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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft Schutzhandschuhe, insbesondere elastische, polymere Schutzhandschuhe mit textilem Innenfutter, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
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Hintergrund der Erfindung
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Durch die Verfügbarkeit einer Vielzahl von geeigneten Polymeren ist es möglich, Schutzhandschuhe für eine Großzahl von chemischen Stoffklassen zu erhalten. So können je nach eingesetztem Polymer oder polymerem Verbundmaterial hohe Permeationszeiten für unterschiedliche Stoffklassen erzielt werden. Insbesondere Elastomere wie Isoprenkautschuke zeigen dabei auch eine geringe Gaspermeabilität, was unter Sicherheitsaspekten gewünscht ist. Demgemäß sind Schutzhandschuhe aus polymeren Materialien jedoch nicht atmungsaktiv, d. h. die durch das Schwitzen gebildete Feuchtigkeit verbleibt im Handschuh. Dies beeinträchtigt den Tragekomfort, insbesondere bei langen Tragedauern, eines solchen Schutzhandschuhs erheblich. Zur Verbesserung der Trageeigenschaften, insbesondere zur Aufnahme der Feuchtigkeit, werden daher in der Praxis textile Innenhandschuhe eingesetzt. Die Verwendung eines textilen Innenhandschuhs und eines separaten polymeren Schutzhandschuhs ist jedoch aus praktischen Gesichtspunkten unvorteilhaft. So dauert zum einen das Anziehen von Innen- und Schutzhandschuh relativ lange. Zum anderen ist durch die Verwendung zweier Handschuhe die Gesamtdicke der Handschuhkombination relativ groß, was sich nachteilig auf die Tastempfindlichkeit auswirkt. Ebenfalls besteht zwischen textilem Innenhandschuh und polymeren Handschuh meist Spiel, was sich ebenfalls nachteilig auf die Tastempfindlichkeit auswirkt.
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Daher besteht ein Interesse an polymeren Schutzhandschuhen mit einem fixierten Textilfutter. Aus dem Stand der Technik sind dabei Schutzhandschuhe bekannt, bei denen das Textilfutter in den polymeren Schutzhandschuh eingeklebt wird, d. h. es wird ein Haftvermittler zur Fixierung des Futters im Handschuh verwendet. Textiles Futter und polymeres Material weisen demnach keine gemeinsame Phasengrenze auf und die Haftung erfolgt über die Adhäsions- und Kohäsionskräfte des Haftvermittlers, beispielsweise eines Klebers. Nachteiliger Weise ist die Verklebung aufwändig und es lassen sich textiles Futter und polymerer Handschuh relativ leicht voneinander lösen. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn der Haftvermittler im Laufe der Tragedauer ausgewaschen wird oder sonstigen äußeren Einflüssen unterliegt.
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Ein Schutzhandschuh aus einem Verbundmaterial aus textilem Gewirk und polymerer Schicht weisen dagegen eine stärkere Haftung zwischen textilem Gewirk und polymerer Schicht auf.
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Die Druckschrift
DE 27 59 008 A1 beschreibt einen Schutzhandschuh, der aus einem Textil besteht, welches durch ein Dispersionstauchverfahren mit Polymeren wie beispielsweise Polyvinylchlorid (PVC) beschichtet wurde sowie dessen Herstellungsverfahren und die dafür konzipierte Vorrichtung. Solch ein Schutzhandschuh weist auf Grund ungleichmäßiger Schichtdicken und das Auftreten von Diffusionskanälen, sog. pin-holes, eine vergleichsweise schlechte Schutzwirkung auf. Dies ist auch aus ökonomischer Sicht unvorteilhaft, da dies zu einem größeren Ausschuss führt. Zudem werden Zusatzstoffe wie Koagulationsreagenzien benötigt.
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Allgemeine Beschreibung der Erfindung
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen polymeren Schutzhandschuh mit textilem Innenfutter bereitzustellen, welcher gleichmäßige Permeationszeiten über die gesamte Handschuhfläche und damit eine verlässliche Schutzwirkung gegenüber verschiedenen chemischen Verbindungsklassen aufweist.
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Weiterhin besteht eine Aufgabe in der Bereitstellung eines derartigen Handschuhs, der zudem einen hohen Tragekomfort unter Beibehaltung von Flexibilität und Tastempfindlichkeit aufweist. Eine weitere Aufgabe ist die Bereitstellung eines effizienten Verfahrens zur Herstellung eines derartigen Schutzhandschuhs.
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Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen angegeben.
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Demgemäß sieht die Erfindung einen polymeren Schutzhandschuh mit einem textilen Futter vor, bei dem das textile Futter und zumindest eine erste Polymerschicht als Schichtverbund vorliegen. Die erste Polymerschicht umfasst ein synthetisches Elastomer, welches als ein Copolymer mit Isopren als eine Monomereinheit ausgebildet ist, d. h. das Elastomer enthält Isopren-Monomereinheiten. Als Copolymere im Sinne der Erfindung werden dabei Polymere mit zumindest zwei verschiedenen Monomereinheiten verstanden. Als Isopren-Monomereinheit wird insbesondere die Wiederholungseinheit I verstanden. Als Polymere mit Isopren-Monomereinheiten werden auch solche Polymere verstanden, bei denen Derivate der Isopren-Monomereinheiten vorliegen. Insbesondere werden auch solche Polymere als Polymere mit Isopren-Monomereinheiten verstanden, bei denen eine Derivatisierung durch polymeranaloge Reaktionen, beispielsweise durch Halogenierung des Polymers, erfolgte.
