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Die vorliegende Erfindung betrifft einen In-Ear Hörer oder einen Ohrkanalhörer.
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In-Ear Hörer und Ohrkanalhörer sind hinlänglich bekannt.
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US 7,681,577 B2 zeigt ein Ohrpolster für einen Ohrkanalhörer. Das Ohrpolster weist im Inneren eine kreisförmige Öffnung zur Aufnahme einer Schallführungseinheit auf. Die Außenkontur des Ohrpolsters ist nicht kreissymmetrisch, sondern elliptisch ausgestaltet.
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen verbesserten In-Ear Hörer oder Ohrkanalhörer vorzusehen, der insbesondere über eine verbesserte Audiowiedergabe verfügt.
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Diese Aufgabe wird durch einen In-Ear Hörer oder Ohrkanalhörer gemäß Anspruch 1 gelöst.
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Somit wird ein In-Ear Hörer oder Ohrkanalhörer mit einer Membran, einem ersten Volumen vor der Membran und einer Schallführungseinheit zum Führen von durch die Membran erzeugtem Schall in einen Ohrkanal eines Anwenders vorgesehen. Die Schallführungseinheit weist einen im Wesentlichen elliptisch ausgestalteten Innenquerschnitt auf.
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Durch den elliptisch ausgestalteten Innenquerschnitt der Schallführungseinheit kann die akustische Masse der Schallführung reduziert werden. Dies ist vorteilhaft im Hinblick auf den Frequenzgang des Hörers, da er zu höheren Frequenzen hin verschoben werden kann.
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Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Außenkontur der Schallführungseinheit im Wesentlichen elliptisch ausgestaltet. Eine elliptische Außenkontur der Schallführungseinheit erlaubt eine bessere Einführung der Schallführungseinheit in einen Ohrkanal eines Anwenders, da der Ohrkanal eines Anwenders typischerweise im Querschnitt elliptisch ausgestaltet ist.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist der In-Ear Hörer oder Ohrkanalhörer ein Ohrpolster mit einer durchgängigen Öffnung mit einem im Wesentlichen elliptischförmigen Querschnitt zur Aufnahme der Schallführungseinheit auf. Dadurch, dass die durchgängige Öffnung des Ohrpolsters im Querschnitt elliptisch ausgestaltet ist, kann die elliptisch ausgestaltete Schallführungseinheit in die Öffnung eingeführt werden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Außenkontur oder der äußere Querschnitt des Ohrpolsters im Wesentlichen elliptisch ausgestaltet.
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Die Erfindung betrifft den Gedanken, zur Reduzierung der akustischen Masse einer Schallführungseinheit des In-Ear Hörers und zur Verbesserung der Höhenwiedergabe den Querschnitt der Schallführung zu vergrößern, indem der Querschnitt elliptisch ausgestaltet ist. Die Reduzierung der akustischen Masse der Schallführungseinheit ist insbesondere vorteilhaft im Hinblick auf eine Erweiterung des Höhenfrequenzganges.
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Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Vorteile und Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Zeichnung näher erläutert.
