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DE102011106794B4 - Vorhanggassack für ein Kraftfahrzeug - Google Patents

Vorhanggassack für ein Kraftfahrzeug Download PDF

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Abstract

Vorhanggassack (2) für ein Kraftfahrzeug mit einer Hauptkammer (9), welcher an dem Rand einer seitlichen oberen Dachkante (1) mit einem heruntergezogenen Vorsprung (4) befestigt ist und in dem Bereich des Vorsprungs (4) in einem kurvenförmigen Verlauf verlegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorhanggassack (2) in dem Bereich, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung (4) vorgesehen ist, eine Kammer (6) aufweist, welche derart angeordnet ist, dass sie zur Stabilisierung des Bereichs, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung (4) vorgesehen ist, vor der Hauptkammer (9) aufgeblasen wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft einen Vorhanggassack für ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen von Anspruch 1.
  • Vorhanggassäcke werden im Allgemeinen zum Schutz der Insassen verwendet, damit diese bei auftretenden Querbeschleunigungen nicht auf die innere Seitenstruktur des Kraftfahrzeuges aufprallen oder sich durch ein geöffnetes Fenster nach außen bewegen. Die Vorhanggassäcke weisen dazu im aufgeblasenen Zustand eine verhältnismäßig große Fläche mit einer Länge von ca. 1,5 bis 2 m und einer Breite von ca. 0,4 -0,7 m auf, und sind für eine raumsparende Befestigung zu einem langen Schlauch aufgewickelt. Der zu einem Schlauch aufgerollte Vorhanggassack wird dann unter der Innenverkleidung des Kraftfahrzeuges an der seitlichen oberen Dachkante befestigt und wird bei einer Aktivierung erst durch einen strömungstechnisch angeschlossenen Gasgenerator zu seiner vollen Fläche bzw. zu seinem vollen Volumen aufgeblasen.
  • Derartige, die innere Seitenstruktur abdeckende Vorhanggassäcke sind z. B. aus den Druckschriften DE 199 56 710 A1 , US 6 276 712 B1 und DE 601 20 768 T2 bekannt.
  • Ferner ist aus der DE 198 60 827 A1 ein Vorhanggassack bekannt, welcher in aufgeblasenem Zustand die innere Seite der Frontscheibe abdeckt.
  • Da der Vorhanggassack vor dem Aufblasen an der Dachkante befestigt werden muss, kann es unter ungünstigen Umständen der Fall sein, dass der Vorhanggassack aufgrund eines durch den Verlauf der Dachkante vorgegebenen Verlaufs im nicht aufgeblasenen Zustand in einer größeren Länge verlegt werden muss als dies für die optimale Geometrie im aufgeblasenen Zustand eigentlich erforderlich wäre. In diesem Fall weist der Vorhanggassack während des Aufblasens aufgrund der größeren Länge nicht die erforderliche Spannung in Längsrichtung zur Rückhaltung des Insassen auf. Dies ist insbesondere für den Schutz des Insassen gegen ein Herausbewegen aus einem geöffneten Fenster von Nachteil, da dieser Schutz nur mit einem gespannten Vorhanggassack wirkungsvoll erzielt werden kann.
  • Ein Beispiel eines solchen Fahrzeugtyps sind z.B. Sportwagen, bei denen keine seitlichen B-Säulen zwischen den Vordersitzen und den Rücksitzen vorgesehen sind, und bei denen die unteren seitlichen Dachkanten bewusst zur Schaffung einer größeren Anlagefläche für die Vorder- und die Hintertüren heruntergezogen sind. Eine solche Form der Dachkanten wird besonders bevorzugt bei Kraftfahrzeugen ohne B-Säule mit an der Vorderseite angeschlagenen Vordertüren und an der Hinterseite angeschlagenen Hintertüren vorgesehen.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, einen Vorhanggassack zu schaffen, welcher an einer seitlichen Dachkante entlang eines heruntergezogenen Vorsprunges befestigt werden kann, ohne dass er dadurch beim Aufblasen seine Spannung in Längsrichtung verliert.
  • Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, dass der Vorhanggassack in dem Bereich, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung vorgesehen ist, eine Kammer aufweist, welche derart angeordnet ist, dass sie zur Stabilisierung des Bereichs, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung vorgesehen ist, vor der Hauptkammer aufgeblasen wird. Durch die Kammer wird bewusst ein Abschnitt kleineren Volumens geschaffen, welcher zuerst aufgeblasen wird und während des weiteren Aufblasens des Vorhanggassackes die Stabilität des Vorhanggassackes in diesem Bereich erhöht. Durch das Spannen des Vorhanggassackes mittels der Kammer kann der nachteilige Umstand kompensiert werden, dass der Vorhanggassack aufgrund des durch den Vorsprung aufgezwungenen Verlaufs in diesem Bereich eigentlich eine zu große Länge aufweist und dadurch „Durchhängen“ würde.
  • Weiter wird vorgeschlagen, dass die Kammer eine Einströmöffnung aufweist, welche in Strömungsrichtung des von einem Gasgenerator erzeugten Gasstromes stromaufwärts zu einer Einströmöffnung der Hauptkammer angeordnet ist. Durch die vorgeschlagene Anordnung der Einströmöffnung wird ein Teil des von dem Gasgenerator erzeugten Gasstromes zwangsläufig zuerst in die Kammer eingeleitet bevor der verbleibende Teil des Gasstromes in die Hauptkammer des Vorhanggassackes eingeleitet wird und die Hauptkammer aufbläst. Ferner kann die Kammer auch zur Umleitung des Gasstromes in eine für das Aufblasen der Hauptkammer günstige Richtung genutzt werden.