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Die textile Schicht des Schichtverbundes bildet die Innenseite des Handschuhs und wird als die unterste (innerste) Schicht verstanden. Demnach ist die erste Polymerschicht wie auch optional folgende weitere Polymerschichten über ihr, d. h. bezogen auf den Handschuh, so wie er vom Benutzer getragen wird, außenseitig angeordnet. Der Schichtverbund ist derart aufgebaut, dass die textile Schicht und erste Polymerschicht über eine gemeinsame Grenzfläche fest miteinander verbunden sind. Dabei kann die textile Schicht verfahrenstechnisch bedingt noch Zusatzstoffe oder Restanteile von Zusatzstoffen wie Schlichten oder filmbildenden Substanzen, insbesondere Poylvinylalkohol (PVA) oder ein Polysaccharid, z. B. Stärke enthalten.
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In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die textile Schicht und die erste Polymerschicht durch einen Faser-Kunststoff-Verbund zusammengehalten. Dadurch kann eine besonders gute Haftung der ersten Polymerschicht auf dem textilen Futter, bzw. der textilen Schicht erfolgen. Insbesondere kann so auf den Einsatz eines Haftvermittlers, insbesondere eines Klebstoffes, verzichtet werden. Die textilen Eigenschaften des textilen Futters bleiben dabei weitgehend erhalten.
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An der gemeinsamen Grenzfläche bilden Futter und Polymerschicht ein Faser-Kunststoff-Verbundmaterial, bei dem die Fasern der textilen Schicht in eine Matrix des Polymers der ersten polymeren Schicht eingebettet sind. Das Faser-Kunststoff-Verbundmaterial entsteht beim Tauchen des textilen Futters, bzw. der textilen Schicht in eine Lösung eines synthetischen Kautschuks mit Isopren-Monomereinheiten. An der Grenzfläche der beiden Schichten dringt die Polymerlösung in die textile Schicht und umhüllt die Fasern. Somit wird die textile Schicht von der polymeren Schicht zumindest teilweise durchdrungen. Es findet eine Verschlaufung der textilen Fasern mit den Polymerketten statt. Dies vergrößert die Kontaktfläche zwischen Fasern und Polymerketten und somit auch die inter- und intramolekularen Anziehungskräfte, die auf Wechselwirkungen wie beispielsweise van-der-Waals-Kräften oder Adhäsionseffekten beruhen können.
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Bevorzugt besteht das textile Futter aus einem Gewirk. Es ist vorteilhaft, wenn neben der ersten polymeren Schicht auch die textile Schicht bzw. das textile Futter elastisch ist.
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Bei dem Gewirk handelt es sich bevorzugt um ein Gewirk mit Doppelschlingen, besonders bevorzugt ist ein Interlockgewirk. Dies ist für die Bildung eines Faser-Kunststoff-Verbundmaterials unter Erhalt der textilen Eigenschaften des Innenfutters vorteilhaft, da das Gewirk eine ausreichende Maschendichte aufweist, welche sich positiv auf den Durchtränkungsgrad des textilen Futters auswirkt.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält das Gewirk des textilen Futters cellulosehaltige Fasern. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Gewirk aus Baumwolle oder einem Baumwollmischgewebe, insbesondere mit einem Baumwollanteil größer als 50% besteht. Dies ist vorteilhaft, da Naturfasern, insbesondere cellulosehaltige Fasern auf Grund ihrer Quellfähigkeit besonders gut Feuchtigkeit aufnehmen können.
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Es ist vorteilhaft, wenn das Baumwollgewirk eine Dichte größer als 150 g/m2, insbesondere größer als 250 g/m2 aufweist. Die Fadenstärke des verwendeten Garns beträgt bevorzugt 30:1. Es hat sich gezeigt, dass die Durchdringung des textilen Futters über die Dichte des Gewirks in Kombination mit der Fadenstärke beeinflusst werden kann.
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In einer Ausführung der Erfindung enthält die erste Polymerschicht ein Elastomer mit Butyl-Monomereinheiten. Dadurch kann eine Schutzwirkung gegen eine Vielzahl an Verbindungsklassen erreicht werden. So bieten Elastomere mit Isopren-Monomereinheiten wie beispielsweise vernetzte Butylkautschuke (IIR), insbesondere Elastomere mit Butyl-Monomereinheiten eine gute Schutzwirkung gegen polare Lösungsmittel sowie gegen Säuren- und Basen. Niedrige Glastemperaturen Tg führen zu einer sehr guten Flexibilität auch bei tiefen Temperaturen. Des Weiteren weisen Elastomere mit Isopreneinheiten eine geringe Gaspermeabilität auf, d. h. es ist für eine Vielzahl von Gasen wie beispielsweise Chlorwasserstoff oder Ammoniak undurchlässig.
