DE 10 2008 019 647 offenbart eine Vorrichtung zur Diagnose, Ausführung und/oder Regulierung physiologischer Funktionen, insbesondere eine Vorrichtung zur Regulierung der Körpertemperatur, des peripheren Blutvolumens, der peripheren Durchblutung, zur Prüfung der Herzfunktion und/oder zur mechanischen Beatmung insbesondere bei einem anästhesierten Patienten. Dabei sind eine Druckeinrichtung (
10), ein Druckerhöhungsmittel (
21) und Druckerniedrigungsmittel (
22) und eine Steuereinrichtung (
30) vorgesehen, mit der über die Druckerhöhungsmittel (
21) und die Druckerniedrigungsmittel (
22) der Druck in der Druckeinrichtung (
10) kontinuierlich steuerbar ist. Damit werden zumindest teilweise die Auswirkungen einer Anästhesieeinleitung kompensiert. Es kann mittels der Umverteilung des zirkulierenden Blutvolumens durch externe Kompression entgegengewirkt werden. Gleichzeitig wird auch die Patientenkerntemperatur auf Normalwerten gehalten oder aber auch gezielt gesenkt oder erhöht, indem beispielsweise laufend ausgetauschte temperierte Luft oder temperierte Flüssigkeit als Druckmedium verwendet wird. Zudem ist auch eine diagnostische Anwendung möglich, um festzustellen, ob das Herz des Patienten auf eine Volumengabe reagierend. Durch die entweder therapeutische oder auch diagnostische Kompression z. B. der Extremitäten oder auch der unteren Körperhälfte kommt es zu einer Zunahme des venösen Rückstroms und Erhöhung der Vorlast des Herzens, wodurch beim volumenresponsiven Herzen das Schlagvolumen steigt. Andererseits kann die Indikation zur Gabe von herz- bzw. kreislaufwirksamen Medikamenten gestellt werden.
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DE 101 49 418 A1 offenbart ein Fitnessgerät in Form eines Bekleidungsstückes, mit wenigstens einer in einem Stimulationsbereich auf die Hautoberfläche eines Trägers des Fitnessgeräts einwirkenden Hautstimulationseinrichtung, durch die in einem Unterdruckzustand im Stimulationsbereich ein Unterdruck erzeugbar ist. Die fitnesssteigernde Wirkung kann mehrere Hautstimulationseinrichtungen aufweisen, die mit der Steuereinrichtung verbunden sind und unabhängig voneinander vom Unterdruckzustand in den Überdruckzustand überführbar sind. Hierdurch erfolgt mittels einer unabhängigen Ansteuerung der Hautstimulationseinrichtungen eine Anpassung des stimulierten Hautbereichs an die Körperverhältnisse des Trägers des Fitnessgeräts, wodurch bestimmte Problemzonen gezielt beeinflusst werden können.
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DE 195 29 500 C2 offenbart ein Verbundgewebe mit Memory-Metall, wobei Fäden bzw. Drähte aus Memory-Metall bzw. einer Legierung mit Formgedächtniseigenschaften in ein flächiges Stoffgewebe eingearbeitet werden und sich hierdurch ein flächiges Verbundgewebe ergibt, welches Anwendung in der Medizin, Aero- und Raumfahrttechnik findet.
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Bei der Verwendung des Verbundgewebes in einem Press- bzw. Stützverband wird beispielsweise die Metalllegierung für die Memory-Drähte so ausgewählt, dass die Temperatur As bei der die Längenkontraktion der Fäden bei Temperaturerhöhung einsetzt, größer als die durchschnittliche Körpertemperatur des Körperteils ist, an den der Press- bzw. Stützverband angelegt wird. Damit wird erreicht, dass der Press- bzw. Stützverband in entlastetem Zustand angelegt werden kann. Ist der Press- bzw. Stützverband in entsprechender Weise appliziert, so kann durch Erhöhung der Temperatur über die Temperatur As hinaus gezielt die Kontraktion und damit die Druckerhöhung eingeleitet werden.