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1 zeigt eine schematische Schnittansicht eines In-Ear Hörers gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
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2 zeigt einen Graphen zur Veranschaulichung eines Frequenzganges eines Hörers mit und ohne Schallführungseinheit,
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3 zeigt einen Graphen zur Veranschaulichung des Einflusses der Masse der Schallführung auf den Frequenzgang des Hörers,
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4A bis 4C zeigen jeweils schematische perspektivische Darstellungen einer Schallführungseinheit gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
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5A und 5B zeigen jeweils eine perspektivische Ansicht eines Ohrpolsters gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel, und
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6 zeigt einen Graphen zur Veranschaulichung eines Frequenzganges eines In-Ear Hörers gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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1 zeigt eine schematische Schnittansicht eines In-Ear Hörers (In-Ohr Hörers) gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Der In-Ear Hörer 10 ist insbesondere als ein Ohrkanalhörer ausgestaltet. Der In-Ear Hörer 10 weist eine Membran 11, ein Volumen 12 vor der Membran und eine Schallführungseinheit 13 auf. Der In-Ear Hörer 10 weist ein Gehäuse mit einem ersten Ende 10a und einem zweiten Ende 10b auf. Die Schallführungseinheit 13 weist ein erstes Ende 13a und ein zweites Ende 13b auf, wobei das erste Ende 13a der Schallführungseinheit 13 an das Volumen 12 vor der Membran 11 angrenzt. Das zweite Ende 13b der Schallführungseinheit 13 ist dazu ausgestaltet, zumindest teilweise in einen Ohrkanal eines Hörers eingeführt zu werden. Damit stellt das zweite Ende 13b der Schallführungseinheit 13 das ohrseitige Ende des Hörers dar. Um die Schallführungseinheit 13 herum kann ein Ohrpolster 20 vorgesehen sein. Das Ohrpolster dient dem verbesserten Tragekomfort und der verbesserten akustischen Abdichtung des zweiten Endes 13b der Schallführungseinheit in einem Ohrkanal eines Anwenders.
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Die Schallführungseinheit 13 dient dazu, den von der Membran abgestrahlten Schall in einen Ohrkanal eines Anwenders zu leiten. Die Schallführungseinheit ist typischerweise als ein rohrförmiges Element ausgestaltet. Durch Dimensionierung des Volumens 12 vor der Membran 11 und der Schallführungseinheit 13 kann der Frequenzgang des In-Ear Hörers insbesondere bei höheren Frequenzen verbessert werden.
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2 zeigt eine schematische Darstellung eines Frequenzganges eines In-Ear Hörers gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel von 1. In 2 ist der Frequenzgang ohne Schallführung gestrichelt dargestellt und der Frequenzgang mit Schallführung ist als durchgezogene Linie dargestellt. Die Schallführungseinheit eines In-Ear Hörers sollte grundsätzlich drei verschiedene Kriterien erfüllen. Im Hinblick auf einen Tragekomfort für den Nutzer sollte möglichst viel Platz zwischen der Schallführungseinheit und dem Ohrkanal des Anwenders vorhanden sein, damit dort ein Ohrpolster platziert werden kann. Im Hinblick auf eine gute akustische Abdichtung sollte möglichst viel Platz zwischen der Schallführungseinheit und dem Ohrkanal zum Vorsehen des elastischen Ohrpolsters vorgesehen sein. Ferner sollte die Schallführungseinheit im Hinblick auf eine Reduzierung der akustischen Masse der Schallführungseinheit einen großen Querschnitt aufweisen. Somit widersprechen sich die ersten beiden mit der dritten Anforderung. Erfindungsgemäß wird dieser Widerspruch der ersten beiden Anforderungen im Hinblick auf die dritte Anforderung dadurch gelöst, dass der Innenquerschnitt der Schallführungseinheit im Wesentlichen elliptisch ausgestaltet ist, um damit die akustische Masse der Schallführungseinheit zu reduzieren und um ausreichend Platz zwischen der Schallführungseinheit und dem Ohrkanal des Anwenders beispielsweise für ein Ohrpolster zu lassen.
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3 zeigt einen Graphen zur Veranschaulichung eines Frequenzganges von In-Ear Hörern mit unterschiedlichen akustischen Massen. Um einen Frequenzgang insbesondere im höheren Frequenzbereich nach oben zu erweitern, wurde die akustische Masse der Schallführungseinheit reduziert. Die Reduzierung der akustischen Masse der Schallführungseinheit wurde dadurch erreicht, dass der Innenquerschnitt der Schallführungseinheit im Wesentlichen elliptisch ausgestaltet ist. Durch die Reduzierung der akustischen Masse der Schallführungseinheit wird der angehobene Bereich weiter zu höheren Frequenzen verschoben und kann stärker angehoben werden.