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In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die erste Polymerschicht ein Elastomer mit halogenierten Butyl-Monomereinheiten, insbesondere ein Elastomer mit Butyl-Monomereinheiten, das in einer polymeranalogen Reaktion halogeniert wurde. Besonders bevorzugt umfasst die erste Polymerschicht ein Elastomer mit Brombutyl-Monomereinheiten, wobei unter Brombutyl-Monomereinheiten im Sinne der Erfindung insbesondere die Wiederholungseinheiten II, III und IV verstanden werden.
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Halogenierte Butylkautschuke lassen sich verglichen mit ihren reinen Kohlenwasserstoffderivaten auf Grund der geringeren Bindungsenergien leichter vernetzen. Dieser Effekt ist insbesondere bei Kautschuken mit Brombutyl-Monomereinheiten ausgeprägt. Zudem erhöht eine Halogenierung des Butylkautschuks dessen chemische Inertheit und damit die Schutzwirkung des Handschuhs.
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Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die erste Polymerschicht durch ein Tauchverfahren, insbesondere durch ein Lösungstauchverfahren, auf die textile Schicht aufgebracht. Dies ist vorteilhaft, da auf Hilfsstoffe wie beispielsweise Hoagulationsreagenzien verzichtet werden kann. Zudem weisen aus Lösung getauchte Polymerschichten gleichmäßige Schichtdicken auf. Dadurch können konstante Permeationszeiten über den gesamten Handschuh und somit ein verlässlicher Schutz gewährleist werden. Ebenfalls kann so ein Auftreten sogenannter pin-holes, d. h. Diffusionskanälen in der Polymerschicht, vermieden werden.
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Bevorzugt besteht die erste Polymerschicht aus zwei Polymerteilschichten mit demselben Polymer, wobei die erste Polymerteilschicht keine Farbmittel und die zweite Polymerteilschicht Farbmittel enthält und die zweite Polymerteilschicht über der ersten Polymerteilschicht angeordnet ist. Diese Ausgestaltung der ersten Polymerschicht ist besonders vorteilhaft, da typischerweise für Schutzhandschuhe ungefärbte, d. h. helle textile Futter verwendet werden. Durch die Verwendung einer ungefärbten ersten Polymerteilschicht schimmert diese durch das textile Futter, ohne den Farbeindruck des Futters zu beeinflussen. Andererseits werden vom Anwender insbesondere solche Schutzhandschuhe bevorzugt und haben sich etabliert, bei denen der Polymerschicht Farbmittel zugesetzt wurden.
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In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist über der ersten Polymerschicht zumindest eine zweite Polymerschicht eines weiteren, unterschiedlichen Polymers aufgebracht. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die zweite Polymerschicht ein fluoriertes Elastomer. Durch repulsive, d. h. abstoßende Wechselwirkungen wird eine Adsorption von Molekülen an der Schichtoberfläche stark vermindert und die Beständigkeit gegenüber einer großen Anzahl an chemischen Stoffklassen erhöht. Somit kann die vergleichsweise hohe Permeabilität des Elastomers mit Isopren-Monomereinheiten der ersten Polymerschicht für Fette, Öle und Kraftstoffe durch Kombination mit der zweiten Polymerschicht kompensiert werden.
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Ein solcher Schutzhandschuh aus einem Verbundmaterial unterschiedlicher polymerer Schichten, insbesondere aus einem Schichtverbund aus einem Isoprenelastomer und einem Fluorelastomer, bietet durch synergetische Effekte einen breiteren Schutz, d. h. hohe Permeationszeiten für eine größere Anzahl an Verbindungsklassen als entsprechende Schutzhandschuhe mit nur einer Polymerschicht.
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In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung enthält die zweite Polymerschicht ein Elastomer mit 1,1-Difluorethen-Monomereinheiten. Fluorelastomere mit 1,1-Difluorethen-Monomerheiten sind gegenüber vielen Chemikalien, Ölen, Kraftstoffen inert und hitzebeständig. Die hohe Reißfestigkeit von bis zu 20 MPa von Fluorkautschuken mit 1,1-Difluorethen-Monomereinheiten führt überdies zu einer hohen mechanischen Beständigkeit des polymeren Verbundmaterials.
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In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält die zweite Polymerschicht ein Copolymer mit den Monomeren 1,1-Difluorethen und Hexafluorpropen.
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In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform enthält die zweite Polymerschicht ein Elastomer mit Acrylnitril-Monomereinheiten, beispielsweise einen vernetzten Nitrilkautschuk (NBR).
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Bevorzugt weist der Schutzhandschuh eine erste Polymerschicht mit einer Dicke von 0,05 mm bis 0,5 mm und/oder eine zweite Polymerschicht mit einer Dicke von 0,05 mm bis 0,15 mm auf. Dies wirkt sich besonders vorteilhaft auf die Permeationszeiten, die Flexibilität und den Tragekomfort auf.