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DE 36 441 96 A1 betrifft einen innerseitlich noppenbesetzten Fitness- und Schwitzanzug, der im häuslichen Bereich oder im Freien im Zusammenhang mit Bewegungsübungen oder Jogging einen gesundheitsfördernden Effekt erzielt. Die kleinen Noppen sind aus Weichgummi oder sehr weichem gummiähnlichem Material ausgebildet, um gleichzeitig eine ganzkörperliche Massagewirkung hervorzurufen. Durch die Anordnung der Noppen auf der gesamten innerseitlichen Oberfläche des Anzugs wird dieser allseitig auf einer kleinen Distanz zur Haut halten, um eine normale Hautatmung durch die zwischen Haut und innerseitlicher Oberfläche liegenden Luftschicht zu ermöglichen. Gleichzeitig wird durch diese Distanz des Anzuges zur Haut die Bewegungsfreiheit in keinem Masse eingeschränkt. Weiterhin massieren die allseitig angeordneten Noppen bei normalen Fitness- oder Joggingübungen die gesamte Hautoberfläche, wodurch der Stoffwechsel und die Hauttranspiration angeregt werden.
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Aus
US 2002/0010446 A1 ist ein Bekleidungsstück bekannt, welches zur Umspülung eines Körpers, beispielsweise eines behinderten Patienten geeignet ist. Hierbei kann temperiertes Wasser zu allen Körperabschnitten mittels flexibler Rohrleitungssysteme transportiert werden und hinsichtlich ihrer Kontaminierung kontrolliert werden. Über einen Reinigungs- und Desinfektionsmechanismus kann die Reinigungsflüssigkeit aufbereitet werden.
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Obwohl bereits flexible Anzüge bekannt sind, bei denen sowohl eine Reinigung als auch eine Massage von Lebewesen erfolgt, ist es wünschenswert, die Effektivität derartiger Anzüge in Abhängigkeit vom jeweiligen Zustand des Lebewesens und dessen Bewegungsmöglichkeiten zu verbessern.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine flexible Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, die abhängig vom Befinden des Individuums hinsichtlich ihrer Massage- und Reinigungsfunktionen steuerbar ist.
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Gelöst wird diese Aufgabe mit einem mehrfunktionalen System nach Anspruch 1. Bevorzugte Ausgestaltungen und Verwendungen des mehrfunktionalen Systems sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
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In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst das mehrfunktionale System zur Aufrechterhaltung des Körperzustands und der optimalen Kondition eines Lebewesens, vorzugsweise eines Menschen, zumindest ein flexibles Bekleidungsstück mit einer ersten Oberfläche und einer zweiten Oberfläche, ein erstes flexibles Röhrensystem für ein erstes Fluid, vorzugsweise Wasser, ein zweites flexibles Röhrensystem für ein zweites Fluid, vorzugsweise Luft, flexible Einbauten, die an der zweiten Oberfläche angeordnet sind, Sensoreinheiten zur Erfassung des Belastungszustands des Lebewesens, erste Mittel zur Bereitstellung des Fluids, zweite Mittel zur Bereitstellung des Fluids und ein rechnergestütztes System, mit dem zumindest die Mittel über die Sensoreinheit kontinuierlich ansteuerbar sind.
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Das mehrfunktionale System, welches vorzugsweise ein flexibler Anzug ist, hat den Vorteil, dass mehrere Funktionen gleichzeitig ausübbar sind, beispielsweise:
- – ein Umspülen und/oder Reinigen eines in dem System befindlichen Organismus in Form eines menschlichen oder tierischen Körpers, indem dieser Körpers durch Zufuhr eines Fluids, beispielsweise in Form von temperiertem Wasser, mittels flexibler Röhrensysteme an allen Körperabschnitten umspült wird, wobei ein anschließendes Absaugen des Fluids erfolgen kann, wobei ein Reinigungs- oder Filtrationsmechanismus vorgesehen sein kann, welcher beispielsweise als ein geschlossener Kreislauf ausgeführt ist und wobei das Fluid einer Qualitätskontrolle unterzogen wird,
- – Körperübungen, indem methodisch ausgearbeitete individuelle Körperübungen mit angemessener Belastung entsprechend des Körperzustands des Organismus ausübbar sind, wobei eine Anpassung der Belastung durch eine Änderung der Formfestigkeit des Anzugs erfolgen kann, indem eine Zu- oder Abnahme des Drucks im luftgefüllten Röhrensystem des Anzugs einstellbar ist,
- – eine Massage des Organismus, indem ein ungehinderter Zugang eines Fluids zur gesamten Körperfläche in Direktkontakt ermöglicht wird, derart, dass mittels flexibler Distanzelemente, die an der Innenseite des Anzugs beabstandet und vorzugsweise auf der gesamten Innenseite des Anzugs verteilt, angeordnet sind, ein definierter Zwischenraum zwischen der Körperoberfläche des Organismus und der Innenseite des Anzugs einstellbar ist, wobei die Distanzelemente während der Körperübungen eine Massage auf den Organismus ausüben,
- – eine Parametererfassung während des Betriebs des Systems, wobei eine ständige Kontrolle aller Parameter des Körperzustands des Organismus mittels bekannter Geräte und Sensoren erfolgen kann, indem diese Parameter in Echtzeit erfasst werden können und diese Daten zur computergesteuerten Veränderung bzw. Anpassung der Belastungszustände für die Umspülung, die Reinigung, die Körperübungen oder Massage verwendet werden können.