  • Weiter wird vorgeschlagen, dass die Kammer L-förmig ausgebildet ist. Durch die vorgeschlagene L-förmige Ausbildung der Kammer wird der Vorhanggassack in diesem Bereich in zwei winklig zueinander angeordnete Richtungen gestrafft, und zwar bevorzugt in Entfaltungsrichtung vertikal nach unten und in Längsrichtung des Vorhanggassackes.
  • Ferner wird vorgeschlagen, dass die Hauptkammer durch wenigsten zwei einen Hohlraum zwischen sich einschließenden Lagen gebildet ist, und die Kammer durch eine Verbindungslinie der Lagen von der Hauptkammer abgegrenzt ist. Die Kammer kann dadurch bei der Herstellung des Vorhanggassackes, z.B. durch Vernähen der Lagen, gleich mit hergestellt werden, wodurch die Material- und Herstellkosten verringert werden können.
  • Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigen:
    • 1 und 2: Vorhanggassack nach dem Stand der Technik in dem befestigten Zustand und während des Aufblasens;
    • 3 und 4: Vorhanggassack mit Kammer in dem ausgebreiteten Zustand und nach dem Aufblasen an dem Kraftfahrzeug.
  • In der 1 ist ein Vorhanggassack 2 vor dem Aufblasen zu einem Schlauch aufgerollt zu erkennen. Der Vorhanggassack 2 ist zur Befestigung an einer seitlichen oberen Dachkante 1 vorgesehen, welche in ihrem Verlauf einen nach unten ragenden Vorsprung 4 aufweist. Der Vorsprung 4 kann z.B. als eine vergrößerte Anlagefläche für eine Tür genutzt werden oder auch durch den Querschnitt einer in der Dachstruktur vorgesehene Querstrebe gebildet sein. In jedem Fall stellt der Vorsprung 4 einen Bereich A dar, in dem der Vorhanggassack 2 in einem kurvenförmigen Verlauf entsprechend der Form des Vorsprunges 4 verlegt ist, welcher eine Verlängerung des Vorhanggassackes 2 bedeutet. Ferner ist an dem Vorhanggassack 2 ein Gasgenerator 8 angeordnet, welcher bei einer Aktivierung den zum Aufblasen des Vorhanggassackes 2 benötigten Gasstrom produziert.
  • In der 2 ist derselbe Vorhanggassack 2 während des Aufblasens zu erkennen. Der Vorhanggassack 2 ist über geeignete Befestigungsmittel über Spannbänder und Befestigungslaschen 15 und 16 an der Dachkante 1 bzw. der angrenzenden Dachstruktur 3 befestigt. Aufgrund der größeren Länge des Vorhanggassackes 2 im Bereich des Vorsprunges 4 wird der Vorhanggassack 2 in dem Bereich A beim Aufblasen schlaff, d.h. er verliert die erforderliche Spannung in Längsrichtung zwischen den Befestigungslaschen und Spannbändern 15 und 16. Der Vorhanggassack 2 hängt praktisch durch, so dass sich ein seitlich auf den Vorhanggassack 2 aufprallender Insasse unter ungünstigen Umständen mit dem Kopf und/oder mit dem Oberkörper aus einem geöffneten Fenster hinausbewegen kann.
  • Zur Vermeidung dieses Nachteils weist der erfindungsgemäß weiterentwickelte Vorhanggassack 2, wie in den 3 und 4 zu erkennen ist, in dem Bereich A eine Kammer 6 auf. Die Kammer 6 ist durch eine Verbindungsnaht 14 zweier Lagen und einen nicht aufblasbaren Bereich 17 einer Hauptkammer 9 gebildet und dadurch gleichzeitig von dieser abgetrennt. Die Verbindungsnaht 14 ist so angeordnet und bemessen, dass die Kammer 6 die Form eines L's aufweist, wobei ein Schenkel des L's in Entfaltungsrichtung des Vorhanggassackes 2 nach unten und ein Schenkel in Längsrichtung des Vorhanggassacks 2 gerichtet ist. An der Einströmseite ist die Kammer 10 mit einer Einlassöffnung 11 versehen, welche in Strömungsrichtung eines von dem Gasgenerator 8 erzeugten Gasstromes 7 stromaufwärts zu einer Einströmöffnung der Hauptkammer 9 angeordnet ist.
  • Der von dem Gasgenerator 8 erzeugte Gasstrom 7 wird dazu zuerst in einem Umlenkabschnitt 10 umgelenkt, welcher durch einen Schlauch mit zwei Auslassöffnungen 12 und 13 gebildet ist, Der Umlenkabschnitt 10 und die Kammer 6 sind außermittig an dem Vorhanggassack 2 angeordnet, was durch die Lage des Vorsprunges 4 bedingt ist. Aufgrund dieser außermittigen Anordnung des Umlenkabschnittes 10 sind die Auslassöffnungen 12 und 13 unterschiedlich groß bemessen, so dass die Hauptkammer 9 insgesamt durch die unterschiedlich und in diesem Fall entgegengesetzt gerichteten Gasströme 5 und 7 gleichmäßig aufgeblasen wird. Selbstverständlich können die aus den Auslassöffnungen 12 und 13 in die Hauptkammer 9 eintretenden Gasströme 5 und 7 durch weitere Kanäle so geleitet werden, dass der Vorhanggassack 2 in dem aufgeblasenen Zustand eine vorbestimmte Geometrie aufweist und sich entsprechend einer vorgegebenen Aufblascharakteristik entfaltet.
  • Durch die Anordnung der Kammer 6 wird der Vorhanggassack 2 in dem Bereich A unabhängig von dessen eigentlicher Länge in einer Frühphase zunächst vollständig aufgeblasen, so dass der Vorhanggassack 2 anschließend während des gesamten Aufblasvorganges in Längsrichtung gespannt ist.
  • Die Kammer 6 ist in dem beschriebenen Beispiel L-förmig und bewirkt unter anderem eine Umlenkung des von dem Gasgenerator 8 erzeugten Gasstromes in die Längsrichtung des Vorhanggassackes 2. Die Längsrichtung des Vorhanggassackes 2 ist aufgrund der abzudeckenden inneren Seitenfläche des Kraftfahrzeuges parallel zu der Längsachse des Kraftfahrzeuges gerichtet.