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Das Herstellungsverfahren sieht zumindest die folgenden Schritte vor:
Ein textiles Futter wird in einem Schritt a) auf einer Handschuhform aufgebracht. Die Verwendung eines Gleitmittels, insbesondere eines Silikonöls, welches vorher auf die Handschuhform aufgetragen wird, ist dabei vorteilhaft. Im anschließenden Schritt b) wird eine Lösung eines filmbildenden Polymers auf das auf der Handschuhform aufgezogene textile Futter aufgebracht. Zur Erzeugung einer ersten Polymerschicht wird in einem Schritt c) eine Handschuhform in eine erste Lösung eines synthetischen ersten Kautschuks getaucht. Um eine Vernetzung des Kautschuks in der Lösung oder unmittelbar nach dem Abscheiden der Form zu vermeiden, ist die Temperatur T1 während des Tauchvorgangs kleiner als die Vernetzungstemperatur des ersten Kautschuks. Nach einer vordefinierten Tauchzeit wird die Handschuhform aus der ersten Lösung entfernt (Schritt d)). Dabei werden die Schritte c) und d) ein- oder mehrfach nacheinander durchgeführt. Die getauchte erste Polymerschicht wird getrocknet (Schritt e)). Bevorzugt beträgt die Trocknungszeit mindestens 8 Stunden. Nachfolgend wird in Schritt f) die erste Polymerschicht durch Autoklavieren des Schutzhandschuhs vulkanisiert. Im nachfolgenden Schritt g) wird der Schutzhandschuh von der Form entfernt.
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In einer vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Handschuhform in Schritt c) in eine erste Lösung eines Butylkautschuks, bevorzugt in eine erste Lösung eines halogenierten Butylkautschuks und besonders bevorzugt in eine erste Lösung eines Kautschuks mit Brombutyl-Monomereinheiten getaucht.
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In einer Weiterbildung der Erfindung wird die Handschuhform nach dem Schritt e) in eine zweite Lösung eines zweiten, anderen synthetischen Kautschuks getaucht. Nach einer vordefinierten Tauchzeit t2 wird die Handschuhform aus der Lösung entfernt und getrocknet. Insbesondere werden die erste und die zweite Polymerschicht in dem Schritt f) gemeinsam vulkanisiert.
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Es ist besonders vorteilhaft, wenn die zweite Lösung einen Kautschuk mit den Monomeren 1,1-Difluorethen und/oder Hexafluorpropen enthält. Dies wirkt sich positiv auf die Eigenschaften des Handschuhs, beispielsweise auf die Permeationszeiten für eine Vielzahl von chemischen Verbindungsklassen aus.
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Üblicherweise werden beim Tauchverfahren aus Lösung jedoch längere Tauchzeiten als beim entsprechenden Dispersionsverfahren benötigt. Bei einem Übertauchen eines textilen Futters führt dies typischerweise zu einer teils sogar vollständigen Durchtränkung des textilen Futters und damit zu einem Verlust der gewünschten textilen Eigenschaften des Futters. Durch die Vorbehandlung des Futters mit einem filmbildenden Polymer kann eine vollständige Durchtränkung des textilen Futters auch bei längeren Tauchzeiten vermieden werden. Dadurch ist es möglich, polymere Schichten aus Lösung unter Erhalt der gewünschten textilen Eigenschaften des Futters zu tauchen.
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Als filmbildende Polymere werden insbesondere polare Polymere mit Hydroxylgruppen verwendet. Bevorzugt sind diese Polymere wasserlöslich. Als Lösung eines filmbildenden Polymers wird insbesondere eine PVA-Lösung und/oder eine polysaccharidhaltige Lösung, z. B. eine stärkehaltige Lösung verwendet. Bevorzugt wird der Lösung eines filmbildenden Polymers ein Weichmacher, insbesondere Glycerin, zugesetzt.
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Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass gemäß einer Ausführungsform ein Besprühen oder ein ein- oder mehrmaliges Bestreichen oder Betupfen des textilen Futters mit einem mit der Lösung des filmbildenden Polymers getränkten Lappen eine vollständige Durchtränkung mit der Kautschuklösung verhindern kann. Hiermit kann eine vollständige Durchtränkung beim Übertauchen des textilen Futters verhindert werden. Dieser Effekt tritt insbesondere bei cellulosehaltigen Textilien auf. Cellulosehaltige Fasern wie beispielsweise Baumwollfasern quellen bei Feuchtigkeit stark und nehmen die Feuchtigkeit auf. Durch den Auftrag des filmbildenden Polymers können diese Fasern so optimal für das nachfolgende Tauchverfahren vorbehandelt werden.
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In einer Ausführung wird das textile Futter vor dem Eintauchen in die erste Lösung eines Kautschuks mit Isopreneinheiten so lange mit der PVA-Lösung bestrichen, bis der Auftrag an PVA auf das Futter 0,15 bis 3 g, bevorzugt 0,3 bis 1,8 g, besonders bevorzugt 0,6 bis 0,9 g beträgt. Damit kann der Grad der Durchtränkung des textilen Futters durch den Kautschuk beeinflusst werden.
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Gemäß einer alternativen Ausführungsform wird das textile Futter mit einer polysaccharidhaltigen, z. B. stärkehaltigen, Lösung besprüht. Diese Lösung fungiert vorzugsweise als Schlichte. Die Verwendung eines Polysaccharids, insbesondere von Stärke als filmbildendes Polymer hat den Vorteil, dass der Schutzhandschuh nicht sehr stark auf der Handschuhform haftet. Dadurch kann der Handschuh nach der Fertigstellung überraschenderweise sogar ohne Umstülpen von der Handschuhform abgezogen werden, was den Produktionsablauf erheblich verbessert.