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Dabei bildet die erste Oberfläche eine äußere, dem Organismus abgewandte Seite des Systems oder Anzugs und die zweite Oberfläche eine dem Organismus zugewandte Seite, das heißt die Innenseite des Anzugs.
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Das erfindungsgemäße System kann als flexibler atmungsaktiver Anzug ausgerüstet sein und durch feuchtigkeits- und schweißsabsorbierende oder desinfizierend wirkende Zusätze dauerhaft von dem Organismus genutzt werden. Durch die kompakte Bauweise und den implementierten Reinigungsmechanismus ist das mehrfunktionale System beispielsweise für den Einsatz in Raumstationen geeignet. Weitere Vorteile bestehen in der Sparsamkeit bezüglich des Medienverbrauchs.
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Der flexible Anzug oder Teile davon kann aus einem Material oder unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Einsetzbar sind hierbei Materialien und Kombinationen aus der Gruppe:
- – Kunststoffe, vorzugsweise Folien, Gewebe, Gewirke, Vliesstoffe auf der Basis von Polyamid, Polyester, Polyolefinen, besonders bevorzugt Polyethylen- oder Polypropylen-basiert,
- – natürliche Fasern, vorzugsweise Leinen, Baumwolle, Seide, Hanf und ähnliches,
- – hierauf basierende funktional eingestellte Fasern, die beispielsweise metallische oder keramische Bestandteile aufweisen oder
- – keramische Fasern, deren Funktionalität durch Zugabe der zuvor genannten Materialien eingestellt worden ist.
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In einer Weiterbildung des mehrfunktionalen Systems ist vorgesehen, dass das flexible Kleidungsstück ein Ganzkörperanzug ist. Hierdurch kann beispielsweise eine ganzkörperliche Umspülung oder Reinigung oder Massage eines Organismus erfolgen.
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Vorteilhafterweise ist das mehrfunktionale System als flexibles Kleidungsstück in Form einer Hose, eines Jacketts, einer Arm- oder Beinmanschette ausgestattet. Hierdurch sind beispielsweise an verschiedenen Abschnitten eines Körpers gleich- oder unterschiedlich geartete Wasch- und/oder Massagevorgänge möglich, wenn beispielsweise nur definierte Bereiche eines Organismus beansprucht werden sollen. Zudem ist ein mehrteiliges System, welches differenziert einstellbar ist, in Bezug auf den Zustand eines Individuums flexibler einsetzbar. So können beispielsweise im Bereich der Hose andere Parameter für den Druck, die Temperatur oder die Durchflußrate eines Fluids eingestellt werden, als dieses im Bereich des Jacketts oder der Armmanschetten erforderlich ist. Eventuell sind auch Gradienten dieser Parameter einstellbar, die zu einer besseren Regenerierung eines Organismus führen können.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das mehrfunktionale System flexible Einbauten, die beispielsweise in Form von Rippen oder Noppen in beliebiger Geometrie, Anzahl und Anordnung auf der inneren Oberfläche des flexiblen Anzugs ausgebildet sind, aufweist. Diese können sowohl als aktive als auch als passive Massagemittel dienen.
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Als aktive Massagemittel werden alle flexiblen Einbauten verstanden, die allein durch die Bewegung des Individuums auf dessen Körperoberfläche einen Massageeffekt erzeugen. Natürlich können diese flexiblen Einbauten auch durch Druckerzeugung, beispielsweise durch pulsierende Druckstöße zur Massage genutzt werden und den Massageeffekt dadurch verbessern. In Abhängigkeit vom körperlichen Zustand eines Individuums kann der Massageeffekt ausschließlich durch beispielsweise Druckimpulse erfolgen, wobei sich das Individuum passiv verhält.