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Der Querschnitt der Schallführungseinheit und damit der maximale Innendurchmesser der Schallführungseinheit wird durch die Geometrie eines normalen Ohrkanales eines Anwenders, den gewünschten Tragekomfort, die benötigte akustische Abdichtung und die notwendigen Wandstärken der Bauteile begrenzt. Zur weiteren Reduzierung der akustischen Masse wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, keinen runden Querschnitt, sondern einen elliptischen Querschnitt bzw. einen Innenquerschnitt zu verwenden. Durch die Verwendung eines elliptischen Querschnitts kann eine Verdopplung der offenen Fläche und damit eine deutliche Reduzierung der akustischen Masse erreicht werden.
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Die Schallführungseinheit des In-Ear Hörers gemäß der Erfindung weist einen nicht kreisförmigen Querschnitt und vorzugsweise einen elliptischen Querschnitt auf. Optional kann die Außenkontur der Schallführungseinheit bzw. der Außenbereich der Schallführungseinheit elliptisch ausgestaltet sein. Eine elliptische Ausgestaltung der Außenkontur der Schallführungseinheit muss hinsichtlich des Tragekomforts des In-Ear Hörers keine Nachteile mit sich bringen, da ein äußerer Ohrkanal eines Nutzers typischerweise im Querschnitt elliptisch ausgestaltet ist.
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4A bis 4C zeigen verschiedene schematische perspektivische Ansichten einer Schallführungseinheit gemäß der Erfindung. Die Schallführungseinheit gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel weist innen einen elliptischen Querschnitt auf. Zusätzlich dazu kann die Schallführungseinheit auch außen einen elliptischen Querschnitt aufweisen. Die Schallführungseinheit 13 weist einen elliptischen inneren Querschnitt 13c und optional einen elliptischen äußeren Querschnitt 13d auf.
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5A und 5B zeigen jeweils schematische perspektivische Ansichten eines Ohrpolsters für einen In-Ear Hörer oder einen Ohrkanalhörer gemäß der Erfindung. Das Ohrpolster 20 weist eine Öffnung 21 in der Mitte auf, welche zur Aufnahme einer Schallführungseinheit 13 dient. Der Querschnitt der Öffnung 21 ist vorzugsweise elliptisch ausgestaltet, so dass sich der Querschnitt 21 an einen elliptischen Außenquerschnitt einer Schallführungseinheit anpassen kann bzw. angepasst ist.
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Optional kann die Außenkontur 22 des Ohrpolsters ebenfalls einen elliptischen Querschnitt aufweisen. Alternativ dazu kann der Außenquerschnitt des Ohrpolsters 20 ebenfalls einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
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Eine Lage eines angehobenen Frequenzbereiches in dem in 2 und 3 dargestellten Frequenzgang wird durch die Größe des Volumens 12 vor der Membran 11 bestimmt. Ein maximaler Innendurchmesser der Schallführungseinheit wird durch die oben beschriebenen Randbedingungen festgelegt. Die Größe des Volumens 12 vor der Membran 11 ist abhängig von dem Durchmesser der Membran 11. Bei einem kleinen Durchmesser der Membran 11 ist es einfacher, dieses Volumen klein zu halten und damit die Anhebung zu höheren Frequenzen zu verschieben. Bei größeren Durchmessern der Membran 11 muss das daraus resultierende größere Volumen 12 vor der Membran durch eine kleinere akustische Masse der Schallführungseinheit ausgeglichen werden.
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6 zeigt einen Graphen von zwei Frequenzgängen. Der gestrichelt dargestellte Frequenzgang entspricht einem In-Ear Hörer mit einem kleineren Volumen 12 vor der Membran. Der durchgezogen dargestellte Frequenzgang entspricht einem Frequenzgang eines In-Ear Hörers mit einem größeren Volumen 12 vor der Membran 11. Erfindungsgemäß kann durch eine Reduktion der akustischen Masse der Schallführungseinheit im selben Maße wie eine Vergrößerung des Volumens annähernd derselbe Frequenzgang erzielt werden. Erfindungsgemäß wird dies durch eine Schallführungseinheit mit einem elliptischen Innenquerschnitt gelöst.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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