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In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens beträgt die Viskosität der ersten Kautschuklösung 100 bis 200 s (bestimmt mit einem 6 mm Fordbecher). Dies ist vorteilhaft, da eine Kautschuklösung mit hoher Viskosität auf Grund ihres Fließverhaltens das textile Futter langsamer als entsprechende Lösungen mit niedrigeren Viskositäten durchdringt. Somit besteht in der Wahl der Viskosität der ersten Kautschuklösung ein weiterer Parameter mit welchen in Zusammenwirkung mit dem filmbildenden Polymer der Grad der Durchtränkung beeinflusst werden kann.
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In einer Weiterbildung der Erfindung wird das textile Futter in zwei verschiedene Lösungen desselben ersten synthetischen Kautschuks getaucht, die sich hinsichtlich ihrer Viskositäten unterscheiden. Zunächst wird das textile Futter gemäß den Verfahrensschritten c) und d) in eine Lösung des ersten synthetischen Kautschuks mit hoher Viskosität getaucht. Dadurch wird eine erste polymere Teilschicht gebildet, welche die textile Schicht nicht völlig durchdringt und die Oberfläche des textilen Futters außenseitig versiegelt. Beim anschließenden Tauchen gemäß den Schritten c) und d) wird in eine zweite Lösung des ersten synthetischen Kautschuks mit niedrigerer Viskosität getaucht und die erste Polymerschicht so weiter aufgebaut. Dies ist insbesondere unter verfahrenstechnischen Aspekten vorteilhaft, da Kautschuklösungen mit vergleichsweise niedrigen Viskositäten sich im Lösungstauchverfahren leichter verarbeiten lassen.
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Bevorzugt wird die Handschuhform zumindest bei einem der Tauchgänge mindestens einmal partiell und nachfolgend vollständig getaucht. Damit können insbesondere auch gleichmäßige Schichtdicken bei solchen Handschuhformen erreicht werden, bei denen dies ansonsten auf Grund ihrer Geometrie nicht möglich wäre, beispielsweise bei Handschuhformen mit sich in Richtung der Handschuhöffnung verbreiternden Schäften. Des Weiteren ist das partielle Tauchen vorteilhaft bezüglich des Grades der Durchdringung der textilen Schicht. In dem zunächst nur der Handbereich vorgetaucht wird, kann eine niedrigere Tauchtiefe gewählt werden. Dadurch ist der hydrostatische Druck beim ersten Tauchgang geringer, so dass die Durchdringung verringert wird. Dieser Effekt ist insbesondere an den Fingerspitzen beobachtbar. Mit jedem Tauchgang der Handschuhform in dieselbe Kautschuklösung wird eine weitere Schicht des Kautschuks abgeschieden, die als Polymertauchteilschicht bezeichnet wird. Nachdem beim ersten partiellen Tauchgang eine Polymertauchteilschicht abgeschieden wurde, die das textile Futter bis etwa zum Handgelenk versiegelt, kann dann nachfolgend vollständig, d. h. mit einem größeren hydrostatischen Druck an den Fingern getaucht werden, ohne dass sich dies nachteilig auf die Durchdringungstiefe des textilen Futters auswirkt.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht ein Verfahren vor, bei dem die Polymerschichten so oft bzw. so lange getaucht wird, bis die erste Polymerschicht eine 0,05 bis 0,5 mm und/oder die zweite Polymerschicht eine Dicke von 0,05 bis 0,2 mm erhalten haben.
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Die Vulkanisation der ersten Polymerschicht erfolgt bevorzugt durch Autoklavieren bei einem Druck von 3 bis 5 bar und/oder einer Temperatur von 60 bis 170°C, insbesondere bei einer Temperatur von 90 bis 150°C. Eine Vernetzung von Kautschuken zu Elastomeren erhöht deren mechanische Widerstandsfähigkeit erheblich. Zusätzlich werden durch die Vernetzung die Permeationsgeschwindigkeiten innerhalb der vernetzten Polymerschichten verringert.