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Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das mehrfunktionale System erste Mittel mit zumindest einer Filteranlage auf.
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In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das mehrfunktionale System zweite Mittel, die zumindest eine Druckerzeugungseinheit umfassen.
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Vorzugsweise ist in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in dem mehrfunktionalen System das erste flexible Röhrensystem mit den ersten Mittel als geschlossener Kreislauf ausgebildet.
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Weiterhin bevorzugt ist in einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in dem mehrfunktionalen System das zweite flexible Röhrensystem mit dem zweiten Mittel als geschlossener Kreislauf ausgebildet.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass in dem mehrfunktionalen System das zweite flexible Röhrensystem mit dem zweiten Mittel und den flexiblen Einbauten derart zusammenwirkt, dass ein pulsierender Druck erzeugbar ist und die Formfestigkeit des flexiblen Bekleidungsstücks hierdurch veränderbar ist.
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Vorteilhafterweise ist bei dem mehrfunktionalen System vorgesehen, dass das erste Fluid bekannte Zusätze enthält, vorzugsweise für Reinigungs- und therapeutische Zwecke.
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Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das mehrfunktionale System in einem
- – Raumanzug oder Druckanzug, vorzugsweise für Astronauten oder Piloten,
- – Massage- oder Fitnessanzug,
- – Schwitzanzug oder
- – therapeutischen Anzug, einer Hose, einem Jackett, einer Arm- oder Beinmanschette vorzugsweise zur Behandlung von Hautverletzungen, Ödemen, Zellulitis, Gelenkverletzungen und ähnliches
verwendet werden.
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Eine bevorzugte Ausführungsformwird beispielhaft unter Bezugnahme auf die 1 beschrieben.
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Es zeigt:
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1 eine schematische Darstellung eines mehrfunktionalen Systems.
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In 1 wird eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung in Form eines mehrfunktionalen Systems gezeigt. Dieses mehrfunktionale System zur Aufrechterhaltung des Körperzustands und der optimalen Kondition eines Lebewesens, vorzugsweise eines Menschen, umfasst zumindest ein flexibles Bekleidungsstück 1 mit einer äußeren Oberfläche 2, die in der Einzelheit „A” dargestellt ist und einer inneren Oberfläche 3, ein erstes flexibles Röhrensystem 5 für ein erstes Fluid, vorzugsweise Wasser, ein zweites flexibles Röhrensystem 6a und 6b für ein zweites Fluid, vorzugsweise Luft, flexible Einbauten 4, die an der inneren Oberfläche 3 angeordnet sind, eine oder mehrere Sensoreinheiten 11 zur Erfassung des Belastungszustands des Lebewesens, erste Mittel 14 zur Bereitstellung des ersten Fluids, zweite Mittel 13 zur Bereitstellung des zweiten Fluids und ein rechnergestütztes System 17, mit dem zumindest die Mittel 13 und 14 über die Sensoreinheit 11 kontinuierlich ansteuerbar sind. Hierbei ist das mehrfunktionale System mit einem flexiblen Kleidungsstück in Form eines Ganzkörperanzugs ausgebildet, der im vorderen Bereich einen hermetischen Vorderverschluss 8 und im Rückenbereich einen hermetischen Rückenverschluss 8 (in 1 nicht gezeigt) aufweist. Zusätzlich sind Anschlüsse 12a der Sensoreinheiten vorgesehen, die über Verbindungsleitungen 12b in Verbindung mit dem rechnergestützten System 17 zum Monitoring des Individuums bzw. des Organismus stehen. Über ein Programm für das mehrfunktionale System kann aufgrund der Angaben über den Zustand des Individuums oder des Organismus oder von Bestandteilen des Organismus, die von der Sensoreneinheit 11 als Parameter erfasst werden, zeitnah die Funktionsweise und Intensität der Pumpen 13, 14 und 15 sowie der Regenerieranlage 16 gesteuert werden.