Claims (4)

  1. Vorhanggassack (2) für ein Kraftfahrzeug mit einer Hauptkammer (9), welcher an dem Rand einer seitlichen oberen Dachkante (1) mit einem heruntergezogenen Vorsprung (4) befestigt ist und in dem Bereich des Vorsprungs (4) in einem kurvenförmigen Verlauf verlegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorhanggassack (2) in dem Bereich, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung (4) vorgesehen ist, eine Kammer (6) aufweist, welche derart angeordnet ist, dass sie zur Stabilisierung des Bereichs, welcher zur Anlage an dem heruntergezogenen Vorsprung (4) vorgesehen ist, vor der Hauptkammer (9) aufgeblasen wird.
  2. Vorhanggassack (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (6) eine Einströmöffnung (11) aufweist, welche in Strömungsrichtung des von einem Gasgenerator (8) erzeugten Gasstromes stromaufwärts zu einer Einströmöffnung der Hauptkammer (9) angeordnet ist.
  3. Vorhanggassack (2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (6) L-förmig ausgebildet ist.
  4. Vorhanggassack (2) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptkammer (9) durch wenigsten zwei einen Hohlraum zwischen sich einschließenden Lagen gebildet ist, und die Kammer (6) durch eine Verbindungslinie (14) der Lagen von der Hauptkammer (9) abgegrenzt ist.
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