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Es ist vorteilhaft, die abgezogenen Schutzhandschuhe mit Wasser, welchem bevorzugt Tenside zugegeben wurden, zu waschen. Dadurch kann nicht von der ersten Polymerschicht eingeschlossene Reste an PVA und/oder Stärke zumindest teilweise aus dem textilen Futter entfernt werden. Allerdings liegt ein Vorteil in der Verwendung von Starke als filmbildendem Polymer darin, dass auf den Einsatz von Spülmittel beim Abziehen des Schutzhandschuhs von der Handschuhform verzichtet werden kann. Darüber hinaus kann die Stärke ohne wesentliche Beeinträchtigung des Tragekomforts in dem textilen Futter verbleiben, so dass auf einen zusätzlichen Schritt des Auswaschens des fertigen Schutzhandschuhs verzichtet werden kann, wodurch die Produktivität erhöht werden kann.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert, wobei gleiche und ähnliche Elemente teilweise mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
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Kurzbeschreibung der Figuren
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Es zeigen:
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1 eine schematische Zeichnung des Herstellungsverfahrens des ersten Ausführungsbeispiels,
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2 eine schematische Zeichnung des Herstellungsverfahrens des zweiten Ausführungsbeispiels,
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3 eine schematische Zeichnung des Herstellungsverfahrens des dritten Ausführungsbeispiels,
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4 eine schematische Zeichnung des erfindungsgemäßen Schutzhandschuhs,
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5 einen schematischen Querschnitt durch das Verbundmaterial eines Schutzhandschuhs mit eingeklebtem textilen Futter,
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6 den schematischen Querschnitt durch den Ausschnitt A des ersten Ausführungsbeispiels,
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7 den schematischen Querschnitt durch den Ausschnitt A des zweiten Ausführungsbeispiels,
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8 eine lichtmikroskopische Aufnahme des Ausschnitts A des ersten Ausführungsbeispiels.
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Detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
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1 zeigt schematisch das Herstellungsverfahren eines Schutzhandschuhs 16 an Hand des ersten Ausführungsbeispiels. 2 zeigt eine vereinfachte Form des Herstellungsverfahrens, welches an einem zweiten Ausführungsbeispiel näher erläutert wird. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform des Herstellungsverfahrens. 4 zeigt eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Schutzhandschuhs 16. Der obere Teil des Schutzhandschuhs 16 wird von den Fingern 17 sowie der Handfläche und dem Handrücken gebildet und geht am Handgelenk 18 in den Handschuhschaft 19 über. Die Innenseite des Schutzhandschuhs 16 wird durch das textile Futter 2 gebildet. Der Schichtaufbau des Verbundmaterials der beiden Ausführungsbeispiele wird anhand des Ausschnitts A in den 5 und 7 näher beschrieben.
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Das in 1 schematisch dargestellte Verfahren zur Herstellung des ersten Ausführungsbeispiels beinhaltet folgende Schritte:
Eine Handschuhform 1 aus Keramik wird mit Silikonöl bestrichen. Anschließend wird ein textiles Baumwollfutter 2 über die Handschuhform 1 gezogen. Mit einem PVA-getränkten Lappen wird das textile Futter 2 mit der wässrigen PVA-Lösung 3 etwa 3 bis 4 mal bestrichen. Zur Herstellung der PVA-Lösung 3 werden zunächst 3,75 kg PVA bei 90°C in 25 l vollentsalzenem (VE) Wasser gelöst. Für die gebrauchsfertige Lösung 3 werden 1 l der Stammlösung mit 500 ml Glycerin und 5 l VE Wasser versetzt. Die PVA-Lösung 3 wird insbesondere von den Fingerspitzen 20 bis zum Handgelenk 18 durch Aufstreichen mit einem Lappen aufgetragen, wobei der Handschuhschaft 19 ausgelassen wird. Nachfolgend wird das Futter bei Raumtemperatur getrocknet. In einem beheizten Tauchhaus 4 wird die Handschuhform 1 in ein Tauchbecken 5 einer ersten Lösung eines synthetischen ersten Kautschuks 6 getaucht. Die Lösungstemperatur der Lösung des synthetischen ersten Kautschuks 6 beträgt beim Tauchen T1 = 30°C.
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Die erste Lösung eines synthetischen ersten Kautschuks 6 enthält Brombutylkautschuk und als Lösungsmittel Toluol. Der ersten Brombutyllösung 6 wurden keine Farbmittel zugesetzt. Die Viskosität der ersten Brombutyllösung 6 weist beim Tauchen eine Viskosität von 100 bis 200 s (gemessen mit einem 6 mm Fordbecher) auf. Die Handschuhform 1 wird im ersten Tauchgang von den Fingerspitzen 19 bis zum Handgelenk 18 und in den nachfolgenden Tauchgängen vollständig, d. h. inklusive des Schafts 19, in die erste Brombutyllösung 6 getaucht. Durch das partielle Tauchen wirkt im ersten Tauchgang ein geringerer hydrostatischer Druck auf das textile Futter, insbesondere auf die Finger 17 und die Fingerspitzen 20 als bei einem Volltauchen. Somit kann die Durchdringung des textilen Futters 2 durch die erste Brombutyllösung 6 verringert werden. Nach Trocknen der so entstandenen ersten Polymertauchteilschicht ist die Oberfläche des textilen Futters 2 versiegelt, so dass in den nachfolgenden Tauchgängen mit höherem hydrostatischen Druck an den Fingern 17 und den Fingerspitzen 20 getaucht werden kann. Es wird so oft bzw. so lange getaucht, bis die bei den einzelnen Tauchgängen gebildeten Polymertauchteilschichten zusammen eine Dicke von etwa 0,1 mm aufweisen und dabei die erste Polymerteilschicht 26 der ersten Polymerschicht 25 bilden. zum Tauchen der Handschuhform 1 aus der Brombutyllösung 6 wird das Tauchbecken 5 durch die Hebevorrichtung 7 auf und ab bewegt. Nach jedem Tauchgang wird die Handschuhform 1 für einen Zeitraum von 30 Minuten bei 30°C unter Rotation getrocknet.