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Die Einzelheit „A” zeigt den schematischen Aufbau des Bekleidungsstücks im Querschnitt. Vorzugsweise, jedoch nicht darauf beschränkt, umfasst das Bekleidungsstück eine Außenhülle 2a und eine Innenhülle 3a, die eine Kammer 2b bilden. In diese Kammer 2b kann über flexible Schläuche 6b ein zweites Fluid, bevorzugt Luft eingebracht werden. Ebenfalls kann der Innenraum des flexiblen Anzugs im Bereich zwischen der Hülle 3a und der Oberfläche des Organismus mit dem zweiten Fluid über flexible Schläuche 6a beaufschlagt werden. Vorzugsweise erfolgt jedoch in diesem Bereich eine Beaufschlagung mit dem ersten Fluid, besonders bevorzugt mit Wasser über flexible Schläuche 5. Die Kammer 2b kann über eine Pumpe 13 mittels der Leitung 6b mit Luft versorgt werden. Dabei können die Kammer 2a und der Innenraum des Anzugs mit unterschiedlich eingestelltem Medien-Druck beaufschlagt werden. Insbesondere ist vorgesehen, die Hülle 3a mittels der Kammer 2b mit pulsierendem Druck zu beaufschlagen.
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Der durch die auf der Innenseite 3 des Anzugs 1 angeordneten flexiblen Einbauten 4 entstehende Zwischenraum zwischen der Körperoberfläche eines Individuums, beispielsweise eines Menschen und der Innenseite 3 des Anzugs 1 kann eine Flüssigkeit aufnehmen, die entweder nach einem einmaligen Spül- oder Reinigungs- oder Desinfektionsvorgang über Schläuche 9 zur Abfuhr der Flüssigkeit entsorgt werden kann oder über eine zweite Pumpe 15 einer Regenerieranlage 16 zugeführt wird. Zur Abdichtung des Bekleidungsstücks zum Individuum hin ist eine Halsdruckmanschette 7 vorgesehen, die verhindert, dass die Flüssigkeit ungewollt aus dem Bekleidungsstück austreten kann. Nach der Aufbereitung der Flüssigkeit kann diese der ersten Pumpe 14 zugeführt werden und über die Leitung 5 erneut in das flexible Bekleidungsstück eingebracht werden. Je nach Anwendungszweck kann die Flüssigkeit beliebig im Kreislauf gefahren werden.
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Es ist zudem eine Überströmventil 10 vorgesehen, welches beispielsweise im oberen Bereich des flexiblen Bekleidungsstücks angeordnet sein kann. Hierdurch wird eine Spülung oder Reinigung des Innenbereichs des Bekleidungsstücks ermöglicht, um beispielsweise- nach der Beendigung eines Reinigungsprozesses am menschlichen Körper Spülflüssigkeitsreste aus dem Bekleidungsstück zu entfernen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Flexibles Bekleidungsstück
- 2
- äußere Oberfläche des flexiblen Bekleidungsstücks
- 2a
- äußere Hülle des Bekleidungsstücks
- 2b
- Kammer zur Aufnahme des zweiten Fluids
- 3
- innere Oberfläche des flexiblen Bekleidungsstücks
- 3a
- innere Hülle des Bekleidungsstücks
- 4
- flexible Einbauten (Rippen, Noppen)
- 5
- erstes flexibles Röhrensystem für erstes Fluid (vzw. Wasser)
- 6a, 6b
- zweites flexibles Röhrensystem für zweites Fluid (vzw. Druckluftschläuche)
- 7
- Halsdruckmanschette
- 8
- Hermetischer Vorder- und Rückenverschluss
- 9
- Wasserabfuhrschläuche zur Absaugpumpe und Regenerieranlage
- 10
- Überströmventil
- 11
- Sensoreneinheit für Zustandsparameter des Organismus
- 12a
- Anschlüsse der Sensoreneinheit für Zustandsparameter des Organismus
- 12b
- Verbindungsleitungen zwischen Sensoreneinheiten dem rechnergestützten System
- 13
- Pumpe für zweites Fluid (Luftpumpe)
- 14
- erste Pumpe für erstes Fluid (Wasserpumpe)
- 15
- zweite Pumpe für erstes Fluid (Wasserpumpe zum Abpumpen der Spülflüssigkeit)
- 16
- Regenerieranlage für erstes Fluid (Flüssigkeit, Wasser)
- 17
- Rechnergestütztes System für das Monitoring des Organismus
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 60307681 T2 [0004]
- WO 2002/058618 [0005]
- EP 1518524 A1 [0006]
- DE 102008019647 [0007]
- DE 10149418 A1 [0008]
- DE 19529500 C2 [0009]
- DE 3644196 A1 [0011]
- US 2002/0010446 A1 [0012]