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Die in der ersten Brombutyllösung 6 abgeschiedene, aus mehreren Polymertauchteilschichten (in 6 und 7 nicht einzeln dargestellt) aufgebaute, Polymerteilschicht 26 ist weiß. Die Handschuhform 1 wird zur Entfernung des Lösungsmittels für mindestens 8 Stunden bei 25 bis 30°C getrocknet.
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Nachfolgend wird in einem zweiten beheizbaren Tauchhaus 8 in eine zweite Lösung 10 des synthetischen ersten Kautschuks in einem Tauchbecken 9 getaucht. Die Lösungstemperatur der zweiten Kautschuklösung 10 beträgt 30°C. Die zweite Lösung des synthetischen ersten Kautschuks 10 enthält demnach ebenfalls Brombutylkautschuk gelöst in Toluol. zusätzlich enthält die zweite Brombutyllösung 10 als Farbmittel Kohlenstoff. Die Viskosität der zweiten Brombutyllösung 10 beträgt 50 bis 120 s (gemessen mit einem 5 mm Fordbecher). Die Handschuhform 1 wird in drei Volltauchgängen in die zweite Brombutyllösung 10 getaucht, bis die so abgeschiedenen Polymertauchteilschichten (in 6 und 7 nicht einzeln dargestellt) zusammen die zweite Polymerteilschicht 27 der ersten Polymerschicht 25 ergeben und eine Dicke von etwa 0,05 mm aufweisen. Nach jedem Tauchgang wird die Handschuhform 1 unter Rotation getrocknet. Nach dem letzten Tauchgang in die zweite Brombutyllösung 10 wird die Handschuhform 1 für 12 Stunden bei Raumtemperatur getrocknet.
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Nachfolgend wird die Handschuhform 1 in einem beheizbaren Tauchhaus 11 in ein Tauchbecken 12 mit einer dritten Kautschuklösung 13 getaucht. Dazu wird ebenfalls nicht die Handschuhform 1, sondern die Tauchwanne 12 mit Hilfe der Hebevorrichtung 7 bewegt. Die dritte Lösung eines synthetischen dritten Kautschuks 13 enthält einen Kautschuk mit den Monomeren 1,1-Difluorethen, Hexafluorpropen und Tetrafluorethen, z. B. Viton®. Als Lösungsmittel wird Methylethylketon verwendet. Die Temperatur T2 der Viton®-Lösung 13 beträgt während des Tauchvorgangs T2 = 25°C.
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Nach einer vordefinierten Tauchzeit wird die Handschuhform 1 aus der Tauchwanne 12 entfernt und im Tauchhaus 11 für 30 Minuten bei einer Temperatur von 25°C unter Rotation getrocknet. Der oben beschriebene Tauchprozess in die Viton®-Lösung 13 und der nachfolgende Trocknungsvorgang werden 3 bis 5 mal wiederholt, bis die Schichtdicke der Viton®-Schicht als zweite Polymerschicht 27 etwa 0,1 mm beträgt. Zur vollständigen Entfernung des Methylethylketons wird die Handschuhform 1 für 12 Stunden bei Raumtemperatur getrocknet. Nachfolgend wird die beschichtete Handschuhform l in einem Autoklav 14 für 120 Minuten bei einem Druck von 3 bar und einer Temperatur von 150°C vulkanisiert. Demnach werden die erste Polymerschicht 25 und die zweite Polymerschicht 28 als ein Schichtverbund 29 aus unterschiedlichen Polymeren gemeinsam vulkanisiert.
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2 zeigt das Herstellungsverfahren eines zweiten Ausführungsbeispiels. Das zweite Ausführungsbeispiel weist nur die erste Polymerschicht 25 auf und stellt somit eine vereinfachte Form des vorstehend beschriebenen ersten Ausführungsbeispiels dar. Das Herstellungsverfahren sieht auch hier das vorbereiten der Handschuhform 1, das Aufziehen des textilen Futters 2 sowie dessen Bestreichen mit einer PVA-Lösung 3 vor. Diese Schritte erfolgen entsprechend dem Herstellungsverfahren des ersten Ausführungsbeispiels. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel wird aber nur in die Brombutyllösungen 6 und 10 gemäß des Herstellungsverfahrens des ersten Ausführungsbeispiels getaucht. Nach dem letzten Tauchgang in die Brombutyllösung 10 wird die Handschuhform 1 zur vollständigen Entfernung des Methylethylketons bei Raumtemperatur getrocknet. Nachfolgend wird die beschichtete Handschuhform 1 in einem Autoklav 14 für 120 Minuten bei einem Druck von 3 bar und einer Temperatur von 150°C vulkanisiert.
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3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel des Herstellungsverfahren. Der Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel (1) liegt in der Verwendung einer stärkehaltigen Lösung 15 an Stelle der PVA-Lösung 3. Die stärkehaltige Lösung ist beispielsweise eine 1:1 mit Wasser verdünnte handelsübliche Bügel- bzw. Wäschestärkelösung.
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Demgemäß wird als polares Polymer mit Hydroxylgruppen bevorzugt PVA und/oder Stärke verwendet. Das textile Futter 2 wird hier vor dem ersten Tauchgang mit der stärkehaltigen Lösung besprüht und nachfolgend in einem Ofen (30) getrocknet, bis das Wasser der stärkehaltigen Lösung im Wesentlichen vollständig verdunstet ist, in dem Beispiel 20 min bei 80° Celsius. Die nachfolgenden Verfahrensschritte erfolgen analog zum ersten Ausführungsbeispiel.
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Der Schichtaufbau des ersten Ausführungsbeispiels ist in 6 schematisch dargestellt, wobei Polymertauchteilschichten nicht einzeln dargestellt sind. Der erfindungsgemäße Schutzhandschuh 16 bzw. das erfindungsgemäße Verbundmaterial besteht aus einer textilen Schicht bzw. dem textilen Futter 2 und der ersten Polymerschicht 25, welche die textile Schicht 2 teilweise durchdringt. Somit enthält das erfindungsgemäße Verbundmaterial, anders als beispielsweise der in 5 schematisch dargestellte Schutzhandschuh mit eingeklebten Innenfutter 2, keine Haftvermittlerschicht 22. Durch die teilweise Durchdringung des textilen Futters 2 durch die erste Polymerschicht 25 erfolgt eine mechanische Verschlaufung von Fasern und Kautschuk, welche durch die Vulkanisation des Kautschuks fixiert wird. Dabei findet die Durchdringung nur soweit statt, dass die textilen Eigenschaften des Futters 2 zumindest teilweise erhalten bleiben.
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Die textile Schicht bzw. das textile Futter 2 bildet die Innenseite des Handschuhs. Der Pfeil 23 symbolisiert die Chemikalieneinwirkung von außen auf den Schutzhandschuh 16.
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Im ersten Ausführungsbeispiel besteht das Verbundmaterial des Schutzhandschuhs 16, wie in 6 schematisch dargestellt ist, neben der textilen Schicht 2 und der ersten Polymerschicht 25, die von den beiden Polymerteilschichten 26 und 27, gebildet wird, noch aus einer zweiten Polymerschicht 28.
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Das textile Futter 2 des Ausführungsbeispiels enthält Baumwollfasern. Der Baumwollanteil ist > 50%, wobei es sich um ein Baumwollmischgewirk oder ein reines Baumwollgewirk handeln kann. Das Gewirk ist als Interlockgewirk ausgebildet und weist ein Gewicht von 265 g/m2 bei einer 30er Garnstärke auf.
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Die erste Polymerschicht 25 besteht aus Brombutylkautschuk und weist eine Schichtdicke von 0,15 mm auf. Diese Brombutylschicht 25 zeigt nicht nur gegen flüssige Medien eine Barrierewirkung, sondern weist zudem eine sehr geringe Gaspermeabilität auf. Somit schützt die Brombutylschicht 25 vor Gasen wie beispielsweise Ammoniak oder Chlorwasserstoff. Die zweite Polymerschicht 28 enthält ein Fluorelastomer mit den Monomeren 1,1-Difluorethen und Hexafluorpropen und gegebenenfalls Tetrafluorethen, z. B. Viton®. Die Viton®-Schicht 28 hat eine Schichtdicke von 0,1 mm. Durch die Kombination von Brombutylschicht 25 und Viton®-Schicht 28 im Schichtverbund 29 kann eine Schutzwirkung erreicht werden, die über die kumulative Wirkung der beiden Einzelschichten hinausgeht. Das Ausführungsbeispiel weist hohe Permeationszeiten für eine Vielzahl an Verbindungsklassen wie aliphatischen Kohlenwasserstoffen, Säuren, Laugen und polare organische Verbindungen wie Amine, polare Lösungsmittel auf. Das textile Innenfutter 2 gewährleistet gleichzeitig einen hohen Tragekomfort ohne Tastempfindlichkeit oder Flexibilität des Schutzhandschuhs 16 zu beeinträchtigen.
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8 zeigt eine lichtmikroskopische Aufnahme des Querschnittes A des oben beschriebenen zweiten Ausführungsbeispiels. Das textile Futter 2 bildet die Innenseite des Handschuhs. Die Brombutulschicht 25 und das textile Futter 2 bilden dabei ein Verbundmaterial. Die weiße, d. h. nicht eingefärbte erste Brombutylteilschicht 26 durchdringt dabei teilweise die textile Schicht 2 und versiegelt das textile Futter 2 außenseitig. Über der ersten Brombutylteilschicht 26 ist die mit Kohlenstoff eingefärbte zweite Butylteilschicht 27 erkennbar.
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Es ist dem Fachmann ersichtlich, dass die vorstehend beschriebenen Ausführungsform beispielhaft zu verstehen ist, und die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist, sondern in vielfältiger Weise variiert werden kann, ohne die Erfindung zu verlassen. Ferner ist ersichtlich, dass die Merkmale unabhängig davon, ob sie in der Beschreibung, den Ansprüchen, den Figuren oder anderweitig offenbart sind auch einzelnen wesentliche Bestandteile der Erfindung definieren, selbst wenn sie zusammen mit anderen Merkmalen gemeinsam beschrieben sind.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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